CS-Thiam ist Mitglied in Franzosen-Geheimloge

Seit kurzem im Club Le Siècle – von Rothschild bis Sarkozy dabei – wussten sie von CS-Wahl? Auch Collardi gab Hinweis.

Tidjane Thiam, 52, ist ein Rätsel. Heute schreibt der Blick von einem richtiggehenden Eiertanz der CS-Pressestelle um den Antrittstermin von Thiam als neuer CEO der Grossbank.

Nun wird bekannt, dass Thiam seit wenigen Monaten zu einer gut 500-köpfigen Geheimloge in Frankreich gehört.

Le Siècle heisst der Club und existiert seit den 1940er Jahren. Vor allem hohe Sozialisten der französischen Politik wie die Ex-Premiers Lionel Jospin und Laurent Fabius sind dabei.

Aber auch das bürgerliche Comeback-Kid Nicolas Sarkozy gehört zu Le Siècle; ebenso seine umstrittene Ex-Justizministerin Rachida Dati.

Vor allem sind Schwergewichte des französischen Geschäfts- und Finanzlebens dabei.

Edouard de Rothschild, der Ex-CEO der Rothschild Gérard Worms, der gefallene Ex-Währungsfonds-Chef Dominique Strauss-Kahn, Denis Kessler von der Rückversicherung Scor.

Schliesslich sind auch Topleute der Medien mit von der Partie, so der Ex-Chef von Le Monde und der bekannte TV-Mann Patrick Poivre d’Arvor, dessen PPA jedes Kind im Hexagon kennt.

Tidjane Thiam wurde laut dem Buchautor Emmanuel Ratier („Au coeur du pouvoir“, Im Herzen der Macht) vor wenigen Monaten im Le Siècle aufgenommen.

Wie bei den Zürcher Zünften muss ein Kandidat von Mitgliedern empfohlen werden und dann mit seinem Werdegang, seinen Ansichten und seinem Auftritt breit überzeugen.

Laut Autor Ratier ist der Zeitpunkt der Aufnahme des Manns aus der Elfenbeinküste interessant, der dank seiner Abstammung aus einer führenden Familie der französischen Ex-Kolonie steile Karriere machen konnte.

„Der innere Kreis von Le Siècle wusste, dass Thiam neuer Chef der Credit Suisse wird“, sagt Ratier in einem Video (siehe ab 2’45).

Wenn das zutrifft, wären Tür und Tor offengestanden für Insiderdeals.

Dass mit einem Führungswechsel vom stark kritisierten Brady Dougan zum erfolgsverwöhnten Thiam die CS-Aktie massiv Schub erhalten würde, war absehbar.

Auch am Finanzplatz Zürich hatte sich die Wahl von Thiam vorab herumgesprochen.

Laut einer Quelle sagte Julius-Bär-Chef Boris Collardi im kleinen Kreis, dass es bei der CS bald grosse Neuigkeiten geben würde.

Das war rund 2 Wochen vor der Wahl von Thiam vor 4 Wochen.

Die Aktie der CS ist seit dem 9. März, also dem Vorabend der Bekanntgabe der Thiam-Kür, um 16 Prozent gestiegen. Die UBS blieb mit plus 9 Prozent zurück.

Die Mitgliedschaft Thiams in der französischen Geheimloge mit Mächtigen aus Politik, Industrie, Finanz und Medien wirft ein neues Licht auf die Figur des zukünftigen CS-Chefs.

Während Brady Dougan sich vom Eisenbahnersohn aus Illinois in zäher Arbeit im Aktiengeschäft der First Boston an die CS-Spitze hochgearbeitet hatte, kam Thiam mit goldenem Löffel zur Welt.

Er genoss Ausbildungen an französischen Eliteuniversitäten und wurde als 36-Jähriger Minister in seinem Heimatland Côte d’Ivoire.

Nach einem Umsturz machte er steile Karriere in England. Innert sieben Jahren schaffte es Thiam auf den CEO-Sessel der Prudential, einer bekannten Versicherung.

Weder eine 30-Millionen-Pfund-Busse der Finanzaufsicht noch seine Herkunft aus höchsten Politkreisen eines afrikanischen Landes stoppte Thiams Höhenflug.

Im Gegenteil: Die Ankündigung als neuer CEO der CS machte weltweit Schlagzeilen.

Thiam wurde als Sinnbild für eine neue Ära gefeiert, in der weder Hautfarbe noch Religion eine Rolle bei der Besetzung der höchsten Machtstellen im Business spielen.

Wie sehr Thiam durch geschickte eigene Positionierung statt durch den langen Marsch durch die Hierarchien eines Multis Erfolg hatte, darauf deutet seine Mitgliedschaft im Club Le Siècle hin.

Laut Buchautor Ratier würden die mächtigen Mitglieder der Vereinigung dafür sorgen, dass ihre Leute an die entscheidenden Schalthebel gesetzt würden.

Die heutige Blick-Story würde in dieses Bild passen. Bei Thiam ist vieles im Dunkeln.

Wenn die Pressestelle nicht einmal einen klaren Starttermin für Thiam nennen kann, weckt das Zweifel.

Möglicherweise liegt der Grund im Geld. Thiam verdiente bei der Prudential im letzten Jahr 17 Millionen Franken.

Ein grosser Teil seiner vergangenen Boni dürfte in gesperrten Aktien und Optionen liegen. Diese verfallen, weil er gekündigt hat.

Nun muss ihn die CS wohl dafür entschädigen, wie das üblich ist. So zahlte die UBS ihrem Investmentbanker Andrea Orcel 25 Millionen Franken „Lösegeld“.

Wegen Minder könnte es bei Thiam sein, dass bereits die diesjährige Generalversammlung der CS am 24. April über Thiams Ablösesesumme entscheiden muss.

Erst wenn grünes Licht vorliegt, würde Thiam nach Zürich umsiedeln.

Kommentare

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  1. Geheim ist die Loge nicht aber ihr Einfluss auf unseren Alltag weil DIESE Leute bestimmen wo es lang geht und was läuft (z.B. dass der er € um JEDEN Preis gehalten werden muss und nicht scheitern darf).

  2. der kleine Poet meint diese Geschicht‘
    ist nicht wirklich von Gewicht
    für das Wohlergehen dieses Landes ist sie nicht von Interesse
    solange die EZB bemüht die Euro-Geldpresse
    naturgemäss fällt eine Verschwörungstheorie
    in eine der Boulevardpresse ähnliche Denkkategorie.
    ob sich die Möglichkeit zu Insidergeschäften ergab oder nicht
    fällt wohl eher ins Gewicht.
    Jedoch dürfte schwer sein dies zu beweisen
    bei Geheimlogisten ist es nicht Usus, seine Mitgliedschaft anzupreisen.

  3. Eine Geheimloge? Sehr sehr geheim… Manchmal übertreibt ihr einfach mit euren Geschichten. Reisserisch ist schon cool, aber nur bis zu einer gewissen Grenze. Dann schlagen Nachrichten in Unterhaltung und schliesslich in Verblödung um.

  4. „Insider“ Trading in der CS Aktie vor Thiams Ankündigung? Das heisst die Freunde von Collardi und Co. die das wochenlang vorher gewusst haben, haben sich wochenlang vorher mit extrem lukrativen Call Optionen eingedeckt? Kann einfach nicht sein, dass Collardi und Co da vorher was durchsickern lassen, gleiche Rechte für alle, die Insider Deals bei Grossunternehmen sind zum k….

    • Neues Gerücht: Thiam kommt nicht in die Schweiz, weil er die nötige Gewähr als Banken CEO von der Finma nicht erhält… Also kauft schon ‚mal ein paar Puts oder Calls, je nachdem wie ihr die Marktreaktion einschätzt.

    • na das wäre doch was:

      1. Brady Dougan bekommt im letzten Jahr viel Geld für seine schwache Leistung und dafür dass er endlich geht.
      2. TT bekommt 25 Millionen dass er kommt
      3. Ein paar superschlaue verdienen sich eine goldene Nase mit Insidergeschäften.

      Diese Firma ist einfach am absteigenden Ast. Und was macht Rohnerli? Der verkündet gebetsmühlenartig, dass alles bestens sei und noch bessere Zeiten kommen. Damit er auch vom Bonustopf was abbekommt..
      Schon mal darüber nachgedacht, wie diese Firna von Innen her ausgehöhlt wird!? Keine Strategie, keine Kontinuität, nur der Wille, in kürzester Zeit alles zusamnenzuraffen was geht.

  5. Die Begrifflichkeit der „Geheimloge“ ist irreführend, weil die tatsächlichen Strippenzieher mit diesen Märchen aus dem Fokus geraten. Hier sei ein Artikel aus „Die Welt“ vom 16.9.09 angeführt, die ganz profan das beschreibt, was dem Charakter nach eine Geheimloge ausmacht (Parallelwelt ohne demokratische Kontrolle, ziemlich allmächtig, …). Beginn des Zitats >>>“ …Liberty National ist der teuerste Golfplatz der Welt. 89 handverlesene Mitglieder schwingen hier den Schläger. Unter ihnen der Food-Tycoon Robert Kraft, ein ehemaliger Präsident, ein US-Spitzensportler und ein Entertainer sowie eine Reihe Chefs aus den Fortune 500, der Liste internationaler Spitzenunternehmen. Die Kartei sei so erlesen, dass man keine weiteren Namen nennen könne, sagt Klub-Manager Martel Meyer. „Exklusivität und Vertrauen sind die Basis dieses Klubs. Public Joe hat hier keine Chance.“
    Dafür sorgt schon die Aufnahmegebühr von einer halben Million Dollar. Sie haben richtig gelesen. “ <<< Ende des Zitats.

  6. Gerüchten zufolge, soll auch Berlusconi mit dem Bündnis der Gangbang Gang dabei sein……

    Club Le Siècle und weitere „Geheimbünde“ wirken natürlich tüchtig hinter den Kulissen, die von Wattenwil Gespräche machen da überhaupt keine Ausnahme!

  7. Also wenn das im Blick so steht, dann wird es bestimmt zu 150 % stimmen… Der Blick ist ja für seine wasserfest recherchierten Artikel weltweit bekannt…

    • Ich denke ‚mal, dass Blick hier tatsächlich die richtige Frage stellt: „Why the f… is Thiam moving to CS?“ – Ist in UK bei der „Pru“ Kacke am dampfen? (Motto: „You better move before the shit hits the fan…“) Wieso geht er nicht anderswo hin, sofern er denn könnte? Wieso soll SO einer sich mit 7 Mio weniger pro Jahr zufrieden geben? Oder bastelt man bei der CS an einem neuen, versteckt-verschachtelten Super-Bonus-Programm, wo man ihm schon Partizipation versprochen hat? Das sind wahrlich keine banalen Fragen, sondern dürften JEDEN geneigten Aktionär und auch die CS-Mitarbeiter auf den „Ruderbänken“ interessieren. Was ist die „Hidden Agenda“?

  8. Soooo geheim scheint mir die Loge nicht zu sein… Offenbar weiss man, wer Mitglied ist. So what, Herr Thiam kann Mitglied sein, wo er will. Eine andere Geschichte ist es, wenn dort vertrauliche Informationen besprochen werden, das könnte allerdings in jedem beliebigen Klübli genauso der Fall sein. Jeder Manager pflegt soziale Kontakte, manche sind z.B. verheiratet, siehe Fall Hildebrand.
    Bobo scheint nicht Mitglied besagter Loge zu sein und wusste offenbar trotzdem Bescheid. Ich würde raten, den Ball da ein Bisschen flach zu halten. Ob TT die imensen Probleme der CS lösen kann, wird sich zeigen. Ich hoffe, dass Shafir, Graham-Thomas, Cerrutti et al. bald für neue Herausforderungen sind.

  9. Scheint ja wahrlich eine „geheime“ Loge zu sein, die mit Vorzug im Untergrund arbeitet, wenn auf Wikipédia die Mitglieder und Mitgliedschaftsbeiträge aufgelistet sind, und man bereitwillig Emmanuel Ratier recherchieren / publizieren lässt.

    Wenn nun besagter Herr Ratier aussagt, dass der innere Kreis von Le Siècle über den Antritt Bescheid wusst, gibt es drei Optionen: a) er gehört auch zum inneren Kreis, oder b) einer vom inneren Zirkel ist indiskret, oder c) das ist pure Spekulation. Per wann wusste denn Herr Ratier über den Führungswechsel bescheid? Und was hat er mit dieser Information gemacht?

    Stellt sich schliesslich also noch die Frage hinsichtlich des potentiellen Insiderhandels, wie vom Artikel suggeriert. Dass die CS-Aktie die UBS-Aktie etwas outperformed hat seit der Ankündigung, ist ja mal weiter nichts Besonderes. Eigentlich scheint es ja eher die Fortsetzung der Aufholjagd, welche schon mit der Publikation der Zahlen Mitte Februar eingesetzt hat. Aber, weil ja Alles möglich ist, die Frage an LH: Gibt es Ihrer Meinung nach konkrete Anzeichen für Handels-Unregelmässigkeiten für die Zeit vor der Bekanntgabe des 9. März? Wenn ja, welche? Ferner: Wurde eine Untersuchung durch die Aufsichtsbehörden eingeleitet oder steht eine solche Einleitung gegenwärtig zur Diskussion? Danke für ein oder zwei faktische Antworten hierzu…

  10. Da freu ich mich doch schon mal sehr auf die Generalversammlung im Hallenstadion. Geheime Logen sind das Tüpfelchen aufs i, welches der Credit Suisse gerade noch gefehlt hat. Von Insidergeschäften im Vorlauf der Bekanntgabe des CEO Wechsels gehe ich stark aus. Wenn man bedenkt, wie man uns CS Sklaven nötigt, die Zeitfenster des verbotenen Aktienhandels einzuhalten, finde ich es eine riesen Schweinerei, wenn Members der Geheimloge mit Insergeschäften zusätzlich reich dealen. DSK und Konsorten sind genau die richtigen Member, welche der Loge noch den nötigen „Heiligenschein“ verpassen. Fehlt eigentlich nur noch Berlusconi damit er mit Dominik Straus Khan eine Bunga Bunga Party im Le Scièl durchführen.
    Mir kommt allmählich die Galle hoch, ob der Kloake die sich hier zusammen braut.

  11. Da fehlt wirklich nur noch Marine Le Pen 🙂

    Vielleicht retten sich die systemgefährdeten Banker eines Tages in ihre Geheim-Logen*), die veritablen Einflüsterer der NWO. Die Logen-Brüder überladen schon jetzt das Fuder!

    Die Schweiz hat schon genügend *) davon – und es werden immer mehr: Die Zeichen der Zeit, wer sie interpretieren kann!

  12. …möglicherweise muss Rohner bald wieder einen Headhunter engagieren… Habe selber schon miterlebt, wie ein angeblicher Ueberflieger als Nachfolger angekündigt wurde und dann eiskalte Füsse bekam.

    • @Sandra Gstöhner: Hoffentlich schicken die Aktionäre den eigentlich schon längst untragbaren Rohnerli endlich in die Wüste. Als Jurist verhält er sich trotzdem seit jahren so, wie wenn er alles gelernte und studierte vergessen hätte. Millionen vernebeln offenbar das Hirn.

    • @ Sandra: „Eiskaltes Händchen“ sollte hier ‚mal Rohner und Kollegen gehörig abwatschen! 😉