„Trump olé. Jetzt sollte auch die Schweiz ihre Monster-Regulierung kippen“

Mehr Regulierung ist nicht Segen, sondern Fluch, meint Hans Geiger. SVP und SP könnten im 2017 dem US-Präsidenten folgen und das Fidleg-Finig-Paket versenken.

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6 Kommentare zu “„Trump olé. Jetzt sollte auch die Schweiz ihre Monster-Regulierung kippen“

  1. Nicht die Regulierung ist das Problem sondern die ineffiziente, Umsetzung. Je aufgeblasener desto mehr Geld gibt es für die ach so tollen Berater. Dieses kleine aber entscheidende Wörtchen „angemessen“ wird konsequent missinterpretiert. Natürlich muss für eine effiziente und schlanke Umsetzung ziemlich viel überlegt werden, ist natürlich einfacher und die Berater freuts, wenn ein 08/15-Konzept umgesezt wird. Achja und das ist natürlich state of the art und die anderen machen es auch so – da muss es natürlich gut sein.

  2. Wenn Schweizer Finanzdienstleister Marktzugang zu
    EU-Ländern wollen, müssen sie die EU-Regeln zum Anlegerschutz akzeptieren. Diese sind um ein Mehrfaches schärfer als das verwässerte Fidleg.

  3. Dass der Kunden- oder Anlegerschutz in der Schweiz ungenügend ist, ist spätestens seit der Finanzkrise bekannt. So mussten z.B. in Deutschland oder den USA vorsätzlich geprellte Kunden für Ramschpapiere und Fake-Hedge-Fonds (u.a. auch absolute Return Produkte) durch Gerichtsurteil entschädigt werden.

    Nicht so in der Schweiz, wo die Gerichte sich hinter die Interessen der Banken stellten und z.B. CDO als Obligationen (was sie weder faktisch noch de iure sind) betrachteten. Dabei handelte es sich in den meisten Fällen um Laien-Kunden und nicht etwa um qualifizierte Anleger.

    Kommt hinzu, dass Finanzintermediäre in der Schweiz im Gegensatz zu Banken praktisch in einem rechtsfreien Raum agieren können. Die sogenannte Selbstregulierung ist zwar gut gemeint, verkennt aber, dass sich – wenn’s ums grosse Geld geht – jeder sich selbst der nächste ist.

    Von einem mir nahestehenden Banker in Singapur habe ich erfahren, dass die dortige Regulierung für Finanzintermediäre um Faktoren schärfer ist als hier. Er büffelt tageweise an der komplexen Regulierungs-Materie, um die dortige Lizenz zu erhalten.

    Dass ein Laien-Kunde beim Kauf von strukturierten Produkten mindestens wissen sollte wie hoch die Gebühren sind und welche grundlegende (nicht detaillierte) Mechanik einfach erklärt dahinter steckt, versteht sich wohl von selbst. Aber auch hier besteht keine Prospektpflicht.

    Kein Laie kauft ein Auto, ohne sich vorher über Eigenschaften informiert und allenfalls eine Probefahrt absolviert zu haben. Motorenkenntnisse sind hierfür nicht erforderlich, um zu erspüren, ob die zugesicherten Eigenschaften zutreffen. Nicht so bei Finanzprodukten; dort wird noch immer die Katze im Sack gekauft.

    Der massgebliche Auslöser der Finanzkrise war die Deregulierung u.a. unter der Bush-Administration. In einem vernünftig regulierten Markt wären nie so viele Ramschpapiere und gefakte Finanzkonstruktionen (CDO, Fake Hedge Funds, Schneeballsysteme etc.) dem Publikum «angedient» worden. Klar, ganz vermeiden kann man es nicht, aber zumindest eindämmen.

    Dass Trump mit seiner Goldman Sachs Entourage den Auftrag hat zu deregulieren war zu erwarten und erstaunt nicht. Dies nützt primär den sehr Reichen, den Bankern und den Bonus-geilen Managing Directors, die wie ein Vertreter hauptsächlich auf Provision angestellt sind. (An dieser Stelle sei in Erinnerung gerufen, dass Goldman Sachs von der Finanzkrise kaum in Mitleidenschaft gezogen wurde…)

    Regulierung mit Mass ist daher nötig.

    Wenn Herr Geiger als Interessen-Vertreter der «kleinen» Finanzintermediäre für Null-Regulierung lobbyiert, so denkt er primär an sich und seine Gilde, nicht jedoch für die Kunden.

    Der Trump’sche Deregulierungshype ist ein kapitaler Steilpass für die nächste Finanzkrise!

    • Sie haben leider nicht verstanden, dass die beste Regulierung die Selbstverantwrotung ist. Man kann alles regulierung und somit auch stillegen damit ist dem Anleger aber definitiv nicht gedient. Gehören Sie auch zu denen, die die Börse ein Casino nennen und Aktien als brandgefährlich einstufen ? Ich habe mit strukturierten Multi Barrier Reverse Convertible in schwierigen Zeiten schon sehr gut Geld verdient, weil diese strukturierten Produkte die Volatilität glätten. Der Kauf eines solchen MBRC ist die SICHERER Variante in eine Aktie einzusteigen. Vielleicht sollten Sie sich alles nochmals genauer anschauen bevor Sie über diese guten Anlagemöglichkeiten herziehen. Viel Spass wünsche ich Ihnen bei Ihren Anlagen auf den 0 % Konti oder den 0 % Obligationen.

    • Hi Ueli

      Multi Barrier Reverse Convertible sind wirklich geil; vor allem, wenn sie noch mit einem Hebelprodukte mit Knock-Out Option verbunden sind. Dann haben sie nicht nur 0%, sondern Minus 100%! Und die Bank als Gegenseite hat dann die andern 100%. — Wirklich geil, solche Spielchen. OLé, OLé…

    • @ Ueli
      Dass Selbstverantwortung allein nicht funktioniert wissen wir spätestens seit der Finanzkrise.
      Diese war kein «Marktphänomen» wie Leute ihres Zuschnitts immer behaupten, sondern «man made» als Ergebnis der Deregulierung u.a. unter der Bush-Administration. Mit «man made» meine ich, dass Banken in ihrer Gier vorsätzlich Ramschpapiere in Publikums-Fonds packten, um sich so ihrer Risiken auf elegante Art zu entledigen.
      So wurden z.B. auch in der Schweiz «absolute return» Produkte immer öfters als Ersatz für eine Geldmarktanlage an Laien-Kunden verkauft. Dies, obwohl die Verkäufer wussten, dass dieser Return infolge des sub-prime-Charakters der unterliegenden CDO auf Crashkurs programmiert war. Grund: Weisung von «oben», da margenintensiv und daher bonusträchtig. Dies war und ist vorsätzliche Falschberatung.

      Und nun zu den Belehrungen von Ueli:
      In der Finanzkrise haben sämtliche «Sicherungskonstruktionen» und «Fallschirme» kläglich versagt. Dies betrifft z.B. Hedge Funds wie auch Reverse Convertibles etc. Grund u.a.: Einstellung des Handels wegen der erratischen Kurs-Bewegungen und ausser Kontrolle geratener Verstärkungsprozesse durch die Konstruktion selbst, da nie Stresstests in diesem Ausmass gemacht wurden.
      Dadurch wurden vorsätzlich vor allem risikoaverse Laien-Kunden in arge Mitleidenschaft gezogen aber auch qualifizierte Anleger wie Pensionskassen und Firmenliquidität von Unternehmen substantiell vernichtet (z.B. bei Swatch).
      Dies hat nichts mehr mit üblichen Börsenschwankungen (Volatilitäten sind bei den qualifizierten Anlegern kein Fremdwort) zu tun, sondern war das Ergebnis bankmässiger Fehlberatung und von Gier getriebener Fehl-Konstruktion (z.B. x- facher Hebel kombiniert mit Ramsch).

      Wenn ich schon Geld verlieren muss, dann lieber kontrolliert und transparent, aber nicht im intransparenten package. Und ich muss mir auch nicht zweitklassige Aktien mittels Reverse Conv. Konstrukten «andienen» lassen! Oder einen «absolute return» aufschwatzen lassen. Zugegeben: als aktiver Börsenkunde habe ich da gegenüber Laien einen Vorteil.

      Aus diesem Grund habe ich mir immer selbst meinen plain vanilla Aktienkorb zusammengestellt und bewirtschafte diesen selbst aktiv.

      Und zuletzt noch dies an die Adresse von Ueli:
      Regulierung ist dann massvoll und sinnvoll, wenn sie einerseits dem Kundenschutz dient und anderseits das Spielfeld für die Marktteilnehmer absteckt. Dazu braucht es Regeln (übrigens im Kasino auch!). Dadurch können exzessive Vorgänge zwar nicht verhindert, aber doch eingedämmt werden. Wenn Finanzprodukte transparent, in den Grundzügen erklärbar und professionell konstruiert sind, dann sind sie selbstverständlich OK.
      Solange sie aber nicht einmal durch die Bankberater erklärbar sind, solange kaufen wir die Katze im Sack!