„Hans, wie gut sind wir eigentlich bei der Arbeitslosigkeit?“

Die Schweiz hätte 5 statt 3 Prozent ohne Job, wenn sie gleich messen würde wie die Nachbarn, sagt Hans Geiger. Damit ist sie nicht besser als Deutschland und Russland. Verlierer sind die sogenannten B-Schweizer.

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33 Kommentare zu “„Hans, wie gut sind wir eigentlich bei der Arbeitslosigkeit?“

  1. Spannend. Mich würde auch mal einen Beitrag interessieren über die Statistiken zur Inflation. Da zweifle ich auch an der Aussagekraft.

  2. Grüezi Mitenand

    Gemäss meinem historischen Gedächtnis (Jahrgang 1952) hatte wir bis 1989 keine Arbeitslosigkeit. Das war früher noch ein Fremdwort !

    Das Elend, sprich Beginn der Arbeitslosigkeit, war selbst gemacht und begann mit dem dringlichen Sperrfristenbeschluss vom 6. Oktober 1989. Da wurden völlig rechtswidrig, dumm und sinnlos tausende von Firmen und hunderttausende von Arbeitsplätzen vernichtet.

    Dazu mehr unter (s. diverse Tageschauen DRS):
    https://www.gsw-global-consult.com/ = Alle Beweise online

    Mfg Giuliano Wildhaber (WILDHABER v. EFV et al)

    Plaintiff pro se in der hängigen $1.50Billion Schaden-Ersatz-Klage in den USA (unter ATCA / ATS)

  3. Das Ganze hat System ..

    Man ignoriere die Anzahl ausgesteuerter Arbeitnehmer und vernachlässige, die von DE vorgelebte ‘Zeitarbeit’. Oder aber man unterstütze staatlich immer mehr Betriebe, die Arbeitsplätze für sozial schwache schaffen, auch beliebt eine Erhöhung der Staatsquote .. und schon hat man eine Arbeitslosenquote, die von Wirtschaft und Politik gewünscht ist.

    Eine tiefe Angabe der Arbeitslosenzahl keine Konsumverunsicherung ..
    2) angeblich ist die Einwanderung kein Problem .. (Legitimierung der Politik, die den Volkswillen missachtet) ..

    Links oder Rechts ? Egal, das Ganze ist ein (fauler) Kompromiss, der von der Mehrheit bezahlt wird. Weniger qualifizierte Einwanderer helfen die Löhne zu drücken und andrerseits durch entstehende Spannungen (kulturell, religiös) sind Wähleranreize für Links und Rechts. Sozial schwache als potenzielle Links-Wähler und verunsicherte Mittelschicht, die Rechts wählen ..

    Eine Verwässerung unseres CH-Bildungssystems erleichtert ungemein eine Einwanderung und hilft die Löhne zu drücken, die Arbeitslosigkeit und kulturellen Unterschiede schaffen wiederum Unmut, der von politischen Parteien ausgenutzt werden kann. Die Industrie glaubt hingegen, hier den Lösungsansatz für fehlende Innovation/ Qualität gefunden zu haben.

    Blöd nur, wenn in einem Land ein demographisches Überalterungsproblem besteht. Dann wird dies nicht durch Erhöhung des Anteiles an weniger qualifizierter Arbeit gelöst, sondern durch Anreize für die eigene Bevölkerung (Geburtenzahl), Innovation und Higtec/ Automatisierung. Auch auf den Einsatz von Robotern kann man AHV/ PK erheben.

    Ein System ist dann zum Scheitern verurteilt (fehlender Anreiz und Motivation), wenn eine bestimmte Mehrheit das höchste Risiko trägt, am Meisten beisteuert .. und am Ende deren Meinung keine Rolle spielt.

    Das Ganze hat System ..

    MfG Industrial

  4. Das Ziel jeder Innovation seit jahrtausenden ist das Einsparen von menschlicher Arbeitskraft. Wir haben dafür das Wort „Produktivität“. Der Ökonom Ricardo hat schon vor 200 Jahren festgestellt, dass es im Laufe der technischen Evolution weniger Arbeitskräfte braucht.
    Er ist davon ausgegangen, dass in 100 Jahren jeder Mensch nur noch 20h pro Woche arbeiten muss.

    Was ist nun geschehen?
    Wir steigern die Produktion in 10 Jahren um ca. 30% (ab Jahr 2000 aber stetig sinkende Zuwachsraten).
    Die Wertschöpfung des Produktionsgewinns fliesst aber über z.B. Dividenden an die Kapitalgeber.

    Da es aber naturgemäss immer weniger Jobs geben kann springt der Staat in diese Lücke und wird gezwungen immer mehr Leute einzustellen oder Arbeitslosengeld zu zahlen. Die Menschen werden dann „beschäftigt“ ohne den Lusxus sinnvoller Arbeit. Deutschland ist mit den 1 Eurojobber das beste Beispiel für staatlich subventionierte Beschäftigung inkl. dem gewünschten Lohndumping einer exportorientierten Nation.

    Die Kapitalgeber erhalten ein bedingungsloses Spitzeneinkommen welches die letzten Arbeitskräfte und Maschinen erwirtschaften.

    Die „Beschäftigten“ dürfen sich einer sinnfreien Arbeit erfreuen und müssen sich und ihrem Umfeld nicht eingestehen das sie nicht gebraucht werden.

    Ein leistungsloses Grundeinkommen können sich halt nur die Erben grosser Vermögen vorstellen aber nicht der beschäftigte Mittelstand. Sonst müsste er ja zugeben seine „Arbeit“ würde nicht geschätzt und er ist nichts Wert.

    • Genau so ist es, aber es wird immer nur auf die Empfänger von leistungslosem Einkommen „unten“ wie Sozialhilfeempfänger, ALV Bezüger, IV Rentner, Bezüger von Ergänzungsleistungen „geschossen“ und berechnet, was uns diese kosten.
      Bei den leistungslosen Einkommen „oben“ wie Empfänger von Zinsen, Rendite, Börsengewinnen, Dividenden, Boni etc. hört man nie etwas, was uns denn diese kosten, die Kosten sind halt gut versteckt, auf dem Kassazettel sieht man nur die MwSt., in der Wohnungsmiete nur die Nebenkosten, die Rendite sieht man nicht.

      Wir leben eben in einem patriarchalen Geldsystem, wie es der Geldexperte B. Lietaer treffend formulierte.
      Das Geld hat von „oben“ zu kommen, wo die Reichen ihr Geld „verleihen“ und dann hat das Geld wieder nach „oben“ zu fliessen, mit Gewinn versteht sich.

      https://www.larsschall.com/2016/02/26/ein-wiedersehen-mit-bernard-lietaer/

  5. Ein Skandal ist das. Es ist höchste Zeit, dass das von der Politik korrigiert wird. Natürlich nicht von der FDP oder CVP, auch nicht von der angeblichen Partei des kleinen Mannes (SVP).

    Aber warum nehmen SP und Gewerkschaften das Thema nicht auf ?

    • Weil SGB und Sp eine Seite derselben Medaille sind. Es ist ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung im Gange. Sie sind gegen ein neues Steuersystem und gegen einen BGE. Sie sind gegen eine knallharte Einwanderungspolitik. Wieso wohl? Schauen Sie sich die Geburtenraten von den Neuankömmlinge. In 10 Jahren wird die Schweiz ethnisch durchmischt sein. Eine heterogenen Gesellschaft Struktur lässt sich viel leichter manipulieren und gegeneinander aufhetzen. Unsere Eliten haben sich längst in Sicherheit gebracht….der Antagonismus rechts vs links wird künstlich für die Dummen befeuert. In Wahrheit geht es um Reich gegen Arm.

  6. Anfang:

    „Neuenburg (awp) – Der Schweizer Arbeitsmarkt profitiert weiter von der guten Konjunktur. So nahm die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2018 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 0,7 Prozent auf 5,044 Millionen Personen zu. Bei den Männern gab es einen Anstieg um 1,0 Prozent, bei den Frauen lag er bei 0,3 Prozent. Auf Vollstellenbasis, also in sogenannten Vollzeitäquivalenten (VZÄ), waren es 0,5 Prozent mehr Erwerbstätige (Männer +0,6%, Frauen +0,4%).

    Saisonbereinigt – also zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal 2018 – stieg der Zahl der Erwerbstätigen ebenfalls leicht (+0,3%, auf VZÄ-Basis +0,1%), wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag im Rahmen der Publikation der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) mitteilte.

    Die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte stieg im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozent und jene der schweizerischen Erwerbstätigen um 0,6 Prozent, wobei unter den ausländischen Erwerbstätigen die Zunahme bei den Personen mit einer Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) mit +2,5 Prozent am stärksten war.

    ILO-QUOTE BEI 4,6 PROZENT

    Im Berichtsquartal waren in der Schweiz gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) 226’000 Personen erwerbslos, dies sind rund 13’000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil der Erwerbslosen an der Erwerbsbevölkerung lag bei 4,6% und damit im Vergleich zum zweiten Quartal 2017 um 0,2 Prozentpunkte höher. Saisonbereinigt blieb die Erwerbslosenquote (im Vergleich zum vorangehenden Quartal) unverändert bei 4,9%.

    Die Erwerbslosenquote ist bekanntlich deutlich höher als die vom Seco berechnete Arbeitslosenquote, bei der nur die gemeldeten Arbeitslosen mit einbezogen werden. Diese lag zuletzt (Juli) bei 2,4 Prozent bzw. bei 2,6 Prozent auf saisonbereinigter Basis.“

    Ende.

    Man gibt sich Mühe und dennoch ist man weit entfernt von der Realität. Das Niveau der registrierten Arbeitslosigkeit wäre nämlich heute höher, wenn in der Arbeitslosenversicherung noch die gleichen Regeln gelten würden wie vor der ALV-Reform im Jahre 2011 . Der Einfluss ist insbesondere auf die gemessene Langzeitarbeitslosigkeit gross, da im März 2011 im Zuge der Reform über 16 000 Arbeitslose auf einen Schlag ausgesteuert wurden, wodurch viele Betroffene nicht mehr in der SECO-Statistik auftauchen. Die Reform 2011 ist mit ein Grund, warum die SECO-Arbeitslosenstatistik den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit in der Schweiz nicht erfasst.

  7. Hans Geiger ist schon der typische Schweizer. Ein bisschen Kritik am System, aber bitte nicht zuviel. Stimmt zwar nicht, was man uns Jahre lange sagte, aber ‚es isch scho guät so wies isch‘. Blah, blah.

  8. Die genannten Gruppen sind andernorts in den ausgewiesenen Zahlen mit drin, nicht aber in der Schweiz. Denn die Schweizer Zahlen beschönigen, da Bern Arbeitslosigkeit nicht so misst, wie dies die meisten nationalen Statistikämter, die OECD und das Statistikamt der EU tun. Gemäss international anerkannten Normen der ILO (International Labour Organization der UNO) gilt als arbeitslos, wer i) ohne Arbeit ist, ii) in den letzten vier Wochen aktiv nach einer Stelle gesucht hat und iii) zur Aufnahme einer Tätigkeit innerhalb von zwei Wochen verfügbar wäre. Das ist bei unserer Messmethodigkeit bekanntlich anders, wir zählen nur die beim RAv gemeldeten Personen. Daher haben wir eher doppelt so viele Arbeitslose als offiziell verlautbart. Und ob dies als Sockelarbeitslosigkeit bezeichnet werden kann, bezweifle ich.

    • Schauen Sie sich die deutsche Praxis einmal genau an, dann erkennen auch Sie das beschissen wird, dass es kaum zum aushalten ist. Die akademische theoretische Definiererei nützt da absolut gar nichts

    • @Isaac,
      wer sagt das Gegenteil? Der Punkt ist: Dort (Deutschland und anderswo) ist das ein Thema und wird offen seit Jahren angeprangert! – hier bei uns in der Schweiz (das Land der Glückseligen und uns geht es noch gut usw. usf.) beschönigt und betreibt man Schwarzmalerei (je nach Interessenlage) in einer Art und Weise die in Europa seinesgleichen sucht.

      https://www.youtube.com/watch?v=0i79ShtgQTA

      Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup über Volksverdummung. Bitte alle 6 Minuten aufmerksam verfolgen und die Realität in der Schweiz miteinbeziehen, da werden Sie einen Bauchgefühl kriegen wohin die Reise geht.

      Märkte in denen die Ware menschliche Arbeitskraft gehandelt wurde gab es auch an der heutigen Wall Street wo die verschleppten Menschen gleich nach der Ankunft versteigert wurden. Die frischen Arbeitskräfte standen da halt an einer Mauer bis jemand kam und kaufte. Heute gibt es offiziell Humane Ressourcen, also die gleichwertige Behandlung menschlicher Arbeitskraft, Konsumgütern, Immobilien, Wohnungen, Abfallentsorgung… was hier einer Preisfindung durch Marktakteure im Wege steht sind Sozialwerke, Arbeitslosenunterstützung, Gewerkschaften, Langfristige Arbeitsverträge, GAV, staatliche Mindestlöhne… kein Wunder haben die Neoliberalen keine Ahnung wie man human Wirtschaftet und was man mit Arbeitslosen tun soll ausser Gratisarbeit, Repression und Bestrafung.

      Die Grundstrukturen müssen überdenkt werden. Die materiellen Verwerfungen werden exponentiell zunehmen. Es ist kein Wunder das der Arbeitgeberverband mit angeschlossem Sprachrohr ihre Sicht der Dinge zum Besten gibt.

      Es sollte dabei nicht der Fehler begangen werden die Diskussion auf Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer zu reduzieren, sondern das System auf seine Machtverhältnisse/Konzentration zu hinterfragen. Der Staat funktioniert als blosser Handlanger dieses System – und das ist schon eine der Ursachen. Die Eigentumsökonomie und angeschlossen Hilfs-Organe (Medien, Konzerne, Gerichte) sollte auch auf dem Prüfstand, denn in einer Welt wo 8 Milliardäre reicher als 3.6 Milliarden Menschen sind (Quelle: Credit Suisse,Oxfam), kann es nicht nach Recht und Gesetz gehen.

  9. Ich tendiere zu sagen, die Zahlen sind viel höher. Ich kenne in meinem Umfeld zahlreiche Schweizer, die ausgesteuert sind. Es ist eine wahre Tragödie was in unserem Land abgeht!

    • Sagen Sie den ausgesteuerten Schweizern in Ihrem Umfeld, sie müssen sich anstrengen. Das ist Selbstverantwortung. Konsultieren Sie zu diesem Thema auch das Parteiprogramm vom unsem SVP. Diese Partei setzt sich für die Schweizer ein !!!

    • Herr Burckhardt, Sie scheinen grössere Probleme mit der SVP zu haben.

      Nun, in der Tat erfüllt diese einfach ihre Aufgabe im Gesamtsystem.

      Aber wer setzt sich den Ihrer Meinung nach für die Schweizer ein?

    • @Peter Keller,

      Hinter solchem statistischen Beschiss stehen diejenigen Parteien, die von den Stimmberechtigten alle vier Jahre in die Parlamente und Regierungen gewählt werden – auch die SVP. Sie bereiten die Gesetze und Reglementarien vor, die uns in die Irre führen sollen und ihre willigen Helfer in den Ämtern setzen sie um. Das selbe gilt für den stetigen Abbau im Sozialbereich, der Bildung, dem Gesundheitswesen und den öffentlichen Dienstleistungen. Zu deren Politik gehört nicht zuletzt auch die Verhinderung wirksamer Massnahmen gegen die Steuerumgehung durch wohlhabende Kreise unter dem Deckmantel von Steuergeheimnis und Datenschutz. All das fällt nicht vom Himmel, sondern wird in den parlamentarischen Hinterzimmern des Palais Fédéral ausgeheckt. Dieses Prinzip der systematischen und andauernden Umverteilung des erarbeiteten Reichtums von den Lohnabhängigen hin zu den Profiteuren wird solange weitergehen, wie sich die Geschädigten an der Nase herumführen lassen.

    • @Deformation

      Das ist mir schon lange klar.
      Aber ich mache mir etwas Sorgen um den Herrn Burckhard.
      Er scheint psychologische Probleme zu haben.

  10. In allen Ländern sind die Arbeitslosenzahlen Fake-Zahlen. Deshalb wäre die Quote der Sozialleistungen empfangenden Menschen, wozu man auch Rentner usw. zählen muss, eine volkswirtschaftlich viel aussagekräftigere und weniger leicht fälschbare Zahl.

    • Diese Zahlen erinnern mich wieder an die Sache mit der Teuerung. Stichwort Warenkorb ohne effektive Gesundheitskosten, sprich KK Prämien. Dieses Problem wird ähnlich verdrängt….

  11. Seit wann interessiert sich der SVP für „Arbeitslosigkeit“ ? In den 1980er-Jahren, als Reagan & Thatcher Konzepte zur Messung von Arbeitslosigkeit derart entwarfen, dass möglichst tiefe Zahlen resultierten (um Gewerkschaften den Wind aus den Segeln zu nehmen), war der SVP hell begeistert von dieser Statistikschummelei, oder ? Geiger – erinnern Sie sich nicht mehr ?

  12. Ich werde das Gefühl nicht los, dass der LIK (früher KPI) gleich „krank“ ist, nur mit verheerenden Folgen die Fleissigen, die immer ärmer werden.

  13. Das eigentliche Problem geht doch viel tiefer…

    Wer hat denn noch eine sinnvolle Berufung und erschafft etwas Nützliches?

    Und wer ist in einer Beschäftigung, also einem Job, gehalten welche der Gesellschaft nichts bringt?

    All die „Bullshitjobs“ werden von irgendjemandem bezahlt.
    Spricht schlussendlich zahlen es die Bürger beim Konsum oder Steuern/Abgaben und indirekt über Zinsen in Produktkosten.

    Meiner Meinung nach liegt die Bullshitjob-Quote hier über 75%. Man stelle sich mal vor die Leute würden wirklich produktiv arbeiten…!
    Was für ein Wohlstand hätten wir nur!

  14. Das ist in Deutschland genau dasselbe! Dort werden ca. 933’000 Personen auch NICHT zur Arbeitslosenstatistik dazu gezählt. Die wahre Arbeitslosenquote liegt bei ca. 7,1 % statt 5,1%! Seit 1986 wurde die Zählart 17 mal verändert! Es ist in allen Ländern das gleiche!

  15. Ist die offizielle AL bei 4.9% (berechnet wie alle anderen Länder nach ILO-Standard), dann wäre natürlich der Druck auf die Politik viel höher, z.B. auch für die ü50 Arbeitslosen Strukturen zu ändern (u.a. keine Aussteuerungen mehr mit 55). Bei der schlimmen Krise (1997-99) war die AL auf 4.7%, nach ILO Berechnung wäre sie bei 6.7% gewesen.

  16. Zunächst: ich stimme mit der Beurteilung von Prof. Geiger überein.

    Gemäss ILO, bzw. OECD Definitions-Raster beträgt die ERWERBSLOSIGKEIT in der CH 4.8%. International wird auf dieser Basis verglichen.

    Unverständlich ist für mich, dass die CH in allen Lehrbüchern und politischen Statements immer nur die niedrigere ARBEITSlosigkeit von gegenwärtig 2.9% zeigt.

    Damit wird im internationalen Vergleich bewusst oder unbewusst ein geschöntes Bild über den Zustand unserer REAL-Wirtschaft vermittelt. Auch gegenüber dem eigenen Volk.

    Ich erlebe selbst immer wieder wie z.B. selbst Dozenten der VWL, Politiker, Unternehmensführer, Arbeitgeberorganisationen etc. etc. völlig unwissend oder unkritisch die CH-ARBEITSlosigkeit (anstatt die ERWERBSlosigkeit) im internationalen Vergleich herbeiziehen und damit die beste aller Welten darstellen. Klar geht es uns sehr gut; aber mittlerweile geht es eben auch anderen gut.

    In diesem Zusammenhang darf auch erwähnt werden, dass die CH-ERWERBSlosigkeit tiefer wäre ohne Zuwanderung, bzw. offener Migration; dies ohne politische Wertung und rein statistisch gesehen. Dies mit entsprechendem Einfluss auf die Arbeitsproduktivität.
    Ich habe diese Fragestellung einmal als Seminararbeitsthema den Studenten vergeben, und es sind dabei erstaunliche Resultate zum Vorschein gekommen…

    Hinweise zur Klärung:
    http://www.rmoser.ch/downloads/arblq-contra-erwlq.pdf
    https://www.nzz.ch/wirtschaft/der-unterschied-zwischen-erwerbslosenquote-und-arbeitslosenquote-1.18645276

    (PS: Ich denke Herr Stöhlker meint mit A-Schweiz, bzw. A-Schweizern vorwiegend die Multis und deren Angestellte auf oberer Managementstufe; mit B-Schweiz, bzw. B-Schweizern meint er wohl die kleineren KMU, den sog. unteren Mittelstand inkl. die Angestellten und Arbeiter. Aber vielleicht sagt uns das Herr Stöhlker gelegentlich etwas präziser; denn der Mittelstand ist in der CH wie auch in den USA – auch fiskalisch – einer schleichenden Erosion unterworfen. Mit diesem aufkommenden gesellschaftlichen Problem befasst sich hier KEINE Partei ernsthaft!)

  17. Die Schweiz schon Mitglied der EU ?
    In Brüssel werden sich die EU-Unterhändler die Hände reiben: Durch den Streit zwischen dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann wird teilweise publik, wo die Schweiz bei den flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit möglicherweise verhandlungsbereit ist.
    Gewerkschaftsboss Paul Rechsteiner zitierte am Mittwoch aus einem vertraulichen Papier des Wirtschaftsdepartements, um den Gesprächsboykott zu rechtfertigen. Die technische Arbeitsgruppe müsse Vorschläge machen, wie die Flankierenden in «einer von der EU akzeptierten Form» ausgestaltet werden können, die zudem vor «einer allfälligen Einschätzung des Europäischen Gerichtshofes Bestand haben» müsse, sagte Rechsteiner.
    Der St.Galler SP-Ständerat schliesst aus diesem Satz, dass die Schweiz die Massnahmen zum Schutz der Löhne nicht mehr selbst festlegen kann — sondern von Brüssel abhängig wird. Eine Abkehr von der bundesrätlichen Position.
    Für Bundesrat Johann Schneider-Ammann waren die Veröffentlichung dieser Zitate ein «Vertrauensbruch». Er warf dem SGB Verkürzungen und Fehlinterpretationen vor und zitierte selbst aus dem Papier — wobei dies eigentlich «eines Bundesrates unwürdig sei».

    • Es ist einfach ein Betrug, nachträglich über die flankierenden Maßnahmen zu verhandeln.
      Die flankierenden Maßnahmen waren eine Bedingung zur Annahme der Personenfreizügigkeit durch die Schweiz.

  18. Was bringen solche Zahlen und Vergleiche zwischen Ländern? Nichts.

    Auch würde ich mich nicht mit niedrigen Zahlen brüsten. ich wüsste zum einen lieber, wie hoch die verdeckte und die Langzeits- Arbeitslosigkeit ist. Ferner, welche Menschen dahinter stecken und was bei ihnen die Gründe sind, warum sie erwerbslos sind. Und letztlich wäre es auch interessant, wieviele als erwerbstätig geführt sind, doch die hochgradig unzufrieden mit ihrem Job sind und diesen nur des Geldes wegen machen, etc. Am allerwichtigsten wäre jedoch, was man bei all den Personen dann wirklich unternimmt. Oder reicht es, wenn dort auf Papier eine 3.7 anstelle einer 5.1 steht?

  19. Diese OECD Statistik taugt auch keinen Deut. Da wird geschummelt und verdreht, dass sich die Balken biegen.Beispiel USA: Alle die aus Verzweiflung die Job-Suche aufgegeben haben, erscheinen nicht in der Statistik und das sind die über 40 Mio. Food Stamp- Bezüger, alle Gefängnisinsassen (weltweit die höchste Rate von über 2% der Bevölkerung) müsste irgendwie auch dazu gezählt werden und dann das pervers aufgeblasene unprodukive Militär, welches nochmals etliche Prozentpunkte der Bevölkerung ausmacht. Also echte Arbeitslosigkeit gegen 20 % und nicht die Hurra- Zahlen der OECD. In Deutscchland werden die Zahlen ähnlich, nicht ganz so krass verbogen, z.B. Niedriglohnsektor, Abrufarbeitsverhältnisse etc. usw.

  20. Schauen Sie sich mal die monatliche Zahl der ausgesteuerten Arbeitslosen an. Das sind mehr als 3000 monatlich. Da sind solche Arbeitszahlen nicht verwunderlich…