Deutsche jagen Banker, Bern findet’s OK

Vontobels Hoeness-Banker geschnappt, Eric Sarasin&Co. gefilzt – Deutsche wissen, was sie tun, meint Justizamt.

Gestern schlugen die Deutschen doppelt zu. Sie filzten das Privatdomizil von Eric Sarasin von der Basler Privatbank, von Ex-Kollege Christian Gmünder, heute Vontobel, von weiteren Topbankern.

Zuvor verhafteten sie Jürg Hügli, den Intimus-Banker von Steuerbetrüger Uli Hoeness.

Und was sagt Bern? „Wir bieten konsularischen Schutz“, meinte Justizamt-Sprecher Folco Galli auf Anfrage. Sprich: Die Botschaft hilft, dass die Beschuldigten einen Anwalt kriegen.

Mehr nicht? Mehr nicht, sagte Galli. Deutschland sei schliesslich keine Bananenrepublik.

Vielleicht doch. Die zwei massiven Vorstösse gegen Schweizer Banker durch deutsche Steuerfahnder kaschieren eigenes Versagen.

Das ändert nichts an Beihilfe zu Betrug der betroffenen Banker, wenn solcher geleistet worden wäre.

Doch Deutschland als lupenreinen Rechtsstaat zu betrachten, ohne Imponiergehabe, Druckaufbau und Eigeninteressen, wie das Bern tut, ist naiv.

Oder Zeichen kollektiver Angst.

Im Fall von Sarasin geht es um Cum-Ex-Steuervehikel, die von den Topleuten der Privatbank ab 2010 massiv deutschen Millionären angepriesen wurden.

Die Strategie war doppelt dumm. Im 2010 waren Steuertricks längst Highrisk, zudem war das Ende von Cum-Ex – Vehikel mit zweifacher Rückerstattung von nur einmal abgeführter Verrechnungssteuer – absehbar.

Dummheit ist dumm, aber kein Verbrechen. Wenn doch, dann müssen die Ermittlungen dies zeigen.

Umgekehrt ist bereits heute sicher, dass Deutschland das Cum-Ex-Zeugs selbst jahrelang toleriert hatte.

Erst 2012 schlossen die Politiker das Steuer-Schlupfloch, nachdem dieses zuvor offen dagelegen war wie ein Scheunentor.

Deutschland ist für seine Steuergesetze verantwortlich. Deutsche Reiche wie Carsten Maschmeyer, der nun die Sarasin-Chefs vor sich hertreibt, nutzten das deutsche Loophole.

Doch jagen die deutschen Justizfahnder nicht Maschmeyer, auch nicht deutsche Parlamentarier. Sondern Schweizer Banker.

Zu Hoeness. Dort hiess der Swiss Banker des deutschen Prominenten Jürg Hügli, ein leutseliger Typ, der sein Leben lang nichts anderes gemacht hatte als Devisen getradet.

Hügli hatte Hoeness in der Freizeit kennengelernt, die beiden verstanden sich, wurden zu „Jürg“ und „Uli“.

Hoeness und Hügli, das war das Gespann, das zweitweise dreistellige Millionensummen auf dem Casino-Tisch liegen hatte.

Nun sitzt Hoeness im Zuchthaus und Hügli in Warschau, wo ihn die Deutschen über Polen festhalten liessen.

Hügli soll Hoeness nie beraten haben, wie dieser seine Gewinne – später waren es Verluste – am Fiskus vorbei schleusen könnte, heisst es auf dem Finanzplatz Zürich.

Der Vontobel-Banker sei der falsche Mann für die Deutschen.

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Auch das müssen die Untersuchungen zeigen.

Klar aber ist auch im Fall Hügli: Hinter der Jagd nach dem Hoeness-Banker steckt mehr als nur die Verfolgung einer möglichen Straftat.

Bis Ende Jahr haben deutsche Steuerbetrüger Zeit zur Selbstdeklaration zu wohlwollenden Konditionen.

Mit frischen Headlines rund um Hoeness, der zum deutschen Emblem für das Ende des Schwarzgeld-Spiels geworden ist, können die Staatsanwälte Druck aufbauen und selbst Karriere machen.

Und nebenbei die Schweiz in die Knie zwingen.

Wie das geht, haben die Amerikaner vorgemacht. Man lege ein paar Schweizer Banker in Handschellen. Schon bricht im einstigen Alpen-Paradies das grosse Zittern aus.

Im Rückblick genügte die Anklage gegen Raoul Weil, der in diesen Wochen vor einem Florida-Strafrichter steht, um den ganzen Finanzplatz den USA auszuliefern.

Möglich machte dies Bern.

Die Zürcher Bankenchefs fürchteten um ihre Existenz. Mit Tricks und Drohungen brachten sie die Politik dazu, für die USA das alte Bankengesetz zu opfern.

Nun machen die Deutschen Jagd auf die Schweiz à l’américaine. Doch statt sich diesmal laut zu wehren, was als Lehre aus dem US-Desaster naheliegend wäre, schweigt Bern erneut.

Es ist das Schweigen von Lämmern.

Kommentare

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  1. Was ist Bern? Eine Eiterbeule, angeführt durch gewisse Bundesräte. Besonders auffallend die Widmer-Schlumpf. Sie ist z.B. offiziell gegen die Abschaffung der Pauschalbesteuerung, aber in ihrer ablehnenden Botschaft fügt sich ganz hinterf…ig hinzue, eigentlich sei das Gleichheitsprinzip gemäss Bundesverfassung bei der geltenden Pauschalbesteuerung gestört. Warum wohl? Sie muss den Linken, Grünen, Grünliberalen und ihrer Partei, der BDP, die auf der Basis von Kollegenverrat entstanden ist, zudienen.

  2. Der schweizer Bankenplatz starb daran dass m
    an von „chischte verschiebe“ gesprochen hat.

    herzlicher Gruss Schaaggi

  3. Quote: „Doch jagen die deutschen Justizfahnder nicht Maschmeyer, auch nicht deutsche Parlamentarier. Sondern Schweizer Banker.“

    gehängt werden die Kleinen, im Drogenhandel wie im Job wie in der Politik. Das ist doch nichts neues. Das ist halt das Schicksal der Erfüllungsgehilfen, denn die böse Tat wird durch sie getan. … sie wollten ja nur das Geld.

  4. Irgendwie scheint untergegangen zu sein, das sehrwohl in Zukunft der Schweizer Staat mehr Probleme mit Rechtshilfegesuchen aus der EU bekommt als früher. Nach dem Lugin Abkommen besteht grundsätzlich die Möglichkeit ,an dem Wohnsitz des Kunden das Gerichtsverfahren einzuleiten. Da interessiert der Gerichtsstand „Schweiz“, wie er ja so schön in den Unterlagen steht, soviel wie der berühmte Reissack in China. Und wenn dann, wie bei den Cum EX Geschäften so und so, der Staat der einzige Kläger ist,machen halt, dies aber eher als Unterstellung, Ankläger und Betroffener gemeinsame Sache. Schliesslich muss Maschmeyer und co. damit rechnen,das es ihm so ähnlichgeht wie dem Berliner Investor Roth, das womöglich in den Vorjahren geflossenen Dividenden im Fonds nachträglich vom Finanzamt zurück gefordert werden.

  5. Ausgerechnet die Waschanstalt Deutschland macht Jagd auf angeblich kriminelle Schweizer Banker. Jahrelang haben die Banken den Bundeskassen gefüllt und nun werden sie von Bundesbern auf eine peinliche Art und Weise im Stich gelassen. Wenn gegen Schweizer Recht verstossen wurde, dann ist eine Untersuchung statthaft, wenn nicht muss sich Bern einschalten und dieses Hallalli verurteilen!

  6. Das Problem ist nicht, ob Deutsche oder Schweizer.Grossverdienern und Einkommensmillionären ist die Nationalität eh egal.Soeben habe ich gelesen, dass sich bei der Deutschen Bank der zweite Topmanager das Leben genimmen hat. Ausserdem dass die Deutsche Bank rund 3 Milliarden Euro Pro Jahr für Rechtsstreitigkeiten ausgibt. Ist das noch normal? So viele ruinierte Leben, die diese Banken generieren. Und das nur wegen Geld und der Tatsache dass manche Zeitgenossen, die hoffen , dasssie nun – endlich- an die Fleischtöpfe rankommen, den Verstand verlieren und meinen, dasssie sich nicht mehr an die Gepflogenheiten des zivilisierten Zusammenslebens halten müssen.Zum Beispiel, sich an Gesetze zu halten. Die Entwicklung läuft in die falsche Richtung. Deswegen ist es wichtig, dass auf beiden Seiten der Grenze die Behörden diesem verückten Treiben Einhalt gebieten.

  7. Im Cum Ex Fall wurde eine Steuer einmal abgeliefert und mehrmals zurückgefordert. Moralisch gesehen ist das klar ein Diebstahl, rechtlich war es viel zu lange ein bekanntes Schlupfloch.

    Der „seriöse“ Private Banker gab Renditeversprechen von 10-20%, auch Maschi und die anderen Grossinvestoren konnte „nicht ahnen“, dass solche Renditen mit normalen Arbitragegeschäften nicht erreichbar sind. Der einzig richtig Dumme ist der Staat, der um die Steuer betrogen wird. Der Staat sind wir.

    Aber schuld ist dann am Schluss vermutlich wieder ein Lehrling – oder der Markt.
    „Man musste diesen Diebstahl machen, sonst gehen Arbeitsplätze verlosen“ heisst es dann wohl stirnrunzelnd.

    Alle Beteiligten stellen sich ahnungslos, verkaufen nicht nur ihre Grossmutter, sondern gleich noch die Frau und Tochter. Und für ein paar Renditeprozentchen würdenn sie auch noch die Option auf ungeborenes Leben dazu geben.

    Abschaum, wer so handelt und eine solche Finanzindustrie brauchen wir nicht und muss auch nicht geschützt werden.

    • Nein, weder Schlupfloch noch Diebstahl, sondern Betrug. Betrug, um Arbeitsplätze zu erhalten? Was sind das für Arbeitsplätze?

  8. Interessanter Artikel, aber unfassbar dass nicht objektiv die ganze Wahrheit veröffentlicht wird: nämlich, dass es sich bei der ganzen kleinen Sarasin/cumex/Maschmeyer story um ein rein INNENPOLITISCHES ABLENKUNGS manöver der Deutschen handelt!! Der wahre GROSSE Skandal ist, dass die deutsche West LB und die Landesbanken jahrelang selber unter AR Borjans die Cum Ex trades gedultet haben um sich selber zu subventionieren und Borjans vertuscht hat. Nachdem das jetzt rausgekommen ist, dass Borjans bei damaligen Nachfragen nach CUm ex in Milliardenhöhe bei der West LB gelogen hat, versuchen die deutschen Staatsanwaltschaften nun hastig diesen riesigen Innenpolitischen Skandal und Supergau durch die Sarasin Maschmeyer Anzeigen zu vertuschen!!! Ganz ehrlich: das ist ein riesen Skandal und unfassbar dass sich die Journalisten und schweizer behörden vor den Karren spannen lassen und die Hosen runter lassen!!
    Man hätte den Deutschen mal ganz kräftig eins einschenken müssen – stattdessen lässt man die Razzien zu..

    • Die „Deutschen“ werden sich selber „einen einschenken“, wenn sie z.B. den verhafteten Hoeness-„Berater“ etwas zu unsanft anfassen (sofern er die polnische Halbfreiheit gut übersteht und in München ankommt). Was glauben Sie, was dann für Bomben platzen könnten? Siehe die ausführlicheren Analysen von Bruno Schletti im Tagesanzeiger, von L. Hässig, und von Leo Müller in der Bilanz 06/2014 „Uli, der Zauberer“ bzw. „So liefen die Hoeness-Deals wirklich“.
      Oberpeinlich ist, dass die Finma weder hinsichtlich Vontobel noch Safra Sarasin irgendwelche Aktivitäten entwickelte.
      Was halten Sie denn von der moralischen Integrität eines E. Sarasin, wenn dieser vorsätzlich den Fiskus unseres hochverehrten wichtigsten Exportmarktes über den Tisch zieht.
      Ihr Posting zeigt immerhin in aller Deutlichkeit, dass offensichtlich nicht nur in der Scheiz, sondern auch in Deutschland die Bankenaufsicht durch die angeblich zuständigen Behörden „etwas im argen liegt“. Dies soll kein Trost sein, sondern vielmehr Anlass, dass nun endlich mal was ins Rollen gebracht wird.

    • Den Deutschen eins einschenken…das würde ja nur funktionieren wenn die Schweizer Regierung so was wie Rückgrat hätte (was bei den Spezies Wirbellose — sprich Politiker – wohl nicht möglich ist)

      Eigentlich enttäuschend oder?, denn als Bürger erwartet man dass die sogenannte Neutralität (oder auch fehlende Loyalität gennant) sich gegen Ausstehende richtet. Naiv, ich weiss.

  9. Aber, aber, Herr Hässig. Wie kommen Sie dazu, den Wursthersteller Hoeness als „Steuerbetrüger“ zu bezeichnen. Selbst nach deutscher Lesart handelt es sich doch bei Startrader Hoeness bloss um einen „Steuerhinterzieher“.
    Oder ist Ihnen da ein „freudscher Verschreiber“ unterlaufen, weil Sie z.B. von folgendem ausgehen:

    1) Die Devisenkurse der Transaktionen zwischen Vontobel und Bankhaus Donner und Reuschel, München (mit Florian Hoeness im Beirat), waren nicht aktuelle Marktkurse, sondern „fiktiv“.
    2) „steueroptimierende Devisen-Verluste“ auf den Kunden-Konten (Adidas oder FCB oder XY) bei Donner&Reuschel in München; Gewinne auf Hoeness-Konten bei Vontobel
    3) Die späteren Hoeness-„Verluste“ bei Vontobel sind dann wohl nichts anderes als die steuerfreien Handgeldzahlungen der Einkaufs-Tour des FCB. Bei einer angenommenen Grenzsteuerbelastung von 50 % sind z.B. 20 Mio „schwarz“ effektiv 40 Mio „weiss“ wert. „You get more bang for the buck“. Und: Wenn es die spanische Konkurrenz (Einkauf Neymar & Co.) so macht, dann will sich der deutsche Grossklub doch keinen Konkurrenznachteil einhandeln ….

    Ihr Kollege Schletti stellte seinerzeit fest, dass die Finma es erstaunlicherweise nicht für nötig befand (trotz Hoeness-Prozess), bei Vontobel mal vorbeizuschauen (Gewährsartikel, Banklizenz u.ä.). Die Finma-Verantwortlichen zogen es damals vor, die Köpfe in den Sand zu stecken.
    Aufgrund des frühen Schneefalls in den Bergen sind die Finma-Vertreter jetzt wohl eher bereits im Winterschlaf, weil sie es offensichtlich vorziehen, dass grundsätzlich ausländische (Steuer)behörden die Initiative ergreifen bzw. hin und wieder hoffentlich einen Stein ins Rollen bringen.

    • @ Revisor X: wie wahr, wie wahr!
      Sie sprechen es an. Die Einkaufspolitik des FCB war – wie bei anderen (Groß)Vereinen auch) – schon seit Langem so. Darum hat man ja auch den Prozeß so schnell geschlossen.
      Unvorstellbar, was da alles ans Licht gekommen wäre mit all den internationalen Verbindungen.
      Besser, man hat die Büchse der Pandora verschlossen gehalten.

  10. Ich verstehe nicht, warum man hier von Politik und von Versagen von Bern schwafelt. Offensichtlich wurde bei diesen Geschäften Geld zurück gefordert, auf welches man keinen Anspruch hatte. Der Vorwurf des Betruges steht im Raum.

    Das Schweizer Bankgeheimnis konnte bei Straftaten schon immer aufgehoben werden. Es wäre ja noch schöner, wenn der Staat Verbrecher schützt. Die Schweiz ist ja kein Piratennest.

    Vor diesem Hintergrund muss man sich auch fragen, ob man mit den Investoren Mitleid haben muss, wenn sie den Hintergrund der Geschäfte gekannt haben. Auch wenn diese Geschäfte nicht strafbar wären, stellt sich die Frage, ob sie moralisch vertretbar sind.

    Mitleid ist nötig. Wer Straftaten begangen hat, soll auch zur Rechenschaft gezogen werden.

  11. Jöh, da könnte dann auch Scheinheilig-Visage Burkhard Varnhöldchen, der nun bei JB tätig sein darf, bald ein gefiltertes Lüftchen schnuppern.

    • Na gut, das heiliggesichtchen Varnhöldchen hat Kontakte in der Hochfinanz (er ist ja mit der Tochter vom Grissard verheiratet). Diesen Burschen wird die Justiz wohl kaum behelligen. Obwohl sie es eventuell tun sollte. Denn ganz so heilig ist der Herr vermutlich nicht.

  12. Eins vorweg, nach den hier genannten Informationen, halte ich den Haftbefehl ebenfalls für unverhältnismäßig! Es erhärtet sich der Verdacht, dass es sich hierbei, um einen politischen Manöver handelt.

    Die Story kann man auch so zusammenfassen:

    Ein Dieb, der das Ölgemälde der Mona Lisa entwendet und es durch eine täuschend ähnliche Kopie im Museum ersetzt, könnte hier ganz ähnlich argumentieren. Er würde behaupten, der wahre Wert des Ölgemäldes bestünde darin, dass die Menschen es im Museum betrachten können und genau dies könnten sie ja mit der Kopie ebenfalls. Daher wäre sein Diebstahl auch kein Verbrechen, schließlich erlitte ja niemand einen Nachteil, also habe es funktioniert. Die Argumentation der Banker entspricht daher jener von Dieben und nicht ehrbarer Menschen, denen die Kunden schließlich vertrauen sollen.

    Aus einer anderen Perspektive, durfte ich Herrn Maschmeyer mal persönlich treffen, in Anwesenheit von anderen „Burschen“ seinesgleichen. Unvergessen für mich, damals, blieb sein Zitat:

    „Wenn es, UNS, der Finanzwirtschaft gelingt, nur zehn Prozent der Beiträge für die Rentenversicherung in Investmentfonds umzuleiten, so entspräche dieses einem Kapitalzufluss von mehr als 23 Mrd. Euro pro Jahr!!!“

    Zitat Ende.

    Inspiration hierfür war für ihn die SCHWEIZ!

    Die Verwaltung dieser Summe garantiert Honorare in Milliardenhöhe für die damit beglückten Fonds. Mit der Riesterente und der Rürup-Ren­te ist in Deutschland ein viel versprechender Anfang gemacht. Mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr stellt der Staat hierfür zur Verfügung – finanziert von den abhängig Beschäftigten, auf deren Schultern die Hauptlast des Steueraufkommens liegt. Wir sind da schon weiter …

    Die Gerichte als wichtigster Teil der Justiz spielen eine ganz entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Herrschaft durch das Bankenkartell. Sie leisten häufig die maßgebliche Beihilfe, indem Sie „Vieles“ eine rechtsstaatliche Verkleidung verschaffen.

    Von den politischen infiltrierten Staatsanwaltschaft(n)(universelles Phänomen), rede ich schon gar nicht.

    Also, wer jagd wen? In wessen Auftrag? Wofür? Geht es hier tatsächlich, um das Zusamennwirken Bankenschutz vor Opferschutz und umgekehrt?? Oder aus anderen, Dritten nicht immer begreiflichen Gründen? Vielleich, müssen sich der Jäger und der Wolf die Beute teilen, damit es ruhiger wird..

    Beste Grüsse
    Der Praktiker

    • Ich bin mit dem angeblichen Züribanker einverstanden, dass Sie den zweiten Teil ihres Titels neu verfassen sollten.

      Die Sarasin/Maschmeyer-Story heute u.a. ganz gross in der „SonntagsZeiung“, welche 3 Tage mehr Zeit und viel mehr Resourcen hatte, als Herr Hässig!

  13. Hier werden unterschiedliche Tatbestände vermischt und dann die Aussage gemacht, „Bern findet es OK“. Bern hat überhaupt keine diesbezügliche Stellung bezogen. Denn sowohl im Fall Hoeness/Vontobel sowie im Fall Maschmeyer/Sarasin handelt es sich in erster Linie um private Auseinandersetzungen, wobei in beiden Fällen Steuergesetze eines Drittstaates betroffen sind. Dass offizialdeliktisch ein Haftbefehl durch einen Drittstatt ausgestellt wurde, heisst noch lange nicht, dass sich der CH-Bundesrat in Tatbestände einzumischen hat, die primär die Bank Vontobel, bzw. die Bank Sarasin betreffen. Es liegt viel eher an beiden Banken, den zur Verhaftung ausgeschriebenen Bankern Anwälte zur Seite zu stellen, bzw. entsprechende Kautionen zu entrichten und den Weg des ordentlichen Verfahrens zu gehen. Dies kann nicht auch noch Aufgabe des Staates, bzw. Steuerzahlers sein. Der Bundesrat hat und darf sich nicht in private Auseinandersetzungen einmischen. Es handelt sich ja nicht um eine Entführung mit Geiselnahme. Die rechtsstaatlichen Regeln (in beiden Fällen deutsches Recht) wurden ja eingehalten.

    • Vermute, Sie sind weniger Banker sondern eher Jurist, mit dem angeblichen Herrschaftswissen.

      Die Aufgabe von Lukas Hässig besteht darin, frühzeitig Oeffentlichkeit herzustellen. Und wenn einmal ein Titel politisch nicht ganz korrekt ist: So what? – Im schlimmsten Fall besteht immer die Möglichkeit, eine Story zurückzuziehen und zu löschen!

      In der NZZ dürfen wir dann (wenn es gut geht) frühestens morgen einen hoffentlich juristisch ausgewogene Artikel zum Thema lesen.

      Maschmeyer (welcher sicherlich selber genug „Dreck am Stecken“ hat) versuchte ja seit über einem Jahr, inkl. Druck über die Medien, mit der Basler Sarasin erfolglos einen Vergleich zu schliessen.

      Offenbar hat er jetzt den Spiess umgedreht und es wird darauf hingewiesen, dass mit dem Cum/Ex-Trick v. a. die Deutschen Steuerzahler betrogen wurden. Im TA-Titel von heute wird eine Zahl von 462 Mio genannt. Bei Maschmeyer wird um 20 Mio gestritten.

      Vontobel hat sicherliche bei Uli Hoeness nicht erkannt, dass dieser Grosskunde ein ähnliches Risiko darstellt, wie die Politisch Exponierten Personen (PEP). Da er jedoch derart lukrativ war, wollte man bis zum Schluss an ihm festhalten. Dies ist sicherlich nicht die alleinige Schuld von Jürg Hügli.

    • Besten Dank für Ihre Ausführungen.
      In einem Punkt bin ich allerdings ganz anderer Meinung: Sie schreiben:
      „Und wenn einmal ein Titel politisch nicht ganz korrekt ist: So what? – Im schlimmsten Fall besteht immer die Möglichkeit, eine Story zurückzuziehen und zu löschen!“

      Im gewählten Header:“…Bern findet’s OK“ geht es nicht um „political correctness“, sondern um sachliche Unterstellung. Diese Feststellung hat nichts mit Herrschaftswissen zu tun, sondern mit fairer Berichterstattung.

  14. „Möglich macht dies Bern.“ (LH)
    Richtig. Bern möchte das traditionelle Bankenunwesen abschaffen. Aber: es sind doch Politiker, die wiedergewählt werden wollen.
    Ergo läßt man die Banker hängen und das Ausmisten sollen die ach so bösen Fremdstaaten
    machen.
    Liebe Schweizer: es geht weiter und in 3(drei)Jahren ist auch das innerschweizer Bankgeheimnis perdu.

    • Schön zu sehen, dass es noch immer Ableger der Kavallerie gibt mit Hellseherischen Fähigkeiten. Was Bern möchte oder nicht ist nicht einmal den Berner bekannt und das unwesen einer sehr fragwürdigen Finanzministerin ist kein Beweis dafür, dass dies tatsächlich dem Volkswillen entspricht. Die Bankenwelt in der Schweiz als Unwesen zu qualifizieren zeugt von Ihren unwissen welches mit Pauschalbeschuldigungen vertuscht werden soll. Doch Sie scheinen es wie die Politiker zu machen – je weniger man weiss, desto lauter und dezidierter wird eine Meinung geäussert.

    • Aber spannend und erschreckend ist es schon, dass so eine als Finanzministerin, gestellt von einer unbedeutenden Minderheitspartei, überhaupt so eine Macht hat, das Bankenwesen zu zerstören und der Schweiz dadurch nachhaltig zu schaden.

  15. Ein souveräner Staat, der seine Bürger nicht schützt, nicht mehr schützen kann oder nicht mehr schützen will, hat seine Daseinsberechtigung verloren!

    Mit dem Recht ist es wie mit der Natur (daher spricht man auch vom Naturrecht): Man kann nicht ein Bisschen Recht beugen, sowenig wie man ein Bisschen schwanger werden kann!

    Warum lassen wir es zu, dass Bern gegen die Interessen des Landes arbeitet (Die Rechtsbeugung wurde in Bern erfunden, nicht in den USA und nicht in Deutschland).

    PS Dass wir uns recht verstehen: Wer kriminell war, soll dafür bestraft werden, aber in einem ordentlichen Verfahren, nicht mit Erpressung, Geiselnahme etc.

    • @WTG, Sie schreiben Zitat:

      PS Dass wir uns recht verstehen: Wer kriminell war, soll dafür bestraft werden, aber in einem ordentlichen Verfahren, nicht mit Erpressung, Geiselnahme etc.

      Zitat Ende.

      Darf ich Sie daran erinnern, dass Herr Hügli durch das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und eine präzise Zielfahndung des bayerischen Landeskriminalamts in Warschau verhaftet wurde! Kommt das für Sie einer Geiselnahme gleich? Das dadurch der Druck auf das schweizerische Bankensystem erhöht wird, ist offenkundig. Aber es kann von Geiselnahme oder Erpressung nicht die Rede sein. Herr Hügli kann jede Aussage verweigern. Er hat Rechte von denen er hoffentlich im vollem Umfang gebrauch machen wird. Konsularischen Rechtsbeistand wurde ihm auch angeboten.

      Was wir jetzt in unserem Land nicht brauchen, sind unprofessionelle Halsschreier die durch ihre Ingnoranz das alte Spiel Schweiz vs. gegen den Rest der Welt, medial ausschlachten! Gut tut der Bundesrat sich aus der Angelegenheit rauszuhalten!
      Beste Grüsse
      Der Praktiker

  16. Könnte mir Vorstellen das in diesem speziellen Fall Deutsche Behörden durch eine Anzeige von jemanden mit Hintergrundwissen gezwungen wurden aktiv zu werden.

    Nach wie vor stellen sich viele Deutsche die Frage woher Hoeness das vermutlich viel höhere Anfangskapital hatte.

    Es stehen noch enorme Summen die über die UBS verschoben worden sein sollen und nicht Gegenstand des bereits abgeurteilten Verfahrens im Raum.

    Klar ist das die Hoeneß Verhandlung eine Farce war. Schon alleine deswegen weil die ganze Steuerschuldberechnung auf nachweislich wirr zusammengeschusterten Elektronischen Dokumenten beruht welche erst kurz vor der Verhandlung heraus gegeben wurden.

  17. Wenn man der Argumenation hier im Artikel und auch sonst folgt, wäre Ladendiebstahl völlig legal, solange das Schlupfloch nicht durch eine Ueberwachungskamera oder Diebstahhlsicherungsettiketten geschlossen wird.

    Wäre nämlich eine Schlupfloch in der deutschen Rechtslage gewesen, könnte garkeine Verfolgung im nachhinein erfolgen. Fakt ist dass man inzwischen andere Fahndungsmöglichkeiten hat und jetzt plötzlich Leute erwischt. So wie ein Gentest plötzlich die AUfklärung eines Verbrechens von vor 10 Jahren ermöglicht.

    • Anscheinend verstehen Sie nicht was ein Schlupfloch ist. Wenn etwas gesetzlich nicht erlaubt ist, dann ist es so und bleibt es so, egal ob man irgendwelche Hilfsmittel hat um den Tatbestand aufzudecken. Ein Ladendiebstahl bleibt ein Ladendiebstahl und ein Verstoss gegen das Gesetz ob mit oder ohne Kamera. Wenn jedoch eine Gesetzgebung ein Schlupfloch hat so ist das Ausnützten dieses Loches weder ilegal noch ein Verstoss gegen das Gesetz, es sei denn, die Gesetzgebung macht expliziet das Ausnützen eines Schlupfloches ilegal. Man muss streng zwischen Rechtsgebung, politischem Willen und politische Oportunität unterscheiden.

    • @Alice im Wunderland:
      Sie vertreten offensichtlich den Geist der „anything goes“-Generation: Wenn etwas nicht explizit verboten ist, dann macht man es. Die Mehrfachrückforderung des deutschen Steuerrückbehalts ist aber wohl durch die Bestimmungen zur „ungerechtfertigten Bereicherung“ genügend abgedeckt.

      Es ist wirklich traurig, dass wegen der vielen „Alices im Wunderland“ – bzw. in der Banken(unter)welt – die Compliance-Abteilungen laufend ausgebaut werden müssen.

    • @Revisor X: ihre Bemerkung hat was. Um immer mal wieder exotische Produkte zu erfinden die irgendwelche Gesetze oder Regeln umgehen können, heuern die Banken „Erfinder“ an. Diese präsentieren diese Vehikel bei der GL. Alle finden’s toll -keiner verstehts – die Rechtsabteilung winkt es durch – die Kundenbetreuer müssen’s verkaufen – die auserwählten Kunden sind von der Rendite begeistert und können ein paar Prozente an Steuern sparen (davon geben sie gerne etwas an die Bank ab) – alle verdienen dran – was ist hier denn nicht gut ?

  18. Gerne erinnert man sich doch noch an eine Aussage des neuen brasilianisch/israelischen Safra Sarasin-CEO in Basel vor einigen Monaten, dass er zu keinem Vergleich handbieten möchte, da das Thema nicht interessant genug wäre und die Medien von an alleine wieder aufhören würden, darüber zu berichten… Im sicheren Vertrauen an die weiterhin sehr bankengläubigen CH-Justiz- und Behördenvertreter. Welche nun jedoch – was für ein Wunder ! – auf Druck des Auslandes plötzlich aktiv werden.

    In den hausgemachten Betrugsfällen wie Dieter Behring, ASE/BKB, Jürgen Käfer usw. herrscht dagegen weiterhin Lethargie.

  19. Die Schweizer Behörden sind armeslige Versager! Als Angestellter kann man in der Schweiz offenbar nicht mehr auf Rechtsstaatlichkeit zählen. Als Kunde auch nicht.

    In Bern hocken nur noch erbärmliche Jammerlappen, sowohl in der Regierung als auch in den Behörden!

    • Ja, armeslig sind sie, die Esel der Finanzlobby. Und die Bankmänäger sind gierige Feiglinge. In letzter Zeit kommen immer die Falschen dran. Zeichen der Zeit? Vorboten einer Revolution?

    • Vor allem Eine ist Wahsinnig Schlimm! Steht eigentlich auf Landesverrat nicht eine harte Strafe?