Tidjane Thiam und die Korruption in Westafrika

Neuer CS-Chef leitete Infrastrukturbehörde von Côte d’Ivoire, als dort ABB massiv schmierte – Weltbank ermittelte, schweigt heute.

Tidjane Thiam, 52, hat eine Vergangenheit. Mit 32 wurde er Chef der Infrastrukturbehörde seines Heimatlandes Elfenbeinküste.

Das war 1994. Zwei Jahre später wurde der Bau und Betrieb eines Kraftwerks namens „Azito“ ausgeschrieben.

Es ging um eine Anlage mit 2 Gasturbinen von je 147 Megawatt Leistung. Gesamtkosten: 223 Millionen Dollar.

Das Rennen machte die schweiz-schwedische ABB. Der Industriemulti erhielt 1997 den Zuschlag vor namhaften Konkurrenten, insbesondere aus der früheren Kolonialmacht Frankreich.

ABB habe die Gegenspieler nur dank massiver Bestechung geschlagen, sagt heute eine ABB-Quelle. Ihr Angebot sei weit abgeschlagen auf einem hinteren Platz gelegen.

„Die Projektleiter prahlten, sie hätten die richtigen Personen gekauft“, sagt der Gesprächspartner. Die Rede ist vom damaligen Präsidenten des Landes und dessen Regierungschef.

Die ABB-Manager sind heute weiter im Geschäft. Sie gründeten nach ihrem Abgang bei der ABB Beratungsfirmen für Infrastrukturen in Entwicklungsländern.

Es gehe um einige Millionen Schmiergelder, meint die Quelle. „Die ABB-Leute sprachen von Konten in der Schweiz.“

Was Tidjane Thiam bei „Azito“ für eine Rolle spielte, ist offen. Der designierte CS-CEO liess entsprechende Fragen unbeantwortet.

Auch die Weltbank reagierte nicht auf Fragen. Die Behörde war entscheidend für die Finanzierung von „Azito“.

Laut der Quelle sei die Weltbank zunächst Hinweisen auf Korruption nachgegangen, habe dann aber ihre Ermittlungen nach ein paar Monaten eingestellt.

Die ABB hatte die Kosten für den Bau vorfinanziert. Nach Fertigstellung des Kraftwerkes brauchte es neue Kreditgeber.

Die International Finance Corporation (IFC), eine Unterorganisation der Weltbank, verkündete Anfang 1999 ein breites Konsortium von Investoren.

Die grosse Zahl von verschiedenen Geldgebern mit kleiner Kreditstückelung überrascht angesichts des überschaubaren Investitionsvolumens von nur gut 200 Millionen Dollar.

Andere Kraftwerke und Infrastrukturprojekte auf dem afrikanischen Kontinent aus der damaligen Zeit benötigten weit höhere finanzielle Mittel.

Die offensichtliche Schwierigkeit, genügend Investoren für den langfristigen Betrieb von „Azito“ zu finden, zeigt das Risiko, das ABB eingegangen ist.

Die Finanzierung mit eigenen Mitteln, so wie das ABB in Côte d’Ivoire mit „Azito“ getan hatte, gilt in der Branche als „No-go“. Man nehme solche Risiken nie aufs eigene Buch, meint die Quelle.

Tidjane Thiam war in jener Zeit Chef von BNETD, dem „Bureau National d’Etudes Techniques et de Développement“.

Das BNETD hatte zur Aufgabe „de réaliser des infrastructures“. Das Krafwerkprojekt „Azito“ gehörte zu den zentralen Infrastruktur-Vorhaben in der Zeit von Thiam als Chef des BNETD.

1999 übergab Thiam die Zügel des BNETD dem Generalsekretär seiner Infrastrukturbehörde, somit also einem Internen.

Der Grund war, dass der erst 36-Jährige Thiam damals zum Minister „de la planification, de la programmation et du développement“ der Elfenbeinküste berufen worden war.

Thiam akzeptierte den Job, obwohl das einst prosperierende Land an der westafrikanischen Küste unter seinem Präsidenten Henri Konan Bédié heruntergewirtschaftet war.

Mit Bédié, der 1993 Nachfolger des verstorbenen Félix Houphouët-Boigny geworden war, der die Elfenbeinküste seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1960 regiert hatte, stiegen Korruption, Repression und Fremdenhass.

Der Mix wurde zur Zeitbombe. Am Heiligabend von 1999 stürzte das Militär den in Ungnade gefallenen Präsidenten Bédié und installierte ein Übergangsregime.

Thiam sei damals heldenhaft zurückgekehrt, hiess es in Medienberichten, nachdem dieser vor 2 Wochen von CS-Präsident Urs Rohner auf den CEO-Schild gehoben worden war.

Er habe sich „verpflichtet gefühlt gegenüber seinen Mitarbeitenden“, gab ihn der Tages-Anzeiger in einem ausführlichen Portrait wider.

Deshalb sei er aus Amerika, wo er sich beim Militärcoup mit seiner Familie befunden habe, in die Heimat gegangen.

Das klingt nach Uneigennützigkeit und Zivilcourage. Die Frage stellt sich, ob Thiam die Bedingungen seiner Rückkehr nicht im Voraus mit den neuen Militärmachthabern abgesprochen hatte.

Jedenfalls war die Gefahr für Thiam offensichtlich begrenzt. Er wurde zwar bei seiner Einreise in Côte d’Ivoire verhaftet, musste dann aber nicht wie andere politische Häftlinge im Gefängnis schmoren, sondern durfte unter „Hausarrest“ in seinem eigenen Heim die Entwicklung abwarten.

Noch besser wurde Thiams Lage, als er von den Militärs später erneut eine Ministerstelle offeriert erhielt. Dies lehnte Thiam ab und kehrte stattdessen zurück zu McKinsey nach Paris.

Von dort ging es steil bergauf. 2009 übernahm Thiam als erster Schwarzer die operative Spitzenposition eines grossen englischen Konzerns.

Einen Rückschlag erlitt Thiam, als er respektive seine Prudential von der englischen Finanzaufsicht mit 30 Millionen Pfund gebüsst wurde.

Thiam habe beim Übernahmeversuch des asiatischen Teils der amerikanischen Grossversicherung AIG nicht mit offenen Karten gespielt.

Dies sei ein „serious error of judgement“ gewesen, sagte ein Verantwortlicher der FSA vor 2 Jahren, des Watchdogs der britischen Finanzindustrie. Die Prudential würde dafür nun „den Preis bezahlen“.

Die Strafe überlebte Thiam problemlos. Möglicherweise profitierte er damals vom Hype, der um seine Person gemacht wurde.

Zuvor war Thiam offenbar auf Stellensuche. Ausgerechnet als Chef der erwähnten Weltbank-Finanzierungsorganisation IFC war der hochgelobte CEO Mitte 2012 ein Thema.

Suchte Thiam seit längerem eine neue Aufgabe? Jedenfalls war er immer wieder im Gespräch, wenn es um VR-Sitze bei bekannten Multis ging, heisst es auf dem Finanzplatz.

Im VR seiner Prudential sitzt mit Kai Nargolwala ein Spitzenmann der Credit Suisse. Nargolwala, der bei der CS seit 2013 zum Verwaltungsrat gehört, könnte Thiam zu den Schweizern gelotst haben.

Das Netzwerk hätte dann seinen Dienst getan.

Kommentare

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  1. das mit der schlechten Mitarbeiterführung kann ich bestätigen. Passt irgendwie zu dieser Firma, in der Mitarbeiter an der Nase herumgeführt werden, Kunden abgezockt werden (z.B. strukturierte Produkte) und brave und loyale Steuerzahler betrogen werden oder zumindest Beihilfe hierzu geleistet wird. DIe CS wurde in vielen Ländern der Erde zu Geldstrafen verurteilt, und in den USA offiziell aks krminelle Organisation bezeichnet.
    Eine ausgesprochen schlechte Firma, um die man besten einen grossen Bogen macht. Jetzt zeigen sich die Früchte jahrelanger Misswirtschaft und des schlechten Beispiels der GL und VR.

  2. .. bei der CS bringen es ehrliche und Loyale Mitarbeiter zu nichts.

    Hat der Vorstand nichts gelernt aus der Vergangenheit, oder gibt es gar keine Bewewrber mit weisser Weste mehr ?

    Ich sehe Schwarz für die Zukunft der Bank, da die Probleme und Strafzahlungen mit Internationalen Behörden nicht enden werden.

    • die CS ist ein Betrügerladen
      fügt zu anderen Menschen grossen Schaden
      so denken viele über diesen Ort
      und wollen eigentlich schnellstens fort.
      verurteilt sei sie zu Geldbussen in vielen Ländern
      wird das leider nicht viel ändern.
      verurteilt als kriminelle Organisation
      folgt jetzt die nächste Inthronisation.
      ehrliche Menschen kommen dort nicht weiter
      die Lage dort ist weiterhin ernst bis heiter.
      drum prüfe sich wer sich dauerhaft bindet
      und sich dort im Unglück windet.

  3. Zu Aviva:
    Max-Hervé George ist eine tickende Zeitbombe. Mit jedem Tick wird er reicher und der britische Versicherungskonzern Aviva ein bisschen ärmer. Noch sind es harmlose Ticks, doch sie werden immer stärker – bis Max-Hervé George bald reicher ist als Aviva.

    Die Geschichte beginnt 1997. Damals ist George sieben Jahre alt. Sein Vater schließt für ihn eine Lebensversicherung bei Aviva ab. Es ist ein so genannter „Cours Connu“-Vertrag. Dahinter steckt die Idee, dass George selbst entscheiden darf, in welche Fonds Aviva seine Beiträge investiert.

    Aviva
    Aviva-Chart
    Aviva-Chart
    Der Vertrag hat aber einen verrückten Trick: Denn George darf das Geld beliebig zwischen verschiedenen Fonds von Aviva hin- und herschieben – und zwar garantiert zum Preis von jeweils vergangenem Freitag.

    Im Klartext bedeutet das: Wenn ein Fonds in einer Woche mal Verlust macht, schiebt George das Geld von dort in einen anderen, gewinnträchtigeren Fonds. Er hat einen Freibrief, der alle Verluste nachträglich eliminiert. Die Differenz muss Aviva tragen. Nur wenn alle Fonds in einer Woche Verlust machen, verdient auch George nichts – aber er kann seine Verluste auch dann zumindest minimieren.

    Bald der reichste Mann der Welt

    Auf diese Weise hat der junge Franzose – beziehungsweise sein Vater für ihn – von 1997 bis 2007 eine Rendite von 68,6 Prozent pro Jahr eingefahren. Wenn er so weiter macht, hat die US-Seite Business Insider errechnet, wird er im Jahr 2030 rund 250 Milliarden (!) Euro besitzen.

    Aviva kann dabei nur zusehen. Das Unternehmen L’Abeille Vie, welches Aviva 2002 aufkaufte, hat Tausende solcher Verträge in den 1990er Jahren abgeschlossen. Den meisten Versicherten war ihr Glück wohl nicht bewusst, sie ließen sich die Klauseln später abkaufen. Neben George und seiner Familie sind noch etwa 30 weitere Fälle bekannt, aber keiner der Versicherten nutzt seinen Vertrag so sehr aus wie der 25-jährige Franzose.

    Aviva klagt gegen den Vertrag

    Deswegen versucht Aviva seit 2007, George aus dem Vertrag herauszuklagen. Für den Versicherungskonzern geht es schließlich um nicht weniger als seine Existenz. Irgendwann sind Georges Einlagen höher als das Kapital von Aviva. Aus den ursprünglich 8.000 Euro, die Georges Vater einmal investierte, sind bis 2007 schon 1,4 Millionen Euro geworden. Seine Familie war damals rund 21 Millionen Euro schwer.

    Die Gerichte bestätigen den Vertrag. Zwischen 2007 und 2014 haben die Georges drei Gerichtsverfahren in Frankreich gewonnen, zuletzt im September vor Frankreichs oberstem Gerichtshof.

    Vertrag läuft bis zum Tod

    Wie kann diese Geschichte also ausgehen? „Der Vertrag kann und wird so lange laufen bis ich sterbe“, sagt Max-Hervé George im Interview mit der US-Seite Business Insider – und weist gleichzeitig daraufhin, dass er erst 25 Jahre alt ist. Mitleid mit Aviva hat er nicht: „Die Manager, die für diese Verträge verantwortlich sind, haben sie damals auch selber abgeschlossen. Die wussten genau, dass sie sich ihre eigenen vergoldeten Pensionen geschaffen hatten.“

  4. ich bin bei allen bankern skeptisch, egal welcher couleur.. die nähe zum grossen geld bekommt nicht jedem.

  5. Jeder Verkäufer versucht Deals zu machen. Dabei vergibt er selbstverständlich auch Geschenke von einem gewissenen Prozentsatz seines erwarteten Gewinns als Akquisitionskosten ab. So ist es nichts aussergewöhnliches, wenn ein Versicherungsvertreter seine Kunden zum Mittagessen einlädt, wenn er bei einem Lebensversicherungsabschluss eine Prämie von CHF 3’000… erhält. Die selben Kompetenzen hat ein Relationship Manager (RM) bei einer Bank, wenn er z.B. ein Vermögensverwaltungsgeschäft für einen Kunden abschliesst.
    Viele RM’s machen davon aus Faulheit und Unvermögen in ihrem Job kein Gebrauch davon. Es fehlt ihnen einfach die für den RM Job unbedingt notwendige unternehmerischen Fähigkeiten. Diese Unfähigkeit ist auch typisch in der Hierarchie der Credit Suisse und zieht sich in Regionen bis zu den Regionenleitern hoch. Definitv vorbei sind die Zeiten, in denen die Akquisition ausschliesslich durch Hortung Schwarzgeldern z.b. aus dem EU Bereich problemlos erfolgen konnte.
    Auf Stufe Geschäftsleitung ist es aber unbedingt notwendig, dass die Geschäftsleitung sich AUCH an der Akquisition von Geschäften beteiligt. Selbstverständlich müssen „unkonventionelle“ Ideen angewendet werden, um Akquisition betreiben zu können. Dies kann schon mal eine Gradwanderung zwischen legal und illegal bedeuten, aber auf dieser Gradwanderung befinden sich die Bankmitarbeiter sowieso immer, die unzähligen Gerichtsfälle beweisen dies. Nichts Ungewöhnliches für einen CEO, wenn er versuchen wird, Geschäfte zu akquirieren, dies ist sein Job und seine Vorbildfunktion!

    • falsch gedacht!
      das ist genau die Einstellung, die die Korruption fördert. Eine Hand wäscht (= schmiert die andere).
      So kommen wir nie aus dem Dreck raus.

  6. Nähme mich schon wunder, welcher Headhunter den Thiam gegen gutes Geld der CS vertickt hat. Oder war es Rohner selbst, der den Kontakt zu Thiam suchte?

  7. ABB und CS = Milliarden Konzerne und was ist jetzt auch nur intressant an Bestechungsgeldern/Korruption? Ist doch das MO aller Konzerne? Sonderabzug Bilanz – Line Item 37

  8. immer neue Probleme. Die CS hat kein glückliches Händchen bei der Auswahl des Personals.
    Mittlerweile neige ich auch der Auffassung zu, dass eine gewisse Person im VR zu den Problemen der CS wesentlich beiträgt.

  9. L.H. Da haben Sie jetzt den Salat. Die ganze Rassenproblematik kommt jetzt wieder zum Vorschein. Es ist zum Ko……..
    Was sind das für Menschen. Ich schäme mich.
    Egidio Parigi

    • Wo denn, dass damals bei der Pru der weisse VRP gefeuert wurde anstelle des für den Flop eher verantwortlichen schwarzen CEOs, damit man sich eben gerade NICHT Rassismusvorwürfen aussetzen musste. – Verkehrte Welt! Und verkehrte Bobo-Wahrnehmung bei Ihnen. – Glauben Sie im Ernst, ein Schweizer mit einer Public Censure Registration beim Regulator wäre als Kandidat überhaupt angeschaut worden? – Träumen Sie weiter und werfen Sie bitte NICHT anderen Rassismus vor.

    • @ivory: Falls die Rassenproblematik kommt, dann muss die Schuld jetzt nicht bei den korrekt arbeitenden Kommentatoren suchen.

  10. Grundsätzlich gibt es 3 Punkte, die zu Afrika Gültigkeit haben:

    1. Afrika ist überhaupt nichts für Sissis;
    2. In Afrika gelten deutlich heftigere Bandagen wie in Europa;
    3. Afrika hat die Zeit, der Rest der Welt das Geld.

    Ganz am Rande, wir haben Alle unsere Vergangenheit nur, die Einen als Normalos und die Anderen mit starkem Toback!

  11. Wirtschaft, Ethik und menschliches Verhalten, ein toller Mix im Topf. Dazu ein wenig Lesestoff:

    Ethik bremst Bankkarierren, haben CFA Society und Economist herausgefunden:
    http://www.bankingundfinance.ch/geschaeftsmodelle-und-management/ethik-bremst-bankerkarrieren/

    Unser Blogautor Claude Del Don hat eigene Vorschläge, wie man Ethik und Wirtschaft zusamenbringen könnte:

    http://www.bankingundfinance.ch/geschaeftsmodelle-und-management/warum-ethik-nicht-in-die-heutige-wirtschaft-passt-und-was-wir-dafuer-tun-koennen-teil-13/

    Unethisches Verhalten ist gefährlich für die Karriere, meint schliesslich noch der Chef der CFA Society

    http://www.bankingundfinance.ch/geschaeftsmodelle-und-management/interview-cfa-society-unethisches-verhalten-ist-definitiv-gefaehrlich-fuer-die-karriere-teil-12/

  12. Ich dachte Thiam sei wegen seiner Farbe grundsätzlich unantastbar!?
    Und es tat ihm ja auch furchtbar Leid (mit dazugehörigem Hundeblick im TV-Interview), dass er und die Pru in UK vom Regulator mit 30 Mio GBP gebüsst wurden (er hat vom Regulator eine persönliche „Public Censure“ erhalten) und zusätzlich noch die Peanuts von ca. 600m GBP für eine von ihm stark gepushte, missglückte Akquisition (sowas kann grundsätzlich allerdings immer schiefgehen) die Kloschüssel ‚runtergingen…

  13. Es ist nicht überraschend, dass hier wie so oft die plakative Begründung welche einer statistischen Häufung entspricht, allenfalls die richtige ist: „Afrikanische Politiker“ und „Korruption“ ergibt als Schnittmenge NICHT die ‚Leere Menge’…

  14. So jetzt reicht es aber. Die Verhältnisse in Westafrika sind weit komplexer, als dass ein L.H. wirklich den Durchblick haben könnte.
    Herr Hässig, was treibt Sie nun an, diese Geschichte breit zu treten? Ich weiss es nicht. Hören Sie bitte auf in alten Geschichten zu wühlen.

    • Oh oh…., da scheint ‚jemandem‘ mit profunden Kenntnissen und Durchblick etwas nicht genehm zu sein. Wenn Sie keine Geschichten lesen wollen, hören Sie auf zu lesen.

    • Wenn ich Geschichten lesen will, nehme ich ein „Märlibuch“.
      Was L.H. da zusammenschreibt, kann ja in etwa wahr sein, wer weiss das schon so genau. Die CIV kenne ich recht gut und die Machenschaften sind sicher bzw. absolut nicht OK. Aber, vom hören sagen kennt man auch nicht immer die ganzen Umstände.
      Nur zur Info: Ich bin Schweizer, durch und durch und das seit 68 Jahren.

  15. So, jetzt mal für alle Leute, die hier immer so schön über L.H. meckern: ihr habt hier mehr Hintergrundinformationen über Thiam bekommen als von NZZ, Tagi und Bilanz zusammen. Und während sich die besagten Blätter damit begnügen die Jubelnachrichten der CS Media Relations-Abteilung weitestgehend 1:1 zu übernehmen, hat sich L.H. offensichtlich reingekniet und Originalrechereche betrieben. Und das kriegen wir erst noch gratis serviert! Super Sache, Gratulation an L.H. und weiter so!

    • Hintergrundinfotmationen? Originalrecherche? Reingekniet? Höchstens in den Morast der alten Geschichten…..was erfahren wir denn Neues in diesem Artikel? NICHTS! Alles bekannt, neu gemischt und etwas mit Blick-Stil gewürzt. Kein Wunder schreibt eine NZZ keinen solchen alten Käse. (Und warum kam das auch nicht im Tagi, wo doch LH auch dazu gehört….?)

    • @Ueli: ich wusst dies nicht, weil ich meine Geldanlagen selbst und via discout broker schon lange mache. Ihre INFOs sind interessant und für mich gehen die Fragen beim Privatbanking zu weit, sind arrogant. Dass die betreffende Bank nicht noch die Unterhosen der Kunden prüfen will, hat sie wohl vergessen…

    • Zu viel der Ehre. Rohner ist nur der Grüssaugust der Grossaktionäre, welche das Sagen haben.

    • @Sandra Niggli
      genau. Mit genügend Geld ( = Salär, Bonus, Aufwandsentschädigung, competetive compensation) bekommt man fast jeden herum. Die Frage ist nicht, ob Menschen prinzipiell unmoralisch sind, sondern ab welchem Betrag der einzelne Gehaltsempfänger zur Marionette wird, jeden Unfug mit vertritt und ihre sich von moralischen Grundsätzen und Überlegungen ‚freimachen‘ kann.

      die CS Führung befindet sich wohl bereits im Zustand der so definierten ‚Freiheit‘

  16. Eine politisch exponierte Person (PEP) aus einem hochkorrupten afrikanischen Land hätte heutzutage grösste Mühe bei einer Schweizer Bank ein Konto zu eröffnen. Aber CEO bei der Grossbank Credit Suisse zu werden, ist offenbar möglich. Hoffen wir alle, dass der CS Verwaltungsrat beim CEO Profil von Herrn Thiam ebenso hohe Massstäbe angelegt hat wie bei den einzelnen Kundenprofilen heutzutage. Fragen aus einem Kundenprofil im Private Banking einer Grossbank (muss für jeden Kunden zwingend erstellt werden, sonst gibt es kein Konto oder der Kunde muss die Bank verlassen, wenn er nicht beantworten will). Hier einige Fragen daraus:
    Gehört das Geld dem Kontoinhaber ? Wie hoch ist das Gesamtvermögen des Kunden weltweit (inklusive Immobilien, Kunst usw.) ? Wie wurde dieses Vermögen erzielt ? Lohn als Angestellter, eigene Firma, Erbschaft oder Kombination davon ? Name der Firma, Rang in der Firma, Jahreslohn in dieser Firma, wieviel wurde geerbt, wie hiess der Erblasser, wie entstand dieses geerbte Geld, was hat der Erblasser gearbeitet (bei hohen Vermögen immer mit Belegen und Dokumenten zu dokumentieren), zu welchem Preis wurde eine Firma, ein Haus, Land usw. verkauft (auch hier Belege vorweisen). Wieviele Angestellte hat die Firma, Was für eine Ausbildung hat der Kunde, Zivilstand, Name der Ehefrau/Partnerin, Name und Alter der Kinder, wie kam oder kommt das Geld zu unserer Bank (Banktransfer, Einzahlungen usw.). Diese Angaben werden von den Banken dann in einem sogenannten World Check überprüft.

    Hoffentlich hat Herr Thiam genau so einen Fragebogen auch wahrheitsgetreu ausfüllen müssen, um CEO werden zu können. Die Reputation der CS ist eh schon massiv angeschlagen. Ein weiterer grosser Tiefschlag wäre sehr problematisch.

    • Wahrscheinlich gibt dann der Kundenberater dem Möchtegernekunden eine unabhängige Beratungsfirma an, die ihm alle nötigen Dokumente und Antworten für den Fragebogen zusammenstellt. Sorry Leute in Afrika und bei Schweizer Grossbanken kann man für Geld alles organisieren.

  17. Danke, Herr Hässig, für diesen Beitrag, und Ihre damit bewiesene Zivilcourage.

    Normalerweise kommentiere ich Ihre Personen-Blogs ja nicht, aber Korruption muss einfach angeprangert werden – entgegen aller Versuche, sie dann (bzw. bereits im Vorfeld) mit Diffamierungen jeglicher Art bis hin zu Gesetzen mundtot zu machen.

  18. Auch andere Strahlemänner starteten ihre Rakten-Karriere aus korruptionsverseuchten Sumpfgebieten: Im notorisch korrupten Kolumbien wurden seinerzeit sogar – angeblich im Auftrag von Nestle – unliebsame Gewerkschafter ermordet. Damals war dort frisch von der Kaderschmiede HSG Daniel Jositsch als Geschäftsführer der Schweizerisch Kolumbianischen Handelskammer im Amt, wobei ihm offenbar gelang dabei den Grundstein für seine akademische Raketenkarriere zu legen (vgl. NZZ: „Ein Jositsch für alle Fälle“). Heute ist Daniel Jositsch Hoffungsträger bei der SP (sic!) für den Ständerat im Kanton Zürich und peilt darüber hinaus einen Bundesratssitz an, wie man in gut informierten Kreise weiss.

  19. Gut recherchiert, Herr Hässig. Tatsächlich würde dieser Herr besser in die Weltbank passen. Farewell to Credit Suisse.

  20. Starten wir mal einen Versuch: Eine Person mit doppelter Staatsbürgerschaft „Elfenbeinküste“ und „Frankreich“, dazu qualifiziert als PEP (politisch exponierte Person), dazu den notwendigen Bribary-Check (Bestechungsprüfung)… möchte bei CS (oder UBS) ein Konto eröffnen. Geht fast nicht – man müsste zahlreiche Compliance-Richtlinien aushebeln. Was macht man: Diese Person wird CEO, dann geht’s! Aber: Wozu sind eigentlich die Compliance-Richtlinien?

    • …und dann noch mit einer nicht wieder auszulöschenden, ewig im Register stehenden „Public Censure“ der UK-Aufsichtsbehörde in den …und dann noch die Versicherten bei der Pru übervorteilt. – Mann-oh-Mann, wie verblödet wird die Schweiz eigentlich noch! Ein Schweizer mit solchem Track-Record würde wie eine heisse Kartoffel angefasst. – Ach, noch was: Nachdem Thiam 2009 CEO wurde sind die Börsen aus dem Tief automatisch und mit der Unterstützung der Zentralbanken auf absolute Höchststände geklettert. Viele Aktien haben sich verdrei-, vervier-, verfünffacht oder noch mehr, so z.B. auch die Zurich, ohne dass der CEO jeweils wirklich grosse Stricke verrissen hätte. Und als Asienkenner würde ich Thiam auch nicht bezeichnen. Er hat vielleicht dort ein paar Metropolen bereist und ein paar Fünftsternehotels von innen gesehen. (Schwarze werden in den meisten Teilen Asien übrigens als „Bimbos“ betrachtet, sind also dort nicht optimal einzusetzen…; Da haben bestimmt andere den Job tatsächlich gemacht.)

    • Dazu die 60 Mio.-Busse der FSA sowie mehrere hundert Millionen Kosten, die der gescheiterte Asiendeal mit AIG gekostet hat: http://youtu.be/_7ifb4JOCU8

      Der Mann hat eine blütenweisse Weste und passt damit perfekt zu Urs Rohner…

    • Äh ich verstehe all die Kommentare nicht. Wie wir wissen, ist die CS eine offiziell kriminelle Organisation und somit alle Vorschriften nur bedingt gültig. Nach dem Motto: IHR DÜRFT ALLES TUN, NUR NICHT ERWISCHEN LASSEN!

  21. Das wird Boris aber freuen, dass jetzt ein anderer durch den Dreck gezogen wird… bitte den neuen CS CEO an seinen Taten messen – bei Prudential und dann bei CS.

  22. Ein gefährlicher Opportunist und Mischler wie er im Buche steht. Es geht ihm allerdings ein gewisser Charme nicht ab. – Und dann ist er ja noch Schwarzer und dadurch unangreifbar, da sich ja niemand dem Vorwurf des Rassismus aussetzen möchte.