„Es wäre schön, wenn nicht die halbe Schweiz für eine Hypo nach Zürich rösseln müsste“

Der stete Filialabbau der ZKB zeigt den Trend zum bankfreien Hinterland. Das sei gefährlich, meint Hans Geiger. Callcenter-Beratung für Hypotheken – das gehe nicht.

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10 Kommentare zu “„Es wäre schön, wenn nicht die halbe Schweiz für eine Hypo nach Zürich rösseln müsste“

  1. Guten Tag Dr. Geiger. Im Titel dieses Beitrags wird der Begriff „rösseln“ verwendet. Bitte erklären Sie den Lesern die Bedeutung dieses Begriffes im allgemeinen und insbesondere im Zusammenhang mit dem Kernthema des Artikels. Märssi.

  2. Die ZKB hatte bis vor 3 Jahren über 80 Filialen, heute noch ca. 70 – in 3 Jahren höchstens noch 50 – was auch immer noch zuviel ist für den Kanton Zürich, wenn man Bankfilialen betritt, zielen die Mitarbeiter nur darauf hin den Kunden Prospekte mit Produkten in die Hand zu drücken, damit die Bank den Kunden mit massiv zu hohen eingepreisten Gebühren über den Tisch ziehen kann.

  3. Salamitaktik, Amazon hat jetzt vielleicht die Sporthändler, Elektronikhändler, Buchhändler etc. verdrängt aber die Banken werden auch davon betroffen werden, für 98% der Bevölkerung braucht es keine Banken mehr, für die andern wird es ein paar Boutiquen geben, und da trifft man sich dann an einem schönen Ort und sicher nicht in einer lokalen Filiale. Die Zeiten sind vorbei. Bancomaten wird es auch bald keine mehr brauchen, wer braucht heute noch Bargeld? Man kann den Lauf der Zeit nicht bremsen, je früher man Einsicht gewinnt desto besser.

  4. Banking is essential, Banks are not.
    Herr Geiger, hier eine kleine Geschichte: Zur Promotion unseres Sohnes (nicht oec., nicht iur., sondern rer.nat., 5 Jahre harte Arbeit!) haben wir ihm eine grössere Summe auf sein Konto bei der ZKB überwiesen. Ich bot ihm an, dass wir zusammen zur örtlichen Filiale gehen, damit er sich über Anlagemöglichkeiten beraten lassen kann. Unser Sohn wollte das nicht. Er sagte, er betreibe e-Banking und hätte sich über Anlagemöglichkeiten bereits im Internet informiert. Nach meinem „soso“ hackte ich nach: Wenn er aber irgendwann eine Hypothek brauche, müsse er ja auch persönlich vorbeigehen. Er antwortete wörtlich: „Wenn Du unbedingt willst, können wir ja dann zusammen vorbeigehen. Die Hypothek schliesse ich dann online an der Maschine ab, die in der Schalterhalle steht. Der Vertrag kommt anschliessend per Post“.
    Tja, Herr Geiger, ich glaube, das ist die Zukunft. Unsere Vergangenheit wird immer grösser und die Zukunft immer kleiner, was man bei unserem Sohn so wohl nicht sagen kann.

  5. Das kommt davon, wenn man alles nur noch Online machen will. Ist doch der Lauf der Zeit, oder? Im Vergleich steht die ZKB mit 80-90 Filialen – auch wenn 7 kleine geschlossen werden – immer noch 2 bis 3 mal grösser da als UBS, CS und Raiffeisen mit je 25 – 35 Filialen.

  6. Bei den nun zu schliessenden Filialen konnte man gar keine Hypotheken abschliessen. Das waren reine Cash-Auszahlungsstellen. Man könnte auch sagen: Bancomaten mit Ohren.

    Raiffeisen hat das Thema schon viel früher vorangetrieben und Ende 2016 die Schliessung von 170 (!) Filialen bekanntgegeben. Wie weit ist man da?

  7. Bei einer starken Zentralisierung geht das Wissen um die lokalen Gegebenheiten verloren. Wie soll der Banker in Zürich die Probleme der Liegenschaft in Hinterpfupfingen erkennen deren Hypothekenantrag er bearbeitet? Woher soll er wissen ob der Antragsteller seriös ist?

    Der lokale Mitarbeiter kannte die Kunden und die „Spezialitäten“ im Dorf. Auf Google Maps sieht man nicht dass das geplante Mietshaus den vollen Duft der Schweinemästerei 100m weiter abbekommt, man sieht auch nicht dass da mal eine Mülldeponie war, man sieht auch keinen Nachbarschaftsstreit oder die seit Generationen andauernden Privatfeden…

    Will man all diese Informationen, die zum grössten Teil nie gebraucht würden, digitalisieren kommt es teurer als die aktuelle Filiale….

    • Sie sind sicher kein Profi. Sehr viele dieserDaten sind schon lange digital verfügbar. So zB Altlasten/GIS…

    • Diese Infos sind alle längst digitalisiert – mit Ausnahme des Nachbarschaftsstreits. Die sind im Zuge der Digitalisierung der Gesellschaft aber auch tempi passati.
      Geniessen Sie Ihre restliche Pensionierung doch lieber offline, Sie haben es sicher verdient.