FINMA liess Espirito-Santo-Betrug zu

Dubai-Assets auf Sammelkonto in Schweiz gebucht – FINMA-Bigboss im Bild – „gekauftes“ Anwaltsgutachten.

Die Finanzmarktaufsicht (FINMA) packt Kleine gnadenlos an. Der Bank Frey in Zürich half sie im US-Steuerfall ebenso wenig wie der Wegelin.

Wenn sie selbst mauschelt, wischt die Finanzaufsicht alles vom Tisch. Ihr Ziel ist offenbar, die eigene Rolle nie zum Thema werden zu lassen.

Die Taktik könnte im grössten Betrugsfall der letzten Jahre Schiffbruch erleiden. Die Rolle der FINMA beim Schweizer Ableger der portugiesischen Crashbank Espirito Santo wird brisant.

Die FINMA hatte einen eigenen Vertreter in dieser Tochter. Der war über die Geschäftspraktiken, die sich jetzt als betrügerisch herausstellen dürften, vertraut.

Gestern platzte die nächste Bombe. Die Aufsicht in Dubai schloss die Espirito Santo Bankers in Dubai. Alle Kundenguthaben wurden per sofort eingefroren.

Der Grund lässt aufhorchen.

Die Intervention sei nötig wegen des Scheiterns der Schweiz-domizilierten Banque Privée Espirito Santo, „vertragliche Zusicherungen“ gegenüber der Espirito Bankers Dubai zu erfüllen und dieser „geschuldete Depositen zurückzuzahlen“.

Die Nichterfüllung dieser „rechtlichen Verpflichtungen“ der Schweizer Espirito Santo gegenüber der Espirito in Dubai habe deren Operationsfähigkeit und Solvenz „empfindlich getroffen“.

Einfach gesagt: Espirito Dubai liegt darnieder, weil Espirito Schweiz geschuldete Assets nicht mehr aushändigt.

Nun sind aber sowohl die Espirito Santo in Dubai als auch die Privatbank Espirito Santo in der Schweiz zwei Töchter, die an einer Luxemburg-Zwischenholding des Espirito-Konstrukts hängen.

Sie stehen somit formell auf der gleichen Hierarchieebene und sollten gar kein Abhängigkeitsverhältnis zueinander haben, wie das zwischen Mutter und Tochter der Fall wäre.

Offensichtlich besteht aber doch eine direkte Abhängigkeit, wie aus dem Communiqué der Dubai-Finanzaufsicht von gestern hervorgeht.

Wie diese Zusammenarbeit aussieht, darüber haben Insider bereits vor einigen Wochen berichtet. Die Kundenassets der Dubai-Tochter waren offenbar auf einem „Omnibus“-Konto in der Schweiz gebucht.

Die Schweizer Espirito Santo war also nicht nur die physische Plattform für Kundenvermögen des Schweizer Ablegers, sondern auch der Tochter in Dubai.

Damit unterhielt die Espirito Santo faktisch ein anderes Gebilde als bisher gedacht. Die Espirito Santo mit Sitz in der Romandie agierte teilweise wie ein verlängerter Arm des Ablegers in Dubai. Dieser war für viele Kundenvermögen nur ein Assetmanager, physisch lagen diese in der Schweiz.

Was das bedeutet, ist für die Verantwortlichen möglicherweise verheerend. Sie betrieben ein Konstrukt, das Tür und Tor öffnete für Schwarzgeld-Transaktionen.

Insider berichten, dass die Espirito Santo in Dubai im Markt bekannt dafür gewesen sei, unversteuerte Vermögen zu akquirieren.

Verbucht wären diese Assets aber nicht in Dubai gewesen, sondern in der Schweiz. Wenn die Schwarzgelder zum Thema würden, dann würde die Schweiz davon betroffen sein.

Hier kommt die FINMA prominent ins Spiel. Sie hatte einen Verwaltungsrat, der 13 Jahre lang zuoberst in der Behörde stand.

Neben seinem Auftrag, die Aufsicht über die Schweizer Banken streng, fair und zeitgemäss zu gestalten, war dieser FINMA-Bigboss auch die ganze Zeit Verwaltungsrat der Espirito Schweiz.

Gemeint ist Jean-Baptiste Zufferey, ein Rechtsprofessor der Universität Fribourg. Als der Espirito-Skandal im Mutterhaus zu platzen begann, trat Zufferey im Juli Hals über Kopf aus der FINMA zurück.

Zwei Wochen später zog die Aufsicht der Banque Privée Espirito Santo mit Sitz in Pully im Waadtland den Stecker.

Anfang September gab die Behörde schliesslich bekannt, dass sie gegen die Bank ein Verfahren eröffnet habe. Damit muss sie auch die Rolle ihre Ex-Verwaltungsrats Zufferey ausleuchten.

Dort könnte Erstaunliches zum Vorschein kommen. Zufferey und die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats der Espirito Schweiz liessen sich laut Quellen Anfang Jahr einen Persilschein ausstellen.

Sie beauftragten eine renommierte Anwaltskanzlei, die Vorwürfe rund um verbriefte Finanzprodukte zu untersuchen, welche die Bank im grossen Stil ihren Kunden unterjubelte.

Bei diesen Finanzpapieren ging es um Schulden der Espirito-Santo-Gruppe, die ein Kartenhaus war und sich jahrelang mittels One-Man-Show testieren liess.

Dank der Verpackung und Verbriefung ihrer riesigen Schulden konnte die Espirito-Santo-Besitzerfamilie ihren Konkurs hinauszögern.

Der Chef der Familie, Ricardo Salgado, sass zusammen mit FINMA-Mann Zufferey im Verwaltungsrat der Schweizer Espirito.

Das Resultat der Anwälte war wenig überraschend: Die Verwaltungsräte hätten sich nichts vorzuwerfen.

Kommentare

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  1. Lieber Namor,

    Besten Dank. Ich weiss, wer dieser „Bursche“ @Dr. Ott ist! Das sind Systemvertreter! Dieselben, – in diesem Forum gibt es Viele, – ich habe sie immer klar benannt, die die Frechheit besitzen, uns glaubhaft zu machen, dass es z.B. die Kreditäre Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken ein Märchen ist!

    Schauen Sie sich die Debatte rundum das Vollgeld in diesem Forum an! Lesen Sie die Eingaben des Herrn Dr. Ott oder des Erbsenzähler aus Riehen und Diskussionsführer Herr Dr. Marc Meyer.

    Das ist dasselbe, wie Avenir Suisse sich gegen die Vollgeld-Initiative ausspricht. Wer steckt hinter diesen und anderen Think Thanks? Sie ahnen es schon, oder? UBS und CS!

    Lieber Namor, die heutige Krise geht von den Banken aus. Banken erfinden im Kreditprozess Geld (97% der Geldmenge – Giral/Buchgeld und lediglich 3% Zentralbankgeld!).

    Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat,
    verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht,in Wahrheit einEnteignungsmodell.

    Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses.!

    Banken können überhaupt nicht offenlegen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher,
    Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben,
    dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind. Diese verdeckte Geldmengenausweitung hat mit der doppelten Buchführung begonnen. Weil wenn man mit Geld eine Sache kauft, dann wechselt das Geld in Wahrheit den Besitzer. Der Verkäufer hat das Geld, der Käufer hat die Sache. Ab dem Moment ist die Sache aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr in Geld bewertbar. Trotzdem schreiben wir diese Geldbeträge in Bilanzen rein.

    Der Wirtschaftstheoretiker Gottfried Feder (1883 – 1941), dessen Zinskritik 1933 von Kapitalisten, Kommunisten und Nationalsozialisten gleichzeitig bekämpft wurde, hatte bereits 1919 in seinem Buch:

    Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes!

    Festgestellt: Zitat:

    Die Brechung der Zinsknechtschaft gibt uns die Möglichkeit, die Aufhebung aller direkten und indirekten Steuern zu betreiben. Hört es, Ihr werteschaffenden Menschen aller Länder, aller Staaten und Kontinente, alle aus direkten und indirekten Quellen fließenden Staatseinnahmen fließen restlos in die Taschen des Großleihkapitals. Die Erträgnisse der werbenden Staatsbetriebe, als da sind Post, Telegraph, Telefone, Eisenbahn, Bergwerke, Forsten u.s.w. reichen vollkommen aus, um alle notwendigen Staatsaufgaben für Erziehung, Bildung, Rechtspflege, Verwaltung, soziale Fürsorge daraus bestreiten zu können.“

    Zitat Ende.

    Lieber Namor, ich ermutige Sie, weiterhin autark und frei zu recherchieren, es lohnt sich!

    Beste Grüsse
    Der Praktiker

    • Lieber Praktiker
      Beste Kommentare, die ich von Ihnen lese und sehr stringent. Dieses Verständnis brauchen wir, um die anstehenden Probleme zu lösen!

      Beste Grüsse
      Eva Maria Thür
      Bern

      Ökonomin / Mediatorin

      Im Team von http://www.bachheimer.com als Silberlöwin

  2. @Dr. Ott,

    wo sind Ihre Argumente und Gegendarstellung?. Ich argumentiere, dass Sie ein Systemvertreter sind und hier in diesem Forum keine Fakten liefern, sondern eine selbstschweifende Selbstdarstellung inszenieren.

    Wir alle wissen, dass die wesentliche Ursache dieser verworfenen Welt in dem dauernden Prozess der Umverteilung von unten nach oben (besser gesagt von Fleißig nach Reich) zu erkennen ist. Dabei leiden übrigens sowohl die Reichen, als auch die Armen. Die Reichen können sich lediglich die Psychiater leisten und haben durch Konsumorgien mehr Verdrängungsmöglichkeiten.

    Behalten Sie alle Titeln die Sie wollen, offensichtlich, sind diese kein Garant gegen den grossteils des Unsinn den Sie hier verbreiten.

    Ihre sofortige Verurteilung des Fragenden als Sozialist, Kommunist – demnächst Faschist?; ist wohl ein wenig dürftig, denn es geht lediglich um eine ernstgemeinte Fragestellung und Erörterung des derzeitigen System.

    Beste Grüsse
    Der Praktiker

    • @ Praktiker

      Keine Replik mehr meinerseits; das Niveau scheint mir zu tief, sorry.

    • @Dr. Ott, diesen Gefallen auf beleidgte Leberwurst zu spielen, sollten Sie niemanden tun.

      Nochmals: Wo sind Ihre Argumente? Sie verteufeln die Regierungen, Banken, Notenbanken, Vollgeld, Politiker und so weiter und so fort…Trotz aller eindeutigen Beweise dafür, dass unser auf Zinsen und ewiges Wachstum basierendes Geldsystem destruktiv ist, halten Sie wie ein trotziges Kind an Ihren Weltbild fest.

      Sie werfen mir vor, ich sei ein Sozialist, Revoluzzer, Verblendender usw. Ich stelle Thesen und Gegendarstellungen auf – und begründe meine Ansichten. Bin offen für harte konstruktive Kritik.

      Und Sie? Sie dekuvrieren sich als das was Sie sind.
      Schönen Abend
      Der Praktiker

    • Dr. Jürgen Ott, Herrliberg
      23. September 2014 / 09:33
      @ Namor
      Und, nein, ich sitze in keiner Versicherung ein, ich bin nur gewöhnlicher Versicherungskunde :-)) Und sorry, dass ich damit keinem Klischee dienen kann..
      in keine Versicherung jetzt, aber…..die Katze lässt das mausern nicht…
      Das sind die beruflichen Stationen von Jürgen Ott:
      Apr. 2001 bis Jul. 2001: Mitglied der Geschäftsleitung bei der Allianz Versicherung (Schweiz) AG
      Apr. 1999 bis Apr. 2001: Kader bei der Allianz Versicherung (Schweiz) AG
      und was jetzt?? Es gibt noch einige Einträge

  3. @ Namor

    Ganz wichtiger Punkt. Es werden die Pensionen sein, die in Europa + USA die Staatsbankrotte herbeiführen bzw. bereits tun. Und zwar nicht nur die im Umlageverfahren sondern auch die kapitalgedeckten Systeme, weil praktisch alle davon untergedeckt sind.

    Politiker haben die Tendenz, zu versprechen, aber nicht zu liefern. Um fair zu bleiben, können sie das im Bereich der Pensionen wohl auch gar nicht, was jetzt im Detail aber zu weit führen würde.

    Um wenigstens einen Teil ihrer Umverteilungs-Versprechen einzuhalten, erhöhen daher Regierungen erst ständig die Staatsverschuldung und danach die Steuern, um die Schulden bedienen zu können. Und danach zwingen sie die Zentralbanken, die Zinsen künstlich niedrig zu halten, um wenigstens keinen Zinsdienst mehr leisten zu müssen..

    Als einzige Schuldnergruppe zahlen Regierungen dabei ihre Schulden NIE zurück, sondern prolongieren sie permanent -erwiesenermassen an Hand der letzten zweitausend Jahre dokumentierter Wirtschaftsgeschichte (mit lediglich 2 Ausnahmen).

    Bis dieses Schneeballsystem kollabiert. Und zwar in der Geschichte dann besonders krass, wenn demographisch besonders viele Menschen auf einmal die Staatsschulden zu Cash verwandelt haben wollen, weil sie ins Rentenalter eintreten.

    Das alte Rom ist genau an diesem Problem zugrunde gegangen:

    Als die Regierung die Pensionen der Armee nicht mehr über den damaligen Kapitalmarkt finanzieren konnte, plünderte die Armee schliesslich die Städte des römischen Reiches, weil sie meinte, ein Anrecht auf ihre Pensionen zu haben. Und als sich niemand mehr um die Verteidigung kümmerte, brachen die Vandalen ein und griffen sich sogar das Kupfer von den Tempeldächern Roms – daher der Begriff „Vandalismus“. Die Menschen verliessen daraufhin ihre Städte..

    Weil Rom damals als DAS Finanzzentrum der Welt zusammenbrach -heute vergleichbar mit New York- folgte eine Jahrhunderte lang anhaltende Depresseion und Deflation, uns bekannt als das „dunkle Mittelalter“..

    Wir werden also noch viel Spass bekommen. Ich kann daher dem Praktiker überhaupt nicht folgen, wenn er sich auf den ersten Staatsbankrott freut..

    • Sehr geehrter Herr Dr. Ott,

      Ich Sozialist? Allein diese Argumentation des auf Basis von Ignoranz ruhenden System, zeigt, dass Sie sich nicht wirklich mit den Inhalten auseinanderzusetzen wünschen, möchten oder vielleicht einfach nicht können; weil Sie es vielleicht nicht verstehen wollen?

      Mit so unsinnigen Behauptungen wie daß es sich, bei meinen Argumentationen, um Sozialismus handele zu verreissen geht jedoch in meinen Augen zu weit.

      Die Aufgabe wie wir die Menschen über die Probleme des jetzigen Geldsystems
      aufklären können ist viel zu wichtig, als daß sich die Gegner und Befürwortrer untereinander gegenseitig zerfleischen dürften…

      Passen Sie bloß auf, daß Sie sich Ihren hervorragenden Ruf, als emeritierter Professor der Rockefeller University, unter den noch verbliebenen denkenden Lesern nicht ruinieren mit einem solch schlecht
      begründeten Propagandapamphlet.
      Beste Grüsse
      Der Prakriker

    • Sehr geehrter Herr Dr. Ott,

      Ihre Argumentation zieht sich ins lächerliche: Es ist geprägt von Unwissenheit, Angst und Stillstand. Wie immer wenn ich Ihnen, Herrn Dr. Marc Meyer oder Prof. Heri Ignoranz oder ideologische Verblendung vorwerfe begründe ich das im Detail, im Gegensatz zu Ihnen (vgl. Vollgeld!).

      Mit Verlaub: Stichwort Rente!

      Die Probleme der solidarisch über Umlage finanzierten Rente (AHV) resultieren aus schwindenden Einnahmen, nicht aus großzügigen Steigerungen der Renten.

      Je höher die Quote an Arbeitslosen (insbesondere Ausgesteuerte) und Geringverdienern ist, desto geringer ist das Beitragsaufkommen. Der Effekt steigender Arbeitslosenzahlen (wenn echte Zahlen vorliegen würden) wird verstärkt durch geringe Lohnsteigerungen und Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich. Wie kaum ein anderes Land auf der Welt hat die Schweiz oder Deutschland kann auch herangezogen werden zum Teil, die Finanzierung des Wohlfahrtsstaates an den Faktor Arbeit gekoppelt. Verlierer sind die abhängig Beschäftigten, sie müssen das Sozialsystem finanzieren. Gutverdienende Bevölkerungsgruppen, Unternehmen und Bezieher von Kapitaleinkommen sind vom Solidarprinzip weitgehend ausgenommen. Die Lasten werden auf immer weniger abhängig Beschäftigte verteilt.

      Das zentrale Argument gegen die Umlagefinanzierung ist die „Überalterung der Gesellschaft.“ Mit dem Schreckensbild einer vergreisten Gesellschaft, in der faule und bequeme Rentner es sich auf Kosten überforderter junger Beitragszahler gut gehen lassen, wird der Generationenvertrag verteufelt und ein Generationenkonflikt geschürt. Wissenschaftler, welche auch als Werbeträger für Finanzdienstleister und Versicherungsgesellschaften auftreten – es gibt aus solche in diesem Forum – produzieren wissenschaftliche Studien, welche von Lobbyorganisationen in die Medien lanciert wer­den. Begriffe wie „Alterslast“, „Rentnerberg“ oder „Rentnerschwemme“ werden propagiert. Es werden „Altenquotienten“ generiert, um die Dramatik der Entwicklung „wissenschaftlich“ zu untermauern. Mit dem „Altenquotienten“ wird die Anzahl der Menschen, die älter als 65 sind, ins Verhältnis gesetzt zu den Menschen im Arbeitsalter von 20 bis 65 Jahren. Für dieses Verhältnis wird prognostiziert, dass es von heute etwa drei zu eins auf 1,5 zu eins im Jahr 2030 sinken wird. Damit wird suggeriert, dass ein Erwerbstätiger die Rente für 1,5 Rentner aufbringen muss. Aus den demografischen Veränderungen soll ein Sachzwang konstruiert werden, der als einzig vernünftige Lösung die TOTALE Umstellung auf eine Kapital gedeckte Rente (PK und 3e Säule) zulässt.

      Das von der Finanzindustrie und von Ihnen immer wieder gebetsmühlenartig inszenierte Krisenszenario beruht auf falschen Prämissen. Das Verhältnis von Jungen zu Rentnern hat für die Frage, wie die Renten finanziert werden können und wie hoch diese sein sollen, keinerlei Bedeutung.

      Ihre Argumentation ist irreführend und nicht stichhaltig!

      Stichwort: Staatsbankrot!

      Ein Beispiel soll den theoretischen Ablauf der Staatsentschuldung verdeutlichen: Sie haben ein Vermögen von drei Milliarden CHF: eine Milliarde auf dem Bankkonto, eine in Sachwerten und eine schuldet Ihnen der Staat, da Sie einst für eine Milliarde CHF Staatsanleihen kauften. Durch dieses Darlehen an den Staat sind Sie dessen Gläubiger. Als Steuerzahler sind Sie aber gleichzeitig aber auch selbst der Bürge für den Staat. Der Staat erhebt nun, um an das Geld für die Rückzahlung seiner Schulden zu kommen, beispielsweise eine Vermögenssteuer, bekommt dadurch eine Milliarde CHF von Ihrem Bankkonto und zahlt damit seine Schulden an Ihnen zurück. Ihr Kontostand beträgt nun wieder eine Milliarde, Ihre Sachwerte sind auch noch da, aber Ihre Staatsanleihen sind verschwunden und mit ihnen die Schulden des Staates.

      Was technisch sehr logisch und einfach klingt, ist lediglich politisch schwierig, denn die Vermögen sind wie erwähnt äußerst ungleich verteilt. Sind wir uns darüber einig, dass auf Grund dieses verzinste Schuldgeldsystem die Vermögen ungerecht und perfide verteilt sind/werden???

      Menschen wie Sie (nur um das fiktive Beispiel zu Ende zu bringen) sind in der Regel nicht an einem Abbau Ihres Vermögens interessiert, sondern am Aufbau. Hierzu bekommen Sie dank der Staatsverschuldung permanent Transferleistungen von den arbeitenden Menschen: die Zinsen. Diese werden zwar von allen Steuerzahlern gemeinsam aufgebracht, aber nur an sehr wenige ausgezahlt. Wir sehen auch hier wieder die schon oft beschriebene Umverteilung von Fleißig nach Reich.

      Neben der Rückzahlung gibt es rein technisch betrachtet noch eine Reihe anderer Möglichkeiten, einen schuldenfreien Staat zu schaffen, darunter Inflation, Deklaration von Zinszahlungen als Rückzahlungen, Konvertierung von Staatsanleihen in Bankguthaben, Währungsreform oder eine völlig neue Geldordnung. Selbst ein Staatsbankrott führt nicht zu Not und Elend, wenn man ihn nur richtig anpackt.

      Setzen Sie sich mal mit Dr. Marc Meyer, Prof. Heri und andere Kammeraden am Stammtisch und tauschen Sie sich gegenseitig aus.

      Herr Dr. Ott, eines ist klar ein Abbau der Staatsschulden ist kein wirtschaftliches oder technisches Problem, sondern allein eine Frage der Macht.

      Die Nutznießer der Schuldenlast, die mittels Zinsen in enormen Ausmaßen Ressourcen von den arbeitenden Menschen abschöpfen, haben den Organisationsvorteil und durch Finanzmittel und Meinungsmache den entscheidenden Einfluss auf diejenigen, die auf der politischen Bühne ihre Brötchen verdienen möchten. Solange die arbeitende Masse keine vergleichbaren Machtinstrumente wahrnimmt, kann die Staatsentschuldung nur eine Illusion bleiben. Damit sich daran jemals etwas ändert, ist zunächst noch Aufklärung gefragt…

      Wenn Sie Arguemente haben können wir unseren netten Austausch weiterführen; bitte keine Dogmen, sondern knallharte unabweisbare Fakten des tagtäglichen Leben.
      Beste Grüsse
      Der Praktiker

    • @ Praktiker

      Vielen Dank für die ausführliche Bestätigung meiner Ansicht :-))

      Zudem wünsche ich Ihnen, dass sich Ihr Faktenwissen im Bereich VWL irgendwann auf einem höheren Niveau bewegen mag, als Ihre Recherche über meinen angeblichen wissenschaftlichen Background ergab..

    • Sehr geehrter Herr Dr. Ott
      Beim Durchlesen ihrer Darlegung kommen mir Zweifel, ob sie den Dr. verdient haben. Den kann man auch durch Gefälligkeiten unter seinesgleichen (Parteienfilz etc.) erlangen oder noch besser von einem amerikanischen Wirtschaftsprofessor. Was dann herauskommt sieht man in Amerika. Auch Gutenberg reichte es bis zum Verteidigungsminister in Deutschland. Schlecht war er ja nicht aber das Plagiat und Beziehungen haben ihn dahin verholfen. Diene deinem Herrn und gib ihm was er will und man bekommt ebenfalls. Das die Wirtschaft dauernd auf höchstem Niveau jammert und trotzdem Exponenten mit fürstlichen Honorare umgarnt ist bis zur Basis durchgesickert. Banken und Versicherungen sind auf bekannte Namen und Exponenten angewiesen um Seriosität mit Fachwissen bei ihren Klienten zu suggestieren. Auch ihre Einsitze in Versicherungen (ohne Funktion) kann man fast vermuten bei ihren Äusserungen.

    • @ Namor:

      „Guttenberg“, mit zwei ‚t‘ :-))
      Nein, ich habe mir den Titel noch redlich erworben, daher behalte ich ihn auch :-))

    • @ Namor

      Und, nein, ich sitze in keiner Versicherung ein, ich bin nur gewöhnlicher Versicherungskunde :-)) Und sorry, dass ich damit keinem Klischee dienen kann..

  4. bei solchen „Geschichten“ fragt sich doch was an den Illuminati, Freimaurer, etc ist… Mythos oder Realität? wo sind die Verschwörungstheoretiker???

    • @Geri,

      Es sind Ablenkungsmanövern – Nichts entspricht der Wahrheit! Es ist ein Konstruktionsfehler im Geldsystem der vom Bankensystem verchleiert wird. Im Alltag kenne ich viele Verschwörungstheoretiker, die sich selbst gar nicht als solche verstehen. Wenn zum Beispiel kurz vor Feiertagen die Tankstellen flächendeckend ihre Preise erhöhen, unterstellt man den Ölkonzernen eine geheime Preisabsprache mit illegalem Zweck – also eine Verschwörung. Diese allein auf Indizien und Annahmen basierende Vermutung ist ohne Beweise natürlich reine Theorie.

      Wir haben es also auch hier wieder mit einer Verschwörungstheorie zu tun, und die lässt sich schnell erkennen, wenn man die Frage: „Qui Bono? stellt.

      Gemäß dieser kurzen Begriffsbestimmungen müsste also jemand, der kein Verschwörungstheoretiker ist, daran glauben, dass der Weihnachtsmann real existiert und die Ölkonzerne nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, um ihre kommerziellen Interessen zu verfolgen. Er müsste quasi alles glauben, was man ihm erzählt, da er ja keine Verschwörungen vermuten darf.

      Die Möglichkeit einer Verschwörungstheorie sollte ein wesentliches Element jeder seriösen Forschung sein. Schließlich könnten vermeintlich „bewiesene“ Behauptungen auch auf Interessen bestimmter Lobbyisten beruhen, die damit neue Märkte entwickeln wollen. Schließlich unterliegt unsere Wirtschaftsordnung einem Wachstumszwang, den wir immer wieder kommunizieren.

      Denken wir nur an die leidige sogenannte Finanzkrise, die ja bekanntlich ein Systemdilemma ist. Leider ist keine wirkliche Zivilcourage gefragt, wenn es darum geht, sein Fähnlein in den Wind des Mainstreams zu hängen. Wer sich jedoch traut, eine vermutete oder ermittelte Verschwörung zu benennen, der wird von den Verschwörungsleugnern generalstabsmäßig in seiner Reputation demontiert, während die Masse der Bürger den Vorgang einfach ignoriert.

      Das herrschende verzinste Schuldgeldsystem ist ein Betrugs,- und ein Enteignungsmodell! Zentralbankgeld macht lediglich 3% und Giralgeld/Buchgeld 97% der Geldmenge aus.

      Als dem Finanzsystem aussen stehender nehme ich derzeit ca 40 Lehrbücher der Finanzmathematik unter die Lupe und löse dabei auch alle Aufgaben. Bezeichnend auch hier, dass den Studenten überall die letztlich auf Schmalstspurmathematik bestehende Finanzmathematik erläutert (etwa 5 ..10 Formeln mit Variationen reichen im Grunde für alle Finanzprodukte aus) und die unterschiedlichsten Finanzprodukte (schon allein das Wort “Produkt” für solche Dinge zu verwenden ist eine Beleidigung jedes Handwerkers) dargestellt. Nur als Aussenstehender nehme ich dabei offensichtlich noch wahr, dass die zum Teil Hirnverdrehenden Produkte und Begriffe nur mit Rechtsanwalt noch richtig ausgelegt werden können und offensichtlich nur einen Zweck haben: Verschleierung. Nicht die Matheamtik ist das Schwierige in Finanzmathematik sondern die künstlich geschaffenen mit dem Normalverstand in der Regeln nichts zu tun habenden Begriffe.Und gleichzeitig staune ich immer wieder, wie die Finanzwirtschaft es geschafft hat – natürlich völlig legal – überall kleine zusätzlich versteckte Rechenvorteile für sich hereinzuholen. Und die Abrechnung mit allen bitter bösen Konsequenzen für Alle!!! Beteiligten ist sicher nicht mehr allzu fern. Entweder der Ballon platzt die nächsten Jahre (trotz aller ebenfalls inflationär anwachsender Buchhalterischen Tricks, gebrochener Versprechen , gebrochener Verträge) oder mit einer Inflation wird versucht gesteuert Luft aus dem Ballon zu lassen um ein Platzen zu verhindern. Aber Sie wissen ja wie das mit dem Ketchup aus der Flasche ist. Zunächst kommt trotz intensiven Bemühens kein Ketch-Up aus der Flasche und dann liegt auf einmal plötzlich und ohne Vorwarnung die halbe Flasche Ketch-Up auf dem Teller . Soviel zur geplanten gesteuerten Inflation.

      Denken Sie autark!

      Beste Grüsse
      Der Praktiker

  5. Sehr interessante Meinungen, starke Worte und doch warme Luft. Um etwas zu verändern solltet ihr euch organisieren. Richtig wurde erkannt, dass in der Politik die Symbole der drei Affen bestens Platz haben und scheinheilig sich von den Machenschaften die Parteikassen und eigenen Taschen füllen lassen. Ob die SP oder die Grünen, hauptsächlich die Mitte-Parteien und die Rechts-Parteien haben die Persilscheine zu verantworten. Vergessen habe ich einige Gewerkschaften, die für den arbeitenden Unter- und Mittelschichten eine Einmalauszahlung errungen haben und dafür hinterrücks Kündigungen oder Zurückstufungen im Lohnbereich akzeptiert haben. Angefangen bei den Staatsbetrieben SBB, Post etc.. Die Aufsichtsbehörden stehen unter Beobachtung der Mächtigen/Geldadel und niemand riskiert gerne einen Arbeitsplatzverlust. Nur ein Werdegang in die Politik, an die Öffentlichkeit und nicht in diesem anonymen Forum kann Veränderungen bringen. Das Internet hat mehr Macht als lügen auf Wahlplakate.

    • Lieber Namor,

      Politik? Was glauben Sie, ist in diesem Fall des Banco Espirito vorgefallen? Die räuberische Erpressung mit der die Finanzwirtschaft ihre Verluste auf die Steuerzahler abwälzt sehen wir alle. In geheimen Gremien werden Milliardenbeihilfen für Finanzinstitutionen aus dem Geld der Steuerzahler ohne demokratisch legitimierte Kontrolle beschlossen. Staatliche Rettungsfonds verteilen ihre Milliarden an die Geldhäuser nach eigenem Gutdünken. Diese werden in geschlossenen Zirkeln auf der Basis unvollständiger Informationen beschlossen. Die Legislative bleibt außen vor.

      Es gibt in der realen Welt, auch und insbesondere Dank dem Internet, Bewegungen die konkret Veränderungen herbeiführen wollen. Vollgeld, Positive Money usw.
      Beste Grüsse
      Der Praktiker

    • Genau, Praktiker

      Genau dieses meine ich. Um diese Gremien, staatliche Rettungsfonds, staatliche Kontrollstellen wie die Finma und andere Bundesbetriebe zu kontrollieren, aber auch involvierte Personen zur Rechenschaft zu nehmen mit dem eigenen Vermögen benötigt es Wissende Personen wie Sie Praktiker und Dr. Ott etc. in der Politik in Bern. Personen, die öffentlich z.B. in der Arena, im Club oder in den Tagesschauen Rede und Antwort geben darüber. Nur wenn die Machenschaften an eine breite Öffentlichkeit getragen werden mit Konfrontation der verantwortlichen Personen können Veränderungen erreicht werden. Beispiel der Fall Vasela mit der horrenden Abgangsentschädigung. Da gab es in der Bevölkerung ein einiges Zusammenstehen.

    • @ Namor

      ..Das hier ist das Internet :-))

      Und wieso „Ihr“ – woher kommen Sie denn bitte ?

    • Das „Ihr“ sollte einen Anreiz sein die Öffentlichkeit zu nutzen. Politisch bin ich Parteilos und schreibe Regional Leserbriefe. Die letzte Veröffentlichung liegt eine Woche zurück mit dem Text:
      Pensionsalter 70 und Kassenprämien. Geldquellen für Manager wie geschaffen. Staatlich verordneter Selbstbedienungsladen.

      Bis 70 gleitend in Pension. Umwandlungssatz von derzeit 6,8 soll auf 6,0 Prozent gesenkt werden. Die Botschaft zur grossen Reform folgt im Herbst 2015. Obwohl immer mehr Menschen Rente beziehen, dürften die Vorsorgegelder der Pensionskassen nicht schrumpfen, rechneten die CS-Ökonomen vor. Zwischen 2004 und 2012 seien die verwalteten Vermögen der Pensionskassen von 484 auf 673 Mrd. Fr. gewachsen. Und derzeit kämen jährlich alleine von den Beiträgen 14 Mrd. Fr. mehr herein, als Sozialleistungen ausbezahlt würden. Zwar könnten die jährlichen Beiträge und ausbezahlten Sozialleistungen ab 2034 negativ werden wegen den Babyboomer, sagte Christen, aber die anfallenden Kapitalerträge dürften dies mehr als ausgleichen (Cash 26.08.2014). 2010 wurde eine Senkung von 7,2 auf 6,8 Prozent an der Urne verworfen. Die Pensionskasse der Bundesangestellten rechnet aber bereits jetzt mit 5,85%. Angstmacherei mit den Worten: könnte, wird etc. soll dem mündigen Bürger das Wohlwollen abgerungen werden zu kapitulieren. Wie bei der Grundversicherung der Krankenkassen hängen Schwätzer am Geldhahnen und wollen weiterhin von den Kundengelder abschöpfen. AHV (1 Mrd. Plus/Jahr), Pensionskassen (14 Mrd. Plus/Jahr). In der Grundversicherung einer Einheitskasse bleibt alles gleich wie jetzt. Ausnahme: es werden keine Gelder mehr verschenkt an Direktoren, Verwaltungsräte und Fürsprecher in der Politik und auch die lästigen Abwerbetelefonate von Callcentern erhalten nichts mehr von unseren Prämien.

      Es ist meine Meinung und soll diskutiert sein. Ein Ziel als nächstes ist ein Mandat in den Einwohnerrat in einer der grössten Gemeinden in der Schweiz.

    • Lieber Namor,

      Die Schulden des Einen sind die Guthaben des Anderen. Wollte man heute wirklich die gesamten Staatsschulden abbauen, müsste man im selben Moment auch nahezu alle Vermögen abbauen, also in etwa dieselbe Summe, die in den letzten 20 Jahren bei den vermögenden Privathaushalten auf Grund von Steuerprivilegien, Zinseszins usw. Sparvermögen hinzukam.

      Wer also ernsthaft vom Abbau der Staatsverschuldung spricht, muss auch offen erklären, wessen Vermögen er hierfür verringern möchte. Alles andere ist entweder nicht ernstgemeint oder beweist nur mangelndes Verständnis der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge von Guthaben und Schulden. Beides bedingt sich gegenseitig. Das Eine existiert nicht ohne das Andere. Wenn z.B. mehr fürs Alter gespart werden soll, dann muss sich im bestehenden Schuldgeldsystem auch jemand verschulden.

      Die mahnenden Worte aus Medien und Politik und korrupten WWL, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt, wir müssten den Gürtel enger schnallen und wir würden zukünftigen Generationen Schulden hinterlassen, müssen ein für alle Mal als absurde Lügen bloßgestellt und korrigiert werden. Wenn bei diesen Ermahnungen mit „wir“ wirklich wir alle gemeint sind, dann haben wir Schulden bei uns selbst – bezahlen deshalb Zinsen an uns selbst – und kassieren dafür Steuern von uns selbst. Dieses Nullsummenspiel gilt nicht nur für Steuern und Zinsen, sondern auch für eventuelle Rückzahlungen.

      Wieso glauben Sie, hat man Griechenland nicht Pleite gehen lassen? Verstehen Sie? Selbst ein Staatsbankrott führt nicht zu Not und Elend, wenn man ihn nur richtig anpackt, im Gegenteil, für die arbeitente Bevölkerung ist es die Erlösung, jedoch, für die Reichen und Superreichen ist es der Karaus!Noch heute weiss man nicht wer die beglückten Gläubiger sind hinter den miliarden schweren Rettungsmassnahmen mit Steuergeldern!! Regierungen, Politiker, IWF usw. geben keine Auskunft!

      Frage: ist das Realität oder Verschwöhrungstheorie? Freuen sich auf den Tag, wo Sie vom ersten Staatsbankrott lesen/hören – ich meine es Ernst!
      Beste Grüsse
      Der Praktiker

    • @ Praktiker

      Nein, wir Beide sind uns überhaupt nicht einig. Sie sind in ihrer Denke ein ausgemachter Sozialist, sprich ein Anhänger des Zwangs. Das passt nur leider nicht zum hiesigen Staatswesen. Welches ich gerne retten möchte.
      Dennoch Danke für die Wochenendgrüsse.

  6. @Dr. Ott,
    da sind wir derselben Meinung. Das verzinste Schuldgeldsystem ist die Wurzel des Übels. Am Anfang ist das Zinses Zins System für den Aufbau einer Wirtschaft ja verführerisch und positiv. Es wird immer ausreichendes Geld für Wirtschaftswachstum zur Verfügung gestellt und auch für die arbeitenden Menschen bleibt noch etwas übrig. In der Endphase des Systems ist aber kein Ausstieg mehr möglich und von der Droge immer mehr Geld und Schulden werden zunehmend stärkere Schüsse benötigt, solange bis sich das Ponzi System eben den Goldenen Schuss setzt.

    Ohne Wachstum in einer Welt mit begrenzten Ressourcen stößt das Ponzi System eben irgendwann mit 100% Sicherheit an die Grenzen (auch über die Schaffung des Euro Raumes wurde tatsächlich die obere Grenze noch etwas vergrößert, in der Endphase nützt aber rein mathematisch auch dies nicht mehr allzuviel).

    Die Grenzen des Zinses-Zins und Ponzi Systems sind sichtbar geworden , auch wenn das Volk noch zu 99% in Sicherheit gewogen wird.

    Dass Wirtschaftskrisen durch Hochzinspolitik der Notenbanken verursacht werden können, vermag das Publikum noch zu begreifen. Obwohl es sogar in derart einfachen Fällen schwierig wird, wie ich zu Beginn der 1980er Jahre erleben durfte, als die FED mit einem Zinssatz von 20% eine Weltwirtschaftskrise inszeniert hat. Die gleichgeschaltete Medienhetze gegen die Erwerbslosen und den Sozialstaat war trotzdem ein voller Erfolg und die Masse der Bürger lässt sich durch Medienpropaganda auch dann verhetzen, wenn die Sachlage ganz eindeutig ist, wie damals die Verursachung der Krise durch die Hochzinspolitik der Bundesbank unter Karl Otto Pöhl und der Fed unter Paul Volcker.

    Ganz schwierig wird es in allen Fällen, in denen die Hochzinspolitik durch Deflation verborgen wird. Dies war zum Beispiel in der Weltwirtschaftskrise 1929-33 der Fall, als die fallenden Löhne und Preise für einen Realzins von 10-20 Prozent sorgten, während die Nominalzinsen meist unter ihren Stand von 1928 sanken. Für Investition und Verschuldung ist der Realzins entscheidend, also die Summe des Nominalzinses zuzüglich der jährlichen Deflation. Das versteht der Bürger nicht so leicht und die VWL kennt in ihren Modellen wie der Neoklassischen Synthese keinen Realzins – sonst würden die Studenten noch dahinter steigen, wie Boom und Krisen wirklich funktionieren – und einige Professoren müssten ihren Posten binnen Minuten räumen!

    Eine Hochzinspolitik durch Deflation hat in Japan seit 1990 für die hohe Staatsverschuldung gesorgt und für die schlechte Konjunktur. Dem Publikum wird in den Medien aber der niedrige Nominalzins der Bank von Japan vorgezeigt, angeblich habe die Niedrigzinspolitik in Japan gegen alle keynesianischen Versprechungen die Konjunktur nicht beleben können, wird meist von Neoliberalen behauptet.

    In Japan sind seit 1990 die Immobilienpreise und die Börsenkurse um etwa 75% gesunken. Die vermögenden Japaner haben also durch reale Investitionen in den letzten zwei Jahrzehnten viel Geld verloren und die einst für diese Investitionen aufgenommenen Kredite belasten noch heute Banken und Unternehmen. Das Ergebnis ist ein überzogenes Geldsparen der Privaten und die dadurch steigende Verschuldung des Staates.

    Die Bank von Japan gilt unter Kennern seit 1945 als Filiale der FED der USA und wird mit ziemlicher Sicherheit daran gehindert, zusammen mit der japanischen Regierung eine sinnvolle Politik zu betreiben. Wieder und wie immer ist die Krise als Schockstrategie gewollt, um die japanische Gesellschaft aufzubrechen, so wie jetzt auch wieder in Europa. Um die Stagnation der japanischen Ökonomie zu überwinden, müsste nur die Deflation der Vermögenswerte durch steigende Löhne beendet werden.

    Das weiß selbstverständlich jeder Ökonom, bei uns wie in Japan. So wie hier die Löhne nicht steigen dürfen, um stattdessen mit Brüningscher Sparpolitik Griechenland, Spanien, Portugal, Frankreich und Italien in die Deflation zu treiben, so durften in Japan die Löhne nicht steigen, um die Vermögensanlagen in Immobilien und Aktien im Preis verfallen zu lassen.

    Dabei ist der Ausweg aus der Deflation ganz einfach und besteht in steigenden Löhnen, es ist also politisch auch noch kinderleicht durchzusetzen, wenn man will – beziehungsweise wenn die maßgeblichen Kräfte der Geldpolitik das so wollen. Wenn man sich eine Vorstellung von der japanischen Deflation machen will, könnten wir uns einen Fall des SMI in den nächsten 20 Jahren auf 800 Punkte vorstellen und unser Haus, heute für 1 Mio Sfr.- gekauft, ist nach zwei Jahrzehnten nur noch 250.000 Sfr.- wert, mit allen Hypotheken tief im roten Bereich. Genau diese Entwicklung ist vermutlich für den Euroraum – inkl. Schweiz jetzt geplant, daher ist das Beispiel Japan so wichtig.

    Schauen Sie nur die Statistik der Verteilung des Reichtums dazu an, selbst erklärend für den Sinn und Zweck des Ponzi Systems Geld-und Finanzwirtschaft ). Mit den Gewinnen können Realwerte erworben werden, genauso wie mit mühsam erarbeitetem Geld von normalen Menschen.Die Verluste aber können dank der engen Verflechtung mit der Politik den Staaten und damit wieder den normal arbeitenden Menschen zugeschoben werden. Diese normal arbeitenden Menschen zahlen damit gleich zweifach: Zum einen werden ihre Sparvermögen durch das in die Realwelt fliessende Monopoly Geld der Banker im Wert entsprechend vernichtet und zum zweiten zahlen sie nochmals, indem ihre ehrliche Arbeit nochmals mit zusätzlichen Steuern für das Verzocken der Banker belastet wird.

    Und was ihre Formel von exp(ln) oder auch ln(exp) angeht: Dann wird das notwendige Geld-und Schuldwachstum, das gerade jetzt zusehends an Fahrt aufnimmt, eben elegant auf andere Art und Weise durch den Staat und die Notenbanken direkt erzeugt: Japan verdoppelt allein in den nächsten 2 Jahren die Geldmenge um den Faktor 2. In USA und Europa läuft ähnliches ab, die Schulden explodieren um das Ponzi-System noch eine Weile am laufen zu halten und es werden immer neue innovative Wege gefunden um nach aussen den unablässig wirksamen und für das System notwendigen Zinses-Zins Effekt scheinbar verschwinden zu lassen.

    Schönes Wochenende und Beste Grüsse
    Der Praktiker

  7. @ Herrn Ott —Verbesserung

    Die US-Hegemonie gegenüber Europa wäret mehr denn 100 Jahre.
    Das legendäre Bankgeheimnis wäre schon mit Ende WKII durch die Alliierten terminiert worden. Nur ein Zufall half der Schweiz.

    Investmentbanking investiert in die Dummheit der für schwächer gehaltenen Mitspieler; das Spiel ist längst globalisiert.
    Die Banker werden von Staaten benutzt , die sich totalitärer entwickeln.

    Schulden von Staats wegen „wegdrucken“, hieße Sparer enteignen, Kreditrisiken zu relativieren.

    Der deutsche Finanzminister kriecht in viele Hinterteile: z.B. der Industrie, der Meinungsumfragen, der Amis, usw.

    Das schweizer Problem sind weder Amis noch Deutsche, sondern die Labilität der Führungsschicht

    • Stimme Ihnen zu. Die CH Elite aus Mitte-Links Kreisen ist in einen degenerativen Wohlstand verfallen. Naivität machte sich allenthalben breit im Parlament aber auch im Bundesrat. So wird der finanzielle Druck auf die CH Bevölkerung in den nächsten Jahren steigen (höhere Abgaben, Steuern usw.). In schon 3 Jahren wird man sich nicht mehr erinnern, warum es so gekommen ist und unsere Finanzministerin aus der BDP wird dann ihre Ruherente von CHF 220’000 im Jahr im schönen Bündnerland geniessen.

    • Danke, guter Punkt – zwingt mich zur Präzisierung:

      Ich meinte nicht, bestehende Staatsschulden wegzudrucken. Sondern keine neuen mehr zu machen, stattdessen das „Geld“ für die künftigen Staatsausgaben zu „drucken“. Nicht, es sich gegen Zinsen und Verpflichtung weiter zu leihen.
      Und private Kreditverhältnisse bleiben wie gehabt.

      Zugegebenermassen ist der Systemwechsel nicht ganz einfach. Was geschieht mit den vorhandenen Schulden? Nun, mE erledigt sich das binnen weniger Jahre dank vorhandener Inflation bis hin zu Währungszerfall (zB Euro) eh von selber. Leider.

      Und was die rd 100 Jahre bzw. WK II betrifft – mE wurde der Entscheid schon beim Wiener Kongress getroffen 🙂

  8. @ Herrn Ott

    Die US-Hegemonie gegenüber Euro wäret mehr denn 100 Jahre.
    Das legendäre Bankgeheimnis ärerwäre schön mit Ende WKII durch die Allierten terminiert worden. Nur ein Zufall half der Schweiz.

    Investmentbanking investiert in die Dummheit der für schwächer gehaltenen Mitspieler. das Spiel ist längst globalisiert.
    Die Banker werden von Staaten benutzt , die sich totalitärer entwickeln.

    Schulden von Staats wegen „wegdrucken“, hieße Sparer enteignen, Kreditrisiken zu relativieren.

    Der deutsche Finanzminister kriecht in viele Hinterteile: z.B. der Industrie, der Meinungsumfragen, der Amis, usw.

    Das schweizer Problem sind weder Amis noch deutsche, sondern die Labilität der Führungsschicht

  9. Ich kann den Kommentatoren hier nur zustimmen:

    – Die Amerikaner führen mE einen Wirtschaftskrieg gegen unser jahrhundertealtes, erfolgreiches Bankwesen.
    – Und die EU führt einen politischen Krieg gegen unsere erfolgreiche Direktdemokratie.

    Leider stimmen hierzulande viel zu viele in den Chor ihrer Gegner mit ein, ohne zu merken in welche Falle sie laufen..

    Die grösste Steueroase der Welt nach Auffassung einer britischen Organisation für Steuergerechtigkeit ? Nein, nicht die Schweiz, nicht FL, nicht Cayman Island: Der US-Bundesstaat Delaware !

    Dann zur Aufsicht: Die Betrügereien zu Lasten der Kunden im globalen -vor allem- Investment-Banking sind kolossal: Vom Ratingbetrug bei der letzten Subprime-Hypothekenkrise über unzählige Rohstoffmanipulationen, Zinsmanipulationen, Front-Running, etc. Und das seit Jahrzehnten. Und fortdauernd.

    Was uns davon berichtet wird, ist nur ein Anfang. Davon zeugen die inzwischen rasch auf rd. 250 Milliarden USD angestiegenen Bussen gegen Banken binnen weniger Jahre. Eine gigantische Summe. Wie hoch muss dann das zugrundeliegende Betrugsvolumen erst gewesen sein ?! Zumal das offenkundig erst die Spitze des Eisberges zu sein scheint.

    Hat je eine Aufsichtsbehörde einen dieser Fälle VERHINDERT ? Meines Wissens nach keinen Einzigen! Ja, aufgedeckt wurden sie, aber vielfach dann wieder die Augen zugedrückt. Allenfalls die Kleinen wurden gehängt.

    Warum ist das so ? Es dürfte nicht an den Mitarbeitern liegen. Aber Gesetzesauslegung und oberste Verantwortliche verhindern die notwendige Arbeit:

    Banker, jedenfalls die Grossen, geniessen weltweit ganz offenkundig Immunität. Die Regierungen dieser Welt drücken alle Augen zu. Warum? Wohl weil sie befürchten, ohne Banker ihre -ausufernde- Staatsverschuldung nicht mehr finanziert zu bekommen.

    Das Problem dabei ist, dass das ein Denkfehler ist, der den Bürger als Sparer und Steuerzahler jede Menge Geld und inzwischen auch immer mehr Privatsphäre kostet:

    Staatsanleihen sind praktisch Geld = Währung. Und rd. 70% davon weltweit sind bislang aufgelaufene Zinsen an (Zentral-)Banker. Was für ein Irrsinn – für die Ausgabe von Währung Zinsen an Banker zu bezahlen !

    Dabei gäbe es simpel den Weg, den Regierungen mit ihren jährlichen Defiziten eh längst -eben nur zum Teil und via Umweg über (Zentral-)Banken- beschreiten: „Drucken“.

    Genau, das Geld für Staatsausgaben jährlich in Form zinsloser elektronischer Währung einfach von Staatswegen „drucken“. Zu 100% statt nur jährlicher Staatsdefizite von um die 3% herum. Viel billiger, da ohne Zinsen ! Dabei noch effizienter. Auch ohne Streit wie zB um die Frankenanbindung bzw. erst recht innerhalb der EU um die gemeinsame Währung..

    Also – es wäre so einfach. Und man bräuchte weder dem deutschen Finanzminister in Hintern kriechen noch den Amis, noch den Zentralbankern noch den Bank-CEO’s hierzulande. Im Gegenteil – man könnte sie endlich zur Rechenschaft ziehen. Wie jeden anderen Bürger für andere Vergehen auch.

    Hoffentlich wacht das Volk noch auf bevor es zu spät ist:
    Ab voraussichtlich Q1 2016 laufen wir in die nächste Weltrezession für rd. 4 Jahre. Sie wird infolge der Banken- = Staatsschuldenkrisen in Europa schlimmer als die letzte von 2007. Unsere Versäumnisse im Bereich der Judikative wie Executive werden sich also bald rächen..

    Ach so, ja, noch eines: Die Schweiz hat das Banking nicht erfunden (das war in Oberitalien, in Siena), aber mit entwickelt: Von Genf aus erfolgte die Finanzierung der Seewege zur Erschliessung Amerikas – ob das im Rückblick wirklich eine so gute Idee war.. ?

    • @Dr. Ott,

      Sie schreiben Zitat:

      Ach so, ja, noch eines: Die Schweiz hat das Banking nicht erfunden (das war in Oberitalien, in Siena), aber mit entwickelt: Von Genf aus erfolgte die Finanzierung der Seewege zur Erschliessung Amerikas – ob das im Rückblick wirklich eine so gute Idee war.. ?

      Zitat Ende.

      Mit Marktwirtschaft und Privateigentum an Produktionsmitteln ist es zu gewaltigen Vermögenkonzentrationen gekommen. Diese Vermögen konzentrierten sich bei wenigen reichen und mächtigen Familien.

      Es waren die skrupellosesten und kriminellsten Persönlichkeiten, die sich in den USA stets als „Philanthropen“ feiern ließen, also die Räuberbarone und Gangsterkapitalisten wie etwa Rockefeller und Morgan, die schließlich mit ihren Trusts und Konzernen die Staaten und deren Politik beherrschten.

      Sie inszenieren Kriege und Wirtschaftskrisen zur weiteren Mehrung ihres Vermögens und ihrer Macht. Sie beherrschen nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Massenmedien, die Parteien und nicht zuletzt mit ihren Verlagen, Stiftungen und Forschungsaufträgen die Wissenschaft und die Schulen und Universitäten. Eine Weltrevolution brauchen sie nicht zu fürchten. Bei ihrem Einfluss auf die Gesellschaft lassen sich keine Mehrheiten friedlich für eine Diktatur des Proletariats mobilisieren und alle Gewaltmittel sind ebenfalls unter Kontrolle der Finanzoligarchie.

      Fürchten mussten sich die Oligarchen allein vor der Bildung eines an Zahl ebenso geringen Kreises gut informierter, organisierter und handlungsfähiger Gegner, die nicht wie die Marxisten von der Weltrevolution phantasieren und die lohnabhängigen und damit leicht erpressbaren Arbeiter zu mobilisieren versuchen, was immer vergeblich bleiben wird. Ein ganz kleiner, dafür gut organisierter und finanziell unabhängiger Kreis, der über die Verbrechen der Oligarchen aufklärt, die nächste Inszenierung von Krisen und Kriegen zu verhindern versucht und deren Urheber bekämpft, ist der Alptraum aller Plutokraten. Autokraten wie der russische Zar fürchteten die Anarchisten und nicht die Marxisten, weshalb „Das Kapital“ von Marx in Russland unbeanstandet gedruckt und verbreitet werden durfte und die Ochrana gezielt Marxisten förderte, die Marx dann studierten und diskutierten, so dass die rebellischen Bürger und die Studentenschaft beschäftigt waren.

      Durch die erste größere Nachkriegsrezession 1966/67 waren sofort alte Geister geweckt worden, die sich noch gut an die Weltwirtschaftskrise 1929-33 erinnerten, vor allem an Keynes und seine Forderung nach einer expansiven Geldpolitik und staatlichen Maßnahmen gegen die Massenerwerbslosigkeit. Die Neoliberalen mussten sich also etwas einfallen lassen, um die Anhänger von Keynes zu diskreditieren und aus dem Bewusstsein jener Generation junger Menschen zu verdrängen, die bald zeitlebens unter den von der Geldpolitik geplanten Krisen zu leiden haben würden.

      Das gab den Anstoß für den Neomarxismus und die 68er-Bewegung an den Universitäten. Junge Studenten lasen wieder das Kapital von Karl Marx und diskutierten unter den Bildern von Marx und Engels und Lenin und Stalin oder Trotzki und Mao und Che Guevara die glorreiche Zukunft der Menschheit im kommenden Sozialismus. Das Bürgertum erregte sich mehr über die Drogen und die freie Liebe als über die Wertformanalyse und fürchtete um seinen Besitz. Während die Marxisten die Weltrevolution planten, konnten die Chefideologen des Neoliberalismus sich in den Kreisen der Wirtschaft und sogar bei den Kleinbürgern als letzte Hoffnung andienen. Die Werke von Mises und Hayek wurden dem Bürgertum die frohe Botschaft zur Rettung vor den von ihren Kindern an den Universitäten studierten Revolutionsideen von Marx und Engels.

      Es war alles nur Täuschung und ein übler Trick. Aber der Hintergrund blieb fast völlig verborgen und erschloss sich nur wenigen Spezialisten des Keynesianismus. Die wunderten sich über das von den marxistischen Schulungen strapazierte Thema der Krisen des Kapitalismus im Lichte der Werttheorie nach der kurze Rezession 1973/74. Erst nachträglich wurde diese exakte Krisenvorhersage der führenden Ideologen des Neomarxismus verdächtig und heute dürfte im Rückblick alles klar sein.

      Wir sind in der Endphase dieses ungerechten Systems und das ist gut so!
      Beste Grüsse
      Der Praktiker

    • @ Praktiker

      Leider eine ideologische Verblendung:

      Der Kommunismus ist untergegangen. Auch der Sozialismus ist untergegangen – erst im Osten und derzeit passiert’s im Westen.

      Im K. hatten alle Eigentum an allem. Stellen Sie sich eine Schule vor, in der jeder die gleichen Noten erhält – ohne Anstrengung. Wie lange geht das gut bzw. was bringt das ?

      Im S. gibt es zwar Privateigentum, aber wachsende Umverteilung, sprich, immer mehr leben via Steuern auf Kosten der Anderen. Nur, wie sagte schon Margret Thatcher so schön: „The only problem with socialism is that eventually you run out of other people money“.

      Im Wirtschaftsbereich ist das Problem beider Ideologien, dass sie Zyklen negieren bzw. glauben, die Wirtschaft „steuern“ zu können – Rezessionen zu vermeiden, Hochkonjunkturen zu verlängern, usw. Und dazu in erster Linie Steuern und Zinsen/Schulden einsetzen, sprich Privateigentum rauben sowie das Geldwesen missbrauchen.

      Es gibt jedoch überall und ständig Zyklen aus physikalischen Gründen – von der Lichtwelle bzw. dem Elektromagnetismus über Jahreszeiten, Wetter, Tag und Nacht, bis vermutlich zum Auf und Ab an den Börsen.

      Anstatt da überall -letztlich vergebens- staatlicherseits einzugreifen, sollten wir uns besser mit all diesen Zyklen befassen und mit ihnen leben. Damit könnten im Wirtschaftsbereich die meisten Ideologien aber ad acta gelegt werden. Was jedoch ein echter Glücksfall für die Menschheit wäre.

      Unsere ungleiche Vermögensverteilung kommt also nicht von Wettbewerb, Privateigentum, sprich „Kapitalismus“ generell, sondern von der Fehlkonstruktion unseres Währungssystems, wie ich oben geschrieben habe, sowie dem Einsatz unserer Währung zur Gegensteuerung und „Bekämpfung“ der Zyklen.

      Dass wir das Auf und Ab in der Wirtschaft -was zB manchmal schlicht von Wetterzyklen her rühren kann- „bekämpfen“ anstatt damit zu leben, ist aus meiner Sicht schlicht Quatsch. Und dass wir für die simple Ausgabe von Währung bei einer wachsenden Wirtschaft diese uns von einem selbst geschaffenen Monopolanbieter leihen und dafür exponentiell Zinsen bezahlen, ist ebenfalls schlicht Quatsch.

      Zumal das einfach anders aufgesetzt werden könnte. Ohne das Kreditwesen abzuschaffen, wofür Sie immer wieder plädieren. Man braucht dafür also weder die Zwangsmittel des Kommunismus noch des Sozialismus. Im Gegenteil:

      Wenn Geld für Staatsausgaben einfach zinslos auf elektronischem Wege jedes Jahr im Rahmen eines Haushaltsbudgets „gedruckt“ würde, könnte man sogar auf alle direkten Steuern verzichten. Leben ohne Verfolgung, sprich ohne FATCA, ohne Steuer-CD’s, und ohne Zwang, ständig eine Einkommensteuererklärung abgeben zu müssen.

      Man bräuchte auch kein Bankgeheimnis abschaffen, und vieles Andere nicht tun, was derzeit in der Hektik mE alles „verbrochen“ wird.

      So einfach. Voraussetzung ist nur, dass man das Geldwesen versteht. Und Zyklen als das wahrnimmt, was sie sind: Natürlicher Bestandteil dieses Universums wie auch unseres Lebens.

      Also überdenken Sie doch bitte endlich Ihre Ideologien.

  10. Auch beim ASE/BKB-Riesenbetrug spielt die Finanzmarktaufsicht eine zwiespältige Rolle.

    Im 25-seitigen U’bericht listet die FINMA akribisch gravierendste Organisations- und Gewährsmängel auf, „…bei der BKB ZH-Aussenstelle muss sich die Frage, dass es sich um einen rechtswidrigen Sachverhalt handeln könnte, geradezu aufgedrängt haben (S. 18/25).“ usw. – Trotzdem werden nur ungenügende Massnahmen ergriffen und z. B. keine Strafanzeige gegen die BKB eingereicht.

    Dies wiederum nimmt der a. o. STA Karl Knopf in Aarau (gem. Tel. von gestern) zum Anlass, um BKB/Homburger frisch und fröhlich in die Liste der Hunderten von ASE/BKB-Betrugsopfern aufzunehmen. Meine Prognose: Anlässlich des Gerichtsprozesses (sofern er überhaupt stattfindet) werden die 3 derzeit Beschuldigten durch Abwesenheit glänzen und sich mit der Beute schon längstens ins Ausland abgesetzt haben.

    • Ein ganz schönes Beispiel! eine wegschauende FINMA kombiniert mit einer trägen Staatsanwaltschaft. Das Resultat dürfte allen klar sein. Die BKB und deren Verantwortliche kommen ungeschoren davon, denn die Geschädigten haben keine Chance legal an die notwendigen Unterlagen und Informationen zu kommen ohne die Unterstützung FINMA.
      Die FINMA schreibt sich Anlegerschutz auf die Fahne, praktiziert aber Täterschutz.
      Es wurden zwar etliche Personen bei der BKB entlassen, doch haben diese wieder Anstellungen, zum Teil in führenden Positionen bei Clientis und VPB gefunden. sehr befremdlich, dass dies die FINMA zulässt.

    • Völlig einverstanden – Billag ist eine Steuer und FINMA wird ebenfalls vom Steuerzahler berappt. ABER:
      Abschaffung ist unmöglich weil Politiker das Sagen haben.

    • Ganz nutzlos ist die Finma aber nicht: sie ist ein Gefäss, um vielen Ausländern eine Stelle zu bieten, die sonst wohl Arbeitslosengeld beziehen würden.

    • Die FINMA wird von den Banken finanziert. Deshalb wird sie auch nie eine unabhängige Aufsichtsbehörde sein. Aber noch tragischer ist die Tatsache, dass die für die FINMA verantwortliche Bundesstelle, das Finanzdepartement unter Bundesrätin EWS, keinen Handlungsbedarf sieht. Und das, obwohl bei der FINMA erwiesenermassen eklatante Mängel herrschen. Man lässt die FINMA einfach gewähren, seit Jahren. Das zeigt doch, dass möglichst niemand bei Bund, Parlament und natürlich bei den Banken eine Änderung wünscht. Trotzdem berufen sich dann Gerichte bei Klagen gegen Banken auf FINMA-Gutachten. Perverser geht’s nicht mehr!

  11. Offensichtlich wurde das Omnibus-Konto in erster Linie dazu eingerichtet, um die Feststellung der wirtschaftlichen Berechtigung an den möglicherweise heiklen Kundengeldern zu umgehen. Das heisst: Kein Formular A, keine Kundenprofile, keine Abklärungen zur Herkunft der Gelder, keine risikoorientierte Überwachung der Ein- und Ausgänge usw.
    Ich hoffe, die Finma schaut hier sehr genau hin.

    • Liebe Frau Dr. B. Lugosi,

      Richtig. In der Tat, kann man nur hoffen, das an den Strukturen der Finanzwirtschaft bald radikal angesetzt wird, um zukünftigen Schaden für Wirtschaft und Gesellschaft abzuwenden. Die Finanzwirtschaft muss marktwirtschaftlichen Regeln unterworfen werden, die sich in der Realwirtschaft bewährt haben. Glücksspiele und Wetten müssen als solche behandelt werden, auch wenn sie Finanzinnovation genannt werden. Hierbei können nationale Regeln sehr effektiv sein. Spanien hat z.B. seinen Banken verboten, strukturierte Finanzprodukte in Zweckgesellschaften auszulagern und damit vor Verlusten aus diesen Geschäften bewahrt. Der Verweis auf internationale Regelungen darf nicht Entschuldigung sein für fehlende nationale Regelungen. Sparer und Steuerzahler können und müssen geschützt werden durch nationale Gesetze.
      Beste Grüsse
      Ihr Praktiker

    • Die FINMA führt sich in der Schweiz auf wie die Raubritter im Altertum. Wenn man aber näher hinschaut, dann bemerkt man zwei Dinge. Erstens finden die FINMA-Raubritter keine Arbeit in der freien Arbeitswelt und die Hälfte von Ihnen sind aus dem grossen Kanton. Eine solche Mischung kann leider nicht gut kommen. Und das Beste. Unser Superparlament lässt sie gewähren und findet deren Massnahmen noch angebracht. Die Finanzkontrolle als Aufsicht sitzt im gleichen Boot und schaut weg. Soweit haben wir es in der Schweiz gebracht. Tolle Leistung. Bravo.

    • @hawkeye „Ausländer raus“.
      In der Schweiz wurden Generation um Generation
      Banker ausgebildet zum Anstiften und Verstecken von Schwarzgeld. Im aktuellen Fall hat man sogar ein „Gutachten“ erstellt, um sich oder Aufsichtspersonal zu beruhigen.
      Das war/ist Schweizbanking.

    • @Karl Springer,
      Richtig. Es ist ein Meisterstück medialer Meinungsmache, dass unter Schürung latent vorhandener Fremdenangst der Öffentlichkeit ständig suggeriert wird, die Schweizer Banken – Industrie sei Opfer von ausländischen Wirtschaftskapitäne, die nebenbei bemerkt: von den Schweizer Eliten in unserem Land aus opportunistischen Gründen hineingeschläust wurden/werden. Das Gegenteil ist richtig und wird durch Fälle die aktenkundig sind widerspruchsfrei und lückenlos belegt.
      Beste Grüsse
      Der Praktiker