„Jeder braucht einen Plan B“

Das Mantra des Finanzblogs „Sovereign Man“ sei grossartig, findet Hans Geiger. Offshore-Konto, Cash im Tresor, Gold, zweiter Pass – dann schlafe man ruhig. Punkte, die für die Schweizer Banken sprächen.

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10 Kommentare zu “„Jeder braucht einen Plan B“

  1. Kann man nicht annähernd ernst nehmen, das Clübchen denkt zu wenig weit.

    In einer wahren Krise kann man mit den Tausendernoten höchstens noch ein Feuerchen machen oder sich den Hinter abputzen. (Bar)geld wird da genau so wenig Wert sein wie irgend eine Liegenschaft (wer garantiert Eigentumsverhältnisse in einer anarchisch-rechtlosen Zeit?!).

    Gold mag zwar dann (immer noch) wertvoll sein, aber was wollen Sie damit genau? In Zeiten wo jeder Hunger hat und kein Gesetz mehr gilt, wo niemand etwas hat, wird Ihnen nicht mal eine Scheibe Brot für 1kg Gold angeboten.

    Deshalb, nur Sachwerte oder eben „Zigarettenwährung“ sind das Wahre: Tabak, Süssigkeiten, Seifen, alkoholische Getränke, Antibiotika und Basismedikamente, Basischemikalien, Batterien, Generatoren mit entsprechendem Vorrat an Diesel, Wasserfiltersysteme, Kaffee/Tee, Lebensmittel, Waffen und (sehr viel) Munition, Bücher und ähnliches sind handelbare Handelsware! Alles andere ist für die Katz.

    Und was genau mir eine zweite, ja schon nur eine, Staatsbürgerschaft in diesen Zeiten bringen soll, bleibt ein Rätsel. Das erste dass in diesen chaotischen und rechtlosen Zeiten fallen wird, sind die Grenzen! Europa ist ja bereits heute nicht mehr in der Lage seine Grenzen zu sichern, wie soll das dann in schweren Zeiten gehen?

    PS: Am Besten drucken Sie den Kommentar auf dokumentenechtes Papier aus… weil Strom und Internet wird’s in diesen Zeiten auch nicht mehr geben. Ein Ladekabel für Ihr geliebtes iPhone brauchen Sie aus diesen Gründen ebenso wenig zu bunkern.

    • @ Laura Stern :-).
      Eine Frau mit Durchblick :-).
      Die zu erwartenden Tendenzen und Facts technischer Art, schildern wunderbar die Kommentatoren Peter Keller und Hingucker; was dies für unser ganz persönliches Leben zu bedeuten haben wird, haben Sie wunderbar auf den Punkt gebracht. Dem gibt’s nichts weiter hinzuzufügen…

  2. Überlegen Sie sich, wieviel (Altersvorsorge-)Kapital zur Verfügung stünde, wenn jeder schweizer Bauherr das obligatorisch in einen hauseigenen Schutzraum sowie dessen Wartung und Instandhaltung bzw. die Ersatzabgabe zu investierende Kapital im jeweiligen Baujahr in einen Indexfonds auf den nationalen Aktienindex SMI investiert hätte.

  3. Wer verspricht denn den Himmel?
    Von wem sollte man souverän sein?

    Von den Staaten.

    Der Kredit- und damit auch der Währungszyklus geht nach Jahrzehnte nun zu Ende.
    Es ist fraglich ob sich da Schweizer Banken sich einer globalen Krise entziehen können.

    Eine Enteignung kann da ganz einfach legal erfolgen.
    Unter welchem Rechtskonstrukt kauft ihr denn alle die Wertschriften?
    Wem gehört dieses Rechtskonstrukt und was ist eure Rolle dabei?

    Weitere Entrechtung ist voll im gang und ganz viele werden schockiert sein, wie einfach sie sich von „ihrem“ Vermögen verabschieden werden.

    Souveränität bezieht sich nicht nur auf Vorräte oder Selbständigkeit sondern auch auf die rechtliche Situation.

    • @ Peter Keller

      Endlich einer, der die eingesetzte Entwicklung zu Ende denkt.

      Die Frage der „Souveränität über die eigenen Finanzanlagen“ steht und fällt mit dem Internetzugang, mit lebenden Handelsplätzen und der verfügbaren Bankenaktivität.

      Bestes Beispiel:
      Bitcoins
      Mit der Sperrung von drei Dutzend websites und einem Dekret aus Bern und Washington („wegen terroristischer Gefahren können diesbezuegliche Bankaufträge ab 17.Juli 2017 0.00 Uhr nicht mehr ausgeführt werden“) wäre die Währung von Freitag nacht auf Montag früh nicht mehr handelbar.
      Wer sich dann auf Rechtskonstrukte beruft, sollte bedenken, daß er selbst mit einem für ihn positiven Bezirksgerichtsurteil niemanden finden wird, der seine Bitcoins in Franken wechselt.
      Trotzdem finden sich zunehmend Meinungen, daß die virtuellen Währungen sicher seien.
      Das einzige, was daran sicher ist, sind ein paar Zahlen auf dem heimischen PC-Bildschirm.

      Dasselbe hatten wir 1930 in den USA, als per „Steckbrief“ alle Goldbesitzer dazu aufgefordert wurden, das Edelmetall gegen Quittung bei der nächsten Bank abzuliefern. Andernfalls drohten 5 Jahre Haft oder USD 10.000.- Strafe.
      Rechtliche Eigentumsverhältnisse waren damals Nebensache.

      Subtiler sind Enteignungen über Gesetzesänderungen wie im Falle amazon. Dieses Unternehmen zahlt in Luxemburg 0,019% Umsatzsteuer für Produkte, die in Europa verkauft werden. Konkurrierende Einzelhändler in den europäischen Mitgliedstaaten zahlen bis zu 23% Umsatzsteuer für dasselbe Produkt an denselben Kunden.

      Insolvente Banken werden in Europa nach Aktenlage abgewickelt. Obwohl die EU-Kommission ein wasserdichtes Bankenabwicklungspapier verabschiedet hat, wird im Falle der MPS in Italien einmal mit Staatsgeld großzügig ausgeholfen, im Falle der portugiesischen Espiritu santu teilweise liquidiert und eine Nachfolgebank auf die Beine gestellt oder wie bei der Bankia in Spanien, eben mal 273.000 Rentnern die nachrangigen Papiere zu 7,5% des Nominals ins Depot gesetzt.
      So ähnlich haben die Feudalherren im Mittelalter „regiert“, nach Gutdünken und unter weitester Auslegung bestehender „Gesetze“.

      Sollte die Souveränität des einzelnen Individuums weiter eingeschränkt werden, wird sich das auch direkt auf die Verfügbarkeit seiner Besitztümer auswirken.
      Dasselbe gilt, falls Privilegien von staatlich geförderten Unternehmen oder Einzelpersonen weiter ausufern.

      Letztes Beispiel:
      Zwangshypotheken
      Schier unfassbar, wenn ein Häuslesbesitzer, der seinen Besitz mühsam abgestottert hat, anschließend eine Hypothek
      aufnehmen muß, und entsprechende monatliche Belastungen daraus zu erfüllen hat (Deutschland, 20 Jhdt.).
      Auch die Schweiz hat mit der Besteuerung des Eigenmietwohnwerts
      einen solchen Paragraphen im Angebot.

      Was sich in Europa lebende Menschen an Perversitäten im Wirtschaftsbereich bieten lassen müssen, wissen wir, seitdem
      es für „ersparte“ Guthaben keine Zinsen mehr gibt, aber riesige Guthaben als zinslose Darlehen an gut vernetzte Kreise fliessen.
      Man denke nur an die letzte Nestlé-„Anleihe“ (500Mio) zu 0,0 % Zins.
      Das ist Zentralbankförderung pur, aber keine gerechte Verteilung von Liquidität, denn die Nestlé-Konkurrenz zahlt für kleinere Darlehen 5% und mehr.

      Oder man rekapituliere mal, was die Hypo Alpe Adria an kroatische Unternehmer „ausgereicht“ hat, wenn nur die Kickbacks an Vorstandsmitglieder oder Parteien ausreichend dimensioniert erschienen. Mal eben 11 Milliarden, die jetzt dem österreichischen Steuerzahler angelastet werden, blind in die Gegend gefeuerte Geldsalven korrupter Seilschaften, mit der Garantie auf Nichtrückzahlung.

      Dieses System hat einen Korruptionsgrad erreicht, der die zukünftigen Entwicklungen vollkommen verzerren wird („Asset-Blasen“), und es ist als Wunder zu betrachten, daß die zum Abschuss freigegebenen Ü50 Banker in Zuerich und Genf jeden Tag freudestrahlend ihr Büro betreten, ohne den Verwesungsgeruch wahrzunehmen.

      Dabei stinken die alten Fische im Keller (Lehman 2008) bis in die Vorstandsetagen.

      Und das Zetern und Wehklagen beginnt erst, wenn man selbst aus dem System expediert worden ist.

      Nicht vorher.

  4. Ich habe keinen Plan B, die Erfahrung bei vielen Leuten die einen Plan B haben oder hatten hat mir gezeigt, dass Sie den Plan A nicht erreicht haben, weil sie einen Plan B hatten. Ich will den Plan A erreichen!

    Und warum braucht man Gold oder Cash? Man kann genauso gut Aktien haben, da ist auch Wertschöpfung dahinter und wenn man Geld braucht verkauft man halt einige Anteile. Jene die vom Totalzusammenbruch träumen in Ehren, sollen sie ihre Barren täglich polieren und sich darüber erfreuen, ich glaube nicht daran denn es wäre in keinerlei Interesse und es käme dazu auch nur, wenn die globale politische Elite sowas zulassen würde, und das wird sie nicht tun aus erklärlichen Gründen. Cash und Gold sind Währungen oder Gold maximal ein Rohstoff, also tote Materie, unendlich verfügbar (auch Gold spätestens im Universum), wo hingegen Aktien immer Manpower und Innovation dahinter stehen.

    • Cash braucht man, um während einer wirtschaftlichen Krise temporär unterbewertete Aktien günstig zu erwerben.

      Es ist schon richtig, was Sie schreiben und der Inhaber eines Unternehmens kann nur zusehen, wie er mit angezogenen Ohren durch die Krise kommt.

      Als Aktionär eines börsennotierten Unternehmens hingegen können Sie sich von ihrem Investment börsentäglich – temporär – trennen, während es an Wert verliert.

      Die Börsenindizes in Europa schwanken vielfach nur zwischen den Höchstständen der Jahre 2000, 2007 und 2015 sowie den in den Jahren 2003 und 2009 erreichten Tiefstständen.

      Das aktuelle Geldsystem mit Niedrigzinsen und geringer Teuerung sowie die stagnierende Bevölkerungsentwicklung legen nahe, daß sich daran auch zukünftig nicht viel ändern wird.

    • Nachtrag:

      Es ist zudem so, daß bei niedrig kapitalisierten Werten, Wachstumswerten und Werten mit speziellen Problemen wie Insolvenzgefahr Verluste von über 90% von der Spitze weg während Krisen keine Seltenheit sind, die danach teilweise wieder aufgeholt bzw. sogar übertroffen werden.

      Beispiele ab 2009 in Deutschland Continental, Pro Sieben Media, Infineon, Patrizia Immobilien, etc. Aktuell die Branchen Minen, Rohstoffförderung und Exploration.

      Außerdem sind die Tiefpunkte von Krisen im aktuellen Kapitalmarktumfeld die einzige realistische Chance, rasch spektakuläre Gewinne in großer Höhe zu erzielen.

      Mit Neuemissionen von Wachstumswerten ist das im aktuellen Niedrigzinsumfeld nicht mehr möglich, da an Risikokapital momentan kein Mangel besteht und hoffnungsvolle Unternehmern von den Gründern und Erstinvestoren so spät und so überteuert wie möglich – oft am Ende eines Konjunkturzyklus – an die Börse gebracht werden.