Boni-Party im CS-Trading, Tristesse in der Schweiz

Einmal mehr räumen Angelsachsen im Investment Banking ab, Schweizer Arbeitsbienen machen Zweite. Viele gehen leer aus.

Nichts Neues bei der Credit Suisse. Die Nummer 2 des Landes vergoldet ihre Trader und „Rainmaker“ in London und New York. Umgekehrt hält sie die Private- und Retail-Banker in der Schweiz knapp.

Das zeigen die Couverts mit den Boni, welche die CS-Chefs letzte Woche ihren Mitarbeitern verteilt hatten.

Die Zweiklassengesellschaft – hier die Schweizer, da die Angelsachsen – hat sich im Corona-Jahr zusätzlich akzentuiert.

In den CS-Zentren am Paradeplatz, an der Europaallee beim Hauptbahnhof und im Üetlihof am Fusse des Zürcher Hausbergs herrschte bei zahlreichen Mitarbeitern blankes Entsetzen.

Sie erhielten praktisch keinen Bonus fürs 2020. Vielen anderen in den Divisionen Schweiz und International Wealth Management wurde der Leistungsteil derweil um 30 bis 50 Prozent gekürzt.

Umgekehrt knallten die Korken in den Handelsräumen auf der Insel, in Übersee und teilweise in Fernost. Dort stiegen die Boni, zumindest blieben sie so hoch wie im 2019.

Hier Tristesse, dort Party-Time.

Es ist das alte Lied. Die Zahlen geben der ungleichen Verteilung nur oberflächlich recht.

Die CS meldete letzte Woche zwar einen Anstieg bei den Einnahmen in der Investmentbank um einen Fünftel.

Umgekehrt halbierte sich der Gewinn in der Swiss Universal Bank als Schweizer Division nahezu, vermögende Privatkunden suchten das Weite.

Den Siegern gehört die Welt, nicht?

So einfach ist der Fall CS nicht. Die guten Gewinne in der Investmentbank haben nicht viel mit Leistung zu tun.

Sondern mit Panik und Gier der Kunden. Diese handelten letztes Jahr wie verrückt. Hinzu kamen Firmen, die dank Gratisgeld auf dem M&A-Markt kauften, was zu haben war.

Die Schweizer Arbeitsbienen hatten zu tun wie selten. Das Covid-19-Hilfsprogramm von Bern und Zürich forderte Extraeinsatz. Auch hiesige Kunden bestürmten ihre Berater.

Die Spitze der CS, Präsident Urs Rohner und CEO Thomas Gottstein, beschworen die Mitarbeiter, sich angesichts der Krise solidarisch zu zeigen.

Nun finden viele CS-Leute, die Solidarität sei einseitig verteilt.

Die Bank betont, dass die Boni global über alle Bereiche gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent sinken. Die Unternehmensspitze würde ein besonderes Zeichen setzen.

„Der Verwaltungsratspräsident, der CEO und alle Mitglieder der Geschäftsleitung haben zudem auf 2020 auf freiwilliger Basis zugesagt, während sechs Monaten auf 20% ihres Fixsalärs zu verzichten und diesen Anteil zu spenden.“

Das Hilfsprogramm für die KMU sei für die Bank kein Geschäft, sie wolle „am Covid-19 Kreditprogramm nichts verdienen und hatte gesagt, dass ein allfälliger Gewinn gespendet“ würde.

Die Boni der Spitze werden Mitte März offengelegt. Ein starker Rückgang wäre eine Überraschung.

Das sorgt für Nervosität bei Wirtschaftsführern im Land. Diese befürchten Aufruhr im „Volk“, das unter Covid leidet.

Die Banken sind bisher die grossen Profiteure der Krise. Gefährdete Kredite übernimmt der Bürger, von der Notenbank erhalten sie grossen Spielraum beim Negativzins durch eine massiv ausgeweitete Freigrenze.

Umgekehrt lassen sie die Kunden mit Minuszinsen zur Ader. Boni für die Chefs mit geschenkten Geld des Staats – so das Motto. Das kann die Debatte um die hohen Entschädigungen in der Finanzindustrie befeuern.

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Kommentare

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  1. Habe auch die schnauze voll, zum kotzen ist das, ein armutszeugniss wie die Boni verteilt wird. Traure der alten ehrenwürdige BANK LEU hinterher

  2. Ich bin schockiert über die neuen Durchschnittssaläre der ZKB. Eine Bank, welche die Gelder mit Ihrer Staatsgarantie schlichtweg auswählen kann, entlöhnt ihre Mitarneiter neuerdings mit durchschnittlich CHF +200k pro Jahr. Die Bonikulutur scheint dort ein neues Level erreicht und welches der CS übertroffen zu haben.

  3. Ich habe lange gedacht „never ever CS again“, aber es kommt wirklich auf den Bereich an. Nach meinem Wechsel in eine andere Division kann ich behaupten dass ich extrem gern arbeite. Ich bin Backoffice und habe bereits 2 Salär Erhöhungen innerhalb 9 Monate erhalten, sowie einen sehr zufriedenstellenden Bonus (welcher nicht um 20% gekürzt wurde).
    Nun bin ich sicher dass man lediglich sagen sollte „Augen auf bei der Manager Wahl“ anstatt „nie wieder XYZ“. Mein jetziger Manager kämpft wirklich darum die motivierten bei Stange zu halten. Aber leider hat meine Erfahrung auch gezeigt: so ein Management ist ein Sechser im Lotto. Sehr selten. Man muss eben gute Leute ins Management packen und nicht die Lauten und Beliebten. Ich persönlich war bereits im Line Management und habe mir selbst eingestanden dass das nix ist. Daher hab ich das direkt verworfen. Auch wenn es meiner Karriere vll gut getan hätte. Schlechte Manager können alles kaputt machen.

    • Wow, was für ein qualitativ hochwertiger Kommentar. Danke für dieses Gedankengut. Ich hoffe auf der Arbeit leisten Sie mehr

  4. Eine solche Bank wird nie kapieren, dass das Modell unternehmerisches Risiko versus persönliche Anreize, zu nichts anderem, als dem Untergang auf Raten führt. Man hat nicht das Gefühl, dass man sich bewusst ist, dass sich die CS der „Konspiration“ gegen die USA schuldig bekennt hat.

  5. Mit wenigen Ausnahmen ein jämmerliches Frustriertengeschreibsel der lieben Kommentatoren.

    Hässig macht’s sich aber auch enfach. Immer geht es um die da oben und die da unten, die dort drüben oder hier vor Ort, um Ausländer (huch!), meist natürlich ohne Ahnung aber mit grosser Schnauze, und Einheimische (mit natürlich mega-viel Ahnung, dafür im Sprchen etwas unbeholfen).

    Nun, welche Leute holt man denn ab mit dieser vereinfachten Weltsicht? Verlierer oder Gewinner? Frustrierte oder Glückliche? Negativlinge oder offene Leute? Um noch einen drauf zu geben: SP-ler/SVP-ler oder FDP-ler?

    • Der Kommentar zeugt von ziemlicher Ahnungslosigkeit – wahrscheinlich selbst ein Power Point Schlagwort Experte.

  6. Früher gab’s Piraten und Raubritter, heute die CS & Co.

    Was lernen wir daraus: Hotory repeats itself und der Mensch lernt nichts daraus…

    Captain One-eyed Willy, äh Captain Godstone, Helpstone und Rohn-eye

  7. CS zwingt keine Mitarbeiter ewig bei der Bank zu bleiben. Für ein B – Berater sind Chf 150.000.— “total compensation” mehr als genügend. A – Berater kriegen viel mehr und bleiben gern wo sie sind.

  8. Hauptsache alle „Chefs“ erhalten für ihre Schleimspur einen fetten Bonus. Nach oben buckeln, nach unten treten. Wer nicht „Chef“ ist hats nicht besser verdient.

  9. Aus der Erfolgsrechnung ergibt sich, dass das Cost/Income Ratio in den Bereichen, wo die Angelsachsen das Sagen haben, negativer ist, als dort wo die Schweizer dominieren. Frägt sich auch, wer das Geschäft ursprünglich hereinbringt und wie der Gewinn darüber verteilt wird. Eine zentrale Frage, wie man den Bonus verteilt. Ist die Investmentbank der CS in New York und London fähig eigene Geschäfte hereinzubringen oder ist sie nur der Wurmfortsatz der ursprünglich in Zürich kreierten Geschäfte. Es ist nun einmal die Realität, dass Amerikaner wie Ausländer für lukrative Geschäfte im Investmentbanking (Fusionen etc.) nicht die CS in New York konsultieren, sondern US-Firmen wie Goldman Sachs und JP Morgan Chase bevorzugen. So ist die Schöpfung von angeblich originärem Gewinn der Angelsachsen erklärt.

  10. Und genau solche Aktionen werden dazu beitragen, das solche grossen Banken ein Auslaufmodell sein werden. Sicher wird es noch ein paar BigPlayer geben, die sich in diesem Umfeld wohlfühlen, aber ob das ausreichend wird, sich eine so grosse Organistaion zu halten ? Ich wage es zu bezweifeln.
    Die jetzt langsam entstehenden simplen Onlinelösungen eines Bankwesen werden den Grossen in Zukunft den Rang ablaufen.
    Wenn man mal überlegt, was brauche ich den für mein finanzielles Wohlergehen ? Jemanden, über den ich zuverlässig meine Zahlungen abwickeln kann. Wenn ich in Wertpapieren mache informiere ich mich jetzt schon lieber im Internet als beim RM einer Bank.
    Und was bleibt dann noch für CS, UBS ???

  11. und die 99% null Risk Taker (execution only, für Trades die sie nie angefasst haben weil STP + schatten Buchhaltung ) im UH 12. Stock haben sicher auch abgesahnt….

    • Dir is schon bewusst dass IB und Retail/PB unterschiedliche Geschäftsfelder sind? Das is ja das Tolle hier an IP, jeder kann hier reinrufen und meckern, wie beim Fussball. Am letzigrund hats auch zehntausend bessere trainer

  12. Mich packt das „blanke Entsetzen“, wenn ich mir vorstelle, ich wäre noch Angestellter bei dieser ‚Bank‘!

    • Solange ich in harter Währung statt Aktien(optionen) bezahlt würde, wäre mir das sch-Wort egal. Einfach nicht länger als die gesetzliche/vertragliche Kündigunsfrist in die Zukunft planen.

  13. Wie wäre es, wenn endlich mal das völlig überbezahlte und unfähige Management
    (20% minus=lächerlich), ein deutliches Zeichen bei sich selber setzen würde!

    • 20% Minus über 6 Monate heisst 10% des Jahreslohns. Der wohlgemerkt nur einen Bruchteil der Total-Compensation aus Fixum, Cash-Komponente und LTIP (oder wie das Vehikel in der Zwischenzeit auch heisst) ausmacht. Wenn es hoch geht, haben die Damen und Herren auf 2% eines Jahressalärs verzichtet, der Vergütungsbericht 2020 wird es wohl elegant verschleiern…

  14. Jedes Jahr das gleiche Spiel. Leider. Das ist Gleichbehandlung bei der CS. „Go back to the roots“. Keine Boni mehr wie früher.

  15. In diesem Artikel wird kein einziger Beweis mit nominalen Bezugswerten dargestellt. Bitte besser recherchieren, sonst nicht glaubwürdig

  16. Für welche „Leistung“ erhielten die überaus zahlreichen CS Compliance Officer Boni zwischen 4 und 8´000.- CHF?

  17. Wer heute noch Aktionär, Mitarbeiter oder Privatkunde bei der CS ist, dem ist ohnehin nicht zu helfen.

    Die Strategie der Zerstörung in Raten verfolgt der VR und das jeweilige Top Management seit mehreren Jahren mit grosser Ausdauer. Anstatt Brösel vom Tisch zu erbetteln, würden sich die unzufriedenen Mitarbeiter besser anderswo bewerben. Dieser Prozess mag bei den einen vielleicht Jahre dauern. Aber jemand, der keine Alternativen hat muss sich nicht wundern, wenn ihm auf der Nase rumtanzt. Punkt.

  18. Wie oft kommt die Story denn noch – die armen Schweizer, die gefrässigen Angelsachsen – nun bereits das 100te Mal bei IP.

    Wenn ich sehe, was hier bei den Schweizer Banken in der Schweiz an Boni gezahlt wird und dann noch sich beschweren, da andere etwas mehr bekommen – die typische Schweizer Neidkultur – pfui!

  19. Die Bonuskultur war grossteils verantwortlich für die Crashes von 2008 und 1987, nebst ein paar kleineren “Korrekturen” dazwischen, deren Ausmass sie zumindest substantiell verschlimmert hat. Es ist ja auch vollkommen klar, warum: Entscheidungsträger einer grösseren Publikumsgesellschaft, auch wenn sie Aktionäre sein mögen, beziehen wesentliche Teile ihres Einkommens und Nettovermögens nicht vor allem aus Wertsteigerungen oder gar Dividenden ihrer Aktien (die viele ohnehin nur in symbolischem Umfang halten). Cash Cow ist auch sehr oft nicht das Salär selbst. Vielmehr ist es der Bonus, und diese Zielgrösse wird, von vielen rücksichtslos, maximiert. Wenn ich ein paar Millionen Bonus kassieren kann, interessiert es mich da, wie es dem Laden in 5 oder 10 Jahren geht? Ob ja, das hängt nur von der Höhe des Bonus ab, sonst von gar nichts – allenfalls noch von meiner Fungibilität zu einem anderen Futtertrog, also von meinen Chancen auf Jobwechsel. Bonuskultur fördert die Mentalität der Madame de Pompadour: “après nous, le déluge.” Daran gibt es nichts herumzutheoretisieren oder herumzuethisieren, es ist schlichtweg die menschliche Natur.

  20. 1) wer ein Konto bei der CS hat ist selber schuld 2) das der Staat die CS unterstützt hat und beizeiten wieder tut sagt mehr noch über Bern aus als über die CS 3) arme Kerle die bei der CS Schweiz arbeiten müssen und sonst wo keine Platz finden

    • Ich bin bekennender CS Kunde und mit der Verwaltung meines Kontos mehr als zufrieden. Der Internetauftritt ist stabil und einigermassen übersichtlich. Meine Zahlungsanweisungen werden pünktlich ausgeführt, ich kann sie in die Zukunft terminieren und auch dann klappt die Zahlung. Ich habe an allen Ecken und Enden in der Stadt einen Geldautomat, über den ich mich mit Bargeld – ich liebe das Bargeld – versorgen kann.
      Für diesen Umfang an Leistungen der CS nutze ich sie gerne und werde sie auch weiterhin nutzen.
      Diese Bonusunart – oben viel und unten wenig – egal wie die Leistungen waren, gibt es bei jeder Bank. Ist eben nicht so wie bei Porsche…

    • @Michael
      Wie ist es bei Porsche? Jeder erhält den gleich hohen Bonus? Kaum oder doch?

  21. Lieber Herr Hässig

    Jedes Jahr die gleiche Schlagzeile hier: „Angelsachsen / Trader“ mit Top Boni – während die Backoffice Mitarbeiter leer oder mit niedrigen Boni sich zufrieden geben müssen.

    Jetzt mal ganz nüchtern betrachtet:
    – hat jemand die Leute „gezwungen“ bei der Bank zu arbeiten
    – hat niemand vor Stellenantritt gewusst, dass in der Bank die Händler die Halbgötter sind, und entsprechend zu entlöhnen sind
    – hat ernsthaft jemand der Arbeiterbienen gedacht, er könne an diesem Modell was ändern?

    Eben!

    Sollen doch alle zufrieden sein, eine Arbeit zu haben und eine schöne gefüllte Pensionskasse.

    Viele träumen aktuell in der Schweiz davon.

    Gruss
    ein ex-Banker

    • Noch nüchterner betrachtet: hat sich einer der CH Banker beklagt? Nein es ist rein auf Lukis Mist gewachsen, denn damit kann er hetzen, den Hass schüren und Klicks generieren

    • @exbanker

      sie haben ein lang von der leistung anderer ihr sinnfreies leben gefristet
      und meinen wohl heute noch sie stellen was dar.

  22. Gottstein wurde neben dem Golfplatz im „Risk Taker“ Club sozialisiert. Jemand der weniger als 700’000 verdient interessiert ihn nicht, so einer kann nichts taugen. Unter Gottstein wird die Abzockerei weiter zunehmen.

  23. hässig braucht wohl 2 leben um zu kapieren wer die kapitaldiktatur rennt oder den ehemaligen cashbunker schweiz kreiert hat.

    sein ewiges tellerrandgekriezel dient höchstens dem inside züri pöbel,
    der moderne bänker mit horizont kann mit hässig, geiger und stöhlker
    höchstens seine lachmuskeln trainieren.

  24. Wenn es bei den Bankern gewiefte Führungskräfte gäbe, würden diese ein für alle Mal mit diesen unsäglichen Boni aufhören. Die Lohnsumme erhöhen und fertig. Solche Exzesse setzen falsche Anreize. Die Führungskräfte würden Ihre Banken und sich selber in ein besseres Licht stellen. Aber ich denke die Raffgier ist mit grossem Abstand bei vielen an erster Stelle.

  25. Die CS weist ca. 1000 MD bei der Einheit Schweiz auf – dann noch die MA im Direktionsrang unter den MD’s – jeder dieser MA im Direktionsrang, welcher keine Funktion in der Aquisation von Neukunden hat bzw. dises Ziel nicht erfüllt hat, sollte der Bonus komplett gestrichen werden.MD’s die lediglich Listen ziehen und Sitzungen einberufen, sollten freigestellt werden.

  26. Die CS Spitze fordert vom Personal Solidarität und Loyalität in der Krise.

    Beim kleinsten Windstoss lässt die CS Spitze aber Ihr Personal fallen wie eine heisse Kartoffel und liefern Sie emotionslos ans Messer.

  27. Vermutlich fühlt es sich gut an in der GL der CS – das meine ich nicht mal böse: man verzichtet auf 20% Gehalt, auch wenn das für die Aussenwelt nach nix tönt, dann ist es für die GL der CS doch ein lobenswerter Verzicht. Aber es zeigt auch wie losgekoppelt die Führungscrew am Paradeplatz ist: man spricht nicht mehr mit uns, man ist weit entfernt und die Bank hat keine Strategie und Werte mehr denen man nacheifert. Wieso nicht mehr am Sinn und Zweck arbeiten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermitteln, wofür sie am Morgen aufstehen? Kleiner Tipp von einer kleinen Arbeiterbiene

    • Motivieren? Die Leistung der Geschäftsleitung für die Angestellten und Angestelltinnen ist einfach, dass es den Laden überhaupt noch gibt.

      Unter den Einkommensmillionären zählt nur: wie kann ich persönlich noch ein weiteres Jahr partizipieren und meine Schäfchen ins Trockene bringen.

      Niemand von denen hat eine Strategie für die Firma.

      Es werden Nebelkerzen wie CSX gezündet, wo die GL sich nach aussen hinstellen kann „schaut, das haben wir auf die Beine gestellt“, aber das wird nie substanziell Einnahmen generieren.

  28. Die eigentlichen Gewinner der Covid Kredite sind die Banken – wer kann sich selber schon indiesem Ausmass mit Steuergeldern helfen, hat die Frechheit sich asl Retter zu positionieren, kann hohe Boni auszahlen, kann sein eigenes Kreditexposure stützen und besitzt dann noch die Frechheit nachträglich daraus ein Geschäft machen zu wollen??? Nicht Retter der Nation, nein, Optimierer der Selbstrettung auf Kosten der Steuerzahler. Warum nur blieben die Auszahlungen der Covid+ Kredite – bei denen die Banken selbst 15% auf die Bücher nehmen müssten – auf einem sooo tiefen Niveau??? Jede Banke konnte, keine wollte…

    • Na, na bitte auf dem Teppich bleiben. Wer, ausser den Geschäfts-Banken, hätte denn ihrer Meinung nach das Management der Covid-Kredite (welche notabene zumeist einen verschwindend kleinen Anteil am gesamten Kreditvolumen ausmachen) durchführen sollen?

  29. CS Mitarbeiter verhalten sich oft wie Schafe und lassen sich wohl alles bieten.
    Es gehört zur Kultur dieser gescheiterten CS.

    Schuld tragen Menschen wie Urs Rohner und Romeo Cerruti, welche diese Kultur massgeblich prägen. Man muss hier Pferd und Reiter nennen.

  30. „So einfach ist der Fall CS nicht. Die guten Gewinne in der Investmentbank haben nicht viel mit Leistung zu tun.

    Sondern mit Panik und Gier der Kunden. Diese handelten letztes Jahr wie verrückt. Hinzu kamen Firmen, die dank Gratisgeld auf dem M&A-Markt kauften, was zu haben war.“

    Kurze Frage -> ist es im Private Banking nicht auch so? Wenn die Kunden Wertpapiere kaufen „wie bescheuert“, hat das auch nur bedingt etwas mit der Leistung des Mitarbeiters zu tun – im Unterschied zum Investmentbanker ist das Volumina (auch in Summe) deutlicher kleiner und sein Risiko vermutlich etwas geringer…

    Ich möchte nicht falsch verstanden werden, aber mit „Leistung“ haben vermutlich weniger als 20% der zur Auszahlung kommenden Summe zu tun – das ist primär ein „Beta-Play“.

    Es wäre wohl das Einfachste, wenn man per Gesetz für alle Top Management und „RiskTaker“ einen (identischen) Cap einzieht. Da bleibt mehr für die Eigentümer (werden gerne vergessen) und Mitarbeiter über.
    Könnte die EU machen, die ist aber bekanntlich voll doof und auch schuld daran, dass die (franzöischen!!) Bananen, die die EU erreichen, immer so krumm sind. Da lobe ich mir die Schweiz und nehme das Bonus-Verteil-Debakel lachend hin. Die gerad-gewachsenen Bananen kommen dafür sicher bald….

  31. Also es gab schon genug Jahre, in denen die Boni für IB wirklich nicht zu rechtfertigen waren weil der Ertrag unterirdisch war, dann versuchte Dougan es mit „die kündigen sonst“… zu der Zeit war die Kritik voll berechtigt.

    Aber jetzt, wo der IB Ertrag den Rest der Bank in den Schatten stellt auch wieder zu mosern – weil das wohl nur Zufall sein kann und sicher keine Leistung – ist halt wieder SVP-gewürzter Hässig-Hass.

    Und was die Solidarität mit den Schweizer CSlern angeht: Hey, ich glaub‘ die meisten haben noch ihren Job, anders als sehr viele andere in der Schweiz. Brauchen die wirklich noch einen fetten Bonus, um sich solidarisch behandelt zu fühlen?

  32. Es ist nur noch beschämend was Credit Suisse bietet.

    Als Kunde und Mitarbeiter ist man aber selber Schuld, wenn man noch mit resp. bei dieser unseligen Bank arbeitet.

    Es gibt zum Glück genug gute Alternativen.

    • Tatsächlich? Auch schon bemerkt, dass es sich in diesem Blog nicht um den Blick handelt???

  33. Die Zweiklassengesellschaft – hier die Schweizer, da die Angelsachsen – hat sich im Corona-Jahr zusätzlich akzentuiert. Auch in der Swiss Re oder Zurich Insurance wird dieses Problem grösser und grösser. Die Leute haben generell immer mehr und mehr die Schnauze voll. Zum Glück ist es noch nicht Hass.

    Und da sind wir bei diesen typischen Angelsächsischen unseriösen Boni-Party und irren Dividenden Ausschüttungen mit absolut katastrophalen Auswirkungen im Hintergrund noch gar nicht angelangt.

  34. Selten so gelacht:

    Das Hilfsprogramm für die KMU sei für die Bank kein Geschäft, sie wolle „am Covid-19 Kreditprogramm nichts verdienen und hatte gesagt, dass ein allfälliger Gewinn gespendet“ würde.

    1) Durch die Covid Kredite halten die Banken ihre Rückstellungen für Kreditausfälle tiefer, da zuerst diese ausfallen und erst dann möglicherweise Bankkredite. Im Interview sagte Urs Gauch von der Raiffeisen, dass bis zu 20% der Covid Kredite ausfallen könnten. Warum nur liegen die Rückstellungen bei den Banken bei nicht mal 1%??? Es scheintals ob die Banken die Empfänger der Covid Kredite als „deep Junk“ einstufen, während ihre Kreditnehmer (dabei handelt es sich um die gleichen Schweizer KMU) als Kreditnehmer sehr hoher Bonität gegenüber FINMA & Co. ausweisen… Damit verdienen die Banken mehr als ihnen zusteht – dem Steuerzahler sei Dank!!!
    2) Warum wollen die Banken, allen voran die CS und UBS eine Zinserhöhung auf den Covid Krediten erwirken? Und wer sollte diesen gutgeschrieben bekommen?
    3) Der augenwischerische Marketingeffekt als „Retter der Schweizer KMU“ ist bei genauem Hinsehen pure Ironie! Wem ist der Dank geschuldet und wer will unter allen Umständen nicht mal 15% der Covid+ Kredite auf die eigenen Kreditbücher nehmen? Den Banken sei Dank, der Steuerzahler sei zu vergessen.
    4) kurzum, die Covind Kredite sind eine Meisterlesitung der Banken, mit fremden Geld der Steuerzahler ihre eigenen Bücher zu stärken, damit sie ihre Boni auszahlen können. Im Risiko stehen sie leider nicht, das überlassen sie dem dummen Steuerzahler.

    Ein allfälliger agewinn wird gespendet – richtig – hausintern in Form von Boni!

    • Hast Du Dir die Entwicklung der Rückstellungen für Kredite mal genauer angeschaut oder einfach ins Blaue hinaus so einen Müll behauptet?

    • Leiter des Kreditgeschäfts??? Selten so gelacht; kann dir an deiner Position doch vollkommen egal sein. Mehr Geschäft müsste doch mehr Bonus ergeben? Und wegen den möglichen „Zinsanpassungen“; jede Bank und auch der Bund wäre schön blöd, wenn er Zinssätze bin in alle Ewigkeit „garantieren“ würde. Wie können denn die wissen, was mit den Sätzen in zwei, drei oder allenfalls 10 Jahren passiert!

  35. Jeder der schon Mal eine Bank von innen gesehen hat, weiss, dass man mit Intercompany deals, den Gewinn fast beliebig transferieren kann. Leicht auszudenken, dass dies immer in Richtung tiefere Steuerlocations geht. Deshalb wird sich das kaum ändern. Es gibt Banken die sogar eigene Treasury-Teams haben, die sich solche Steuertricks ausdenken und die kriegen natürlich auch ihre Boni.

  36. Ist ja nichts Neues. Der Maschinenraum ist ein notwendiges Uebel. Und die Leute dort kosten ja nur. Die sollen froh sein, dass sie ihren Job behalten dürfen. DAS ist deren Bonus. Und jetzt weiterschaffen.
    Uebrigens: Ich bin einer von denen…

    • Ich arbeite auch im Maschinenraum einer anderen Bank. Das indische Kasten-System lässt grüssen.