„Die Politik lechzt nach Inflation, nur kommt die nicht“

Also gibts auch kein zweites Weimar mit Hyperinflation, sagt Hans Geiger. Umverteilt wird trotzdem: Waren es damals die Sparer, die zahlten, bluten heute die Jungen für die Rentner.

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12 Kommentare zu “„Die Politik lechzt nach Inflation, nur kommt die nicht“

  1. Man würde besser mal die wahren Probleme der AHV & dem BVG aufzählen, statt ständig den Mythos zu erzählen, von wegen die Jungen bezahlen den Alten die AHV um damit die Generationen gegeneinander aufzuhetzen. Kommen die Babys neuerdings mit vollem Portemonnaie zur Welt? Ist es nicht eher so, dass das Geld zuerst von den Alten zu den Jungen kommt?

    Man würde besser mal auf Beitragsseite etwas ändern. Die stammt nämlich aus dem Jahre 1948 (AHV Einführung) da gab es keine Digitalisierung, weniger Globalisierung und Robotisierung.
    Die AHV Beiträge sind aber immer noch auf Lohnprozente mit Faktor Anzahl Arbeitnehmer berechnet.
    Es sollte doch jedem einleuchten, dass so immer mehr Beitragslöcher bei zunehmender Digitalisierung entstehen. Wenn ein Betrieb automatisiert & digitalisiert kann er nicht nur die Löhne, sondern gleich auch noch die Sozialabgaben einsparen.

    Das Gleiche gilt bei Stellenverlagerung ins Ausland sowie Dividende (nicht AHV pflichtig) statt Lohn (AHV pflichtig)

    https://www.cash.ch/news/politik/kantonale-ausgleichskassen-dividende-statt-lohn-ahv-geht-leer-aus-1058561

    Es wäre daher höchste Zeit, an Stelle der Arbeitnehmerlöhne die Wirtschaftsleistung als solche mit einem noch bestimmbaren Tarif beitragspflichtig zu machen.

    Auch sollte man sich fragen, wozu die Schweiz um die 1800 Pensionskassen und Lebensversicherungen braucht mit allen Folgekosten.

    https://www.infosperber.ch/index.cfm?go=Artikel/Gesellschaft/2-Saule-Zehnmal-hohere-Verwaltungskosten-kurzen-die-Renten

    • @Emil Huber, Sie sprechen meiner Meinung nach den zweiten Hauptgrund an. Die Ökonomen kennen dieses Problem schon länger, ihn zu benennen getrauen sich aber (momentan noch) leider nur die wenigsten. Habe manchmal das Gefühl, die alle wollen es mit den Bonus getriebenen Stellenstreicher- und Outsourcer- Manager der multinationalen Banken und Versicherungen und ihren bezahlten Lakaien in Bern nicht vermasseln. Im Zuge der Industrie 4.0 kommt aber an diesem Problem so oder so niemand mehr vorbei. Man muss Steuern auf die Wertschöpfung erheben. Da dies nicht mehr der Mensch ist, wie Sie zurecht sagen, kann die Lösung nur sein; Steuern direkt auf die Prozesse einerseits und auf die Gewinne, auf die Erträge der Roboter andererseits.

      Mit den Pensionskassen ist es wie mit den Krankenkassen. Dort leisten (bezahlen) wir auch 68 Krankenkassen für die gleiche Leistung. D. h. unter anderem 68 verschiedene, mannigfaltigste Werbungen in allen Medien (für die gleiche Leistung), 68 sehr teure Teppichetagen, 68 sehr teure Verwaltungsräte (u.a. der ehemalige zuständige Bundesrat Couchepin a. d. …), etc. Und dann wundert man sich jedes Jahr von neuem, wieso das Gesundheitswesen resp. die Krankenkassenprämien immer teurer werden …

    • Roger

      Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, die Existenzkämpfe und Armut wären längst überwunden, weil weder die Ökonomen noch die Politiker die Möglichkeit hätten, die Bürger zu manipulieren?

      Die Ansichten von Herrn Huber habe ich vor langer Zeit bereits angemahnt.
      Die Einheitskasse hat der Souverän unter gütiger Mithilfe der Ökonomen abgelehnt!

      Die Ökonomen sind die Handwerker der Feudalherrschaft, verstehen das Geldsystem nicht, aber werden immer in Geldfragen befragt. Mit welchem Sinn?

      Ich verweise auf meinen Beitrag bei Politnetz?

      Seien Sie gegrüsst

    • @Georg Bender, ich staune immer wieder, wie blöd und einfältig wir Menschen in der Masse sind. Da ich mich auch zu den Menschen zähle, gilt das auch für mich. Wir können nur noch konsumieren und hinterherlaufen. Alles eindimensional, den schon bei zweidimensional müssen wir das Hirn einschalten.

      Mir hat mal jemand, der aus Überzeugung im Gesundheitswesen arbeitet, erzählt, was sie mit den versch. Krankenkassen schon erlebt haben. Die, in der BR a. d. Couchepin im VR ist, ist die Schlimmste. Dabei verdient nach dieser Person Couchepin für vielleicht gerade mal vier (oder sind es zwei mehr?) Versammlungen mind. 600’000 CHF/Jahr.

      Vom COOP her weiss ich, was Verwaltungsrat heisst. Ist mehr ein Klassentreffen, Swissair lässt auch grüssen. Das wichtigste im COOP war, wie man verköstigt wird (inkl. Wein) und was man vom Buffet später nach Hause mitnehmen darf. Die lästige Pflicht, zwischendurch alles hirnlos abnicken was H. U. Loosli (damals) wünschte (= befahl), erledigte man automatisch. Das H. U. Loosli aus einem sozial denkendem und verantwortungsbewusstem Unternehmen eine Gewinn maximierende Geldmaschine machte die keinerlei soziale Verantwortung mehr hat, meine Meinung, hat man nie mitbekommen. Muss bei der Swissair und ihrem Grounding wohl ähnlich gelaufen sein. Einfach nicht mitbekommen. Beim COOP hat man u.a. die MA die gekündigt haben oder in der tollen, neuen Loosli Welt gekündigt wurden auch noch PK mässig (2. Säule) bemerkenswert über den Tisch gezogen und nur die aller wenigsten bis fast keine haben bemerkt (oder interessiert/verstanden), welcher Geldbetrag ihnen PK mässig mitgegeben wurde (und welcher nicht). Das dieses Geld (das den gekündigten MA gehörte – 2. Säule) wieder in den COOP zurückgeflossen ist, daran habe ich nie geglaubt. Trotz div. Nachfrage kenne ich niemanden, der so einen Beleg je zu Gesicht bekam. Vermute mal die beiden PK Verwalter und H. U. Loosli hatten jahrelang einen sehr schönen „Zustupf.“ Wie ich immer sage, wirst du PK Verwalter, wirst du Millionär.

      Kann mich Ihrer Meinung nur anschliessen, würden wir das Geldsystem verstehen, würde es keine Existenzkämpfe und Armut mehr geben.

  2. Hinweis zur Diskussion:
    Japan z.B. hat seit Jahren Dis-Inflation und steht am regelmässig Rande einer Deflation und ist mit einer massiven „Überalterung“ konfrontiert.

    Es wäre hilfreich, wenn unsere diversen Vorsorgepolitiker sich gelegentlich mit dem Vorsorgemodell von Japan auseinandersetzen würden. Das Land ist mit weit grösseren demografischen Veränderungen konfrontiert als wir und hat seit Jahren praktisch keine Teuerung.

    Japan verfügt über den grössten Pension Fund weltweit:

    http://www.gpif.go.jp/en/about/

    Hat Japan evtl. die Lösung gefunden????

    mfg

  3. Herr Wirtschaftsprofessor

    Ohne Schuldenwirtschaft würde das Kapitaldeckungsverfahren nicht funktionieren. Darum sind es die Schuldner welche das ganze Wirtschaftssystem sichern und nicht die Jungen, bei welchen diese dafür notwendige Geldmengenerhöhung in den Gegenwert der Arbeit fliessen! Der Abzug aus der vorherigen Addition vom Netto macht noch lange keine Zahler, wie es die Ökonomen, Politiker und Medien so lügenhaft verbreiten dürfen?

    Wer hat die Volkspension in den 1970er Jahren mit Unwahrheiten gebodigt. Die Ökonomen und Bürgerliche Politiker? Wer trägt die Verantwortung für das Schlamassel?

    Die Hetze muss gelingen! Ganzheitliches Denken aus der Ökonomie, der m.E. dämlichsten Denklehre, ist wohl nicht zu erwarten?

  4. Wieder ein Wirtschaftsprofessor welcher den Geldfluss nicht verstehen kann. Sie verstehen das Geldsystem bewusst nicht, damit sie solche Irrläufer produzieren können.

    Hetze als Auftrag der Feudalherrschaft?

    Woher nehmen die Jungen das Geld? Erhalten sie es vom Himmel oder aus dem Geld- und Wirtschaftskreislauf?

    Fliessen die BVG Renten in die Hölle?

    Die BVG Rentner finanzieren die Altersguthaben der Aktiven!

  5. In China beträgt die Teuerung um 1,5%, ähnlich wie hier in Europa und etwas weniger als in den USA.

    Nur sind die Zinsen in China zwischen 3% und 4%, wie es hier vor 10 Jahren auch noch der Fall war:

    http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/asien/inflationsrate-china-steigt-auf-15-prozent-1420243

    http://www.shibor.org/shibor/web/html/index_e.html

    Abenteuerliches System von Lügen und Fehlanreizen, um einen teilweise schon schwindenden status quo vorläufig noch zu wahren.

  6. Es geht einfacher:

    Die Zentralbanken kaufen die Staatsanleihen des eigenen Landes auf und machen danach ein Schuldenschnitt. Ob die Notenbanker damit wirklich den Stein der Weisen gefunden haben, ist allerdings fraglich.

  7. Das reichste Fünftel der Haushalte kassiert +/- 50% aller Markteinkommen. Das ärmste Fünftel 2%. 90% der Vermögen und ca. 40% der bestbezahlten Arbeit entfallen auf das reichste Fünftel. O% des Kapitals und 2-5% der Arbeit auf das ärmste Fünftel.

    Eine solche Wirtschaft würde in kürzester Zeit mangels Nachfrage kollabieren, wenn nicht in grossem Masse Kaufkraft von jung zu alt, von gesund zu krank und von arm zu reich transferiert wird.

    Capgemini (Outsourcing-Unternehmung) hat 2016 in Frankreich einen Gewinn von 900 Mio. € erzielt, zahlt dafür keine Gewinnsteuer, hat aber in den letzten drei Jahren 190 Mio. € Sozialbeiträge auf den Staat abgewälzt. Das Geld fliesst auch, wenn ein Konzern Personal von einer Tochtergesellschaft in die andere verschiebt. Hat Emmanuel Macron als Wirtschaftsminister miteingefädelt. Werner Vontobel möge mir verzeihen, dass ich ihn bisher aus seiner Kolumne zitiert habe.

    Soweit zu den Hoffnungsträgern der Wirtschaft (=EU). In England ging vor der Abstimmung zum Brexit das Gerücht um, dass in Brüssel ca. 10’000 EU-Bürokraten (kennt niemand in der Öffentlichkeit) mehr verdienen als Premierminister David Cameron. Mir bleibt nur anzufügen; wann nehmen wir eigentlich die Reichen wieder einmal in die Pflicht und wieso spricht eigentlich von dieser Umverteilung (unten nach oben) niemand, Herr Geiger? Denn das ist die Wurzel aller übel. Die Welt des Milton Friedman.

  8. Man muß nur in die jüngere Geschichte zurückblicken – an die sich beispielsweise Herr Geiger bestimmt noch erinnern kann – um eine Ahnung davon zu bekommen, was zukünftig wieder passiert:

    Die 60er Jahre waren ein Jahrzehnt mit hohem Wirtschaftswachstum und Prosperität. Dies fand ein Ende Anfang der 70er Jahre im Rahmen des Ölpreisschocks:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41406422.html

    Heute sind die Verhältnisse ähnlich, nur auf einem deutlich tieferen Niveau: niedere Zinsen brachten zumindest Unternehmensteilhabern große Prosperität bei mäßigem Wirtschaftswachstum.

    Aktuell investiert niemand in Exploration, wie man beispielsweise am Aktienkurs des ehemaligen SMI – Mitglieds Transocean erkennen kann:

    http://www.finanzen.net/aktien/Transocean-Aktie

    Durch einen unerwarteten Teuerungsschub – quasi die Umkehrung der Entwicklung von 2014 bis 2016 – und einem Zinsanstieg von „nur“ einem bis zwei Prozentpunkten würde heute so manches und mancher scheitern, ähnlich jenen, die anstatt 6% wie in den 60er Jahren plötzlich 10% und mehr Zinsen in den 70er Jahren zahlen mußten.

    Zumal es aktuell viele Unternehmen – speziell Banken – gibt, denen die Niedrigzinsen vorläufig das Überleben sichern.

    Heute würden nicht mehr ersichtlich in die Jahre gekommene Fabriken aus der Frühzeit der Industrialisierung insolvent, sondern Unternehmen mit 10% Eigenkapital und weniger, die trotz allem modernen Auftreten sich bereits heute am Rand ihrer wirtschaftlichen Existenz befinden.

    Auf der Suche nach zukünftigen Insolvenzkandidaten wird man mit „Aktienzusammenlegung“ und Unternehmen mit weniger als 10% Eigenkapital fündig.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/aktienzusammenlegung-so-wird-eine-aktie-9000-euro-wert/14976424.html