PWC sieht „Bilanz“-Story mit 108’000 Fr. Werbewert

Artikel zu Treuhandbranche mit Ranking, in dem die Nr. 1 obenaus schwingt, bringt mehr als jede Annonce. Journalismus, 2020.

Das Hochglanzmagazin „Bilanz“ kostet 14 Franken am Kiosk. Dafür erhielt der Käufer in der letzten Ausgabe 180 Seiten.

Eine der langen Stories drehte sich um die Treuhand-Branche im Land. „In treuen Händen“, lautet der Titel. Darunter die Fragestellung, wie man „unter all den kleinen und grossen für sich den richtigen“ Treuhänder finden würde.

Im Anschluss an 6 Seiten zum Thema folgt die „Methodik“: „So haben BILANZ und Statista die besten Steuerexperten und Treuhänder der Schweiz ermittelt.“

Es folgen 7 Seiten mit den „Siegern“, unterteilt in verschiedene Kategorien wie: „Universal-Anbieter“, „Boutiquen und Spezialisten“, „Top-Steuerexperten in Rechtsanwaltskanzleien“, you name it.

And The Winner Is: PWC (Bilanz, IP)

Für die grossen Berater, Revisoren und Treuhandfirmen ein entscheidender Moment. Hier, im Ranking, müssen sie obsiegen.

Wozu sonst soll der Kunde ihre stolzen Preise zahlen?

Tatsächlich machen dann auch die Big 4 in den entscheidenden Kategorien das Rennen unter sich aus. PWC vor BDO, EY, KPMG und Deloitte lautet das Ergebnis bei den „Universal-Anbietern“.

Die Überraschung ist der 2. Platz für die BDO, die schon lange zu den vier Grossen aufschliessen möchte. Ansonsten wie erwartet.

Die PWC holt sich zudem in den „Fachgebieten“ die Bestnote. 5 Sterne bei „Controlling&Reporting“, „Geschäftsplanung&Budgetierung“, „Corporate Governance“, „Internationales Steuerrecht“ und weiteren.

Story statt Werbung – ist billiger (IP)

Die Auszeichnungen führten bei der PWC wohl zu aufgeräumter Stimmung. Intern ging jedenfalls um, dass der Wert des Rankings in der Bilanz 107’900 Franken betrage.

Die Zahl stammt laut einem Sprecher von einer spezialisierten Agentur, die den Effekt von Positiv-Stories in Werbe-Franken umrechnet.

Mit anderen Worten geht man in der Branche davon aus, dass die grösste Schweizer Beraterin derart teure Werbung schalten müsste, um den gleichen Effekt zu erzielen wie mit der Story und dem Top-Ranking.

Ein Artikel mit Höchstnoten? Cool, macht 108’000 Franken, die wir uns sparen können.

So das Fazit aus Sicht der PWC. Mehr kann man sich von einem Zeitungsbericht fast nicht erhoffen.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Die BILANZ war mal ein tolles Wirtschaftsmagazin. Heute ist es eher eine Art Lifestyle-Magazin. Vollbepackt mit Werbung und vielen Beiträgen, die man in jedem besseren KMU Magazin lesen kann. Scheint aber zu funktionieren.

    PWC muss diesen Wert natürlich hoch ansetzen, obwohl der Wert gar nicht hoch ist, denn die Verantwortlichen müssen schliesslich Erfolge aufzeigen.

  2. Wo ist da jetzt der Nachrichtenwert? „Firma freut sich über positives Resultat im Vergleichstest“ ist jedenfalls keine Nachricht, und sonst stand im Artikel eigentlich nichts.

  3. Was hier und bei PWC nicht berücksichtigt wird: Wie solche Schmieren-‚Recherchen‘ auf den aufgeklärten Leser wirken muss: Kontraproduktiv. So wie eigentlich jede einfältige Werbung.

  4. Solche Rankings sind sehr sehr mit Vorsicht zu geniessen. Bilanz ist ein Ringier Verlag, und von Ringier ist bekannt, dass so gut wie alles was in seinen Zeitungen und Zeitschriften erscheint bezahlte PR ist, oder Freundschaftsdienst aufgrund von Beziehungen. Oder warum schreibt Blick wohl von Morgen bis am Abend aus allen Rohren die Corona Katastrophe herbei? Naiv, wie ich war, habe ich vor einiger Zeit dem zuständigen Sonntagsblickredaktor ein eben fertig gewordenes, natürlich geniales, Buch von mir übermittelt, weil es in eine Rubrik des Sonntagsblick zu wissenschaftlichen Themen passte, und, zugegeben, weil ich mir ein Bisschen Werbung erhoffte. Ich habe nicht einmal eine Antwort erhalten. Über Roger Federer wird praktisch täglich in höchsten Tönen geschrieben, obwohl er nichts anderes tut, als einen Ball übers Netz zu schlagen.

  5. Wer zahlt, hat das Sagen.

    Steuerzahler zahlt, hat nichts zu sagen. Ist da was falsch? Nein. Direkte Demokratie alla Herrliberg. Steht mir zu!!!

    Wie Ueli der Knecht, der Wendehals: Polizeistaat setzt Maskenpflicht mit Bussen durch. Maske und Maulkorb im Freien. Schweizer Freiheit. Ein Traum.

    Die Auszeichnungen führten bei der PWC wohl zu aufgeräumter Stimmung. Intern ging jedenfalls um, dass der Wert des Rankings in der Bilanz 107’900 Franken betrage.

    Die Zahl stammt laut einem Sprecher von einer spezialisierten Agentur, die den Effekt von Positiv-Stories in Werbe-Franken umrechnet.

    Mensch werden wir mit offene Augen, denn das Maul ist ja schon zu halten, vorgeführt. Wohin führt das? Die Wahrheit wird uns frei machen.

  6. Ja, Herr Hässig, es gibt auch Medien, die FÜR DIE GESELLSCHAFT offenbar einen Wert schaffen!

    Im Gegensatz zu IP, wo das einzige Ziel ist, den Wert VON ANDEREN zu zerstören (und gleichzeitig den EIGENEN Wert mit Clicks auf fragwürdige Artikel zu erhöhen).

    • und damit meinen sie die Bilanz? oder die weltwoche? wtf…

      geht doch glanz und gloria oder sonntalk kuckn max, dann tuts deinen beiden hirnzellen auch nicht so weh.

  7. Bilanz war einmal etwas Wert. Heute 14 Sfr. Um zu lesen, dass Pwc die beste ist? Ach, man kann besser diese 14 Sfr. Verschwenden, zum Beispiel, wie wäre mitfinanzierung von Internet für Kindern im Not in diesem Land ? Auch alleinstehende Mutter…viel, viel mehr Wert und etwas für Gesellschaft getan…wenig wirkt auch…😉

    • 14 Sfr für dieses Werbeblatt ist Abzocke, Preis Leistung stimmt nicht. Käseblatt, max 4.90 wert..

  8. PWC – Peinliche Wertvernichtungs Corporation…
    Seitdem die PWC beim der Nachlassstundung eines ehemaligen Arbeitgebers als eingesetzte Nachlassverwalterin auch die letzte Tipse mit 5000 Stutz Tagessatz verrechnet hat und so nach wenigen Monaten zulasten der Gläubiger über 1.85 Millionen an Honoraren verbrannt hat, ist diese Bude für mich gestorben. Der Konkurs konnte nicht abgewendet werden, die PWC wurde damals angesichts der „Nicht-Leistung für viel Geld“ von der Gläubigerversammlung mit Schimpf und Schande zum Teufel gejagt. Soviel zu der Kompetenz von PWC…und dem Wert solcher Rankings…

  9. Paid posts? Jedenfalls die Lachnummer des Jahres. Die Big 4 in der Krise, aber die Hochglanz-Bilanz macht auf Hofberichterstattung.

    Wers glaubt …

  10. Das sind doch die immer gleichen Revisoren, die all die krummen Geschäfte bei Raiffeisen, Post, VBS, CS, UBS, Bär,Unispital und Unzähligen mehr revidieren und absegnen. Bananenrepublik der übelsten Sorte.