„In jeder Gemeinde stehen 10 Baukräne für Häuser, die niemand braucht“

Egal: Der Immobilien-Boom geht in der Schweiz fröhlich weiter. Das könnte noch jahrelang andauern, sagt Hans Geiger, weil die Schweiz im Vergleich zur EU stabil bleibe.

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28 Kommentare zu “„In jeder Gemeinde stehen 10 Baukräne für Häuser, die niemand braucht“

  1. es ist offensichtlich: der professor hat keine ahnung, wieso passiert was passiert und was zu tun wäre. na dann guet nacht am 6i!

    • Ein unbeeinflusster nur auf Nachfrage basierender Immobilienmarkt existiert in der Schweiz nicht mehr.
      Damit sind die Grundbausteine für eine Neu-Auflage von 1990 gelegt.
      Nur Rohrkrepierer und Knalltüten sehen im Schweizer Immobilienmarkt das, was in der NZZ und im Tagesanzeiger darüber vermerkt wird.
      Lesen Sie mal nach unter den Stichworten „künstliche Nachfrage durch überzogene Nullzinspolitik“ oder „existenzielle Frage für Schweizer Pensionskassen“ oder „Banken stabilisieren Immobilienpreisniveau zur Not künstlich“.
      Ihr Hinweis, die Diskussion in diesem Fall jemandem anderen zu überlassen, ist die Vogelstrauss-Politik des hörigen und angepassten Durchschnittsdödels.
      Solche Leute werden oft von voraussehbaren Marktentwicklungen vollkommen überrascht.

  2. Es gibt da verschiedene Faktoren welche im Bezug auf Immobilien in unserem System ganz allgemein (also nicht zwingend im Video Beitrag) zuwenig beleuchtet werden.

    – Immobilien sind das wohl beste Mittel um Personen in Abhängigkeit zu halten.

    – Während Wertschriften und Giralgeld relativ einfach weltweit je nach Steueroptimierungsmöglichkeiten herumgeschoben werden können, ist die Immobilie wie es der Name verrät immobil

    Was macht der Staat wenn mobiles Kapital und Einkommen das Land verlässt und er aber dafür etwas anderes mehr besteuern muss?

    Dazu noch folgende Punkte für die Schweiz

    – Die Schweiz hat ebenso wie alle UN-Länder ausser die US den Migrations-PAKT eingegangen

    also auch unser Land wird weiterhin mit Neuzuzügern beglückt und nivelliert. Die Frage ist, was können die welche kommen an Miete bezahlen (oder wieviel „zahlt“ der Staat)?

    – Wir haben ja ein Modell eingeführt welches die Entwicklung der Mietzinsen zu guten Teilen vom Hypozins abhängig macht.

    Die heute hohen Mieten bestehen jetzt mit Minuszinsen!
    Wer kann die Miete noch bezahlen wenn die Zinsen mal bei 3-5% sind? Da sind schnell 1500 CHF pro Monat mehr möglich.

    • Sehr geehrter Herr Keller,

      Ihre Stellungnahme heisst für mich: wer am Tag X nicht bei drei auf dem Baum ist, geht leer aus.
      Und die, die ihr Haus nicht auf den Baum mitnehmen können, verlieren ihr Haus an die, deren Geld sekundenschnell und global von einem Baum zum anderen fliegt ?

      Klingt nach modernem Orwell.

    • Sehr geehrter Herr Widischwiller,

      Nun, ich sehe hier keine negativen Werte für Immobilien (wie zum Teil in Griechenland wo Eigentümer von Mietimmobilien einen negativen Cashflow ausweisen weil niemand mehr mietet aber Steuern auf ein fiktives Einkommen bezahlt werden muss).

      Aber meiner Meinung nach ist es keine schlechte Idee aktuell bei diesen Preisen noch Kasse zu machen.

      Vielleicht geht alles gut, aber mehr als 10-15% Wertzuwachs sehe ich nicht.

      Gegen unten erachte ich rund 30% als gut möglich.

  3. Interessant auch, daß die Urheber dieser Misere (die Nullzins-Strategen) der weiteren Entwicklung ruhig zusehen.

    Glasklar arbeitet das reale Angebot mit absurd günstigen Bedingungen gegen eine Nachfrage. die immer größere Schwierigkeiten hat, sich in diesem Spiel zu behaupten.

    Die Frage ist, ob Zentralbanken mit weiterer Reduktion des Negativzins aufwarten müssen, um den gegenwärtigen Zustand beizubehalten.

    Gibt es überhaupt noch natürliche immobiliennachfrage ?

    Oder schieben sich bereits Großbanken, Pensionskassen und (verdeckt) Zentralbanken riesige Immobilienpakete zu, um den Preis oben zu halten ?

    • @Guido,

      hervorragende FRAGE! Bravo. Sind die Aussagen zu den tatsächlichen Leerstand aussagekräftig?

    • Der Zins ist EIN Anreiz zum Bauen unter anderen. Die Nachfrage wird zusätzlich durch die Zuwanderung gesteigert. Hinzu kommt das verdichtete Bauen. All diese Zusammenhänge sind letztlich für diesen Bauhype verursachend; nicht nur die Zinsen, obwohl diese die Nachfrage nach Immobilienanlagen bei den PK’s noch fördern. Aber die PK’s investieren nur solange in Immobilien wie die Leerstände auf einem tolerablen Niveau bleiben. Wenn die Rendite dort Null wird, investieren die auch nicht mehr, trotz Negativzinsen.

  4. Grüezi Mitenand

    Ein spannendes Gespräch ! Was, wenn „Bundes-Bern“ den Immobilien-Investoren am Tag x das nächste „Immo-Grab“ schaufelt ? Am 6. Oktober 1989 hat man das schon einmal gemacht ! Ich kann es liquide beweisen (Youtube-Videos).

    Was halten Sie von diesem seit 29 Jahren vertuschten (als „Immobilienkrise der 90-iger Jahre getarnt) Schweizer Politiker (7x Bundesräte mit 15x Parlamentariern) – & (alle) Banken-Jahrhundert-Betrug:

    Was halten Sie von diesem seit 29 Jahren vertuschten (als „Immobilienkrise der 90-iger Jahre“ getarnt) Immo-Betrug:

    https://www.gsw-global-consult.com/ = Alle Beweise online

    Ich traue mir nicht vorzustellen, was dann los sein wird bei einer nächsten gut getarnten „Immobilienkrise“ ! Jetzt wo die Immobilien so umfassend an „Besitzer“ verstreut sind ! Vor 29x Jahren kannten wir StWE noch nicht ! Nur MFH wurden gehandelt.

    Mfg Giuliano Wildhaber (WILDHABER v. EFV et al)
    Plaintiff pro se (still pending Claim $1.50Billlion)

    • Herr Wildhaber,

      wenn ich recht verstehe, befürchten Sie ein 2. Immobiliendesaster, weil ja die Raiffeisen jede Immobilie finanziert hat, die im Raume stand, Ihr Eigenkapital jedoch gegenüber der Immobilienkreditsumme im Faktor 1: 12 oder 1: 15 zurückbleibt ?

      Im Klartext heisst das, daß abseits von Volksentscheiden eine zweite Immobilieninsolvenzphase von Bern aus in Vorbereitung ist ?

      Und dann egal ist, welche Banken und Bürger davon betroffen sind, da die von Bern aus unterstützten Adressen (UBS) das Material billigst aufnehmen werden ?

      Herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Fragen !

    • Guten Tag Herr Wildhaber,

      Was da geschah sehen wohl viele als Skandal und Betrug.

      Aber wenn man genau hinsieht relativiert sich die Sache.

      Immobilien werden in unserem Land alle über die Personen abgewickelt.

      Die Personen gehören dem Staat. Also gehören ALLE Immobilien auch dem Staat. Daher kann der Staat auch alles damit machen. z.B. Enteignen, Grundsteuern erheben, Details beim Bau bestimmen, Zwangshypotheken draufpacken etc.

      Wir Menschen sind maximal Besitzer der Immobilien.
      Und der Schaden in von Ihnen erwähnten Fall ist aus Sicht der geltenden Regeln nicht Ihnen vorgefallen sondern einer Fiktion (Person) welche dem Staat gehört.

      Sie haben im weltweiten Monopolyspiel mitgemacht aber die Regeln nicht gekannt und deshalb aus Ihrer Sicht verloren.

  5. Letzte Woche hatte ich ein Treffen mit 3 Vertretern die jeweils in der PK, Immo und Banken Welt angesiedelt sind. Was ich da zu hören bekam, war irritierend und nicht nachvollziehbar. Da kamen Antworten aus der Pistole geschossen wie:

    „In der Schweiz ist Wohneigentum im internationalen Vergleich nach wie vor bezahlbar.“

    „Die Verschuldung der Haushalte hat insgesamt abgenommen, gleichzeitig steigt in der Schweiz die Wirtschaftsleistung.“

    Von Geistersiedlungen oder Auswanderung von Menschen mit einer guten Rente (AIA sei Dank) oder „Deutsche“ und Zuwanderung aus Afghanistan, Pakistan, Eritrea, Somalia usw. war keine Rede.

    Vielleicht haben diese Herren zu Recht auf diese Kennzahlen hingewiesen und ich bin einfach ein Bürger der subjektiv Dinge wahrnimmt und beobachtet die nicht der Realität entsprechen. Sicher ist: die Zersiedlung und Verschandelung von Landschaft und Gesellschaft können nicht beiseite geschoben werden, sie sind klar ersichtlich für Menschen die Augen haben.

  6. „Postökonomisch“ trifft’s nicht. Ökonomie ist bekanntlich eine Sozialwissenschaft und entwickelt sich daher laufend weiter wie die Gesellschaft selbst. Keiner weiss nichts, weder prä noch post. Dass es jedoch allzuviele gibt, die der Ökonomie ein naturwissenschaftliches Mäntelchen anziehen, um Ideologien und Dogmen aus vergangenen Jahrhunderten zu bewahren, ist offensichtlich. In dieser ökonomischen Stahlhelm-Fraktion dreht sich alles nur um „Schuld“ und „Schulden“ und demnach um die Mutter aller Schulden: Die Immobilie mit Trampolin im Garten.

    Sogenannt hochentwickelte Volkswirtschaften müssen offenbar die immer selbe Blase aufpumpen.

    Wirkliche „Post-Ökonomie“ wäre vermutlich ein Fortschritt.

  7. Perfect Storm. Die Lösung von Problemen wird verzögert oder gehindert bis eines Tages alles zusammenbricht. Bis dahin geht die Party weiter.

  8. Ein Beispiel (von vielen anderen):

    Gehen Sie hin und schauen Sie sich an, was z.B. in Bülach Nord (inkl. Guss, Glasi) geplant ist.
    Tausende neuer Wohnungen.

    Wo bleibt die flankierende Infrastrukturplanung??

    Wer zieht dort ein?? Ohne Fachkräfte-Einwanderer ein programmierter grosser Leerstand. Wie verträgt sich das mit der Abschaffung der PFZ??

    Der Stadtrat steht selbstverständlich geschlossen hinter dem Projekt und redet es an Veranstaltungen mit Wurst Brot und Bier schön. Ganz abgesehen von der architektonischen Ästhetik über die man bekanntlich verschiedener Ansicht sein kann.

    Wer finanziert die notwendige Erweiterung der Infrastruktur? Natürlich der Steuerzahler.
    Dieser merkt es dann erst, wenn es soweit ist und erwacht aus seinem Dornröschenschlaf.

    Um das zusätzliche Verkehrsaufkommen tausender neuer Wohnungen zu bewältigen muss nicht nur der öffentliche Verkehr massiv ausgebaut werden, sondern auch die Strassen. Die A51 wird zwar ausgebaut, jedoch verlagert sich nachher der Stau einfach auf die Flughafen-Autobahn. D.h. man schiebt das Problem einfach weiter Richtung Kloten_Zürich. Zudem: der Engpass Hardwald von Rafz her ist ebenfalls ein Dauerbrenner und ungelöst.
    Erweiterung der Infrastruktur heisst aber nicht nur Strassen bauen und innerorts ausbauen, sondern verlangt bei Tausenden neuen Wohnungen auch nach Ausbau von Schulen, Kindergarten und Spital. Zudem muss die Netzversorgung, Wasserversorgung und Kanalisation revidiert und erweitert werden etc.etc.

    Liebe Bülacher Steuerzahler: offenbar habt ihr das Projekt bewilligt. Es gibt ja viel Arbeit für das lokale Gewerbe (Preisabsprachen beachten!!). Und last but not least macht Euch in den kommenden Jahren auf einige Steuerfuss-Erhöhungen und Verkehrsengpässe gefasst! Ob dabei die Lebensqualität gewinnt mögt ihr selbst beurteilen und wie und ob dannzumal der gleiche Stadtrat dies begründet lassen wir mal offen.

    • Zum Beispiel Verkehr: Stadtrat L: „Wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?“. Bülach Süd: Ein einziges D-saster. Schuld ist eben der Kanton. Verkehrsengpässe? Hier sieht die Zukunft jedoch gut aus: Die Staus nehmen weiter zu, und dann ist Ruhe, einfach Ruhe.
      „Gouverner, c’est prévoir“. Naja.
      Ach, lokales Gewerbe? „Mein“ kleiner Küchenbauer hat gesagt, die Grossüberbauungen würden ihm keinen einzigen Auftrag bringen.
      Ich glaube, ein häppy länding wirds nicht geben. Der Flug wird dauern, solange Geld auf 10 Jahre fest 1.6% kostet, d.h. fast nichts. Und dann? Sturzflug mit Schraubendrehung?

    • @ Der Rückbauer:

      Die Zukunft wird sein, daß alles, was Du heute für 1,6% finanzierst, in 10 Jahren für ca. 70% bis 80% der früheren Anschaffungskosten wegen Alter, Leerstand und absehbarer Renovierungsbedürftigkeit zu haben sein wird.

      Ähnlich wie in Japan, nur beträgt dort der Abschlag zu den Spitzenpreisen von 1989 teilweise 80% (ist dann aber immer noch nicht günstig).

      Oder die einst zu 5% und mehr Hypozins errichteten 1 Mio. heute immer noch leestehenden Immobilien in Spanien, die man aktuell für 60% bis 70% des ursprünglichen Preises und Hypozinsen von 1,x % finanzieren kann.

    • Völlig korrekt!
      Das Problem ist nur, wenn man wagt, die erwähnten Folgekosten und Probleme anzusprechen, wir man als Rechtsradikal und Fremdenfeindlich abgestempelt.
      Ich erachte es aber in einer sogenannten Demokratie als selbstverständlich, mutmassliche Probleme ansprechen zu dürfen.

    • Stadt der Stunde ist ja das ostdeutsche Chemnitz: Einwohnerzahl 1988: 311k / 2016: 246k. Keine Ausnahme: Halle: 330k vs 238k, Gera: 134k vs 94k usw. Einzige Grossstadt, die zulegte ist Potsdam wegen Nähe zu Boomtown Berlin.
      Mit viel Aufwand (= Westgeld) werden ganze Plattenbauviertel aus DDR-Zeiten geschreddert um solchen Bildern wie Detroit und dergleichen vorzubeugen. Es fehlt an Jobs, Jobs, Jobs. – Deutschland hat 2 Mio leerstehende Wohneinheiten. Da atmet der Immobilienbesitzer auf, wenn Merkel mal eine Million reinlässt. Aber das ist nicht neu. Nach der Auflösung der Sowjetunion kamen Hunderttausende, die irgendeinen Nachweis der „Deutschstämmigkeit“ beibringen konnten relativ problemlos nach D. Nur so konnte Deutschland seine bekannten „80 Millionen“ halten. Für Konsumnachfrage ist also gesorgt (Aldi, Lidl und Co.), auch das Angebot von an günstigen Arbeitskräften, da unterqualifiziert, ist endlos. Meine deutschen Bekannten sind alle in „Betongold“ investiert, selbstbewohnt und / oder vermietet. Der Glaube an diese Anlageform ist ungebrochen. Bausparen und Fussball – die zwei Hauptreligionen in D.

  9. Das Problem ist immer, daß man wegen der heutigen Marktlage baut und nach 20 Jahren sieht der Markt völlig anders aus.

    Infolge geringen Lohnzuwächsen jetzt und in Zukunft ist es auch nicht mehrwie früher möglich, mittels Mieterhöhungen aus dem heutigen, eh schon teuren Preisgefüge herauszuwachsen und so beispielsweise Finanzmittel für zukünftig absehbare Renovationen anzusparen.

    Bei Gebrauchtimmobilien sind diese Probleme noch viel schlimmer.

    Der Kardinalfehler heute ist, Immobilienrenditen mit Anleihenrenditen zu vergleichen, wobei bei Anleihen kein Verwaltungsaufwand, Leerstände, Prozesse oder Renovationen anfallen.

    Ein Teil des aktuellen Konjunkturaufschwungs bestand darin, durch die extreme Zentralbankpolitik Anleiheninvestoren ins Betongold zu treiben.

    Wenn dies demnächst absehbar endet, was ersetzt diesen Teil der Wirtschaftsleistung?