300 Milliarden Spargelder für UBS- und CS-Rettung

Finma wandelt im Notfall alle Sparkonten über 100 000 Franken in Grossbanken-Aktien – „Bail-in“ à la Zypern.

Das Positionspapier der Finanzaufsicht (Finma) zur UBS- und CS-Rettung hat es in sich. Je 300 Milliarden Spargelder können vom Watchdog konfisziert werden, um die beiden Riesen zu retten.

Total 600 Milliarden liegt laut Finma derzeit auf den Spar- und Depositenkonten der beiden Schweizer Too-Big-To-Fail-Institute. Umgelegt auf die Bevölkerung sind das 75’000 Franken pro Kopf.

Laut gestrigem Finma-Papier wird die Riesensumme dann in Aktien von UBS und CS gewandelt, wenn nur noch auf diese Weise ein ungeordneter Kollaps verhindert werden kann.

Zum ersten Mal macht die Finanzaufsicht damit klar, was für ein Grossrisiko die beiden Grossbanken für Herr und Frau Schweizer darstellen.

Millionen von Schweizern haben eines oder mehrere Konten bei der CS und der UBS. Sie alle könnten ihr Geld abzüglich den 100’000 Franken, die durchs Gesetz garantiert sind, komplett verlieren.

Es ist das gleiche Diktat wie in Zypern. Dort wollte die EU die zypriotischen Kleinsparer zur Ader lassen, um damit die Zypern-Banken und deren Chefs zu retten. Nach einem Strassenaufruhr wurden die Bedingungen gelockert.

UBS und CS sind Zypern hoch zehn. Noch immer schlummern Hunderte von Milliarden undurchsichtige Derivate in den Bilanzen der beiden Grossbanken.

Drehen die Winde an den Märken oder verspekulieren sich die hochbezahlten Chefs, könnten rasch grosse Teile des Eigenkapitals ausradiert werden.

Bei der UBS musste im Oktober 2008 der Staat hinstehen und mit Geldern des Steuerzahlers sowie einem 40-Milliarden-Kredit der Nationalbank das tiefe Loch in der maroden Bilanz füllen.

Nie mehr soll der Bürger die Rechnung für Wetten einer Grossbank begleichen müssen, lautet seither das Credo in Polit-Bern. Die Schweizer Too-Big-To-Fail-Regelung ist die Folge davon.

Nun zeigt die Finanzaufsicht in einem nächsten Schritt der Too-Big-To-Fail-Umsetzung auf, wie die Kaskade des sogenannten Bail-in im Fall einer weiteren Krise aussieht.

Mit Bail-in ist gemeint, dass die privaten Gläubiger dran glauben. Im Unterschied dazu spricht man bei Rettungen durch den Steuerzahler von Bail-out.

Sobald das Geld der Aktionäre, das sogenannte Eigenkapital der Bank, gewisse Grenzwerte unterschreitet, übernimmt die Finma das Kommando.

Als Erstes sind dann Drittbanken an der Reihe, die den beiden Grossbanken Gelder geliehen haben. Ihre Forderungen würden per Finma-Federstrich gestrichen oder in UBS- und/oder CS-Aktien gewandelt.

Als Nächstes würden die Obligationäre ihren Einsatz verlieren. Auch deren Guthaben würde entweder ausradiert oder zu frischem Aktienkapital, je nachdem, ob die betroffene Grossbank geordnet liquidiert wird oder ob die Finma Chancen für einen Neustart sieht.

Braucht es nach Banken- und Obligationärs-Guthaben weitere Gelder, um die Lage zu stabilisieren, dann sind wie erwähnt die Sparer an der Reihe.

Verschont bleiben hauptsächlich Angestellte mit Lohn- und PK-Forderungen.

Ob der Plan in der Realität funktionieren würde, ist umstritten. Die Finma weist auf die vielen Bonds hin, welche die UBS und die CS über ausländische Einheiten in UK, auf den Kanalinseln und in den USA ausstehend hätten.

Das erhöhe die „Exekutions-Risiken eines Bail-in“, schreibt die Finma. Zwar sei man im Krisenfall auch für die Auslandfilialen der beiden Grossen zuständig. „Jedoch könnten die Lokal-Regulatoren die Kontrolle über die Auslandeinheiten übernehmen“, meint der Berner Watchdog.

Mit anderen Worten: Das ganze Bail-in-Konstrukt hängt vom Verhalten vor allem der US- und England-Behörden ab, wo die UBS und die CS viel Bondkapital ausstehend haben.

Die USA und England sind bekannt dafür, dass sie ihre eigenen Interessen mehr oder weniger rücksichtslos verteidigen – gerade in der Finanzindustrie.

In einer zukünftigen Grosskrise mit einem Kollaps wie jenem der US-Investmentbank Lehman Brothers im 2008 könnten die Angelsachsen-Staaten sofort ihre Finger auf alle greifbaren Assets von UBS und CS legen.

In diesem Fall würde die Wahrscheinlichkeit steigen, dass der Schweizer Kleinsparer der beiden Grossbanken die Zeche für eine Schieflage von UBS oder CS zahlen müsste.

Das scheint derzeit niemand gross zu beunruhigen. Das explosive Finma-Papier blieb heute in der Presse weitgehend unkommentiert.

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69 Kommentare zu “300 Milliarden Spargelder für UBS- und CS-Rettung

  1. Es ist wie mit Carlos. Letztendlich müssen die Steuerzahler und Sparer für die Schweinereien der Banken geradestehen. In jeden internationalen Skandal sind CS und UBS involviert. Leider deckelt die FINMA diese Praktiken ab und tut nichts. Filz, Korruption und Betrug sind an der Tagesordnung! Man kennt sich ja, die Ziele sind die gleichen. Sich auf Kosten der Allgemeinheit mästen:

  2. Wie wär’s wenn die Banker zur Rechenschaft gezogen würden, d.h. die Topshots einsperren und auh mit Ihrem Vermögen haften müssten. Es gibt wohl keine Industrie wo man ungestraft betrügerische machenschaften abziehen kann.

    • nun ja, mein lieber schwarzer freund: auch wenn deine aussage unvollständig geriet, weiss der geneigte leser vermutlich, was du sagen willst.
      nur zeigt das einzig deine ignoranz, die deine durch die mainstream-medien alltäglich weichgespülte graue masse (von hirn rede ich bewusst nicht!) offenbar nicht zu kompensieren vermag. oder denkst du, der garagist, der scheibenwaschwasser in den vollen tank füllt, der sanitär, der nicht verwendete ersatzteile verrechnet oder der convenience-food-produzent, der fury in die beef-lasagne schnetzelt, seien alles nur ausnahmen?
      he, die welt ist böse, der mensch dumm und jeder will beschissen sein. ganz genau wie es der „homo geiz ist geil“ verdient!
      warum sollen wir banker da eine ausnahme machen und euch schafe ehrlich beraten?
      wake up, get real or darwin’s law will bite your ass!!!

  3. 2008 waren viele Banken Pleite, und die Staaten haben 13 Tera$ neue Schulden gemacht, um die Banken zu retten. Doch wer hat alles das gewonnen, Z.B. mit seine PUT Optionen gegen market makers Banken?
    Googeln Sie bitte: Rothschild 500 trillion $…
    Googeln Sie bitte: quadrillion $ derivative… (Peta$)
    Lehman Brother hat 0,4 Tera$ an 3 israelische Banken bezahlt, und dann war Lehman Brother pleite…
    Später hatte Israel plötzlich 250 gekaufte Atombomben…
    Tausend Milliardäre der Forbes Liste erklären nicht wer die 1,5 Peta$ Optionen OTC hat.
    Tausend Giga$ macht nur ein Tera$, also weit weg von 1,5 Peta$…
    Irgend wer besitzt doch die 1,5 Peta$ Wetten, und gewinnt was die Market Makern Banken verlieren…
    Alle Aktien und Obligationen Weltweit: 0,1 Peta$…

  4. Schon ein wenig undifferenziert dieser Artikel… Aber Hauptsache grosse Zahlen. Interessant wäre zu lesen, wieviele Mrd auf der passivseite (EK, Coco’s, Obli’s, Interbanken-Markt) vor dem Sparkontoinhaber dran sind…

  5. Wie kann man nur einen solchen Unsinn schreiben und noch schlimmer ….. glauben! Will Inside Paradeplatz damit Politik machen und die Kleinsparer gegen den Staat aufwiegeln? Eine Richtigstellung wäre nur anständig.

  6. das Erschreckende ist, dass diese News von allen Schweizer Medien totgeschwiegen wird.
    Kein Kommentar von NZZ, TagesAnzeiger, Blick, Cash, 20min etc.

  7. Kann mir jemand sagen, ob das Geld auf einem Freizügigkeitskonto der 2. Säule über CHF 100’000 auch davon betroffen wäre? Und bei der 3. Säule?

  8. Warum bei den Grossbanken abziehen ? Ich wage die Behauptung, dass das Geld dort praktisch am sichersten ist neben Postfinance.
    Ich verfolge eine sogenannte „5 x 20% Strategie“
    Mein Vermögen ist grosso modo wie folgt aufgeteilt:
    20% bei UBS, 20% bei Postfinance, 20% Cash, 20% Gold physisch und 20% Immobilien(inkl MFH als Rendite, EFH für Eigennutz und Bauernhof für worst case). Das Cash liegt in einem Tresor bei der Berner Kantonalbank (Bundesplatz). aus geografischen Überlegungen. Nahe Bundeshaus. Das Gold ist hälftig aufgeteilt. Der eine Teil liegt in einem Banktresor in einem anderen skandinavischen Land, der andere Teil habe ich im Bauernhof versteckt.
    Diversification !

    • Warum soll das Geld bei den Grossbanken oder Postfinance sicherer sein als bei einer Kantonal- oder Raiffeisenbank?

      Spekulationen… Der Bericht von Herr Hässig zeigt uns das Gegenteil, Gelder bei den Grossbanken über CHF 100’000.00 sind akut gefährdet!

    • @ Dr. Casino Explosiv

      Beim angeblichen Cashbetrag im Kundentresor der BEKB muss es sich demnach um mehrere Millionen handeln.

      Wie haben Sie die Stückelungen der Banknoten vorgenommen: Sind es nur Schweizer Franken oder ev. auch EURO oder gar exklusive Sing. $ 10’000er Noten?

    • @Dr. Casino: Ich sehe schon die nächste Schlagzeile, Raub-Banden haben es auf Bauernhöfe abgesehen, ausgerüstet mit Metalldetektoren…

  9. Auf der Homepage des Einlegerschutzes gefunden: „A rule laid down in the Swiss Banking Act stipulates that all deposits must be covered by assets held in Switzerland. This creates a certain reserve that is normally sufficient to cover the claims of all creditors in the first and second creditor classes. It also means that assets stay in Switzerland that are equivalent to the deposits of the Swiss clients of the institution in question (plus a reserve of 25%).“
    Aber was heisst „assets held in Switzerland“ ?
    genau ? sieht nach einem ziemlich schwammigen Begriff aus.

  10. Liebe IP Community,

    Bitte kühlen Kopf bewahren – das von der FINMA vorgeschlagene Abwicklungsmodell reflektiert einfach die reale Welt:

    – als Erstes geht’s an die Aktionäre
    – anschliessend an die Kreditoren (die sog. 3. Klass Gläubiger) und hier gehören Einlagen von Kunden nun ‚mal dazu.
    – eigentlich schön, dass die Einlagen der Kunden besser gestellt sind als jene von Banken oder von Obligationären…

    Einfach ‚mal ’ne Abwicklung à la SAirGroup studieren – Banken sind Unternehmen wie andere auch – es gibt kein Grund wieso der Steuerzahler hier einspringen soll….

    • @ JoMcK

      Systemrelevante Banken sind eben gerade nicht „Unternehmen wie andere auch“!

      Daran ändert auch das tragische Ende der Swissair nichts.

  11. Thomas Jefferson 1809
    »Ich bin davon überzeugt, dass die Bankinstitute eine größere Bedrohung für unsere freiheitliche Ordnung darstellen als stehende Armeen … Sollte das amerikanische Volk je zulassen, dass private Banken erst durch Inflation, dann durch Deflation die Kontrolle über die amerikanische Währung erobern, dann werden die Banken und die in ihrem Umfeld entstehenden Unternehmen … die Menschen all ihres Reichtums berauben, bis ihre Kinder eines Tages … ohne ein Dach über dem Kopf aufwachen. Die Macht, Geld in Umlauf zu bringen … , muss den Banken entrissen und an das Volk zurückgegeben werden, dem sie von Rechts wegen zusteht.« – Thomas Jefferson 1809 (dritter Präsident der USA)

  12. Ich geh sogar soweit dass ziemlich sicher sehr viel Geld abgezogen wird und zu Hause gebunkert werden.
    Auch glaube ich dass wenn nur schon zwischen 100 bis 200MRD abgezogen wird, das System kollabiert, man stelle sich den Betrag vor, keine Bank und ziemlich sicher auch alle zusammen haben diese Kohle nicht flüssig, dass heisst es beginnt ein sehr grosser Verkauf von Aktien, Obligationen, Fonds, Immobilien u.s.w. Was heisst dass, es gibt eine gewalltige Abwärtsspirale und eine Beschleunigung wie wir es sicher noch nicht erlebt haben, ausser diejenigen vom schwarzen Freitag, die wissen ganz genau dass innerhalb weniger Tage alles vernichtet werden kann, da der Glaube fehlt.
    Und genau hier sollte die SNB keine Panikmache herauf beschwören indem sie solche Aktivitäten aufgleist mit garantierten Folgen.

  13. Sollte es bei den nächsten Wahlen nicht gelingen, mindestens SVP und FDP sowie den rechten Flügel der CVP zu einem Sieg (der Vernunft) zu bringen, ist bald ein „Marsch auf Bern“ fällig, um die von uns direkt oder indirekt Gewählten zur Vernunft zu bringen. So kann es doch nicht weitergehen.

  14. In Deutschland ist man schon einen Schritt weiter:
    seit 1.August 2013 ist eine gesetzliche Regelung in Kraft, die einen 100.00,– €-„haircut“ von den Kundenkonti erlaubt.
    Reaktion der Staatsbürger? Null.

    • Was erwarten Sie von den Bürgern der BRD, die ständig von 50 TV-Programmen berieselt werden? In den GEZ – Medien kommt das Euro-Desaster Thema und der Haftungsunion gar nicht vor. Bestenfalls in der FAZ und im Handelsblatt wird es erwähnt. Den BRD-Bürgern werden bereits die Wahlvorhersagen vorgegeben damit sie wissen was im September bei der Bundestagswahl zu wählen ist. Die Euro kritische AfD wird vollkommen verschwiegen und liegt angeblich bei < 2%. Die Maastricht Rechtsbrecher CDUCSUSPDFDPGrüne, die ständig alle Rettungspakete und den ESM durchgewunken haben, werden die Bürger noch weiter enteignen.

    • Die erfahren ja auch auch im Zwangsbebühren-RF nichts davon! Dafür laufen rund um die Uhr Antikriegs-und Antinazipropaganda! Der verblödete Rest? Der zeiht sich täglich DSDS und Co. rein und hofft, daß Bier und Zigaretten billig bleiben und für alles andere der „Staat“ aufkommt1 Daß der „Staat“ nicht haftet, sondern sie selber als BÜRGE(R) haben 98% der Schlafmichel in der BRfD gar nicht auf dem Radar! Was Besseres kann den Rothschilds, Goldmännern, JPMs und Co. gar nicht passieren….

    • @TheoWaigel (ein hübsches Pseudonym) und Sieber,
      da sollten die Schweizer erst mal vor der eigenen Haustür kehren.In der Eidgenossenschaft werden die Bewohner,wenn sie verkabelt sind,von noch mehr Fernsehprogrammen berieselt.TV-Zwangsgebühren gibt es in der CH ebenfalls,genau wie Zuschauer,die deutsches Privat-TV ansehen.Merke:Man sollte sich zuerst informieren und erst danach seine (arroganten) Vorurteile aufschreiben.Grüezi!

  15. gibt’s in diesem land echt noch irgendjemanden mit iq über 25, der glaubt, EWS sei ein segen für die CH?
    es ist unglaublich, was hier gerade abgeht, aber solange in den medien tunnels und strichboxen wichtiger sind als die ersparnisse jedes staatsbürgers, braucht man sich über die apathie der 80% lemminge nicht zu wundern…!
    zeit, die offerten der banken im unliegenden ausland zu studieren.

    • Was ist das umliegende Ausland. Sie scheiz ist doch umzingelt von der EU und da ist es ja noch schlechter.

  16. Ist die Presse in der Schweiz nicht mehrheitlich linksorientiert und hat somit gar kein Interesse an der Enteignungsdiskussion ? Mit den Nullzinsen seit einigen Jahren ist die Enteignung ja bereits im Gange, da Inflation grösser als Zinsen ist ! Jetzt wissen wir wenigstens von offizieller Seite (FINMA) was Sache ist, wenn die UBS und die CS in Schwierigkeiten geraten (wie 2008 die UBS. Kein Kunde mit mehr als 100’000 auf dem Konto kann mehr sagen er hätte nichts gewusst von der Enteignung. Jetzt gilt es Eigenverantwortung zu übernehmen und gute bankenexterne Berater zu haben, um für die Zukunft gerüstet zu sein und nicht wie ein Schaf vorgeführt zu werden.

  17. „Es ist das gleiche Diktat wie in Zypern. Dort wollte die EU die zypriotischen Kleinsparer zur Ader lassen, um damit die Zypern-Banken und deren Chefs zu retten“

    Sie verstehen unter einem Kleinsparer Leute mit mehr als CHF 100’000 auf der Seite?

    „Bei der UBS musste im Oktober 2008 der Staat hinstehen und mit Geldern des Steuerzahlers sowie einem 40-Milliarden-Kredit der Nationalbank das tiefe Loch in der maroden Bilanz füllen.“

    40 Milliarden Kredit? Haben wir was nicht mitgekriegt? Es ging um ein Darlehen über 6.5 Mia und eine Garantie über CHF 40 Mia. Wo und wie genau musste hier der Steuerzahler hinstehen? Haben sie ein 100er Nötli zusätzlich an die UBS geschickt?!
    Was ist effektiv und unter dem Strich genau rausgekommen aus der Sache?

    Für solche Falschmeldungen und irreführungen sollte man „Journalisten“ zur Rechenschaft ziehen können.

    Und noch was: „Das scheint derzeit niemand gross zu beunruhigen. Das explosive Finma-Papier blieb heute in der Presse weitgehend unkommentiert.“

    Warum wohl? Weil es nichts Neues enthält und nur L.H. daraus billige Polemik à la Sommerlochfüller produziert.

    • der UBS deal scheint jetzt im nachhinein harmlos, was uns alle sicherlich freut. doch zu diesen konditionen, wäre keine private institution bereit gewesen der UBS zum damaligen zeitpunkt aus der patsche zu helfen. fragt doch mal heute bei der UBS nach, was die lombard konditionen für ein subprime portfolio sind. genau, von der UBS gibt es hierfür nicht ein fränkli kredit. die hilfskonditionen der SNB waren also lächerlich attraktiv für die UBS, die reinste staatssubvention, dies wird jede bank gerne ein zweites mal annehmen. andere banken mussten weit über 10% darlehenszins abdrücken, fest über 10 jahre und teure vorfälligkeitsoptionen kaufen, um die toxic loan books überhaupt zu einem späteren zeitpunkt wieder zurückzukriegen und sich von der teuren schuldenlast zu befreien. die UBS jedoch kriegte bessere konditionen von SNB als jeder auto leasingnehmer seinem bänkli abdrückt.

    • Einem „seichten“ Artikel in einer bekannten Zürcher Tageszeitung (welcher online 270 Kommentare erzielte, bis jetzt..) ist heute zu entnehmen, dass der Bedarf an CHF 1000er-Noten stetig zunimmt. Nach der Sing.$ 10’000er Note soll es die zweitwertvollste Banknote der Welt sein. Dies obwohl es immer schwieriger wird, grössere Bargeldmengen wieder in den Umlauf zu bringen.

      Schuld für diesen Cashboom sind nicht nur die Vieh- und Occasionshändler oder ex-CS Manager Berchtold!

  18. Sehr geehrter Herr Hässig

    Besten Dank für diesen ausserordentlich interessanten Artikel! Bitte gestatten Sie mir, ihre Berichterstattung noch etwas zu ergänzen:

    300 Milliarden Spargelder liegen also bei den Grossbanken. Diese sind in Gefahr, sobald das Aktienkapital der beiden Grossbanken „gewisse Werte unterschreite“. Leider schreiben Sie nicht, wie tief die Eigenkapitalquote sinken muss, damit die Finma das Zepter übernimmt.

    Entscheidend ist also, dass die beiden Grossbanken diese Spargelder ihrerseits sicher anlegen. Der Bilanz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) können wir entnehmen, dass bei der SNB auf den „Girokonten inländischer Banken“ 320 Milliarden Franken liegen. D.h. ein grosser Teil der Sparguthaben und Depositenkonten der Grossbanken legen diese ihrerseits bei der SNB an.

    Die 320 Milliarden stammen nicht allein von den Grossbanken. Auch andere Schweizer Banken (sehr wahrscheinlich auch Kantonalbanken) und die Postfinance legen ihre Spar- und Depositengelder bei der SNB an.

    Von der Postfinance wissen wir seit dem 26. Juni 2013 exakt: Diese legt bei der SNB 19.4 Milliarden Franken an. Das wurde bekannt, weil die Postfinance an diesem Tag die Bankenlizenz erhielt und deshalb ihre Guthaben bei der SNB seither unter den „Girokonten inländischer Banken“ verbucht werden.

    Von den beiden Grossbanken wissen wir nicht genau, wie viele Spargelder sie bei der SNB anlegen. Aber es muss sich um ein Vielfaches der Postfinance-Anlage handeln, um auf die 320 Milliarden Franken zu gelangen.

    Sehr wahrscheinlich ist, dass die CS den Löwenanteil der 320 Milliarden bei der SNB hinterlegt. Beim dubiosen „Franken-Rütli“ war von den Banken nur CS-Rohner dabei. In den beiden darauffolgenden Wochen erhöhten sich die Girokonten der Banken bei der SNB um 200 Milliarden (Umschuldung der SNB von „Schuldverschreibungen“ in „Girokonten inländischer Banken“).

    Die entscheidende Frage lautet nun: Legt die SNB ihrerseits diese Giroguthaben der Banken sicher an?

    Die Antwort kennen wir: Die SNB besitzt ein gewaltiges „Klumpenrisiko“. Sie investiert praktisch nur in Euro und Dollar gegen Schweizerfranken. Ihre Investitionen in Europa legt sie vor allem in Staatsanleihen an. D.h. die SNB hat ein doppeltes Risiko: Das ausländische Schuldnerrisiko plus das Währungsrisiko. Beide nicht abgesichert, was dem Nationalbankgesetz widerspricht.

    Sollte der Franken wieder steigen, was bei guten Exporten der Fall sein wird, da Ausländer ihre Käufe in der Schweiz mit Franken bezahlen, so wird die SNB auf ihren Devisenbeständen hohe Verluste erleiden.

    Fällt der Euros auf eins zu eins, bzw. steigt der Franken um weitere 23 Prozent, so erleidet die SNB Verluste auf ihren Deviseneständen von gegen hundert Milliarden Franken.

    Das Eigenkapital der SNB dürfte dann auf rund minus 40 Milliarden Franken fallen. Diesen Betrag müssen die Schweizer Banken auf ihren Girokonten bei der SNB abschreiben.

    Zieht man in Betracht, dass das Schweizer Gold nach der Goldinitiative unverkäuflich sein wird, kann es auch nicht mehr zur Befriedigung der SNB-Gläubiger dienen. Daraus folgt: Steigt der Franken auf seine Höchststände, müssen die Schweizer Banken bereits 80 Milliarden abschreiben.

    Kommt weiter hinzu, dass die SNB glaubhaft angekündigt hat, „unbegrenzt“ weiter Euros zu kaufen, sofern dieser falle. Daraus folgt konsequenterweise, dass auch die Abschreibungen der Banken auf ihren Guthaben bei der SNB „unbegrenzt“ ansteigen werden.

    Wir sehen: Die 300 Milliarden Spar- und Depositenkonten von Herrn und Frau Schweizer bei den Grossbanken sind schon jetzt in grosser Gefahr.

    Will die Finma ihrer Aufsichtspflicht zugunsten der Sparer gerecht werden, so muss sie ihr Augenmerkt auf die SNB ausdehnen. Hier liegt die grösste Gefahr für den Schweizer Finanzplatz.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

  19. Kapitalmäsdig sind die beiden sogenannten „Schweizer-Banken“ doch schon längst Auslandbanken in der Schweiz. Auftrennung Investmentbanking und klass. Banking wäre die einzig richtige Lösung.

  20. Der Witz beim Einlageschutz ist ja die maximale Summe von CHF 6 Mia pro Institut! CHF 100’000.00 werden es niemals sein. Jeder Kunde irrt, wenn er sein Geld in Sicherheit glaubt.

    • Ausser der Kunde hat Vertrauen in seine Bank und wählte diese so, dass er sich keine Angst machen muss –> solides Geschäftsmodell ist entscheidend.

    • Denkaufgabe: Hat der Einlegerschutz in der Vergangenheit schon einmal versagt?

      Alles andere sind Mutmassungen.

      Aber es stimmt und das wissen viele Bankkunden nicht: Einlegerschutz = Maximal 6 Mrd.

    • Nach meinem Wissensstand repräsentiert der Betrag von CHF 6 Mrd. die Obergrenze der Einlagensicherung für sämtliche Bankinstitute der Schweiz, gilt also nicht pro einzelnes Institut.

  21. Wie ich es schon mehrmals geschrieben habe. Ich bin mir sicher viele werden ihr Geld abziehen und in verschiedenen Währungen sowie Gold und Edelsteine zu Hause in einem grossen Tresor aufbewahren. Mit dieser neuen Finma-Lösung beisst sich die Katze in den Schwanz.
    Wer normal denkender Mensch der hart fürs Geld gearbeitet hat kann so eine Lösung akzeptieren. Jeder aber wirklich jeder wird sein Geld versuchen zu schützen. Und wenn plötzlich viel Geld von den Konten abgezogen wird, na dann Prost. Sollten bis zu 600MRD abgezogen werden, kollabiert das System.
    Ohjemine es wird echt immer schlimmer.

  22. Das Wirken von EWS ist nur noch skandalös und eine Schande für den Rechtsstaat und die Finanzbranche. Es fehlt dann nur noch ein (CVP) Geheimgesetz welche dann auch die übrigen Steuerzahler zwangsverpflichtet. Man wähnt sich mehr und mehr in einem Staat der mehr mit dem Ende der Weimarer Republik zu tun hat als mit einer freiheitlichen Schweiz!

  23. Wenn man mit den Folgerungen bezüglich USA und UK zustimmt, sollte man auch dem Ansinnen von Ch. Blocher zustimmen, Aufsplittung der Grossbanken, d.h. „Ring-fencing“ der Risiken in eine Investment Bank UK respektive USA und eine CH-Bank, wobei letztere keine Garantien in die USA und UK ausstellen darf. Somit könnte das Risiko für die CH-Kunden reduziert werden.

    • Kopf in den San stecken nützt nichts und dient der Realität nicht. Wer über etwas Bescheid weiss, kann anfangen sich zu schützen.

  24. Was bedeutet die FINMA-Einstufung für die Kunden bei den beiden Grossbanken, ist hier die Frage?

    Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass Kunden von CS und UBS schleunigst ihre
    Bargeld-Guthaben reduzieren, bzw. auf CHF 100.000.00 beschränken. D.h. ein massiver Geld-Abfluss könnte bald die Folge sein.

    Ergo wird durch den FINMA-Beschluss ein Bail-in – Szenario erst recht beschleunigt, wenn jetzt massiv Kapitalien abgezogen, bzw. in Sicherheit gebracht werden. Hat die FINMA eine Antwort auf diese Frage. Da wird nicht an einem Stuhlbein, sondern gleich an allen Vieren gesägt. Nicht auszudenken, was dies für den Finanzplatz Schweiz heraufbeschwört!

    • Koinzidenz:

      Seit Wochen verkaufen das Kader und die Top-Shots von CS und UBS ihre Aktien, so die Meldung von vergangenem Wochen-Ende i.d. Finanz-Presse.

      Diese müssten eigentlich wissen was sie tun!
      An Vorahnungen dürfte es nicht fehlen, wenn diese den Bail-in – Status der FINMA studieren! Da braucht es kein Insider-Gesetz mehr…….

    • Was Sie schreiben macht mir Angst. Auch das von L.H. Das die Banken das ganze auf die leichte Schulter nehmen war mir schon klar. Aber das die Finma quasi uns Bürger als Baueropfer vorschieben will um die Grossbanken und deren Chefs zu retten gibt mir mehr als zu denken. Danke L.H für den Bericht und Danke CharlesA.Tan für den Kommentar. Was mich wundert das die Presse so was nicht aufnimmt?

    • @ Trudi. Etwa die TA-Media Gruppe mit allen ihren Schnabelzeitungen? Die befassen sich höchstens mit Themen der Umverteilung und Bevormundung von Bürgern.
      Zum Glück gibts ja noch IP…

  25. Da erweisst die FINMA den Grossbanken wieder mal einen Bärendienst. Man kann den Kunden ja nur raten, die Gelder über 100k abzuziehen.

  26. Nur Bares ist Wahres – es lebe das Ameisli. Die Grossbanken sind eine Mischung zwischen Casino und AKW geworden. Wenn’s knallt, wird man/frau enteignet. Die Banken zahlen nichts mehr für’s Geld, Zinsen nehmen tun sie aber alleweil, und das nicht zu knapp. Deshalb: Hortet cash, Leute!

    • @Cashfan

      Die Banken bestimmen das Zinsumfeld nicht Herr Cashfan, das Zinsniveau ist nunmal sehr tief momentan! Übrigens, nichts ist gratis im Leben! Klar verdienen Banken etwas bei der Vergabe von Krediten aber das ist bei allem im Leben so!

    • Schwup und schon wird unser Cashfan Opfer eines Raubüberfalles oder eines Einbruches in seiner Mietwohnung – Geld ist weg… Kannst es machen wie du willst – alles ist falsch 🙂 Viiiiiiiiiiiel Spass!

      Ich kaufe Aktien, welche bei einer tollen Bank national tätigen Bank gelagert sind (leider nicht CS oder UBS) 😉

    • Teilweise Zustimmung für Cashfan. Bin auch ein absoluter Verfechter von Cash. Die Krise von 2008/2009 war erst ein Vorgeplänkel. Jedoch empfehle ich Cashfan nicht 1000er Nötli zu horten, sondern 200er und 100er Nötli! 1000er zunehmend aus Geldwäscherei / Steuerhinterziehungssicht problematisch, schwindende Akzeptanz im Handel, Achtung! Deshalb 200er Nötli !
      Daneben auch AUD und NOK Cash und Gold physisch.