„Das Schlimmste, was eine Firma tun kann“

Die Vorgabe, wie Mitarbeiter zu sprechen und welche Wörter sie zu meiden haben, werfe auf die Swiss Re Spitze ein verheerendes Licht, sagt Hans Geiger. Das sei „1984“ von George Orwell.

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  1. Mit einem chinesischen Kollegen lief ich bei „ROT“ über eine Fußgängerampel im Zentrum von Huangzhou. Wir waren nicht mal in der Mitte angekommen, da erschien ein 5mX7m grosses Konterfei meines Kollegen auf einer Großbildleinwand, inklusive Geburtsdatum und Adresse sowie die Anzahl der erhaltenen negativen social-scoring Punkte, die den Kauf eines Bahn- oder Flugtickets erschweren könnten.

    Er meinte, für einen Angestellten wäre sowas tödlich, er jedoch könnte sich bei einem ihm bekannten Parteikader wirksam freikaufen.

    Unter Studenten gilt als Mutprobe, den großen Parteiführer im Internet zu beschimpfen und die Zeit abzustoppen, bis die Staatspolizei die Haustür einschlägt.

    Der Rekord liegt momentan bei 22 Minuten.

    Wartet mal ab, da geht auch in der Schweiz noch wesentlich mehr.

    • @Feinstaubgöre:
      …geiler Name :-)…
      Sie haben absolut recht: wir stehen erst am Anfang eines totalitären Systems mit Denk-, Rede- und Verhaltensverboten. Was uns alles noch erwarten wird, können sich die wenigsten von uns überhaupt vorstellen! Ein „Zukunftsblick“ in andere Rechtsgebiete kann einem u.U. eine gewisse Vorstellung davon geben…

  2. Damit man nicht immmer auf dem verarmt verstorbenen, gesellschaftlich geächteten, früh verstorbenen englischen Groschenromanschreiber rumhackt, hier die Quelle für die
    wahre Systematik einer effektiven Volkserziehung:

    https://de.metapedia.org/wiki/Frankfurter_Schule

    (P.S.: George Orwell war allerdings zeitweilig gutbezahlter Mitarbeiter des Vereinigten Königreichs, dazu auch noch im Secret Service Ihrer Majestät, mit besten Verbindungen zu neomarxistischen Kreisen in Europa, und die Idee zu 1984 hatte er deswegen, weil er in den Jahren des Weltkriegs dazu gezwungen worden war, Nachrichten und Sondermeldungen für die BBC abzufassen, die nicht mit Fakten oder Gegebenheiten übereinstimmten. 1984 ist also nichts anderes als die Berufserfahrungen von 1943 auf die Spitze getrieben. Quelle: Biographie George Orwell ).

    • Stimmt, George Orwell war zudem auch noch Freimaurer…

      Wie viele von uns wissen, werden uns immer wieder mal Hinweise in kleinen Häppchen via Spielfilme, Bücher, Zeitschriften usw. präsentiert, die einen gewissen Zukunfts- oder Wahrheitsgehalt aufweisen, aus denen man ggf. bestimmte Rückschlüsse schliessen oder Bogen für kommende Zeiten spannen kann…

  3. Ich hab mir das Interview nochmals zu Gemüte geführt und noch weitere flapsige Aussagen und ungereimtes „Gebabbel“ – wie es Al Mundy L.H. vorwirft – in H.G.s Aeusserungen festgestellt.
    Geneigte LeserInnen (N.B. …auch so eine Floskel, die hinterfragungswürdig ist, was sie eigentlich bedeutet ;-)) stellen fest, dass mir das Thema der geschlechtergerechten Sprache sehr wichtig ist: Ja klar, denn sie ist unser tagtägliches Kommunikationsmittel, und Kommunikation heisst Gedanken und Vorstellungen austauschen, sich verständigen, etc. Dabei beeinflussen wir uns unweigerlich gegenseitig in unserem Denken, übermitteln wir unbewusst viele (vor)bestimmte Bilder, entstehen unbemerkt manche Missverständnisse, weil nicht alle Menschen ein und dasselbe Wort gleich verstehen….

    Eingangs des Interviews bezeichnet H.G. die Sprachregelung der Swiss Re als Katastrophe – gegen Schluss bezeichnet er sie als weniger schlimm als…(cf. weiter unten).

    Nach dem Zitat aus Victor Klemperers LTI folgert H.G.: «Wenn man Sprache regelt, regelt man nicht nur, welchen Ausdruck man im Gespräch zu verwenden habe, sondern wie man denken soll, denn man denkt in sprachlichen Begriffen….und das zu regulieren, das gaaht nöööd…..».

    L.H. bringt H.G. Gesagte auf folgenden Punkt: «Es geht so weit, dass ein Regime, eine Macht…dem Mensch befiehlt, wie er zu denken hat, direkt in seinen Kopf hinein geht und ihn so formt, wie es (z.B. das Regime) ihn gern hätte – das ist eigentlich das Problem».

    Darauf H.G.:«Das berühmteste Werk hierzu ist 1984 von George Orwell, wo der diktatorische Staat mit dem Newspeak seinen BürgerInnen vorschreiben will, wie sie zu denken haben; dies, indem er ihnen das Vokabular wegnimmt resp. vorschreibt.
    Nun, ein Staat ist ein herrschaftliches System, ist also nicht das Gleiche wie eine Swiss Re. Es muss niemand zur Swiss Re arbeiten gehen, niemand muss bei ihr AktionärIn sein und niemand muss ein Rückversicherungsgeschäft bei ihr abschliessen – so gesehen ist es WENIGER SCHLIMM, als wenn es (ein Nespeak) der Staat macht….(L.H.: aber…) es gaht nöd, es gaht nöd».

    L.H. führt sein „aber“ auf die für ihn zentrale Frage bei diesem Thema hin, nämlich ob hier einfach ein Mist passiert sei, dass die Führung der Swiss Re sich dies zu wenig überlegt habe…also naiv vorging oder steckt hinter diesem Newspeak-Leitfaden wirklich die Absicht dahinter, die MitarbeiterInnen via Sprache an die Leine zu nehmen und zu formen.

    H.G. antwortet: «Ich weiss nöd…Die Swiss Re ist ein Weltmarktführer auf ihrem Gebiet (N.B. finde den häufig anzutreffenden grammatikalischen Fehler!) und ich hoffe nicht, das dort oben ein paar Naivlinge obendrin sitzen, das gaht eifach nöd.»

    Fazit der von mir transskribierten O-Ton-Passagen:

    1. H.G. relativiert seine anfänglich riesige Empörung und Panikmache betreffend dem Swiss Re-Newspeak selbst (Katastrophe! – so gesehen weniger schlimm als wenn es der Staat macht…) und zwar ohne dass er sich (mit grosser Wahrscheinlichkeit) dessen bewusst ist, um dann sein unbegründetes „es gaht nöd“ wiederholt nachzuschicken.
    Aussagekraft, Inputs eines Wissenschafter zur Meinungsbildung: = null

    2. H.G.s Replik auf die Frage, welche L.H. für sich als zentral bezeichnet, ob denn die Swiss Re-Führung mit diesem Newspeak naiv vorgegangen sei oder ob die Absicht, MitarbeiterInnen an die „Leine zu nehmen“, dahinter stecke, beantwortet diese nicht. Und wiederum platziert er sein unbegründetes, dogmatisch daherkommendes „es gaht „eifach“ nöd“.
    Aussagekraft, Inputs eines Wissenschafter zur Meinungsbildung: = null

    Die immer wiederkehrenden Diskussionen über die geschlechtergerechte Sprache mögen die einen als „nice to have“ halten bis hin zu „lästig“ und „Zeitverschwendung“.

    Anderen ist die geschlechtergerechte Sprache sehr wichtig, da sie in und mit unserem wichtigsten Kommunikationsmittel möglichst alle Menschen gleichberechtigt sichtbar machen wollen.

    Als offensichtliche Verfechterin der geschlechtergerechten Sprache bin ich ebenfalls der Ansicht, dass der Newspeak-Leitfaden der Swiss Re zuweit geht. Ich bin aber der dezidierten Ansicht, dass die beiden diskriminierbaren „Sexus“-Gruppen, welche in etwa zu gleichen Hälften die Menschheit bilden, gleichberechtigt gedacht, angesprochen und somit sichtbar gemacht werden. Hierbei spielt die Sprache – insbesondere die Alltagssprache – eine wichtige Rolle.

    Niemals würde ich eine Sprachregulierung im Orwell’schen Sinn – also ein vom Staat vorgeschriebener Sprachgebrauch mit Sanktionen bei Nichteinhaltung – gutheissen.
    Hingegen hat eine Firma das Recht, einen Sprachleitfaden einzuführen, sowie sie das Recht hat, einen Verhaltenscodex einzuführen. Ob die Ausgestaltung solcher Leitfäden und Codices sinnvoll resp. praktikabel sind oder nicht, haben primär die AnwenderInnen zu beurteilen.
    Wie schon mehrmals erwähnt gibt es mittlerweile viele Organisationen, Institutionen, Behörden, die solche geschlechtergerechte Sprachleitfäden haben – alle OHNE Sanktionsmassnahmen bei Nichteinhaltung…

    Zum Nachdenken:
    Der Sprachgebrauch mit dem „generischen“ Masculinum bildet eine primär reine Männer-, also eine Homo-Gesellschaft ab, obwohl die Gesellschaft eine Hetero-Gesellschaft i.S. von den beiden biologischen, äusserlich klar unterscheidbaren Geschlechtern ist, ganz unabhängig davon, ob die Frauen und Mannen gelb, schwarz, rot, alt, jung, homo, hetero, LGBT+, vegan, carnivor, muslimisch, jüdisch, etc. sind.
    Man lasse sich die (Sprach)-Bilder mal im Kopf kreisen und spiegeln.

    • fair enough aber wie gesagt, nur weil etwas oder nicht erwähnt wird, heisst noch lange nicht, dass es dieses „etwas“ oder diesen „jemand“ nicht gibt. Oder haben wir etwa den Anspruch, dass man fortan gefälligst auch alle Baslerinnen und Basler, Hawaiannerinnen und Hawaianer, Beatles-Fans und Rollings Stones-Fans und so weiter uns so fort auch begrüssen soll?

      Generell gilt die Regel: Wer sich dauernd ausgeschlossen fühlt (und sei es nur durch eine Checkliste im e-Banking oder vom Compliance-Department einer Rückversicherung), ist vielleicht in seiner Biographie einmal irgendwann von jemand oder etwas ausgeschlossen worden und trägt das seither offenbar mit sich herum. Was ja bedauerlich ist, aber muss man mit diesem Trauma seine contemporary = im jetzt lebenden (Business-)Kollegen dauerbelästigen? Es hat nämlich mit Anstand zu tun, dass man auch einmal etwas aushält – oder sollten wir sagen, mit Inklusion?

    • Swiss Re Weltmarktführer? Mit einem Jahresgewinn von nur USD 421 Mio. (2018) und dies bei etwas über 14’900 (Ende 2018) MitarbeiterInnen? Da kann wohl von Weltmarktführer nicht mehr die Rede sein. Die viel kleinere SCOR hat einen Gewinn von ca. USD 365 Mio. (2018) erwirtschaftet. Dieser französischen Rückversicherer hatte im 2017 2’745 MitarbeiterInnen. Da ist ja wohl offensichtlich, wo die Performance um ein xfaches besser ist, als beim alten Schlachtross (inzwischen wohl eher Brauereiross) am Mythenquai. Mumenthaler’s Bilanz bis jetzt, seit er im Amt ist: hundsmiserabel und in etwa auf gleichem Tiefflieger-Niveau wie der TT von CS. Wohl beides Ziehsöhne von WK!

    • @ Nicole Hutter

      @ Nicole Hutter

      Exakt mit Ihren aufgeführten Beispielen belegen auch Sie, dass Sie wenig bis gar nichts verstanden haben.

      Es geht nicht um ein „Trauma“, das Sie aus einer angeblich „generell gültigen Regel“ ableiten, ganz im Gegenteil. Es geht um Gleichberechtigung.
      Und um die Vermeidung von solch abstrusen Stilblüten wie z.B. „männliche Leser“, (ein unnötiger Pleonasmus) wenn man effektiv nur Männer meint, und „weibliche Leser“, obwohl es hierfür ein einziges, eindeutiges Wort gibt – à propos Sprachoekonomik, die Sie ins Feld führen.

      Und was hat das flapsig hergesagte „mal etwas aushalten“ mit Anstand zu tun?
      Falls Sie als „contemporary“, ein im jetzt lebender (Business-)Kollege, damit eine „Dauerbelästigung“ meiner Postulate meinen, so ist das Ihr Problem. Es zwingt Sie niemand, diese zu lesen.

      Und Ihrem pauschalen „Anstands-Gebot“ halte ich Ihnen den Spiegel hin: Es hat nämlich mit Respekt zu tun, dass man mal eine andere Ueberzeugung und Sichtweise (als die eigene resp die althergebrachte) aushält – oder führt dies zur Exklusion?

    • @Allegrina:

      Warum denn so aggressiv, schleppen Sie etwa ein Traum mit sich herum und projizieren dieses nun in diesen Chatraum hier? Doch, Sie dürfen beruhigt sein – wir alle haben Ihre doch eher simplen Voten verstanden. À propos verstanden und stand, Ihnen scheint es demgemäss dafür an Anstand zu fehlen – nicht unbedingt jedoch an Verstand. Denn Sie haben anscheinend „Ihren Vergil“ gelesen. Aber, nicht wahr, was ist Bildung, wenn jemandem die Herzensbildung fehlt…oder sollte ich sagen, die gute Kinderstube?

      Denn auch in einem elektronischen Chatraum stellt sich schnell heraus, wer sich nur anonym etwas zu sagen oder schreiben getraut und im wahren Leben ein kleines graues Mauerblümchen ist.

      Womit wir wieder bei der Swiss Re wären. Dort werden Sprachregelungen genau für Leute wie Sie definiert. Damit die Grenzen des Anstands gewahrt werden, auch für solche, die es nicht schon zu Hause gelernt haben.

    • @ Nicole Hutter vom 21.03.

      Ich benenne die Dinge klar und sachlich und spiegle Ihnen lediglich Ihre Aussagen mit einem anderen Focus – dies ist weder agressiv, noch „unanständig“.

      Ganz symptomatisch für die Schweizer Mentalität argumentieren Sie aufgrund dem vermeintlichen Verständnis meiner „simplen“ Voten (resp. „wir alle“, wer die „alle“ auch immer sind….) – mangels sachlich stichhaltigen Argumenten – mit „fehlendem Anstand“ und obendrauf noch mit „fehlender Herzensbildung“. Genau so sind (allzu) viele SchweizerInnen getrimmt: Immer „anständig“ bleiben, lieber euphemistisch um den Brei rum reden – und lieber die Faust im Sack machen, um die „anständige“ Fassade zu bewahren.

      Nochmals in der Sache: Ihre Schlussfolgerungen aus meinen Statements – die Aufzählungen von Personen mit bestimmten Merkmalen in männlicher und weiblicher Form, fehlender Anstand, fehlende „Herzensbildung“, etc. – decken klar auf, dass Sie meine „simplen“ Voten im Kern nicht verstanden haben.

      Symptomatisch ist dann auch Ihr populärpsychlogischer Erklärungsversuch meiner Persönlichkeit aufgrund meiner von Ihnen nicht richtig verstandenen Statements, nämlich dass ich ein TraumA mit mir herumschleppen und dieses in diesem Blog (N.B. wir sind hier nicht in einem Chatraum…..) projizieren würde – und dies mich nur anonym getraue, was aufdecken würde, dass solche Menschen im „wahren“ Leben ein „kleines graues Mauerblümchen“ seien.

      Zur Anonymität: Woran erkenne ich denn, dass der Name, unter dem Sie schreiben, Ihr Name im „wahren“ Leben ist? – Ganz abgesehen davon, interessiert es mich in keiner Weise, ob dies Ihr wahrer Name oder ein Pseudonym ist. Mich interessiert hier der offene Meinungsaustausch, egal ob diese Person unter ihrem Namen im „wahren“ Leben oder unter einem Pseudonym schreibt (auch „Maria Müller“ kann ein Pseudonym sein….). Und falls meine Statements so „unanständig“ wären, würde sie der Blogger, Lukas Hässig, nicht freischalten – was er ja regelmässig tut, wie eindeutig aus Statements von Blog-TeilnehmerInnen zu entnehmen ist, wenn sie L.H. „Zensur“ vorwerfen.

      Zudem zeugt Ihr Erklärungsversuch nicht gerade von Respekt gegenüber andersdenkenden Menschen. Denn wenn dem so wäre, wie Sie mich „analysieren“, würde die Mehrheit der TeilnehmerInnen auf diesem Blog ein „kleines, graues Mauerblümchendasein“ fristen, da die grosse Mehrheit „anonym“ kommentiert. Nur schon an so etwas zu denken, geschweige denn so unreflektiert zu äussern, verbietet mir der Respekt (den Sie stets mit „Anstand“ zu verwechseln scheinen) vor der Menschenwürde.

      Bref:
      Ich kann Sie also beruhigen, dass Sie sich keine Sorgen zu machen brauchen. Ich schleppe kein TraumA mit mir herum, das ich in diesem Blog projizieren würde. Denn sowohl im elektronischen wie im „wahren“ Leben gibt es keinen Grund oder Umstände, die mich zu einem „grauen Mauerblümchen-Dasein“ traumatisiert haben, ganz im Gegenteil.

      Aufgrund Ihrer populärpsychologischen Erklärungsversuche mache vielmehr ich mir Sorgen um Ihr Selbsbewusstsein. Ihre „gute“ Kinderstube, die Sie Ihrer Ansicht nach im Gegensatz zu mir genossen haben, scheint Ihnen mit möglichen und unmöglichen „Anstandsregeln“ jegliche Reflexionsfähigkeit abtrainiert zu haben und Sie daher ihr „wahres“ Leben als kleines Rädchen in einer grossen Maschinerie – in Ihren Worten „kleines, graues Mauerblümchen“ – pathologisierend auf Personen, die in der Sache Klartext reden, projizieren.

      Sehr bedauerlich, denn mit Ihrem Votum, „dass man auch einmal etwas aushält…“, wären Sie eigentlich auf der richtigen Spur – nur ziehen Sie aufgrund Ihrer „guten“ Kinderstube einen Trugschluss nach dem Prinzip „es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Anders lässt sich Ihre Schlussfolgerung, dass eine Sprachregelung à la Swiss Re einzig zur „Wahrung der Grenzen des Anstands für Leute, die „es“ nicht schon zu Hause gelernt hätten“, nicht verstehen.

      Veranschaulichung des Unterschieds zwischen Respekt und Anstand:

      Stellen Sie sich vor, ein Kollege hält nichts von Ihnen, pflegt aber immer einen freundlichen – oder sollten wir „anständigen“ sagen? – Umgang mit Ihnen, da es ja die “Anstandsregeln“ verbieten, Ihnen persönlich seine wahre Meinung über Sie zu sagen. Bei andern KollegInnen redet er Sie schlecht, z.B. im Sinne dass Sie zwar „hochanständig“ seien, aber sonst nichts von Ihnen zu erwarten sei, eben ein kleines, graues Mauerblümchen.
      Es wäre doch viel respektvoller, wenn er Ihnen persönlich und ganz sachlich sagen würde, was ihm an Ihnen missfällt und Ihnen so Gelegenheit geben würde, Stellung zu seiner Sichtweise zu nehmen. Mit seinem „anständigen“ Verhalten entzieht er Ihnen jede Chance, seine subjektive Sichtweise von Ihnen zu korrigieren und baut soviele negative Einschätzungen von Ihnen auf, welche dann in einer eskalierten Situation emotionsgeladen, „ungefiltert“ aus ihm ausbrechen.

  4. Stimmt natürlich, hat mit Rückversicherung als Branche nichts zu tun. Aber im angelsächsischen Raum operierende Firmen müssen sich gegen alle Seiten absichern. Auf Englisch sagt man dem Overkill, auf gut Deutsch Übertreibung. Nur „Mann“ und „Frau“ anzusprechen, heisst ja noch lange nicht, dass man alle anderen Leute oder Identitätsmöglichkeiten ausschliesst – es ist lediglich eine Form von Sprachökonomie (sonst wird man mit dem Adressieren nicht mehr fertig). Die Reduktion ist ökonomisch und effizient gemeint, nicht diskriminierend.

  5. @Allegrina:
    Bei allem Respekt für Ihre wissenschaftliche Stellungnahme zum Kommentar von Al Mundy weiter unten, bestätigen Sie mir damit einmal mehr, dass die Akademik nicht in der Lage ist, Disziplinen übergreifend zu denken und analysieren.

    Wir befinden uns in den Anfängen eines totalitären Systems, in dem Meinungs-, Denk- und Sprachverbote die Menschen davon abhalten soll, das System als solches zu kritisieren und in Frage zu stellen.

    Was als Gleichberechtigung, soziale Richtschnur und respektvoller Umgang im gemeinsamen Miteinander verpackt wird, entpuppt sich beim genauen Betrachten als das exakte Gegenteil davon. Gleichschaltung, Zensur, Bücherverbrennungen, Denunzierungen und Antisemitismus sind die zu beobachtenden Auswüchse dieser Denk- und Meinungsvorgaben. Es wird somit gezielt das gefördert, wogegen sich diese (falschen) Vorgaben, Regelungen und Gesetzte offiziell eigentlich richten. Beispiele dafür und wohin das Ganze im weiteren noch führen kann, kennen wir aus der Vergangenheit zu genüge…

    • @Visionär

      Wer wird gewinnen ?
      Das logische Denken oder die akademische Hörigkeit ?
      Kann man Menschen, die sich selbst für intellektuell halten, so manipulieren, daß sie alles dafür tun, einem Klub anzugehören, der das Ende von Freiheit und Demokratie bedeutet ?
      Viktor Klemperers Tagebücher, Orwells „1984“, oder der Neusprech, der bei der CS und der Swiss Re eingeführt werden soll: die Unterschiede sind nur graduell.
      Beherrsche ich Deine Wortwahl, beherrsche ich Dein Denken.

    • @Visionär

      Ebenfalls bei allem Respekt für Ihre Kritik an meiner Stellungnahme – die ist sehr wohl disziplinübergreifend gedacht.

      Was bedeutet „System“ genau? Die Schweiz, Europa, „die“ Globalisierung, „die Wirtschaft“, „die“ Politik, „die“ Gesellschaft…? Und wer/was führt dazu, dass dieses „System“ totalitär wird/ist?
      Lesen Sie meine Stellungnahme mit einem offenen und unvoreingenommenen Geist – was einem Visionär gut anstehen würde – so würden Sie erkennen, dass ich mit meiner Stellungnahme eben GERADE „das System“ kritisiere.

      Ein Leitfaden zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch ist explizit KEINE Gleichschaltung, keine Zensur und hat auch keine Bücherverbrennungen zur Folge. Ebenso wenig führt ein solcher Leitfaden zu Meinungs-, Denk- und Sprachverbote, ganz im Gegenteil.
      Bei der geschlechtergerechten Sprache geht es um die gleichberechtigte Ansprache der diskriminierbaren Hälften, welche die Menschheit bilden, also eigentlich eine Spracherweiterung. Weiter geht es auch um die Emanzipierung von überholten Rollenbildern, die der unreflektierte Sprachgebrauch immer noch unmittelbar in den Köpfen hervorruft und notabene auch Rollenbilder, die Männer benachteiligen.

      Ein Leitfaden zum Sprachgebrauch ist eine Regelung in einem Unternehmen wie dies ein Leitbild, ein MitarbeiterInnenreglement, eine Lohnskala, etc ist. Zudem kann ein solcher Leitfaden ein Umsetzungsinstrument eines Elements aus dem Unternehmensleitbild sein. Angesichts der vielen hehren Unternehmensleitbildern, die in den meisten Fällen Papiertiger sind und bleiben, eine imagefördernde Massnahme i.S. „dieses Unternehmen schreibt sich nicht nur hehre Ziele auf die Fahne, sie tut auch etwas dafür.“
      N.B. Solche Leitfäden zur Erzielung eines bestimmten Verhaltens – die analog zu Ihrer Argumentationsweise zu Meinungs- Denk- und Sprachverboten führen können – gibt es schon seit Ewigkeiten in Interessensverbänden, einschlägigen Standesorganisationen, in Kirchen (Gebote), etc. Kritisieren Sie solche althergebrachten Leitfäden mit derselben Vehemenz und denselben Argumenten, wie Sie mein Postulat nach einer geschlechtergerechten Sprache kritisieren? Oder den populistischen Sprachgebrauch der SVP, mit dem sie brandgefährliche Bilder heraufbeschwört und seit über 20 Jahren „das“ Volk manipuliert, sodass „dieses“ Volk gegen seine eigenen Interessen handelt/abstimmt?
      Falls nein und Sie glaubwürdig sein und bleiben wollen, müssten Sie dies konsequenterweise tun und zwar in mindestens der gleichstarken Vehemenz.

      Wie ich bereits schon mehrmals ausführte, finde auch ich, dass der Swiss Re-Sprachleitfaden – der ja das Kernthema in diesem Blog ist – weit übers Ziel hinaus schiesst und daher unpraktikabel ist. Auch postuliere ich mit keinem Wort, dass geschlechtergerechte Sprache von „oben“ zu erzwingen ist.

      In vielen Bereichen gibt es Leitfäden zur geschlechtergerechten Sprache, sowohl auf öffentlicher Ebene (Bund, Kantone, Gemeinden, Bildungsinstitute) wie auf privater (NPO, Unternehmen). Bei diesen Leitfäden geht es in erster Linie nicht darum, einen Sprachgebrauch vorzuschreiben, sondern vielmehr darum, bewusst zu machen, welche Macht die Sprache auf unser Denken und unsere Ansichten hat, eben so wie dies der Philologe Victor Klemperer in seinen Tagebüchern und die daraus entstandene LTI in Bezug auf den Antisemitismus auf eindrückliche Weise zeigt. Ebenso George Orwell in 1984.

      Der Kernpunkt meines Postulats ist also genau das Gegenteil von dem, was Sie in Ihrer symptomatischen Kritik aufführen: nämlich Reflektieren und Hinterfragen des althergebrachten Sprachgebrauchs und der damit unbewusst evozierten Bilder, welche „das“ System vorgibt und was es damit bezwecken will. Genau in diese Kategorie fällt auch das vermeintliche Anti-Argument von „Wilhelm Tell“ (Kommentator unter Al Mundy) zu meinem Postulat. Wären möglichst viele Menschen gewohnt und geübt, Sprachgebrauch im allgemeinen und bei IG im besonderen zu hinterfragen, so wäre ein Fall wie „Cambridge Analytica“ nicht möglich gewesen, zumindest nicht in einer solch verheerenden Dimension.

      Last but not least: Von einer Person, die sich „Visionär“ nennt, würde ich schon etwas mehr positive Vision erwarten, v.a. mehrdimensionale (i.S. von differenziert) als eine einzige, pessimistische……

    • @ Kurt

      Ja, man kann Menschen, die sich für intellektuell halten, so manipulieren, dass sie zumindest fast alles tun, um einem Klub anzugehören, der das Ende von Freiheit und Demokratie bedeutet – indem man z.B. bestimmten Akademikern mit einem bestimmten Hintergrund nachplappert, dass die Unterschiede zwischen Victor Klemperers Tagebücher (ohne diese mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit jemals gelesen zu haben), George Orwells „1984“ und dem anvisierten „Neusprech“ der Swiss Re als bloss graduell bezeichnet – ganz abgesehen davon, dass Orwell mit seinem Newspeak eine Vereinfachung – sprich Verarmung – der Sprache entwirft (also ganz im Gegensatz zum erwähnten Neusprech). Durch diese Vereinfachung verschwindet jede Nuance in der Sprache, mit dem Ergebnis: Wenn man „Neusprech“ redet, kann man immer weniger Dinge, Gefühle, Ideen usw. in Wörtern formulieren.
      Das Ziel: Durch einen veränderten, vereinfachten Wortschatz gewisse unbequeme Ideen aus den Menschenhirnen zu schlagen.
      In diesem Sinn müsste manch anderer, unhinterfragter Sprachgebrauch – wie etwa derjenige von populistisch argumentierenden Parteien oder derjenige der Marketingleute – als eine Art „Neusprech“ bezeichnet werden.

      Und zum zigten Mal wiederholt: Auch ich bin der Ansicht, dass der Swiss Re-Sprachleitfaden weit übers Ziel hinaus schiesst und stelle mich klar gegen Gebrauchsverbote von bestimmten Bezeichnungen. Hingegen befürworte ich eine geschlechtergerechte Sprache (nicht zu verwechseln mit „gender“gerecht!), die eine Spracherweiterung und vor allem NICHT eine Ausmerzung von unbequemen Ideen aus den Menschenhirnen bedeutet, sondern eine gleichberechtigte (nicht zu verwechseln mit „gleich“geschaltet“) Ansprache und Betrachtung von Frau und Mann, welche weder Frauen noch Männer von irgendeiner gesellschaftlichen Aufgabe oder Position aufgrund des Geschlechts diskriminiert.

    • @Allegrina:
      Besten Dank für Ihren Re-Kommentar.

      Ich habe zu wenig Zeit meine Ausführungen für Sie im Detail hier auszubreiten. Schade, denn die Gesamtsituation lässt sich leider nicht in ein paar wenigen Sätzen verständlich schildern. Nur folgende Ergänzungen:

      Mit System meine ich die Welt, nämlich unsere künstliche, technokratische, globale Struktur der Ausbeutung, Versklavung und Manipulation durch ständiges Wiederholen von Unwahrheiten, Lügen, Falschdarstellungen, gezielte Umbedeutung, Verfälschung und Perversion von Begrifflichkeiten und Bedeutungen. Wir sollen Dinge nicht hintefragen, sondern stillschweigend einfach hinnehmen, selbst wenn es nur zu unserem Leid ist…

      Ein guter Ansatzpunkt für die Diskussion wäre bspw. der „Fall“ Eva Hermann, ehem. Tagesschau-Sprecherin in Deutschland, die für Ihre (absolut stimmigen!) Äusserungen auf dem Alter der Political Correctness ganz gezielt und geplant geopfert wurde. Und dies von sog. Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer & Co., die von den Feministinnen hochgejubelt werden, da diese noch nicht verstanden haben, für was genau diese Emanzen instrumentalisiert wurden und werden! Es geht eben nur oberflächlich betrachtet um die Rechte und Emanzipation der Frau, in Tat und Wahrheit geht es um die – wie oben erwähnt – Manipulation unserer Denke, zu Gunsten des Systems, zu Lasten von uns allen. Familie und Kinder waren früher eine „heilige“ Institution, heute werden sie als „notwendiges Übel“ oder Hindernis auf dem Weg der eigenen Verwirklichung dargestellt, die Erziehung von eigenen Kindern wird unterschwellig als niedere, unbefriedigende und konservative Arbeit bezeichnet! Altbacken halt, Mütter die „geworfen“ haben sollen und wollen sich so schnell wie möglich wieder der Arbeitssklaverei unterwerfen, die uns als Karriereleiter verkauft wird. Man will sich ja Ansehen, Anerkennung, Bewunderer und materiellen Überfluss zu Eigen machen. Doch: gibt es eine wichtigere Aufgabe in unserer Gesellschaft als die Erziehung unserer eigenen Nachkommen nach unserem besten Wissen und Gewissen, so dass diese im erforderlichen Schutz der Nestwärme, in angstfreier Umgebung, beschützt zu selbständig handelnden und denkenden Menschen heranwachsen können? Kinder sind (wären!) unsere Zukunft, sie haben jedoch inzwischen durch die oben erwähnte, gezielte Manipulation unseres Bewusstseins, einen vergleichbaren Stellenwert wie ein Aushilfsjob im Supermarkt!

      Also, liebe Frauen, lasst Euch nicht länger von System-Profiteuren, denen nichts, absolut gar nichts an Eurem und dem Leben Eurer Kinder, Eurem Glück und Eurem Wohlbefinden liegt vorschreiben, was für Euch wichtig sein soll im Leben und was nicht, und was es braucht um Ansehen, Erfolg und materiellen Reichtum anzuhäufen. Ihr müsst wieder lernen zu verstehen, dass es ein Geschenk der Schöpfung ist, Leben schenken zu können. Dies ist ein Privileg, haltet es in Ehren und seid stolz darauf, denn wir Männer sind für dieser verantwortungsvollen Aufgabe nicht gedacht und auch nicht dafür ausgestattet. Und daran kann auch unsere pseudowisschenschaftliche medizinische Disziplin nichts ändern…

    • @Allegrina

      Eine Vorgabe von erlaubten und unerlaubten Worten ist immer eine Unterdrückung von natürlichen Freiheiten.
      Die Sprachentwicklung vollzieht sich in jungen Jahren, danach trachtet der Mensch danach, seine Umgebung möglichst rasch und erschöpfend zu analysieren, um seinen Erkenntnisstand zu erweitern.
      Sprachvorgaben verlangsamen diesen Vorgang und lassen ihn vor dem Endresultat zum Erliegen kommen.
      Im gesellschaftlichen Miteinander werden Abgründe aufgetan, die keine sind.
      Tiefste Motivation für diese Sprachmanipulationen liegt in der Absicht, Gesellschaft mittelfristig zu spalten.
      Frauen und Männer werden in ihrer intuitiven Geschlechterrolle empfindlich gestört und auf sich selbst zurückgeworfen, da man durch artifizielles selbstüberwachendes Sprechen und Denken keine tatsächlichen Gefühle aufbauen kann.
      Der emotionale Haushalt erodiert.
      Durch eine mehrfach verabreichte Abfolge von gesellschaftskonformen Sprachvorgaben ist es möglich, einen Teil der geistigen Kapazitäten für Umstellungen für längere Zeit zu binden.
      Dadurch wird das Potential für das Erkennen ganzheitlicher gesellschaftlicher Prozesse vermindert.

      Wenn Sie einem Papagei, der Ihnen fleissig nachplappert, bei jedem gelungenen Ausspruch ein Stück Banane reichen, wird er versuchen, immer besser zu werden.

      Schlagen Sie ihn jedoch bei bestimmten Aussprüchen, wird er irgendwann einmal den Schnabel nicht mehr auftun.

      Und zwar generell.

      Der Visionär hat recht: viele erkennen an der ersten Strophe nicht das Ende vom Lied. Der maximal am weitesten entfernte Horizont ist bereits durch wirksame Sichtvorgaben soweit eingeschränkt, daß man nur noch den nächsten Baum ins Auge fasst.

      Stichworte dazu:

      Frankfurter Schule

      Theodor Adorno

      Kulturmarxismus

      Sprache im bolschewistischen Russland ab 1920

      Aldous Huxley: Schöne, neue Welt

      Herbert G. Wells: Die Zeitmaschine

      Der Fall Cambridge Analytica

      Gerade höre ich, daß Max Horkheimer, der Begründer des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt am Main (Frankfurter Schule) bereits vor Ende des 2. Weltkriegs mit amerikanischen Stellen einen Schriftverkehr über die Umerziehung nach dem Sieg der Allierten geführt hat.

      Die Ziele dieser Korrespondenz waren bekannt:

      Charakterwäsche und Traditionszerstörung
      Auflösung von Ordnungen
      Zerstörung der Kultur (traditionelle Moral, Religion und Bildung)
      Zersetzung von Staat und Institutionen (Schwächung der Nationalstaaten)
      Politische Korrektheit und Intoleranz (entwickelter kultureller Terrorismus)
      Verlust von Leitbildern
      Ressentiment gegen die Familie (Niedergang der Kernfamilie)
      Antiautoritäre Pädagogik
      Demokratisierung und Emanzipation
      Gleichheitsdogma und Abbau der Eliten
      Geschlechtergleichmacherei, Homosexualisierung der Gesellschaft
      Ideologischer Wirklichkeitsverlust
      Zerstörung der Innenwelt durch Sexualisierung
      Zerstörung der Voraussetzungen des Umweltschutzes
      Die Auflösung des Volkes
      Zivilinvasion und multikulturelle Gesellschaft
      Volks- und Deutschfeindlichkeit

      Oder lesen Sie mal
      Peter Sloterdijk
      Roland Baader
      Dr. Krall auf youtube

    • @Visionär

      Auch ich bedanke mich bestens für Ihre Re-Kommentierung. Und auch mir geht es wie Ihnen – mir fehlt die Zeit, Ihnen meine Ausführungen nochmals detaillierter darzulegen.

      Einzig Ihre Ergänzung mit dem „Fall“ Eva Herman möchte ich nicht unkommentiert stehen lassen und Folgendes zu bedenken geben:

      Kurzportrait von Eva Herman:
      Eva Feldker, wie Herman mit Mädchen-Namen heißt, kam 1958 als Tochter eines Hotelier-Ehepaars in Emden auf die Welt. Sie wuchs mit ihrem Bruder im Harz auf, ihr Vater starb früh. Ihre erste Ehe ging Eva Herman 1981 mit dem Autohändler Werner Herrmann ein, kurz darauf legte sie sich ihren Künstlernamen „Eva Herman“ zu. Nach der Scheidung 1988 behielt sie den Namen. Anschließend folgten drei weitere Ehen. Zuletzt heiratete Eva Herman 2005 den Hotelier Michael Bischoff (Scheidung im Sommer 2015). Aus der Ehe (Nr. 3) mit Regisseur und Produzent Tom Ockers hat die Moderatorin einen Sohn.

      Nachdem Kerner Herman aus seiner Talkshow geschickt hatte, war im Magazin Focus am 14.10.2007 folgendes zu lesen:
      Eva Hermans erster Ehemann Werner Herrmann versteht seine Ex-Frau nicht. Er hält sie für überfordert und bescheinigt ihr eine „Profilneurose“.
      „Die Eva sitzt zur Zeit völlig auf dem falschen Pferd“, sagte Werner Herrmann der „Bild am Sonntag“. Wenn man im Rampenlicht stehe wie sie, sage man solche Dinge nicht. „Eva weiß einfach nicht, wovon sie redet. Möglicherweise ist sie intellektuell mit der ganzen Sache überfordert.“

      Im selben Artikel ist zu lesen:
      – Herman kämpfte lange um ihren Job. Die frühere „Tagesschau“-Sprecherin hatte gegen den NDR auf Wiedereinstellung geklagt. Am Ende scheiterte sie vor dem Bundesarbeitsgericht.
      – Der Weg zum Glück einer Frau? Herman dazu: „Ich würde mir einen Mann suchen, ihn arbeiten lassen und mich um unsere fünf Kinder kümmern.“ Herman selbst ist zum vierten Mal verheiratet, ihr einziger Sohn heißt Samson (*1997).

      -> Hinterfragung:
      1. Was veranlasst ihren ersten Exmann, also ein MANN, ihr eine „Profilneurose“ zuzuschreiben?
      2. Warum hat sie solange um ihren Job gekämpft, wenn „der Weg zum Glück der Frau“ die Suche nach einem Mann ist, der arbeiten geht und die Frau sich um die 5 Kinder kümmert?
      3. Warum formuliert sie denn ihre Antwort im Konjunktiv auf die Frage nach dem „Weg zum Glück einer Frau“? Warum hat sie ihr eigenes „Eva-Prinzip“ nicht umgesetzt und ihre Energie auf die Suche nach einem Mann konzentriert, der arbeiten geht und sie sich um die gemeinsamen 5 Kinder kümmert?
      Notabene: Es gibt genug Kinder – z.B. aus „misslichen“ Verhältnissen, oder Halb- oder Vollwaise – die man in Pflege nehmen oder adoptieren kann, um ihnen – mit Ihren Worten, Herr „Visionär“ – den „erforderlichen Schutz der Nestwärme, eine angstfreie Umgebung…“ bref: bessere Startchancen ins Leben zu geben.
      Dies wäre doch eine konsequente Verhaltensweise gemäss dem „Eva-Prinzip“ gewesen und umso mehr, wenn man sich auch noch für eine Organisation „Ein Herz für Kinder“ einsetzt……….stattdessen hat sie nach ihrem verlorenen Kampf zur Wiedereinstellung beim NDR weitere grosse Anstrengungen unternommen, wieder eine Anstellung im Fernsehen (bei diversen privaten Sendern) zu erhalten.

      @Wilhelm Tell

      Sie beziehen sich in Ihrem Kommentar an mich auf denjenigen vom „Visionär“ und geben ihm Recht: Darum richte ich meine ergänzenden Hinterfragungen an Sie gleich an dieser Stelle:

      Eine geschlechtergerechte Sprache – wie ich sie schon zigfach umschrieben habe – ist keine Sprachmanipulation, sondern eine Spracherweiterung, also von einer Homo-Sprache hin zu einer Hetero-Sprache (im biologischen Sinn). Sie macht deutlich, dass es ZWEI Geschlechter (Sexus) gibt, die gleichberechtigt existieren. Und auch zum zigten Mal wiederholt: Eine geschlechtergerechte Sprache gibt keine „erlaubten und unerlaubten“ Worte vor, sondern erweitert einzig die masculine Homo-Sprache mit dem Femininum.

      Und JA, exakt, die Sprachentwicklung erfolgt in jungen Jahren und genau damit werden mit der masculinen Homo-Sprache Bilder festgemacht, die „DEN“ Mann als „Standardmensch“ festlegen. Ihre Behauptung, dass eine geschlechtergerechte Sprache, wie ich sie oben beschreibe, „natürliche“ Freiheiten – was Sie mit „natürlich“ genau meinen, sei einmal dahingestellt – unterdrücke, lässt sich diese Behauptung exakt gleich auf die vorherrschende masculine Homo-Sprache anwenden: Sie unterdrückt die Freiheit, ein Weltbild zu entwickeln, wo die Funktionen/Aufgaben/Verantwortlichkeiten von Frau und Mann gleichWERTIG und wohlgemerkt: NICHT gleich!
      Ihre Folgerungen, dass damit Frauen und Männer in ihrer „intuitiven Geschlechterrolle empfindlich gestört“ werden und der „emotionale Haushalt erodiert“, sind blanker Unsinn und ein klarer Beleg dafür, dass Sie – wie viele andere Männer und einige Frauen – „Gleichberechtigung“ und „Gleichschaltung“ nicht unterscheiden können. Bei der geschlechtergerechten Sprache geht es um die gleichberechtigte Sicht auf Frau UND Mann. Und Gleichberechtigung heisst keine Diskriminierung. Dies gilt für beide Hälften der Menschheit, also auch für die Männer.

      Ihre Allegorie, „dass viele an der ersten Strophe nicht das Ende des Liedes erkennen….“ spiegle ich Ihnen mit folgender Allegorie: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

      Diese übrigens auch an @Visionär gerichtet, welcher die Frauen ermahnt, dass sie „wieder zu verstehen lernen müssen, dass es ein Geschenk der Schöpfung ist, Leben schenken zu können.“
      Tja, was soll man – und im speziellen frau – denn mit diesem „Geschenk der Schöpfung“ anfangen, wenn der menschliche „Schöpfer“ drauf und dran ist, die Lebensgrundlage – unsere Erde – zugrunde zu richten? Also den Kindern (unsere Zukunft…) ihre Zukunft stetig und mit wachsender Geschwindigkeit zu zerstören?

      Stichworte hierzu:
      -> cf. „Kampf gegen Klimawandel“ der ganz jungen Generation weltweit;
      -> Kevin Anderson, Klimawissenschafter, Diskussionspartner von Greta Thunberg
      -> Verena Brunschweiger: „Kinderfrei statt kinderlos“. Ein Manifest. Die Gymnasiallehrerin begründet den gemeinsam mit ihrem Mann gefällten bewussten Entscheid, aufgrund der Umweltsituation auf eigene Kinder zu verzichten.

      Mit Ihren „Stichworten“, insbesondere zur von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno begründeten »Frankfurter Schule«, die auch »Kritische Sozialphilosophie« und »Kritische Theorie« genannt wird, können Sie Ihre These nicht begründen, schon gar nicht mit einem aus dem geschichtlichen Kontext herausgerissenen Zitat von Horkheimer.
      Aber wenn Sie schon Philosophen „stichwörteln“, so empfehle ich Ihnen die Lektüre von Victor Klemperer, und zwar nicht das von H.G. erwähnte Buch LTI, sondern seine Tagebücher von 1950 – 1959 mit dem Titel: „So sitze ich denn zwischen allen Stühlen“. Als Philologe hat er sich nach der LTI mit der Sprache, der Mentalität und Kulturentwicklung im Nachkriegsdeutschland auseinandergesetzt und Beispiele zu einer LQI gesammelt.

      In Bezug auf den Sprachgebrauch, der „die Welt“ abbildet, ist folgendes Buch lesenswert:
      Eine junge Feministin und Autorin, Sophie Passmann (25), hat sich auf die Suche nach dem „Feindbild“ gemacht. Sie hat sich mit 16 Vertreter der sogenannt mächtigen Männern, die gemäss ihr „die gesellschaftliche Elite“ (Journalisten, Politiker, Unternehmer) bilden, unterhalten. Diese Begegnungen beschreibt sie in ihrem Buch: „Alte weisse Männer. Ein Schlichtungsversuch.“
      Ihr Fazit aus diesen Begegnungen lautet: „ Jeder ist ein Sexist. Aber es gibt auch gute.“
      Eine ihrer zentralen Aussagen in ihrem Interesse, Zwischentöne bei diesen 16 Männern herauszuhören, ist: „Jeder Mann ist ein Sexist, weil die Gesellschaft nun mal patriarchalisch ist. Wer sich als Mann Mühe gibt, kein Sexist zu sein, ist auch nicht automatisch ein Vorkämpfer für Gleichberechtigung. Er profitiert noch immer von den Strukturen. Denn anders als wir Frauen haben weisse Männer noch nie Diskriminierung erfahren.“
      Sie nennt ihr Buch „ein Schlichtungsversuch“, denn „es ist menschlich, dass diejenigen, die die Macht innehaben, sie nur ungern teilen wollen.“ Deshalb die Gespräche – sie sind als Annäherung gedacht.

      Und genau diese Angst vor Machtverlust resp dem Unwille, sie teilen zu wollen, bringen solche abstruse Thesen wie die Ihrigen von „Absicht, die Gesellschaft spalten zu wollen, Minderung des Potenzials für das Erkennen ganzheitlicher gesellschaftlicher Prozesse, Erodierung des emotionalen Haushalts“ etc. hervor,

      Derartige Schlussfolgerungen und Verschwörungstheorien legt die Allegorie (aus der Bergpredigt) „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“ anschaulich offen.

    • @Allegrina

      Ich gestehe Ihnen generell zu, daß Sie sich mit einem gemässigtem Feminismus auf intellektuellen Niveau beschäftigen und ihre Position im zeitgenössischen Kontext ohne weiteres integrierbar wäre, ohne gleich an Sprachmanipulation, Kulturkampf oder gesellschaftliche Neuordnung zu denken.

      Problematisch sehe ich jedoch
      – ihre Mitstreiterinnen, die wesentlich weiter ausholen.
      – ihr implentierter Begriff von Freiheit in der Gesellschaft
      – ihr Glaube, mit einer geschlechterneutralen Sprache wäre eine positive Entwicklungsetappe abgehakt.

      Man wird mit der Sprachänderungspolitik schneller weitermachen, als es ihnen opportun erscheint. Schon jetzt gibt es Anzeichen für permanente Indoktrination der Sprache und der gesellschaftlichen Bestandteile wie Familie, Ehe, Geschlechterrolle etc.pp.
      Das wird ihrer gemässigten Position schnell sauer aufstossen.
      Ich behaupte deswegen einmal, daß Sie jetzt einer Entwicklung zustimmen, deren Endprodukt sie verabscheuen.

      Zur Kritik an Eva Herman
      Die beliebte tagesschau-Sprecherin hatte einen Tabubruch begangen, der darin bestand, während ihrer öffentlich rechtlichen Tätigkeit ein Buch zu veröffentlichen.
      Eine öffentliche Stellungnahme von Tagesschausprechern war damals verpönt, Jan Hofer, Karl-Heinz Köpke und Wilhelm Wiebel hielten sich durchweg öffentlich sehr zurück, politisch sowieso.
      Dieses Buch war zudem eher alt-konservativ ausgerichtet, es waren Segmente enthalten, die der Gesellschaftsordnung einer BRD zwischen 1950 und 1960 entsprachen, mit gehörigen nationalen und bürgerlichen Zutaten.
      Um ein Exempel zu statuieren, und den Mitarbeitern der öffentlich rechtlichen Sender eine Verhaltensvorgabe zu vermitteln, wurde Eva Herman gekündigt, ihre Abfindungen und Pensionsansprüche gekürzt, und als deshalb Öffentlichkeit entstand, ein Lokaltermin in einer Talkshow vereinbart, der einer öffentlichen Hinrichtung entsprach.

      Das hatte es bis dahin in einer Talkshow nie gegeben.

      Von Anfang an schoss sich Kerner auf Herman ein, die anwesenden Senta Berger, Margarete Schreinemakers und Mario Barth saßen ungefragt daneben. Mich erinnerte das an den Volksgerichtshof und Roland Freisler. Jemanden vor einer Menschenmenge massiv diskreditieren und herabsetzen wegen seiner politischen Meinung. Als Eva Herman standhaft blieb, hat sich Senta Berger beklagt, daß Sie nicht berücksichtigt wird, und daraufhin hat Kerner so getan, als ob er Eva Herman aus der Sendung herauskomplementieren müsste, um einen ordnungsgemässen Ablauf sicherzustellen.

      Eva Herman ging und für mich starb das ZDF.
      Ein solcher Sender kann in keinem Zusammenhang zu Werten wie Demokratie oder freier Meinungsäußerung mehr genannt werden.

      Die Person wurde öffentlich zerstört.
      Denken Sie mal darüber nach, was mit Ihnen passieren könnte, in einem solchen Umfeld, vielleicht auch nur, weil irgendeinem Scharfmacher in einer Institution der geeignete Sündenbock fehlt, und sie greifbar + angreifbar sind.

      „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“
      (Zitat von Ignazio Silone – Schriftsteller und Sozialist)

    • @ Allegrina

      Dr. Verena Brunschwiger ist an einem Regensburger Gymnasium tätig, das sich intensiv um Entwicklungshilfe in Afrika bemüht.
      Sie selbst sammelt Spenden für eine Geburtshilfestation in Gambia.

    • @Allegrina:
      Meiner Meinung nach geben Sie eine Menge Political Correctness Aussagen wieder, die zwar Mainstream tauglich, jedoch trotzdem z.T. verfälscht und unwahr sind.

      Es gab (nur als Beispiel) sehr wohl in der Geschichte massenhafte Versklavung von weissen Männern. In Nordamerika waren annähernd so viele weisse, irische Sklaven „engagiert“ wie schwarze! Nur so als Beispiel…

      Und schauen Sie sich bitte ein aktuelles Interview auf Youtube mit Eva Herman an. Da wird nicht von irgend wem, irgend was über Eva Herman berichtet und sie in eine dumme, einfältige Ecke gestellt, sondern sie erzählt selber ihre Geschichte und ihre Ansichtigen über das Leben und die Rolle der Frau und Mutter. Erkenntnisreiche Schilderungen einer
      weisen Frau, nicht stupides Emanzengeschwätz einer institutionalisierten und gekauften Alice Schwarzer!

      Wenn man nicht alles was ein gewisses, geschichtliches Alter hat, in die Ecke der Fabeln stellt, nur weil es keine „wissenschaftliche“ Abhandlung darüber gibt, könnte man auch darauf stossen, dass es z.B. mal ein Zeitalter der Amazonen gab. Wir hatten also nicht immer von Anbeginn der Zeit ausschliesslich eine „Man’s World“, sondern auch das Gegenteil davon. Die Epochen wiederholen sich immer und immer wieder, wir wiederholen immer und immer wieder die selben Fehler, die Uhr wird wieder auf 0 gestellt und das Spiel geht von vorne los. Diese Zyklen werden sich so lange weiter wiederholen, bis es die Menschheit schafft, dank Erhöhung des eigenen Bewusstseins Erkenntnis über die Ursachen, Wirkungen und Zusammenhänge unseres Wirkens im Kontext der Schöpfung und der darin geltenden Naturgesetze, die von uns über Jahrtausende geschaffenen Kausalitäten, zu heilen und aufzulösen.

      Wir sind alles Geistige Wesen, temporär wohnhaft in einem Feststofflichen Vehikel. Eine Pseudo-Wissenschaft, die die Existenz der Seele ausschliesst, resp. nicht als zentrales Element in ihre Forschung mit einbezieht, bringt die Menschheit in keiner Art und Weise voran. Die materiell ausgerichtete Sichtweise und Anwendung unserer Wissenschaft wird niemals eine Heilung der Menschheit hervorbringen können. Und die Kirche übrigens auch nicht…

    • @Kurt

      Besten Dank für Ihre differenzierte Kommentierung meiner Position.

      Die von Ihnen aufgeführten problematischen Punkte kann ich allerdings wenig bis gar nicht nachvollziehen:
      – Meine Mitstreiterinnen, die weiter ausholen – was genau meinen Sie mit „weiterausholen“? Wenn Sie damit sog. militante Feministinnen meinen, gibt es keine „Problematik“ zu befürchten. Denn von denen gibt es wenige und sie stossen auch in feministischen Kreisen auf Kritik.
      – Mein „implentierter“ (vermutlich meinen Sie implementierter) Begriff von Freiheit in der Gesellschaft: Wenn dieser nach meinem ungesicherten Verständnis, was Sie damit genau meinen, problematisch sein soll, so beschränkt sich
      1) diese Problematik nicht nur auf mein Postulat
      2) sind andere Bereiche von dieser Problematik in einem weit grösseren und akuteren Ausmass betroffen.
      – Nein, ich glaube keineswegs, dass mit einer geschlechtergerechten (Randbemerkung: ist nicht genau dasselbe wie geschlechterneutral) Sprache eine positive Entwicklungsetappe abgehakt wäre. Ich bin aber überzeugt – wie dies manche empirische Studien wie auch meine persönliche Erfahrungen zeigen – dass sie einen bedeutenden Beitrag zu einer gleichberechtigteren Welt für Frau und Mann leistet. Stichwort hierzu: Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung (1981) und Gleichstellungsgesetz (1996), die bis heute noch längstens nicht umgesetzt sind – dies vor allem deshalb, weil die überholten Rollenbilder immer noch tief in den Köpfen von ganz vielen Männern und vielen Frauen stecken.

      Indoktrination der Sprache kommt einer Manipulation gleich, die ich wie gesagt keineswegs gutheisse. Wichtig erscheint mir, dass die Menschen verstärkt lernen, viel mehr zu reflektieren, was und wie gesagt und gezeigt wird. Ein „Uebungsfeld“ für eine verstärkte Reflexionsfähigkeit ist die geschlechtergerechte Sprache i.S. von pars pro toto.
      Und wie Sophie Passmann treffend sagt: „Feminismus ist unbequem, omnipräsent und lästig.“ Das setzt hohe Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und wie gesagt ein hohes Bewusstsein zur kritischen Hinterfragung im generellen voraus. Daher befürchte ich keineswegs, dass ich „jetzt einer Entwicklung zustimme, deren Endprodukt ich verabscheuen“ werde.

      Zur Kritik an Eva Herman:
      In einem einzigen Punkt stimme ich Ihnen zu: Wie Kerner sie aus der Talkshow hinauskomplimentiert hat, war unwürdig.

      Allerdings bin ich der dezidierten Ansicht, dass sie sich ihre Nichtwiedereinstellung weitgehend selbst zuzuschreiben hat. Sie selbst hat sich eine Auszeit von 2 Jahren als Nachrichtensprecherin beim NDR wegen ihrer Tätigkeit als Buchautorin UND der von ihr persönlich erwarteten Kontroverse um ihre neue Veröffentlichung gewünscht. Angesichts dessen war ihre Aufzählung der Werte, welche verloren gegangen seien und welche in der Nazizeit noch hochgehalten wurden, unglaublich dilettantisch und unsensibel, umso mehr für eine erfahrene Nachrichtensprecherin.

      Und ganz abgesehen davon hat sie sich mit ihrem anschliessenden Verhalten noch massiv unglaubwürdig gemacht. Warum hat sie dann nicht selbst Ernst gemacht mit dem „Eva-Prinzip“ und den „Weg zum Glück der Frau“ eingeschlagen? Damit hätte sie sich zumindest wieder einen gewissen Respekt verschaffen können, nämlich dass sie konsequent lebt, was sie mit ihrem „Tabubruch“ propagiert.
      Hand aufs Herz: Würden Sie eine Person – egal ob Frau oder Mann – für glaubwürdig halten, die eine längst überholte Ordnung/Regelung einfordert, selbst aber in keiner Weise danach lebt, sondern wie selbstverständlich die Möglichkeiten der aktuellen „Ordnung“ beansprucht?

      Zu Ihrem Zitat von Ignazio Silone kann ich nur sagen: reflektieren und hinterfragen.

      Ja, ich weiss, dass Verena BrunschwEiger am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium in Ravensburg unterrichtet.
      Wenn Sie mit Ihrer Anmerkung, dass sie selbst Spenden für eine Geburtshilfestation in Gambia sammelt, einen Widerspruch zu ihrem Manifest andeuten wollen, so muss ich Ihnen widersprechen. Denn Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern verursachen einen deutlich geringeren CO2-Ausstoss als Menschen aus Industrienationen. Sie beweist damit, dass sie
      1) nicht kategorisch gegen das Kinderkriegen ist und
      2) einen gewissen Ausgleich zugunsten der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern schaffen will, denn es sind v.a. wir in den Industrienationen, welche den grössten CO2-Ausstoss produzieren, dies in einem stark überproportionalen Ausmass auf Kosten der Menschen in Entwicklungsländern.

    • @ Allegrina

      Wenn Sie sagen, daß sich die Frau Dr. Brunschweiger mit ihrem Partner für Kinderlosigkeit ausspricht, aber mit Engagement und Geld eine Geburthilfestation in Afrika am Leben erhält, so wird das Ergebnis eine Menge schwarzer Kinder und (in ihrem Fall) kein einziges weißes Kind sein.
      Dieses Verhalten damit erklären zu wollen, daß die CO2-Bilanz eines schwarzen Kindes wesentlich besser ist als das eines weißen, ist reiner Rassismus.
      Sie sehen, mit der Einführung des Klimawandels wurde eine Ersatzreligion geschaffen, der sie bereits alles andere unterordnen.
      Quod erat demonstrandum.

    • @Kurt, 22.03.

      Das Ergebnis, welches Sie aus Verena Brunschweigers Engagement folgern, ist sehr einseitig gefärbt.

      Es mag prima vista zynisch klingen, dass Verena Brunschweiger die CO2-Bilanzen eines schwarzen und eines weissen Kindes einander gegenüber stellt – es ist aber nun mal eine Tatsache, dass die „weissen“ Menschen – resp die in den sog. Industrienationen lebenden Menschen – eine um ein Vielfaches höhere CO2-Bilanz aufweisen, u.a. weil sie viel länger leben als „schwarze“ resp. als in sog. Entwicklungsländer lebende Menschen. Es geht also nicht nur um die CO2-Bilanz der Kinder i.S. der Neugeborenen, sondern um die CO2-Bilanz während der ganzen „Präsenzdauer“ eines Menschen auf der Erde. Da das Leben als Kind beginnt, bezeichnet Verena Brunschweiler die CO2-Bilanzen „eines Kindes“.

      Vielmehr ist Ihre These rassistisch, dass das Ergebnis der Unterstützung einer Geburtshilfestation in Afrika „eine Menge“ schwarzer Kinder sei und kein einziges weisses:
      1. Was wäre daran denn so schlimm, wenn es „eine Menge“ schwarzer Kinder und kein einziges „weisses“ mehr gäbe?
      2. Verena Brunschweigers Engagement verstehe ich unter dem Motto „das eine tun und das andere nicht lassen“: einerseits einen Ausgleich zur Dominanz des „weissen“ Menschen, resp. vielmehr der Menschen in Industrienationen zu Menschen in Entwicklungsländern zu schaffen und andererseits dann auch in diesen Ländern sensibilisieren, wie sich die CO2-Bilanzen von Kindern auf die Umwelt auswirkt.
      3. Verena Brunschweiger ruft nicht nach einem generellen Geburten“verbot“ auf, Vielmehr will sie mit ihrem Manifest die Menschen sensibilisieren, sich gut zu überlegen, was „neue“ Menschen für die Umwelt und somit für deren eigene Zukunft bedeuten. Und dass man dann anstatt 2 oder 3 Kinder „macht“, sich nur auf eins beschränkt, egal ob es schwarze, rote, gelbe, weisse, gemischte etc. sind.

      Und daraus zu folgern, dass mit der „Einführung“ des Klimawandels eine „Ersatzreligion“ geschaffen wurde, ist sehr abenteuerlich. Denn der Klimawandel wurde nicht „eingeführt“, der entspricht einer Tatsache, wozu v.a. wir in den Industrienation beigetragen haben und dies immer noch tun. Der Klimawandel ist auch keine „Ersatzreligion“, der ich resp. Verena Brunschweiger bereits „alles andere“ unterordnet. Denn sich aufgrund des Klimawandels gut zu überlegen, ob man Kinder kriegen möchte oder nicht, ist ja nicht gleichbedeutend, dem Klimawandel „alles andere“ unterzuordnen. Oder verlangt eine „Original“-Religion das Kinderkriegen als „höchsten Wert“, dem „alles andere“ unterzuordnen ist?

      Ich wäre an Ihrer Stelle etwas zurückhaltender, aufgrund einer solch unvollständigen und subjektiven Herleitung ein „Q.E.D.“ auszusprechen; denn hierfür bedarf es doch einer umfassenderen und objektiveren Betrachtung und Analyse mehrerer Parameter, damit ein „Q.E.D.“ gerechtfertigt werden kann.

    • @ Allegrina

      Eine Bevölkerungsexplosion in Afrika wird von bestimmten Kreisen dazu verwendet, die demoskopische Struktur hierzulande zu ihren Gunsten zu ändern. Solange der Anschein von Demokratie aufrecht erhalten wird, ist es nützlich, Empfänger von staatlichen Leistungen als Stammwähler zu rekrutieren. Je mehr Migranten das Wahlrecht erhalten, umso besser für die abgehalfterten Parteien der ehemaligen bürgerlichen Mitte.

      Was wird ein Libanese mit 11 Kindern und zwei Frauen in Köln-Mülheim wählen ? Mit 5.244.- Euro netto Monatseinkommen ?
      Beissen Sie die Hand, die Sie nährt ?

      Einige Daten zum Klimawandel
      Stellen Sie sich vor, es gab ab 1820 eine klimatisch definierte „kleine Eiszeit“. Der Normwert, der dem Durchschnittswert über Jahrtausende entsprach, ging von 15,0 Grad auf 13,89 Grad zurück. Seitdem versucht das „Klima“, wieder auf den Wert von 15° zu kommen. In zweihundert Jahren sehr schwierig, aber wir haben es geschafft, es sind momentan wieder 14,69°.
      Daraus den Schluß zu ziehen, daß daran die 0,0358% Kohlendioxid schuld wären, ist abenteuerlich. Seit Jahrmillionen befinden sich unterschiedliche CO-2 Werte in der Atmosphäre, und die seit der industriellen Revolution „menschengemachten“ Anteile belaufen sich auf 5% von 0,0358% Gesamtaufkommen.
      Berücksichtigen Sie einmal in ihren Überlegungen, daß jeden Monat in China zwei neue Kohlekraftwerke eröffnet werden, ist die Co-2 Berechnung obsolet. Was nützt es den Deutschen beispielsweise, 20% ihrer Co-2 Emissionen einzusparen, wenn China die Energieversorgung weiterhin auf Kohleverbrennung konzentriert.
      Global nichts.
      Der Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre ist zu gering, um globale Klima-Änderungen zu erklären.
      Es macht keinen Sinn, mit deutschem Geld afrikanische Geburtshilfestationen zu unterstützen und deutsche Kinder zu verbieten. Die Co-2 Bilanz ist nicht maßgeblich. Sie ist eine Chimäre zur Vertuschung der beabsichtigten Strukturänderung vorhandener europäischer Kulturen.

      Wenn Ihnen die Schweiz als exemplum nicht ausreicht, schauen sie nach Schweden oder Deutschland.

  6. Ja werter Herr Geiger – heute, 2019 haben wir Orwell 1984 x 2 in unserer Gesellschaft implementiert. Schöne neue vom Technologie-Wahnsinn getriebene Innovations-Gesellschaft mit Totalüberwachung von diversen Agenten und einem Ausblick in’s Sozial- und Oekologie-Chaos mit einer Prognose einer desaströsen Oekonomie. Aber die Sonne schein heute herrlich – im Garten blühen noch die ersten Blumen und mein Morgenkaffee duftet herrlich mit dem frischen Wasser aus der Leitung …

  7. Swiss Re geht da klar zu weit. Die HR Abteilung nimmt scheinbar überhand und das Management kommt nichts anderes in den Sinn als das noch zu unterstützen. Ich würde mal 50 % der HR Abteilung entlassen, dann wird es umgehende besser. Generell sollte sich das Management mehr aufs Business konzentrieren.

  8. Lukas Hässig hat ein feines Gespür, wen man angreifen und kritisieren darf, nämlich die bösen Banken, und gegen was man sich nicht auflehnt, nämlich gegen die fortgeschrittene, massive, Beschränkung der Meinungsäusserungsfreiheit durch die linken Globalisierer. Diese ist gemäss ihren Vordenkern, UNO Generalsekretär Guterres, ehemaliger Präsident der sozialistischen Internationalen, und Obama, dem Guterres seinen Job verdankt, Voraussetzung für die Zersetzung der gewachsenen Identität und Kulturen der Nationalstaaten. Das ist leider keine Verschwörungstheorie, sondern die Strategie, wie sie in zahlreichen UNO Pakten und vertraulichen UNO Papieren, festgelegt ist. Dazu gehören unter anderem der UN Migrationspakt, gemäss welchem die Migration dem Volk als positive Entwicklung verkauft werden soll und die Unterzeichnerstaaten sich verpflichten, Kritik gegen die Migration als Rassismus zu bestrafen, der ganze Genderwahnsinn, die Idealisierung der unbegrenzten Personenfreiheit, die Flüchtlingswaffe und der Missbrauch von Schulkindern für die linke Umweltpolitik. Alles wird gezielt derart tabuisiert, dass weder die Mainstreammedium noch kaum ein Politiker, ob links oder rechts, es wagen, dagegen vorzugehen. Nahtlos in die Strategie, die die SP Schritt für Schritt mit Hilfe der Mainstreammedien und der kuschenden Politiker, umsetzt, gehört auch der Schweiz feindliche EU Rahmenvertrag, der es den Linken, mit Hilfe der ahnungslosen FDP Wähler und weiterer Bürgerlicher, ermöglicht, auf einen Schlag die Schweiz durch die Hintertüre an die EU anzuschliessen. Die SP spannt für dieses Ziel mit ihren deutschen Genossen zusammen, was in den Schweizer Mainstreammedien lobend erwähnt wird, während die gleichen Medien Trump wegen dessen angeblicher landesverräterischer Konspiration mit den Russen verhetzen.

    • @Werner,
      Ich gebe Ihnen zum Teil recht. Die Diskussion bezüglich „Gender“ schlägt klar über die Schnur. In einem grösseren historischen Kontext gesehen haben wir Männer die Frauen und andere Minderheiten aber auch mind. 2000 Jahre lang diskriminiert und phasenweise als Sklaven gehalten.
      Da sollte Ihnen ein paar Diskusionen nicht so arg Schmerzen bereiten oder wünschen Sie sich heimlich die alten Zustände vor dem Frauenstimmrecht zurück?

      Das Vertreter der SP und Linken immer noch in die EU wollen verstehe ich auch nicht.
      Die EU hat sich aber mit vielen PR-Milliarden und gekauftem Friedensnobelpreis sich einen „soziales“ Image gegeben.
      Dabei ist es ein neoliberales Wirtschaftsimperium gelenkt von einer Oligarchie. Die Leute merken erst jetzt nach und nach das es ein Unterschied was die EU propagiert und was sie schliesslich macht.
      In dieser Propagandaschlacht ist es nicht einfach den Überblick zu behalten. Sie dürfen dies den „Linken“ daher nicht übelnehmen wenn sie der Propaganda auf den Leim gehen.

      Die Bruchlinie ist ja nicht Links/Rechts.
      Das FDP-Propagandablatt die NZZ hat jetzt über mehrere Monate jeden Tag für das Rahmenabkommen geschrieben und gegen Russland gehetzt. Es ist die FDP und deren führenden Vertreter die in die EU wollen. Die Gewerkschaften sind ja gegen das Rahmenabkommen und die Basis der SP auch.
      Ihr Schwarz/Weiss Denken ist leider viel zu einfach um die Situation richtig zu erfassen.

  9. Grüezi Dr. Geiger. Ist es nicht im SVP auch so, oder ? Gewisse Dinge sollte man nicht sagen, sonst ist man gleich weg vom Fenster, oder ? Umgekehrt sollte man gewisse Ausdrücke massenhaft verwenden (zBsp: „Mittelstand“), sonst dringt man nicht in den inneren Zirkel ein, oder ?

    • Sehr gut gebrüllt, Löwe Ernst Hofer!

      Jede und jeder, der eine Regelung jeglicher Form (hierzu gehören z.B. Leitbild, MitarbeiterInnenreglement, Lohnskala, und so auch ein Sprachleitfaden, der übrigens ein Umsetzungsinstrument eines Elements des Leitbildes sein kann) insbesondere in einem privaten Unternehmen, kritisiert, hat dieselben Kritikmassstäbe in seiner Gilde (auch Parteien sind private Organisationen) anzuwenden. Kurz und bündig gesagt: „Wische zuerst vor der eigenen Tür, bevor du Missstände bei andern kritisierst“.
      Vielmehr ist die SVP-Sprache und den damit erzeugten Bildern, mit denen sie seit gut 20 Jahren „das“ Volk manipuliert, 1984 von George Orwell. Denn im Gegensatz zu einem Sprachleitfaden macht sie die wahren Absichten NICHT transparent. Vielmehr emotionalisiert sie mit populistischen Vereinfachungen auf eine brandgefährliche Weise, sodass „das“ Volk mehr als weniger gegen seine eigenen Interessen handelt/abstimmt.

      Und ein Wischen vor der eigenen Haustür ist umso mehr angesagt, wenn man sich zur obersten Gilde der Wissenschaft zählt und somit differenzierte und reflektierte Stellungnahmen von einem Professor zu erwarten wären…..vielleicht liegt es daran, das H.G. einem Wissenschafter solch unwürdige Aussagen macht, dass er ein Emeritus und somit von seinen Aufgaben, incl von den Regeln einer seriösen Analyse, „entpflichtet“ ist.

  10. @ Star Philosoph — Mitte Dreissig —

    1. Ich gehe davon aus, dass Sie mit „Allegruccia“ mich ansprechen, auch wenn mir schleierhaft ist, was die Abwandlung meines Namens soll – vielleicht ist genaues Lesen resp. Redlichkeit und Sachlichkeit nicht Ihre Stärke…

    2. Sachliche Feststellung: Aufgrund Ihrer Formulierungen, die leider zum Teil unverständlich sind, gehe ich davon aus, dass Sie nicht deutscher Muttersprache sind und daher auch meine Ausführungen mindestens zur Hälfte nicht wirklich verstanden haben.

    3. Ich sage mit keinem Wort, dass die geschlechtergerechte Sprache eine conditio sine qua non dafür ist, dass auch Frauen hervorragende Leistungen erbrachten und erbringen – NUR: Diejenigen Frauen, die Sie erwähnen, sind die grosse Ausnahme, die von vielen andern Frauen, die ebenfalls Ausserordentliches entdeckt oder geschaffen haben, nicht in Vergessenheit geraten sind. Viele solcher Frauen wurden/werden totgeschwiegen nach dem Motto: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ (cf. hierzu „Die unmögliche Tatsache“, Gedicht von Christian Morgenstern), nämlich dass der weibliche Intellekt dem männlichen ebenbürtig ist.

    Ihr aufgeführtes Beispiel der Euphemisierung von bestimmten Tatsachen zu Ihrer These, dass mit „Sprachregelung allein die Lage nicht verbessert wird“, ist unhaltbar, da Sie damit Aepfel mit Birnen vergleichen:
    3.1. Treten solche Euphemisierungen nur in wenigen, ganz bestimmten Kontexten auf, so z.B. zur Ueberhöhung der Eigendarstellung resp. zur Euphemisierung der eigenen Schwächen, indem man sich den Namen „Star-Philosoph“ gibt.
    3.2. Ich spreche ausdrücklich von geschlechtergerechtem Sprachgebrauch in Bezug auf Frau und Mann, d.h die 2 diskriminierbaren Gruppen, die je hälftig die ganze Menschheit bilden, UNABHAENGIG von ihrem Alter, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung, ihren Essgewohnheiten, etc.
    3.3. Mit keinem Wort sage ich, dass ein geschlechtergerechter Sprachgebrauch allein „die Lage“ verbessert. Ein solcher Gebrauch leistet aber einen wichtigen und entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der „Lage“, wie mein aufgeführtes Beispiel, die Erfahrung meines Professors, anschaulich verdeutlicht.

    • Vielen Dank für ihre Ausführungen….zum Teil einverstanden, den Rest sollte mal gemütlich bei einen Kaffe besprechen…

      P.S.: auf italienisch gibt Allegrina nicht, deswegen habe ich als Allegruccia oder besser nur Allegra apostrophiert…tut mir leid, wennn der richtige Name wäre…😉

    • @ Star Philosoph — Mitte Dreissig —

      Gern geschehen –
      Noch ein Wort zu meinem Namen: Auch wenn es „Allegrina“ im Italienischen nicht gibt, so heisst das nicht, dass der Name „Allegrina“ falsch resp inexistent ist. Sie legen damit ein Zeugnis Ihrer Denkweise ab, nämlich dass das, was Sie nicht kennen, nicht existent ist resp. gemäss Ihrem Wissensstand zu korrigieren ist – und dann gibt es da noch das Rumantsch……einem „Star Philosophen“ käme es zumindest in den Sinn, über seinen aktuellen Wissensstand hinaus zu denken und nachzuforschen – in dem Sinn wünsch ich viel Spass und Erkenntnisgewinn beim Kaffeetrinken!😁

  11. […] und bei der Zeitungslektüre war ich ängstlich bemüht, die nackten Tatsachen – sie waren in ihrer Nacktheit schon trostlos genug – aus der ekelhaften Brühe der Reden, Artikel und Kommentare herauszufischen. […]

  12. Das Interview von Hässig mit Hans Geiger offenbart in deutlichster Manier die tragische Unbeholfenheit Hässigs im Umgang mit Dingen, welche sich links oder rechts seiner Nasenspitze, oder anders gesagt, seiner „Kernkompetenz“ bedinden. Er lässt jede Sachkompetenz vermissen und babbelt einfach vor sich hin und muss sich von Geiger „retten“ lassen. Die Swiss Re als Arbeitgeber hat bei Menschen mit gesundem Sebstbewusstsein und entsprechend freier Meinungsäusserung ausgedient, da offenbar die „Spitze“ der Gesellschaft es vorzieht, sich von willenlosen Eunuchen umgeben zu lassen, welche jede Vorschrift, mag sie noch so dumm und falsch sein, einfach schluckt.Für alle „Nichteunuchen“ der Swiss Re gibt es nur einen Weg; den Job kündigen und zu einem Arbeitgeber zu wechseln, welcher nicht von einem irrgeleiteten Manager nach “Uriella” Sektenmanier geführt wird.

    • @Al Mundy

      Wenn Sie Lukas Hässig „tragische Unbeholfenheit“ vorwerfen und jede „Sachkompetenz“ absprechen, so gilt dies in gleichem Masse für Hans Geiger. Auch er „babbelt einfach vor sich hin“ – wie er dies übrigens immer wieder in den Interviews mit L.H. tut – z.B. kommt dies in „deutlichster Manier“ – um es mit Ihren Worten zu beschreiben – bei der Frage von L.H., was denn nun an diesem Newspeak-Guide so schlimm sei, überdeutlich zum Ausdruck: H. Geiger ringt zuerst nach Worten, dann babbelt er etwas über Sprache und sagt dann, dass er diesen Guide zuerst als „Furz“ der Personalabteilung hielt….
      Ich kann daher nicht erkennen, wo Geiger Hässig „rettet“, ganz abgesehen davon, dass L.H. 3-Mal nachfragen muss, was denn so schlimm sei, weil H.G. immer wieder abschweift. Wenn schon „retten“ sie sich gegenseitig zu einem Thema, das bei beiden gleichermassen nicht zu ihren „Kernkompetenzen“ gehört.

      Noch dilettantischer ist Geigers Zitierung der LTI vom Philologen Victor Klemperer, um seine (und vieler der KommentatorInnen an dieser Stelle) These, dass „Sprachregelung von ganz oben“ schlimm sei. Damit bringt er bestenfalls eine tautologische Begründung zustande. (N.B. Seine schlacksig dahingesagte Behauptung, dass die wenigsten Menschen Latein können, zeugt von seiner akademischen Arroganz, was gerade aufgrund seines Bildungsstatus an Ignoranz grenzt).

      Zudem ist das Zitieren der LTI – so völlig aus dem Kontext gerissen, in welchem Victor Klemperer diese geschrieben hat – massiv irreführend (ganz zu Schweigen von wissenschaftlichem Vorgehen, dass eigentlich von einem H.G. erwartbar wäre).

      Victor Klemperers LTI ist im Zusammenhang seiner Tagebücher „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten: Tagebücher 1933-1945“ entstanden, welche nach ihrem Erscheinen Mitte der 1990er Jahre ein starkes Echo gefunden haben und inzwischen zum Kanon der Tagebuchliteratur gehören. Das zweibändige, während der nationalsozialistischen Diktatur entstandene Tagebuchwerk beschreibt die Lebenswelt eines deutsch-jüdischen Verfolgten im Dritten Reich. Der Antisemitismus zwang den Philologen zu einer Auseinandersetzung mit dem Relevanzverlust seiner Assimilationsbemühungen und seiner Kennzeichnung als Jude. Eine rekurrente Kompensationstaktik gegen seine erzwungene Randstellung besteht in der sprachkritischen Demontierung des Rassendenkens, um die Ungültigkeit des Antisemitismus nachzuweisen. Die Beobachtungen zur Lingua Tertii Imperii, die er in den Tagebuchblättern aufschrieb, wurden immer mehr zu seinem eigentlichen Werk. Das Tagebuch ist vor diesem Hintergrund in weiten Teilen zum Arbeitsjournal für die Sprach- und Kulturanalysen Klemperers geworden. Zwischen der Sprachkritik und Mentalitätsgeschichte in Klemperers Analyse der Sprache des Dritten Reiches gibt es also eine Interdependenz. Es gilt also zu verstehen, auf welche Art und Weise Victor Klemperer in seinen Notizen die Beziehung zwischen Sprache, Ideologie und Mentalität verstand. Wichtig ist auch zu beachten, wie Victor Klemperer im Tagebuch vor Augen führt, dass das verletzende Sprechen gegen Juden im Nationalsozialismus eine subjektkonstituierende Wirkung hatte sowie die von ihm festgestellte diskursive Einverleibung antisemitischer Rhetorik durch die verfolgte jüdische Bevölkerung.
      Und notabene: Victor Klemperer hat nach dem 2. Weltkrieg unzählige Beispiele einer LQI notiert, einer missbrauchten, verkommenden Sprache – des vierten Reiches….

      Bei der geschlechtergerechten Sprache geht es ja nicht um die Diskriminierung von unliebsamen ZeitgenossInnen, oder Minoritäten, die „nicht der Norm“ entsprechen (N.B. WER bestimmt diese Norm(en), die „man“ dann als „normal“ betrachtet?), wie dies Victor Klemperer als Jude in seiner LTI tut. Im Gegenteil, es geht um die gleichberechtigte Ansprache, insbesondere der Frauen, die immerhin die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. UND es wird transparent gemacht, was mit der vorgeschlagenen Sprachregelung erreicht werden soll – eben Gleichberechtigung von (möglichst) ALLEN.

      Sprache bildet Bilder in den Köpfen ab und vice versa: sie erzeugt Bilder in den Köpfen. Somit stellt sich in Sachen „generischem Masculinum“ die Frage: Was war zuerst, das Huhn oder das Ei?
      Ein überaus anschauliches Beispiel, dass das „generische“ Masculinum eine weitgehende Farce ist (nämlich dass das andere biologische Geschlecht mitgemeint ist), ist die im „allgemeinen“ – also nicht Sexus bezogene – benutzte Bezeichnung „Sekretärinnen“. Wenn es tatsächlich so wäre, dass das generische Masculinum ALLE meint und anspricht, dann müsste diese Berufsgattung logischerweise „Sekretäre“ heissen. Da aber mit „Sekretärin“ ganz klar eine zudienende und untergeordnete, also weibliche Rolle, gemeint ist, während mit „Sekretär“ eine entscheidungsbefugte, übergeordnete Rolle gedacht wird, weicht der Sprachgebrauch vom generischen Masculinum ab. Die weiblich gedachte Rolle wird von der männlich gedachten diskriminiert (im wörtlichen wie im übertragenen Sinne; das lateinische Verb „discriminare“ bedeutet trennen, absondern, abgrenzen, unterscheiden). Ein anderes Beispiel ist „Krankenschwestern“, womit alle männlichen Pflegefachleute diskriminiert werden.

      Wenn ich auch die gute Absicht des Bemühens der Swiss Re-Sprachregelung, allen Orientierungen ausserhalb der Heteronormativität auch sprachlich gerecht zu werden, anerkenne, bin auch ich der Ansicht – wie ich dies bereits in einem vorhergehenden Blog festgehalten habe – dass die aktuelle Version weit übers Ziel hinausschiesst. Was sie allen KritikerInnen voraus hat, ist die Reflexion über den Sprachgebrauch. Daher wäre es schon ein grosser Fortschritt, wenn zumindest die „andere“ Sexus-Hälfte der Bevölkerung auch explizit und ganz automatisch immer angesprochen wird, also der ausschliessliche Gebrauch des „generischen“ Masculinums verschwindet.
      Wenn auch langsam, aber doch stetig geschieht dies. Im SRF gibt es bereits seit Jahren nicht nur „Zuschauer“ und „Zuhörer“, sondern „Zuschauerinnen und Zuschauer“ und „Zuhörerinnen und Zuhörer“ und seit einger Zeit gibt es auch im Tagi nicht nur „Politiker und Bürger“, sonder „Politikerinnen und Bürger“.

      Abschliessend möchte ich noch ein Erlebnis mit einem meiner Politologie-Professoren festhalten, der im Rahmen einer Vorlesung zur Demokratietheorie folgende persönliche Erfahrung schilderte: „Noch vor ein paar Jahren sprach und dachte ich stets von „Studenten“ in meinen Vorlesungen und Seminarien, bis ich mir mal bewusst machte, dass es da auch Studentinnen gibt. Von da an sprach ich stets Studenten und Studentinnen an und war sehr erstaunt, wie stark sich einzig mit diesem veränderten Sprachgebrauch meine inneren Bilder und mein Blick auf die Gesellschaft veränderten und welche Auswirkungen dies auch auf meine wissenschaftliche Tätigkeit in Lehre und Forschung hatte und immer noch hat.“
      Ein Professor, der eine für die seriöse wissenschaftliche Tätigkeit+Forschung wichtigsten Eigenschaften nicht verloren hat: REFLEXION. Leider gibt es immer noch zuwenige Professoren von diesem Format.

    • „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.“
      Rosa Luxemburg

      Das heisst: es gibt keine Problemen hier. Das ist einen wahre „Sturm in Glass“! Eigentlich nicht gut für eine Versicherung…
      Tja, seien wir ehrlich für eine Versicherungsgesellschafft, wie oft schreibt man über solche Dinge, wahrscheinlich selten. So ich sehe nicht ein, wieso diese Emonional Ausbruch!
      Mir würden mehr interessieren andere Wörtern heute Eigentlich, wie zum Bespiel: “ Meritokratie“, “ Innovation“, “ Gleichstellung und Behandlung“, „Fordern und fördern“, “ Chancengleichheit“, „Pionierin“, unsw…das wäre für mich Innovativ und Zukunftgerichtet…
      @Allegruccia
      Tja, in Tat und Wahrheit gab schon mehrere Hervoragende Frauen in der Geschichte, die nicht sich von Wörtern beindrücken liess, wie zum Beispiel: Marie Curie vor 150 Jahren, oder die erste Bildhauerin in Frankreich von gerade 1000 Jahre ( kein Mann…), Ada Lovelace, eine Mathematerikin Pionierin in Informatik ende 1800 Jahrhundert…
      Somit Wörtern sind zwar wichtig, aber nicht die “ conditio sine qua non“ für Aberkennung und hingegen können verwirrend auswirken, wenn nur Kunstlich. Sonst müssten wir der Katalog auswriten mit keinen “ Rasse, Provenient, Ethicity, Glauben, Musikalisch otientiert, veganismus und sexismus, unsw…“ praktisch eine endlose Katalog. Mit solchen “ Sprachregelung alkein“ man verbessert nicht die Lage, wie heute fast überall sagt man einfach als Euphemismus “ challenges“ anstatt “ Krise oder Problemen“, das ändert nicht and die Tatsache, das etwas falches gelaufen ist!😁

    • @Allegrina

      Hoffentlich dient ihre Analyse nicht dazu, die Rechtschreib- und Sprachmanipulationen an der deutschen Sprache nach 1945 in ihren Auswirkungen herabzusetzen und gegenüber Viktor Klemperers Betrachtungen zu diskriminieren.
      Es handelt sich nämlich um ein- und denselben Vorgang.
      George Orwell hat es verstanden, in „1984“ die Folgen der erzwungenen Einführung von Bezeichnungen des täglichen Lebens zu illustrieren.
      Kein Wissenschaftler kann ernsthaft behaupten, daß die Sprachmanipulationen im Dritten Reich, in dem Roman „1984“ und die von heute im Kern wesentliche Unterschiede aufweisen.
      Welche Ausmaße diese faschistoiden Methoden heute anrichten, kann der Fall „Cambridge Analytica“ aufzeigen: hier wurden Facebook-Datensätze von 220 Millionen US-Amerikanern mit den Wählerlisten der beiden großen Parteien abgeglichen und über Pressenetzwerke geeignete Nachrichten generiert, um diese Wähler in eine bestimmte Richtung zu manipulieren.
      Ich will den Nationalsozialismus nicht in Schutz nehmen, aber zu einem solchen perfiden Unterfangen fehlten damals die technischen Mittel.
      Insofern ist der Geiger’sche Ansatz absolut korrekt und auch sprachwissenschaftlich akzeptierbar. Er darf sehr wohl Birnen mit Birnen vergleichen, selbst wenn die eine ganz links und die andere ganz rechts auf dem Tisch liegt.
      Man sollte sich in jeder Wissenschaft davor hüten, zunächst die politische Herkunft einer These und dann ihre Wertigkeit zu identifizieren. Priorität hat das Gebot, Wissen zu schaffen, ansonsten macht man sich sehr leicht zum Handlanger gewisser Ideologien, eventuell sogar ohne es zu bemerken.

  13. Erstaunlicherweise kennen ich niemanden innerhalb der SR, dem diese Regelung durch etwas anderes als externe Medien oder Flurfunk mit Verweis auf externe Medien bekannt gemacht wurde.
    Kann so wild also nicht sein. Aber Hauptsache man kann sich an irgendwas aufhängen.
    Es ist sicherlich nicht alles so rosig, wie man gerne glauben möchte. Aber wo ist es das schon.
    Und ein Management, dem die Mitarbeiter dermaßen in den Rücken fallen, kann einem auch leid tun. Es ist doch etwas heuchlerisch von der Unternehmensführung, die man offensichtlich so verachtet, zu erwarten, dass sie hinter der Belegschaft steht.
    Da gehören schon zwei dazu.

    • Für Anfänger wie Dich: Echte Gefolgschaft und Treue muss eine Führungskraft sich erst VERDIENEN! – Alles Andere wäre ja auch viel zu einfach.

  14. Hans Geiger hat völlig recht. Sprachpolizei ist nichts anderes als Gedankenpolizei und damit totalitär. Sprachpolizei ist nichts anderes als Kommunikationsmanipulation, gegen welche es entschieden anzukämpfen gilt. Weder selbsternannten Gendermissionaren noch Teppichetagenchefs steht es zu, die Sprache zu vereinnahmen und nach eigenem Gusto umzumodeln. – Wehret den Anfängen !

  15. Ich kenne das Papier nicht und nehme mal was hier dargelegt wurde 1:1 als korrekte Wiedergabe an.

    Wenn das Papier nicht ernst gemeint ist, dann ist es schlicht unnütz, dumm und kontraproduktiv, wie offensichtlich auch die ebenso unnützen Compliance Tasks.

    Wenn es ernst gemeint ist, dann ist es einenFrechheit schlecht hin. Wer NLP (Neurolinguistische Programmierung) versteht, der kennt den Zusammenhang zwischen Gefühlswelt, Denke, Sprache und Handlung. Solche Vorschriften wären nur mit Gehirnwäsche umsetzbar, denn entweder entstünde Inkongruenz oder eben einenVeränderungbder Persönlichkeit als Ganzes. Beides kann nicht sinnvollsten, denn die Menschen wurden eingestellt, gerade weil sie so sind, wie sie sind.

    Das kann letztlich nur ein Unsinn sein! Dies ist kein Freipass für Beleidigungen, Respektlosigkeit, etc., jedoch kann per se ein Swiss Re Einheitsmatsch an Menschen, Sprache, Denke und Handeln kein anstrebenswertes Ziel sein.

    Lasst den Quatsch und zieht es zurück solange noch nicht mehr Schaden entstanden ist, denn ihr könnt nur verlieren.

  16. also statt die welt wie sie ist liebevoll wieder zu spiegeln und inklusiv zu sein, diskriminiert man traditionelle partnerschaften wie eheleute. aber dass man wörter, die verwandtschaftsverhältnisse bezeichnen, wie tochter, sohn, mutter oä nicht verwenden darf ist einfach absurd.

    die parallelen zur sprachzänsur im dritten reich jedoch, ich weiss nicht. vielleicht ist das weniger faschistoid als einfach die trotzreaktion einiger weniger latent geiler aber frustrierter menschen. bdsm-lern (das wäre ein beispiel für das + im lgbt+) die trotz offener kultur und naheliegenden möglichkeiten keine befriedigung finden und drum selbst auch nicht „proud“ sind. was nicht bedeuten soll dass alle die auf bdsm stehen unbefriedigt sind. einige praktiken sind köstlich und können mehr als befreiend sein.

    die restriktion der sprachregelung erinnert mich halt mehr an die regeln in einem bizarren spiel. so wie im dungeon, wo man auch sein eigenes skript für das spiel definiert und so seine autorität im dom/sub verhältnis etabliert.

    war nichts traditionelles dabei. also darf ich das offen sagen, oder

  17. @Professor Geiger

    Sehr geehrter Herr Professor Geiger

    Besten Dank für Ihre wohlüberlegten, klaren Worte in einer wichtigen Angelegenheit.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Ja klar, von Dr. zu Dr., versteht man sich immer, wie der Arbeiter gedrillt und gegrillt werden kann, haha.
      Könnten auch zwei Juristen sein, die sich hinter dem Rücken ihrer Mandanten absprechen, um einen Deal zu finden, wie sie ihr Gesicht bewahren, und alle anderen dabei abgezockt werden 👍😱😜

  18. Wir sind längst Sklaven unserer eigenen einst (meist sinnvollen) verfügten Gesetze, Verfügungen etc. und die vollständige Digitalisierung und Überwachung wir der lebenden Demokratie endgültig den Todesstoss versetzen, die einstige Freiheit haben wir alle dem hemmungslosem Konsum geopfert, der menschlichen Gier sei Dank.

    • Nein, die sinnvollen Gesetzte werden laufend angepasst zugunsten der Oligarchie, zum Beispiel das eine Versicherung einen laufenden Vertrag einseitig angepasst werden kann um der arbeitenden Bevölkerung noch mehr Risiko zu übertragen und ihr Geld abzuschöpfen.
      Das ist Korruption.

  19. da gehe ich jetzt mit Hans einig

    PC wird mittlerweile zum Gesinnungsterrorismus und ist man empört nur um zu beweisen dass die Empörung überhaupt möglich ist

  20. Diese ziemlich bizarren Absicherungsmassnahmen rühren von den penetrant strengen Bestimmungen in den USA her. Novartis wurde dort beispielsweise auch angeklagt in einem lächerlichen sex discrimination lawsuit.

    Bin jetzt übrigens gespannt, ob der Heimatschutz spielt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, falls man Boeing etwas vorwerfen könnte in diesen beiden tragischen Abstürzen.

    Man erinnere sich daran, dass die Deutsche VW bis jetzt 28 Milliarden Euro Busse bezahlt hat in dieser Diesel-Geschichte. Jetzt will die SEC-Börsenaufsicht weitere 13 Milliarden US$ von Volkswagen wegen Täuschung der Anleger.

    Jetzt ist bei der Swiss Re eine Mischung aus „Knie schlottern“ und Paranoia ausgebrochen wegen uncle Sam.

  21. Für einmal: Bravo, Hr. Geiger.
    Auch ich habe bei der ersten Mitteilung über die Sprachregelung bei SRe an dunkle Zeiten in Europa gedacht.

    • @Mutti

      Ich habe GENAU das gemeint was ich geschrieben habe, sonst wäre ich ja nicht „Sprachphilosoph“.

      Insbesondere ging es nicht um „Wortwahl“ im Spezifischen, sondern um das pamphletische zitieren von Büchern oder „Methoden“ top-down ohne entsprechende Fähigkeiten bottom up. Ich suggeriere gar nichts von dem was Sie sagen …
      Genauso finde ich es unpassend, wenn man nach der Wikipedialektüre von einem eindimensional reduzierten „Klugen Hans Effekt“ spricht und gar jemanden der in seinen frühen Teenager Jahren selbständig ähnliches „erforscht“ hat belehren will.

      Jetzt könnte ich noch weiter gehen und Ihnen auch noch etwas über Semiotik sagen, denn es gibt sehr viele „Sprachen“ aber na ja – Missverständnisse vorprogrammiert – sie sind eine Mutti auf der Erde mit ihren Alltagssorgen, ich bin ein Astronaut (oder eine Astronautin?) der aus einigen hundert km Entfernung und mit tausendjährigem Wissensbackground von oben auf die Erde schaut …

      Im Übrigen hat das Pferd Hans, für das ich eine Vorliebe habe, seinen Übernamen zu Recht getragen. Besser als die meisten Menschen konnte er die Körpersprache des Gegenübers deuten …
      Ein fast schon rührendes Beispiel „tierischer“ Intelligenz sage ich mal als Neurowissenschaftler und Bewusstseinsforscher.

  22. Es besteht noch das Risiko, dass der unbedarfte Leser, das Buch als Nazikeule gegen unliebsame Themen/Personen missbrauchen wird.

    Bleiben Sie doch bei weitaus wichtigeren Manipulationen und dem Newspeak in Ihrem Bereich, die uns alle angehen:

    Z.B. Wachstum
    Z.B. Personenfreizügigkeit
    Z.B. Rahmenabkommen
    Z.B. Friedensprojekt
    Z.B. Entwicklungshilfe

    Freundliche Grüsse,
    PFZ delenda

    ————–

    „Und sogar bei denen, die die schlimmst verfolgten Opfer und mit Notwendigkeit die Todfeinde des Nationalsozialismus waren, sogar bei den Juden herrschte überall, in ihren Gesprächen und Briefen, auch in ihren Büchern, solange sie noch publizieren durften, ebenso allmächtig wie armselig, und gerade durch ihre Armut allmächtig, die LTI.“
    Victor Klemperer, 1947 LTI: Notizbuch eines Philologen

    • Lustig erscheint mein Kommentar nach zwei Tagen mit fehlender Intro. Da musste Hässig wohl noch ein ok geben. Kein Problem.

      Mit „Buch“ ist das zitierte LTI gemeint… Aber auch die Zitierung von Orwell ist meist deplaziert. Wer ein Gefühl für Sprache und Strukturen hat braucht heute keinen Orwell zitiert bekommen. Genauso wie das religöse und studentenhafte zitieren von blind und double blind Experimenten meist den schwachen, unselbstständigen „Forscher“ entlarvt, der in freier Wildbahn wohl noch heute auf den Klugen Hans(keine Relation zu Hans Geiger soweit mir bekannt) reinfallen würde. https://de.wikipedia.org/wiki/Kluger_Hans

    • Lustig erscheint meine Antwort nun sofort, aber immer noch ohne den „akzeptablen“ Teil der Intro.

      Also hier ohne „Sprüche“ und abgewandelte „Redewendungen“.
      Das LTI wurde komplett aus dem Kontext gerissen.
      Ein sehr Deutsches Notizbuch. Mit der Beschreibung eine Deutschen Realität. In einem sehr spezifischen Moment und Kontext geschrieben. Fast ohne abstrahierende Analyse.

      Ok so?

    • @Sprachphilosoph

      Vielen Dank für Ihren Verweis auf die tatsächlich wichtigeren Themen.

      Mit Ihrem Hinweis auf das Phänomen des Klugen Hans suggerieren Sie, dass Forschungsergebnisse generell nicht vertrauenswürdig seien. Der Effekt „Kluge Hans“ hat übrigens nichts mit der Wortwahl an sich zu tun.

      Die Forschungsmethoden sind in den letzten Jahren differenzierter geworden, und die Ergebnisse werden in der Regel mehrmals Repliziert. Die Effekte von Sprache, insbesondere diejenigen der Wortwahl, sind absolut unbestritten. Die Wortwahl hat zum Beispiel einen Effekt auf das Antwortverhalten bei Umfragen aber auch auf Assoziationen.

      Ein Beispiel ist die Verwendung des Wortes Terrorist versus Unabhängigkeitskämpfer.

      Weiter konnte auch gezeigt werden, dass Frauen eher motiviert sind, sich für eine Stelle zu bewerben, wenn diese auch in weiblicher Form ausgeschrieben wurde. Bei der Gender-Frage bin ich jedoch trotzdem prinzipiell gegen Formalismus, weil ich glaube, dass dieser Systeme schliesslich nur belastet und den Gender-Typen wenig bis nichts bringt.

  23. Prinzipiell ein ernsthaftes Thema, das aber in Bezug auf SwissRe heisser gekocht als gegessen wird.

    Bei SwissRe gibt es jeden Tag 30 neue Vorschriften, fast täglich muss man irgendeinen Compliance BS abklicken und grosse Teile der Mitarbeiter haben diese Nachricht weder erhalten noch interessiert sie das Gender-Gedöns überhaupt.

    Sich selbst feiern tut sich hauptsächlich die übersichtliche LGTB+ Community, die sich seit Jahren im „unglaublich proud“ Dauerzustand befindet. Interessanterweise ist der Grossteil der freundlich lächelnden Gesichter auf der LGBT+ Seite im Firmenweb weder schwul noch lesbisch, sondern verheiratet mit drei Kindern und Bestandsreihenhaus in Horgen oder Meilen. Das sind die sogenannten „Allies“. Nicht betroffen, hetero, aber ebenfalls ständig „proud“ und selbst Samstags in der Migros „mit Pride“ unterwegs. Gähn! Kann gutes Networking sein, mit dem B-Band im Baströckchen auf dem Gay-Tag. Selbstverständlich alle „Allies“ *räusper*.

    Der oberste HR Boss sah sich kürzlich genötigt, ein Statement zum argen Bias der Medien zu diesem Thema abzugeben. Keine Stunde später waren die ersten Reaktionen der well-known Klatschhasen auch schon zu lesen: „Tough Statement, well done!“ und ähnlich alberne Demutsbezeigungen in gestelzter Gefälligkeitssprache. „proud“ war glaube ich auch dabei. Habe es weggeklickt.

    Ich denke, in 2-3 Jahren wird es am Mythenquai Toiletten für „Divers“ geben. Die LGBT+ Gemeinde ist drei Tage am Saufen, der Reinigungsdienst freut sich: Keiner wird jemals diese Toiletten betreten, denn das bedeutet in der gossip-geprägten Rück das berufliche Fallbeil. Vielleicht verrichten ja auch demonstrativ einige „Allies“ dort ihren Stuhlgang. Die Spülung rauscht, das Gürtelschloss klappert, die Tür geht auf, ein Lächeln im Gesicht: With pride!

    Die sexuelle Orientierung interessiert die meisten nicht, es sind ständig hundert Nationen im Haus, viele haben Toleranz gelernt (bis auf die Schweizer Deutschenhasser, aber die dürfen das). Alle wollen nur fair und mit Respekt behandelt werden, that’s all.

    Nicht falsch verstehen: SwissRe bietet hier und da fantastisch interessante Jobs, aber es riecht leider auch überall nach PC, Inzucht und Richtungslosigkeit des VR.

    • Stimmt. Das trifft auf jede angelsächsisch geführte Company wie die CS, UBS, Zurich Insurance, Swiss Re, etc. zu. Alles nur noch mit dem Segen vom Compliance und HR, anschliessend überprüft vom internen Audit. Dazu noch alle Quartale die nutzlosen Zielvereinbarungen. So ist „man/sind wir“ immer fein raus. „Es wird alles nur immer besser“ ist bei uns schon längst ein ewiger Klassiker, ich meine running gag. Über den selbst die Angelsachsen die wenig deutsch sprechen schon längst lachen.

    • Mit grossem Abstand der beste Satz kommt am Ende – und innserhalb dieses Satzes ist es wiederum der letzte Teil:

      „Es riecht leider auch überall nach PC, Inzucht und *Richtungslosigkeit des VR*“.

      Genau. Walter Kielholz sucht sich geschickt die richtigen Ja-Sager aus – durchaus mit beeindruckenden CVs natürlich. Und dann schaltert und waltert er nach belieben.

      Hält stur an Corporate Solutions fest.

      Zeigt Jahr für Jahr das gleiche alte, phantasielose Trickli: Rückkauf von Aktien.
      Um einerseits die Equity zu reduzieren und damit den Return on Equity zu vergrössern. (Die Steigerung des Returns ist halt etwas schwieriger.)
      Und um andererseits eine fette Dividende auszahlen zu können und damit seine grössten zehn bis zwanzig Aktionäre happy zu machen. Denn so kann er noch lange im Sattel bleiben

    • Ein wundervoller Text. Habe herzlich gelacht! Weiter so und vielen Dank!

    • @Baron Wuffet, wirklich schön geschrieben. Das mit dem Rückkauf von Aktien kommt sogar noch schlimmer. «Die» haben alle in ihren Verträgen das «Sie» für alles Denkbare einen Bonus kassieren. In dem Fall; wenn der Aktienkurs so und so hoch ist, fliesst ein weiterer Bonus. Das Aktienrückkaufsprogramm starten «Sie» nur, damit auch dieser Bonus in «Ihre» Taschen fliesst. Ein Aktienrückkaufsprogramm bringt der Firma rein gar nichts. Es ist sogar das Gegenteil der Fall. Trotzdem verkaufen «Die» das Ganze immer als positiv für die Unternehmung. Und auch ich bin offiziell derselben Meinung. Wie man hört ist Walter Kielholz mit all diesen neuartigen Tools (..) schon lange überfordert. Es ist einzig und alleine sein Netzwerk, dass ihn noch tun, lassen und kassieren lässt wie es ihm beliebt. Er lebt wohl schon seit Jahrzehnten in einem Cocon.