„Der Immo-Markt Schweiz kann locker 20 bis 30 Prozent korrigieren“

Die Zinsen sind weltweit zuletzt rasch gestiegen, doch historisch betrachtet liegen sie seit 10 Jahren zu tief, sagt Hans Geiger. Gleichzeitig steigen die Leerstände. Ein happiger Zins-Anstieg hätte dramatische Folgen. Herr und Frau Schweizer haben weltweit die höchsten Hypo-Schulden.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

22 Kommentare zu “„Der Immo-Markt Schweiz kann locker 20 bis 30 Prozent korrigieren“

  1. Anhand der gegenwärtigen Auswüchse in diesem Wirtschafts-Sektor merkt auch der hinterletzte Immo-Sparer was es geschlagen hat:

    – Immer mehr neue und undurchsichtige Plattformen für Immobilien-Investments laufen sich gegenseitig den Rang ab……..

    – Monatlich erscheinen neue Immobilien-Makler auf dem Markt, welche sich diesem Metier verschrieben haben. Die agressive Werbung wird zusehends ärgerlich. Viele Neufirmen verschwinden innerhalb weniger Monate wieder. Dazu auch noch solche welche seit Jahren im Geschäft sind. Fehlende Masse.

    – Die Schweizer Nationalbank warnt seit bald fünf (5) Jahren vor der Immo-Ueberhitzung, schürt anderseits die Flucht in Immobilien durch Negativ-Zinsen; totale Verballhornung.

    – sog. Schweizerische Immobilien-Firmen sind mehrheitlich in ausländischen Händen, insbesondere kotierte Gesellschaften und Immo-Anlage-Fonds. Wenn diese Spekulanten abspringen folgt ein Armageddon.

    – Die Hypo-Banken fürchten diesen Tag wie der Teufel das Weihwasser. Deshalb machen diese auf Gutwetter und „verarschen“ den Eigenheim-Besitzer mit langlaufenden Festhypotheken. Diese Gruppe (Banken und Versicherungen) wird, wie in den 90er-Jahren, massenhaft notleidende Immobilien unter Marktpreis in ihre Bücher nehmen müssen.

    – Wer jetzt noch in Immobilien investiert, den erwartet schon bald ein Himmelfahrts-Szenario.

    Der Patri-Arch

  2. Ja Hans Geiger, gewinnen Sie mal Flughöhe. Beurteilen Sie mal die Welt von heute und ziehen Sie Ihre Schlüsse daraus. Als Professor darf man doch auch mal forschen und nicht nur die heute nicht mehr allgemeingültigen Lehrbuchmeinungen gebetsmühlenartig wiederholen.
    Als Anregung: sind wir in einer Welt von Wachstum oder in einer Welt von Effizienzsteigerung. Wie waren die Zinsen – es gibt sie schon über 120 Jahre – im 16. – 19. Jahrhundert, also vor der ersten industriellen Revolution. Dies alles aus Sicht von entwickelten Wirtschaften aus betrachtet. Dann sprechen Sie nochmals über Zinsen. Und dann noch dies: die aktuelle 4. industrielle Revolution werden über 20% der Unternehmen nicht überleben, da gehören auch einige Baufirmen dazu.

  3. Und wer sollte daran etwas ändern? Die Profiteure sicherlich nicht. Und das Volch schon gar nicht. Von Kindesbeinen wird es dazu erzogen, dass andere für einen die Verantwortung tragen (Gesundheitswesen, Banken, Landwirtschaft etc.). Selber denken Fehlanzeige. Die Profiteure und Lobbyisten freuts, bis wir dann vor dem Scherbenhaufen stehen…

    • Was ist denn momentan in der Schweiz – auch für Fremde – attraktiv?

      – Die Entlohnung in Relation zu den Lebenshaltungskosten?
      – Die Immobilien zu langjährigen Höchst- und Blasenpreisen?
      – Der hoch bewertete Aktienmarkt nach einer langjährigen Hausse?
      – Die Währung mit Negativzinsen?
      – Die Anleihen mit Null- und Negativzinsen?

      In der Summe sind das alles keine guten Aussichten…

    • Nur für solche, die nichts haben. Und für die ist ein Stück Brot schon viel…

    • @ Münch Hausen:

      Die Lebensbedingungen für den sog. Durchschnittsverbraucher haben sich fast überall in Europa in der Vergangenheit deutlich verschlechtert. Ebenso die Zukunftsaussichten.

      Dies betrifft gerade auch die Schweiz, deren Wirtschaftsmodell auf qualifizierter Zuwanderung beruht.

      Wenn man sich beispielsweise an die Lage um das Jahr 2000 zurückerinnert, wo es für viele deutsche Akademiker ein erhebliches Plus an Wohlstand, Lebensqualität und Finanzmittel mit sich brachte, in die Schweiz auszuwandern.

      Heute nicht mehr.

  4. @Steuerzahler, Wohnungseigentümer und Rentner (2. Säule),

    Zum Glück gibt es noch solche Menschen wie Sie in unserem Land die der Propaganda und Gehirnwäsche noch nicht erliegen sind. Solche Zeilen machen Mut, da sie für mich Ansporn sind weiter zu ermitteln, um diesen Sumpf an Korruption aufzudecken. Wir leben in einem Land, wo der Staat seine Bürger regelrecht dazu verführt, ihre Immobilien nicht vollständig abzuzahlen. Somit treibt der Staat seine Bürger den Banken als Kunden scharenweise zu. Alle nicht abbezahlten Immobilien bleiben den Banken als Pfand. Der Staat bleibt somit mithilfe seiner Systemrelevanten Banken in Position, seine noch auf dem „Papier“ wohlhabenden Bevölkerung viel rigider unter Kontrolle zu halten. Dank der Steuergeschenke hat sich bislang kaum jemand beschwert. Und heute? Die Kürzungen in der 2. Säule und die tiefen Zinsen machen die Masse der Schafe langsam unruhig.

    Hinzu kommt, dass in der Schweiz Immobilien überwiegend keine Investition sind, sondern Verbindlichkeiten! Weil sie sich abnutzen und Kosten verursachen werden sie immer wertloser, wenn man sie nicht ständig instand setzt und investiert. Insofern verbrennen selbstbewohnte Immobilien Vermögen.

    Und der Knaller zu guter Letzt: Unser Vorsorgesystem und Bankensystem. Die 2. Säule und die Exposition der CH-Grossbanken am Anleihenmärkten gemessen an die Grösse der CH-Volkswirtschaft wird uns sehr bald das Genick brechen.

    Die Verantwortlichen (Banken, Versicherungen, Politik) sehen den Zusammenbruch des „Modell Schweiz“ schon kommen. So ist es keine Überraschung das die AXA, aus dem Geschäft mit Vollversicherungen austeigen wird und die vorgeschlagene Teil-Revision der EL massive Verschlechterungen für die Bürger/innen vorsieht. Gemäss OECD lag die Verschuldung der Privaten Haushalten in der Schweiz im Jahr 2015 bei 211% und die Kostenbeteilung in der Krankenversicherung im Jahr 2017 bei sagenhaften 27%!

    Mit einem Teil der Beiträge in die zweite Säule werden die Risiken einer Invalidität oder des Todesfalls vor Erreichen des Pensionsalters gedeckt. Zum Abdecken dieser Risiken kassierten die Lebensversicherungen Allianz Suisse, Axa, Basler, Generali, Helvetia, Mobiliar, Pax, Swiss Life und Zürich im Jahr 2015 insgesamt 2,6 Milliarden Franken. Davon haben sie jedoch lediglich 1,4 Milliarden Franken für die genannten Risiken ausgegeben. Die enorme Differenz von 1,2 Milliarden behielten die Lebensversicherungen für sich.

    In der Schweiz sind heute über 2,249 Millionen Quadratmeter Bürofläche zur Miete ausgeschrieben. Das ist circa eine Fläche von 22’249 4-Zimmerwohnungen = 100 Quadratmetern. 65`000 Wohnungen stehen leer – Tendenz stark steigend auf Grund der ungebremsten Bauaktivität und man rechnet mit einem Anstieg des Leerstandes von 16%!. Eine Studie des Bundesamts für Statistik zeigt, dass jeder 13. Schweizer als arm gilt.

    Wenn die Ausländer die Schweiz verlassen alles GUT? Nein. Wir sitzen in der Falle – gemeint die Schweiz B.

    Sehr interessant von Werner Vontobel einer seit Jahrzehnten Rufer in der Wüste.

    http://www.werner-vontobel.ch/index.cfm?tem=1&spr=0&hpn=2&new=76

    Sie grüssend

  5. Schafft endlich diesen absurden Anreiz zur Verschuldung mit Eigenmietwert / Schuldzinsabzug ab! Das alleine würde helfen, die Risiken zu reduzieren.

  6. In den USA gibt es bei 10jährigen Staatsanleihen gerade wieder die Rendite von schweizer Anlageimmobilien mit weiterhin steigender Tendenz:

    https://www.bloomberg.com/markets/rates-bonds/government-bonds/us

    Zudem der Vorteil, in einer zukünftigen wirtschaftlichen Krise rasch verlustfrei flüssig zu sein, um in unterbewertete Unternehmensbeteiligungen investieren zu können, was bei (Anlage-)Immobilien so nicht gelingen dürfte.

    Wer bei den heutigen Immobilien-Blasenpreisen noch von weiteren Wertzuwächsen träumt, zeigt damit nur, daß er nicht ganz bei Trost ist.

  7. K a n n…. 20/30% korrigieren – nur was dann ?
    Bei einer Korrektur von 20/30% würde der Markt crashen/
    einbrechen und eine weitere Korrekturspirale auslösen.
    Dies werden die Profiteure/die Baulobby etc. niemals zulassen.
    Eine Korrektur ja – allerdings kaum in einer solchen Grössen-
    ordnung.

  8. Auch ich befürchte eine schlimme Korrektur.
    Daran trägt aber auch der Staat eine Mitschuld durch die Erhebung des widersinnigen Eigenmietwertes und der Abzugfähigkeit der bezahlten Zinsen.

    • Wenn man Zeit hat, 20 bis 30 Jahre zu warten, wird man seinen heutigen Einstand in dann weniger kaufkräftigen Geldeinheiten wiedersehen.

      Diesen Trost hält das Papiergeldsystem immerhin für jedermann bereit.

  9. Der BAUHYPE der letzten 10 Jahre ist das Produkt künstlich tief gehaltener Zinsen, dem institutionalisierten und fiskalisch animierten Schuldenmachen (weltweit höchste private Hypo-Verschuldung pro Kopf) sowie der Zuwanderung.

    Wer sind die AKTEURE UND KRÄFTE hinter diesem System?

    TIEFZINSPOLITIK: die Finanzkrise, welche ebenfalls durch überhöhte Immobilienpreise verursacht wurde, hat zu einer weltweiten Tiefzinspolitik der Zentralbanken geführt, um eine weltweite Rezession zu verhindern. Dies wiederum zur Freude der Bauwirtschaft und der Aktien-Holder (meist Besserverdienende).

    CH-FISKAL-HYPO-HYPE: Je mehr Schulden, desto tiefere Steuern. Dies ist hierzulande die durch die Immobilien- und Bankenlobby vertretene ökonomische Philosophie. Der Staat macht mit in diesem Spiel, indem er noch ein virtuelles Einkommen, sprich EIGENMIETWERT, drauf setzt.

    ZUWANDERUNG: Das Bauen auf Halde basiert zudem auf der Erwartung, dass die Einwanderung der Fachkräfte dann schon die Leerstände kompensieren würde. Zudem können sich die institutionellen Anleger (z.B. Pensionskassen) einige Zeit Leerstände leisten (auf Kosten der Destinatäre).

    Ironie des Schicksals: Davon profitiert vor allem das BAUNAHE GEWERBE. Dort haben sich die Unternehmer die GELDSÄCKE PRALL GEFÜLLT. Die Stundenlöhne für Sanitäre und Elektriker z.B. stehen heute auf dem Niveau von Hochschulprofessoren. Der grösste Teil davon geht nicht an den Arbeiter, sondern in die Säcke der Unternehmer.

    Das perverse an dieser Situation: Jene Kreise, die gegen aussen lauthals gegen Tiefzinspolitik, Einwanderung und Staatseinfluss poltern, haben von dieser Situation am meisten profitiert. Das wissen die auch; und es weiss es auch der Gewerbeverband.

    DER SCHWEIGENDE MITTELSTAND IM ANGESTELLTENVERHÄLTNIS HAT NOCH IMMER NICHT KAPIERT, DASS ER DIE LASTEN DIESER ENTWICKLUNG TRÄGT!

    • Der schweigende Mittelstand im Angestelltenverhältnis ist das Ergebnis der üblichen Sozialisation im staatlichen Bildungswesen während der vergangenen 40 Jahre:

      Hinter der Trommel her
      trotten die Kälber.
      Das Fell für die Trommel
      liefern sie selber.

      Bertolt Brecht
      * 10. Februar 1898 † 14. August 1956

    • Ich fand es immer schon spannend, wie sich unsere Elterngenaration wegen der Informationsasymmetrie in der internetlosen Zeit gegenseitig mit Immobilien über den Tisch gezogen haben.

      Traurig eher, daß dies mit verändertem Vorzeichen ähnlich weiter geht und wie wenig internationalen Überblick heute die meisten haben.

      Trotz aller Informationsmöglichkeiten, die das Internet heute bietet.

    • @ Lehrer Lämpel

      Sind Sie in der DDR aufgewachsen?

      „Sozialisation im staatlichen Bildungswesen“ ist ein Begriff, welcher im Rahmen der Bildungssoziologie u.a. in der DDR-Regime-Kritik häufig gebraucht wurde.

      In den Demokratien westlicher Prägung findet die von Ihnen genannte „Sozialisation“ hauptsächlich über die Erziehung im Elternhaus, bzw. durch den Kollegen- oder Freundeskreis statt. Dieser Einfluss ist prägender als jener der Schule.

      Das von Ihnen gewählte Zitat von Brecht hat zwar seine Gültigkeit auch hier, ist jedoch im Umfeld der DDR-„Demokratie“ entstanden.

    • @ H.C.:

      Ein grundsätzlichen Fehler des heutigen Bildungssystems jenseits der mangelhaften Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten sehe ich darin, daß die jungen Menschen nicht ein wirtschaftliches Rüstzeug für den Alltag mit auf den Weg bekommen.

      Also Dinge wie finanzielle Lebensplanung, finanzwirtschaftliche Aspekte der alltäglichen Haushaltsführung, Zweckmäßigkeit und Leistung von Versicherungen, Grundsätzliches zur Wohnraummiete und Immobilienerwerb, Überblick zur Kapitalmarktorientierung, Kapitalmärkte allgemein, wichtige internationale Börsenindizes und Währungen, Aspekte der Gründung und Führung eines Unternehmens (Geldkreislauf, unternehmerische Generierung von Mehrwert als Unternehmerlohn und Finanzmittelfonds zur weiteren Expansion, Deklarations- und Abgabepflichten als Unternehmer und Arbeitgeber).

      Es können dazu gerne Darlehensrechner oder Informationsseiten zu den Finanz- und Kapitalmärkten aus dem Internet eingesetzt werden.

  10. Wahrscheinlich ist das Studium von Immobilienanzeigen zukünftig ähnlich nutzlos wie heute bereits das von Anleihenkursen, da es eh nichts mehr zu verdienen gibt.

    Nur ist das vielen heute noch nicht bewußt.

  11. In Spanien kann man heute die einst in den 00er – Jahren für Hypothekenzinsen um 5% erbauten Immobilien nun preiswerter zu Hypothekenzinsen um 1% finanzieren.

    Entsprechend wird man die zu Hypothekenzinsen um 1% erbauten Immobilien der 10er Jahren in den 20er Jahren und danach weiterhin zu Hypothekenzinsen um 1% nun zu einem günstigeren Kaufpreis – ich schätze die eingangs genannten 20% bis 30% – erwerben können.

    Vergleichbar wie in Japan, wo seit 1990 Immobilien quasi eine tote Anlageklasse waren, da diese seither im Preis nur gesunken sind.

    Ähnlich zukünftig dann auch in Europa, wenn sich allmählich die Spekulaten aus dem Markt verabschiedet haben und jeder jemand kennt, der mit Immobilien bereits bitter Geld verloren hat wie einst in den 00er Jahren mit Steuersparimmobilien in Ostdeutschland (Stichwortsuche: Ostimmobilien Pleite).

    Hinzu kommt die technische und optische Veralterung: Die heute üblichen Massenquartiere in Form von weißen, kubischen Kisten mit unregelmäßig angeordneten Balkon- und Fensterfronten werden dereinst ungefähr so begehrt und wertvoll sein wie heute die im Stile des Brutalismus erbaute Wohnblöcke der 70er Jahre.

    Wenn zudem die zukünftige Währungspolitik der EZB im wesentlichen aus Maßnahmen zur Schwächung des Außenwertes der Währung wie Negativzinsen und Anleihenkaufprogrammen besteht, wäre es fahrlässig, viel Kapital (kreditfinanziert) in Immobilien gebunden zu haben und einer kommenden Abwertung nicht ausweichen zu können. Zumal der Währungsgewinn einer vermiedenen Abwertung locker der Mietrendite eines Jahrzents und mehr (ohne Ärger mit Mietern) betragen kann.

    Insofern hat sich der, der sich in den vergangenen Jahren wegen der Niedrigzinsen eine Immobilie teuer erworben hat in die sorgsam aufgebaute Falle der Zentralbankpräsidenten international begeben.