Geldflüsse, die nie versiegen

Sparen war gestern. Heute gilt: Neues Problem? Mit Geld zuschütten. Das wird zum Problem? Mit Geld zuschütten.

Es hat auch seine Vorteile, dass wir uns seit der Finanzkrise eins im Jahre 2008 auf nicht kartographiertem Gebiet in der Finanzwelt bewegen. Kompass und Sextant wurden auch über Bord geworfen, es gilt nur noch: volle Kraft voraus, wo immer das sein mag.

Als Treibstoff wurde etwas ganz Originelles entdeckt: Geld. Massenhaft Geld. Gigantisch viel Geld. Wo das herkommt? Na, Dummkopf, von der Quelle natürlich. Also aus den Notenbanken. Die blasen ihre Bilanzen schlimmer als ein Ochsenfrosch auf (Weltrekordhalter mit Abstand: unsere Schweizerische Nationalbank).

Erinnert sich noch jemand an die Zeiten, als die Schuldenquote der Staaten im niedrigen, sehr niedrigen zweistelligen Prozentbereich lag? Inzwischen beträgt sie weltweit laut Schätzungen des IMF rund 240 Prozent des BIP.

Natürlich ist alles relativ im Leben; eine Staatsverschuldung von 155 Prozent von Italien oder von 250 Prozent bei Japan ist nicht das Gleiche wie die 180 Prozent von Griechenland. Aber zwei Entwicklungen sind mehr als beunruhigend.

In erster Linie der Ausbau der Sozialstaaten, als Angstreaktion auf das Erstarken des kommunistischen Lagers nach dem Zweiten Weltkrieg, bildete den Einstieg in eine nennenswerte Staatsverschuldung. Ohne auf grosse Gegenwehr zu stossen, denn wer wollte schon gegen eine soziale Marktwirtschaft mit Sicherheitsnetzen mopsen.

Abgesehen davon, dass damit der Staat seinen Siegeszug als grösster Akteur in der Wirtschaft antrat. Daran schloss sich, dank dem als Genie vergötterten Scharlatan Alan Greenspan, die Politik des billigen Geldes an. Dotcom-Blase geplatzt? Fluten mit Geld. Hyposchrott-Blase geplatzt, Verbriefungs- und Derivateblase geplatzt? Fluten mit Geld.

Damals hoben viele Ökonomen warnend den Zeigefinger: So kann das aber nicht weitergehen. OECD, Weltbank, IMF, eigentlich alle waren sich einig: Da muss man aber bald mal ganz kräftig auf die Bremse treten. Sonst gerät das ausser Kontrolle.

Kenneth Rogoff, profitierend von seinem Zugang zu einer der grössten Datenbanken der Welt als ehemaliger Chefökonom des IMF, schrieb zusammen mit Carmen Reinhardt – Chefökonomin der Weltbank – das vielbeachtete Standardwerk „Dieses Mal ist alles anders – acht Jahrhunderte Finanzkrisen“.

Hier zeigten die Autoren auf, wie mit den ewig gleichen Mechanismen Finanzkrisen ausgelöst wurden, wie eine zu hohe Staatsverschuldung unweigerlich negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung hat. Und wie jedes Mal behauptet wird, diesmal sei aber die Situation ganz anders, nicht vergleichbar. Was natürlich Unsinn ist.

Und was sagt der gleiche Rogoff heute? „Natürlich ist jetzt in dieser Ausnahmekrise nicht der Moment, auf die hohe Staatsverschuldung zu achten.“ Was sagt die OECD-Chefökonomin? Jetzt ja nicht auf die Ausgabenbremse treten bei Staatsgeldern. 

Das wird unterstützt von einem sich aufplusternden Chor von weiteren sogenannten Wirtschafts- und Finanzwissenschaftlern. Meistens von den Gleichen, die wie die OECD, wie Rogoff noch vor wenigen Jahren pechschwarze Gewitterwolken an den Horizont malten, wenn das mit der zunehmenden Staatsverschuldung nicht mal ein Ende habe. Musterknabe Deutschland erhob die schwarze Null zum Mass aller Dinge bei der Neuverschuldung.

Auf die Spitze getrieben wird dieser Irrsinn von der sogenannten „Modern Monetary Theory“. Ihre eloquente Vertreterin Stephanie Kelton stürmte mit ihrem Werk „The Deficit Myth“ die Bestsellerlisten. Das hatte zuvor schon Thomas Piketty („Das Kapital im 21. Jahrhundert“) geschafft.

Den Wälzer hatte fast jeder, aber kaum einer las ihn. Besser so, denn er enthielt Schwindeleien. Kelton war immerhin im Team des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Bernie Sanders; einer der wenigen Gründe, wieso man die Wahl Trumps begrüssen könnte.

Denn auch Keltons „neue“ Theorie ist ein Schwindel. Der feuchte Traum aller Anhänger staatlicher Ausgaben und Umverteilungen.

Was den Alchemisten nicht gelang, Kelton hat’s entdeckt: Da Notenbanken in ihrer eigenen Währung niemals pleite gehen könnten, sei es ihnen möglich, praktisch unbeschränkte Mengen von Neugeld herzustellen. Ändere sich nichts an den Rahmenbedingungen, bestehe auch keine Gefahr einer Hyperinflation.

Was natürlich beides ausgemachter, offenkundiger und durch die Pleite fast aller Notenbanken in der neueren Geschichte widerlegter Blödsinn ist. Einfach ein weiterer Ausdruck davon, dass im finanzpolitischen Neuland keine der alten Regeln Bestand hat, nicht mal erklärt werden kann, wieso es keine kräftige Inflation gibt.

Selbst an der HSG dürften die Erstsemester leise kichern, wenn der Professor aus Hilflosigkeit weiterhin die Mär von der sich vermehrenden Geldmenge bei gleichbleibender Produktion erzählt, und dadurch abhängig von der Umlaufgeschwindigkeit eine Inflation entstünde.

Deficit spending, auch als Reagonomics oder Voodoo-Ökonomie bekannt, behauptet schon seit Jahrzehnten, dass ein Staatsdefizit von 5, warum nicht 10 Prozent überhaupt kein Problem sei. Das werde dann durch die angekurbelte Wirtschaft und fröhlichen Steigerungsraten des BIP locker wieder eingespielt. Allerdings war die einzige Folge solchen Defizitverballerns, dass ein immer grösseres Defizit blieb.

Märchen überleben fast alles, genau wie der sogenannte „trickle down“-Effekt. Wenn die Reichen noch reicher werden, tröpfelt das dann nach unten durch und alle profitieren. In Wirklichkeit werden nur die Reichen reicher, selbst der Mittelstand verarmt.

Aber während vor allem in Europa die Folgen der Finanzkrise, der anhaltenden Eurokrise, der Allzeit-Krise EU noch längst nicht überwunden sind, Zombie-Banken herumwanken und nur durch Geldinfusionen künstlich am Leben erhaltene Grossfirmen (Arbeitsplätze!), kam schon die nächste Krise um die Ecke.

Zur Pandemie gesellte sich eine selbstverschuldete Schädigung der Wirtschaft. Diesmal aber nicht von geldgierigen Bankern ausgelöst, sondern von unfähigen Regierungen, die plötzlich so taten, als sei es ihre Zweckbestimmung, einen Wirtschaftskrieg gegen die eigene Bevölkerung zu führen.

Als die Proteste gegen die Folgen des Lockdowns, gegen die absurde Verabsolutierung des Schutzes der Gesundheit lauter wurden, machten die Regierenden das, was sie in diesem Jahrtausend zur neuen Richtschnur erhoben haben: Probleme mit Geld zuschütten.

Schliesslich können sich die Staaten für ein Trinkgeld verschulden, dank der Negativzinspolitik der Notenbanken bekommen sie sogar noch Geld hinterhergeworfen dafür. Und dank der Unterstellung der angeblich unabhängigen Notenbanken unter die Bedürfnisse der Regierenden („what ever it takes“) kann man ungeniert den Taschenspielertrick vorführen: linke Hosentasche, rechte Hosentasche – und zurück, simsalabim.

Begleitet wird das nun von einem Chor verantwortungsloser Finanzspezialisten, die sich nicht mehr an das erinnern wollen, was sie noch vor wenigen Jahren als unumstössliche Wahrheit verkündeten. Gewaltige Staatsverschuldung, gewaltige Defizite, gewaltige Zunahme von Staatsschulden sind des Teufels.

Inzwischen ist es wie Manna vom Himmel. Und ja nicht zur Unzeit die Zufuhr abstellen. Das habe unter anderem dazu geführt, dass Trump gewonnen habe, dass in Europa neue, rechtskonservative Parteien entstanden seien. Nichts zu absurd, um als Argument ausgeführt zu werden: Geld her, noch mehr Geld.

Wenn das nicht reicht: Wo das herkommt, hat’s noch mehr, wie der deutsche Finanzminister Olaf Scholz unübertroffen blöd ankündigte. Im Gegensatz zu all diesen Finanzkoryphäen kann er aber als mildernden Umstand anführen: Er ist Anwalt. Da kommt Geld nur in Form von Honorarnoten vor.

Wo das Geld herkommt, wissen wir also. Wo’s hingeht, auch. Auch das wissen wir, eigentlich: Schulden müssen beglichen werden – oder gestrichen. Aber irgend jemand muss dafür bluten. Wer in den Spiegel schaut, dabei seinen Nachwuchs neben sich hat, der weiss auch, wer.

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Kommentare

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  1. guter artikel

    Die leute verstehen immer mehr das sie hinten und vorne verarscht werden beim geld. Bitcoin erreicht nicht zuefällig aktuell neue ATHs…

    Die leute steigen aus dem system aus.

    „nicht mit mir“

  2. Herr Zeyer weist meiner Meinung nach völlig zurecht auf den problematischen Strudel hin, in welchen unsere Finanz-Systeme geraten sind, und so einfach nicht mehr raus kommen.

  3. Wenn wir ehrlich sind, gibt es kein Entrinnen. Irgendwann fällt das Vertrauen in Fiat wie ein Kartenhaus zusammen und dann kommt die Neuordnung des Geldes (und wahrscheinlich das „Netting“ der Positionen). Wegen der Dreistigkeit des Gelddruckens kommt der Moment rascher als notwendig. Kann aber durchaus noch ein paar Jahre (Jahrzehnte?) gehen, wenn sie nicht völlig übertreiben. Die gegenwärtige Geschwindigkeit würde unterstellen, dass es doch rascher passiert. Deshalb die seit Jahren steigenden Goldpreise und Realwerte (z.B. Immobilien). Die Frage ist, wieviel Eigentumsrechte wert sind, wenn es wirklich kracht.

  4. „Also aus den Notenbanken. Die blasen ihre Bilanzen schlimmer als ein Ochsenfrosch auf (Weltrekordhalter mit Abstand: unsere Schweizerische Nationalbank).“
    .
    Na ja soooo gross ist der Abstand nun auch wieder nicht mehr – die SNB hat rund 135% des GDP an Assets, aber die BoJ ist ihr mit 126.1% doch ziemlich dicht auf den Fersen und die ist mit aktuell rund 6.8 Billionen US$ Assets noch einige Nummern fetter aufgebläht als oisi SNB.
    .
    Und hier noch ein interessanter Vergleich der „Real Money Geldverteilung“ der Zentralbanken — sprich Dividenden auf den ZB-Gewinnen.
    Die FED hat in den letzten zehn Jahren total 838 Mrd $ an Dividenden an die Treasury ausgeschüttet, also rund 84 Mrd pa. Da die USA Bevölkerungsmässig rund 38x grösser ist als die CH, wären das auf die CH-Bevölkerung runtergebrochen und in CH umgerechnet rund 2 Mrd, die SNB zahlt aktuell aber 4 Mrd an Dividenden, also bevölkerungsmässig doppelt soviel wie die FED.
    Zudem hat die SNB nicht ihre landeseigenen Schuldpapiere in den Büchern wie die FED, sondern viel v.a. FX volatilere fromdländische Papiere. Würde die SNB solche Profite aus CH Bundesanleihen machen, dann könnte sie tatsächlich einen Grossteil ihrer Gewinne wie die FED bedenkenlos ausschütten an Bund und Kantone.
    .
    https://www.zerohedge.com/markets/fed-sent-838-billion-profits-treasury-past-decade

  5. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass sich durch das Aufblähen der Geldmenge eine riesige Blase aufbaut die zu einer existentiellen Krise führt. Sehen wir uns mal an wo das gedruckte Geld hinfließt: Europa mit Ausnahme von GB steuert es in konsumptive Ausgaben, um die Bevölkerung ruhig zu stellen; USA, Russland und China pfeifen auf das Wohlergehen ihrer Bevölkerung und steuern einen Großteil der geschaffenen Gelder in die Rüstung, schon Mao Tse Tung sagte „die Macht kommt aus den Gewehrläufen“, Putin bemerkte spöttisch über die Kampfkraft der deutschen Armee: „mit der wird die freiwillige Feuerwehr von Moskau fertig“. Wo er recht hat, hat er recht der lupenreine Demokrat. Nicht zu vergessen die USA: die geben alleine mehr Geld für Rüstung aus als der Rest der Welt zusammen während die „deplorables“ an nicht existierender Gesundheitsversorgung verrecken, wie Corvid oder Oxicondin unter anderen zeigen. Aber es juckt niemanden, sterben die Migranten weg, wie während der jetzigen Pandemie kann man bei Bedarf schnell die Grenze im Süden aufmachen, da ist noch genug Protein, das nach Norden drängt.

  6. Wie immer: Viel Text, statt auf den Punkt zu kommen. Vermutlich will uns Zeyer sagen, dass das Geld für die Schuldenpolitik der Regierungen von den Notenbanken kommt. Doch da ist er ja nicht der erste der das mitbekommen hat. Und auch nicht der erste der darüber auf IP schreibt. Wohl aber der erste, der nicht einmal den Versuch macht, eine intelligente Aussage darüber zu machen, wohin das führen wird und warum. Mehrwert für den Leser,der die Zumutung auf sich nimmt, das Ganze durchzulesen gleich null. Bei einem Germanisten, der über Geldpolitik schreiben will, auch nicht anders zu erwarten. Germaniaten, die nur über ihre hohen Löhne mit Geld in Kontakt kommen (aber auch die nur wenn sie bei ihren Leisteb bleiben), sollten sich auf Einfacheres konzentrieren, als auf Geldpolitk.

  7. Im Wirtschaftunterricht hatten wir gelernt, dass Monopole grundsätzlich schädlich für die Wirtschaft sind. Ebenso, dass die exorbitant hohen Gehälter von Managern, oft ein Hundertfaches des Gehaltes eines Mitarbeiters, ebenso schädlich sind. Das Ziel dieser Lehren war, dass das was wir Heute haben nicht sein sollte. Aus meiner Sicht haben Bildungseinrichtungen wie Fachschulen und Universitäten komplett versagt. Ein weiterer Fehler der Schweizer Regierung ist, dass sie die Geschichte mit Hitlerdeutschland nie aufgearbeitet hatten, schliesslich machte er die Schweiz innert Kürze zu einem wohlhabenden Land. Dass hören die Schweizer nicht gern. Mit dem Skandal der nachrichtenlosen Vermögen und der Einführung des GwG, litt der gute Ruf der Schweizer Banken massiv und konnte bis Heute nicht mehr wiederhergestellt werden. Auch das Wort ‚Rückstellungen‘ scheint in der Wirtschaftslehre keine Bedeutung mehr zu haben. Die wirtschaftliche Situation in der Schweiz ist die eines Junkies nicht unähnlich, man lebt von der Hand in den Mund und wenn nichts mehr da ist, dann fixt man den Bund an. Der bezahlt immer.

  8. Richtig erkannt: „Da Notenbanken in ihrer eigenen Währung niemals pleite gehen könnten, sei es ihnen möglich, praktisch unbeschränkte Mengen von Neugeld herzustellen. Ändere sich nichts an den Rahmenbedingungen, bestehe auch keine Gefahr einer Hyperinflation.“ Das wurde umgesetzt und funktioniert, würde man es ändern bricht das System zusammen. Es bleibt nur noch zu hoffen, dass das alle erkennen und die Nerven nicht verlieren werden. Bekanntlich führen Nervenschwächen zu den grossen Katastrophen.
    Gunther Kropp, Basel

  9. „Schwindel“? Das ist die Aussage, die Schweiz sei „mit Abstand weltweit“ ein Wasauchimmer, aber auch: Man sagt nicht, was genau, aber auf jeden Fall schlimm. Mich ärgert es ja jedes Mal, wenn jemand so ein Irreführungsmanöver fährt, sowas ist Volksverdummung, wie es alle Populisten tun.

  10. Die Zentralbanken sind nun einmal die Diener der Politik und dies bedeutet, dass die Eliten der Politik, der Macht und Bildung auch in einer Demokratie wie der unseren, die Rahmenbedingungen angeben. Auch unsere Demokratie ist ein Elite-Herrschaft, aber mit mehr öffentlicher Transparenz als autoritäre Regime wie China, die von einem geschlossenen Kreis unter Zuzug von gut ausgebildeten und erfahrenen Experten beraten werden, die aber alle zur Korruption neigen, da zu wenig öffentliche Kontrollen herrschen.
    Die Explosion der Geldmenge in US$, Euro, SFr. und auch Yen sind begrenzt nützlich, weil diese Währungen Reservewährungen sind, die weltweit Vertrauen haben und der Welthandel wird nun einmal in US$ und weniger in Euro abgewickelt. International tätige Drogenhändler wollen in US$ bezahlt werden, auch der Euro und der Sfr. wird nicht verschmäht, aber bitte keine Yuan und keine Rupien. Was soll ich damit? Hat der vorsichtige Russe oder auch der Türke unter seinem Kopfkissen Rubel und Lira? Sicher nicht, dann lieber Gold, US$ und Euro.
    Die Frage bei den Staatausgaben ist immer auch eine Frage der Effizienz und wie dies die Produktivität einer Volkswirtschaft unterstützt. Nun, dies ist schwer zu eruieren oder sogar mit bester Ökonometrie gelingt dies selten genau.
    Staatschulden in der Euro-Zone und in Japan sind bis jetzt keine besondere Gefahr. Weswegen? Deren Bürger finanzieren ihre Staatschulden, die nicht bei der EZB und der Bank of Japan sind, selber. Die Gläubiger der italienischen Staatschulden sind die Italiener selbst, bei Griechenland ist es anderes, dort gehören diese der EZB, also allen Bürger der Euro-Zone.
    Wenn man natürlich, wie Amerikaner, nutzlose Kriege, wie den Vietnamkrieg und noch schlimmer diesen Krieg gegen Terror mit falschen Adressaten
    unterhält, vergrössert solches die Staatsschulden und die wirtschaftliche Aktivität, aber nicht die Wohlfahrt des Volkes. Die USA hat seit Reagan den Gini-Koeffizienten zugunsten der obersten 1 % der Bevölkerung vergrössert, die über den grössten Teil des Volkseinkommens und des Volksvermögens verfügen. Zahlen die Super-Reichen keine Steuern mehr, leidet natürlich der Mittelstand. Im volkswirtschaftlichen Kreislauf der USA gibt es viele Schwachstellen, wie zum Beispiel ein Gesundheitswesen mit einem hohen Anteil am Volkseinkommen, aber mit weniger Nutzen als bei uns in Westeuropa oder in Kanada.
    Zum Schluss ein einzelnes Beispiel für die Schweiz. Haben wir zu viele Gastbetriebe und Hotelbetten? Sicher nicht, wenn jeder Schweizer Haushalt
    15mal im Monat ausgiebig und teuer diniert. Ebenfalls, wenn wir mit unseren Freunden jeden Tag in der Bar zusammenkommen. Solche Annahmen sind völlig irrelevant und deshalb haben wir zu viele Beizen. Für einen solchen Konsum reicht unser Portemonnaie nicht. Die Politik kann nun Covid-19 Kredite verwenden als Stilllegungs-Prämien oder das mühsam weitergewurstelt wird mit Verlust. Welche Konsequenzen hat die darauf
    basierende Staatverschuldung für die Wohlfahrt und den Konsum der breiten Masse der Bürger?

  11. Die Schulden, die Globalisierung werden den Verteil“kampf“ verändern. Die nächsten Generationen sind aber zum Glück etwas weiter als wir. Der technologische Fortschritt und die Bewusstseinserweiterung der jungen Generationen wird uns „Aelteren“ die eine oder andere Freude bereiten. Vielleicht mal abgesehen von den Ferrarifahrenden Maskenjungs und ihren Anwälten:)

  12. Das Problem ist nicht das Gelddrucken und FIAT an sich, das Problem ist, dass fast alle Staaten ( die zu allem in der Lage sind, Krieg zu führen, Gesetzte zu erlassen, etc aber so korrupt sind und sich haben kaufen lassen, um nicht in der Lage zu sein, dass ein Staat sein EIGENES Geld druckt ), nur hat der das Monopol der Geldschöpfung privaten überlassen. Jeder muss es sich gegen Zinsen leihen, … und die Krönung ist ja das Buch oder Giralgeld das im Buch bzw. Computer erzeugt wird, also virtuell, und absolut garkeinen Wert hat, und dafür aber noch Zinsen verlangt werden, die jemand aber physisch in der realen Welt abarbeiten muss. Und dieser Berg an Zinsen ist nicht mehr zu erwirtschaften. Putin hat es geändert, er hat zum 01.01.2015 die RZB verstaatlicht, … und seit dem geht es ja auch mit dieser Ukraine Kriese, und Bösewicht an allen Ecken. Iran, Nordkorea, Syrien, Irak, Afghanistan, Serbien, waren alles Staaten die eine staatliche ZB hatten. Damit alles seinen rechten weg geht, und die Staaten keine Probleme haben, weil unterm Strich laufen alle Probleme zusammen am Punkt das nicht genug Geld da ist, … der Staat muss sein eigenes Geld haben um souverän zu sein. Der Staat muss ausreichend Geld drucken und in Umlauf bringen, in dem Tempo in dem die Wirtschaft wächst, und nicht unbegrenzt um Inflation zu verursachen. EIn Staat kann in eigener Währung nicht Pleite gehen. Und vor allem müssen die Staaten von der Reserve und Leitwährung weg. Aber das ist gefährlich, weil sonst kommt der Ami, bezichtigt dich als Diktator und Terrorist und bombt dich in die Demokraite und Freiheit nach US Modell was bedeutet das in den USA 30 Millionen auf der Straße leben, 20 Millionen vor der Räumung gefährdet sind, 50 Millionen Lebensmittelmarken erhalten, und 50%+ keine KV haben.

  13. Am Ende steht eben der „neue“ Sozialismus mit ein paar sehr reichen Oligarchen und einem unfähigen Staat, der mächtiger als Gott ist.

    • Bin zwar auch nicht immer bei allem einverstanden mit Herrn Zeyer, aber solange er nicht über COVID schreibt, finde ich, bringt er immer wieder mal interessante Inputs.
      Mich hat er auf jeden Fall schon ein paarmal auf Oekonomen und Modelle „genudged“, denen ich dann etwas vertiefter nachgegangen bin.
      Von dem her, Herr Zeyer, lassen Sie sich nicht beirren von Ihren Kritikern.
      In der heutigen Terra icgonita economica stochern selbst die angeblichen „Top-Oekonomen“ noch viel mehr im Dunkeln als sie dies schon vor dem Zeitalter des Zentralbankenspätkapitalismus des öfteren mal taten.

  14. Soviel ich weiss sind FED, Nationalbank etc. private Aktiengesellschaften. Und die drucken das Geld und verteilen es. Und denen werden wir eines Tages das viele Geld zurückzahlen müssen. Wahrscheinlich noch mit höheren Zinsen.
    Da dies nicht möglich ist, werden viele Konkurs gehen und ihre übrigbleibende Substanz geht auch an die privaten Aktiengesellschaften.

    • Nur die Fed hat private Eigentümer. Und selbst die ist so strikten staatliche Vorgaben unterworfen, dass die nicht wie ein Privatunternehmen agieren kann.

  15. In der laufenden Krise darf ein Staat nicht sparen, sonst gibts eine Hyperdeflation. Sparen kann man, wenn der Laden gut läuft.

    Meines Erachtens wird eben nicht richtig der Geldhahn aufgedreht, weswegen es jetzt viele meines Erachtens unnötige Konkurse geben wird. Und jeder Konkurs wird unnötig Geld vernichten, da das Konkursamt selbst ziemlich viel kostet.

    • Nachtrag: Weil die Läden wieder schließen müssen, geht das Geld nicht in die Wirtschaft. Meines Erachtens ist die Ladenschliessung eine saudumme Idee, ohne Nutzen aber mit extrem hohen Schaden.

      Die Ansteckungen finden nicht in Läden statt, sonst wäre die Ansteckungsrate sehr viel höher.

    • selten einen grösseren Blödsinn gelesen.

      Ausser Hinweis auf „unnötige Konkurse“. Aber ‚unnötig‘ ist vielleicht nicht das richtige Wort. Covid ist auch nicht nötig, wie jede andere Krise. Aber sie kommen trotzdem vor. Man weiss es. Und man kann sich darauf vorbereiten. Bevor man einen unnötigen Konkurs einer Bar oder so beklagt, kann man sich natürlich auch fragen, wie nötig diese war vor der Krise. Nötig/unnötig ist total subjektiv.

  16. Zum Glück hört niemand auf sie Herr Zeyer. Wir sind an der Macht. Regierungen und Zentralbanken tanzen nach unserer Pfeife. Um den Kapitalismus zu überwinden, muss das alte System zerstört werden. Geld ist unsere Droge, mit der wir das Volk ruhigstellen. Das geniale an unserem Plan: nach dem Zusammenbruch herrscht Einigkeit, dass Kapitalismus nicht funktioniert. Wer dann noch das Gegenteil behauptet, wird als Aluhutträger, Verschwörungstheoretiker und Kapitalidiot gebrandmarkt. Erzählen sie schon mal ihren Kindern und Enkeln von der schönen, neuen Welt in der alle gleich sind und Wörter wie «arm», «reich», «Konkurrenz», «Wettkampf» usw. aus dem Duden gestrichen wurden.

    • Was in Gottes Namen sind sie am rauchen oder spritzen??? Wenn Sie auch nur ansatzweise glauben, dass sich der Mittelstand bis zum bitteren Ende ausbluten lässt und niemals „aufstehen wird“, werden Sie sich noch sehr tief schneiden. Bevor ich mein Eigenheim verliere, werde ich auf die Strasse gehen.
      Sie werden merken, dass es den Leuten egal sein wird, als „Aluhutträger, Verschwörungstheoretiker und Kapitalidiot gebrandmarkt“ zu werden. Who gives a single F, what a Commie thinks?

    • Zum Glück hört niemand auf sie Herr Zeyer. Wir sind an der Macht. Regierungen und Zentralbanken tanzen nach unserer Pfeife. Nur wir sind systemrelevant, werden immer reicher und enteignen die Fleissigen.

    • Dann träumen mal schön weiter junges grünes weibliches Ding und wenn wir wieder aufwachen werden wir uns in einer ressourcengeplünderten dystopischen Mad-Max Welt wiederfinden – da heisst denn dann nicht mehr „Konkurrenz“ und „Wettkampf“ sondern nur noch „Konfrontation“ und „Krieg“

  17. Herr Zeyer, was wollten Sie eigentlich ausdrücken?
    Ich warte immer noch auf ihre Erklärung weshalb trotz Geldschwemme der Nationalbanken keine Inflation aufgetaucht ist.

    • Weil Du die Krankenkassenprämien nicht selber bezahlst und du keine Aktien und Immobilien kaufst, merkst Du das halt nicht.

    • Man nennt es Liquiditätsfalle Keynes hat es vor längerer Zeit beschrieben….

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liquiditätsfalle

      Sonst auch hier etwas einfacher:
      http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/liquiditätsfalle/liquiditätsfalle.htm

      Die Geldhorte werden sich aber früher oder später auflösen….Tendenzen für Inflation sehen wir überall:
      Agrarrohstoffe wie Soja oder Weizen sind in den letzten 12 Monaten um 60% gestiegen (das wird sich mit Verzögerung auch auf die Lebensmittelpreise niederschlagen)
      Die ZEW Preiskomponente ist überdurchschnittlich stark und unerwartet gestiegen
      Transportkosten Seefracht ist innerhalb bon Wochen um 500% gestiegen und komplett ausgebucht
      Stundenlöhne in den USA sind auf Monatssicht um 0.8% gestiegen auf Jahressicht sogar 5.1%

      Nur Geduld, dein Sparbatzen ist schneller nichts mehr Wert als du Gopfertammi sagen kannst…

    • Zum Glück sind diese Probleme vom Dreamer nur für einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung relevant. Die wenigsten haben mehr Geld als Monat übrig. Daher ist dieser Weg schon richtig. Sonst gibts bald keinen Besitz mehr. Wie war das nochmal? Man ist nur 3 Mahlzeiten von einer Revolution entfernt?

    • John – But this time is different!
      Damals in der grossen US Depression war die Staatsverschuldung noch bei 17% (1929) und stieg dann 1933 bis auf 40%, wo sie +/- bis 1942 verharrte. Ausserdem war der US$ auch noch an den unsäglichen Goldstandard gebunden bis Roosevelt den 1933 abschaffte. Die FED musste wegen dem im 4. Q 1932 die Zinsen gar um 2% erhöhen mitten in der Depression. Kein Wunder erreichten die Aktien erste Mitte 1932 ihren Allzeittiefststand mit -89% vs. Sept. 1929.
      https://www.thebalance.com/national-debt-by-year-compared-to-gdp-and-major-events-3306287
      .
      2021 ist es doch eher aussichtslos auf baldige Zinserhöhungen zu warten, so dermassen wie alle grossen Länder und Corps schon verschuldet sind und nur noch dank billigem Geld weiterexistieren können. Bei global rund 340% Gesamtverschuldung haben Zinsen eben auch einen tödlichen Leverageeffekt auf das Kartenhaus.
      Kein Wunder setzen alle ihr Geld nur noch auf Aktien, Kryptos, Real Estate, Kunst, Sammlergegenstände etc Bislang haben diese wunderbaren Wertsteigerungen ja funktioniert. Nur das dachte man um 2006 auch mal bei den US-Real Estate-Wertsteigerungen.
      Irgendwann kommt immer Ende der Fahnenstange — fragt sich nur noch wie weit wir von diesem noch entfernt ist.

  18. Die Ökonomen sind nicht dumm….der Schreibende hat den Paradigmen Wechsel nicht erkannt, zusammen mit Ueli Maurer….

    Die Ökonomen haben längst erkannt, der Point of no Return ist überschritten. Nun was kann man jetzt noch tun?

    Mitmachen ist jetzt nach dem der Point of no Return überschritten ist, die einzige Möglichkeit zu partipizieren den wer jetzt spart wird am Ende der Geschichte der Idiot sein und nicht der der jetzt Geld ausgibt.

    Das habe ich schon lange erkannt, daher kann man den CHF auch nicht mehr retten, und daher drucke ich CHF wie verrückt, und kaufe damit mehr oder weniger heimlich Firmen (also Sachwerte auf) damit die Schweiz nach dem Grossen Klapf nöd ohne ganz nichts dasteht…

    Rene du kannst mir dann später danken das du noch eine AHV bekommst, Grüsse Thomas!

  19. Die Staatsverschuldung an sich ist nichts Schlimmes, viel Schlimmer ist, dass davon das meiste Geld wirkungslos versickert (Militär, SRG…) während Sozialhilfeempfänger, IV-Bezüger und andere vom Staat abhängige nur die Brotkrümel davon sehen. Wäre das nicht so, wir hätten schon morgen das nächste Wirtschaftswunder. Aber die Armen haben eben keine Lobby.

    • Ich lach mich kaputt: ein Wirtschafswunder mit IV Bezügern, Rentnern, geretteten 80+ Covid Patienten, Flüchtlingen, Sozialmigranten, …, was hast Du geraucht?

    • Ihre vermeintlichen Brotkrümel für Sozialhilfe, IV etc. belaufen sich aber auf über 10 Milliarden. Das Militärbudget ist bei etwa 3 Milliarden.

  20. „Erinnert sich noch jemand an die Zeiten, als die Schuldenquote der Staaten im niedrigen, sehr niedrigen zweistelligen Prozentbereich lag? Inzwischen beträgt sie weltweit laut Schätzungen des IMF rund 240 Prozent des BIP.“
    .
    Sorry werter Herr Zeyer da haben Sie scheinbar eine ziemlich inadäquate Zahl erwischt
    .
    Gemäss BIS 2.Q 2020 liegen die globalen Staatsschulden
    Nominal bei 91.7% des Welt-BIP mit akutellen US-$ Kursen und mit PPP Dollar Kursen bei 83%
    https://stats.bis.org/statx/srs/table/f5.4

    At market Value betragen diese Werte bei 99.3% resp. 88.8% (PPP)
    https://stats.bis.org/statx/srs/table/f5.1
    .
    In den advanced Economies in der Regel höher, aber die hoch verschuldeten Emerging Markets sind auch kräftig am aufholen.
    .
    Der Total Credit to Non-Financial Sector (also ohne Finanzsektor) beträgt gemäss BIS 265.6% resp PPP 243.9%
    https://stats.bis.org/statx/srs/table/f1.1
    .
    Und mit dem Financial Sector dürften es per Ende 2020 gemäss IIF um die 335-340% sein mit mindestens 277 Billionen $ bei allen 4 Schuldnerkategorien

    https://file-us.clickdimensions.com/iifcom-ai7nn/files/globaldebtmonitor_nov2020_v1.pdf

    • @ Claire
      Danke Claire, für Dini sachliche Ufklärig, denn ich hann au bii de Zahle vom RZ „mich gwunderet, ohne dass ichs hätt choné korrigiere wie Du das ebe chasch! Danke!
      Ciao, Arsi Vivendi

  21. Das Thema ist in einem größeren Kontext zu sehen: Seit 2009 findet eine Insolvenzverschleppung des fiat money system der Zentralbanken (BoE; FED; BIZ; PBoC; EZB) statt. Den Geld-Göttern gehen die Mittel zur Stabilisierung des Finanz- und Währungsmarktes aus, während die Realwirtschaft vor die Hunde geht. Deswegen muss das Rothschild’sche Schneeballsystem dringend neu gestartet werden (US-$ => RMB), ohne dass der Normalo mit bekommt, was da eigentlich vor sich geht. Das geht am Besten mit KRIEG bzw. mit REVOLUTION. Da sind dann die Massen entsprechend abgelenkt und der Wechsel kann im Hintergrund unbemerkt von ihnen vollzogen werden. {Siehe bspw. den zweiten Weltkrieg. Als der noch tobte, trafen sich die Finanz-Götter 1944 in Bretton Woods, stießen das britische Pfund Sterling vom Thron und installierten den damals noch durch Gold gedeckten US-Dollar als neue Weltleitwährung.}

  22. Ja … ein wunderbares Finanzdesaster kommt auf all die digitalen Leibeigenen zu … dumm nur, dass viele von denen bald keinen Job und kein Einkommen mehr haben und Steuerausfälle die Regel werden: Auch das mit Fiat-Geld zuschütten?
    Na … es wäre doch interessant, wenn wir Oekonomen hier nicht immer nur jammern – sondern mal versuchen, etwas Licht in’s Dunkel zu bringen, WIE wir in den nächsten 5 Jahren aus dieser Desaster-Welt herausfinden ???

    • Wie wir da wieder rauskommen, kann man in einem Wort erklären: Weltkrieg III.

      Krieg ist der einzige ökonomische Reinigungsprozess, der den Schalter wieder auf Null setzt, der zugleich die Überbevölkerung um einige hundert Millionen säubert. Die Fronten sind ja schon länger klar: USA/Europa vs. China/Russland, Austragungsort Europa.

      Eine Währungsreform wäre lediglich die Vorstufe von Krieg. Ich denke, vorher probieren sie es mit dem RFID-Chip, das ist dann der Punkt, wo ich aussteige.

    • Das mit Krieg als „einzigem“ Resetknopf ist ein Unfug, ein gefährliche obendrein. Es gibt andere, z.B. Währungsreform, partielle Enteignungen etc. Krieg will eigentlich niemand, selbst der Irakkrieg war ein Reinfall…

    • @Jo, sehe ich auch so, dass Krieg dumm und satanisch ist. Leider gibt es Leute an den Schaltstellen der Macht, die genau die Ansicht vertreten, die ich aufgezeigt habe. Und unsere Medien helfen schön mit Feindbilder aufzubauen.

  23. „Selbst an der HSG dürften die Erstsemester leise kichern, wenn der Professor aus Hilflosigkeit weiterhin die Mär von der sich vermehrenden Geldmenge bei gleichbleibender Produktion erzählt, und dadurch abhängig von der Umlaufgeschwindigkeit eine Inflation entstünde“
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    Diese Quantitätsgleichungen von Irving Fisher mit M*V=P*Q, und dann insbesondere die Annahme von Friedman in seiner Quantitätsgleichung M*V=P*T (T= Transaktionsanzahl) gingen davon aus, dass die Geldumlaufgeschwindigkeit V ein mehr oder weniger konstant leicht ansteigenede quantifizierbare Grösse sei, was bin in die 70er Jahre auch noch ziemlich zutraf.

    Nur nach 1980 machte sowohl V(M1) als auch V(MZM) Rock n Roll und es ging rauf und runter wie auf einer Achterbahn wie die beiden Graphiken gut zeigen.
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    https://fred.stlouisfed.org/series/M1V
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    https://fred.stlouisfed.org/series/MZMV
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    Theoretisch kann die Geldumlaufgeschwindigkeit bis wenig über Null fallen, null kann sie nie werden, denn dann wäre die Formel M=(P*T)/V wenn V = Null wäre, mathematisch eine Division durch Null.
    Negativ kann sie ebenfalls nicht werden, denn dann wäre die eine Seite der Gleichung negativ – das wäre dann schon Geld à la Antimaterie.

    • @ Claire
      Sachlich, fundiert und erst noch mit einer Brise Humor gespickt! Great!
      ciao, Ars Vivendi

  24. Die ganze Welt im gleichen Boot.Nur Gold und Bitcoin scheinen sich diesem Fluch zu entziehen. Bitcoin hängt aber von einem funktionierenden Internet ab (fragil, wie es gerade Trump herausfindet)und Gold wird über den Futursmarket künstlich tiefgehalten. China hat’s gemerket und kauft nun physisch alle möglichen Rohstoffe (inkl. physisches Gold).
    Hedged euch wie ihr könnt!

    • Richtig erkannt. Bei Bitcoin und Krypos wäre noch zu erwähnen, dass diese (ähnlich wei beim physischen Gold) nicht bei der Bank, sondern in der eignen Wallet gehalten werden müssen. Be your own bank.

    • Viel Spass beim Hedgen gegen Waffen. Diese Lektion mussten einige Gruppen auch im zweiten Weltkrieg lernen. Der mit der Waffe bekommt den Rohstoff. Besitz ist ein modernes Konstrukt, gestützt auf Gewalt, welches dieses Recht gewährt.

  25. Wo kommt das Geld her?
    Der eigentlich Zeugungs- und Befruchtungsakt dieser späteren Gelder kommt aber von den Staaten zu dem Zeitpunkt wenn sie Kreditschöfpung betreiben und Schulden aufnehmen – früher mal auf den Kapitalmärkten, mittlerweile lassen die Zentralbanken mittels magischen QE Prozessen diese Kreditpapiere zu fleischgewordenem „realen“ Geld werden, denn erst zu diesem Zeitpunkt wird das Geld real.
    Mindestens 35% aller weltweiten Staatsanleihen dürfte sich mittlerweise in den Bilanzen der Zentralbanken befinden durch das „QE-Wunder“ (& bei der SNB ein mühseliger, aber wenigstens erfolgreicher FX-Chrampf) zu zusätzlicher Geldmenge auf den Märkten gesorgt haben und dieser Trend ist noch lange nicht fertig. Billionen von Staatsanleihung sind kurz vor der „Fleischwerdung“.
    Der Sündenfall hat aber schon viel früher angefangen, z.B. schon damals nachdem der Futures Modernization Act 2000 völlig neue Möglichkeiten im Hypothekarwesen erschuf und zugleich auch einen Verbriefungswahn, was nichts anderes war als immer neue Kreditpapiere zu schaffen.
    Am Ende musste die SNB & Eidgenossenschaft auch um die 40 Mrd in die Bücher aufnehmen und dafür der UBS neuen Cash in Aussicht stellen. Am Ende ging die Geschichte sogar noch gut aus.
    Es gibt mittlerweile auf der Welt mehr Papierwerte als Realwerte, dieses Verhältnis ist vor wenigen Jahren gekippt.
    Kein Wunder wird Scheinvermögenswachstum fast nur noch durch höhere Bewertungen erzielt. Fragt sich nur noch wie lange das so weiter geht.
    Und ja die Kinder sollen die letzten unbeschwerten Jugendjahre noch geniessen, die goldene Aera 1960-2020 ist vorbei!

    • @Claire

      In der Überakkumulation des Geldes sehe auch ich den zentralen Pferdefuß des Geldsystems. Das ist solange kein Problem, als nicht das Geldsystem an sich sondern nur die Solvenz einer oder weniger kleinerer Banken in Frage gestellt wird. Wenn das Geldsystem selbst in Frage gestellt wird, fliegt der Laden ohnehin in die Luft. Frage an Sie als Expertin: Das mit den kaufmännischen Bilanzierungsregeln (bin kein Buchhaltungsexperte) ist halt so eine Sache. Wer hat die Regeln gemacht und wem nützen sie Ihrer Meinung nach?
      Beste Grüsse

    • Die SNB z.B. rapportiert einerseits noch nach SWISS-GAAP, wo unrealisierte Gewinne noch ausgewiesen werden, aber auch nach IFRS, wo es gar keine solchen mehr gibt, da nach dem FAIR Market Value bilanziert wird.
      Nur die SNB hat zumindest ihr EK-Zuwachs seit 2007 durch Zins- und Dividenden, sowie Kursgewinnen aus Umschichtungen schon mal realisiert, aber diese auch alle wieder reinvestiert.
      Aber es ist uns allen klar, wenn die SNB jetzt ein paar hundert Mrd ihrer Assets auf den Markt werfen würde, dann würde der CHF einen mächtigen Gump machen und der SNB ebenso mächtige Verluste bescheren. Auch wenn es streng buchhalterisch falsch ist, so sprechen viele bei der SNB von Buchgewinnen. Das kann man ja von mir aus so sehen, auch wenn es nicht wirklich stimmt.
      Interessant die FED – die hat ihre Goldreserven gerade mal mit rund 11 Mrd $ bilanziert, also gerade mal mit 42.22 US$ pro Unze, obwohl die eigentlich gut 500 Mrd $ wert sind. Gut bei gut 7.6 Billionen Bilanzsumme macht das den Braten auch nicht mehr feiss.
      Bis zur Finanzkrise waren die Regeln noch halbwegs in Ordnung, aber danach wurde denen erlaubt, dubiose toxische Schrottanleihen viel zu hoch in ihren Büchern zu bewerten, damit das Kartenhaus nicht schon vorher implodiert.
      Ausgeheckt werden solche Dinge vom
      https://en.wikipedia.org/wiki/International_Accounting_Standards_Board
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      Nützen tun sie sicher den Banken, denn ohne all diese Modifikationen würde manche von denen ziemlich alt aussehen. Auch bei den ganzen Stresstests wird mit allen möglichen Tricksereien gearbeitet, damit es nicht allzuschlecht aussieht.
      Und am liebsten verkomplizieren solche Gremien alles so weit wie möglich, damit nur noch sie und eine Buchprüfer- und Revisorenelite den Durchblick hat und damit auch fette Honorare einstreichen können. Da steckt meiner Meinung nach auch böswillige von Gier getriebene Absichten dahinter.

  26. Zum x-ten Mal derselbe Bockmist. Es wird nicht wahrer, wenn Sie es bis zum gehtnichtmehr wiederholen. Wer Lehmann Opfer vertreten hat (bzw deren Sprecher war), dem ist per se nicht mehr zu helfen. By the way ich kenne da ein paar Casino Besucher, die tatsächlich Geld im Casino verloren haben. Das hat ihnen gar niemand ausdrücklich gesagt…können Sie die bitte auch vertreten?