„Und wer rettet die Jungen?“

Seine Generation habe ihr Leben gelebt, die Rente sei auf sicher, sagt Autor und Philosoph Ludwig Hasler, 76. Feudal, während die Jungen weder lieben noch leiden dürften: kein Drama, keine Freiheit – nur Sicherheit. Alles würde dem Anspruch auf Unversehrtheit unterworfen. Ein Irrweg.

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  1. Grundsätzlich ist zu sagen zu der Frage – „Wer rettet die Jungen“- natürlich die Jungen selbst. In diesem Zusammenhang nehme ich an dass als die „Jungen“ alle gemeint sind von 14 – 60 als nicht Risikogruppe. Wenn also diese „Jungen“ sich einigermassen an gewisse Vorgaben gehalten hätten, welche von Anfang an vorgegeben wurden, dann wäre die gesamte Geschichte vermutlich viel milder verlaufen. Es wurde auch nie anerkannt, dass nicht die Sterbezahlen das Problem waren, sondern die Überfüllung der Intensivstationen in den Krankenhäusern und die Ohnmacht der Ärzte und des Krankenpflegepersonals. Dies alles hätte möglicherweise durch komplette Disziplin der „Jungen“ verhindert werden können. Da diese Gruppe aber nur noch ihre „Rechte“ und Ansprüche kennt, aber keinerlei moralischen oder sonstige Pflichten, wurde als Problem nur die Risikogruppe angesehen und damit allen anderen ein Freibrief gegeben. (Es gibt einen Gerichtshof für Menschenrechte aber keinen für Menschenpflichten, absurd das sowas gesagt werden muss). Diese Risikogruppe wurde nur deshalb zur Risikogruppe weil die „Jungen“ durch ihr eigenes Verhalten die Situation so geschaffen haben. Nach dem ersten Schock wurden Parties gefeiert, Ferienreisen gemacht, sich um Tests und Quarantäne herumgeschummelt, alles mit der Ausrede dass ein Recht auf Freiheit besteht. Der wirtschaftliche Schaden und die kollateral Schäden haben den einzelnen nicht interessiert, da dafür die Politik als Schuldiger herhalten muss. Die meisten älteren Menschen – Risikogruppe – in meiner Umgebung haben sich entsprechend ihrer Lage so verhalten wie es Ihnen gesagt wurde. Und keiner von denen die ich kenne hat auf Sonderregelungen gewartet nur um sein Leben zu retten, sondern haben die angeordneten Massnahmen als moralische Pflicht gegenüber den anderen Menschen gesehen. Auch als Pflicht gegenüber den „Jungen“ da es möglicherweise auch unter denen Notfälle gab, welche eine intensivmedizische Behandlung notwendig gemacht haben.

  2. Ich gebe jetzt auch noch meinen Senf dazu, und zwar aus dem einzigen Grund, dass ich das Thema nicht ausschliesslich den Männer überlassen möchte. In der Ostschweiz sind überdurchschnittlich viele alte Menschen in Alters- und Pflegeheimen gestorben, weil sie (so heisst es zumindest) freiwillig auf eine Überweisung ins Spital verzichtet haben. Ich persönlich möchte mir so ein unwürdiges Ende als beatmete Corona-Patientin auch strikte verbeten haben. 50 Prozent aller Patienten überleben die Rosskur nicht, und welche Folgeschäden die anderen 50 Prozent davontragen ist noch lange nicht erforscht.
    Nichts ist so sicher in unserem Leben wie der Tod, der uns früher oder später ereilt. Mein einziger Massstab, ob ich leben will oder nicht, ist meine Lebensqualität. Wenn ich als Demenzkranke in einem Pflegeheim dahindämmern müsste, wäre sie beispielsweise nicht mehr gegeben.

  3. Endlich wieder einmal intelligente Gedanken zum Thema. Ich sehe es genau so. Man soll endlich die Jungen leben lassen und die Alten sollen sich vorsehen. Ich bin selber alt und wenn ich unbedingt zu den Stosszeiten einkaufen will, dann muss mich keiner bedauern, wenn es mich erwischt. Ich kenne das Risiko und kann mich selbst schützen. Klar muss man auch jene aktiv schützen, die nicht mehr wissen wer und wo sie sind. Das wurde aber weitestgehend verpasst. Da hätte man ansetzen müssen; dann wäre die ganze Sache nicht so emotional geworden, da man wesentlich weniger Todesfälle gehabt hätte.

  4. Herr Hasler hat sicher nicht unrecht, wenn er sagt, dass Jüngere bezüglich des Lebensstils tendenziell mehr betroffen sind, als Ältere. Dennoch ist ist diese Sichtweise zu einfach. Es gibt nämlich auch unter den Jungen solche, die eher introvertiert oder nerdmässig sind, und die unter den Einschränkungen weniger leiden oder wegfallenden sozialen Druck sogar als befreiend empfinden. Auch sollte Herr Hasler nicht so sehr von sich auf andere schliessen, denn viele Ältere leiden sehr wohl unter der Isolation, die oft gerade die erfahren. Viele von Ältesten haben ausserdem ihrerseits in ihrer Jugend in der einen oder anderen Form an den Auswirkungen und Nachwirkungen des Krieges gelitten und konnten sich damals nicht so verwirklichen, wie es sonst möglich gewesen wäre. COVID-19 ist vor allem aber eine Krise der Extrovertierten und der Selbstdarsteller, die werden jetzt vorübergehend eingebremst, aber das wird sich auch wieder ändern. Normalerweise kommen in unserer Gesellschaft eher die Stillen und Introvertierten unter die Räder. Dass es jetzt mal anders ist, muss man nicht s an la ausgleichende Gerechtigkeit sehen. Man muss es aber auch nicht überdramatisieren.

  5. Mittlerweile sind langläufige Anleihen wieder en vogue. Nordrhein-Westfalen hat gerade einen 100-jährige zu 0.95% Zinsen rausgegeben.
    Die Schweiz könnte das vermutlich noch einiges günstiger haben als Laschetland.
    Der 50jährige Eidgenosse rendiert jetzt schon negativ mit aktuell minus 0.345% – auf 50 Jahre wären das schon ein Abschlag von gut 17%.
    Wäre doch mal ein Versuchsballon wert, eine 100-jährige 0.01% Anleihe mit einem Aufschlag von 10-20% auf den Nominalpreis auf dem Markt anzubieten.
    Vor allem für Ausländer sicher interessant, die wären dann in CHF investiert, und die Negativrendite würde durch vermiedende Kursverluste auf den Heimwährungen kompensiert.
    Und über so einen langen Zeitraum würde dann auch noch einiges vom Realwert des Bonds wegniflationiert.
    .
    Oder wir machen gleich eine Milleniumsanleihe von 2021 bis 2291 – über 270 Jahre – mit Rückzahlung zum 1000-jährigen Geburtstag der Eidgenossenschaft – die ginge dann auch die heutigen Jungen und der Kinder und Enkelkinder nichts mehr an.

    • @Claire

      Es genügt, wenn ein paar Leser eine Grundvorstellung von einem Kreditgeldsystem im Kopf haben….aber das kann ja hier nicht das Thema sein.

  6. Sollte dieses Interview wirklich am 18. Januar 2021 aufgenommen sein, dann bewegen sich die beiden Messerschaf am rechtlichen Abgrund. Ohne Maske das ging am Arbeitsplatz ab dem 18. Januar 2021 gar nicht mehr. Falls das Interview nach dem ersten Lockdown im 2020 gedreht wurde, dann zeigen die beiden Herren einfach grosse Unvernunft. Zu dieser Zeit hätte ein erheblich grösserer Abstand zwischen den beiden bestehen sollen. Ist das Interview viel älter, dann ist es was es ist – unnötig.
    Was jedoch in allen drei Fällen stimmt, Herr Hässig, lassen sie alles links liegen, das nur ansatzweise mit dem Covid Virus zu tun hat.

  7. Wenn man Vollgas gibt, schaut trotzdem nichts raus. Unser Lebensraum ist zerstört, mitunter durch Idiotie der Babyboomers, es gibt kaum mehr Perspektiven. Trotz guter Qualifikationen und anständig Überstunden und Gas geben winkt für die meisten der Suppentopf im Alter (man muss nur etwas die politischen und Wohlstands-Tendenzen anschauen und einen Tick visionäre Intelligenz haben, etwas Statistik, etc) – zusammen mit all den Nichtsnutzen, die nie versucht haben, Gas zu geben. Vegetieren im verdichtet gebauten Wohnbau, forever poor. Babyboomers sind die egoistischste Generation ever, und solange sie hier noch weilen und Assets horten, dreht sich im Endeffekt immer alles um sie. Geht langsam, ihr seid nicht die Helden, als die ihr euch immer gesehen habt.

  8. Lieber Herr Ludwig Hasler,

    Jenseits philosophischer Betrachtungen, hinsichtlich „Wirtschaft wieder in Schwung und abfackeln bis zur Rente“ – sind die verpassten Lebenschanchen kein neues Phänomen, sondern Folge von politische Entscheidungen der letzten 40 Jahren die immer mit Sachzwängen begründet worden sind. Ein häufig vorgeschobener Sachzwang ist die Globalisierung. Mit der Globalisierung sind fast alle politischen Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit begründet worden. Unter dem Euphemismus (Eigenverantwortung) verbirgt sich ein Zerstörungswille gewisser Wirtschaftsideologien und PartikularInteressen konzern-politischer Akteure die noch andere Pandemien verursachen werden…die Medien zerlegen sich derzeit selbst. Es ist schwierig, keine Frage, wir verfügen nicht über gesichertes Wissen, umso mehr sind die Kapital,-abhängiegn Medien und Redaktionen ihrer Pflicht die Menschen sachlich zu informieren nicht nachgekommen.
    Mit den allerbesten Grüssen

    • Das wird noch 30 Jahre so weitergehen. Bis der Peak der Baby-Boomer 86 Jahre alt sein wird. Da bleibt nur noch, den Jungen viel Spass zu wünschen beim Schuften für den Unterhalt dieser „Alten“. Geändert wird da nichts. Denn: an der Urne werden die Alten immer mehr.

  9. Danke für diesen Beitrag! Im öffentlichen Diskurs wird praktisch nie auf Werte und kollektive Ziele eingegangen. Dies ist nun eine längst fällige und dringend notwendige Einordnung des Geschehens, die über den Tellerrand der kurzatmigen Zahlenbeigerei und Massnahmendiskussion hinausgeht. Einmal mehr macht Lukas Hässig jenen Job, den unsere subventionierten und co-optierten Mainstream-Medien so vernachlässigen. Gute Arbeit!

  10. Sagen wir es mal so: Die Jugend hat einen Schuss vor den Bug gekriegt. Zeit zum Aufwachen. Mit Chillen ist es nicht getan.Ohne Anpacken und Zupacken gehts nicht.Man kann nicht nur fordern, man muss auch viel mehr leisten. Es geht auch nicht ums Klima, sondern viel mehr um Freiheit. Chancen muss man sich auch erkämpfen.Es ist unabdingbar, sich Härte anzutrainieren – und da hat die Jugend ein ganz grosses Manko.

    • Wow okay boomer, vielen dank für den Scherbenhaufen…

      Bis jetzt sind alle politischen Vorstösse der Jungen und ein „Dagegen-Halten“ im Rahmen unserer Möglichkeiten (Demos etc.) erfolglos geblieben. Warum? Weil die Alten in der Mehrzahl sind und weil Nächstenliebe halt so verdammt unbequem ist.

    • Immerhin werden jährlich ca. 7 Milliarden PK-Gelder von den Jungen zu unserer, durch milliardenteure Spitzenmedizin hochgezüchtete, älteren Generation umverteilt. Jene welche auf umfassenden Schutz und totalen Lockdown zugunsten der Alten pochen sitzen im warmen Nest und geniessen ohne schlechtes Gewissen das Leben, notabene auf Kosten der kommenden Generationen.

    • Wir waren vielleicht härter; aber wir haben auch gesehen, dass es sich lohnen wird. Ich und meine Freunde hatten alle, lange vor dem Abschluss an der Uni, eine gute Stelle und wir konnten sogar unter den besten Firmen noch auswählen. Ich hatte die Wahl zwischen IBM, Nestlé und Roche. Jede hat dich bekniet zu ihr zu kommen. Davon kann die heutige Generation nur noch träumen und nun soll sie auch noch zu unserem Schutz auf das bisschen Freiheit, das uns die Regulierungswut noch übrig lässt, verzichten. Wäre ich jung, die Alten könnten mich mal. Sie sollen sich doch bitte selber vernünftig verhalten, denn sie sind vulnerabel und kennen ihr individuelles Risiko. Es scheint mir aber, dass sie sich am liebsten während der Stosszeiten in der Oeffentlichkeit bewegen.

    • Herr Görlitz, die Pensionskassen sind kein Ruhmesblatt und ein CH-Systemfehler. Sie manipulieren den Aktienmarkt, treiben die Immobilienpreise in die Höhe und gaukeln Rentensicherheit vor. Für Verwalter sind sie eine sprudelnde Geldquelle.Sie gehören abgeschafft. Jede Person sollte sein eigenes Sperrkonto haben, auf dem er bis zum Rentenalter einzahlt. So kann auch die Sozialschmarotzerei reduziert werden. Von nichts kommt nichts. Verwalter braucht es auch nicht.

    • Im Gegenteil! Altersgewichtetes Stimmrecht-und nur damit sie das richtig verstehen für die Jungen mehr Stimmgehalt, höhere Besteuerung grosser Vermögen und Einkommen, sowie Erhöhung der Erbschaftssteuer inkl. unserer asozialen Steueroasen!(Und das sagt jemand, der bestimmt mehr Vermögen besitzt als 99% der Habenichtse auf dieser Plattform)

  11. Mit anderen Worten: Man will mit bürokratisch-juristischen Mitteln den Corona-Virus besiegen. Der hält sich nicht an Vorschriften, Verordnungen, Gesetze und Regeln, er macht was er will, so wird der Mensch für die Vergehen der Corona-Viren von Staatsbürokratischen-Polit-Kaste bestraft, koste es was es will. Unter dem Motto: Wer die Gesetze nicht einhält der gefährdet die staatliche Ordnung und muss bestraft werden.
    Alter Spruch: Man wird geboren, um zu sterben. Scheinen viele vergessen zu haben und glauben unsterblich zu sein. Die Pandemie zeigt allen, dass jeder vom Corona-Sensemann abgeholt werden und keiner sich wehren kann.
    Viele Alten haben eine grosses Lebenserfahrung, die für die Gesellschaft wichtig sind und werden mit 65 Jahren auf das Abstellgeleis abgestellt. Junge Menschen übernehmen Verantwortung und Macht und haben keine Erfahrungen und können unter Stressdruck Panik-Entscheidungen treffen, die verheerend für alle sein können. Will heissen, das Gleichgewicht der Altersgruppen muss wieder hergestellt werden.
    Als Gustav Zumsteg von der Kronenhalle 84 oder 85 Jahre alt wurde, habe ich ihn gefragt, wie das ist, die Gewissheit zu haben, dass jeder Tag der letzte sein kann? Er antwortete, einfach nicht an den Tod denken und leben.
    Gunther Kropp, Basel

  12. ich glaube hr. hasler sieht das leben der jungen so wie er es sehen möchte… weiss nicht genau wo er das her hat. aber ja.. ok boomer schenk mir die hälfte deiner kohle…

  13. Das wäre eigentlich mal ein guter Kandidat für diese Science Taskforce.
    Würde wohl die ganze Dynamik völlig verändern.

    • Nein, der wäre der kreuzfalsche Kandidat, weil kein Wissenschaftler. Kennen Sie den Unterschied zwischen „Science“ und „Boomer hört sich gerne reden“?

    • Grüezi Fr Hale. Sie haben die Grundidee der Initiative (ich nehme an, Sie meinen „Volksinitiative“) nicht verstanden. Im wesentlichen bedeutet es, man macht etwas (und zwar selber), und nicht, dass man einen Dritten auffordert, etwas zu machen, oder ?

  14. Sehr aufschlussreich und hilfreich und sehr wahr wer die wahren Hauptbetroffenen dieser Zeit sind, nämlich die Jungen.
    Irritierend habe ich bei Herrn Hasler einzig die „Impfgläubigkeit“ an dieser neuartigen und hingezauberten Impfung und die fehlende klare Position zum
    MSM Journalismus und den Bundesratsmassnahmen, auch den 98 % ungefährdeten Menschen gegenüber empfunden. Auch seine gutgemeinte Empfehlung am Schluss, sich in seinem „Kokon“ im persönlichen Umfeld sinnvoll zu bewegen sind wohl seinem Alter geschuldet. Denn, wenn er schon die Krippengeschichte am Schluss erwähnt, muss eben gesagt werden, dass Jesus sagte „Ach, daß du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde“. Hier ist Herr Hasler wohl altersmässig geschuldet, zu lauwarm. Eine klare Position ist heute gefragt, siehe Demonstrationen von tausenden Menschen in Wien und anderen Städten in diesen Tagen.
    Danke Herr Hasler und Lukas Hässig für dieses Gespräch. Herrn Hasler wünsche ich noch etwas mehr Mut zu einer klaren Position. Mit dem zurückziehen in die eigene Welt und dem „schönreden“ der Folgen der Massnahmen, bzw. dem verschweigen des abwürgen fast unserer kompletten Wirtschaft durch unsere Regierung und der Hofbeichterstattung unserer MSM, wird unseren Jungen nicht geholfen, sondern viel mehr mit klarer Opposition gegenüber den heutigen Machtmissbrauchern. Dies auch im Hinblick auf die etwas gar naive Vorstellung von Herrn Hasler, dem Bundesrat und den Mainstreammedien ginge es um unsere Gesundheit, bzw. der Gesundheit unserer älteren Bevölkerung. Auch hier muss ich leider sagen, seine Gutgläubigkeit, dass die Politiker und Journalisten es eigentlich nur gut meinen mit uns, kann ich keineswegs teilen. Das war zu Beginn der „Pandemie“ wohl der Fall, bei der heutigen Faktenlage sicherlich nicht mehr. In der heutigen Zeit hilft gesamtgesellschaftlich also nicht alleine ein, privat sinnvoller, Rückzug in die eigene Welt und schon gar nicht eine lauwarme Position, sondern klare Stellungnahme.
    Das schulden wir unseren Jungen.

  15. Noch keiner anderen Jugendgeneration ging es zumindest in Mitteleuropa so gut wie den nach 1995 geborenen Wohlstandsbratzen.
    Kein Vergleich zu den in den 30er Jahren geborenen oder um die vorletzte Jahrhundertwende und davor reden wir gar nicht – da gabs nur Hunger, härteste Kinderarbeit, Schläge und ein frühes Ableben war meist auch vorprogrammiert.
    Es mag sein, dass diese Jungen einen Teil ihrer Zukunft schon in ihrer Jugend „vorverkonsumiert“ haben und der Rest ihres angebrochenen Lebens einiges herausfordernder sein wird in sehr vielen Bereichen.
    Da viele Kiddies in ihrer Freizeit allerlei Games mit allen möglichen Survival Combats, Strategie- und taktischen Spielen spielen, hätten sie im Prinzip damit auch was fürs reale Leben gelernt, ob sie es dann auch umsetzen können, ist wieder eine andere Frage. Gut man kann sich nicht einfach durchs Leben ballern, mit Köpfchen und Strategie geht das immer noch besser.
    Und wer sonst nichts kann, der kann immer noch Influenzer werden.

    • Pauschalisierte Kritik an der Jugend ist nur ein Zeichen der Frustration über das eigene Leben und Ausdruck der Angst dass man die aktuelle Welt nicht mehr versteht.
      Die alte Generation hat mehr geleistet, die neue ist faul und undankbar, und spätestens mit dieser Generation geht es bergab, das denkt jede Generation über die folgende – und das schon seit Menschengedenken (Siehe die bekannten Zitate von Platon und Sokrates). Ein psychologischer Denkfehler und Stereotypisierung der mittlerweile gut erforschst ist (Juvenoia). Auslöser ist die evolutionär bedingte Angst vor Veränderungen, das Nichtverstehen aktueller Entwicklungen und der Verlust der eigenen Potenz, Haare oder Lebensfreude (auch als Trump- oder Grumpy old man-Effekt bekannt).
      Also chills mol alte.

    • Und die Wohlstandsrentner geniessen ihre dicken Renten auf Kosten der Jungen, welche die Rechnung bezahlen.(Umverteilung der PK-Gelder).

  16. Danke Herr Hasler, endlich einmal jemand der sich der unschönen Zwickmühle der Jungen annimmt. Ich habe das so erlebt, dass auch unter den Jungen selbst, Leute, die sich trotz den Massnahmen probiert haben sozial zu Treffen, von anderen Jungen als Grossmuttermörder abgetan wurden. Ihre Ausführung, dass wir denken, wir könnten diesen Virus „in den Griff“ bekommen, trifft genau zu! Dieses Denken zeugt genau von dieser Todscheuen, postmodernen Ignoranz deren sich wohl auch kaum jemand bewusst ist. Danke auch Herr Hässig, dass Sie nebst Herrn Köppel einer der wenigen sind, die gegenteiligen Meinungen eine Plattform bieten, auch wenn diese vielleicht nicht einhergehen mit dem allgemeinen Konsens Ihrer Leserschaft.
    Liebe Grüsse
    Student

    • wenn sie köppel weglassen würden wärs ein guter kommentar. der passt überhaupt nicht, denn beim nächsten windwechsel ändert er seine meinung wieder. wie immer.

  17. Die Frage ist natürlich gerechtfertigt. Sicherlich werden junge Leute eine Verzögerung in der Ausbildung oder auch Lücken in der Wissensvermittlung haben. Natürlich unschön. Die Frage musste natürlich kommen, die Frage oder eine intensive Auseinadersetzung damit hätte man auch in den letzten zwanzig Jahren im Zusammenhang mit den verschiedenen Finanzkrisen stellen können. Wie viele Existenzen, wie viele Zukunftswünsche und Träume auch von jungen Menschen, wurden durch Spekulationen von jenen Kreisen, die diese Fragen stellen, vernichtet. Die Frage ist natürlich berechtigt und muss weiter verfolgt werden, ich zweifle aber an der Aufrichtigkeit dieser Kreise, hat es sie in den letzten zwei Dekaden interessiert?

  18. Sehr weise Aussagen übrigens von Herrn Hasler – das Gespräch unbedingt anhören.
    Geburt und Tod liegen ausserhalb der Kontrolle des Menschen. Und auch im Leben ist vieles letzlich nicht wirklich kontrollierbar.
    Von Selbstüberschätzung – unangemessenem Einsatz der Vorstellungskraft (auch bezüglich unseres Wissens und des Menschenmöglichen) geht das Risiko der Selbstschädigung (Verletzung des Wesenhaft Menschlichen) aus.

  19. Schade wurde das Gespräch so rüde abgeklemmt. Ich hätte gerne mehr von Ludwig Hasler’s Weisheiten und Meinungen gehört.

  20. Das BAG hatte am Tag des Bundesratsentscheides den R-Wert nicht aktualisiert und diese Zahl damit „frisiert“ – der Wert lag nicht über 1, sondern bei 0.85 (ist Stand heute noch tiefer). Mit dem tieferen R-Wert war ja das Versprechen verbunden, die Restaurants wieder zu öffnen. Auch die Zahlen aus Irland und UK waren 2 Tage vor dem BR-Entscheid wieder deutlich rückläufig – auch da wurde dramatisiert und gemogelt. Der Bundesratsentscheid ist nun am Montag in Kraft getreten. Das Parlament soll diese „unbegründeten“ Verschärfungen in einer Feuerwehrübung sofort wieder kippen.
    Die Zahlen sind in UK und Irland im Grössenverhältnis, wie wenn wir in der Schweiz 8’000 Infizierte hätten – also schon hoch, doch nicht exorbitant, wie behauptet, und das Gesundheitssystem dürfte auch nicht ganz an das unsere heranreichen, womit die Lage dort bestimmt prekär ist, doch eben nicht unserer Lage entspricht.
    Übrigens haben die Massentests in Wengen ergeben, dass in Wengen keine erhöhte Infektionsrate vorliegt – trotz der angeblich höchstansteckenden UK-Virus-Mutation.
    Berset hat seine BR-Kollegen über’s Ohr gehauen, auch dank dem, dass Blick, Tagi, SRF etc. + das BAG mitgezogen haben.
    Der Entscheid wurde ja bekanntlich erst im Verlauf der BR-Sitzung aufgrund des neuen, „künstlichen“ Besorgnisstandes gekehrt („Game Changer“ war die Kursbegründung)- völlig unprofessionell und aufgrund der Datenlage unberechtigt.
    Mit diesem Wissen muss der Entscheid rückgängig gemacht werden.
    Wer stimmt dieser „fehlgeleiteten“ Politik noch zu?!
    Das Vertrauen der Bevölkerung in den Bundesrat sank auf eine Quote von desaströsen 35%. Das ist ein klares Misstrauensvotum, welches eine demokratische Regierung nicht einfach ignorieren darf!
    So will die Schweizer Bevölkerung nicht mehr geführt werden.
    Es braucht eine Abkehr dieser Politik ohne Strategie und Wirkung.
    Mein Vorschlag: Anstelle weiter 100 % der Schweizer Bevölkerung zu schädigen, endlich fokussiert den 0.50 % der Betroffenen helfen (auch zur Stärkung der 99.50 % der Gesunden). Das heisst, Läden/Restaurants öffnen und die 30 Mrd CHF potenziellen Schadens in wirksamen Nutzen zur Verstärkung der Spitäler und Unterstützung der Altersheime investieren, so dass uns nicht jeder leichte Anstieg der Zahlen wieder in diesselbe beängstigende Lage bringt.
    Wenn die Regierung uns aus reiner Angst und Rechthaberei kopflos in eine Einbahnstrasse führt, liegt es an uns Bügern, die wir die politische Macht besitzen und nur delegiert haben, nicht wie Lemminge Folge zu leisten, sondern mutig zu intervenieren und das Ganze zu stoppen, wenn es nicht logisch erklärt werden kann – dazu sind die Entscheide von zu grosser Tragweite, als dass ein simples „der Bundesrat hat so entschieden“ als Legitimation gegenüber dem Souverän ausreicht.
    Wenn der Bundesrat keine Einsicht zeigt, muss das Parlament oder die Gerichte unverzüglich einschreiten. Wenn ein Bürger sich aus einer Angstpsychose heraus sonderbar verhält, andere schädigt und zur Gefahr für die Gemeinschaft wird, ist das KESB zur Stelle und ordnen für dieses Individuum fürsorgliche Massnahmen an.
    Wo ist dieses Care Team für unsere irrgeleitete Führungscrew und ihren Verwaltungsapparat?
    Der Schaden ist wahrlich gross genug und nimmt mit jedem weiteren Tag exponetiell zu.
    Wer sich einem Bürgervotum anschliessen will, kann gerne meine Facebook-Seite „Benedikt Zwyssig“ besuchen.
    Bei Regierungsversagen können wir geschädigten Teilhaber/-innen dieses demokratischen Landes nicht länger tatenlos zusehen, sondern müssen etwas aktiv dagegen unternehmen.

    • Er hat eine erstaunlich grosse Fangemeinde. Vielleicht darum, weil Boomer am liebsten anderen Boomern zuhören, die ihnen bestätigen, dass Boomer für diese Welt schlicht unersetzlich sind.

    • klare meinung von karl carli, aber mit einem iq weit unter 50 ist nicht mehr zu erwarten. dass solche diffamierungen hier geduldet sind, ist erstaunlich.
      ludwig hasler’s wissen und interpretation ist genial. danke.

  21. Man sieht hier wunderbar die dem Westen hochgradig überlegenen strategischen Fähigkeiten Chinas. Wir denken seit Jahrzehnten viel zu kurzsichtig, das „moderne“ kapitalistische Denken reicht nur bis zur nächsten Quartalsbilanz, Planungen auf 10 Jahre wirken da schon wie ein Jahrhundertprojekt. Wir konnten uns das lange Zeit leisten, weil wir in einigen Bereichen einen technologischen und wirtschaftlichen Vorsprung hatten und es abseits der USA global keine Konkurrenz gab. Den Vorsprung haben wir durch Inaktivität nun vollständig verloren und China ist ein so großer Konkurrent geworden, dass es sogar die USA wirtschaftlich bedroht. Trotzdem leisten wir es uns weiterhin, alles kurzfristig zu denken und entsprechend zu handeln. Meiner Meinung nach liegt das primär daran, dass die politischen und wirtschaftlichen Eliten im Westen zu 99 % aus alten Menschen bestehen, die Unfähig sind, sich in den neuen globalen, teilweise von ihnen selbst geschaffenen Strukturen zurechtzufinden und deshalb nur noch bis zu ihrem baldigen Lebensende denken. Diese Eliten sind noch in Zeiten sozialisiert worden, in denen das internationale System simpler war und kommen mit der heutigen Komplexität nicht zurecht. Trotzdem kleben sie an ihren Stühlen und lassen keine jungen Menschen nach oben, die mit neuen Ideen der globalen Konkurrenz eventuell noch etwas entgegenzusetzen hätten. Eine überalterte Bevölkerung sorgt zudem dafür, dass sie mühelos an ihren Stühlen kleben bleiben können, da der geringe Bevölkerungsanteil junger Menschen für ihre Macht keine Bedrohung darstellt. Für Europa kommt erschwerend hinzu, dass es seit der Finanzkrise nicht mehr gelungen ist, den europäischen Gedanken weiterzuentwickeln. Die EU ist zu einem primär verwaltenden Organ geworden, das keinerlei erwähnenswerte neue Entwicklungen mehr hervorbringt. Das Projekt EU befindet sich seit 2007 im Stillstand und vereinzelt sind sogar Zerfallstendenzen erkennbar. Gerade im Angesicht Chinas müsste die EU sich zügig zu einem Bundesstaat hin entwickeln, aber nichts dergleichen ist absehbar. Bleibt am Ende also wieder nur das altbekannte Szenario: Der Ami „rettet“ uns, natürlich im ureigensten Interesse. Die Frage ist bloß, ob der Ami das diesmal überhaupt noch kann.