UBS Rekordzahlen – aber in Schweiz Absturz

Einbruch im Heimmarkt nach riesigem Betrugs-Abschreiber. Bank schenkt zu Ermottis Abschied allen einen Wochenlohn.

Sergio Ermottis Zeit bei der UBS endet mit einem guten Quartalsergebnis. In allen Bereichen stiegen die Gewinne von Juli bis Ende September. Ausser in einem: in der Schweiz.

Ausgerechnet da, wo die UBS die führende Macht ist, harzt es. Unter Divisionsleiter Axel Lehmann kommt die Grossbank nicht vom Fleck. Minus 13 Prozent im Gewinn-Vorjahresvergleich.

Tausende Mitarbeiter in der Schweiz erhalten trotzdem alle ein Zückerchen, zusammen mit vielen weiteren weltweit. Sie kriegen für ihre Covid-Anstrengungen einen Wochenlohn geschenkt.

Dafür legt die UBS 30 Millionen zur Seite. Würde im Schnitt bezogen auf die rund 65’000 Angestellten 500 Franken pro UBS-Mitarbeiter machen.

In der Schweiz erhalten die Angestellten mehr. Verdient jemand 10’000 Franken monatlich, dann sind es 2’500 Franken als einmaliger Zustupf.

Das Geschenk geht nur an Mitarbeitende „bis zu bestimmten Rangstufen“, und zwar als „Wertschätzung für ihren besonderen Einsatz in diesem schwierigen Jahr und angesichts der Tatsache, dass die Pandemie mitunter unerwartete finanzielle Auswirkungen hat“.

Ermotti verabschiedet sich mit dieser Geste bei den Leuten. Das dürfte gut ankommen, weil das Wochengeschenk vor allem den Unteren in der Hierarchie hilft.

Doch auch die Oben müssen nicht darben. Deren Bonusprogramme werden zu ihren Gunsten angepasst.

Die „Verfallsbedingungen bestimmter ausstehender aufgeschobener Vergütungen für berechtigte Mitarbeitende“ würden angepasst, „um in dieser von Unsicherheit geprägten Zeit grössere berufliche Flexibilität zu ermöglichen“, meldete heute früh der Finanzmulti.

Demnach kommen alle „freiwillig ausscheidende Mitarbeitende mit Ausnahme von Mitgliedern der Konzernleitung“ in den Genuss dieser Anpassung.

Sie bedeutet: Die zurückbehaltenen Boni werden zum Teil freigegeben, obwohl jene, die selber kündigen, kein Anrecht darauf hätten.

Je höher der zurückbehaltene Bonus, desto stärker der Profit von dieser Sonderaktion. Für Managing Directors vorgezogene Weihnachten.

54 Mio. Betrugs-Verlust: Wie geht das? (UBS, IP)

Im Geschäft frohlockt die Bank. Im dritten Quartal lag der Gewinn bei 2,1 Milliarden Dollar, das sei der beste Vorsteuergewinn eines dritten Quartals „seit zehn Jahren“.

Plus 18 Prozent im Vorjahresvergleich gab es in der globalen Vermögensverwaltung, plus 495 (!) Prozent im Asset Management, plus 268 Prozent in der Investmentbank.

Die irrwitzigen Sprünge in den zwei letztgenannten Divisionen hängen teilweise mit Sondergewinnen zusammen.

Selbst dann steht der Bereich UBS Schweiz im Schilf. Mit minus 13 Prozent ist er der Ausreisser nach unten.

Für Bereichschef Axel Lehmann wird das zum Problem. Auch wenn die UBS heute den Einbruch mit faulen Krediten im Inlandgeschäft und einem grossen Betrugsfall zu begründen versucht.

„Hauptgrund für den Rückgang des Vorsteuergewinns waren Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von CHF 84 Millionen, wovon CHF 65 Millionen Wertberichtigungen auf Positionen der Stufe 3 waren.“

„Davon wiederum entfielen CHF 54 Millionen auf einen Betrugsfall bei einer in der Rohstoffhandelsfinanzierung tätigen Gegenpartei, von dem mehrere Gläubiger, einschliesslich UBS, betroffen waren.“

Der noch offene Kreditbetrag sei nun nur noch „minimal“. Und doch: Wie kann die UBS im Inland mit einem einzigen Kunden 54 Millionen verlieren?

Kommentare

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  1. Wurde dieser Artikel von einem serbischen Journalisten oder Korrektoren editiert („aber in Schweiz Absturz“) ?

  2. Dieses Geschenk an die Mitarbeitenden ist ein Danaer-Geschenk. ZKB-CEO Martin Scholl vor 2 Tagen im BLICK: «Allerdings gibt es auf den Spargeldern keine Zinsen und damit keine Rendite mehr. Dementsprechend stark fallen die Gebühren ins Gewicht.» – Die UBS verlangt Gebühren und hebt Negativzinsen ein. Mit dem Erlös bezahlt sie dieses Geschenk, nebst 18 Mrd. Dividenden an die Aktionäre und 14 Mia. an Bussgelder und Anwaltskosten. Um Schadenersatz in der Höhe von 5 Mia wird in Frankreich diskutiert. Worin besondere Leistungen der UBS-Bankers gegenüber anderen Bankers oder gar anderen Berufen erbracht worden sein sollen, wird nicht begründet. Dann ist das Geschenk unbegründet und die Bankgebühren sind zu hoch.

  3. Leute wacht auf!
    Es war ganz klar dass Ermotti enormen Druck auf eine gutes Quartalsresultat machte….. Im Gegenzug hauten die UBS Dealer schon mal die SWISS RE runter!
    Ihr werdet Euch noch die Augen reiben, wie stark der Boni der Oberen Sesselkleber angehoben wird, Punkt.

  4. Sorry, hab‘ da wohl etwas verpasst. Welche Einbussen mussten die UBS-Angestellten denn dieses Jahr hinnehmen oder welchen besonderen Anstrengungen waren sie denn ausgesetzt, die einen „Corona-Bonus“ rechtfertigen? Homeoffice bedeutet doch wohl eher weniger Kosten für die Angestellten, oder? Gehört es nun einfach zum Jahr 2020, dass allen überall extra Gratis-Geld verteilt wird? Hofft man, so das gewünschte Inflationsziel quasi mit vereinten Kräften endlich zu erreichen?

    • kann ich dir sagen. weil ich als bankangestellte und mein mann als bauarbeiter während des lockdowns arbeiten mussten, weil der bundesrat dies so entschieden hat und die schulen geschlossen waren musste ich eine nanny bezahlen. alles klar?

    • @vale – Das ist aber klagen auf einem extrem hohen Niveau! Sei froh, dass du und dein Mann eine Arbeit hatten und damit ein geregeltes Einkommen. Sehr vielen ist es nicht so gut ergangen – während dieser Corona-Krise!
      Im 4. Quartal werdet ihr ja einen neuen UBS Boss haben! Der wird als erste Aktivität den Quartalserfolg tief halten oder sogar Verlust schreiben lassen! Nur so wird der Holländer irgendwann positiv in Erscheinung treten könne. Ob dann mit einem Verlust im 4. Quartal immer noch so kleine Geschenke an Mitarbeiter gehen – wird sich erst noch weisen müssen!
      Ich habe gelernt der UBS Führung nicht mehr zu trauen! Ich bin vor 6 Jahren in einer massiven Entlassungswelle vor die Tür gestellt worden. Das Ziel war damals den Mitarbeiterbestand auf 50’-55’000 zu drücken. Heute sind wir bei über 70’000! Die UBS hat ein massives Kostenproblem, das Ermotti leider nie auch nur ansatzweise gelöst hat. Viel Spass an euch UBSler. Ich gönne euch diesen Wochenlohn – hoffe nur, dass ihr ihn auch tatsächlich ausbezahlt bekommt!

  5. Wann wird der 2. Teil der UBS Dividende ausbezahlt ? Es hiess, dass dies im Herbst 2020 geschehen wird. Jetzt höft man nichts mehr davon ? Die Mitarbeiter so grosszügig zu beschenken ist ja gut und recht aber die Eigentümer der Bank (nämlich die Aktionäre) sollte man nicht vergessen. Diese Aktionäre darben seit Jahren auf dem UBS Kurs.

  6. Wann wandert der Wanderpokal Axel L. wohl weiter?
    Er soll sich’s doch gemütlich machen mit seinen Millionen, die er seit längerem „überchunnt“; nicht – verdient.

  7. Wie kann die UBS im Inland mit einem einzigen Kunden 54 Millionen verlieren?
    Gibt’s da genauere Informationen zu diesem „Einzelfall“…?

    • Man könnte meinen, der “Experte” Hässig hätte eine Shortposition auf die UBS-Aktie… Wieder Mal ein “ganz toller” Stänkererbeitrag. Schwach.

  8. Die UBS-Buchhaltung ist ganz einfach:

    54-Millionen-Verlust im Inlands-Betrug, ergibt
    30-Millionen-Giesskannenbonis für die Angestellten.

    Das passt bestens zur BIZ- Algebra Basel 4.

    • Der Zeitpunkt wird kommen, wo die UBS wieder beim Staat betteln kommt. Ermotti war kein High Flyer.

  9. Cool! Endlich erhalten die unteren Chargen auch mal was extra. Und sind wir ehrlich: 30 Mio. holen die UBS aus der Portokasse. Noch besser wäre es allerdings, wenn sie die „normalen“ ü50 Leute weiterbeschäftigen würden und Abwicklungszentren nicht fast nach Deutschland verschieben, sondern den bisherigen MA die Chance auf den Arbeitsplatz erhalten.

  10. No shame in getting caught be fraud in the commodity finance sector, it always exists and usually only gets discovered during times of economic or market stress.

    Tiny margins on very large sums mean that fraud is almost inevitable, often to hide losses but sometimes just due to greed.

  11. Freut mich für die mitarbeiter, will jedoch gar nicht wissen, was hier noch alles an window dressing betrieben wurde, damit der erfolg ja nicht beim hamers eintritt und der abgangsbonus noch maximiert werden kann;)
    Die leichen kann dann hamers bestatten…

  12. Es wird weiterhin gemauschelt und mit falschen Karten gespielt wie immer. Die Folgen der jetzigen Tricks muss der nächste CEO ausbaden. Und die Boni fliessen masslos weiter.

  13. Eine schöne Geste – trotzdem werden wir bis heute Abend genug Negatives in der Kommentarspalte finden, denn warum sollte man was Positives sagen? Ein Tropfen auf den heissen Stein denke ich macht das Rennen an Floskeln am Ende.

  14. Die 661 angestellten UBS Einkommensmillionäre verdienen im Schnitt 31’000 Franken – pro Woche.
    Die CS gönnt sich sogar 1444 Einkommensmillionäre. Ist schliesslich auch die bessere Bank.
    Da kann man sich beim Fussvolk schon mal grosszügig zeigen. Just for the Show.