Vontobel dümpelt, Staub triumphiert

Weniger Gewinn, nur Digital Investing boomt: Für CEO höchste Zeit, im Vorzeigebereich Assetmanagement durchzugreifen.

Zeno Staub, Dr., steht seit 10 Jahren zuoberst in der Bank Vontobel. Weitere 10 Jahre könnten folgen.

Denn Staub hat nun überall die Macht an sich gerissen. Roger Studer, Chef Struki: weg. Axel Schwarzer, Chef Assetmanagement: weg.

Einzig der Leiter des Bereichs Private Banking, Georg Schubiger, bleibt auf seinem Stuhl. Vom Typ her keiner, der Staub am Zeug herumflickt.

Die Folgen sind klar. Zeno Staub sagt nun im Assetmanagement und im Struki-Geschäft, wo’s langgeht.

Die zwei starken Fürsten, Schwarzer und Studer, stehen ihm nicht mehr im Weg.

Die Bank sagt, Schwarze sei „schon über 60“, der Abgang aus der operativen Spitze sei „seine Entscheidung“ gewesen, „die in dem Alter auch nachvollziehbar sein sollte“. Schwarzer bleibe als VR in der Gruppe.

Staubs Macht-Demonstration hängt mit den Zahlen zusammen. Im 2020 sind diese wenig berauschend ausgefallen.

Herbert „Joe“ Scheidt, Zeno „Leonid“ Staub: zusammen 39 Jahre VT (Vontobel)

In allen Bereichen dümpelt das Geschäft, einzig im neuen Digital Investing unter der Leitung eines Internet-Nachwuchsstars gehts vorwärts.

Von 160 auf 180 Millionen Franken Einnahmen.

Sonst: Rossbreiten.

Das Assetmanagement unter Axel Schwarzer verlor seinen Schwung, die Erträge stiegen nur minim, von 510 auf 515 Millionen.

Das Gleiche beim neuen Kompetenzzentrum „Platforms & Services“: ein Sprüngli. Im Wealth Management, also dem Private Banking, zeigte die Richtung gar nach unten, von 429 auf 424 Millionen Einnahmen.

Zenit überschritten? (VT)

Kein Zug im Haus, sondern Stille und Stagnation – dies im grossen Covid-Jahr, in dem die UBS in ihrer Vorzeigedivision Vermögensverwaltung um 20 Prozent hochschoss.

Staub will mehr. Die Zahlen können ihn nicht zufriedenstellen. Auf Gruppenstufe resultierte beim Gewinn ein leichter Rückgang. Verdiente die Bank 2019 265 Millionen, waren es im letzten Jahr noch 259 Millionen.

Ende 2019 hatte Staub den grossen Umbau verkündet. Wir sind ab sofort nur noch für die Kunden da.

Alle Banken gingen im 2020 durchs Dach. Alle? (VT)

Was denn sonst?, fragte man sich. Doch die Folgen waren – intern – einschneidend: Das ganze Investmentbanking, einst der Haupt-Gewinnlieferant, wurde zerschlagen.

2020 kam dann das Assetmanagement an die Reihe. Axel Schwarzer, der nach „Sonnyboy“ Studer zur Gewinnlokomotive wurde, durfte seine Sachen packen.

Als Nächstes räumt Staub im alten Schwarzer-Laden auf. Dessen Schützlinge sind degradiert oder haben die Bank bereits verlassen.

Staub hat vor wenigen Wochen den langjährigen Fixed-Income-Chef herabgestuft und an dessen Stelle einen neuen Bigboss fürs Zinsengeschäft berufen.

Bereits vor 2 Jahren war der Leiter Multi-Assets von Bord gegangen und durch einen Manager aus dem alten Raiffeisen-Reich ersetzt.

Die zwei Abgehalfterten bildeten zusammen mit Superchef Schwarzer das „Asset Management Committee. Dieses überwachte die Leistungen der Fondsmanager, darunter jene von Schwarzers Nachhaltigkeits-Cracks, der intern zu reden gibt.

Die Personalien sind mit teilweise erschreckenden Leistungen verbunden. Mit gewissen Fonds, die beispielsweise bei den Kleinkunden von Partnerin Raiffeisen landen, „erzielte“ die Vontobel miserable Renditen.

Minus 4,3 auf Index in 11 Wochen (Raiffeisen)

Der EuroAc lag über seine gesamte Laufzeit im Vergleich zum Benchmark bei minus 258 Prozent. Mitte Oktober wurde der Fonds durch den EuroAc II abgelöst.

In den zweieinhalb Monaten kam es nochmals zu einem minus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Benchmark.

Dies in einer Zeit, als die Börsen durch die Decke gingen. Staub will nun offenbar mit neuen Vertrauten die vermeintliche Perle namens Assetmanagement neu ausrichten.

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Kommentare

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  1. Every desk head / team head at VT has clients and is accountable with their own individual targets. Very few managers are just “managing”, exception division and region heads.
    You look at all the failed bankers (client advisors) at CS/UBS/Baer who take on so called managerial roles having never seen the face a of a real client in their life. They hide behind managerial positions and bureaucracy. That’s what makes VT successful.
    Most of those so called managers can’t even read or write. Totally illiterate. Take one look at Baer.
    VT is a highly productive bank not concerned with sham bureaucracy which empowers only incompetence.

  2. Hmmm, Vontobel will im Asset Management an Boden gewinnen mit einem VR der bei der Allianz nicht so erfolgreich war wie es tönt.
    Ging er wirklich aus freien Stücken. Da hört man ganz anderes. Arme VT

    • Der moderne Hausmann galt noch nie als fleißig. War schon immer ein Selbstoptimierer. Bei der Allianz hat man viel zu lange weggeschaut

  3. Die beste Bank, nur gestern war der Aktienpreis minus 7%.
    Her moderne Privatier und „Hausmann“ wird neuer VR 🧐🤣😂🤭… Der wird auch mehr an seinen Investments Zeit verbringen, anstatt die Banker überprüfen zu wollen.
    Immerhin kann er die Spesen freigeben und im Gegenzug einreichen.
    Scheidt tat dies seid Jahrzehnten so.

  4. Die schwächste Leistung zeigt die Bank Vontobel, ihr Ruf eilt ihr schon seit Jahrzehnten weit voraus, im Private Banking, ihrer Kerndisziplin, die Konkurrenz ist grösser und wohl sehr viel erfolgreicher geworden, die AUM’s stagnieren. Das Management hat immer wieder zweifelhafte Persönlichkeiten nach oben gespült, das hat viel Geld und viel Gesamtperformance gekostet.

  5. Vontobel hat in 2018 die Notenstein Bank gekauft für rund 700mio, positive Effekte daraus? in 2019? in 2020? Kein einziger Kommentar dazu bei den heutigen Jahreszahlen. „Reden wir lieber nicht darüber“ könnte man sagen… bauen wir lieber den Laden um und reden darüber:) 700mio !
    In Singapur und Hongkong wurde gross und teuer expandiert, stolz in vergangenen Geschäftsberichten dazu erzählt. Heute noch Thema? lieber nicht.

    • Der stillgelegte Strukti-König… Hat er nun schon eine Lizenz für seine angehenden EAM-Investoren erhalten?
      Das Wachstum soll in Singapore schon 2stellug sein, bei anderen Banken.
      Seit 2 Jahren dort, ohne Erfolg nur viel Geld verbrannt. Immerhin wird die schöne Hütte und die Eliteschule von Vontobel bezahlt, warum auch etwas dafür leisten. Die gratis erhaltenen Aktien sollen fast schon in 3stelliger Millionenhöhe sein.

  6. Vontubel – die Steueroptimierer und damit Profiteure der schweizerischen Zwangssteuerzahler – mit einer Personalpolitik, welche seit Jahrzehnten die Leute im Maschinenraum ins Burnout treibt – ist die Bank in der jämmerlichen Banksterbande der Bananenrepublik Schweiz!War denn der staubige wenigstens wieder einmal beim Friseur, bzw. bei dem, welcher sich als Friseur bezeichnet?

  7. Die Tatsache, dass es VT gelungen ist, einen starken Nettoneugeldzufluss von 14,8 Mrd. – plus 7.4 % – zu erzielen, wird natürlich geflissentlich unterschlagen. Der Neid über eine erfolgreich geführte Bank schimmert unübersehbar durch !

    • Neugeld hat keinen Wert. Früher hat man NNA mit steigenden Erträgen in der Zukunft verbunden. Heute kosten NNA im schlimmsten Fall sogar noch Negativzinsen. Es gibt sehr viel parkiertes Geld überall. Wer NNA will, bietet Einlagen ohne Einschränkungen zu 0%. Das ist keine Leistung, jede Bank könnte das.

    • Erhalten Sie eigentlich Kickbacks pro positiven Beitrag zu Vontobel oder wird dies direkt via Bonus geregelt? Eine sogenannte SMARTe Zielvereinbarung…

  8. Umbau kostet kurzfristig Geld, langfristig wird es sich aber auszahlen mit besseren Gewinnzahlen. Staub ist der richtige Mann mit Visionen, auch wenn dies dem Haessig nicht passt. NB. In der “alten Besetzung” wurden gravierende Fehler gemacht (Beispiel: Apple Fehleinstufung nur Tage vor Gewinnzahlen, trotziges Festhalten an Meyer Burger Empfehlung)etc.etc.) Es musste etwas passieren; Staub packt es an!

  9. Schubiger ist ein Choleriker der selber nur wenige Kunden zur Bank führen konnte. Ein Vorgesetzter sollte Vorbild sein, aber hier ist der Mann zu weit entfernt.
    Er drückt die untergebenen RM’s, während die Darlings der Spartenleiter sich fürstlich ausruhen können. Den Fleissigen wird der verbliebene Bonus gesenkt.
    76% verdienen unterhalb CHF 110’000 und 84% unterhalb 150K pro Jahr (Vontobel-Durchschnitt =CHF 386’000.- pro Jahr).
    Das ist kein gutes Geschäftsgebaren, aber die HR-Dame möchte sich halt auch nicht exponieren. Es gilt der Führungsgrundsatz, wer aufmuckt, dem wird der Anstellungsvertrag aufgelöst. Feine Denunzianten-Gesellschaft, welche die (schönen) und Reichen bedient.
    Kaufen Sie Bitcoin, die sind begrenzt und geben keine Minuszinsen. Die Steuerparadiese werden die Krypto-Währungen niemals verbieten, weil dort nur scheinbare und kaum schlagkräftige Finanzbehörden bestehen. Ray Dalio wird das selbe tun, aber dies erst melden, nachdem er kaufte und es meldepflichtig wurde 😉

    • Culture: where you aren’t surrounded by crooks and imposters. Where people actually work for a living. Where advisors guide their clients through every aspect of life sincerely and with integrity. Where there are very few freeloaders.
      The biggest difference is there are very few “managers” at VT. By that I mean managers who’s job is just to manage. Rent seekers producing no value.
      Take one look at the cultures at Baer, CS, UBS and you soon wonder how did Vontobel ever manage to keep these outside it’s doors.
      That is it’s greatest achievement.

  10. Digital Investing = Trading

    Wie bei fast allen anderen europäischen und anglo-amerikanischen Banken hat auch bei der kleinen Vontobel das Trading im letzten Jahr den Unterschied gemacht. Vielleicht war es zu früh für den Abgesang auf das Investmentbanking mit einem renditestarken Kapitalmarktgeschäft, gerade in volatilen Zeiten. Die jüngsten Entwicklungen rund um GME etc. zeigen, dass eine Generation nachwächst, die sich nicht mehr mit 6-7% p.a. Performance aus dem veralteten, aktiven Fondsmanagement zufrieden gibt. Traden lautet die Devise und genau hier könnte sich (Fast)Boomer-Zeno verspekuliert haben. Einfach nur Managementgebühren aus bestehendem, verwalteten Vermögen generieren und dies als grossen Erfolg feiern, ist einfach auf Dauer einfach zu wenig und kann auch nicht den Ansprüchen genügen. Mich würde es deshalb nicht wundern, wenn der Bereich Digital Investing/Trading auch in den kommenden Jahren einen substantiellen Beitrag zum Vontobel-Ergebnis beisteuern wird. Denn, wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.