„Who cares über Brexit? Das Problem sind wir, nicht London oder Frankfurt“

Dass Zürich vom EU-Austritt der Engländer nicht profitiere, sei nicht der Punkt, findet Hans Geiger. Sondern dass weder Banken noch Politiker Werbung für den Finanzplatz Schweiz machten.

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7 Kommentare zu “„Who cares über Brexit? Das Problem sind wir, nicht London oder Frankfurt“

  1. Am besten, die Schweizer suchen die Schuld für das Bankenfiasko jetzt auch noch bei sich selbst.
    Dann sind die Leute, die Frau Widmer-Schlumpf für die Zerstörung des Bankgeheimnisses eingesetzt haben, aus dem Schneider.
    Das Goldstück in den Händen der Eidgenossen wurde von außen zu einem schuldbeladenen, unrechtmässig erhaltenen, moralisch verwerflichen Privileg erklärt, und ehe man es sich versah, warfen es die Schweizer in den Gulli.
    Das läuft überall so, erst kommen die Vorwürfe, dann entwickelt sich tiefe Schuld und zuletzt zieht man den Schwanz ein.
    Jetzt beginnt leise ein Wehklagen, weil der pekuniäre Schaden offensichtlich wird.
    Was steht im Wilhelm Tell ?
    „Dann steh doch V O R H E R hin, Du Eidgenosse, und biete den Angreifern die Stirn !“
    Die Lamentiererei hinterher ist doch vollkommen für den Acker.

  2. Die selbstgefälligen Schweizer Banker, „Wir sind der führende Anlageplatz der Welt“, blenden systematisch aus, dass sie jetzt Rendite für ihre Kunden liefern müssen, und das können alle anderen auch und es gibt viele Länder die genau so sicher sind wie die Schweiz. Banker müssen verstehen, dass sie zuerst für die Privatanleger zu arbeiten haben und nicht zuerst für die Bank.

    • Wenn die Banker zuerst für die Privatanleger arbeiten statt für die Bank werden sie ihren Job verlieren. Nur wer frei und von einer Bank unabhängig ist, kann die Privatkunden nach bestem Wissen und Gewissen beraten. Wer bei einer Bank arbeitet hat immer Manager über sich, die das Beste für sich nicht aber zwingend das Beste für den Kunden wollen. Die Renditen am Kapitalmarkt müssen zwischen Bank und Kunde aufgeteilt werden. In den letzten 15 – 20 Jahren ging der grösste Teil der Rendite jeweils an die Banken.

    • Max, genau der Kunde kommt am Schluss. Und nein, die Rendite muss nicht zwischen Kunde und Bank aufgeteilt werden, der Banker erhält dafür seine „feste Entschädigung“ in Basispunkten vom Volumen, ist er doch Berater und nicht Risikoträger. Aber auch Basispunkte vom Volumen ist falsch, das wäre das gleiche, wie ein Arzt seine Behandlungsgebühr vom Gewicht des Patienten abhängig machen würde und nicht von der Therapie, welche er auszuführen hat.

    • @max
      Jein! Instituts-unabhängige Beratung wäre zwar schon die Grundvoraussetzung, um als Kunde das passendste Finanzprodukt auswählen zu können. Nur dass dies in der Praxis trotzdem nicht funktioniert, zeigen verschiedenste Beispiele. Das prominenteste davon dürfte AWD sein, wo auch die Produkte an den Mann gebracht werden/wurden, die dem Berater am meisten Geld ins Kässeli spülten, und nicht unbedingt diejenigen, die für den Kunden am vorteilhaftesten sind/waren. Egal wie man es dreht, der Finanzkunde kommt leider immer an letzter Stelle, weil es keine Produkte-Garantie/Haftung gibt.

  3. Was außer dem Bankkundengeheimnis und der damit möglichen Steuervermeidung hat(te) der Finanzplatz Schweiz zu bieten?

    • Schon etwas mehr, aber das war ja absehbar, man hat einfach die Zeichen der Zeit verpennt. Der Finanzplatz Schweiz würde sich anbieten für Innovationen, Fintech und digitale Dienstleistungen, dazu in einem sicheren Land mit viel Seriosität, aber man investiert eben lieber in Boni anstatt neue IT-Projekte, aber das betrifft nicht nur den Finanzplatz CH. Die Banken werden noch auf die Welt kommen, nicht nur Bitcoins & Co. auch sonst ist mehr in Bewegung als in den letzten 100 Jahren im Banking, und es werden neue Player sein oder sind es bereits, die die Macht haben. Ich sage nur selber schuld, es ist nicht die erste Industrie die das erlebt.