„Die bauen hier in der Schweiz ein Netz von Vollgeld-Fanatikern auf“

Hinter den Initianten stehe eine internationale Bewegung, die den Marxismus im Schweizer Geldwesen verankern wolle, sagt Hans Geiger. Es handle sich um eine Sekte mit dem Ziel, den Finanzplatz zu verstaatlichen.

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37 Kommentare zu “„Die bauen hier in der Schweiz ein Netz von Vollgeld-Fanatikern auf“

  1. Grüezi@Carlos,

    Sie schreiben Zitat:
    „Werden Privatbanken je zum Allgemeinwohle und nicht nach ihren eigenen Partikular-Interesse entscheiden?“ NEIN! und wir haben dort gar keinen Einfluss, wohingegen die SNB für die Währungs-Sicherheit entscheiden muss, was den Teilnehmern der Realwirtschaft zugute kommen sollte. Auf Umwegen hätten wir dort Einfluss.“

    Die Banken schöpfen kein Geld, kein Giralgeld, kein Buchgeld, kein Bankengeld. Die Vollgeld-Befürworter behaupten diese unhaltbaren Thesen mit (Giralgeldschöpfung) und (die Banken bezahlen mit ihrem selbstgeschöpftem Giralgeld) und stellen die Sache nicht korrekt dar.

    Im übrigen: natürlich muss sich einiges bei den Banken ändern. Es gibt genügend liebgewordene Unsitten, die sich im Bankgeschäft eingenistet haben und diese gilt es unverzüglich zu unterbinden und sanktionieren.

    Ein Vollgeldsystem scheint mir ein Schritt dahingehend zu sein, nur noch sichere Geldüberlassungen zuzulassen, mithin nur noch sichere Unternehmensentscheidungen zu finanzieren – also überhaupt keine mehr!

    Indirekt Einfluss auf Realwirtschaft?

    Geschäftsbanken erzeugen Schuldverhältnisse, für die sie zunächst auch erst mal geradestehen müssen, denn Geschäftsbanken müssen ihre Kreditschulden bei den Kreditnehmern in einem Standard bezahlen, den sie selbst nicht erzeugen können – Zentralbankgeld nämlich!. Sie müssen strikte Unterscheiden zwischen Zentralbankgeld und Giralgeld.

    Herzliche Grüsse

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer
    Ich teile Ihre Meinung, dass der Vollgeldinitiative – mit ihrem schuldfreien aktiven Vollgeld – ein kapitaler Überlegungsfehler zugrunde liegt. Ihre diesbezügliche Argumentation ist klar und überzeugend.
    Was ich nicht glaube ist jedoch, dass das SNB-Direktorium der gleichen Fehlüberlegung aufsitzt wie die Vollgeldler. Die SNB macht tatsächlich Gewinn. Nicht durch Geldschöpfung per se, wohl aber dadurch, dass sie auf ihren (durch Schulden finanzierten) Anlagen Erträge einfährt, die höher sind als die Kosten dieser Verschuldung.
    Auch dürfte das Direktorium kaum der Meinung sein, die Liquiditätsschaffung (die Verschuldung der SNB) sei an sich Wertschöpfung. Wert kann jedoch sehr wohl auf der Grundlage solcher Liquidität geschaffen werden. Banken und Wirtschaft können u.a. dank solchen Forderungen an die SNB (Noten und Giros) wertschaffende Aktivitäten entfalten.
    Mit freundlichem Gruss
    Theodor Scherer

    • @Theodor Scheree

      Danke.

      Doch ist leider so. SNB Chef Jordan argumentiert, die SNB könne durch drucken von Geld Liquidität schaffen und damit sämtliche Schulden bezahlen bzw. Eigenkapital schaffen.

      Lesen Sie dazu bitte seinen Vortrag “ Braucht die Nationalbank Eigenkapital?

      In meinem Beitrag nebenan „Ist die SNB fachlich überfordert“ bin ich bei den Kommentaren ausführlich darauf eingegangen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  3. @Hans Geiger

    Sehr geehrter Herr Geiger

    Sie schreiben hier auf Inside Paradeplatz Kommentare und geben Interviews. Das ist gut so.

    Jene, welche hier einen Gastbeitrag verfassen oder ein Interview geben, entscheiden selber, ob sie Kommentare beantworten wollen oder nicht.

    Jeder entscheidet selber. Das ist auch gut so.

    Sie hingegen beantworten einige Kommentare und andere nicht. Das empfinde ich als unkorrektes Verhalten.

    Warum? Sie selektieren mit diesem Vorgehen die Kommentare stillschweigend ohne Begründung. (Keine Antwort ist auch eine Antwort).

    Dieser Kommentar ist es wert, darauf einzugehen – jener nicht.

    Ich habe mich weiss Gott schon viel zu diesem Thema geäussert. Vor Ihnen. Ich habe meine Analyse, bei Vollgeld handle es sich um Kommunismus pur weit vor Ihnen hier dargelegt.

    Trotzdem lassen Sie meine Kommentar hier unbeantwortet – als seien diese es nicht wert, beantwortet zu werden.

    Sie müssen sich vorstellen: Ein Lehrer beantwortet die Antworten einiger Schüler – die der anderen nicht.

    Das geht nicht.

    Sie Herr Professor Geiger und ich können Herrn Lukas Hässig nur dankbar sein, dass wir hier uns äussern dürfen. Und ich habe es bis jetzt immer so gehalten, Sie möglichst nicht anzugreifen – obwohl Sie oftmals Irrlehren Verbreiten („die SNB gebe den Banken viel Geld“ usw.)

    Hier behaupten Sie nun, eine Anhebung des Mindestreservesatzes auf 100 Prozent würde auch die Einführung von Vollgeld bedeuten, obwohl dieses Geld dann genauso wenig „schuldfrei“ in Umlauf käme wie heutiges Buchgeld der Banken.

    Im Sinn einer fairen Diskussion möchte ich Sie bitten, auch auf Argumente einzugehen, die Ihre Argumentation kritisch beleuchten und solchen Argumenten nicht einfach aus dem Weg zu gehen, wie Sie das bei mir offenbar tun.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • @ Marc Meyer, Dr.
      Sehr geehrter Herr Meyer
      Sie haben recht, ich mache mit Lukas Hässig Videos, beteilige mich aber normalerweise nicht an deren Diskussion. Ich sehe diese Videos als Anstösse, nicht als Lehrbeiträge. Bei Urs Heinz Aerni habe ich eine Ausnahme gemacht, weil er ausdrücklich nach einem „Kompromiss zwischen dem Anliegen der Initianten und dem bisherigen Geldschöpfungsmodell“ gefragt hat, und weil mit dem 100 Prozent Reservemodell eine solche Alternative besteht.
      Zu Ihrem Beitrag zum „aktiven Vollgeld“ stelle ich fest, dass Sie das Anliegen der Vollgeldler möglicherweise falsch interpretieren. Im Initiativtext steht „Sie [die SNB] bringt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages neu geschaffenes Geld schuldfrei in Umlauf“. Das ist eine bewusste Täuschung. „Schuldfrei“ tönt so, wie wenn das neue Geld nicht eine Schuld der SNB wäre. Notenbankgeld ist aber immer eine Schuld und steht immer auf der Passivseite der SNB-Bilanz. Was die Initianten wirklich wollen, ist, dass die SNB das neugeschaffene Geld an den Staat oder die Bürger verschenken soll. „Schuldfrei“ wären dann die Empfänger des Geldsegens der SNB. In der Bilanz der SNB entstünde damit ein Verlust von im Extremfall rund 500 Milliarden Franken. Man kann das nachlesen im von den Vollgeldnern herausgegebenen Buch „Die Vollgeld-Reform – Wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können“ (in der 4. Auflage von 2015 auf Seiten 37 ff).
      Damit melde ich mich aus der Diskussion definitiv wieder ab.

    • @Prof. Dr. Hans Geiger

      Sehr geehrter Herr Professor Geiger

      Besten Dank für Ihre Antwort. Schade, dass Sie sich an der Diskussion nicht beteiligen wollen. Denn um dieser Initiative zu begegnen braucht es fachliche Argumente – nicht einfach Schlagworte. „Kommunismus“ ist ein Schlagwort, das m.E. fachlich zu begründen ist).

      Es geht nicht an, einfach Schlagworte in die Luft zu werfen und dann schauen, was passiert. Denn wir wollen hier ja keine Volksunterhaltung oder gar Volksbelustigung. Wir wollen als Oekonomen unserer Berufung dienen und Wege aufzeigen, wie man Finanzkrisen bewältigen kann – nicht einfach etwas plaudern. Solches verschlimmert das Ganze nur.

      Sie sehen an den Antworten hier weiter unten, dass Sie mit Ihren Schlagworten den Vollgeldlern eine grosse Angriffsfläche bieten. Gegen meine Argumentation hingegen hier hat sich bisher noch kein Vollgeldler zu Wort gemeldet – zu klar ist offensichtlich meine Widerlegung der Argumente ihrer Initiative.

      Wir sind in einem Zeitalter, wo die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger verstehen wollen, worüber sie abstimmen. Bei Falschinformationen durch die SNB und die Vollgeldler (die beide im gleichen Spital krank sind; Geld sei Liquidität und damit Aktivum der SNB) ist es somit äussert wichtig, das Volk korrekt zu informieren.

      Ich tute das hier für „Gotteslohn“ – einfach weil ich meine Verantwortung als Ökonom gegenüber der Bevölkerung ernst nehme.

      Nun nochmals kurz zu dieser Initiative.

      Diese Initiative ist voller Widersprüche. Unkorrekt ist auch, dass die Initianten ihre home page offensichtlich nachträglich abändern, wenn ich ihnen ganz klare Fehler aufzeige. Das ist unlauteres Verhalten der Initianten. Korrekt wäre es, die Initianten würden zu ihren Irrtümern stehen anstatt zu versuchen, im Nachhinein ihre Fehlargumentation zu vertuschen.

      Was die Initianten nicht vertuschen können ist der Initiativtext. Den dürfen sie nachträglich nicht „nachbessern“ – wie den Rest ihrer home page.

      Dort steht klipp und klar in Art. 99a, Abs 3: „…..neu geschaffenes Geld schuldfrei in Umlauf…“

      Das Wort „schuldfrei“ ist der Schlüssel zum Verständnis dieser Initiative. Sie haben Recht, dieses Wort kann sich auf die SNB selber beziehen oder auf die privaten Haushalte.

      Wenn dieses Geld von der SNB über Bund und Kantone oder direkt an die Bevölkerung „schuldfrei“ in Umlauf gebracht werden soll, so muss es sich um ein Aktivum der SNB handeln.

      Geld wäre demzufolge ein Aktivum der SNB. Die Vollgeldler behaupten aber, Banknoten seien bereits heute Vollgeld. Banknoten sind aber ein Passivum der SNB.

      Hier zeigt sich ganz klar, dass die Vollgeldler – genauso wie die SNB – Geld fälschlicherweise als Aktivum der SNB interpretieren anstatt als Passivum.

      Es freut mich übrigens, Herr Professor Geiger, dass Sie jetzt auch zur Überzeugung gekommen sind, bei Geld handle es sich um ein Passivum der SNB. Das war nicht immer so: Sie haben hier in einem Interview einmal gesagt, die SNB „gebe den Banken viel Geld“. Damals interpretierten Sie Geld offensichtlich als Aktivgeld (Aktivkredit) der SNB an die Banken.

      Sie sagten damals nur, was die Lehrbücher in Volkswirtschaftslehre auch heute noch fälschlicherweise behaupten: Die SNB sei „Kreditgeberin der letzten Instanz“ („lender of last resort“). Nein – bei einer Geldemission gewährt die SNB den Banken keinen Kredit, sondern im Gegenteil verschuldet sie sich bei den Banken.

      Sie haben damals einfach das hier gesagt, was alle anderen auch sagten (SNB sei Kreditgeber der letzten Instanz). Und jetzt haben Sie Ihren Irrtum von damals offensichtlich eingesehen. Stehen Sie doch dazu – Herr Professor Geiger.

      Sie, Herr Professor Geiger, haben es nun begriffen. Herr Jordan hat es aber leider immer noch nicht begriffen oder er getraut sich nicht, dazu zu stehen, falls er es jetzt endlich auch begriffen haben sollte.

      Und nochmals – die Vollgeldler sind nicht weiter gefährlich – zu abstrus und widersprüchlich ist ihre Initiative.

      Die SNB hingegen ist brandgefährlich – weil eine Direktorin und zwei Direktoren nicht zu ihren Fehlern stehen wollen und daran sind, unser Land zu ruinieren und in die EU zu treiben. Sie müssen sich nicht rechtfertigen, sondern geben zurzeit 4 Milliarden pro Woche aus, um Recht zu behalten.

      In 10 Jahren haben wir dann gegen 3 Billionen Devisen in den Büchern der SNB, die laufend abwerten. Das ist brandgefährlich.

      Sie aber, Herr Professor Geiger, sind ein starker Befürworter von Herr Professor Jordan und ich nehme an, das ist der Grund, weshalb Sie der Diskussion hier ausweichen wollen.

      Denn die Vollgeldler – das sind die Geister, welche die SNB und insbesondere Herr Jordan rief und jetzt nicht mehr loswird.

      Schade. Schade auch für unser Land.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  4. Dieses Gespräch hat einen Unterhaltungswert, der jedoch nicht über die inhaltliche Qualität was aussagen soll. Man kann gegen oder für die Vollgeldinitiative sein, jedoch beim aufmerksamen Zuhören erfährt man lediglich, dass Hans Geiger dagegen ist. Argumente und mögliche Konsequenzen hörte man zu wenig raus. Auch wäre die Frage berechtigt, warum diese Initiative überhaupt vorliegt. Oder gäbe es ein Kompromiss zwischen dem Anliegen der Initianten und dem bisherigen Geldschöpfungsmodell? Geäußerte Titel wie „Sterngucker“, „Fanatiker“ und „Marxisten“ helfen wenig, um da differenziert sich eine Meinung bilden zu können.

    • @ Urs Heinz Aerni
      Im Gespräch wollte ich mit einem gewissen Unterhaltungswert den ideologischen Hintergrund der Initiative pointiert beleuchten. Sie haben natürlich recht, dass Sachthemen dabei kaum behandelt werden. Ihre Frage, ob es einen Kompromiss zwischen dem Anliegen der Initianten und dem bisherigen Geldschöpfungsmodell gäbe, ist rasch beantwortet: Ja, den gibt es, und den kennen die Initianten. Die „private Geldschöpfung“ durch das Bankensystem lässt sich leicht unterbinden, und zwar .mit einer einfachen Revision des Nationalbankengesetzes. Die entsprechende Vorschrift müsste lauten „Die Banken haben für Sichteinlagen 100 Prozent Mindestreserven bei der Schweizerischen Nationalbank zu halten.“
      Die Vollgeldinitianten wollen ein solches 100-Prozent Reservesystem ausdrücklich nicht. Es geht ihnen offensichtlich nicht um den Geldschöpfungsmechanismus, sondern um die Ideologie, die ich im Gespräch skizziert habe.

    • @Hans Geiger

      Sehr geehrter Herr Geiger

      Sie haben den Kern der Vollgeld-Initiative leider nicht verstanden:

      Diese Initiative will „Aktives Vollgeld“ – und explizit „kein Schuldgeld“.

      Würden die Banken 100 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten bei der SNB anlegen, wie Sie argumentieren (100 Prozent Mindestreservesatz), so würde das folgendes bedeuten:

      Erstens:
      Die SNB würde das von ihr emittierte Buchgeld weiterhin auf ihrer Passivseite verbuchen. D.h. es würde sich nicht um aktives Vollgeld der SNB handeln, sondern um Schuldgeld der SNB – wie bisher.

      Heutige Banknoten sind eben nicht Aktivgeld der SNB, sondern Schuldgeld. Die Vollgeldler verwechseln das leider.

      Zweitens:

      Die Banken würden durch die Vollgeld-Initiative vollkommen durch die SNB verdrängt

      Die Bilanz der SNB sähe nach Annahme der Vollgeld-Initiative wie folgt aus:
      Aktiven: Gewährte Hypothekarkredite
      Passiven: Giroguthaben der Hausbesitzer bei der SNB (SNB-Geld)

      Die Bilanzen der Hausbesitzer sähen wie folgt aus:
      Aktiven: Giroguthaben bei der SNB (SNB-Geld)

      Passiven: Hypothekarschulden bei der SNB

      Die Bilanzen der Banken
      Aktiven: Null
      Passiven: Null

      Die Buchungssätze zur Einführung der Vollgeld-Initiative hiessen:
      Aus Sicht der SNB:
      Gewährte Hypothekardarlehen / Giroguthaben der Hausbesitzer (jetzt Vollgeld in Form einer SNB-Schuld, also Schuldgeld)

      Aus Sicht der Hausbesitzer:
      Giroguthaben bei der SNB (Vollgeld) / Giroguthaben bei bisherigen Bank

      Aus Sicht der bisherigen Bank:
      Giroguthaben der Hausbesitzer / Gewährte Hypothekardarlehen

      Die Geschäftsbanken wären somit überflüssig und durch die SNB verdrängt. Ihre Bilanzen wären auf Null.

      Das ist Kommunismus pur.

      Alle Banken müssten sämtliche Aktivkredite, die sie besitzen und die sie gegen Geldemission (Buchgeld) erworben haben, der SNB verkaufen.

      Die SNB besässe dann auf ihrer Aktivseite sämtliche Hypothekarkredite, Betriebskredite usw. gegen die bisher die Banken Buchgeld emittiert haben.

      Es würde sich somit an der Form des Schuldgeldes per se nichts ändern ausser dass die SNB jetzt die alleinige Kreditgeberin innerhalb der ganzen Volkswirtschaft wäre.

      Es gibt somit also keinen Kompromiss gegenüber mit den Vollgeld-Initianten.

      Die Vollgeld-Initiative bedeutet zu 100 Prozent Kommunismus und basiert auf der Verwechslung von SNB-Aktiven und Passiven.

      Die Vollgeldler haben leider nicht erkannt, dass nur Schuldgeld echtes Geld mit einem Gegenwert sein kann.

      Aktives Vollgeld – also Geld, das auf der Aktivseite der Zentralbank verbucht würde, wäre Falschgeld und ginge nur bei staatlichem Zwang. Dieses würde zudem bei Emission ausgebucht, so dass die Bilanz der SNB Null wäre.

      Aktives Vollgeld würde somit wertlos in der Volkswirtschaft herumfloaten.

      Da die Vollgeld-Initianten zudem versprechen, dass die SNB bei Geldemission eine Seigniorage im Betrag der Geldemission verbuchen könne, folgt, dass eine Enteignung der Hausbesitzer und Unternehmen stattfinden müsste. Aus diesem Wert ergäbe sich dann die von den Initianten versprochene Seigniorage.

      Die SNB müsste diese Vermögenswerte auf ihrer Aktivseite als Vermögen einbuchen und auf der Passivseite den entsprechenden Gewinn bzw. Eigenkapital.

      Auch das belegt, dass es sich bei Vollgeld um Kommunismus pur handelt.

      Ich finde, Herr Professor Geiger, es ist an der Zeit, dass wir die Vollgeld-Initiative korrekt analysieren. Ansonsten werden wir diesen Geist, den die SNB mit ihrer Irrlehre gerufen hat nicht mehr los.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  5. Die Vollgeld-Befürworter bringen hier kein einziges fachliches Argument auf die Reihe.

    Genauso wie die SNB verwechseln sie Aktiven und Passiven der SNB. Sie behaupten, heutige Banknoten seien bereits aktives Vollgeld und übersehen, dass Banknoten Passiven der SNB sind.

    Das kommt davon, wenn man einfach der SNB nachplappert.

    Es bleibt dabei: Die Vollgeld-Idee ist tot. Das beweist diese Diskussion hier zu diesem Artikel.

    Die Vollgeldler sind nicht gefährlich. Sie sind bedauernswert. Gefährlich ist die SNB.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • „Genauso wie die SNB verwechseln sie Aktiven und Passiven der SNB“ schreiben Sie, Herr Meyer. Darf ich Sie fragen, in welcher Disziplin und an welcher Uni Sie Ihren Doktortitel erworben haben und wo Ihre Doktorarbeit einsehbar ist?

    • @Herbert Anneler

      Universität Bremen, 1997

      „Geld – eine Obligation der Notenbank“

      An diversen Uni-Bibliotheken – oft ausgeliehen.

      Falls Sie ein Exemplar möchten habe ich noch einige zuhause.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  6. Solange das Geldschöpfungsmonopol bei den Banken bleibt
    wird das Finanzsystem dem Schicksal des Sozialismus und Marxismus folgen, per Zahlungsunfähigkeit!

    • Kann Ihnen voll und ganz beipflichten, in der Art und Weise wie Geld erzeugt wird liegt der Hind begraben. Schade nur, dass es immer noch hoch studierte Personen gibt die so grund fslsche Aussagen tätigen. Denn es ist offensichtlich eas abgeht.

  7. Die Vollgeldler sind besorgte Bürger und Fachleute die wissen, dass es so wie bis anhin mit unserem Finanzsystem nicht mehr weitergehen kann.

    Geiger packt hier die Kommunismus Keule aus, dabei ist die Vollgeld-Initiative ein liberales Projekt. Dennoch versucht er durch einen emotionalen Rundumschlag die Initiative in den Dreck zu ziehen. Nur weil er dies schon einmal veranstaltet hat, ist sein Inhalt nicht besser geworden.

    Die Wirtschaftsfreiheit wird übrigens NICHT aufgehoben, sondern der Bundesrat kann davon abweichen! Insbesondere sollte er das auch tun, wenn die Banken mal wieder auf Kosten von uns Bürger gerettet werden sollen.

    Geiger versucht im Interview krampfhaft lustig und witzig zu sein, leider ist es aber nur peinlich. Er schadet mit seinen Falschaussagen und Halbwahrheiten, dem Bankenplatz Schweiz und der SVP in übelster Weise.

    Jeder kann aber den Initiativtext/ die Fakten selber nachlesen: http://bit.ly/2kXCFCs

  8. Geiger sollte mal eine neue Saite aufziehen, denn das Interview tönt ziemlich verstimmt. Offenbar bewegt er sich nur in den Echokammern seiner Gilde. Dass das von Banken geschöpfte Giralgeld eines der Hauptursachen der Finanzkrise ist, perlt an ihm ab. Wie bei der USR3 scheint er nicht wirklich den Durchblick zu haben oder er betreibt puren Lobbyismus. Dass er die Vollgeldinitiative mit Kommunismus gleichsetzt ist absurd. Das Gegenteil ist der Fall. Die Vollgeldinitative schafft echten Wettbewerb, indem alle Finanzdienstleister gleich lange Spiesse haben. Die Initiative setzt nur durch, was das Stimmvolk bereits 1891, also schon vor über 120 Jahren in die Bundesverfassung schrieb: das Geldschöpfungsmonopol gehört allein dem Staat. Alle Finanzanbieter können weiterhin genau wie bisher ihre Dienstleistungen anbieten. Der einzige Unterschied ist, dass sie das dafür benötigte Geld nicht mehr gratis zur Verfügung haben, sondern sie müssen es in Form von Eigen- oder Fremdkapital auftreiben. Der Bund gewährleistet nur, dass diese Finanzdienstleistungen auch tatsächlich vom Markt angeboten werden. Das heisst noch lange nicht, dass der Bund oder die SNB das selbst machen muss. Sowieso müsste ein allfälliger staatlicher Public Service auf Gesetzesebene geregelt werden, was Sache des Parlaments wäre.

  9. Um es vorweg zu nehmen:
    Auch ich finde die Vollgeld-Vorlage weder wünschenswert, noch umsetzbar, noch vereinbar mit unserem Banken- und Geldsystem. Es ist eine rein theoretische Sicht und ändert nichts an der Tatsache, dass Finanzkrisen eben man made sind und bleiben werden. Ich kann Unfälle nicht verhüten, indem ich den Motor auswechsle!

    Zur Videobotschaft nur soviel:

    Dieses Interview stiftet bloss Verwirrung und ist Öl aufs Feuer der Verschwörungstheoretiker.

    Auch Herr Geiger weiss – spätestens seit der Vorlesung bei F.A. Lutz – dass das Eigentum an Produktionsmitteln und Arbeitskräften ebenfalls „kollekiv“ sein muss, bzw. zentral gesteuert sein muss, um das Wort „Kommunismus“ zu verwenden.

    Also bitte in der Wortwahl etwas exakter und überlegter, damit nicht noch mehr Populismus gesät wird.

  10. Der Finanzplatz / das Finanzsystem ist de facto längst verstaatlicht. Notenbanken sagen, wo’s langgeht und der Rest der Erbsenzähler darf weiter Markt spielen.

    Die Mutter aller Fehlallokationen.

  11. Dieses Interview mit Herrn Geiger ist ziemlich absurd. Herr Geiger zeigt darin nur, dass er sich mit Staatsrecht nicht auskennt und deshalb die von der Vollgeld-Initiative gewählten Formulierungen „Aufhebung der Wirtschaftsfreiheit“ und „Gewährleistung der Versorgung der Wirtschaft mit Geld und Finanzdienstleistungen“ radikal missversteht.
    Das Initiativkomitee hat das ausführlichst erläutert: http://www.vollgeld-initiative.ch/fragen-antworten/#c1166
    Es bleibt nur zu hoffen, dass Herr Geiger das hier Ausgeführte einmal zur Kenntnis nicht, dann würden sich seine Sorgen in Luft auflösen.
    Tatsächlich ist die Vollgeld-Initiative ist ein liberales Projekt.

    • Grüezi Herr Thomas Mayer,

      könnten Sie bitte, buchhaltungstechnisch (T-Konten) nachreichen, wo denn das Vollgeld in der Bankbilanz zu finden sei – ausgelagertes Konto hin oder her. So wie ich die Initiative – bis jetzt – verstanden habe, ginge das bankseitig gewährbare Kreditvolumen entsprechend zurück, oder?.

      Die in den Übergangsbestimmungen vorgesehene alternative Refinanzierung über einen erleichterten Zugang zu Darlehen bei der SNB müsste ja irgendwann ein Ende finden – und danach?

      Wie glaubwürdig ist die Aussage, dass es danach eine schuldenfreie Verteilung an Bund, Kantone und Bürger als Ersatz ins Spiel kommen soll?.

      Herzliche Grüsse

  12. Auch ich bin weder ein Befürworter noch ein Gegner der Vollgeld-Initiative. Stelle aber fest, dass eine saubere Basis fehlt. Wie es der von mir geschätzte Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner schon sagte. Das heutige System ist schon vor langer Zeit gescheitert und wird früher oder später ein zweites und wohl letztes Mal scheitern. Darum meine Frage: Warum keinen Versuch, basierend auf einer sauberen Basis, starten?

    Mit sauberen Basis meine ich Rahmenbedingungen schaffen. Damit das nicht passieren kann, was der ebenfalls geschätzte Marc Meyer Dr. befürchtet. Nur eine Bank Namens SNB.

    Wie würde die UBS heute aussehen, wenn der Bund nicht den Fehler gemacht hätte, nach dem Kollaps des Kapitalismus 2008 die Kontrolle der UBS wieder abzugeben? Wäre sie nicht eine stolze, solidere, „sauberere“ sowie fairere Bank ohne all die Abzocker, Gewinn-Maximierer und Heuschrecken? Geschaffener Mehrwert (auch in cash) für die Unternehmung und die Gesellschaft?

    Hat Herr Ospel seine 40 Millionen Jahres-Salär nicht damit begründet, dass man halt die Besten haben will und dann das Unmögliche schaffte und die Bank in den Konkurs trieb, in dem er die Katze im Sack kaufte? Dazu muss man nicht einmal den Kindergarten besucht haben, dass kann jeder Affe im Urwald.

    Auch wundere ich mich immer wieder über den Begriff „soziale Marktwirtschaft.“ Denn man wieder ansteuern will. Dieser Fantasiebegriff tönt zwar gut (zugegeben), es hat ihn aber noch nie gegeben, weil es ein Wiederspruch in sich ist. Wir hatten schon in den 50er, 60er und 70er Jahren den gleichen Kapitalismus wie heute. Nur war ein wesentlicher Punkt anders; es gab auf 100 Stellen 90 Stellenbewerber und nicht wie heute auf 80 Stellen 100 Stellenbewerber. Der Kapitalismus streckt sich immer (gnadenlos) nach der Decke. Damals kamen die Rahmenbedingungen von alleine, heute muss man sie diskutieren und neu erstellen. Warum sollte man die Vollgeldinitiative mit flankierenden Massnahmen und Rahmenbedingungen nicht testen?

    1989 ist der Kapitalismus nach Russischer Art gescheitert. Der Kapitalismus nach US Amerikanischer Art den wir heute haben, ist 2008 gescheitert. Wieso liessen wir es 2008 weltweit zu, dass man den Kapitalismus künstlich am Leben erhielt? In der Schweiz mit 70 Milliarden CHF ohne Abstimmung. Weder vorher (wollen wir die UBS staatlich retten?) noch nachher (wollen wir den Overhead über die UBS wieder abgeben?).

    • @UStRIV

      Die Vollgeld-Initiative hält einfachsten buchhalterischen Überprüfungen nicht stand (Verwechslung von Zentralbank-Aktiven mit Zentralbankschulden).

      Es melden sich hier auf dem Forum zu diesem Interview auch praktisch keine Vollgeld-Initianten. M.E. ist diese Idee bereits tot.

      mfG

    • Grüezi@UStRIV,

      „Warum keinen Versuch, basierend auf einer sauberen Basis, starten?“

      Weil es im Interesse des Systems ist die Begrifflichkeiten so konfus und widersprüchlich zu halten. Verschwöhrungstheorie? Nein keineswegs. Wir schreiben alsbald 10 Jahre nach Lehman Brothers. LB war keine Finanzkrise, Bankenkrise, sondern eine Währungsreform die zu einer Staatsschuldenkrise umgedeutet wurde.

      Die Vollgeld Initiative ist aber auch mit Widersprüchen gepflastert. Nach meinen derzeitigen Verständnis, werden da Sachen behauptet die so nicht haltbar sind. Ich bitte jedem Kommentator die folgenden Argumente richtigzustellen, sollte ich darin fehlerhafte Argumente vorbringen.

      Ein Buchungssatz ist, ( m.M.) nur dann korrekt, wenn auf beiden Seiten dieselbe Währung steht, also entweder Zentralbankgeld oder Giralgeld. Die Verbindlichkeit gegen die Geschäftsbank, verschleiert, der Bankbetrieb, indem er sie in eine Verbindlichkeit, Zentralbankgeld an den Kreditnehmer zu liefern, umdeutet.

      Das ist aber buchhalterisch unmöglich, denn dann würde in dem Buchungssatz:

      Forderungen an Verbindlichkeiten der Kreditvergabe links Giralgeld und rechts Zentralbankgeld stehen. Das ist kein gültiger Buchungssatz!

      Auf der anderen Seite ist es mehr als eine Vermutung, dass die Einführung von Vollgeld, (es gibt noch sehr viele nicht ausreichend geklärte Baustellen in der Initiative, insbesondere was Übergangsbestimmungen betrifft), verherrende Folgen für die Geschäftsbanken haben könnte.

      Gemäss den von der SNB veröffentlichten Zahlen (2013), refinanzieren sich die in der Schweiz tätigen Banken zu knapp 60% mit Kundenguthaben. Davon waren über 50% auf Sicht gestellt. Mit anderen Worten brechen bei Annahme der Initiative fast ein Drittel der potentiellen Refinanzierungsmittel weg.

      Sehen Sie, letzten Endes geht es; den Befürwörtern „lediglich“ darum die Geldschöpfung unter eine sinnvolle öffentliche Kontrolle zu bekommen – und die Gegner sehen darin „lediglich“ Kommunismus und eine Art Staatsmonopol.

      Und zu UBS und alle Anderen staatlichen Eingriffe, ohne welche, die monetären Versprechen von Banken nicht das Papier wert gewesen, auf welchen sie geschrieben sind, kann man sich fragen, was man von einer Ökonomie zu erwarten hat, in der die Aufnahme von Fremdkapital gegenüber der Finanzierung mit Eigenkapital begünstigt wird?

      Ich bleibe meine Frage: Was ist Geld?

      Herzliche Grüsse

    • Zu Ihrem letzten Absatz (UBS), damit sprechen Sie den Leverage an und damit einer der grössten Grundübel der Geschäftswelt. Das perverse ist, dass es so gut wie jedem bewusst ist, aber niemand will oder kann es gesetzlich ändern. Martin Ebner und Christoph Blocher haben damit ihr Vermögen aufgebaut. Der einte hat mit diesem Luftschloss (plus weiteren legalen buchhalterischen Massnahmen vorneweg – die Vorbesitzer von EMS wissen jetzt wohl mehr darüber) realen Wert geschaffen.

      Ich kenne zwar die Vollgeld-Initiative zu wenig. Klar ist aber, so wie es jetzt ist kann und wird es so oder so nicht weitergehen. Weil es meiner Meinung nach, gnadenlos weitergezogen, mit Krieg enden wird. Das System ist gescheitert!

      Der Leverage ist eines der ersten Punkte, die bei der Vollgeld-Initiative ausgelöscht würde. Das ist schon mal extrem gut und jeder Überlegung wert.

      Zu Ihrer Frage was ist Geld. Die „Macher“ (…) vom und im Darknet haben die Frage schon beantwortet und ein neues, Banken unabhängiges Zahlungsmittel geschaffen.

    • Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner [25. Februar 2017 / 11:05]

      Ihre Befürchtung, dass bei einer Annahme die potentiellen Refinanzierungsmittel der Banken wegbrechen würden, fusst darauf, dass Sie etwas übersehen:

      Heute wird bei der Rückzahlung eines Bankkredites (aus Sicht der Bank) sowohl die Menge der Forderungen gegenüber Kunden als auch die Menge der Sichteinlagen reduziert. D. h.: Geld (= Buchgeld = Sichteinlage) wird vernichtet.

      Im Vollgeld-System hingegen kann die Bank genau den Betrag, den ein Kunde bei Kredittilgung zurückzahlt, wieder weiterverleihen, da das Vollgeld nicht verschwindet (Aktivtausch: Foderungen an „Vollgeld“, „flüssige Mittel“ oder wie auch immer das heissen soll). Somit kann das bestehende Kreditvolumen weitestgehend erhalten werden.

      In der Implementierungsphase von Vollgeld (die über Jahre dauern soll) müssen die Geschäftsbanken die Einnahmen, die sie aus Kredittilgungen erhalten, an die SNB weitergeben um nach und nach ihre (seit Stichtag der Umsetzung bestehende) Verbindlichkeit gegenüber der SNB aufzulösen. In demselben Umfang wie aber die Verbindlichkeiten gegenüber der SNB verringert werden, kann ebendiese neues Vollgeld via Bund, Kantone bzw. Bürger in Umlauf bringen. Und da ja die SNB genau den Umfang der Tilgung durch die Banken kennt, wird auch genügend Vollgeld in der Wirtschaft vorhanden sein.

      Bemerkung: Die SNB kann auch weiterhin befristete Kredite an Geschäftsbanken vergeben. Es sollte also nie zu einer Kreditklemme kommen.

  13. Grüezi Herr Prof. Geiger,

    Ihren Präferenzen in Ehren. Den Vollgeld-Initianten – Fanatismus und als Sekte agierende Bewegung abzuwerten, ist keine Basis für eine sachliche Diskussion.

    Das Vollgeld in der aktuell diskutierten Form wurde erstmals vom Ex-Bundesbankdirektor Rolf Gocht in seinem 1975 erschienenen Buch gefordert: „Kritische Anmerkungen zur nationalen und internationalen Geldordnung“

    (http://www.amazon.de/Betrachtungen-internationalen-Geldordnung-Ver%C3%B6ffentlichungen-Wirtschaftsforschung/dp/3428136519).

    Ich bin weder ein Befürwörter noch ein Gegner der Vollgeld-Initiatve. Stelle aber fest, dass eine saubere Basis fehlt, um die Frage zu beantworten, was ist Geld? Auch „Positiv Money“ erläutert zu unpräzise die offene Frage, ob der Gutschein nur die Rückseite des Schuldscheins ist?. Die Frage ob eine SNB – nach demokratischer Legitimierung – zum Wohle der Allgemeinheit (und nicht nach Partikularinteressen) agieren würde, kann offen gelassen werden, bzw. kann jeder für sich beantworten, im Lichte der SNB-Politik der letzten 6-7 Jahren.

    Herzliche Grüsse

    • @Arbeitgebern (KMU) und AHV-Rentner Ihr Zitat“ „Die Frage ob eine SNB – nach demokratischer Legitimierung – zum Wohle der Allgemeinheit (und nicht nach Partikularinteressen) agieren würde, kann offen gelassen werden, bzw. kann jeder für sich beantworten, im Lichte der SNB-Politik der letzten 6-7 Jahren.“
      Da gibt es vorallem eine Konter-Frage: „Werden Privatbanken je zum Allgemeinwohle und nicht nach ihren eigenen Partikular-Interesse entscheiden?“ NEIN! und wir haben dort gar keinen Einfluss, wohingegen die SNB für die Währungs-Sicherheit entscheiden muss, was den Teilnehmern der Realwirtschaft zugute kommen sollte. Auf Umwegen hätten wir dort Einfluss.

  14. Die Wirtschaftsfreiheit gemäss Art. 27 BV (Bundesverfassung) ist ein Grundrecht. Die Grundrechte sind in Art. 7 – 36 geregelt, wobei der Art. 36 BV die Eingriffe in die Grundrechte erörtert. Jedes Grundrecht kann heute schon individuell-konkret eingeschränkt oder aufgehoben werden, sonst wären z.b. Gefängnisstrafen gar nicht möglich.

    Der Kern des Art. 27 BV ist der wirtschaftliche Austausch zwischen Privaten; nicht erfasst sind hingegen staatliche Tätigkeiten.

    Fun Fact: Die Idee von einer Zentralbank wurde durch Karl Marx verbreitet.

  15. Wenn einem die Argumente fehlen, dann greift man gerne zur rhetorischen Keule: Sekte, Marxisten usw.

    Im Initiativtext steht nur dass der Bund von der Wirtschaftsfreiheit abweichen kann, aber nicht dass er sie aufheben soll.

    http://www.vollgeld-initiative.ch/initiativtext/

    Gibt es nicht viele Bereiche, in denen der Bund die Wirtschaftsfreiheit einschränkt ? In gewisser Weise ist ja jede Regulierung eine Einschränkung der Wirtschaftsfreiheit.

    Gut, ob Vollgeld die Probleme löst, die es zu lösen verspricht, ist eine offene Frage, aber sie als Marxisten zu beschimpfen, tönt nach Populismus anstatt sachlicher Diskussion.

    • @Moi

      Wenn nur noch die SNB Buchgeld ausgeben dürfte, so wäre die logische Konsequenz, dass es nur noch eine Bank in der Schweiz geben dürfte: Die SNB.

      Das wäre dann Kommunismus pur.

      Zudem kann es aktives Vollgeld in der Bilanz einer Zentralbank gar nicht geben.

      Erstens ist Geld immer ein Passivum des Geldemittenten, das mit einem Gegenwert auf der Aktivseite gedeckt bzw. gesichert sein muss.

      Zweitens würde aktives Vollgeld bei Emission aus der Bilanz der SNB ausgebucht und als Falschgeld in der Wirtschaft herumfloaten.

      In der Bilanz der SNB gäbe es somit gar kein Geld.

      Aber es muss bezweifelt werden, dass das die Vollgeld-Initianten verstehen können oder wollen.

      Mit Zuversicht kann man einmal mehr auf die Intelligenz des Volkes bei der Abstimmung hoffen, welches den Unsinn der Vollgeldler durchschauen wird.

      Auf die Politiker und Wirtschaftsverbände kann man nicht hoffen, weil diese genau denselben Irrtum verbreiten wie die SNB. Diese meint wie die Vollgeldler, sie schaffe durch die Geldchöpfung Vermögen der SNB – aktives Geld – Liquidität.

      Eine Annahme der Vollgeld-Initiative wäre ein gewaltiges Vertrauensvotum an die Adresse der Nationalbank.

      Eine Ablehung der Vollgeld-Initiative wäre ein Misstrauensvotum an die Adresse der SNB.

      @Mio: Lernen Sie einmal Buchhaltung, bevor Sie hier wie Herr Jordan und die Vollgeldler Ihren Irrtum verbreiten.

      mfG

    • @Moi

      Es bleibt aber Tatsache, dass es bei Annahme der Vollgeld-Initiative nur noch eine Bank gibt in der Schweiz – die SNB.

      Da ist die Bezeichnung Kommunismus m.E. angebracht.

      Gut. Dann korrigiere ich mich. Sie sind nicht für die Vollgeld-Initiative aber Sie enthalten sich oder haben sich noch keine Meinung gebildet.

      Ich meinerseits lehne diese Initiative vehement ab, da sie auf denselben geldtheoretischen Irrtümern basiert wie der gescheiterte Mindesturs der SNB.

      mfG

  16. Klar, alles was einem nicht in den Kram passt als Kommunisten vernunglimpfen. Kennen wir das nicht von der Sünneli-Partei? Scheinbar nix aus der USR3-Pleite gelernt, denn Sie rennen gleich wieder in die selbe Überheblichkeit.

    • @Bruno Banani

      Wenn jemand hier arrogant ist, so sind es die Vollgeldler selber.

      Ich habe in den vergangenen 4 Jahren hier auf Inside Paradeplatz schon zweimal über die Vollgeld-Initiative geschrieben (Vollgeld-Initiative – Lachnummer mit Emil“ und „Vollgeld ist Zwangsgeld – staatlich befohlen“).

      Beide Male bin ich zum Schluss gekommen, dass Vollgeld bedeuten würde, dass es nur noch eine einzige Bank in der Schweiz geben dürfte – die Schweizerische Nationalbank. Vollgeld wäre Kommunismus pur.

      Allerdings dürfen wir uns nicht erstaunt zeigen oder gar ärgern wegen der Vollgeld-Initiative. Diese übernimmt nur die haarsträubende Argumentation unserer Nationalbank und „spinnt“ diese weiter.

      Lassen Sie mich kurz die wichtigsten Irrtümer der Vollgeldler aufzeigen:

      Die SNB und die Vollgeldler meinen, bei Notgenbankgeld handle es sich um Vermögen der SNB („Aktives Vollgeld“, „Liquidität“). Sie meinen, dass bei „Geldschöpfung“ ein Gewinn der SNB entstehe.

      Wenn beispielsweis die SNB eine Hunderter-Note drucke, so koste das vielleicht dreissig Rappen. Die SNB erziele damit durch das Drucken einer Hunderter-Note einen Gewinn von 99.70 Franken.

      Mit dieser abstrusen Argumentation kommen die Vollgeldler auf die naive Idee, die SNB könne durch Geldschöpfung einen Gewinn von mehreren hundert Milliarden erzielen und dieser gehöre dem Volk – nicht den Banken.

      Die SNB ihrerseits meint auch, bei Notenbankgeld handle es sich um „Liquidität“ bzw. um Vermögen der SNB. Darum meint die SNB auch, durch Geldschöpfung könne sie ihr Eigenkapital anheben (siehe Vortrag von SNB-Chef Prof. Dr. Jordan vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, S.13).

      SNB-Chef Jordan und die Vollgeldler sind also im selben Spital krank und erzählen einfach nur Unfug.

      Die Vollgeldler wollen demzufolge, dass die SNB nur noch „aktives Vollgeld“ schaffe – kein Schuldgeld.

      Damit ist gleich nochmals bewiesen, dass die Vollgeldler meinen, bei Notenbankgeld handle es sich um ein Aktivum der SNB. Falsch. Bei Notenbankgeld handelt es sich um eine Schuld der SNB – also um Schuldgeld aus Sicht des Emittenten.

      Weiter behaupten die Vollgeldler, heutige Banknoten seien bereits aktives Vollgeld. Sie übersehen dabei, dass Banknoten keineswegs ein Aktivum, sondern ein Passivum der SNB darstellen. Auch dies zeigt den Vollgeld-Unsinn.

      In meinen Beitrag „Ist die SNB fachlich überfordert“ hier auf IP habe ich gezeigt, dass nur ein Passivum des Geldemittenten echtes Geld sein kann. Also nur Schuldgeld aus Sicht des Emittenten ist echtes Geld.

      Warum?

      Weil nur Geld, das auf der Passivseite des Emittenten verbucht ist, einen Gegenwert auf der Aktivseite des Geldemittenten hat.

      Würde eine Zentralbank Geld drucken und auf der Aktivseite verbuchen, so müsste sie auf der Passivseite einen Gewinn bzw. Eigenkapital verbuchen. Das wäre dann Falschgeld – es hätte keinen Gegenwert des Geldemittenten.

      Zudem: Würde die SNB bei einer Geldemission Notenbankgeld schaffen und auf der Aktivseite verbuchen, so würde sie dieses ausgeben z.B. für den Kauf von Euros oder Hypotheken (gemäss Vollgeld darf ja nur noch die SNB Hypotheken vergeben).

      Konklusion: Die SNB würde ihr Geld bei der Gelschöpfung ausgeben und ausbuchen. Die Folge wäre, dass es in der Bilanz einer Zentralbank gar kein Geld gäbe.

      Banknoten sind aber in der Bilanz der SNB als Passivum enthalten. Das beweist, dass heutige Banknoten in keiner Weise aktives Vollgeld darstellen, wie die Vollgeldler behaupten.

      Ich komme zum Schluss:

      Erstens:
      Was die Vollgeldler behaupten ist ein bodenloser Unsinn und kann nicht ernst genommen werden. Es ist allenfalls Volksbelustigung. „Wie kann man nur so dumm sein?“

      Zweitens:
      Da der SNB-Chef denselben Unsinn verbreitet und der Bundesrat diesen sogar übernimmt und das Parlament diesen durchwinkt, kann man den Vollgeldlern nicht einmal einen grossen Vorwurf machen.

      Nur: Bei der Vollgeldlern besteht kein grosses Risiko – zu abstrus ist ihr Vorhaben. Das Volk wird das durchschauen.

      Bei der SNB hingegen setzen eine Direktorin und zwei Direktoren diesen abstrusen Unsinn durch mit der Rechtfertigung, sie seien unabhängig. Damit gefährden sie die gesamte Schweizer Volkswirtschaft. Ja es besteht sogar die grosse Gefahr, dass die SNB die Schweiz aufgrund ihres Unfugs an die EU verscherbelt.

      Traurig aber wahr.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Bruno Banani:
      Klar – verunglimpfen ist etwas, was die Rote-Quader-Partei-Betonköpfe natürlich nie tun. Man liest ja auch ständig von den bösen Linkspopulisten, den rückständigen Grünen, den isolationistischen BDPlern, den rassistischen, braunen Grünliberalen und den faschistoiden CVPlern.
      Danke, dass Sie uns in Erinnerung rufen, aus welcher Ecke Polemik und Verunglimpfung hauptsächlich stammt. Es waren schon vor vielen Jahrzehnten die Sozialisten, die dem Volk vermittelte, gewisse Volksgruppen nicht mehr zu berücksichtigen und sie gar vom politischen Diskurs auszuschliessen. Parallelen sind natürlich rein zufällig.
      (ich verweise auf das Zitat von Ignazio Silone)