100-Millionen-Klage gegen Rothschild-Bank

Edmond de Rothschild soll Ex-Rosneft-CEO mit Betrugskonstrukt geschädigt haben. Der reicht jetzt Klage in New York ein.

Edmond de Rothschild zählt zu den feinen Adressen im Banking. Laut Webseite gibt es die Bank seit 250 Jahren, sie verwaltet über 170 Milliarden, hat mehr als 2’500 Mitarbeiter, ist stolzer Teil des Genfer Finanzplatzes.

Nun gerät das Haus, das von Benjamin de Rothschild als VR-Präsident und Nachkomme repräsentiert und von dessen Frau Ariane de Rothschild operativ geführt wird, in einen schweren Sturm.

Letzte Woche reichte ein vermögender Russe, der sich aus einfachsten Verhältnissen an die Spitze des nationalen Rohstoffmultis Rosneft hochgearbeitet hatte, Klage gegen das Edmond-Rothschild-Imperium ein.

Sergei Bogdanchikov heisst der Russe, der durch geschickte Deals vermögend geworden war. Ab der Jahrtausendwende brachte er einen stolzen Teil seines Gelds zur Edmond de Rothschild. 2010 wurde er bei Rosneft entmachtet.

Bei der Rothschild-Bank, die nichts mit der Zürcher Rothschild zu tun hat, soll ein Berater des Luxemburg-Ablegers den Russen hinters Licht geführt haben.

Noblesse oblige? (Edmond de Rothschild)

Und zwar mit Strukturen in der Karibik, die von Mossack Fonseca gezimmert worden waren – der berühmt-berüchtigten Treuhandfirma für Finanzvehikel.

Eine Sprecherin der Edmond de Rothschild-Bank meldete sich am Freitag nach einer Email-Anfrage, liess dann aber nichts mehr von sich hören.

Umgekehrt geben die PR-Beauftragten von Kläger Bogdanchikov Schub. Gleich in den beiden grossen weltweiten Finanzblättern, dem Wall Street Journal und der Financial Times, erschienen Stories zum Fall.

Laut der Klage, die in New York eingereicht wurde, hat Edmond de Rothschild nicht nur über einen Kundenberater betrogen, indem die Assets des Russen entgegen dessen Vorgaben riskant investiert worden seien.

Sondern die Bank mit ihrem zentralen Ableger in der Rhonestadt soll auch Millionen für sich eingesackt haben. Mittels hoher Gebühren.

Bogdanchikov wurde gemäss seiner Klage im Sommer vor 4 Jahren auf den Schwindel aufmerksam. Dies, nachdem ihn ein Bekannter auf Irregularitäten bei sich selbst hingewiesen hatte.

Anfänglich kam es zu Gesprächen, welche der Russe als gut und fair empfand. Doch eines Tages, als er die Bank in Luxemburg aufsuchte, wo sich der Fall abspielte, landete er vor der Tür.

„Upon arrival at the Bank, instead of being escorted by a receptionist to a meeting room as usual, he was asked to wait in the corridor”, steht in der Klage der Anwälte des Russen.

Russe v Rothschild (Klage, Supreme Court New York)

“L. showed up and took him to the street. There she gave (Bogdanchikov) the latest account statements and said that according to a specific order from the head of the (Edmond de Rothschild) Swiss parent Bank (Ariane de Rothschild) and the Bank’s lawyers Arendt & Medernach, he is no longer welcome at the Bank and that the Bank’s officers are prohibited from meeting with him.“

„From now on he can only receive account statements outside of the Bank or electronically.”

Das muss den Russen besonders getroffen haben. “So, after being defrauded of tens of millions of dollars Sergei Bogdanchikov was kicked out of the bank in a humiliating manner.”

Eine entscheidende Rolle habe der Rothschild-Kundenberater gespielt. Dieser sei plötzlich verschwunden, als Bogdanchikov Zweifel gekommen waren. Später hiess es von Seiten der Edmond de Rothschild, der Mann arbeite nicht mehr bei der Bank.

Recherchen der Kläger hätten ergeben, dass der Rothschild-Berater unter anderem über US-Partner das Geld des Russen veruntreut hätte.

Deshalb die frische Klage in New York, nachdem Bogdanchikov mit seinen bisherigen juristischen Vorstössen in Luxemburg und in Genf nicht weit gekommen war.

In der Schweiz entschieden zwei Instanzen beteits gegen den Russen. Der ist nun vor Bundesgericht gegangen.

Für die Edmond de Rothschild ist Sergei Bogdanchikov ein harter Widersacher. Dessen Effort – mit umfassenden Klagen, teuren Anwälten, schlagfertiger PR-Crew – zeigt, dass es ihm ernst ist.

Kommentare

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  1. Das hat nichts mit hocharbeiten zu tun. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort um richtig zuzugreifen ist wohl die bessere Aussage. Und jetzt wollte ihm selber jemand etwas wegnehmen oder bei seinem Spiel nicht mehr mitmachen.

  2. Gerichte und Richter schützen Kapital, Eigentum, Investitionen, Profite, Renditen aber eben, nicht von jedem. Es wird auch kaum jemals das gleiche von abhängig Beschäftigten durch diese Justizia geschützt, mehr noch weil immer mehr Haushalte verschuldet sind und somit die Kreditgeber geschützt werden müssen. Investitionen werden auch bei den Pensionskassen hervorragend geschützt, immerhin verwalten diese ein Vermögen aller PK von 1.1. Billionen Sfr. , aber auch hier gelten die abhängig Beschäftigten nicht als Eigentümer und müssen sich mit permanent sinkenden Leistungen abgeben.

  3. Ironisch der arme Russe hat sich mit trickreichen vertraegen und konstrukten hochgearbeitet und jetzt wurde er mit trickreichen vertraegen und konstrukten wieder niedergearbeitet. Ich nenn dies einfach karma.

  4. Man möge sich einfach der Tatsache gegenüberstellen, dass Russland bis 1985 „keinen“ Privatbesitz kannte…..
    Als dann Glasnost durch Michail Gorbatschow in der Sowjetunion eingeleitet wurde, war das der Start zum beispiellosen Raubzug der bis heute noch anhält!
    Aber tausende Menschen wurden bei diesen Raubzügen auf das Staatseigentum umgebracht…..
    Alle diese heutigen Oligarchen aus dieser Zeit sind voller Blut an ihren Händen…..

    Es verschwanden nicht Milliarden, es verschwand Billionen an Sachwerten in den Besitz in die Taschen genau dieser Oligarchen…..

    im Buch „The Steel Barons“ wird ein ganz kleiner Teil von Diebstahl an Staatseigentum beschrieben…..

    • Jelzin machte dann den Fehler, Staatsaktien der Grossindustrie (zB Norilsk) an die Bevölkerung zu verteilen, gratis. Die Einen verkauften sofort für zB ein Paar Bally Schuhe oder Wodka
      …, die Anderen sammelten für wenig Geld viele Aktien, ich könnte Namen nennen, bis sie ein Unternehmen für einen Appel und ein Ei beherrschten. Ein Hauptdirektor im Handelsministerium Gosnab in Moskau verdiente 1989 etwa 600 Franken im Monat. Es gab auch zahlreiche Fälle, wo der Käufer die Pistole auf den Konferenztisch legte und mitteile, er sei gekommen, um die Firma zu übernehmen. Alles selber mit- und überlebt.

  5. Sergei Bogdanchikov heisst der Russe, der durch geschickte Deals vermögend geworden war….
    Ha, Ha, „vermögend geworden durch geschickte Deals“. Der ist gut!!!
    Als Compliance-Officer würde ich dies anders ausdrücken. Mich wundert es eher, dass diese Person, bzw. seine Anlagevehikel, bei der Rothschild überhaupt je als Kunde akzeptiert wurde. Und wenn schon, hätte ich ihm spätestens im Jahr 2008 eine Kündigung seiner Beziehungen nahegelegt.

    • Nicht vergessen, die Protagonisten waren oft dem alten Testament nahestehend. Beispiel: Ein Oel-Direktor aus Baku konnte unbeachtet mit der Familie nach NYC ‚auswandern‘, nachdem er einen beachtlichen Betrag an ein Spital in Tel-Aviv überweisen liess. Seine Adresse: Park Avenue, komplett ausstaffiertes Apartment, als er eintraf.

  6. Lange zeit dachte ich, Rothschild sei ein Mythos.
    Mein Freund der Ire redete immer über die Rothschilds und Rockefellers als Mitglieder einer noch mysteriöseren NGO die Regierungen regiert.
    Wenigestens habe ich heute gelernt, dass Rothschild kein Mythos ist, sondern lebt.
    Ob die Angelegenheit demnächst als Krimi in die Kinos kommt und ein Blockbuster wird?

    • Ja man lernt nie aus. Und wenn du die Wahrheit über das Coronavirus erfährst, denkst du plötzlich die Verschwörungstheoretiker sind doch nicht so dumm. Aber jeden Tag wird einer mehr erwachen…

  7. Diese Geldfamilie steht über den irdischen Gerichtbarkeiten und Regierungen.
    Mein Beileid an den Russen, aber vor keinem Gericht der Welt kann er in diesem Fall Gerechtigkeit erhalten, denn man kenn jeden Richter mit einer unbegrenzt druckbaren Zahl erkaufen.

  8. Wer sich mit Wölfen, oder dem Teufel ins Bett begibt, darf sich am nächsten Morgen nicht wundern, wenn ihm eine Extremität fehlt.
    Niemand steht höher auf Erden, also über dem Geld, ausser dieser netten Familie, die über Krieg und Frieden, oder den Micro-Chip via Grundnahrungsmittel, für uns bestimmt.
    Amen.

  9. „Letzte Woche reichte ein vermögender Russe, der sich aus einfachsten Verhältnissen an die Spitze des nationalen Rohstoffmultis Rosneft hochgearbeitet hatte.“
    Ach, wie niedlich, diese aus dem Nichts reich gewordenen Russen.
    Kurze Frage: die Bank hat ihren Sitz in Genf, der Kunde war Kunde in der Schweiz. Warum fühlt sich ein US-Gericht nun für den Fall zuständig? Läuft die globale Gelderpressungsmaschinerie des absurden US-Rechtssystem nun ganz offiziell ausser Ruder?

    • Mein, aber in der Schweiz leidet die Staatsanwaltschaft unter US-Gehörigkeit lieber auf Standby, im Berjährungs-Modus 🙃👍😉

  10. Central banks and bankers robbing the poor and favouring the rich whilst destroying the economy and the currency have been the norm in history rather than the exception. Thomas Jefferson was not a friend of fraudsters.
    Mayer Amsel Rothschild’s (1744-1812) words:

    “Permit me to issue and control the money of a nation and I care not who makes the laws.”

    Than one could buy all the worldwide governments.
    ===

    “The central bank is an institution of the most deadly hostility existing against the Principles and form of our Constitution. I am an Enemy to all banks discounting bills, or notes for anything but Coin. If the American People allow private banks to control the issuance of their currency, first by inflation and then by deflation, the banks and corporations that will grow up around them will deprive the People of all their Property until their Children will wake up homeless on the continent their Fathers conquered.”

    – Thomas Jefferson. (1743-1826).

    • Bitte diesen Text im Original an Thomas Jordan senden. Er versteht Englisch.
      Ob er auch den Inhalt versteht wage ich zu bezweifeln…….

      Danke im voraus.

      A-Post ist ausreichend, aber mit CHF 1.00 frankieren.

  11. Von den beiden Gerichten in der Schweiz kann man nichts anderes erwarten, und auch das Bundesgericht dürfte kaum für den Russen entscheiden.
    Schon mehrmals wurde darauf hingewiesen, dass auch die Schweizer Regierung und ihre Justiz durch das Falschgeldsystem der Bankiers finanziert wird, und sich somit nie gegen die Bankiers entscheiden wird. Der Russe sitzt (wie üblicherweise alle anderen auch) am kürzeren Hebel.

    Wer den Bankern sein Vermögen anvertraut wird ausgenommen. Banken sind nicht der Ort, wo man Vermögen aufbewahren sollte. Die Geier sind gefrässig. Leider dauert sehr lange bis die Menschen dies realisieren.

    Kann man von einem Rothschild etwas anderes erwarten, ausser Abzockerei oder Betrug ??

    • Ja, aber wie komme ich an meinen Lohn, ohne Bankverbindung? Wie soll ich die Miete zahlen, wenn die Banken die Weiterleitung von Bargeld verweigern (ausser der Postfinance inzwischen alle hier in der Nähe).

      Wenn überall Kryptowährungen akzeptiert werden, am Besten anonyme, wie Monero, und wir den Staatszugriff und die Staatskontrolle verhindern, dann brauchten wir die Banken nicht mehr. Aber so lange wir nicht überall mit anonymen Kryptowährungen zhalen können, sind wir gezwungen, Banken zu benutzen. 🙁

  12. Wen der Fall vor der CH Bundesanwaltschaft landete, half der ehemalige Arbeitsverweigerer sicher beim verjähren lassen.

  13. Sergei Bogdanchikov soll sich aus einfachsten Verhältnissen an die Spitze des nationalen Rohstoffmultis Rosneft „hochgearbeitet“ haben – ich kriege gleich eunen Lachanfall.

    Bei diesem Herrn handelt es sich um einen Oligarchen und Erfüllungsgehilfen aus Putins Kleptokratie. Zur Erinnerung: es war Bogdanchikov, der der Verhaftung von Chodorkovski erwirkte und auftragsgemäss dessen Gasimperium in Rosneft einverleibte.

    Inzwischen ist er allerdings – so wie manch anderer von Putin – im Rahmen von Vasallenkämpfen – aus dem innersten Kreis der dem Kreml nahen herausgedrängt worden.

    Dieser Mann verdient mit Sicherheit nicht unser Mitleid!

    • Sorry, aber der Kleptomane Chodorkovski wurde nachweislich und rechtlich wegen Steuerhinterziehung und Bribary verurteilt.
      Trotzdem haben Schweizer Banken ungestraft bei der Vermögens-Verschwindung mitgeholfen.
      Kennen Sie einen anderen Gerichtsfall, wo solche privaten Znverteiler jemals zur Kasse, oder vor ein Gericht kamen?
      Ich nicht, also Ball lieber flach halten, wenn man selber offenbar korrupte Bundesrichter hat.

  14. Ich liebe Geschichten von Multimillionär-Russen, welche sich aus den einfachsten Verhältnissen „hochgearbeitet“ haben. Vor allem, wenn Sie Ihr Geld nach erlangtem Reichtum nicht bei Mütterchen Russland liessen, sondern mit dubiosen Konstrukten in den Westen brachten. Selber Schuld, wer dann noch IB Scharlatane und Steuer-konstrukt-Bastlern vertraut.

    Herr Hässigs Anteilnahme ist hier glaube ich Fehl am Platz.

    • Ich kenne doch reiche RUssen die nicht Oligarchen oder Kriminelle (oder Politiker) sind. Es gibt solche Menschen.

  15. Das Geschäftsgebaren Genfer Privatbanken müsste inzwischen allen bekannt sein. Als Kunde ist man herzlich willkommen, so lange man die teuren Inhouse-Produkten und -Services bezieht und die Schnauze hält. Popt aber das erste Problem auf, das not bene durchaus von der Bank oder einer seiner Mitarbeiter verursacht worden ist, wird der vormals umgarnte Klient rüde der Türe verwiesen. Kriminelle Mitarbeiter werden teilwiese entlassen oder, wenn sie über die Machenschaften der Bank zu viel wissen, auf ein weiterhin gut bezahltes Pöstchen in den Hintergrund verschoben, seltener angezeigt und die Bank behauptet IMMER, dass ihre internen (Risiko-)Prozesse tadellos funktionieren und man sicher keiner Schuld bewusst ist. Die allerwenigstens Fälle kommen auch an die Öffentlichkeit – dazu braucht es dann schon eine grössere Deliktsumme und sehr streitbare Ex-Kunden.
    Man fragt sich natürlich schon, warum ein UHNWI ein grosser Teil seines Vermögens Mal einfach so einer Bank anvertraut und erst Jahre später rausfindet, dass er über den Tisch gezogen wurde. Überhöhte Gebühren sind ja auch von Anfang an bekannt.

  16. Der Markt ist für alle gleich:

    Von 2003 bis 2007 Investition in DAX- oder MDAX-ETF bzw. die jeweiligen Einzelwerte mit stabilem Aufwärtstrend darin, ab 2009 dasselbe per Nasdaq 100 – ETF.

  17. …. Aktensushändigung nur noch auf der Strasse…..

    Wenn das Schule macht bekommen die Suppenküchen bald ernsthafte Konkurrenz!

    Vermutlich und wahrscheinlich in zukunft:
    😳 Nach Erhalt des Depotauszuges Anstehen bei der Suppenküche 🤔

    • Rothschild ist das traurigste Kapitel der Weltfinanzgeschichte, und wo wir schon dabei sind, fügen Sie die Warburgs hinzu, die wären heute eine Globalbank wenn die Deutschen den von den Warburgs mitfinanzierten 1. Weltkrieg gewonnen hätten (Albert Ballin, Tirpitz), nachzulesen bei Ron Chernow, die Warburgs, bei der Lektüre kommt noch einiges mehr ans Licht.

  18. Den Niedergang des diskreten Swiss Banking beschleunigt nicht nur das regulatorische Umfeld, wo Schlaumeiereien wie Hinterziehung und Betrug etc weniger und weniger Akzeptanz finden. Mindestens so wichtig ist der Umstand, dass die dankbaren Geldwäscher der 70er und 80er immerhin an ihrer nach aussen weissen Weste interessiert waren. Heute haben sogar viele Vorsitzende der Regierungen keine weisse Weste mehr, deshalb steht die Schlammschlacht, die den Dreck, der von einem Mäntelchen professioneller Disktretion umhüllt wurde, erst noch bevor.