„Politisch läuft’s total falsch“

Wir passen unsere Gesetze der EU an, was an Dummheit nicht zu schlagen ist, sagt Hans Geiger. Japaner, Chinesen, Brasilianer: Warum sollen diese Kunden nach Zürich kommen, wenn sie in Frankfurt das genau Gleiche erhalten?

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7 Kommentare zu “„Politisch läuft’s total falsch“

  1. Die Schweiz hat überhaupt keine andere Wahl, als sich bedingungslos der EU anzupassen. Sie ist von der EU und dem Euro komplett umzingelt und die EU hat die Schweiz voll im Schwitzkasten. In Anbetracht der Hoffnungslosigkeit dieser Situation muss man sich ernsthaft die Frage stellen, ob es nicht besser ist, direkt Mitglied dieses grauenvollen Saustalles zu werden. Dann dürfte man wenigstens ein bisschen bei dem mitreden, was einem ohnehin aufgezwungen wird.

  2. Herr Geiger meint:
    „Chinesen, Brasilianer: Warum sollen diese Kunden nach Zürich kommen, wenn sie in Frankfurt das genau Gleiche erhalten?“

    Die Kunden erhalten in Frankfurt nur das „Gleiche“, wenn wir nicht konkurrenzfähig genug sind. Konkurrenzfähig heisst: Überdurchschnittliche Service-Leistung und Performance zu erbringen und innovative Produkte anzubieten.

    Konkurrenzfähigkeit hat mit Leistung zu tun, Herr Geiger, und nicht mit Banklagernd -Versteckkonten mit mittelmässiger Performance.

    Wenn ein Finanzdienstleister nur noch wegen den Rahmenbedingungen konkurrenzfähig ist, so ist seine Zeit hier endgültig vorbei. Jahrelang in der geschützten Werkstatt des sog. „Bankgeheimnisses“ agieren heisst, sich den Herausforderungen von Leistung zu entziehen. Wer dies tut, wird früher oder später hier vom Markt verschwinden.
    Dies sind die Regeln der freien Marktwirtschaft. Sich dagegen in den komfortablen staatlichen Rahmenbedingungen zu suhlen hat nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun, sondern mit Staatswirtschaft!

    • Ein Wechsel in die geschützte staatliche Werkstatt der Asylindustrie drängt sich somit geradezu auf für Leute aus der Bankenwelt !

    • Es geht nicht um Steuern und Bankgeheimnis, es geht um zwei neue und dumme Gesetze: FIDLEG und FINIG. Bundesrat und Parlament möchten mit FIDLEG dem EU-Recht (Mifid 2) möglichst gleichwertig werden, um so den Marktzugang zum EU-Raum zu erhalten. Nur ist eben das beschlossene FIDLEG-Werk zwar auch sehr kompliziert, teuer und kundenbevormundend. Trotzdem ist es ganz sicher nicht gleichwertig. Die Schweizer Banken müssen somit in Zukunft gegenüber EU-Kunden auf jeden Fall Mifid 2 einhalten, und zwar auf Grund des Lugano Abkommens ( https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20082721/index.html#a2 ). Zusätzlich müssen sie gegenüber EU-Kunden auch die ähnlichen aber nicht gleichen Schweizer Regeln von FIDLEG einhalten. Das ist unsinnig und unsinnig teuer.
      Gegenüber anderen Kunden, zB Schweizern und Brasilianern können die Schweizer so nur ein einziges Regelwerk anbieten: Das EU-ähnliche aber nicht kompatible FIDLEG-Regelwerk. Gescheiter wäre eine schlanke und liberale Lösung. Die Nicht-EU-Kunden könnten dann zwischen der EU-kompatiblen, teuren und bevormundenden Mifid 2 Lösung und der freiheitlicheren Schweizer Lösung wählen. Der Vorschlag ist bekannt unter dem Namen „Dualer Ansatz“. Er ist beschrieben bei http://www.alliance-finance.ch/fileadmin/pdf/160623_0910_flyer_a4_handlungsbedarf.pdf.

  3. Ja die Schweiz verspielt ihre Trümpfe im Finanzsektor in beängstigendem Tempo. Der Finanzsektor und somit natürlich auch die Steuereinnahmen werden noch massiv sinken in Zürich, Genf und Basel aber auch in der ganzen Schweiz. Es gibt wirklich nicht mehr viele Gründe warum ein Ausländer in der Schweiz ein Konto eröffnen soll. Im Moment leben wir noch vom guten Ruf aber auch der ist in Gefahr, wenn man sieht wie sich die Banken verhalten vis a vis der Kundschaft.

  4. Etwas langweilig immer die Meinung des verlängerten SVP-Parteiarmes H. Geiger hier zu lesen.

    In anderen Medien werden diese Kommentare wenigstens als „sponsored post“ bezeichnet.

    • Immer eine Sacht der Perspektive – de facto müsste man bei SRF 24h lang „sponsored by SP“ einblenden. Ringier und Tamedia dasselbe.