Genfer Billig-Onliner Strateo macht dicht

Angetreten als Preisbrecher, bricht Tochter von Frankreich-Bank Zelte in der Schweiz ab. Kunden bei Saxo, Mitarbeiter auf Strasse.

Die Genfer Strateo gehört der französischen Crédit Mutuel Arkéa. Ihre Geschichte in der Schweiz geht zurück auf 2009, als sie unter dem Namen Keytrade Bank hierzulande loslegte.

2012 wurde daraus die Strateo, diese landete vier Jahre später im Schoss der Arkéa mit Sitz in der Bretagne. Nun ist Schluss. Die Mitarbeiter landen auf der Strasse oder müssen im Mutterhaus einen neuen Job antreten.

Dies bestätigt eine Sprecherin der Arkéa. Man habe entschieden, die „Akitivitäten in der Schweiz einzustellen“, was „une dizaine de salariés“ treffe.

Also rund 10 Leute. Diese könnten bei anderen Einheiten weitermachen. Wer gehen will, dem helfe die Arkéa, um „rasch neue Opportunitäten“ zu finden.

Die Kunden hatte die Arkéa bereits zuvor an die Schweizer Saxo Bank verkauft, die der gleichnamigen dänischen Bank gehört.

Au Revoir in der Bretagne (Strateo)

Das Ende von Strateo passt zum Trend. Unzählige Auslandbanken haben seit dem Ende des Bankgeheimnisses ihre Ableger in der Schweiz aufgelöst.

Dass auch Strateo dieses Schicksal ereilt, kommt trotzdem überraschend. Die Bank hatte mit viel Werbung Tiefstpreise fürs Online-Trading versprochen.

Daneben schien die Swissquote, eine führende Online-Handelsbank, geradezu ein Preistreiber.

Gefruchtet hatte die Billig-Strategie wenig. Die Swissquote verkündete soeben neue Rekordzahlen, die Strateo verschwindet von der Bildfläche.

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Kommentare

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  1. Schade. Wollte eigentllich einen Teil meines Kapitals von Swissquote auf Strateo umschichten. Daraus wird nun nichts. Saxo möchte ich nicht. Tradedirect ist teuer. Die Auswahl ist nach wie vor mickrig. Zum Teil haben sie nicht mal TSX-Venture oder ASX im Angebot, OTC-BB schon gar nicht.Ins Ausland verschieben kommt auch nicht in Frage – mit Lynx habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Die kochen mit der selben Suppe, wie Interactive Brokers.Bleibt also vermutlich doch nur Degiro, obwohl die mir zu sehr auf billig machen.

  2. Die sicherste und beste Variante der Online-Anbieter bleibt Tradedirect. Dahinter steht mit der BCV die zweitgrösste Kantonalbank.

  3. Mit der Stempelabgabe hat der Standort Schweiz so oder so ein Problem bei Kunden, die viele Transaktionen durchführen und entsprechend preissensitiv sind. Die verschieben ihre Gelder alle ins Ausland. Im Zeitalter von Robinhood, Trade Rebulic, Degiro oder Interactive Brokers braucht es eine nicht wirklich günstige Strateo nicht.

    • Für eine Weiss-Strategie mit ordentlichem Steuernachweis, dessen Zahlen man einfach in 5 Minuten übertragen kann… Ich war selbst bei Interactive Brokers, um Daytrading zu testen. „Glücklicherweise“ hatte ich weder Gewinn noch Verlust und habe mich entschlossen, die 14 Seiten Ausdrucke meiner Handelsaktivität zu recyclen statt irgendwie zu interpretieren und an die Steuerverwaltung einzusenden. Insofern hatte ich unterjährig das Konto bei IB eröffnet und wieder geschlossen. Ich kann damit leben.

  4. Strateo hatte nie eine Plattform die auch nur annähernd mit Swissquote mithalten konnte. Der Kundenservice war jederzeit einwandfrei.

    • Richtig, nur Zug unterstützt solche Kryptoschlammbuden noch, das ist eine Schande.

  5. Strub daran ist, dass 2020 neue Fonds-Angebote gezimmert wurden, selbst der Steuerausweis hat ein Facelifting erfahren. Parallel und ohne das Wissen der Mitarbeiter hat man den Laden zu der hier gescholtenen saxobank (Inaktivitätsgebühr) verkauft. Mühsam ist halt, wie schnell so etwas gehen kann und ja, dass man denen dann noch Transferkosten hintennachwerfen kann, wenn man nicht mitgehen will. Doch wohin? Zu Swissquote, die ja zur Zeit lahmt? Zu Cash zweiplus, deren Preislisten vor Fussnoten („externe Kosten werden weitergegeben“) nur so strotzen? Eigentlich ist das wie die Wahl zwischen Pest und Cholera.

  6. Billig ist nicht gleich gut! Die Spesenritter werden langfristig nicht glücklich. Swissquote ist beispielsweise für Durchschnittsanleger nicht wirklich billig, trotzdem erfolgreich. Darum kann man seine Börsengeschäfte auch online bei seiner Hausbank machen (ausser man ist Grossbankkunde) – doch bei Raiffeisen und Co. erhält man ganz anständige Courtagen, im Rahmen von Swissquote.