„Jetzt kann die Nationalbank endlich Euro auf den Markt schmeissen“

Die Einheitswährung steigt, das gibt der Notenbank die Chance, ihren Euro-Berg abzubauen, meint Hans Geiger. Nur so könne sie den Spekulanten das Spiel verderben. Schwächerer Franken hin oder her: Die Schweiz bleibe superstark.

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7 Kommentare zu “„Jetzt kann die Nationalbank endlich Euro auf den Markt schmeissen“

  1. Die SNB nutzt die Chance, die die Europäische Zentralbank durch eine in Aussicht gestellte Änderung der Zinspolitik geschaffen hat.
    Nach der Zusicherung, daß in Europa die Zinsen nicht weiter fallen werden, nun die Erweiterung, daß die Anleihekäufe im Herbst zurückgefahren werden sollen.
    Nun haben wir also eine erhöhte Zinsdifferenz, während es in der Schweiz noch dicke Negativzinsen gibt, lösen sich die europäischen Zinshorizonte nach oben auf.
    Halt !
    Tatsächlich ist nichts in trockenen Tüchern. Die Ankündigungen des Mario Draghi können sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% in Luft auflösen. Allein der Euroanstieg gegenüber dem USD wird schon kurzfristig die bescheidene Inflationsrate drücken, und ob dann die EZB die Zinsrichtung tatsächlich ändert, steht in den Sternen.
    Wenn schon fast negative Zinsen nicht dazu geführt haben, daß Länder wie Portugal und Italien eine nachhaltige Schuldenbegrenzung zuwege bringen, sondern gegenüber Ihren Sozialprodukten immer höhere Schuldenstände aufweisen, wird ein noch so marginaler Zinsanstieg die Lage dieser Staaten exponentiell verschlechtern.
    Mittlerweile gehört ja selbst Frankreich zu den Staaten, die vom Niedrigzins leben.
    Wenn dieses Zinserhöhungs-Kommando also zurückgefahren wird, dann wird auch die Entwertungsphase des CHF zuende gehen, und dabei ist sogar ein Crash wie am 15.Januar 2015 beinahe vorprogrammiert.
    Dann wird wieder die SNB alleine gegen den Markt stehen, und die 1,10 stürzt dann wieder auf die Parität oder darunter ab.
    Die Verluste beim Devisenportfolio der SNB möchte ich dann nicht bilanzieren müssen. Schon damals waren es in einem Monat (1/2015) 50 Milliarden schweizer Franken.
    Mit den Aufkäufen der letzten 6 Wochen könnte sich dann ein Quartalsverlust von 100 Milliarden ergeben, und dann hätte sich das Eigenkapital der SNB tatsächlich in Luft aufgelöst.

  2. Endlich gewinnt die SNB etwas mehr Handlungsspielraum, den sie jetzt nutzen muss um den CHF vom Geruch der Zockerwährung für Anfänger zu befreien. Ist sicher nicht vertrauenserweckend wenn man wie in der Vergangenheit in London Meetings mit den grössten Devisenzocker abhält. Von diesem schwefligen Gemauschelgestank kann sie sich jetzt mit ein paar beherzten Aktionen am Markt befreien.

  3. Wie Hans Geiger sagt, muss die SNB endlich aus ihrer Berechenbarkeit herauskommen. Der Franken ist seit Jahrzehnten die attraktivste Zockerwährung, bei der jeder weiss in welche Richtung es gehen wird. Jeder Schimpanse konnte da Gewinne machen. Alles auf Kosten der Realwirtschaft und der Bevölkerung. Jetzt ist die Zeit für eine Abkehr. Dazu braucht es mehrere male ein paar unberechenbare Einsätze, bei denen die Zocker ein paar zig Milliarden verlieren.

    • Franken = attraktivste Zockerwährung?
      Vollkommener Quatsch. Ich glaube, kaum einer ist hier so gut vernetzt mit US Quant Tradern wie ich. Das ist ja das Groteske: die SNB meint, sie müsse wie verrückt in den Markt einschreiten, dabei interessiert sich kein Schwein mehr für CHF – nur noch stupides Arbitragegeschäft. Praktisc h ist CHF als Handelswährung tot, neben JPY, AUD, CAD und GBP ist jetzt schon Mex. Peso interessanter geworden! Kein Trader (ohne Insiderwissen) hat bei der derzeitigen müden Volatilität Interesse gegen eine SNB zu spekulieren, die um 9:00 Handelszeit die Spielregeln ändert!

  4. und sie kann dafür schwache US Dollars kaufen (von denen hat sie ja auch schon einige auf den Büchern). Die SNB als Devisen-Arbitrageur. Kann profitable sein.

  5. nur nicht zu viel auf einmal auf den Markt werfen, und nicht gleich herausposaunen, sonst stärkt es den franken wieder. Schön langsam tranchenweise 🙂