Risk-Chef der CS stellt 50+-Leute auf Strasse

Ex-McKinsey entlässt Schweizer Seniors – verlagert Kontrolle nach Billig-Breslau – verrät seine 10 „Gebote“.

Joachim „Jo“ Oechslin hat 10 Gebote für sein Risk-Management der Credit Suisse erlassen. Oechslins 7. Leitsatz lautet: „Consider long term implications“.

Nun verletzt der Ex-McKinsey-Mann und neue oberste Risikoüberwacher der Grossbank soeben diese Aufforderung.

Letzte Woche gab Oechslin eine weit reichende Reorganisation seines 2’000-köpfigen Risiko-Ladens bekannt, dies als Folge eines scharfen Kostenauftrags von oben.

Oechslin, der Anfang Jahr seinen neuen Job begann und in der Konzernleitung der Grossbank sitzt, setzt den Befehl seiner Chefs nicht kreativ um, sondern wie ein strammer Parteisoldat.

Je grösser der Kostenblock, desto schärfer Oechslins Messer – so sein Motto.

Die Folge ist ein Braindrain der besonderen Art. In einem Team in Zürich, wo rund zwei Dutzend CS-Risikomanager mit enorm viel Wissen sitzen, soll ein Drittel über die Klinge springen müssen.

Was zeichnet diesen Drittel aus? Ganz einfach: Alles sind Leute, die in der Zentrale sitzen, zwischen 50 und 53 Jahre alt sind und ein einzigartiges Knowhow ausweisen.

Warum entlässt Oechslin gerade sie? Noch einfacher: Weil sie am meisten kosten.

Oechslin denkt ans Hier und Jetzt. Er muss für CEO Brady Dougan und Finanzchef David Mathers schnell Resultate bringen.

Aus CS-Kreisen heisst es, dass Abbau-Massnahmen der letzten Monate keine Altersgruppe überproportional betroffen hätten. Bezüglich dem neuen Programm sei noch niemand konkret betroffen.

Oechslin, ein Schweizer mit Versicherungsmentalität – er war lange bei der Winterthur, nach dem Verkauf kurz bei der Axa, dann mehrere Jahre bei der Münchner Rück – könnte auf Nummer sicher gehen.

Mit einem Entscheid, auch teure Leute auf die Strasse zu setzen, würde Oechslin in der internen Hackordnung gut dastehen. Er würde dann die Payroll senken und sich gegenüber Direktoren gnadenlos zeigen.

Laut einer Quelle sind die 50+-Jährigen im Risk-Management besonders vom Abbau betroffen. Trifft das zu, dann stellt sich die Frage, ob dies ein guter Entscheid für die Zukunft wäre?

Fragezeichen kommen auf. 3 Punkte stechen ins Auge.

Oechslin würde mit dem Abbau von 50- bis 54-Jährigen erstens gegen seine eigenen Gebote verstossen und zweitens Leute loswerden, die in Kürze Kündigungsschutz geniessen würden.

Drittens würde der neue Risk-Chef Langzeitschäden in Kauf nehmen, wenn die Risiken statt von Topleuten in Zürich von Kollegen in der CS-Billig-Factory im polnischen Breslau überwacht werden, wie das neu der Fall sein soll.

„By adopting these behaviors in your day-to-day activities, you can help to reduce operational risk losses, enhance Credit Suisse’s financial performance and safeguard our reputation“, schrieb Oechslin kürzlich seinen Mitarbeitern.

Der Risikochef der Bank machte damit Werbung für seine 10 „Business Conduct Behaviors“. Sie fassen in Kurzform das gewünschte Verhalten für die knapp 50’000 Banker zusammen.

Es handelt sich um ein Sammelsurium unterschiedlichster Aufrufe. Die CS-Mitarbeiter sollen für ihre Taten geradestehen, die Kunden fair verhalten, offen und ehrlich kommunizieren.

Sie sollen integer sein und „inappropriate behaviors“ widersprechen, aufmüpfig sein, rasch Missstände nach oben melden und – eben als Gebot Nr. 7 – die „Langzeitwirkung“ des eigenen Tuns bedenken.

Schliesslich alles Alte stets hinterfragen, sich selbst auf den Prüfstand legen und lebenslang lernen.

„Bringing the Business Conduct Behaviors to life“, fährt Oechslin in seinem Manifest fort. Sonst, so befürchtet der CS-Riskchef offenbar, bleiben sie toter Buchstabe.

Oechslin geht voraus – und greift daneben.

In der CS gilt eine interne Übereinkunft zwischen Management und Personalvertretung, dass Leute ab 54 oder 55 nicht mehr entlassen werden.

Damit geniessen diese einen impliziten Kündigungsschutz bis 58 oder 59, wenn sie sich – zu einschneidenden Konzessionen – frühpensionieren lassen können.

In schönen Worten wird ein Programm namens „Netzwerk 50+“ gepflegt. Damit gibt die CS sich nach innen und aussen als vorbildlicher Arbeitgeber.

Wenn Oechslin – wie von der Quelle behauptet – in einem wichtigen Risikoteam knapp 10 Leute entlässt und es sich bei diesen ausschliesslich um Mitarbeiter zwischen 50 und 54 Jahren handeln soll, dann würde er keine Vorschrift verletzen.

Doch er würde sich dem Verdacht aussetzen, dass er Kollegen aufgrund eines spezifischen Merkmals benachteiligen würde: der Zugehörigkeit zur Gruppe der älteren, gut bezahlten Schweizer.

Es sind Experten mit stolzem Salär und vorteilhaften Konditionen, wie sie eine CS bietet.

Es sind gleichzeitig Leute mit schulpflichtigen Kindern, die nicht wie Wanderarbeiter oder Expats wenig ortsgebunden sind.

Theoretisch könnten sie nach Polen ins sogenannte „Center of Excellence“ der CS dislozieren, wohin Oechslin einen Teil seines weltumspannenden Risk-Bereichs verlagern will.

Nur: Wer will das wirklich?

C’est la vie, könnte man sagen. Doch es gibt einen Aspekt, der weniger leicht vom Tisch zu wischen ist.

Mit einem Ansatz, alt-gediente Schweizer zu entlassen und die Risiken von jungen, hungrigen Billigleuten in Polen zu überwachen, würde Oechslin neue Gefahren heraufbeschwören.

Ausgerechnet die operationellen Risiken, die er mit seinen 10 „Geboten“ reduzieren will, könnten durch das Vorgehen in der neuesten Sparrunde dereinst zunehmen.

Wie überall wird auch im Banking Erfahrung entscheidend. Die Abstürze der letzten Jahre haben klargemacht, dass es mehr Know-how und mehr kritische Geister im Innern der Banken braucht.

Oechslins Reorganisation zielt in die Gegenrichtung. Erfahrung und Kritik werden beseitigt, willige Jungspunde befördert.

Just jene Grossbank, die seit ihrem Kniefall im US-Steuerdisput als kriminelle Organisation gilt, riskiert beinahe mutwillig neue „Unfälle“ in der Zukunft.

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59 Kommentare zu “Risk-Chef der CS stellt 50+-Leute auf Strasse

  1. an alle die sich hämische freuen über die dummen 50zig jähriger, die nicht mehr mithalten können. Auch ihr werden mal 50 und dann werdet ihr ebenso ausgebeutet von diesem Geiersystem.Und Drady Bougan und wie dann der neue CS Chef heißt wird dann auch kein Mitleid haben mit Euch.
    Ader Gehler liegt im menschenverachtenden System.

  2. Mit diesem Managementverhalten wird einmal mehr klar aufgezeigt, mit welcher Herzlosigkeit in der Branche gearbeitet bzw. geführt wird. Wer ein solches Geschäftsgebaren an den Tag legt, muss sich nicht wundern, wenn man bei der Reputation in der Branche und im eigenen Unternehmen nicht vom Fleck kommt. Zwei Milliarden Busse zahlen und ü50 Arbeitnehmer auf die Strasse stellen, krasser gehts nimmer.

    • entgegen den gebetsmühlenartigen Beteuerungen, z.B das die CS hervorragend aufgestellt sei, die alle aus der GL kommen, ist die CS klinisch tot. Ob eine Reanimation gelingt ist fraglich. Die Geldsauger Therapie (damit ist das Ekel auslösende Bonussytem gemeint das nur nur der Selbstbereicherung von Spitze und MDRs dient) ist der totale Fehlschlag. Händeringend wird nach Geschäftsmöglichkeiten gesucht, aber der grösste Teil endet mit einem Fehlschlag.Aber leider oder auch Gott sei Dank ist es so, dass nicht der pure Materialismus den Gang der Dinge bestimmt, sondern der Geist, der die Welt lebendig macht. Und dieser muss in den Herzen der Menschen leben.
      Durch die Gier nach Macht und Geld wurden der Verstand der Führungsriege benebelt und die Herzen sind nicht mehr frei. Dadurch können neue Sachen und eine Veränderung nicht mehr beherzt angegangen werden. Alles dreht sich nur noch darum ob es sich (finanziell) lohnt, und diese Einstellung ist mittlerweile nach 8 Jahren Fehlentwicklung durch alle Ritzen und Wege nach unten durchgesickert. Selbst die lower ranks, man könnte auch sagen loser ranks sind schon sehr befangen in ihrem Denken, infiziert von einem Karrieredenken oder alternativ durch die Frustration sodass die Vorhaben oftmals meist schon im Ansatz auf die falsche Bahn geraten.
      die ausgesprochenen Kündigungen der bedauernswerten Mitarbeiter über 50 sind ein Befreiungsschlag um Platz zu machen für eine Frischblutinfusion.Sie wird aber nichts bringen, denn die Jungen haben zwar mehr Schwung, aber dafür glauben sie umso leichtfertiger, was die Geld-ist-Geil-Evangelisten tagein und tagaus verkünden:
      die Notwendigkeit der Opfergaben auf den Altar zur Anbetung des Geldes. Und das sind gar viele!

      Bringt also weiterhin Eure Opfergaben, wenn Ihr denn wollt. UND TRÄUMT SCHÖN WEITER. Alle anderen sollten fröhlich gehen, denn das echte Leben wartet auf sie.
      In der CS GL sind grösstenteils Verkündiger der falschen Werte.

  3. Nun, obwohl ich grossen Respekt vor dem Alter habe, so sind einige (nicht alle) ü50 sehr festgefahren. Und zwar im Ausmass wie Junge zu übermütig sind.

    Es gab mal eine Zeit, da befasste sich der Patron (die Patrona) mit den Mitarbeitern. Um es gar nicht so weit kommen zu lassen. Um nicht zuviel zu rekrutieren um dann wieder einzuschneiden. Vorausdenken also. Dafür scheint man nun also auch im Risk (die letzte Bastion) keine Zeit mehr zu haben.

    Zeit und Geduld ist jedoch das, was der Finanzplatz weltweit braucht um Vertrauen zurückzugewinnen. Ganz schlechtes Zeichen im Risk.

    Es gibt so bald keine klugen Köpfe mehr in den Banken.

  4. Die CS ist aber nicht die einzige Bank, die ü50 entlässt. Auch bei anderen Bank ist das die Normalität – besonders bei einer mit 3 Buchstaben. Diese stellt übrigens auch keine ü50 mehr an, sondern nur Jüngere und mit Vorliebe aus den Ausland

    Als Kunde hat man mir vor kurzer Zeit einen vollmotivierten jungen 30-jährigen zugeteilt. Er wollte mir nur überteuerte Produkte verkaufen. Auf meine Wünsche ist er nicht eingegangen Ich habe inzwischen zu einer kleinen Regionalbank gewechselt.

    Warnung alle u50. Auch Ihr werdet mal ü50!!!

    • Lieber Herr Steiner, da hatten Sie ja fast noch Glück einen 30-jährigen zugeteilt zu erhalten (übermotiviert). In der Regel sind solche Berater noch jünger, noch übermotivierter und vor allem noch ahnungsloser. CRM scheint bei vielen ein Fremdwort zu sein. Die verkaufen alles, ob es Produkte (keine Lösungen) aus der Fondspalette sind oder eben Tiefkühlerbsen.

      Die Geschichte mit den ü50 (obwohl ich noch nicht so alt bin), empfinde ich als tragisch und einen Skandal. Hier werden die Kosten sozialisiert. Von soziale Verantwortung keine Spur. Bedenklich ist, da jene die diese Leute „aussortieren“ (Entschuldigung für diesen Begriff) trifft es nicht bzw. erhalten ein sehr softes Landing.

      ü50 heisst nicht dass man nicht mehr kann, es wird alles aufs Geld reduziert. Ich denke es wird früher oder später ein Wandel stattfinden mit neuen Arbeitsmodellen, entwickelt gerade aus Richtung der ü50, hier geht ein neudeutsch ausgesprochener Thinktank verloren. Auch als Kunden- bzw. Konsumentensegement nicht uninteressant. Eine solche Gruppe wird es sich aber sicherlich zweimal überlegen, ob sie die Leistungen eines Anbieters beansprucht, der ihresgleichen aussortiert und sprichwörtlich diskriminiert. Eine solche Marktmacht ist nicht zu unterschätzen.

  5. Liebe Frau Haller! Und schon wieder macht die CS durch einen Neagtivartikel im Netz auf sich aufmerksam! Es ärgert mich jetzt schon ein bisschen, dass ich Ihnen in Sachen Netzwerk und Reputation auf die Sprünge helfen muss, aber was tut man nicht alles für den Aktienkurs… Daher: schauen Sie sich doch bitte mal die Werke von Ronald Burt an: http://faculty.chicagobooth.edu/ronald.burt/index.html. Als Soziologe und Pionier in Sachen Netzwerkforschung hat er viel zum Thema Netzwerk und Reputation geforscht und veröffentlicht. Auch und insbesondere im Bankenbereich (siehe bspw. http://faculty.chicagobooth.edu/ronald.burt/research/files/Copenhagen_slides.pdf ) Vielleicht können Sie Professor Burt auch mal einladen, um mit ihm die Probleme der CS zu beprechen. Ich denke, er hätte ein paar tolle Anregungen für Sie! Ich hoffe, dies war konstruktiv genug.

  6. diese Firma ist so was von dekadent, dass einem manchmal einfach Spucke wegbleibt. Wie kann man nach einer 2 Milliarden Strafe einfach das Riskmanagement an Youngsters in ein entferntes Land outsouren? Die lassen sich doch irgendwas erzählen, weil ihnen wegen mangelnder Lebenserfahrung Urteilskraft fehlt. Ein schönes Durcheinander richtet dieser feine Herr an.
    Verstand lässt sich nicht durch Powerpoints und Excelmakros ersetzen.
    Ich glaube, die legen es echt drauf an, dass sie nochmals abgestraft werden, erst die letzten Tage sind sie verwarnt worden, weil sie ihre hochrisikobehafteten Finanzierungsgeschäfte für LBOs ( Kreditfinanzierung Firmenübernahmen ) nicht zurückfahren Ein sträflicher Leichtsinn angesichts der Tatsache , dass die CS schon wieder die rote Laterne unter der Grossbanken trägt, was Eigenkapitalbildung angeht.
    alles in allem, die Credit-Suisse ist und bleibt wenig seriös.

  7. Liebe Mitarbeiter:

    Haltet den Mund, und lasst euch endlich abbauen! Seid froh, dass wir euch bisher überhaupt Lohn bezahlt haben! Und dass ihr eueren Lohn ausgegeben habt, um Familien zu gründen, dafür können wir nichts dafür!

    Euer Management

    (PS: viel Sarkasmus)

  8. Ziemlich deprimierend aber wie bereits weiter unten geschrieben: Excel-Sheets können genau so gut in Wrocław/Breslau ausgewertet werden.

    Man sollte endlich begreifen, dass die CS kein integres, solides Unternehmen mehr ist (schweizerisch schon längst nicht mehr), sondern ein globalisierter, entmenschlichter Haufen, der ums nackte Überleben kämpft – ohne Strategie und ohne viel Anstands-Rest an Ethik.

    Letztlich alles dank Maulhelden wie Gut, Kiehlholz, Grübel und Konsorten. MERCI!

  9. 1) Das Bashing von Polen und Indern soll dringend aufhören! Viele Schweizer sind sogar schlechter in der Leistung! Immer wieder dieser Herrenrassenkomplex! 2) Konzentriert euch lieber auf diese rücksichtslosen Manager, welche niemals für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden!

    • Die polnischen und indischen Arbeiter sind nicht zu gebrauchen. Schlechte Qualität. Das seh ich tagtäglich bei meiner Arbeit in dieser Credit Suisse!

    • Hat jemand schon wirklich einmal mit Indern zusammengearbeitet? Sorry, aber unzuverlässigere und unredlichere Geschäfts-„Partner“ hatte ich noch nie. Bin zweimal in die Falle getappt. Einmal haben die für eine komplexere Software-Lösung über ihr Schweizer Büro gut offeriert. Was dann herauskam war ein totaler Schrott, der sehr teuer kam und der Firma fast den Kragen kostete, da alles – auch nach mehreren erfolglosen „Reparatur-Versuchen“ – von Grund auf neu mit eigenen, nun angestellten, Schweizer Ingenieuren in-house neu entwickelt werden musste. Enorme Zusatz-Kosten respektive ein Totalabschreiber der Inder-Lösung und ein sehr spätes Time to Market (2 Jahre verloren). Gut also, dass die CS nach Indien auslagert… Sie wirds sich dort zusätzliche Komplexität einhandeln, die die vermeintlichen Ersparnisse bei weitem übertreffen wird. Ueber Polen kann ich nichts sagen. Würde dort aber niemals freiwillig etwas produzieren lassen.

    • Ich habe mit Indern zusammengearbeitet, und zwar als Entwickler. 2 waren sehr gut. Diese befanden sich aber vor Ort in der Schweiz, und arbeiteten mit uns. Hingegen ist alles Offshoring zum Scheitern verdammt. Arbeit per Spezifikation funktioniert nicht, wenn Nicht-Techniker letztere erstellen. Und inzwischen werden sogar indische Quereinsteiger in die IT geschickt.

  10. Jeder Schweizer -egal wie jung oder alt – der im Swiss Banking dient und nicht JA zu ECOPOP stimmt, soll sich einfach nicht beklagen wenn er in ein paar Monaten oder Jahren auf dem Sozialamt erwacht.

    • Und jeder Schweizer, der diese Initiative annimmt, soll sich nicht wundern, wenns in ein paar Jahren das Sozialamt nicht mehr gibt. Geht dann alles drauf, um die 68er und die Generation X mit der AHV durchzufüttern!

    • Jeder, der in einer Bank arbeitet und Ja zu EGOFLOPP sagt, ist wohl im falschen Beruf, in der falschen Branche. Ja sogar im falschen Land. Sollen die Befürworter doch nach Nordkorea auswandern. Dort ist für diese Denkweise viel Wohlwollen vorhanden.

  11. Arthur Andersen publizierte 1999 die 10 Gebote des guten Op-Risk Managements. 2002 ging die Beratungs- und Prüfgesellschaft wegen der Verwicklung in den Enron Skandal (zu Unrecht) unter.

    Getestet an den zehn Geboten kann man der Credit Suisse im Risk Management keine guten Prognosen stellen:

    1. Understand your profit
    Large profits that you do not understand are more dangerous than large losses you do understand
    2. Focus on distance
    Operational risk increases with distance from head office
    3. Honor the Sabbath
    People who never take holidays or always stay late are not necessarily paragons of corporate virtue
    4. Prepare to pay
    There is no such thing as cheap risk management or segregation of duties
    5. Invest with authority
    The CEO is not the risk control function, but a risk control function without the CEO’s backing will not prosper
    6. Reconcile with diligence
    Reconciliation problems usually presage losses: a debit balance in a suspense account is usually not an asset
    7. Track the cash
    Accounting entries can be manipulated, cash disbursement cannot. Cash is the fundamental control.
    8. Respect business quality
    Volume is no substitute for value
    9. Ensure it adds up
    Accounting losses reflect business realities
    10. Watch your system
    Computer systems are an open door into the heart of your business, and their integrity and security is not as complete as you think

  12. Wieder ein McKinsey Mann der kaum viel kann. Eine Schande.
    Wie alt sind Sie? Wenn der in diese Gruppe gehört, kann er sofort zurücktreten- Punkt.

  13. Ein Arbeitsmarkt 50+ existiert kaum. Die entlassenen Mitarbeiter werden es also schwer haben, wieder einen Job zu finden, auch wenn sie massive Lohnkürzungen in kauf nehmen. 2 Jahre RAV und dann versiegt auch der Geldsegen vom Staat. Wenn die ehemalige Schweizer Bank sparen will, dann raus mit allen MD´s und weg mit der Tochter im Aargau.

  14. Wetten, dass dieser ex McKinsey mit seiner Strategie floppt!Es wäre ja das erste Mal, dass einem ex Mc Kinsey in der „wahren“ Wirtschaftswelt, etwas gelingt. Mir tun die Leute nicht leid denn, die finden sicher einen besseren Job als derjenige beim ex Mc Kinsey Mann und der CS! Eigentlich sollte man die Chef’s dieses ex Mc Kinsey Mann ebenfalls entlassen – wie früher desto besser!

    • Ein weiterer „Nichtvieltauger“ so wir der Brunner – kein Wunder, haben doch beide die gleiche Schule! Wer mit dem „Shorty“ unzufrieden war ist heute bestimmt noch unzufriedener…

  15. Höchstwahrscheinlich wurden die Risiken in eine Formel (Bruch mit 27 Nenner) gepackt. Nun sitzt ein 25-jähriger Master-Absolvent in Polen, für 1200 EUR pro Monat, und schaut, ob die Excell-Tabelle eine grüne oder rote Zahl anzeigt. Falls doch etwas passiert, hätte natürlich niemand das voraussagen können… (=black swan)

    • Hoffe der Polnische MBA drueckt F9 ab und zu sonst wird die Excel Tabelle vielleicht nie refreshed und alls ist immer Green bis zum Tag des Black Swan.

  16. Was spart die CS mit dem Outsourcing dieser 10 MA? Bei einer echten vollkostenrechnung kann das nie aufgehen: Abfindung, neue Prozesse, sub Manager die alles überwachen, Hiring in Polen, Ausbildung und gute Leute haben auch dort ihren Preis

    • Hauptsache die Kosten werden aus einer anderen Kasse finanziert (zB. aus der CS-Pensionskasse), so dass die Zahlen an der GV schöner präsentiert werden können.

  17. Es gibt wahrscheilich in der Schweiz kein Unternehmen mit mehr Phrasendrescher und Sprechblasenmanager als in der CS. Das fängt bei Wenigwisser Rohner an, setzt sich bei Wenigwisser und Sprechblasenmanager Dougan, bestkapitalisierte Bank, fort. Weiter mit Brunner, Lacher, Oechslin und wie sie alle heissen, die kopflos umsetzen was Matter vorgibt, nur damit sie ihren Sessel nicht verlieren. Eines hat das gesamte CS-Management gemeinsam, wenig Charakter!

  18. Es gibt sicherlich ein kleiner Teil der 50+ welche irgendwann stehen geblieben sind – hinzu kommt eine gewisse Unflexibilität und ein nicht-verlassen-wollen der Komfortzone. Vergessen bzw. ignoriert von der Chef-Etage wird dass sich die Wohlhabenden Kunden nicht von einem 25. Jährigen beraten lassen möchten, zusätzlich möchten die Kunden (interne und externe) nicht alle 3 Monate einen neuen Ansprechpartner haben. Die CS schaufelt gerade am eigenen Grab!

    Bei den Risiken ist die langjährige Erfahrung ebenfalls sehr wertvoll… zudem wird es schwierig aus der Ferne irgendwelche Risiken zu erkennen – das unbefangene kann jedoch gewisse Vorteile bringen, Polen ist hierfür aber definitiv zu weit weg!

  19. Wieso können diese Banker nicht wie Piloten streiken, was würde passieren wenn 2-3 Tage nichts mehr gehen würde, dann erst möchte ich diese Management-Spasstis erleben..

    • Die Wahrheit ist dass die Risikoabteilung nicht essentiell ist.
      Wenn Piloten streiken hat die Fluggesellschaft ein Problem, aber wenn Risiko Leute streiken kann die Bank problemlos weitergehen

    • @Michele

      Wenn Sie es mit Flugverkehr vergleichen ist der Riskmanager der Fluglotse. Versuchen Sie mal Flugverkehr ohne Lotsen. Da ist ein Crash vorprogrammiert.

  20. Ja das ist tragisch: aus einem 2’000 Mann/Frau Risk Team werden ‚knapp 10 Leute‘ entlassen. Diese CH Pensionäre haben nach langen Dienstjahren in der Regel ausgesorgt, bekommen eine saftige Abfindungen (nach Dienstjahren) und können sich auf einen verfrühten Ruhestand freuen. Wo ist die News und wo ist das Problem??

    • Eine Abfindung nach Dienstjahren gibt es nicht (mehr?). Ein paar Monate Pool und ab aufs RAV ist die Realität.

      Dies finde ich im aktuellen Arbeitsmarkt Umfeld eine Meldung wert.

  21. Bei der CS trifft es immer die Schweizer, hat dass da System? Nicht die „Diplomwedelnden Gummihälse“ wo eigentlich nur Heissföhne und Schaumschläger sind. So versucht die CS kurzfristig Geld zu sparen um in ein paar Jahren Rekordbussen zu bezahlen, weil die es in Polen das ganze ein wenig lascher nehmen.

    • Wieso „fastkriminell“, die ist hochoffiziell kriminell, oder getraut sich jemand den Entscheid der Amerikaner anzuzweifeln?

      Wir sollten beginnen, bei der Wahrheit zu bleiben, auch wenn sie aus den USA kommt. Und da fragt man sich schon, wer geschäftet mit offiziell kriminellen Organisationen?

  22. Immerhin ist der Roger Federer ein sympatischer und sicher auch sehr teurer Werbeträger der CS, um das alles vergessen zu machen. Die Lämmer (Arbeitnehmer) werden auf die Schlachtbank geführt und die politische Elite in diesem Land glaubt noch immer, dass das keine Auswirkungen auf die Einwanderungsabstimmungen der CH-Bevölkerung haben wird. Naiv, naiv die in Bern.

  23. Typischer Anfang vom Ende: Ersetze professionelle Risk Managers durch unerfahrene risikolose Polen.
    Es wird keine Risiken geben, also „who cares“? Interne Kürzungs-Ziele werden erreicht – für eine Weile.
    Längerfristig, Business Opportunity ist da: Zeit zum Kauf der CS Put Optionen.
    Die CS hat ihre Titanic Reise gestartet.

  24. 50+ Leute werden heutzutage in der Finanzbranche als lāstig, unflexibel und zu teuer angesehen. Der tatsāchliche Lohn und das Fachwissen werden ausgeklammert und spielen in der Evaluation keine Rolle. Einmal aus dem Boot…..ist ersaufen angesagt.

    • Das ist nicht nur in der Finanzbranche üblich, sondern auch in der Industrie gang und gäbe. Nur mit dem grossen Unterschied, dass die Industrie nie und nimmer so hohe Löhne zahlen konnte wie die Finanzbranche in den goldenen Jahren und die entlassenen 50+ Leute der Industrie tatsächlich finanziell am Absaufen sind. Dieser Zustand ist jederfrau/mann bekannt – nur in Bern unter der Bundeshauskuppel ist man da ganz anderer Meinung und hat von solchen Zuständen noch nie gehört…

  25. Was macht Ihr alle noch da….macht mal was!
    Verweigert z. Bsp. mal 2-3 Tage die Arbeit gebt Euch Arztzeugnisse und seht was dann passiert….aber alle miteinander….!!
    Macht mal Gegendruck!! UOder hört auf zu Jammern!

  26. Die Bangster verdien(t)en viel zu viel, die Löhne der Betroffenen sind viel zu hoch. Hätte man eigentlich schon viel früher abstellen müssen!

    • Und was soll das bringen? Glauben Sie etwa dass die Verantwortlichen in der GS dann zurück nach Amerika oder England gehen und sagen, oh je, die Schweizer wollen uns hier nicht? Es wird wohl eher so kommen, dass noch mehr Dienstleistungen ins Ausland, Wroclav, Pune oder auch London, ausgelagert werden und noch mehr Mitarbeiter in der Schweiz ihren Job verlieren werden.
      Und auch viele andere Dienstleister ausserhalb der Banken werden es zu spüren bekommen, wenn wohlhabende Bürger, egal ob Schweizer oder Ausländer ihren Job in Zürich oder Genf verlieren werden.
      In der Gastronomie wird ja jetzt schon gejammert, dass die teuren Events nicht mehr stattfinden, oder zumindest stark reduziert.
      Also Yes zu Ecopop, die dümmsten Kälber wählen ihre Schlachter selber.

  27. IP legt noch einen Zacken zu. Die Xenophobie wird immer penetranter. Die Liste der Dinge, welche nur Schweizer können, wird immer länger. Aber waren die armen CH-Senioren nicht schon bei der CS vor der Krise? Haben sie dazu beigetragen, diese zu verhüten? Wenn nein, wieso sind sie dann unersetzlich?

    • Badman

      Gewiss waren diese CH-Senioren schon vor der Krise dabei, aber denen wurde von ihrem Management aufgetragen was zu tun sei. Wie immer hatte das Management die Unverfrohrenheit, vor aller Welt zu verkünden: sie haben nichts gewusst über Verfehlungen. Die Verantwortung wurde nach unten delegiert.
      Diese Seniors verfügen über ein breites Wissen und verstehen die Zusammenhänge bestens. Die Brady Truppe sucht neue Parteisoldaten die A billiger sind und B leichter auf die neue Linie eingeschworen werden können. Es ist eine grosse Sauerei was sich hier abtut. „Business Conduct Behavior“ unter einem Management das ethisch moralisch sehr fragwürdige Komponenten aufweist und deren Interessen vordergündig im Abzocken bestehen!

    • @Badman: also eben, sie haben ihren Job nicht gemacht. Anstatt zu hyperventilieren und auszuschreien, dass es nur immer alte Schweizer trifft sollte man sich lieber fragen ob das ‚breite Wissen‘ das angeblich so unersetzlich war auch wirklich vorhanden ist. Wohl eher nein. Ich finde es ein gutes Zeichen, endlich wird mal oben bei den Sesselfurzern ausgemistet.