VP Bank prüft Outsourcing der IT

Nummer 3 im Ländle verspricht hohe Gewinne und muss nun Kosten sparen. 40 bis 80 Leute könnten anderswo landen.

Paul Arni hat mit der VP Bank Grosses vor. Er, der von CS über Julius Bär und Deutsche Bank Schweiz im Fürstentum gelandet ist, verspricht den Eigentümern der VP stolze Gewinne.

Dafür will Arni die Bank neu aufstellen. Strategie 2025 lautet sein Projekt dafür. Insbesondere jener Teil, der bei allen Banken ins Gewicht fällt, ist nun auf dem Prüfstand gelandet: die Informatik.

Geprüft wird, ob die ganze IT an einen Dritten ausgelagert werden soll. Auf dem Spiel stehen 40 bis 80 Arbeitsplätze, viele Stelleninhaber sind 45 oder älter.

Die Swisscom oder eine andere Anbieterin, die Inventx, sind laut einem Insider im Rennen, den grossen IT-Auftrag der VP Bank an Land zu ziehen.

Innerhalb der VP Bank hat das Projekt grosse Unruhe ausgelöst. CEO Arni und seine Kollegen in der Geschäftsleitung versuchten jüngst, mit einer Informations-Offensive Gegensteuer zu geben.

Das gelang nicht. Das Projekt mit der Auslagerung der IT scheint schon zu weit fortgeschritten zu sein. Die Betroffenen sind entsprechend nervös.

Operation Wogen glätten (VP)

Laut dem Insider sollen die Würfel in Kürze fallen. Der Verwaltungsrat würde noch im Dezember entscheiden, meint die Auskunftsperson.

„Unsere zukünftige IT-Plattform stellt einen zentralen Pfeiler der Strategie 2026 dar und bildet das Fundament für die Entwicklung künftiger Finanzdienstleistungen“, sagte ein Sprecher der VP Bank auf Anfrage.

„Sie ist die Grundlage für die weitere Digitalisierung unserer Dienstleistungen und Angebote sowie für die Skalierung unserer operativen Geschäftsprozesse.“

„Die künftige IT-Plattform der VP Bank soll dabei auch die Integration von FinTech Lösungen und Kollaborationen ermöglichen.“

Im Personal macht eine simple Überlegung die Runde. Weil Arni und seine Mitstreiter den Besitzern mit ihrer Zukunfts-Strategie 100 Millionen Gewinn im Jahr versprochen hätten, müssten sie scharf auf die Kostenbremse stehen.

Die Zeche zahlten die Leute im Backoffice – als Erste die Informatiker. Sie müssten nach einer Auslagerung zu einem Dritten selber schauen, was sie noch an Lohn und Leistungen kriegten.

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Kommentare

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  1. Swiss Life hat Dutzende ü50 entlassen. Outsourcing an Inventx mit Hinweis, dass alles günstiger werde. In Wahrheit wurde es viel teurer. Dafür hat man langjährige Mitarbeiter entsorgt und das HR der Swiss Life unterstützt jede Entlassung von ü50 Mitarbeitern!

    • Ja, genau das kommt bei Querdenkern raus. Nur weil der Kurs schwach ist, heisst es nicht dass eine Firma keinen nachhaltigen Wert hat und umgekehrt.

      Joe, nimm Deinen Aluhut ab und wach auf oder einfach geistig weiter schlafen

  2. Es ist offensichtlich und das gute Recht eines Betriebes, Einsparmöglichkeiten zu prüfen und wenn es Sinn hat, dann auch umzusetzen.

    Da die Vergangenheit, Gegenwart aber vor allem auch die Zukunft von Finanzdienstleistern durch digitale Technologien bestimmt wird, gilt es Einsparungen und Wachstumsziele nicht BEI der IT durchzuführen, sondern MIT der IT.

    Hierbei ist zu berücksichtigen, ob die VP Bank die erforderlichen Kompetenzen in erforderlichem Masse selbst anstellen kann oder hat (u.a. Aufbau eigener IT-Kompetenzen im Privatebanking als Treiber und nicht getriebener des Wandels). Andernfalls müssen sich die betroffenen Bereiche und Mitarbeiter Gedanken auch darüber machen, ob sie wirklich die Kompetenzen haben um die Bank vorwärts zu bringen und nicht nur auf einem zurückfallenden Status Quo zu halten.

    Das bedeutet aber nicht zwingend, diese auch besitzen zu müssen. Es bedarf einer strategischen Partnerschaft um den modernen Herausforderungen zu entgegnen aber auch daraus zukünftiges Wachstum zu formulieren.

    Die durchaus sehr spannende Strategie der VP Bank lässt keine andere Deutung zu, als dass moderne Technologie die Wachstumspläne zum Teil nicht nur unterstützt sondern auch erst ermöglicht. Eine Auslagerung DER IT ohne strategisch „wachstums-relevante“ Zusammenarbeiten ist somit sehr schwer vorstellbar. Ein „weiter so“ ebenfalls nicht.

  3. Hier ist was ein Voegelchen mir gezwitschert hat. Abbau von 30 Stellen hauptsaechlich die Alten (die Kosten am meisten), outsourcing an die Swisscom… Was fuer ein tolles Arni Weihnachtsgeschenk an die Betroffenen.

    Ach ja und an Arni und die Herren Verwaltungsraete, die werden sich im Gegenzug einen riesigen Bonus reinziehen auf Kosten der Informatiker. Mittlerweile wenn man die Swisscom anschaut und deren erbaermliche Leistung bezueglich Service… das Resultat wird sein Chaos und schlechter Service…

    Aber das wir ja den Arni nicht gross stoeren, garantiert wird der vor 2026 weg sein.. wenns drum geht ob das Ziel und grossmundigen Versprechen erreicht werden… NICHT.

  4. Besser nicht. In beiden Firmen sitzen Leute, die bereits in anderen Outsourcing Projekten nur Mehrkosten ohne Service Mehrwert geschaffen haben. Auch eine Leistung.

  5. Es ist immer wieder erstaunlich; da betont die GL wie wichtig die IT für ihre Bank ist (ohne diese würde keine Bank überleben) und gleichzeitig lagern sie eben diese für sie systemrelevanten Prozesse aus. Auch die VP Bank wird Lehrgeld zahlen; günstiger wird es bei gleichbleibender Qualität nicht.

  6. Das wird ein Rohrkrepierer sage ich voraus. Aber Arni ist nicht der grosse Reisser, sondern eher ein netter Verwalter.

    Outsourcing wird dazu führen, dass die Kosten explodieren. Die Internen waren aber offenbar nicht gut genug.

  7. Keine Bank hat ihre IT mehr im Griff. Aus Verzweiflung wird ausgelagert. Interessant wie all die Manager sich Knowhow zu komplexen Themen wie IT erlauben. Anfang vom Ende!

    • Was genau soll das heissen – keine Bank hat ihre IT mehr im Griff ? Vielmehr ist es doch so, das die Teppichetage meint, sich in der IT auszukennen, wenn sie mal gerade einen Rechner ohne Probleme angeschaltet bekommen.
      Die IT ist ein sehr sehr komplexes Feld und da kann man eigentlich nur froh sein, wenn man dieses KnowHow im Hause hat. Lagert man es aus, verliert man dieses KnowHow und macht sich von Dienstleistern abhängig. Was wenn die dann aufeinmal mit den Stundensätzen hochgehen, wenn sie das spezielle KnowHow verinnerlicht haben ?
      IT im Vergleich zu anderen Abteilungen erwirtschaftet direkt keinen Gewinn. Aber die Front soll mal versuchen, ihre Gewinne mit Zettel und Bleistift einzufahren. Dann merken sie mal, wie wertvoll die IT ist, was für Hilfsmittel ihnen die IT zur Verfügung stellt.

  8. Leider eine wiederkehrende Geschichte.
    Kenne beide Anbieter (Swisscom und Inventix) ziemlich gut.
    Die Manager die die Unterschrift geben, können rein aus fachliches Knowhow kein Vergleich ziehen zwischen In-Outsourcing Kosten. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen und die Verträge lesen Sie meistens nicht so genau durch. Ist auch nicht Ihr Geld was dabei verschwendet wird. Leider hab ich schon einige solche Übungen erlebt. Danach ist es immer teurer und niemand hat eine Ahnung wieso es teurer wird als gedacht.
    Es tut mir sehr Leid für die MA. Solche Managers sollte man entlassen. Solche Kostenreduktionen über Outsourcing oder Kündigungen benötigen kein Brain. Dies kann jeder 5. Klässler auch.
    Somit frag ich mich was diese Köpfe studiert haben? Wirtschaft? IT? oder einfach „wie schreibe ich eine mehr oder weniger gute Diplomarbeit ohne etwas dabei verstanden zu haben“?

    • Da hier kein zusätzlicher Inhalt mitgefügt ist, handelt es sich wohl um die Aussage betroffener, irritierter oder frustrierter Mitarbeiter. Aktuell oder schon gegangen.

      Ehrlich: Nach mehr als 10 Jahren Bankentransformation im Ländle und der Schweiz und auch Europa wecken solche Aussagen nicht mal mehr ein müdes Lächeln.
      Nicht einer Meinung zu sein bedeutet nicht, dass „der Andere“ unseriös ist.

      Ihr seid sicherlich „gestandene“ und gute Leute, achtet auf Eure mentale Gesundheit, lasst Euch von dem Wandel nicht runterziehen und nutzt diesen um Euch selbst zu prüfen, zu schärfen oder vorwärtsbringende Ideen einzubringen und damit einen positiven Beitrag zum Wandel einzubringen.

      .

  9. Die CH Banken (inkl. die LI) haben es leider vor Jahren verpasst ihre IT zusammen zu legen. Die UBS hätte z.B. ein Mandantenfähiges System. Leider hat das Management von jeder Bank die Angst, der Andere könne einen Franken mehr verdienen als man selbst. Nur schon die Kosten der Rechenzentren und der Backuprechenzentren sind riesig. Weniger aber grössere Rechenzentren, wären für alle Beteiligten viel billiger. Ich als Kunde erwarte eine Bank die das Bankgeschäft versteht, wo meine Transaktionen gerechnet werden ist egal.

  10. Noch einer, der etwas verspricht bevor sein Hirn zu denken anfängt (ich fresse einen Besen, wenn dieses Outsourcing etwas zu seinem Versprechen beiträgt). Zudem ist dies ein klares Misstrauensvotum zu seinen Betriebsleuten.

    Aber, so wie ich dies verstehe, bleibt die Entwicklertruppe immerhin im Haus? Die Nähe zwischen IT und Business in diesem Bereich muss gewährleistet bleiben! Wenn er diesen IT Teil auch noch auslagert, dann ist der VP Bank nicht mehr zu helfen.

  11. kann ich denn irgendwoher erfahren, wieviel skin in the game, sprich wieviele aktien dieser herr arni u seine direktionsgesellen halten?

    • Gute Bücher zu lesen hilft nicht, man muss sich darauf einlassen um diese dann auch zu verstehen. Vielleicht lesen Sie besser das Buch nochmals 😉

  12. Macht Sinn. Weitere werden folgen. Unlängst in Forbes wurde Chief Information Officer in der Top 10 der unnötigen Berufe aufgeführt.

    Nicht falsch verstehen. Oft werden im Outsourcing Äpfel mit Birnen verglichen: „Blech Outsourcing“ ist ein Rohrkrepierer, aber an „Software as a Service“ unter der Leitung eines fähigen Digital Officers führt kein Weg vorbei.

  13. Wenn die Rede von 40-80 Mitarbeitenden ist, dann handelt es sich ja nicht um „Die“ IT von VP Bank, sondern um den Bereich IT Operations, also RZ, Netzwerke und andere IT-Infrastruktur-Bereiche.

    WennVP Bank hier ein Outsourcing prüft, dann ist dies nichts Revolutionäres, sondern für ein Institut dieser Grössenordnung völlig normal und eigentlich längst überfällig. Eine Bank der Grösse von VPB hat nämlich die für einen professionellen, effizienten Betrieb von IT Operations kritische Grösse gar nicht.

    Zu erwarten, dass durch das Outsourcing grosse Kosteneinsparungen anfallen, dürfte allerdings naiv sein, wenn a) die inhouse verbleibende IT-Entwicklung nicht gleichzeitig eine konsequenze Prozess-und Technologie-Standardisierung vornimmt und b) das Business weiterhin teure IT-Spezialwünsche äussern kann.

  14. Fragen Sie einmal Clientis-Kunden nach ihren Erfahrungen mit Swisscom- und Inventx-IT-Dienstleistungen. Unprofessioneller und unflexibler geht nicht mehr, ein Desaster!

    • Absolut korrekt! Einsparungen? Vergessen! Das wird massiv teurer und schlechter. Investiert die Mehrkosten lieber in eigene Mitarbeiter und ihr bleibt flexibel. Lange wird Inventx (Swisscom ist gross und überlebt) nicht mehr überleben. Das Geschäft hat doch keine Marge. Raus kommt ihr nie mehr. Die Herausforderungen lösen sich nicht durch Delegation an einen Dritte, obwohl diese das natürlich versprechen. Mein gutgemeinter Rat (aus eigener Erfahrung) an die VP Bank: alles behalten, automatisieren und die guten Leute motivieren. Dann habt ihr eine gute IT!

    • tja, aber die verdienen es nicht anders. Hauptsache die haben planbare / budgetierbare Kosten, die man durch ein SLA mit dem DL erreicht.

      Für mich eine klarer Fehler. Business Cases und Papier nehmen so vieles an.
      Die werden die Zeche im Alltag bezahlen, wie alle anderen vor Ihnen. Formellere Abläufe, Liegezeiten, Fehler in den Prozessen. Da keiner eine Value Stream Analyse inkl. Prozesskosten und -liegezeiten hat, sind die Kosten und Verluste zuerst einfach mal nicht sichtbar.

      Eine Bank ohne eigene IT? Vielleicht wäre mal ein IT Mann auf der CEO Position eine gelungene Sache.

    • Fragen Sie mal die vielen Swiss Life Mitarbeiter die für die Inventx Outsourcing Orgie den Job verloren haben. Vorallem ü50 hat die Swiss Life in die Arbeitslosigkeit geschickt.

  15. Die Zeche zahlen die Leute im BackOffice! ??

    So ein Blöds…. – es geht rein um Kosteneinsparung und Effizienz und da steht das BackOffice nun einmal auf der Liste und somit auch das Personal. Das sollte jedem Intelligenten Mitarbeiter (jeder Bank) der IT bewusst sein.

    Das wurde bereits vor einigen Jahren geprüft, da war der Druck nur noch nicht so hoch und die Kultur / Shareholder im Ländle war dagegen – fälchlicherweise!

    Nun wird es dann wohl durchgeführt – kann Management dazu nur beglückwünschen!

    Für das Ländle wäre eh eine shared Plattform am besten, aber nein, jede Bank führte für sich eine AvaloqImplementierung durch und Avaloq sowie die Berater verdienten sich eine ‚Goldene Nase‘!

    • Hahaha
      Die verdienen zu viel. Und das nimmt jede head hunter an. Obwohl ich frage mich ob das nicht nur vortäuschen ist. IT Spezialisten in der CH haben Lehre, eidgen. Prüfung und Weiterbildungsdiplomli. Aber man schimpft über Akademiker. Und zurecht weil den gesamten CH Bildungssystem kann man rauchen. Einfach Diplom drucken und verkaufen. Und ja so muss man immer Fachkräfte importieren. Dazu kommt noch selten dass ein managerli fähig ist zu sehen wer kann und wer nicht. Also am Schluss viel lafere und wenig liefere.

    • Würde mich interessieren was denn Sie während Ihrer beruflichen Laufbahn alles geliefert haben.
      Immer diese pauschalen Rundumschläge. Dann wird der Einfachheit halber alles fundamental in Abrede gestellt.
      Einfach ziemlich linear gedacht.

  16. Es ist ein offensichtliches Zeichen von (IT-)Ahnungslosigkeit, wenn Manager glauben, sie könnten effektiv Kosten sparen, wenn sie IT-Dienstleistungen outsourcen würden. Die Effizienzgewinne in der eigenen Erfolgsrechnung werden durch die Marge des Dienstleisters mindestens aufgefressen. Das einige, was steigen kann sind a) die Flexibilität und b) der Frust, wenn etwas nicht klappt.

    Ach so: Kostenmanagement ist ein weiteres Zeichen von Einfallslosigkeit. Bei gleichzeitiger Bonusgeilheit.

  17. Das heisst wohl, die VP Bank hat erkannt, dass Entwicklungshilfe sehr wichtig und hilfreich ist und schaffte neue Arbeitsplätze in Indien?
    Gunther Kropp, Basel

  18. UEBERFAELLIG! konkret sind doch 3-4 IT Platformen fuer den Schweizer Bankenmarkt mehr als genug!!! dass sich z.B. die Kantonalbanken nicht auf einer IT-Platform finden zeugt von einer unglaublichen Vetterliwirtschaft in unserem Land – das Endresultat: chronische IT-Baustellen welche mit den Entwicklungen nicht mehr Schritt halt und trotzdem enorme TEUER sind!

    • ja, vielleicht hat ihr Vorschlag was, aber:

      das ist dann wiederum kein IT Problem, sondern wiederum eine Management Fehlleistung. Wenn Politik und EGO der intelligenten Lösung im Weg stehen.

  19. Wenn die Vergangenheit an dem Thema eins gelehrt hat dann, dass ein solches Outsourcing wohl eher nicht gut kommen wird – einerseits kurzfristig nicht (operationelle Stabilität?), andererseits aber sicher auch langfristig nicht (die Bank ist dann eine Geisel eines Vendors, gute Managementidee…).

    • Alle kochen mit Wasser.
      Das Haupt-Problem ist, so ein Entscheid kann niemals mehr rückgängig gemacht werden. Die VP-Bank ist dann voll ausgeliefert. Wenn der Dienstleister seine Kosten und Preise verzehnfacht, oder wie zum Beispiel bei AVALOQ plötzlich alles ins Ausland verkauft wird, dann gute Nacht.

      Never change a winning team. Was schief gehen kann, wird schief gehen….