Banker können rechnen, Politiker wollen nicht

Ecopop-Obergrenze von 0,2% wäre Segen fürs Land, sagt Hans Geiger – Schweiz wächst schneller als Indien.

Nur ein Ständerat und drei Nationalrätinnen und –räte „streben auf dem Gebiet der Schweiz eine Einwohnerzahl auf einem Niveau an, auf dem die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft sichergestellt sind“.

So lautet der Verfassungstext der Ecopop-Initiative „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“.

Selbst der SP-Nationalrat und Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät, der für seine fremdenfeindlichen Sprüche ein Strafverfahren wegen Rassismus am Halse hatte, will von einer Beschränkung der Zuwanderung nichts wissen.

Tschäppät bezeichnet die Initianten als „bieder, kleinkariert, besserwisserisch, moralisierend und bigott“.

Dabei kämpft er doch sicher – wie alle anderen Politiker und Politikerinnen –  für die dauerhafte Sicherstellung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Was ist los mit unseren Politikern?

Ihr Problem ist nicht die Sicherstellung der Lebensgrundlagen. Sie hassen ganz einfach Prozentsätze in der Verfassung. Einerseits können und wollen sie nicht rechnen, andererseits wollen sie selber bestimmen können, was „natürliche Lebensgrundlagen“ sind.

Die Ecopop-Initiative, deren „besserwisserisches und kleinkariertes“ Initiativkomitee mehrheitlich aus Naturwissenschaftlern und Ingenieuren besteht, fordert sehr präzise, dass „die ständige Wohnbevölkerung in der Schweiz infolge Zuwanderung im dreijährigen Durchschnitt nicht um mehr als 0,2 Prozent pro Jahr wachsen darf“.

Mit einem solchen Verfassungstext bleiben den Politikern keine attraktiven Möglichkeiten mehr zum Herumbiegen und Herumdealen.

Der Politik bleibt dann nur noch, den neuen Verfassungsartikel zu ignorieren, wie sie es im Falle der Alpen-Initiative, die vor zwanzig Jahren gegen den Willen von Regierung und Parlament von Volke angenommen wurde, getan hat. Das ist aber nicht sehr populär.

Banker sind da besser. Sie geniessen in der Bevölkerung zwar nur wenig mehr Vertrauen als die Politiker, aber sie lieben das Rechnen mit Prozentsätzen und kennen die Tücken der Zinseszinsrechnung.

In dieser Beziehung sind sie den Biologen recht ähnlich, beide interessieren sich für Wachstumsprozesse.

Und das geht bei der Bevölkerung der Schweiz wie folgt: Seit der Einführung der vollen Personenfreizügigkeit mit der EU im Jahr 2007 hat die Bevölkerung durch die Nettozuwanderung im Durchschnitt pro Jahr um 0,93 Prozent zugenommen.

Dazu kommt ein Geburtenüberschuss von 0,22 Prozent. Ergibt ein jährliches Wachstum von 1,15 Prozent.

Das ist mehr als Indien und nachhaltig sicher nicht verkraftbar.

Heute leben 8,1 Millionen Menschen in der Schweiz. Geht das Wachstum so weiter, überschreiten wir bereits 2023 die 9-Millionen-Grenze, 2032 sind es gut 10 Millionen.

Mit der Ecopop-Initiative reduziert sich das jährliche Wachstum auf 0,42 Prozent, die 9-Millionengrenze erreichen wir 2039, die 10 Millionen im Jahr 2064.

Die Ecopop-Vorgabe von 0,2 Prozent jährlicher Nettozuwanderung ist durchaus grosszügig, die EU hat in den letzten Jahren diesen Wert nie erreicht. Seit 2007 die Einwanderungsbeschränkung für EU-Bürger aufgehoben wurde wächst die Einwohnerzahl in der Schweiz rund fünfmal schneller als diejenige der EU.

Das ist weit mehr, als der Bundesrat anlässlich der Abstimmung über die Personenfreizügigkeit in Aussicht gestellt hat. Er rechnete mit nicht mehr als zehntausend Zuwanderern  pro Jahr, tatsächlich sind es heute über Achtzigtausend.

Und das Bundesamt für Statistik BFS arbeitet in seinen Wachstumsprognosen systematisch mit viel zu tiefen Werten.

Zurzeit rechnet das BFS in seinem mittleren Langfristszenario für das Jahr 2060 mit 9 Millionen Einwohnern, praktisch gleich viel wie mit den Ecopop-Vorgaben.

Haben die Wissenschaftler in Neuenburg den Volksentscheid zur Ecopop-Initiative schon berücksichtigt, oder können (und wollen) sie einfach nicht richtig rechnen? Die Zinseszinsrechnung lernt man doch spätestens  in der Berufsmittelschule.

Die kleine Schweiz wird heute überfordert. 80 Prozent des Siedlungsflächenwachstums beruhen auf dem Bevölkerungswachstum.

Wir bauen primär für die Zuwanderung. Das Mobilitätswachstum beruht zu 80 Prozent auf dem Bevölkerungswachstum. Natur, Boden und Infrastruktur werden überfordert.

Stau auf den Strassen, überfüllte Züge, steigende Mieten, überbautes Kulturland sind die Folge. Der hohe Bevölkerungsdruck reduziert die Lebensqualität und drängt die Natur an den Rand.

Der Bundesrat und „die Wirtschaft“ – das sind die Arbeitgeber, Manager und Aktionäre – behaupten, die freie Zuwanderung habe der Schweiz Wohlstand gebracht.

Das ist falsch. Die Folge der starken Zuwanderung ist ein weitgehend mengenmässiges Wachstum. Mehr Wohlstand wäre nur entstanden, wenn es dem einzelnen Einwohner besser ginge und wenn die Wirtschaft produktiver arbeiten würde.

Beides ist nicht der Fall. Der Wohlstand, gemessen am realen Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf, wächst seit der vollständigen Freizügigkeit viel schwächer als zuvor, Die Arbeitsproduktivität ist zwischen 2000 und 2007 konstant angewachsen, seit der Freizügigkeit stagniert sie.

Den in der Schweiz heute tätigen Bankangestellten bringt eine reduzierte Zuwanderung selbstverständlich bessere Beschäftigungsmöglichkeiten und höhere Löhne.

Der Bankbranche als Ganzes wird die quantitative Zuwanderungsbeschränkung allerdings im Hypothekarbereich einige Sorgen bereiten; dies insbesondere dann, wenn die schwächere Nachfrage nach Wohnungen zusammenfallen wird mit dem früher oder später notwenigen Anstieg der Zinssätze.

Dann werden die Banken im Kreditgeschäft harte Zeiten erleben.

Kommentare

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  1. Auffallend an der Migrationsdebatte ist einmal mehr die angewandte Methode der Manipulation: Man betrachtet auch in der veröffentlichten Meinung zum Migrationsthema nur eine Seite der Medaille (die Zuwanderung), während man die andere Seite aktiv ausblendet (die Abwanderung). Ich erkenne dies aus einem anderen Zusammenhang: Auch bei der sogenannten Staatsverschuldung reden dieselben Meinungsmacher nur über die Schulden, während sie die ebenfalls vorhandenen Guthaben aktiv ausblenden. Dieselbe Methode der Manipulation, mit der beim Schuldenthema die Bereitschaft zur Zahlung immer höherer Steuern und Abgaben erzielt wird, kommt nun also auch zum Einsatz, um die Schwächung der Organisationsfähigkeit europäischer Arbeiter noch weiter voranzutreiben. Interessant, oder? Fehlen die fügsameren, billigeren Fachkräfte tatsächlich dem ganzen Volk oder eher nur den Eigentümern der Konzerne? Sind wir eine Volkswirtschaft, oder sollen wir nur ein Wirtschaftsvolk sein? Oder auf das Schuldgeldsystem ausgedehnt, (herrschendes Geldsystem), würden wir alle Schulden Tilgen = es gäbe kein Geld mehr!

    Wir sind systembedingt so verstrahlt das wir uns im Hamsterrad drehen das ganze Leben lang und strukturelle Zusammenhänge die unser Leben negativ beeinflussen gar nicht mehr kritisch hinterfragen.
    Grüsse
    Der Praktiker

    • Wehrter Praktiker, wenn in der Presse steht dass die Zuwanderung aus der EU letztes Jahr 66’000 beträgt wurde die Abwanderung schon berücksicht. Effektiv sind viel mehr gekommen, aber wie sie richtig erwähnen sind auch ein paar gegangen. Korret müsste man die 66’000 als netto Zuwanderung bezeichnen.

  2. Der Fall ist klar: die Firmen profitieren vom grossen Resourcenpool. Produktivitätsfortschritte werden anstatt mit Grips über die Löhne erzielt. Es ist wahr, dass das zuwanderungsbedingte Wachstum ein paar gute Effekte hat: mehr Auswahl, grösseres Angebot. Der Rest ist für diejenigen, die schon da sind klar negativ. Die Schweiz ist ein Zuwanderungsland, einverstanden. Aber die aktuelle Pace ist selbstzerstörerisch. Der bestehende Wohlstand alleine ist schon eine grosse Belastung für Umwelt und Infrastruktur, mit den aktuellen Zuwanderungsraten droht eine Schweiz, die sich niemand wünscht. Man muss die PFZ auflösen, auch wenn das etwas Wachstum kostet.

  3. Alles schön und gut. Mir ist aber die Erläuterung etwas schwammig, für die Ausland-Schweizer. Auf der einen Seite heisst es, dass zurückkehrende Ausland-Schweizer auch eingerechnet werden jedoch Priorität haben und auf der anderen Seite heisst es in der Erläuterung, dass unter dieser Gruppe eh mehr CH verlassen als zurückkehren. Was ist wenn dies nicht der Fall ist und Einwanderer haben das Kontinent aufgebraucht?

    • @ Ausland Schweizer:
      Rechtlich und faktisch haben Schweizer Anrecht auf Wohnsitz in der Schweiz, bedingungslos und unlimitiert. Da ECOPOP nur „im Mittel über drei Jahre“ eine Beschränkung vorgibt, wird das keine Probleme machen: es wird einfach in einem Folgejahr kompensiert.
      Wäre wider Erwarten einmal eine sehr grosse Nettorückreisewelle zu verzeichnen, z.B. 100’000 Personen, so würde eine globale Krise dahinter stecken. In einer solchen Situation müsste der Bund auf jeden Fall Notrecht in Kraft setzen, um eine solche internationale Krise bewältigen zu können.
      Gerade für solche Fälle ist es entscheidend, dass die Schweiz nicht zu stark überbevölkert ist. In Krisenzeiten sind Ressourcenknappheit und Selbstversorgung entscheidende Themen.

  4. Ich bin mit dem Artikel voll und ganz einverstanden!

    Ich stimme ja und konstatiere, dass unsere Super-Schweizer (SVP), unsere Wirtschafts-Anbeter (FDP), unsere Schischiwaschi-Politiker (CVP) und unsere Weltretter (SP) die wahren Probleme leider nicht erkennen…

  5. Ich dachte die Weltwoche sei das SVP Parolenblatt, leider kriegt man auch bei IP je länger je mehr den Eindruck, dass man hier nicht verschiedene Ansichten vertritt sondern nur sogenannte Experten wie Geiger der eindeutig nicht neutral sondern parteitreu argumentiert.

    • Herr Geiger gehört, wenn ich richtig informiert bin, der SVP an. Die SVP distanziert sich klar von der ECOPOP-Initiative, weil sie wohl das „Masseneinwanderungs-Thema“ gerne noch ein paar Jahre bewirtschaften möchte – anstelle es mit der ECOPOP-Initiative endlich zu beenden. Ich und meine gesammte Familie werden JA stimmen!

  6. Wie wahr, Herr Hässig. Leider wird man aber schon fast als Rassisten hingestellt, wenn man für die SVP-Initiative gestimmt hatte.
    Ich als Ausländer, welche aber seit über 35 Jahren in der CH lebe, hätte die Initiative auch angenommen, da es für die Bürgerinnen und Bürger der CH grosse Nachteile gibt (sie beschreiben viele davon), welche einfach verschwiegen oder schön geredet werden.

  7. Einfach nur Zahlen zusammengeklatscht und damit die eigene Meinung untermauert. Weil die Schweiz ein marginal höheres jährliches Bevölkerungswachstum als Indien hat (Was zudem nicht korrekt ist), ist das heutige Wachstum für die Schweiz zukünftig untragbar? Und was hat das Wachstum der Indischen Bevölkerung jetzt mit der Schweiz zu tun? Das ist einfach nur Polemik.

    Hier werden für die nächsten fast hundert Jahre einfach linear Anzahl Köpfe hochgerechnet. Was mir fehlt, ist ein Blick auf die Altersstruktur, die Finanzierbarkeit der Altersvorsorge, die Innovationskraft der Wirtschaft. Wie soll die CH Wirtschaft weiter am internationalen Wettbewerb teilnehmen?

    Also bitte keine linearen Fortschreibungen irgendwelcher Zahlen. So funktioniert die Welt als kybernetisches System einfach nicht. Man muss sich schon die Mühe machen, darüber nachzudenken, in was für einer Welt man gerne leben möchte. Und das zuerst einmal unabhängig von irgendwelchen Zahlen.

    Ich möchte weiterhin in einer Schweiz leben, die in der Weltwirtschaft nicht marginalisiert ist, die als positives Beispiel in der Welt gilt (und deshalb Waren absetzen kann und dann eben auch Einwanderer anzieht), die aus der Lösung ökologischer Probleme Wettbewerbsvorteile zieht, die aufgrund der Bildungsqualität der Bevölkerung bestehen kann.

    Ich kann nicht sehen, dass eine starre Begrenzung der Zuwanderung eine Lösung für irgendwelche mittelfristigen Probleme ist. Es ist einfach das falsche Mittel und nicht zu Ende gedacht. Deshalb gibt es ein klares NEIN von mir.

    • Sie haben es richtig erkannt, die Bevölkerung der Welt wird nicht linear weiter wachsen. Aktuell ist die Geburtenrate rückläufig. Das Problem der Schweiz ist, aber das sie atraktiv ist und daher eine starke Sogwirkung entwickelt. Es werden also immer noch mehr Leute in die Schweiz kommen wollen, alsi sie zu verlassen. Die Menschen wird es immer dort hin ziehen wo sie denken, dass sie mehr Chancen auf ein besseres Leben haben.

      Auch in den vergangenen 140 Jahren ist die Schweiz nicht linear gewachsen, es gab immer Schwankungen. Aber dennoch hat sich die Bevölkerung von 2.6 Mio. im Jahre 1870 auf 8 Mio in Jahre 2012 verdreifacht.

  8. Ecopop-Initiative unterstreicht in hervorragender Weise die Bedeutung der natürlichen Lebensgrundlagen. Schade, dass nicht definiert wird, was unter natürlichen Lebensgrundlagen zu verstehen ist. Die Energieversorgung wird es wohl kaum sein, Gas, Öl und Brennstäbe wachsen nach meiner Erkenntnis nicht in ausreichendem Masse bei uns nach.

    Ykerniz

  9. Voll ins Schwarze getroffen mit dem Artikel. Nur weiter so. Die Aktionäre der Grossfirmen, die ja im Ausland sitzen, sind nur an den Gewinnen interessiert. Ob die Schweiz das verkraften kann interessiert die absolut nicht. Und falls das Experiment schief geht, ja dann ist das halt Pech für die Schweiz.

  10. Schade, leider ein weiterer unnötiger un IP-Artikel, weit weg von der Realität.
    Migration findet statt und gerade auch Banken sind weltweit direkt und indirekt für die Migrationsströme verantwortlich. Wäre interessanter darüber einen Bericht zu lesen, anstelle eines Rundumschlags ohne wirkliche Aussage.

  11. Das kommt davon wenn man einen derart schwachen und nicht in die Zukunft schauenden Bundesrat hat. Und was ist der Grund, dass es so weit gekommen ist? Die sogenannten „bürgerlichen“ Mitte-Links Parteien, allen voran die CVP. Während diese in ihren Stammlanden teilweise noch als bürgerlich-konservativ auftritt, hat sie als Mehrheitsbeschafferin auf nationaler Ebene längst die Werte der Schweiz verraten. Keiner kann der SP einen Vorwurf machen, die freie Marktwirtschaft abschaffen zu wollen, die haben das im Programm und die Wähler sind sich dessen bewusst. Schuldig sind die Steigbügelhalter linker Ideen, die „useful idiots“ und die Leute, welche sie wählen, weil sie zu doof sind über ihren kantonalen Teller hinauszukucken.

    • Lieber Peter G, meinen Sie immer noch wir hätten eine freie Marktwirtschaft? Das Gegenteil ist der Fall, bei den Banken wird die Marktwirtschaft durch Betrug, Korruption und EWS, UBS-Rettung, ausgehebelt. In der Industrie durch Preisabsprachen, staatlicher Reglementierung und Dumpinglöhnen, in der Landwirtschaft durch Einfuhrerschwernisse von Produkten, Zölle und Direktzahlungen; landwirtschaftliches Hartz-4-Geld.

  12. Ha ha, trau nie eine Statistik die man nicht selber gefälscht hat.
    So viel zum Thema „Sustainable growth“, unsere BR hätte eine Vision darüber entwerfen müssen, stattdessen sind unsere Magistraten aber mit Nebensächlichkeiten wie USR III beschäftigt.
    Ich hätte mehr „Regieren“ statt „Reagieren“ gewünscht.

  13. Wenn Einsicht und Vernunft bei den Politikern fehlt, muss man sie mit dem Wahlzettel mit Nichtwiederwahl bestrafen oder mit Initiativen -mindestens halbwegs- in die vom zahlenden Bürger gewünschte Richtung lenken. Wenn auf den Wahlzetteln inskünftig das Wörtchen „bisher“ nicht mehr gestattet wäre, dann würden viele Politiker ihren Klebstoff am Sessel verlieren und so käme viel frischer Wind in die Parlamentssäle und Exekutiven . . . .

  14. Der BR müsste längst eine „Swissness Performance Force“ unterwäx haben, welche vor allem den CH-Firmen mit hohem Exportanteil aufzeigt, welche Produkte und DL hier am Hochlohn-/Hochpreis-Standort NICHT mehr von einheimischer Wertschöpfung und Wertigkeit profitieren. Markenprodukte JA – Massenware NO.
    Alle „unter Globalisierungsdruck“ stehenden und im direkten Wettbewerb mit Preisvorteil-Länder „kämpfenden Firmen“ den Weg ins Ausland nahelegen und aufzeigen. Admin und F+E bleiben hier – der Rest wird marktorientiert verlegt. Also, statt den PFZ-Billig-/Dumping-Arbeiter in die teure Schweiz zu karren – geht die Produktion oder das BackOffice in die Region zum Euro 8.50-Job und zu den günstigeren Boden- und Infrastruktur-Kosten.
    Klar Badischer Spargel ist ebenso gut wie CH.
    Erdbeeren aus Spanien ganz lecker. Vorteil: Die Stecher und Pflücker bereits vor Ort – zum Gewerkschaftstarif.
    Aufatmen in der Schweiz. Raumprobleme – Dichtestress – Autostaus – und Vernichtung von Lebensqualität würden sich so in der Schweiz schnell korrigieren.
    NB: Die Top-Experten & VIP klar aussen vor!

  15. Ein weitere hg Artikel der nicht nachvollziehbar ist. Die Schweiz ist und bleibt ein Einwanderungsland. Der Erfolg und Reichtum der Schweiz hängt davon ab – wer dies nicht wahr haben will verschliesst die Augen vor den Tatsachen. Die Schweiz entwickelt sich mit solchen Sinnfremden Initiatven weiter zur erfolglosen Planwirtschaft!
    Wollen wir dies wirklich?

    • Selten so einen unfundierten Kommentar gelesen, wie Deinen, Rodrigue. Vielleicht ‚mal wirklich die echten Zahlen analysieren, als nur Economiesuisse, SP, FDP und anderen Lobbyisten nachplappern.

    • Das ist keine „Sinnfremde Initiative“ sondern eine weit- und umsichtige Initiative, damit dieses Land und Volk auch in 50 Jahren noch Platz hat.

    • @Rodrigue: Wenn die Schweiz so weiter wächst wie in den letzten 140 Jahren, werden im Jahre 2084 ca. 16 Mio. Menschen in der Schweiz wohnen. Schon in den letzten 140 Jahren hat sich die Schweizer Bevölkerung alle 70 Jahre ungefähr verdoppelt. Was einem Wachstum von 1%/Jahr entspricht. Eine Ausnahme war das Jahr 1918, es ist das einzige Jahr in dem die Bevölkerung die letzten 100 Jahre abnahm. 1918 war ein Sonderfall, es grasierte die Spanische Grippe und viele Menschen starben. Man muss also schon sehr faktenresistent sein wenn man nicht einsieht, dass es so nicht weiter gehen kann.

  16. Hey! 200% Konsens mit dem Autor. Er sieht heute kristallglasklar.
    Endlich wieder mal ein sinnvoller Artikel. The scoop of the year! Vielen Dank dafür.

  17. Wetten, dass Ecopop nun angenommen wird, nachdem der BR ja mit der Umsetzung der „Einwanderungsinitiative“ herumküngelt und das Volk gar hinters Licht führen will.

    • Nun mal halblang: Es ist nicht nur der BR, der herumklüngelt, sondern auch die Initianten ($VP), welche in ihren Vorschlägen bereits mehr Ausnahmen als Regeln definieren wollte. Kontingente ja, aber für alle die wollen gibt es Ausnahmen, mann will ja tunlichst die PFZ nicht verlieren. Das kann’s ja auch nicht sein. Ausserdem haben die Initianten dem BR 3 Jahre für die Umsetzung gegeben. Nach 3-4 Monaten schon über den BR zu schimpfen ist ziemlich unangebracht.