„Ueli Maurers Geschoss gegen Thomas Jordan hat mir gefallen“

Der Finanzminister fordert vom Notenbankchef ultimativ, mit den Euro-Stützungskäufen aufzuhören. Endlich, meint Hans Geiger. Der Euro und die EU würden zwar nicht morgen untergehen. Aber ob sie in 10 Jahren noch existierten, sei alles andere als klar.

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16 Kommentare zu “„Ueli Maurers Geschoss gegen Thomas Jordan hat mir gefallen“

  1. So lange in den Kommentaren von „Euro-Stützungskäufen“ die Rede ist, bin ich mir sicher, dass das Thema nicht verstanden wurde. „Franken-Schwächungsverkäufe“ klingt halt nicht so gut… auch wenn es die Realität weit besser wieder gibt. Die Schweiz rettet die EU nicht, sie versucht nichts anderes als die eigene Wirtschaft zu retten. Ob das letztendlich sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

  2. Der Euro ist in der ersten großen Krise grandios gescheitert. Er ist der schlimmste wirtschaftspolitische Fehler, der je gemacht wurde. Trotzdem ist keine Ende dieses Irrsinns in Sicht. Selbst wenn in Deutschland die AfD die Macht übernehmen würde, würde Deutschland nicht aus dem Euro aussteigen. Mit Sicherheit wird er in 10 Jahren noch existieren. Es wird keine Ende mit Schrecken sondern Schrecken ohne Ende geben. Irgendwann wird sicherlich eine Stabilisierung eintreten, aber kein Mensch weiß, wie diese aussehen wird.

    • Deutschland ist der grösster Profiteur des Euro, weil er für Deutschland zu schwach ist. Eine „Neue D-Mark“ ginge durchs Dach und die omnipotente deutsche Exportindustrie würde auf einen Bruchteil zusammenschrumpfen. Hat mit AfD, CDU oder SPD gar nichts zu tun. Verlässt Deutschland den Euro, geht’s bachab. Deshalb wird das trotz aller inszenierter Entrüstung, dass Deutschland „alles bezahlen muss“ niemals passieren. Der Euro ist in erster Linie ein Subventionsintrument für die Deutsche Exportindustrie. Deutschland erzielte 2017 einen Exportüberschuss von rund 250 Milliarden Euro und musste der EU im selben Zeitraum netto 13 Milliarden Euro abgeben.

      So geht Transfehrzahlung!

      Sogar Trump hat das gerafft.

  3. btw: Hans Geiger äussert Zweifel, ob es den Euro und die EU in 10 Jahren noch gibt. Der Showmaster befeuert die Sezessionstendenzen in den USA enorm. Es ist also auch alles andere als klar, ob es die USA in dieser Form in 10 Jahren noch gibt.

    Der Elefant im Raum ist der, den man nicht sieht oder nicht sehen will.

  4. Es lohnt ein Blick in die SNB-Bilanz: Die SNB hat in den letzten 12 Monaten (Q1/17 – Q1/18) ihren Euro-Bestand tendenziell ABgebaut und zwar von 279 Mrd auf 266 Mrd, während sie den Bestand an USD von 244 Mrd. auf 280 Mrd AUFgestockt hat. In CHF bemessen sind die USA also ein beinah ebenso grosses Risiko wie die EU. Und wenn man sieht, was der Showmaster in Washington in letzter Zeit so abzieht, ist der USD sogar das wesentlich grössere Risko.

    EU-Bashing ist wie Tattoo’s: Jeder meint, er schwimme damit total gegen den mainstream und sei darum extrem individuell und subversiv, dabei ist es längst mainstream, dass man’s nicht mehr sehen und hören kann:

    Seit 10 Jahren zerreisst’s den Euro und die EU dazu – und zwar gleich morgen früh.

    Noch ein Wort zur Inflation – bzw. korrekterweise Teuerung. Die entsteht einzig und allein über einen Anstieg der Löhne, da kann die SNB noch so viele Fränkli in den Compi töggelen. Solange die nicht in Hansruedi Mosers Lohntüte ankommen, wird das nichts mit der Teurung, und die Zinsen werden ewig im Keller bleiben.

    Das ist ja genau das Problem der Zentralbanken: Sie kriegen keine Inflation hin, weil die Löhne nicht steigen. All das schöne frischgedruckte Geld fliesst entweder über die Finanzmärkte als Kapitalgewinne an die Unternehmen und Shareholder oder es kultiviert Immobilienblasen.

    Beides ist zurzeit in Reinform zu beobachten.

  5. Ich weiss nicht, ob sich die Schweizer Mafia (Schweizer Politik) wirklich auf die EU-Mafia (die EU) ausrichtet. Z.B. sind beide Mafias der Meinung, dass es unbeschränkte Zuwanderung in die Schweiz braucht. Wenn die EU-Mafia in zehn Jahren es nicht mehr gäbe, versuchte die Schweizer Mafia trotzdem, wieder etwas wie die Personenfreizügigkeit zu machen. Die Schweizer Mafia würde dann aber z.B. mit der deutschen und der französischen Mafia (der deutschen bzw. französischen Politik) im Gespräch sein.

  6. zum Header:

    „Geschosse“ sind in aller Regel zielgerichtet. Die von APA zitierte – nicht bestätigte – Meinungsäusserung von BR Maurer war dies nicht.

  7. Die Eurostützungskäufe von Herrn Jordan werden unser Land an den Rand des Ruins treiben. Die Euroguthaben betragen nun schon das DREIFACHE UNSERES BSP. Was wenn der Euro auseinanderbricht, oder das Risiko einer Rieseninflation eintritt? Was schlägt uns dann Herr Jordan vor?

    • @ Paul Knecht

      Was für einen Stuss schreiben Sie hier daher:
      Gemäss SNB beliefen sich die ALLE FREMDWÄHRUNGSPOSITIONEN PER 31.03.2018 auf CHF 768 MILLIARDEN ;
      Das BIP belief sich per 31.12.2017 auf 668 MILLIARDEN CHF.
      Als selbsternannter Ökonom sollten Sie wenigstens in der Lage sein, die Statistiken zu lesen.
      EINE VERDREIFACHUNG HAT HÖCHSTENS IN IHRER VERZERRTEN REALITÄTSWAHRNEHMUNG STATTGEFUNDEN.

    • Teuerung (was Sie mit „Inflation“ bezeichnen) gibt’s erst, wenn die Löhne steigen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Löhne sinken real seit Jahren: in USA, in Deutschland und in der Schweiz. Daher schrammen wir ständig an der Deflation entlang, was viel verheerender ist als Teuerung.
      Bezüglich SNB-Bilanz und der Fremdwährungspositionen kann folgender Link selbst bei Wutökonomen blutdrucksenkend wirken:

      https://data.snb.ch/de/topics/snb#!/cube/snbcurrc

      Übrigens wissen Sie als Nationalökonom bestimmt, dass die SNB natürlich keine Euro-Stützungskäufe macht, sondern Franken-Schwächungsverkäufe. Daher auch der grosse USD-Bestand.

      Mit CHF den Euro stützen zu wollen, ist wie in den Atlantik pinkeln, um dessen Pegel anzuheben. Aber Franken verkaufen un damit schwächen, das kann die SNB ohne Ende, weil sie auf CHF das Monopol hat.

  8. Was hat man nicht alles gesagt, als es zur Abstimmung kam, ob die Schweiz am Euro teilnehmen soll:

    Alleine hätte der Schweizerfranken keine Zukunft usw.

    Dabei reißen sich allen um den Franken, auch, wenn man es wegen der Euro-Stützungskäufe optisch im Wert und im Chart nicht sieht.

    Was ich nicht verstehe, ist: Wie kann man überhaupt glauben, daß ein kleines Land mit seiner Währung durch Stützungkäufe den Euro von EU-Europa retten kann langfristig?

    Bei Philipp Hildebrand, einem ehemaligen EU-Politologen und Hedgefondsspekulaten war klar, er wollte die Teilnahme der Schweiz am Euro.

    Warum aber macht Jordan nun wie Hildebrand weiter? Statt direkte Anbindung an den Euro, laufende Stützungskäufe.

    Wo soll das enden?

    Ich kenne Nationalräte, die glauben ernsthaft, das sei alles kein Problem, man könne die Euros später, wenn sich die EU-Krise gelegt hat, wieder zu gutem Geld machen.

    Wirklich?

    Was als kurzfristige Maßnahme gedacht war, wird zur endlosen Stützung:

    Die EU schlittert von einer Krise in die andere. Ständig brennt es an irgendeiner Ecke oder an mehreren Ecken.

    Andere Währungsunionen in der Geschichte, die ewig halten sollten, sind längst Geschichte.

    • Wann genau haben wir über die Euro-Einführung abgestimmt?

      An jenem Wochenende muss ich wohl wandern gewesen sein ….

    • warum? Weil er Aktiv- und Passivseite einer Bilanz (konkret: Bilanz der SNB) unterscheiden kann? Weil er die Gefahren für die Schweiz erkennen kann?