Julius Bär macht ihren Standort in Zug dicht

Privatbank kam auf keinen grünen Zweig im Krypto- und Rohstoff-Valley, Berater landen in Luzern. Schweiz für Bär hartes Pflaster.

Die grösste Privatbank des Landes wollte endlich im Heimmarkt Schweiz punkten. Ziel war eine flächendeckende Präsenz, um neue, attraktive Inlandkunden zu gewinnen.

Damit tut sich die Julius Bär schwer, wie der Fall von Zug zeigt. Dort schloss die Bank kürzlich ihren Ableger, nun betreibt sie in der Stadt mit vielen Krytpo- und Rohstoff-Firmen nur noch ein Sitzungszimmer für Kunden.

„Wie im Februar / März 2020 unseren Mitarbeitenden, Kunden und Partnern mitgeteilt, haben wir uns entschlossen, unsere Kräfte an einem einzigen Standort in Luzern zu bündeln, statt zwei kleinere, nahegelegene Niederlassungen zu betreiben“, bestätigt eine Bär-Sprecherin.

Und weiter: „Das Zuger Team arbeitet in unveränderter Zusammensetzung von Luzern aus.“ Die Massnahme sei wegen Corona nicht wie geplant im Juni, sondern erst im September umgesetzt worden.

Auch wenn weniger als 10 Mitarbeiter vom Umzug betroffen sind: Die Schliessung von Zug wirft ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten der Julius Bär im Markt Schweiz.

Baustelle Helvetien (JB)

Die Privatbank hat auch unter der Oberleitung von CEO Philipp Rickenbacher erstaunlich grosse Mühe mit Inlandkunden.

Trotz jahrelangen Anstrengungen ist es nicht gelungen, sich ein grösseres Kuchenstück bei den hiesigen Reichen zuzuschanzen.

„Das Schweizer Geschäft kommt nicht vom Fleck“, meint ein Insider. Das Aus für Zug zeige dies deutlich.

Dabei hat Bär die Schweiz zum Wachstumsgebiet erklärt. „Der Heimmarkt Schweiz ist ein Kernmarkt von Julius Bär und wir sehen weiterhin klares Wachstumspotenzial“, sagt die Sprecherin.

„Wir verfügen über Niederlassungen in allen Regionen und erweitern laufend unser Angebot für unsere hiesigen Kunden.“

Bär auf die Landkarte der Eidgenossenschaft setzen – so der Anspruch der Führung an die Zuständigen im Heimmarkt.

Dort gaben sich in den letzten Jahren mehrere Chefs die Klinke in die Hand. Barend Fruithof von der CS ging nach nur einem Jahr unverrichteter Dinge, gleich wie Gian Rossi, der das Schweiz-Geschäft von 2016 bis 2019 führte.

Allzweckwaffe (JB)

Nun nimmt Rickenbacher einen nächsten Anlauf mit Yves Robert-Charrue. Der ist eine Art Allzweckwaffe innerhalb der Bär-Gruppe, mit ganz unterschiedlichen Führungsjobs, die er bisher wahrgenommen hat.

Unter anderem war Robert-Charrue schon einmal Chef Schweiz, allerdings nur wenige Monate ab 2011.

Robert-Charrue muss die guten Berater behalten und frische Talente fördern. Dass unter seiner Ägide Zug dichtmacht, zeigt, dass der Bär-Spitzenmann noch weit von einem Erfolg entfernt ist.

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Kommentare

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  1. Bank Kunden sind nicht blöd. Solange die Bank Bär Mitarbeiter wie Daniel Aegerter noch weiter beschäftigt (PB Schweiz / Infidar / WMP zu Grunde erwirtschaftet) hat die JB einen schlechten Ruf in der Schweiz. Die ganze Stadt Zurich wundert sich wie kann so etwas sein. Da herrscht gewaltigt Vetternwirtschaft. Ein No Go für Investoren und Kunden in der Schweiz. Ich und die ganze Familie haben unsere Konten bei JB geschlossen wegen Daniel Aegerter.

  2. Wer sein Geld diesen mauschelnden Heissluftzampanos, Collardi lässt grüssen, anvertraut, hat selber nicht alle Tassen im eher kleinen Schrank.

  3. Julius Bär macht alsbald auch in St. Moritz dicht, mit und ohne ausländische Skifahrer!
    Das Palace Hotel wird wahrscheinlich auch bald schliessen, es ist ja ohnehin schon neun Monate gechlossen.

  4. Vor der Finanzkrise zählte die Schweiz 4500 Bankenstandorte, heute sind es noch 2380, in 5 Jahren verbleiben laut SNB noch Max 1700, der Abfluss von Vermögenswerten von Domizil Schweizern, welche die Zelte für immer abbrechen, beläuft sich jährlich auf 20 Mrd Chf, zusätzlich weitere 20-50 Mrd chf von Kunden mit Domizil Ausland. Wir reden von 250 mrd chf vom profitablen Privatkundengeschäft, somit kann sich jeder Leser ausrechnen wie viele der 108000 MA auf dem Bankenplatz Schweiz in spät. 5 Jahren Nichtgebrauchs werden, Kenner reden von 30000 weniger, was ich unterstütze.

  5. Nicht nur Baer sondern büsst für ihr nicht nachhaltiges Arbeiten, von damals 4500 Bankenstandorten sind es noch 2400, weitere 800 verschwinden laut gut informierten Kreisen, leider auch Bär glaubt immer noch, dass sie mit dem Abspitzen von Strukies und mässigen Anlagen immer noch Kunden gewinnen können geschweige denn noch halten werden.

  6. Nun, eine Bank mit vergangenen Top Ruf in den 70er bis 90er zeigt hier, was es heisst klares Missmanagement zu betreiben. Eine Schande für die ganze Bär Familie. Sie schauen ja nur noch nach der Dividende. Klar ist, dass es die Bank bis dato nicht geschafft hat – wie viele weitere Privatbanken im übrigen – „klares und zukunftsfähiges Swiss Private Banking aufzustellen.“ Wie auch … bis auf eine Ausnahme haben alle im Management keine Ahnung von seriöser „Kalt-Akquise“ von Neukunden UND Top Mitarbeiter/Innen. Hauptsache gute Redner und Schleimer … es gibt genügende …
    Happy Adventszeit!

  7. Die Value Proposition von JB ist weder differenziert noch gut genug, als dass sich damit in der Schweiz Wachstum generieren liesse. Im Gegenteil, sie ist geeignet, das Geschäft längerfristig schrumpfen zu lassen. Die Kryptoguys (jene, die damit viel Geld gemacht haben) gehen sicher nicht zu einer JB.

  8. Im Artikel lese ich zweimal puren Schwachsinn.
    JB und flächendeckende Präsenz?
    Dieses Ziel hat es nie gegeben.
    Der Banker fährt zum Kunde!
    Schwachsinn2: Zug als Crypto Standort
    Mit Crypto ist es so ähnlich wie mit BRIC.
    -> viel Marketing, null Substanz
    Wer möchte, könnte ETH/EFPL als Crypto Uni bezeichnen.
    Die Eidgenossenschaft könnte trotzdem auf dem richtigen Weg sein um Block Chain / DLT Country zu werden:
    https://www.efd.admin.ch/efd/de/home/dokumentation/nsb-news_list.msg-id-80775.html

  9. Philipp Rickenbacher – falsche Persönlichkeit im 21. Jahrhundert für Julius Bär: Mehr Technologe als Private Banker. Kein Banker sondern Machtmensch. Weg mit dem CEO, kostet nur und kein Mehrwert.

    Mit Philipp Rickenbacher wird am 1.September kein klassischer Private Banker, sondern ein ETH-Biotechnologe neuer Julius-Bär-Chef.

    Quelle:https://www.handelszeitung.ch/panorama/philipp-rickenbacher-mehr-technologe-als-private-banker

    Philipp Rickenbacher ist der falsche Mann. die überraschendste CEO-Wahl der letzten Jahre. Er kam letztes Jahr bei der Julius Bär zum Handkuss, obwohl er kein richtiger Private Banker ist.

    Sondern ein Technokrat. Einer, der mit Zahlen operiert, nicht mit Menschen. Das könnte nun Folgen haben.

    Die stammt aus der Feder einer externen Beraterin: von McKinsey. Ausgerechnet. Rickenbacher war selbst einst bei der Firma, dort legte er den Grundstein für seine steile Karriere.

    • Philipp ist der richtige Mann. Im heutigen Umfeld braucht es keine „richtigen Private Banker“ (die Zeit der warmen Luft ist – leider für die Schweiz – vorbei), sondern Leute, die 1. den technologischen Wandel nicht verpassen und 2. das Vertrauen wiederaufbauen und erhalten.

  10. Fast jeder Player in der Schweiz schielt auf den Schweizer Markt. Der ist tatsächlich attraktiv, weil viel Vermögen da ist und keine Cross-Border-Regeln hindern. Aber warum soll ich mich als Schweizer (U)HNWI von einer teuren Privatbank beraten lassen, die notorisch nur, wenn überhaupt, durchschnittliche Rendite erzielt? Eine Filiale im Städtchen ist doch kein Verkaufsargument. Als Schweizer kann man aus ein paar dutzend Banken aber auch aus hunderten Externen Vermögensverwaltern aussuchen. Dabei hat teuer und mittelmässig einfach keinen Platz. Noch witziger sind einige Genfer Banken drauf, die die Deutschschweiz erobern wollen. Nach aussen glänzend, immer wieder sich selbst lobend in der NZZ, im Produktbereich allerlei Kooperationen mit Dritten eingehend (noch zu sehen, wer dabei Geld verdient…), aber im Kern mit einem uralt Host-System unterwegs, das jede Nacht den vergangenen Tag abrechnen muss.

    • Ich bin gerade dabei, Neukunde von Bär zu werden, da mir diese Bank von Freunden empfohlen wurde. Per Ende Jahr stehen wegen Pensionierung 1 Mio für eine neue Anlage zur Verfügung.
      Welche Bank oder Anlageberatung könnten Sie mir sonst empfehlen? Strategie moderates Wachstum.

    • @Pensionist: mit einer bescheidenen Million würde ich mal bei der Migros Bank anklopfen!

      Viele Grüsse
      Max

  11. Das ist ein guter Entscheid von Bare, Zug zu verlassen. Dort ist nur noch das Gesindel von Rohstoffen und Krypto erwünscht. Statt Ordnung zu machen kriegen diese luschen Firmen noch Startkapital. Da passt Thomas Aeschi auch noch rein mit seinen ewig gleichen, fiesen Sprüchen.

  12. Swiss Banking: der Rückbau ist im vollen Gange und wird sogar noch weit intensiver.

    Schon weit mehr als eine Handvoll Institute haben ihre Segel gestrichen.

    Dabei ist die Bär 🐻 Bank noch lange nicht die letzte. Ihr Image hat in den letzten 10 Jahren masslos gelitten. Geldwäscherei und dubiose Kunden aus halb Südamerika mit x gescheiterten Beteiligungen (u.A. Italien) lassen sich nicht weglachen!

    Der Wurm 🐛 nagt an der Substanz.

    • @moshe. das hat aber ausschliesslich mit sunnyboy collardi zu tun. dieser ist ja jetzt gerade im begriff „pictet“ an die wand zu fahren.. bevor er den goldenen fallschirm erhält

  13. Eine Zuger Filiale ergibt nun mal keinen Sinn. Erstens weil die Zielgruppe nach Zürich orientiert ist, wo Diskretion und Anonymität mehr gegeben sind als im Städtchen Zug. Und zweitens, weil in Luzern vor gut 20 Jahren die traditionsreiche Privatbank Falck von Bär übernommen und weitergeführt wurde.

    • Danke loomit wie immer für Deinen geist reichen Kommentar.

      Es tut uns leid, dass du von uns ausgesteuert wurdest und jetzt auf Deiner Couch Kommentare tippst, für die Du wie immer nicht bezahlt wirst – kurz und bündig – … eben einfach auf den Berg gehen und Sonne geniessen. Mercie.

    • Stuss vom Feinsten. Wie immer. Aber chapeau: er bleibt sich treu. Hoffe er hat bald mal etwas Besseres zu tun als hier zu kommentieren.