„Die epochale Zäsur ist nicht Corona, sondern Home Office“

Viele Leute werden noch einen Tag pro Woche im Büro sein, meint Hans Geiger. Das führe zu einer komplett neuen Wirtschaft: weniger Bürofläche, Verkehr, Strom, Verpflegung.

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  1. Seit über 10 Jahre predige ich vermehrtes Homeoffice als ökonomischen und ökologischen „Heilsbringer“: Weniger Verkehr, weniger Energieverbrauch, frei werdende Mietflächen, …
    Stets hiess es: „Alles Traumtänzerei, Homeoffice kann unmöglich funktionieren!“
    Tja, jetzt wo es funktionieren musste, ging’s plötzlich erstaunlich schnell.
    Das zeigt auch: Der Marktdruck ist offenbar bei vielen Branchen/Unternehmen erstaunlich klein. Anders lässt sich kaum erklären, dass man ein derartiges Sparpotential während so langer Zeit brachliegen lassen konnte.

  2. Ich finde diese Argumentation – im HO bin ich produktiver sehr interessant. Was haben diese MA denn dann überhaupt geleistet geleistet, wenn sie in der Firma waren ??? King an der Kaffeemaschine ?
    Ein anderer Aspekt der mir einfällt – wenn HO auch vor der Teppichetage nicht halt machen wird, wie kann sich dann ein Chef mit einer Aura umgeben ? Früher musste man bei der Sekretärin unten durch wenn man den gottesgleichen Chef sprechen wollte. In seinem Büro hingen an der Wand die ganzen Auszeichnungen, er selber sass hinter einem riesigen Schreibtisch und man selber nahm auf einem Stuhl platz, der so positioniert war, das der Chef runter und man selber rauf blicken musste.
    Das soll mir mal einer jetzt im HO vormachen….

  3. Das BAG (Koch) hat mit Hilfe von Beratern, welche mehrere Millionen Franken pro Jahr kosten, noch herausgefunden, dass die meisten Menschen sowieso irgendwann sterben werden.

  4. Habe noch nie verstanden wieso ich jeden Tag 2 Stunden im Zug sitzen muss damit ich während 8 Stunden mehrheitlich per Email, Skype und sonstigem Internet/Intranet-Gedöns die Arbeit erledige. Zudem noch in Zusammenarbeit mit Leuten die 1000ende Kilometer entfernt sitzen. Und noch sinnloser ist es wenn man bedenkt dass 2/3 aller Pendler genau das gleiche machen. Fazit: wir karren täglich Millonen quer durch die Schweiz ohne Sinn und Verstand.

  5. Und endlich ein Ende dieser Grossraumbüro-Philosophie, die unter dem Titel „Teambildung durch Kommunikation“ den MA verkauft wird; letztlich aber nur der Kostenminimierung dient.
    Und jene Chefs, die dies lauthals propagieren hocken selbst in überdimensionierten Einzelbüros mit Glaswand zur Überwachung der Proletariar draussen im Grossraum.

    Ein Relikt aus der Harzburger-Modell-Zeit, wo Führung vor allem mit Kontrollspanne gleichgesetzt wurde.

    Zum Glück werden solche veralteten Führungsmodelle aus den 1950igern durch die Digitalisierung, die Individualität im Home Office ermöglicht, zunehmend entsorgt.

  6. Keine ein bis drei Stunden mehr für den Arbeitsweg hin und zurück verblödeln ist doch super.
    Man verbringt bei 45min für einen Weg von Tür zu Tür in seinem Leben fast 2 volle Jahre auf der man quasi ununterbrochen nur auf dem Weg zur Arbeit ist.
    Und es soll ja auch solche geben, die bis zu 4 Stunden unterwegs sind pro Tag — was bekanntlich z.B. vom RAV als zumutbar gilt.
    Wenn man das ein ganzes Arbeitsleben durchziehen würde von wären das schon satte 4.5 Jahre im Stau, im OeV oder irgendwo aufs Tram, Zug etc. wartend mit denen man sein Leben verplempert. Für das wurde irgendwann mal „20Minuten“ erfunden, auch wenn man das meist in 5 Minuten schon durch hat.

  7. der mann ist doch mit einem fuss schon im jenseits
    was seine senile wiederkäuerei durchaus entschuldigt.

    jeder zehnjährige ist doch heute digital besser vernetzt
    als hässigs zukunftsvisinär prof. von und zu geiger.

    irgendwie peinlich, diese ewig blonden vorgestern analysen.

    • Die Auftritte von Geiger und Klausi Stöhlker sind nur noch peinlich, die machen sich ja selber lächerlich.

  8. Wenn man schon nach 20 Sekunden abbrechen muss – was soll die völlig kaputte und nicht zutreffende Einleitung mit Sepp Blatter? Bitte nimm eine Auszeit Lukas!

    • Anfangs vor einigen Jahren war ich auch skeptisch für Homeoffice. Danach gewöhnt man sich daran und ich genoss die viele Freizeit und weniger Arbeitsstunden. Wer effizient die Arbeiten selbständig online erledigen kann, gewinnt wesentlich an Freizeit.

  9. Wenn HomeSchooling angesagt ist und die Kinderkrippe zu ist, mag das stimmen. Oder wenn grosse Monitore zuhause fehlen. Ansonsten ist das zu bezweifeln.

  10. um home office richtig zu bewerten genügt die präsenzzeit allein halt nicht mehr, werte steinzeit-chefs.

    es muss definiert werden, wieviel präsenzeit im büro verlangt wird und welche am bildschirm im home office. die geforderte arbeitsleistung hingegen muss separat und davon unabhängig definiert und auch unabhängig davon gemessen werden.
    natürlich müssen auch dinge wie überzeit und einiges mehr neu definiert werden.

  11. BS es ist der gleiche Paradigmenwechsel wie in den 30er Jahren, als der Traktor die „Agriculture Workforce“ reduzierte.

    Heute ist es die mustererkennende Software (KI genannt, wenngleich es mich schauert, was daran intelegent sein soll) und das längst fällige Umdenken und Umschalten auf effizientere Geschäftsprozesse, die man mit Computern erledigen kann. Dies reduziert die „Administation Workforce“ und nun werden Millionen Sachbearbeiter für wesentlich wichtigere Dinge freigesetzt. Leider dauert das seine Zeit und wie damals werden viele auf der Strecke bleiben, andere aber wesentlich befriedigende Tätigkeiten finden.

  12. Sehr geehrter Herr Geiger

    Auch wenn ich nicht ganz immer Ihrer Meinung bin – etwa bezüglich Christoph Blocher, seinem Ruhegehalt (schade, dass es nicht ein Stillhaltegehalt ist) und der SVP:

    Ihren Ansichten zum Thema „Working from Home“ („Home Office“ ist ja eigentlich nicht korrektes Englisch) kann ich zustimmen. Zumal in gewissen globalen Firmen in der Informatik eh schon 80% – 90% der Sitzungen per Skype stattfinden. Mit Teilnehmern von Kansas City bis hin nach Bangalore. Zeitunterschied: Lockere 10 1/2 Stunden (zumindest im Winter).

    Konkretes Beispiel:
    In Kansas beginnt eine einstündige Sitzung um 08:00, in New York um 09:00, in London um 14:00, in Zürich um 15:00 und in Bangalore um 18:30.

    Der geneigte Leser kann gerne auch andere Zeiten einsetzen, etwa 07:00 in Kansas City.

    Der entscheidende Punkt aber ist der: In Informatik-Projekten tauchen immer wieder mal plötzlich Fragen auf. Aber wenn der Kollege nicht gerade am Tisch nebenan sitzt – oder wenigstens in der gleichen Zeitzone – dann muss man zur Beantwortung einer Frage schon mal einen Tag lang warten. (Ausser man ist 7x24h online. Was vielleicht ein Wunsch globaler Konzerne wäre, aber nicht notwendigerweise aller Mitarbeiter. Um es höflich zu formulieren.)

    Und das nennt man dann effizient? Oder gar – Achtung, jetzt kommts: AGIL. Ach so.

    PS: Noch etwas zum Thema agile Software-Entwicklung: Was viele high-level Managers vielleicht noch nicht verinnerlicht haben: Agil ist eher ein bottom-up approach als ein top-down („I tell you what to do!“) approach.

    • Sehr geehrter Herr Robert Marti,

      Diesem Zustandsbericht ist wahrlich nichts hinzuzufügen, geschweige denn entgegen zu setzen. Doch am dicken Ende all der negativen Verlautbarungen und Fehlentwicklungen steht der konstruktive Vorschlag. Was wollen wir als kleines Land ohne natürlichen Ressourcen denn nun anstelle des herrschenden Systems haben und wie gedenken wir dorthin zu gelangen? Meine Hoffnung, dass dem herrschenden Kartell, (Finanzbranche, 2. Säule, Immo-Clique und deren politischen Wasserträger auf kommunaler, kantonaler und bundes, – Ebene), die desaströsen Folgen des eigenen Handelns einmal böse auf die Füße fallen werden, war schon einmal größer. Ich erkenne im Moment kein realisierbares Konzept in unserem Land. Und Sie? Bin zutiefst Realist und kann die faktisch bestehenden Machtverhältnisse und gegebenen Interessenlagen nicht ausblenden. Allerdings ist die Geschichte offen und oft ein chaotischer Prozess. Wir werden noch Überraschungen erleben, da – I’m working from home vs. Büromieten = Machtverhältnissen auf Dauer nicht im Einklang zu bringen sind.
      Herzlich

    • Wobei die aktuell so hochgelobte agile Entwicklung in der IT nichts anderes ist als ein völlig aufgeblasenes Model der altbekannten iterativen Entwicklung.

    • Hallo Herr Marti

      Sie haben wohl schon länger keine Software im Team mehr entwickelt. So wie Sie das beschreiben läuft es schon lange nicht mehr und wenn dann nur in ineffizienten Teams die sich nicht modernisieren wollen. Heute sind die Entwickler permanent in Kontakt, via Skype, Slack, Zoom, Teams, git und sonstigen Systemen. Die besten Teams arbeiten verteilt, über alle Kontinente hinweg. Es braucht kein physisches Zusammensitzen mehr, um effektiv zu sein. Im Gegenteil. Die Distanz fokussiert den laufenden Austausch – man ist gezwungen präziser zu formulieren und zu organisieren. Resulat sind kleinere Arbeitspakete, weniger Fehler, schnellerer Fortschritt. Innovation geht so nicht sagen Sie? Fehlender Austausch? Stimmt nicht.

      Ihre Denke ist in den 90er verhaftet, wie auch die von Herrn Geiger. Damals war das noch so wie Sie schreiben. Zum Glück sind das vergangene Zeiten.

      Hochachtungsvoll

    • @Mike G.

      Hochverehrter, geschätzter Herr G.

      Als erstes möchte ich Ihnen für Ihr überaus wertvolles Feedback danken. Und noch mehr dafür, dass Sie doch tatsächlich der Mut gefunden haben, Ihren Kommentar unter Ihrem vollständigen Namen zu veröffentlichen. Chapeau!

      Und selbstverständlich wissen Sie auch viel mehr über meine beruflichen (und möglicherweise sogar privaten?) Aktivitäten als ich selbst!

      Wenn ich hier also behaupte, dass ich in den letzten 15 Jahren Softwareentwicklung in Teams (nein, ich rede nicht vom Microsoft Produkt, obwohl ich es mittlerweile auch benutzen „darf“) gemacht habe, dann kann ich nur falsch liegen.

      Und wenn ich hier behaupte, dass mir Skype, Slack, Zoom, Teams sowie git durchaus bekannt sind, und ich Skype, Teams und git bei meiner Arbeit bereits verwendet habe, dann kann ich ebenfalls nur falsch liegen: Sie wissen es zweifellos VIEL besser als ich!

      Und natürlich lassen Skype, Teams und git die Zeitunterschiede zwischen Indien, Europa und den USA vollständig verschwinden. Wie konnte ich dies nur vergessen! (Jetzt habe ich endlich begriffen, was Virtual Reality ist! Vielen herzlichen Dank!)

      Immerhin – und das ist jetzt (möglicherweise im Gegensatz zu den bisherigen Zeilen) völlig frei von Ironie: Ihre Aussage

      „Die Distanz fokussiert den laufenden Austausch – man ist gezwungen präziser zu formulieren und zu organisieren. Resulat sind kleinere Arbeitspakete, weniger Fehler, schnellerer Fortschritt.“

      kann ich – wenn auch mit Einschränkungen bezüglich Mentalität der verschiedenen Entwickler – akzeptiern …

  13. Die Einzelkämpfer werden vom Homeoffice profitieren, weil die nicht mehr die Team-Blutsauger mittragen und ernähren müssen und sich frei entfalten können und nicht mehr von Oberpfeifen-Teamleitern ständig unnötig kontrolliert und mit idiotischen Verbesserungsbefehlen belästigt werden.
    Gunther Kropp, Basel

    • Präzis, MBO ist gefragt, nicht Präsenz und Schaulaufen von aufgeblasenen Wichtigtuern und Heissluftventilatoren. Und die Familien profitieren…äh, Familie, aber Achtung: Die Suffragetten stehen schon wieder in den Startlöchern.

    • @Der Rückbauer
      Management by Objektives wurde wohl verhunzt, weil man glaubt Kontrolle nur im Kasernenhof-Stil zu haben. Mit dem Resultat es entsteht ein Suffragetten-Widerstand.

  14. Es geht noch weiter: Es spielt keine Rolle, ob meine Mitarbeiter in Dietikon, Sao Paulo, Kinshasa oder Krakau Home Office macht. Und es passiert bereits: Meine Expat Mitarbeiter rufen mich aus dem Ausland an und sagen sie wollen die Sommermonate bei ihren Familien bleiben. Dank gut definierten Zielen und guten IT Mitteln sind sie auch produktiv.
    Langfristig heisst das:
    Für die Städte: Sie werden leerer (Zürich Alter 30-40 50% Ausländer), Mieten werden sinken
    Für die MA: Ein riesen Druck auf die CH Löhne.
    Für globale Firmen: Ein enormes Potential Immobilien und Lohnkosten zu senken.
    Für lokale Firmen: Harte Zeiten
    Für Schwellenländer: Endlich weniger Brain Drain und mehr Einkünfte.

    Bonus: Ich mache gerade ein Design Projekt mit Leuten in Venezuela. Die liefern mir für US$ 30, was mich in der Schweiz CHF 1000 kostet. Alles über online Plattformen abgewickelt. Und bezahlt wird erst, wenn ich zufrieden bin.

    Big Times

    • Aber vermutlich verkaufst Du dann Dein Ergebnis in der Schweiz zu Schweizer Preisen, so als ob es von Schweizern zu Schweizer Stundenlöhnen produziert worden wäre oder ?
      Das ist in meinen Augen gleichwertig der Bekleidungsindustrie, die ihre Ware durch billige Kinderarbeit in Bangladesh herstellen lässt, es hier aber zu Preisen verkauft, als ob Heidi es in mühsamer Handarbeit auf der Alm erzeugt hätte.
      Dick und bräsig hier in der Schweiz sitzen, alle Vorteile dieses wunderbaren Landes geniessen aber alles dransetzen, das Steuersäckel zu umgehen. Ekelhaftig ist das !

    • Für Ihre Kunden spielt es bald auch keine Rolle mehr, dass Sie in Zürich sitzen 🙂

    • simonx: Ihre Kunden werden bald dahinter kommen, dass auch Sie durch einen Serviceprovider aus Venezuela ersetzt werden können – zu besseren und günstigeren Konditionen. Und bezahlt wird dann auch erst, wenn zufrieden. Sie können sich dann vermehrt Ihren Hobbies widmen.

  15. Als ich einem entlassenen Wirtschaftsprüfer erklärte, dass Virus nur als Vorwand genutzt wird, um die globale Wirtschaft im Interesse von big tech zu verändern und er Opfer einer global orchestrierten Verschwörung ist, dann wurde er rot vor Wut, schrie mich an, ob ich gescheiter bin als der Bundesrat und lief weg. Digitale Transformation braucht sehr viele homo sapiens nicht mehr. Damit es nicht zu sozialen Unruhen kommt, werden ahnungslose Bürger mit täglichen Propaganda von der Virus Front zugedeckt und können nicht mehr klar und logisch denken.

    • Aber Du kannst es……
      Also hat die globale Wirtschaft China auserkoren, dieses Virus in die Welt zu setzten ? Und die Empörungen der ganzen Länderchefs, das ihre Wirtschaft den Bach ab geht ist nur gespielt, weil sie sich mit den Wirtschaftsbossen so abgesprochen haben ???

  16. Sogar Ferien können im Home Office genossen werden. Auf YOU TUBE
    kann man tausende Videos von der ganzen Welt gucken.
    Kein Reisestress und keine Kosten.

    • Richtig erfasst !!!
      Das Essen kann man ebenfalls per Internet geniessen – und die Auswahl ist ein Wunschkonzert

  17. Das sind doch wunderbare Aussichten! Weniger Arbeitsweg der komplette Verschwendung ist, geringere Kosten wegen Arbeitsweg und Verpflegung, weniger Verkehr und mehr Platz im ÖV… was will ich mehr? Ich arbeite in einem der grössten Konzerne der CH und ja, meine Meinung ist, dass wir als Konzern noch weitere Aussenstandorte schliessen, die Leute in den Hauptsitz „holen“ und dafür die HomeOffice-Frequenz erhöhen. Das es funktioniert haben wir in den letzten vier Monaten mehr als bewiesen. Der Konzern kann massive Kosten einsparen, die Mitarbeiter haben eine massiv bessere Work-Life-Ballance, sind glücklicher und motivierter und können zudem auch ihre Kosten massiv reduzieren… Win-Win-Win

    • Homeoffice auch für Zuschauer an Sportveranstaltungen!
      Die Fans können massive Kosten einsparen. Die Angehörigen haben eine massiv bessere Family-Life-Ballance, sind glücklicher. Der Mann kommt nach dem Spiel nicht angeheitert nach Hause und kann durch den ausbleibenden Besuch von Siegesfeiern in Gaststätten zudem auch seine Kosten massiv reduzieren… Win-Win-Win? Auf der Stecke bleiben u.a. die Geselligkeit und die sozialen Kontakte.
      Die Beizer und Vereine müssen erneut zur KB für einen weiteren Corona-Kredit und wer kauft Federers Turnschuhe?

    • Die Frage ist hierbei wo der Hauptsitz sein wird. In Zürich oder Bangalore. Eher letzteres. Es ist ein Irreglaube zu denken, dass schweizer Konzerne zukünftig in der Schweiz noch verstärkt Personal aufbauen, wenn sie es im Ausland für wesentlich weniger tun können. Das „mehr Home Office“ wird in der Schweiz für mehr Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland führen da es einem einmal mehr vor die Augen geführt worden ist, dass es keine Rolle spielt wo der Mitarbeiter sitzt. Konzerne sind und waren schon immer Gewinnmaximierer. Hier bietet sich eine perfekte Gelegenheit um die ersehnte Personalkostenreduktion endlich herbeizuführen.

    • Genau:
      Bis ihr Chef merkt, dass es nicht darauf ankommt, ob sie von Prattelen nicht-anreisen oder von Prag für 1/3 des Geldes nicht-anreisen. Und dann sitzen Sie plötzlich mehr zu Hause als ihren lieb ist.

      Wird spannend

    • Toll, dass Konzerne viel Geld sparen, da kann man in den obeten Stockwerken mehr verteilen.
      Was ist mit den Kosten für zusätzliches Zimmer, das man auf die Dauer braucht? Man muss sich einrichten können, also grössere Wohnung nehmen (gleich höhere Miete), damit das Familienleben nicht beeinträchtigt wird? Wer trägt diese Kosten?

    • Das wage ich aber schwerst zu bezweifeln ! Glücklichere und motivietere Mitarbeiter – grins !! Wer von diesen HO-Fanatikern hat den schon ein eigenes Zimmer, wo er abgeschottet von der Famile seiner Tätigkeit nachgehen kann ? In meinen WebEx Meetings sitzt jeder zweite irgendwo im Wohnzimmer oder blockieren die Kinderzimmer, weil die ja den halben Tag in der Schule sind. Spannend wird es da immer am Nachmittag, wenn Papa arbeiten möchte, die Kinder aber in ihrem Zimmer chillen wollen.
      Zudem hat die Frau den Mann die ganze Zeit um die Ohren. Das ist Rentnerdasein light. Das das ein Problem sein kann, bezeugen die vielen Kurse darüber.
      Und in der Firma wird auf einen ergonomischen Arbeitsplatz geachtet – guter Stuhl, gutes PC-Equipment. Und zu Hause ? Man sitzt auf dem Küchenstuhl etc. hackt auf seiner Gurke von Win7 Rechner rum.

    • Das sehe ich anderst. Um erst einmal in HomeOffice zu arbeiten, braucht man ein bis zwei Arbeitszimmer wenn beide arbeiten. Das kostet zusätzlichen Wohnraum (Miete oder Kauf). Das können sich nur gut situierte Menschen leisten. Zudem ist es wirklich keine Freude, zu Hause zu arbeiten wenn man Kinder hat. Mit dem HomeOffice verlagern die Firmen Kosten auf die Arbeitnehmer (Wohnraum, Strom und teilweise Internet). Die Trennung Arbeit und Familienleben schwindet (ob das Work-Life-Balance ist?). In meiner Abteilung schwindet Team-Work und Zufriedenheit. Es fäng sogar ein Ausspionieren aus (ob der andere wirklich zu Hause arbeitet?, Anrufe ohne Sinn um wahrscheinlich zu kontrollieren). Der Arbeitsweg kann nicht mehr zum „abe fahre“ genutzt werden. Wirklich Win-win ???

  18. Ich sehe das anders. Zuhause wird weniger gearbeitet. Scholls ZKB Auswertungen zeigen: zuhause wird gepläuschled.

    • So ein Schwachsinn – nur, weil gewisse Steinzeit-Bosse das so sehen, ist es nicht zwingend „so“.

      Ja, klar, es wird betrogen im Home Office. Väter oder Mütter Kindern, die werden zu Hause nie gleich effizient sein, wenn die Kinder wie auch sonst (fremd)betreut werden. Jemand im Home Office darf in der Betreuung keine Rolle spielen – diese muss der/die (andere) Partner/in übernehmen oder man muss diese extern einkaufen (Krippe etc.).

      Aber betrogen wird auch während der Arbeitszeit im Büro – jeder kennt die „Kollegen“, welche mal kurz während der Arbeitszeit 90 Minuten im Gym sind. Oder lange Mittagspausen zelebrieren. Oder zwar im Büro sind, aber per Telefon oder am anderen Arbeitsplatz jemanden stundenlang volltexten. Oder mit den Gspänli x-mal am Tag Kaffee trinken gehen. Oder, oder, oder …

      Wichtig ist doch einfach, dass die Chefs mit der neuen Führung klar kommen. Dabei ist das Problem meistens „der Chef“ – der müsste dafür umdenken, flexibel sein/werden, einen anderen Führungsrhythmus erlernen. Denn die Kontrolle der Arbeitsleistung ist/wird wichtiger als diejenige der Präsenzzeit.

      Wer den Arbeitgeber betrügen will, kann das überall tun. Dabei liegt es am Arbeitgeber, ein „solches“ Klima zu schaffen, dass dies nicht vorkommt weil „man“ gerne dort arbeitet und gemeinsam etwas erreichen will/kann.

    • In der Firma hat es also keine solchen Plauschpausen gegeben ? Mal runter eine Zigarette rauchen ? Meetings an der Kaffeemaschine ? Noch längere Meetings beim Mittag ? Auszeiten auf dem WC ??

    • „Scholls ZKB-Auswertungen“ – wahrscheinlich so ausgereift wie seine Seilbahn-Projekte.

  19. Das erkennt Herr Geiger richtig.
    Das war absehbar, auch ohne Corona.
    Entspricht dem digitalen Strukturwandel und ist eine Realität.

    Das sind Megatrends. Unaufhaltsam.

    Es gibt noch weitere, z.B. die bevorstehende Mega-Völkerwanderung von Süd nach Nord.
    Wir alle werden werden davon überrascht sein und die kommenden Generationen werden sich mit diesem Phänomen auseinandersetzen müssen.
    Aber dazu später…