„Hans, steigen die Zinsen bald auch bei uns?“

Nein, das dauert, sagt Bankenprofessor Hans Geiger. Doch die US-Zinserhöhung wäre eine Chance für die SNB, wenn sie sich am Dollar orientieren würde. Leider halte sie fest am kranken Euro.

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9 Kommentare zu “„Hans, steigen die Zinsen bald auch bei uns?“

  1. Sehr geehrter Herr Professor Geiger

    In folgendem Punkt bin ich anderer Meinung:
    Der EURO ist nach wie vor Haupthandelswährung für CH-Exporte (sowohl realwirtschaftlich wie auch monetär)
    36% der CH-Exporte werden in EURO fakturiert, 18% in USD:

    http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/40704.pdf

    Eine Anbindung des CHF an den USD ist erst dann sinnvoll, wenn die CH-Exporteure ihre Lieferungen in den Euro-Raum in USD fakturieren. Diese Akzeptanz ist bei den Mulitnationals vorhanden, jedoch (noch) nicht bei den importierenden KMU im Euroland.

    Im folgenden Punkt stimme ich Ihnen zu:
    Solange die Divergenzen im Euroland über die Einheitswährung EURO festgeschrieben sind, sind – wie im Video angesprochen – die schwächsten Glieder Taktgeber der Währungsentwicklung.
    Dies sind Italien und Griechenland.

    Und solange dies so bleibt, werden wir im Euroraum japanische Verhältnisse haben.

    Dies heisst tiefe Zinsen nahe bei null, und zwar über einen langen Zeitraum. Dies ändert sich erst dann, wenn die schwächsten Glieder – eben Italien und Griechenland – sich realwirtschaftlich erholen. Und zwar durch Produktivitätswachstum und nicht durch geschönte BIP-Berechnungen.

    In folgendem Punkt ist die Diskussion eröffnet:
    Ob die Geldpolitik der SNB sich mehr nach dem Dollar ausrichten sollte, ist m.E. mehr eine realwirtschaftliche denn eine monetäre Frage.
    Ich stimme aber Herrn Geiger zu, dass es auf das Ausmass der (positiven) Zinsdifferenz gegenüber dem CHF ankommt, um dereinst die Negativzinsen für Geschäftsbankeneinlagen herunterzufahren, bzw. aufzuheben.

    Freundliche Grüsse

  2. YELLEN erhöht den Zins «WEGEN DER GUTEN WIRTSCHAFTSLAGE»! Die USA haben jedoch fast 20 Trillionen Schulden (19’952’617’788’090) + 94 Millionen Amerikaner sind arbeitslos und 43 Millionen leben in Armut und erhalten Nahrungshilfe (food stamps) und mehr als eine in 5 Personen im arbeitsfähigem Alter, hat KEINE Arbeit siehe: https://www.youtube.com/watch?v=8L7BHIJbO5k

    • Da hat sich jemand bei der Kommastelle verirrt. Es ist nicht möglich, dass 94 Millionen Amis arbeitslos sind. USA haben ca 300 Mio Einwohner und heute praktisch Vollbeschäftigung, nur etwa 6% Arbeitslosen.

  3. Der Hauptfehler des Euro ist, daß von Wirtschaftskraft, staatlicher Struktur und (ausgaben-)politischer Tradition völlig unterschiedliche Länder zugunsten der – wie sich heute zeigt – unüberlegten Idee einer Einheitswährung auf eine eigene Währungspolitik als Bestandteil der Wirtschaftspolitik verzichtet haben.

    Südeuropa wäre heute nicht so abgewirtschaftet ohne die Übertreibungen zuvor im Rahmen der Euroeinführung. Deutschland geht es aktuell nur scheinbar gut zu Lasten aller anderen. Die Nachteile der Einheitswährung sind in der Summe größer als deren Vorteile.

    Das Argument einer einheitlichen Währung verliert in Zeiten des bargeldlosen Bezahlens und internationalem Tourismus an Relevanz. Alle professionell international Tätigen können sich gegen Währungsschwankungen absichern, so wie früher auch.

    Vor allen Dingen auch angesichts der aktuellen (überbordende Staatsschulden in Südeuropa, Target II Salden) und zukünftig beabsichtigten Maßnahmen (Haftungsunion, Eurobonds), die Fehlsteuerung Euro weiter aufrecht zu erhalten.

    Was bleibt sind weltfremde Politiker, die lieber eine komplette junge Generation zur Aufrechterhaltung der Mißwirtschaft opfern, anstatt sich heute zu wirtschaftlich guten Zeiten mit deren Rückabwicklung zu beschäftigen.

    • Die Gemeinschaftswährung €uro in der heutigen Form schadet mehr als daß sie nützt und fördert den Streit und die Mißachtung unter den teilnehmenden Staaten (prominentestes Beispiel Griechenland).

      Kein weiterer Staat der Europäischen Union würde zusätzlich neu den €uro einführen, bei vielen Teilnehmerstaaten gibt es inzwischen politische Bewegungen die einen Austritt aus der Gemeinschaftswährung zum Ziel haben.

      Die Welt und die wirtschaftlichen Gewichte darin haben sich zudem während der vergangenen 20 Jahre völlig verändert, wie es sich am deutlichsten am wirtschaftlichen Aufstieg Chinas zeigt.

    • Nationale Währungen und zeitgleich wieder europäische Verrechnungswährung „ECU“ wären im allseitigen Interesse auch möglich & sinnvoll.

      Die Nachteile des Euro heute sind größer als seine Vorteile.

      Die EU war und wird nie ein zweites Amerika. Das sollte aus den mannigfaltigen Fehlern bisher und den dafür aufgehäuften Staatsschulden und sonstigen Problemen (Arbeitslosigkeit, Kinderlosigkeit) klar sein.

    • Eurospethmann: Der letzte Satz Ihres Kommentars hat es in sich. Neben den Politikern müsste man auch noch die Notenbankchefs in die Kritik einbeziehen. – Und hier, in Spanien, auch noch die Lakaien des INE, die die statistischen Daten so erheben und publizieren, wie es die Politiker wollen. Tenemos una crisis? Que crisis? Tenemos una inflaciòn? Que inflaciòn? Jener Politiker, der das mit der crisis gesagt hat, sitzt inzwischen im Gefängnis, aber nicht wegen seiner falschen Aussagen, sondern wegen Korruption.

    • Grüezi@Eurosklerose, FX, Der Rückbauer,

      Der Euro war von vornherein dazu vorgesehen, die Staaten in eine Krise zu treiben und ihnen die Möglichkeit zu nehmen Einfluss auf die Geldpolitik auszuüben, da der Euro für jedes Land eine Fremdwährung ist. Es ist ein schleichender Putsch….

      Herzlicher Grüsse