„Die Finma sagt Facebook: Hey Guys, Euren Libra könnt Ihr vergessen“

Das sei die wahre Botschaft hinter der Bewilligung zweier Schweizer Krypto-Banken, sagt Hans Geiger. Die Aufsicht lasse wegen Geldwäscherei so wenig zu, dass Libra gestorben sei.

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  1. 20190826 finma aufsichtsmitteilung 02 2019 (7):

    «Aktuell besteht sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene noch kein System (wie z.B. SWIFT im Interbankenverkehr), mit dem Identifikationsdaten zum Zahlungsverkehr auf der Blockchain verlässlich übermittelt werden können.»

    Herr Professor Geiger findet es offenbar richtig, dass der Krypto-Zahlungsverkehr ohne Identifikationsdaten zugelassen wird. Dies ist eine rechtsungleiche Behandlung gegenüber den Banken und Finanzintermediären.

    Die Aufsicht hat bei allen Finanzakteuren die gleichen Massstäbe anzusetzen.

    Im Übrigen erfüllen Kryptowährungen wesentliche Geldfunktionen nicht, da sie keinen konstanten Wert aufweisen und daher als Wertaufbewahrungsmittel kaum in Frage kommen.

    Leider beurteilt Herr Professor Geiger Finanzprobleme m.E. zu sehr aus der engen Optik des Bankbetriebswirtschafters und vernachlässigt dabei die volkswirtschaftliche Betrachtungsweise.

    Der «Vorteil» von Krypto/Blockchain liegt momentan zum Teil eben in der Anonymisierung des Zahlungsverkehrs, womit tatsächlich der Geldwäscherei Tür und Tor geöffnet wird.

    Dies kann sich mit der Weiterentwicklung des Krypto-Blockchain-Systems durchaus in dem Sinne ändern, dass dannzumal die Identifikationsdaten analog SWIFT verlässlich übermittelt werden können.
    Das weiss auch Herr Professor Geiger.

  2. Hans Geiger sieht einmal mehr glasklar: Kollege Zuckerberg kann Libra beerdigen, bevor sie fliegen konnte. Die Finanzindustrie/ Zentralbanken werden nie und nimmer das Heft aus der Hand geben und die Kontrolle des Zahlungsverkehr bzw. V.a.der dabei anfallenden sensiblen Daten Facebook überlassen. Diese geniale Idee ist von Anfang an eine Totgeburt. Die User von Facebook haben immer noch nicht die Gefährlichkeit dieser Datenkrake verstanden.

  3. Immer noch nichts begriffen: zum äuffnen der Libra wird FIAT benötigt, das über herkömmliche wege eingeschleust wird. Oder hat jemand das Gefühl, wenn ich Coop Superounkte habe unterliegt dies auch dem GWG AML? Eben.

    • Natürlich unterliegen die Superpunkte und auch die Geschenkarten dem
      gWG, auf Geschenkkarten kann ich nur 1000 Franken laden und Superpunkte kann ich maximal 100‘000 pro Jahr in Geld wechseln (wegem dem GWG)

  4. In der Aufsichtsmitteilung der FINMA steht:
    „So dürfen die von der FINMA beaufsichtigten Institute Kryptowährungen oder andere Token grundsätzlich nur an externe Wallets ihrer eigenen, bereits identifizierten Kunden schicken und auch nur von solchen Kryptowährungen oder Token entgegennehmen. FINMA-Beaufsichtigte dürfen keine Token von Kunden von anderen Instituten empfangen oder zu Kunden von anderen Instituten senden. Dies gilt solange, als im entsprechenden Zahlungssystem keine Angaben zum Absender oder Empfänger verlässlich übermittelt werden können.“
    https://www.finma.ch/de/news/2019/08/20190826-mm-kryptogwg/

    • Und da zeigt sich ja das verständnisproblem!

      Bei Kryptos brauche ich die Bank gar nicht um irgendetwas zu empfangen, ich brauche keine Swift, keine Clearing nix, das Geld kommt in mein EXTERNES Wallet und da ich identifizierter Kunde bin kann ich es dann auch in die Bank bringen, die Bank kann es nur an mich senden das ist auch OK, den auch für eine Transaktion an einen anderen Kunden brauche ich die Bank nicht ich kann
      Den übertrag selbständig an das andere Wallet vornehmem, dieser ist identifizierter Kunde seiner Bank und kann seine Assets da wieder einbringen.

      Insofern ist das Bedeutungslos.

    • Wieso Libra mit dieser Aufsichtsmitteilung wieder abgeblasen werden kann, bleibt auch am Ende des Gesprächs offen. Wenn momentan nur im geschlossenen System Token überwiesen werden können, weil die Krypto-Bank sich nur in diesem Rahmen über die Identität von Empfänger und Sender vergewissern kann (KYC), dann ist das doch gerade für Facebook überaus interessant, da KYC zunehmend auf elektronischem Weg möglich ist und Facebook seine Kunden leicht erreicht und identifizieren kann (elektronisches Einlesen des Passes, Kopien von Utility bills). Und für die kleinen CH-Krypto-Banken: wenn grosse Detailhändler (Migros etc.) auch ein Konto bei diesen Banken haben und irgendwann mal Kryptowährungen akzeptieren, so ist auch dieser kleine geschlossene Kreis nicht uninteressant. Natürlich stehen diesem Schritt aktuell noch die massiven Kursschwankungen im Weg, aber dieses Hindernis ist faktischer, nicht regulatorischer Natur. Es gilt: Rome wasn’t built in a day. Wer anfangs vorne dabei ist, der hat vielleicht später einen Vorteil, vielleicht auch nur zu früh gehandelt und alles verloren. Das Ergebnis dieser Wette steht noch aus. Professor Geigers differenzierte Antwort auch.

  5. Crypto ist der grösste Fake seit den holländischen Tulpen in den 1630er Jahren. Aber hey solange genug daran glauben kann man alles verkaufen.

    • Vielleicht Vielleicht trifft das aber eher auf Bargeld zu, ist doch einiges mehr im Umlauf, den Derrivatemarkt habe ich da auch noch im Verdacht auf Tulpenspurem zu sein.

      Wobei wenn ich mir aktuell den Chart der 100 Jährigen östreichischen anschaue ist die Tulpomanie eventuell auch dort.

      Wir leben in verrückten Zeiten, alles wird mit Geld überschüttet Blasen gibt es daher überall, die Frage ist was ist Auswirkung und was ist Ursache…da ist der Coin Market mit 200 Mrd völlig unbedeutend…aber evntuell wurde auch dieses Boot alleine von der Geldflut gehoben…das wird sich bald zeigen

  6. Ich schätze Hans Geiger sehr! Aber damit er ein geeigneter Gesprächspartner wäre (für das thema Krypto) sollte er sich doch etwas besser informieren. Seine Ansichten wären durchaus spannend zu hören, dazu muss er aber sich ernsthaft mit den Unternehmen auseiandersetzten auch mit der Blockchain und nicht nur Headlines der Zeitung lesen

    • Das würde voraussetzen, dass lh Hans mindestens einen Tag zum Voraus informiert, was Thema des Interviews ist. Selbst der klugste Professor kann nicht aus der Hüfte heraus zu allem fundiert Stellung nehmen. Intelligenz heisst nicht, dass man alles weiss, sondern dass man weiss wo man die Fakten zum Thema innert nützlicher Frist findet und einordnen kann.

  7. Ok, tx for info. Wieviele Mitglieder hat Facecook? Sehr viele. Und für diese Mitglieder/Librauser (KYC vorausgesetzt) soll sich z.b. das Zahlungsgeschäft nicht lohnen?