LGT kroch Compliance-Chef auf den Leim

Banker trotz Mager-Italienisch Chef-Aufpasser bei Ticino-Bank mit heissen Venezuela-Kunden. Dann holt ihn Fürstenbank blind.

Johannes Pfister strahlt auf LinkedIn wie ein Sieger. Seit gestern ist er das nicht mehr. Wie Finews berichtete, ging der Compliance-Chef bei der Fürstenbank LGT von Bord.

„Persönliche Gründe“, meint ein LGT-Sprecher. Tatsächlich geriet der Compliance-Mann wegen einer Affäre um die Tessiner Kleinbank Credinvest in Nöte. Die Finma ist bei dieser einmarschiert.

Das Geldhaus hatte Venezuela-Polit-Kunden, denen Geldwäscherei im grossen Stil vorgeworfen wird. Es geht um Milliarden, welche dem darbenden Volk im einst blühenden Latino-Land entzogen wurden.

Mamma Mia (LinkedIn)

Pfister war gemäss seinem LinkedIn bis vor 5 Jahren bei einem „New Swiss banking project“, wie er das nun nennt. Gemeint ist die Zeit bei der Banca Credinvest.

Gemäss Handelsregister war Pfister von 2013 bis Anfang 2015 unterschriftsberechtigt bei der Lugano-Bank. Im Teledata, das die Handelsregister-Einträge liefert, erscheint Pfister als seit 2013 Verstorbener.

Tote leben länger (Teledata)

Der Effekt: Man findet ihn nicht so leicht. Die Suche muss über die Einträge bei der Credinvest erfolgen. Wenn man sich dort bei den Personalmeldungen durchklickt, erhält man den Austritt Pfisters im Februar 2015.

Eingetragen war er dort als „Direttore“. Sein Job wäre es gewesen, den Bankern an der Front und den Chefs im Management bei gefährlichen Kunden auf die Finger zu schauen.

Laut einer Quelle waren Pfisters Italienischkenntnisse bescheiden. Zudem habe er mit seinen Zeugnissen und seinem CV zu reden gegeben.

Trotzdem konnte Pfister Mitte 2015 bei der renommierten Fürstenbank LGT im Liechtenstein beginnen. Laut LinkedIn zunächst als „Group Financial Crime Compliance“, also Chef auf Gruppenstufe für die Ausmerzung von Finanz-Delikten.

Im Mai dieses Jahres, als die frühere Bank von Pfister längst im Visier der Finma war, kürte ihn die LGT dann gar zum „Head Group Compliance“.

Zuvor hatte ihm die Aufsicht im Ländle ihren Segen erteilt, ist aus Pfisters Umfeld zu erfahren.

Heute, nur fünf Monate nach seinem Karrieresprung, ist Pfister fürs Erste Geschichte.

Dafür muss sich die Vaduzer LGT fragen, ob ihre Prüfprozesse funktionieren.

Da läuft bei der Finma seit Ende 2018 ein Enforcement gegen die Banca Credinvest wegen schwerer Geldwäscherei, und die LGT macht just in dem Moment deren Ex-Compliance-Chef zum eigenen obersten Aufpasser.

Kommentare

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  1. Wenn man sich heutzutage die Ländle-Hauptstadt Vaduz anschaut, ist das Bild seeeeehr ernüchternd! Vom einstigen schlitzohrigen Glamour ist nix mehr vorhanden. Die Edelgastronomen gibt es nicht mehr. Graue Tristesse hat Einzug gehalten. Man merkt halt, dass die einst lukrative Kundschaft sich beinahe vollständig verabschiedet hat. Ähnlich zerfallend ist das Bild im einstigen Schwarzgeld-Paradies Lugano: Offenbar hat sich auch dort das leichte Geld längst verabschiedet…

  2. Die wunderbaren Sozialisten um den Präsi Maduro in Venezuela haben mit Sicherheit kein Geld gestohlen. Sozialisten und linke Politiker und Politikerinnen nehmen kein Geld vom Volk sie geben dem Volk Geld. Sie geben dem Volk Geld aber natürlich nicht ihr eigenes. Das kennen wir vom Sozialismus und Kommunismus und trotzdem fibt es auch in der Schweiz Leute, die von einem sozialistischen Staat träumen (Ziegler, Wermuth, Meyer, Funiciello, Molina usw.). Hoffen wir doch, dass es nie soweit kommen möge für unsere schöne Schweiz.

    • am allerschlimmsten ist der Linksrutsch in der Stadt St. Gallen. Man gibt hier gerne das Geld von Anderen aus, und das auch noch unter empörter Rechtfertigung „das ist doch nichts als gerecht, wir haben doch schon als Kinder gelernt, zu teilen!“. Leider verwechseln einige die Marktwirtschaft mit dem Kindergarten.

  3. Hoppla, wurde der „Thumb up“ button gehacked? Das kann irgendwie nicht sein im Verhältnis zu den übrigen Kommentaren in den Artikeln.

  4. Das was schon beim Fall Sperger so. Hauptsache Österreicher und Magistrat musste man sein bei LGT. Ansonsten nur einfältiges und provinzielles Verhalten. LGT und Liechtenstein hat in den letzten Jahrzehnten nichts dazugelernt.

    • Ja, die Vorarlberger Magister-Seilschaften, in den letzten 10 Jahren durch ex-LGT Deutschland-Seilschaften bis hoch oben ergänzt haben es halt mehr mit Filz und interner Politik, als mit Performance und Leistungsausweis.
      Zeigt auch, dass mehrere Kundenberater in den letzten Jahren wegen kriminiellen Machenschaften teilweise ins Gefängis wanderten. Die roten Lampen intern leuchteten jeweils lange vergebens.

  5. Frau K. Wild, unsere Meister-Psychologin (LGT-HR) wird diesen Herrn vor Einstellung gut geprüft haben. Sie bezieht auch drei externe Experten-Firmen mit ein, um sicher zu prüfen, für optimale Resultate.
    Dass man sich im Teledata tod stellen kann, verwundert, denn immerhin bezieht auch teilweise das Fedpol seine Daten aus diesem System.

  6. Die LGT Leute haben einen schrecklichen Einstellungsprozess. Bewerber müssen in Vaduz am Computer eine bis 2 Stunden lang Dutzende von Fangfragen ausfüllen, absolut lächerlich. Anschließend prüft ein völlig veraltete Personalchef das Computer Ergebnis und gibt es eine Empfehlung an die Teamleiter. Die Lgt Leute haben einen schrecklichen Einstellungsprozess. Bewerber müssen in Vaduz am Computer eine bis 2 Stunden lang Dutzende von Fangfragen ausfüllen, absolut lächerlich. Anschließend prüfte früher ein völlig veralteter weltfremder Personalchef, das Computer Ergebnis und gibt seine Empfehlung an die Teamleiter. Sowas lächerliches habe ich noch nie erlebt.

    • wissen Sie, wer bei der VP Bank im HR am Drücker ist? Ein Mann, der Mitarbeiterinnen früher gerne mal gesagt hat, wie attraktiv sie seien. Da ziehe ich einen LGT-Personalchef bei weitem vor, der schätzt offenbar wenigstens die intellektuelle Kompetenz einer Person und reduziert niemanden auf seinen Sex äh ich meine sein Geschlecht.

    • Sehr geehrter Herr Steinert,

      Wenn Sie den Test in der Art ausgefüllt haben, wie Sie diesen Kommentar geschrieben haben, haben Sie wohl auch den Rest des Assessments deutlich versiebt.
      Einen kurzen Text korrekt zu schreiben ist für eine Anstellung bei einer internationalen Privatbank wohl die Mindestanforderung.

      Viel Glück auf ihrem weiteren Weg!

    • Sehr geehrter Herr Steinert,

      Wenn Sie den Test in der Art ausgefüllt haben, wie Sie diesen Kommentar geschrieben haben, haben Sie wohl auch den Rest des Assessments deutlich versiebt.
      Einen kurzen Text korrekt zu schreiben ist für eine Anstellung bei einer internationalen Privatbank wohl die Mindestanforderung.

      Viel Glück auf ihrem weiteren Weg!

  7. Ich hatte einmal das „Vergnügen“ mit JP. Betancourt und er stehen sich sehr nahe (Verbindung über die Kinder). Er klotzt meiner Meinung nach sehr gerne und überschätzt sich total. Ich denke dieser Herr hat in der Finanzbranche definitiv ausgedient. Evtl. wäre Yoga-Lehrer etwas für ihn?

    • jaja am Liebsten zeigt der Schweizer mit dem Finger auf Andere, um sich dann besser zu fühlen. Allerdings gab es noch nie einen Finanzskandal im Ländle, ohne irgendeine Beteiligung von schweizerischen Instituten… Aber eben: korrekte Selbsteinschätzung der Schweizer? Fehlanzeige!

  8. Interessant wäre einmal zu schauen, was für Mitarbeiter sich bei der LLB tummeln. Wir können es uns jedoch vorstellen.

  9. Anrüchige Schweizer in fremden Diensten :

    Im kleinen Fürstentum wimmelt es nur so von gestolperten und gestrauchelten Swiss Nationals. Der „ last resort“ droht immer schneller in die Bredouille zu gelangen.

    Ein verspäteter Knall 💥 im total schwindsüchtig overbanked Ländle ?

  10. Ein Indiz mehr wie MA im Direktionsrang sich gegenseitig decken, vom wirklichen undehrlichen Privatbanking ein sehr bescheidenes Wissen aufweisen, dafür werden die Untergebenen permanent bedroht und gezwungen Depots mit Schrott abzuspritzen, um Kosten wirklich zu senken müsste jede Bank sämtlichen Direktionsblendern bzw. Schleimern den Lohn um 1/3 zu senken. Die LGt weist schweizweit die höchsten Gebühren auf und sind bez. Kontoeröffnung und compliance das mühsamste Unternehmen.

    • Völlig richtig, sie sprechen den verdammten Filz und gegenseitiges Decken im MD/ Direktionsrang an, der Filz müsste dringend bei allen Banken von oben aufgebrochen werden. Denn: der Fisch fängt immer am Kopf zu stinke an. Das ist halt das Hauptproblem, wenn der Kopf auch stinkt, bricht keiner den Filz auf .

    • Da hat einer verstanden wie der Hase läuft. Manche Leiter stellen vielleicht bewusst unter sich Teamleiter an, welche ihnen nicht gefährlich werden können und ihnen für den Job dankbar sein müssen und bei einem anderen Unternehmen wohl nicht bekommen hätten oder wohl kaum behalten könnten.

  11. Eventuell ist ja die LGT auch noch irgendwie im Strudel, der Niederlassungsleiter in Lugano ist plötzlich mehr im Amt und erscheint nur noch als „Product Manager“.