„Firmen wollen Billig-Arbeiter: Das ist Regel Nr. 1“

Fleissige Ausländer, die gleich begabt sind wie Schweizer, überschwemmen 2018 das Land, prophezeit Klaus Stöhlker. Selbst Managing Directors bei den Grossbanken droht der Abbau. Phantastisch, denn dies mache aus der Schweiz einen globalisierten Musterknaben.

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16 Kommentare zu “„Firmen wollen Billig-Arbeiter: Das ist Regel Nr. 1“

  1. Die Schweiz braucht nur bedingt Einwanderer. Die PFZ dient nur den Arbeitgebern, soziale Konflikte sind vorprogrammiert.

    Zudem wenn der Volkswille weiterhin bei Abstimmungen siehe Masseneinwanderungsinitiative nicht umgesetzt wird wird nur der Fremdenhass geschürt.

    Wer übernimmt hierfür die Verantwortung?

    Schlussendlich geht es auch um Existenzen…

    • Es kann ja durchaus sein, dass die von der SVP neu ganz eindeutig formulierte Initiative durchkommt. Diese könnte kaum mehr ignoriert werden, und das würde die Situation recht stark ändern.

      Doch wie erwähnt, die Schweizer Firmen sind der internationalen Konkurrenz, u.a. aus China, immer stärker ausgesetzt und können die Schweiz nicht als glückselige Insel am Leben halten. Da gebe ich Mike Recht, viele Stellen würden ins benachbarte Ausland abwandern müssen, oder die Firmen kommen langfristig in die Bredouille.

      Man stellt ja nur darum ausländische Arbeitskräfte ein, weil die meisten Schweizer nicht bereit sind, für tiefere Löhne zu arbeiten (verständlicherweise). Solange die Schweizer Vermögen und Sachwerte so viel wert sind und das Preisniveau hochhalten, wird sich da aber nicht viel bewegen können. Ich sehe diese preisliche Angleichung als einen sehr langsamen Prozess an, dem man aber nicht widerstehen, sondern sich auf ihn einstellen und neue Chancen darin nutzen sollte. Die Schweiz kann ihre Vorzüge als Wissensnation noch lange ausspielen.

      Die Verantwortung übernimmt wie immer niemand. Entwicklungen wie die Globalisierung stehen einfach über den Köpfen aller Beteiligten.

  2. Ob mit oder ohne Personenfreizügigkeit, die Entwicklung schreitet voran und lässt sich nicht aufhalten. Fällt das Abkommen, so outsourced man halt noch rascher und mehr, ansonsten bleibt noch etwas Geld hier. Dass die Löhne der Branche völlig abgehoben sind egal welche Stufe ist längst bekannt, nicht im Vergleich mit der Industrie, aber die Schweizer Banken haben einfach kein Geschäftsmodell mehr insbesondere nicht im mittleren Segment!

    • Berücksichtigen wir auch, dass mit tieferen Löhnen hier die Preise auch fallen können. Ich würde es so sehen:

      Bisher war der Lohnunterschied zu Deutschland ca. +100%, der Preisunterschied für die meisten Produkte ca. +80%. Davon war sowohl bei den Löhnen als auch bei der Qualität der Produkte vielleicht 20-40% des höheren Preises auch tatsächlich höherer Qualität zuzuschreiben. Der Rest des Unterschieds entstand durch einen abgeschotteten Binnenmarkt. (Jedes souveräne Land hat bis zu einem gewissen Grad einen solchen.)

      Nun fallen die restlichen 40-60% des Lohn- und Preisunterschieds der zunehmenden internationalen Vernetzung und Verflechtung (dank Internet, Freihandel, besserer Verkehrswege usw.) langsam zum Opfer. Die Schweizer Firmen, die dem freien internationalen Markt ausgesetzt sind, haben gar keine andere Wahl, als die Lohnkosten zu drücken, um preislich wettbewerbsfähig zu sein. Denn es ist in einem freien Markt nun einmal so, dass ein Produkt von vergleichbarer Qualität nicht an einem Ort mehr kosten kann als an einem anderen.

      Für die Schweizer ist diese Öffnung sicherlich schmerzhaft, doch wie Herr Stöhlker sagt, haben viele von ihnen während den früheren Jahrzehnten gute Reserven gebildet. Für die Anderen sinken die Preise langfristig wohl in einem ähnlichen Ausmass wie die Löhne, es kommt also nicht zu einem gigantischen Verlust. Die Löhne werden in der Schweiz aber höher bleiben, da hier einfach bessere Qualität geliefert und mehr gearbeitet wird. Und der Swissness-Bonus bleibt bestehen.

      Wirklich profitieren konnten die Schweizer bisher nur beim Einkaufen im Ausland und bei elektronischen Produkten, die etwa gleich viel wie im Ausland kosten.

      Meine Aussage: Lösungen gibt es immer, wenn man die grösseren Zusammenhänge anschaut.

  3. Politisch wird das nicht mehr lange gut gehen. Die Bürger in der Schweiz werden die Kündigung der Personenfreizügigkeit einfordern um selber überleben zu können in der Schweiz.

  4. Je nach Bank braucht es 12 bis 19 Jahre zum MD:

    https://news.efinancialcareers.com/de-de/199757/von-bank-zu-bank-wie-lange-es-dauert-um-zum-managing-director-aufzusteigen/

    Wahrscheinlich sind aktuell viele dorthin unterwegs, die infolge des technischen Fortschritts und dem Strukturwandel im Bankwesen nie dort ankommen werden:

    https://news.efinancialcareers.com/de-de/188914/analyst-associate-vp-und-md-die-sonderbaren-hierarchien-im-investment-banking-bedeuten/

  5. Herr Stöhlker

    Ich weiss nicht was daran schön und bunt sein soll, junge Ausländer in der Schweiz, Schweizer (nicht nur die Ü50) von der Wirtschaft diskriminiert, Gutsituierte bauen ihren Wohlstand ab. Als Schweizer will ich das bestimmt nicht und zum Glück können wir noch ein wenig mitbestimmen. Und wenn einer müde geworden ist, dann sind es SIE.

    Herzlichst

    Fübü

    • Auch der Eurokurs von aktuell – wieder – sFr 1,18 je Euro ist ein äußeres Anzeichen dieses Wohlstandsverlustes.

  6. Die einzige Lösung für die Schweiz ist die Kündigung der Personenfreizügigkeit. Aber FDP, SP, CVP und Grünen werden lieber die direkte Demokratie abschaffen, als der EU zu widersprechen.

  7. Beutende Person hinterlassen grosse Fussstapfen, schwierige Situation für Frau Martullo. Fidel und Raul, die Söhne des Herrn Klaus Jürgen Stöhlker – der deutschen Antwort auf Klaus Zaugg – haben es in dieser Hinsicht wesentlich leichter.

  8. Billig-Arbeiter aus ehemaligen Ostblock-Staaten überschwemmen seit Jahren die Baubranche. Sie verdrängen jedoch nicht Schweizer, sondern Arbeiter aus Südeuropa und dem Balkan. Ganze Montage-Teams für Fassaden, Plattenlegung und sogar Liftbau kreuzen auf.

    • Mein Sohn wohnt in Zürich in einer WG, weil er IV-Rentner ist. Seine Mitbewohner im letzten Jahr: Zahnärztin aus Griechenland, Gärtner aus Tschechien, Ingenieur aus Ungarn, Bank Compliance Fachmann aus Ungarn, zwei Köche aus Deutschland. Hallo? Das waren doch alles mal Berufe, wo man als Schweizer genug vediente, um sich eine eigene eigene Wohnung zu leisten. Ich weiss von einigen Arbeitgebern dieser Mitbewohner, dass sie SVP-Sympathisanten sind. 2. Hallo?

    • Heute geht alles nur noch mit der Geiz ist Geil Masche. Die Qualität der Arbeiten ist entsprechend, Nach spätestens 20 Jahren müssen diese Bauten grundsaniert oder abgerissen werden.