„Dieser Stimmrechts-Fake ist Betrug“

Novartis, CS, Nestlé lassen Anweisungen ihrer Aktionäre vom Extern-Anwalt zu sich umleiten. So what, finden sie. Falsch, sagt Hans Geiger: Der Aktionär würde bewusst getäuscht – ein No-Go.

Kommentare

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  1. Sehr geehrter Herr Geiger

    wie lief das denn damals im VR bei Vontobel, wo Sie Mitglied waren?
    Ähnlich oder anders weil Familien-AG??

    Ihren Ausführungen entnehme ich, dass Sie als ehemaliger GD der SKA (heute CS) keine Aktien mehr von Ihrer damaligen Bank haben. Waren Sie mit der Performance nicht mehr zufrieden oder so?

    • Warum spricht niemand über die Notare, welche dieses Spiel mitspielen und dafür ihren Namen und ihre Reputation einbringen? Da sollte man doch das Patent entziehen!

  2. Naja, dass Multis ihre Kunden, Angestellten und Investoren legal abzocken wissen wir ja auch schon länger und wer meinte, bei Aktionnärsabstimmungen handle es sich um Demokratie, der weiss es jetzt auch besser. Die paar Einzel- und Kleinaktionäre interessieren die Führer dieser Diktaturen eh nicht.

  3. Dass dies eine Täuschung der Aktionäre ist, dürfte wohl augenfällig sein.
    Verschickt jemand einen Brief an eine vorgedruckte Adresse im Glauben, der Empfänger behandle den Inhalt vertraulich und die Sendung wird dann – ohne Wissen des Absenders – woanders hin umgeleitet ja, was ist das wohl? Ich denke, wir haben das Augenmass für das „Normale“ verloren.

    • Liegt eine Täuschung vor, wenn doch die Adresse auf dem Couvert offensichtlich im Unternehmen selbst liegt? Ich denke nicht. Wem das nicht passt, kann seine CS Aktie ja verkaufen und bei einem anderen Unternehmen, dass seinen Vorstellungen entspricht investieren.

  4. Ja, das ist tatsächlich Betrug. Es war und ich weiss auch, dass es heute noch üblich ist in Offshore-Gesellschaften, die von der Konzernmutter kontrolliert sind, „nicht herausgegebene Aktien“ – bewertet zu Nominalwert in den Offshore-Gesellschaften – als Stimmrechtsaktien des Konzerns zu nutzen bzw. im Sinne des Konzerns die Stimmen einzulegen. Das Konstrukt ist einfach, wirkungsvoll und ja von Behörden nicht überprüfbar, wenn z.B. die Julius Baer Bank and Trust Company Ltd., Cayman eigene Aktien der Gruppe zum Nominalwert im Depot hält. Die Grössenordnungen sind geschickt gewählt, denn von Konzern-Offshore-Gesellschaften gehaltene Aktien sind keiner nationalen Behörde bekannt bzw. einsehbar! Der Nebeneffekt ist, dass die Differenz zwischen Nominalwert und Marktwert noch unversteuerte Stille Reserven darstellen, die nur die Konzernmutter kennt usw.