SNB minus 50’000’000’000

In halbem Jahr so viel verloren wie UBS damals im Subprime-Crash – Eigenkapital noch 5,9% – kein Geld für Kantone.

Der Sommer ist heiss. Auch für die SNB. Die Notenbank erleidet einen historischen Verlust von 50 Milliarden Franken.

So viel beträgt das Minus von Januar bis Juni. Es sind Dimensionen wie bei der UBS in den Jahren 2007 bis 2009.

Grund ist die Aufgabe des Mindestkurses gegenüber dem Euro. Das Ende des Regimes machte aus künstlichen Gewinnen saftige Verluste.

Das Eigenkapital der Notenbank schmilzt nun wie Schnee im Hochsommer. Per Ende Juni betrug es noch 5,9 Prozent der gesamten Bilanz.

Das ist ein Abklatsch früherer Werte. Vor wenigen Jahren stand die SNB grundsolide da mit Eigenkapital-Quoten von 30 Prozent und mehr.

Die Aufgabe der fixen 1,20 Franken pro Euro Anfang Jahr war somit eine pure Notmassnahme. Ohne diese hätte es die SNB „verblasen“.

Eine Fortsetzung des Mindestkurses hätte den Druck noch stärker erhöht. Wenn dann die SNB früher oder später doch hätte „loslassen“ müssen, dann wären die Verluste wohl noch immenser ausgefallen.

Schon so ist die Lage bedrohlich. Das Kapitalpolster ist viel zu dünn für eine Notenbank. Und der Berg an Devisen in den Büchern der SNB steigt und steigt.

Erstaunlicherweise.

Denn die SNB hat ja mit der Freigabe des Frankenkurses den tiefen Fall des Euros im Vergleich zum Franken zugelassen.

Die vielen Euro – und im Gleichschritt Dollar und anderen Währungen – hatten auf einen Schlag deutlich weniger Wert.

Der Bestand an Fremdwährungen in der SNB-Bilanz, ausgewiesen in Schweizer Franken, hätte also sinken müssen. Diese Devisen machen mit Abstand den grössten Teil der SNB-Aktiven von 577 Milliarden aus.

Doch ein Blick in die heute früh publizierte Bilanz für die Zeit bis Ende Juni zeigt nun, dass der Devisenbestand in den Büchern der Notenbank weiter gestiegen ist.

Und zwar nicht zu knapp.

Lagen die Devisenanlagen per Ende Dezember 2014 noch bei 510 Milliarden Franken, so betrugen sie per 30. Juni 2015 530 Milliarden Franken, ein Anstieg um fast 20 Milliarden.

Dies trotz Freigabe des Frankens und des darauf folgenden tiefen Falls von Euro und – vorübergehend – Dollar.

Der Grund für die Ausweitung der Devisenanlagen: Die SNB hat an den Währungsmärkten interveniert.

Und wie.

Sie kaufte offenbar vor allem Euro, um die Abschwächung der geschundenen Einheitswährung gegenüber dem Franken aufzuhalten.

Die SNB ging also von der fixen Mindestgrenze bei 1,20 Franken pro Euro, die sie nicht mehr länger halten konnte, zum sogenannten „Dirty floating“ über.

Sie kaufte Euro und verkaufte Franken, wann immer sie die Gefahr sah, dass der Euro nach unten durchbrechen könnte.

In der Griechenlandkrise im Frühling zeigte sich eine Interventionslinie um 1,03 Franken herum.

Sackte der Euro unter diese Verteidigungslinie, schoss er jeweils wie von magischer Hand wieder hoch.

Das tiefe Minus, das die SNB in ihren Büchern ausweist, führt zu einer gefährlichen Eigenkapitallage. Es bleibt nur noch wenig Deckung bis zum Minuskapital.

Dann wäre die SNB überschuldet.

Die Folgen treffen unmittelbar die Kantone. Diese hatten immer mit dem warmen Gewinnregen der nationalen Zentralbank kalkuliert.

Nun müssen sie möglicherweise auf Jahre hinaus ohne diese Zusatzgewinne auskommen. Das heisst: weniger Geld für Soziales, Strassen, Gesundheit, Sicherheit.

Das ist nicht schlimm. Back to reality: Die Kantone müssen sich nach der eigenen Decke strecken.

Zudem scheint sich die Lage an der Währungsfront zu entspannen. Die SNB erlitt ihren Riesenverlust von 50 Milliarden Franken bei einem Euro-Kurs von 1,04 Franken und einem Dollar-Kurs von 93 Rappen.

Das waren die Schlussstände per Ende Juni.

Seither hat sich der Franken deutlich abgeschwächt, auf rund 1,06 gegenüber dem Euro und auf 97 Rappen gegenüber dem Dollar.

Möglicherweise geschah dies ohne weitere Interventionen der SNB. Das Problem des Schweizer Frankens könnte sich somit allmählich von alleine lösen.

Doch zu welchem Preis? Die Schweiz scheint auf eine hartnäckige Stagnation mit kurzzeitig möglichen Rezessionsphasen hinzusteuern.

Der Grund liegt in einem Mix aus SNB-Massnahmen: dem im Vergleich zu früher weiterhin starken Franken; den Minuszinsen, welche den Konsum abwürgen; der Verlagerung von Jobs, die aus beiden Entwicklungen folgen.

Was die SNB mit ihrer dreieinhalb Jahre dauernden „süssen“ Euro-Untergrenze somit erreichte, ist ernüchternd.

Sie kaufte der Schweizer Wirtschaft Zeit – welche diese nicht nutzte.

Kommentare

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  1. Wenn die Währung, wie der CHF amateurhaft missbraucht wird, gibt es nichts anderes zu sagen, als das, was schon längst alle wussten. Die Schweizer SNB spielt die Partitur, die alle Hedge Fonds spielen. Die Partitur ist schlecht bis miserabel und der Schüler dürfte es nicht anwenden, weil die Vision der Partitur ist eine des Casino-Spielers.
    Eigenkapital: quasi eine grosse Null und die Hoffnung, dass es aus dieser noch 400 Millrd CHF gebacken werden könnten ist gleich Null.
    Es besteht die Hoffnung, dass der Visionär Prof. Jordan mit seiner Abverkauf Initiative der Schweiz bald beginnen würde. Er hat aber gänzlich übersehen, dass die Eurozone auseinander driftet, dass die Länder Frankreich, Italien, Spanien, wie Griechenland auch ihre Schuldenschnitte anstreben, zumindest aber der geordnete Austritt aus dem Euro und gleichzeitig empfehlen sie Deutschland aus dem Euro geordnet herauszumarschieren und Deutschland bereits seitens der IMF dazu gezwungen wird eine politische Entscheidung zu übernehmen – nämlich den Schuldenschnitt Griechenlands zu akzeptieren, sonst wird Madam Lagarde die Strategie Merkels niemals unterstützen – nämlich das ewige Sparen der Hausfrau im Schwabenland auf dem Puckel der Griechen und der ganzen Eurozone. Obama wünscht sich ebenso und heftig den Schuldenschnitt Griechenlands. Heisst, es wird noch viele Verwerfungen geben nicht nur auf der Seite des Herren Professors Jordan und seiner SNB. In dieser Situation könnte es nämlich der SNB der Entzug ihrer Unabhängigkeit drohen. Die Anbindung des Frankens an den Euro war nicht das Intelligenteste, was getan wurde, sondern das Allerschlimmste. Man müsse versuchen ihre Wahre nach Russland zu verkaufen, nach Indien, nach China und nach Brasilien. Nach Saudi Arabien?
    Bald könnte der Barrel – Preis US$ 380.– kosten, denn der Riad hat um mehr als 100 Millrd. US$ auch verlören, dank seiner eigenen Strategie des billigen Oil,s. Noch Monate der Förderquote zu 31 Milln. Barrel per Tag der OPEC Staaten werden die Einnahmen nicht nur der Russischen Nationalbank schmälern sonder der ganzen Welt. Die Budget vieler Staaten auf dieser Welt basieren mehrheitlich auf dem MWSt. Oileinnahmen und der Petrochemie-Produkte, die aus dem Öl hergestellt werden. Schlimme Zeiten drohen auch dem Bundes Bern, denn die Einnahmen für das Büdget kann man ohne den Ölsteuereinnahmen gar nie generieren bei diesem Benzinpreis. Und so wird die Schweiz in die Rezession auch eintreten müssen. Die Bundesräte wollen immer noch in die EU und haben noch nicht erkannt, was der Schweiz aus der EU Seite droht.
    Die EU-Eurozone und die Euroanbindung sind jetzt schon Geschichte.
    Die Minuszinsen müssen ab sofort ins Plus kehren, auch wenn es ziemlich spät ist.
    Ich wünsche mir den Dr. Meyer als SNB Chef. Kompetenz kann man ihm nicht absprechen. Die Kompetenz hat Dr. Meyer in den Genen.

    • @Eule

      Oh…Danke…

      Die Professorenschaft in und um die SNB unterdrückt alles, was die vermeintliche „göttlichkeit“ unserer SNB („unbeschränkt“, „auf Ewig“ und dergleichen Unsinn) in Frage stellt.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  2. Das Resultat war abzusehen. Hätte die SNB schon letztes Jahr eine Realbewertung durchgeführt, wäre der Verlust schon früher publik geworden.

  3. Es wird Zeit, auf eine alternative Form der Währungspolitik umzusteigen – siehe Währungskorb à la Singapur. Eine Anpassung der Wirtschaft wird aber wohl so oder so unumgänglich sein, kann aber auch ihr Gutes haben (Zuwanderung etc.).

    • Anscheinend gibt es Leute, die denken, dass wir mit einer stärkeren Gewichtung des Dollars in einem Warenkorb, besser dran sind.

      In den 70igern war der Dollar die Währung, die absackte, und das wird auch irgendwann in der Zukunft mit der Rückkehr der Inflation so sein. Die heutige Dollar-Erholung ist auf Konsum, kleinen Jobs und billiges Öl zurückzuführen.
      Die SNB war nicht dumm, den Euro als Anker zu wählen.

  4. Solange die EZB, die FED, Japan und Andere Geld drucken um ihre Währung abzuwerten, mit dem Hintergedanken den Export an zu kurbeln, solange ist unsere Währung für ausländische Investoren interessant und bleibt hoch. Es bleibt wohl nicht anderes übrig statt FremdWährungen auf zu kaufen um damit dadurch zu versuchen den Franken zu schwächen, dass wir selbst auch Geld drucken um den Franken zu schwächen. Wir haben das gleiche Problem mit dem CHF wie die schwachen Länder mit dem zu starken Euro. Würden wir aber den Euro einführen, hätten wir nicht einmal mehr die Möglichkeit den Franken ab zu werten und könnten dies nur tun indem wir die Löhne um 50% senken würden. Aber wer will das schon. Also bleibt eigentlich nichts anderes übrig als den Franken mit der Druckerpresse zu schwächen auch wenn das bedeutet dass wir auf Messers Schneide mit der Inflation spielen.

    • Hallo Hr. Varga, was meinen Sie womit die SNB bisher all die Fremdwährungen gekauft hat? Natürlich mit frisch gedrucktem Geld? Also tun wir schon lange, was andere Nationalbanken auch tun. Nur kaufen wohl nur wenige so massenweise Euros wie unsere SNB.

    • Wow, hätte nie gedacht dass der „SNB-Chef“ mir persönlich antwortet. Wenn’s also nur gedruckt ist dann kostet es uns ja eigentlich fast nichts. Und den Minusbetrag von heute rund 50MRD könnten Sie doch schnell übers Wochenende nachdrucken., vielleicht sogar ein bisschen mehr damit mans an die Kantone ausschütten kann. Somit alles in Ordnung. Und wenn die CHF’s ja ins Ausland verkauft wurden, sind wir die langsam immer mehr wertlosen CHF’s ja auch los. Also alles paletti nicht ?

  5. Ich gebe Herrn Hässig Recht, wenn er glaubt, dass der Franken in den nächsten 3-4 Jahren, in Zeiten noch niedriger Inflation, schwächer wird. Dies wird aber nicht langfristig der Fall sein. Seit vielen Jahren hat billige Produktion aus China weltweit die Inflation niedrig gehalten. Dies wird aber nicht mehr lange so gehen. Schon heute ist die Inflation bei Dienstleistungen auf 2.5% in den USA und 1.6% in Deutschland.
    Wir rechnen aber ab ca. 2022 mit einer Insolvenz der SNB. Die historische Begründung ist, dass der Franken eine Fluchtwährung bei Inflation ist und sein wird. Beide, der Euro und der momentan klar überbewertete Dollar, werden dann deutlich fallen.

    http://snbchf.com/chf/2-phases-swiss-franc-appreciation/

    • Sehr geehrter Herr Dorgan.
      Ich befürchte, die Insolvenz der SNB wird früher Realität.
      Freundliche Gruesse Marc Meyer

    • Herr Meyer,

      dass die Nationalbank die Bücher deponieren wird, scheint uns beiden klar, bloss wann ist die Frage.

      Die heutigen Business Cycles sind länger als früher, daher wird auch die Inflation später auftreten. Noch einige Jahre werden die Investoren den zu 0.5% oder 1% höheren Zinsen in den USA hinterherjagen und den Dollar stärken.
      Dann aber wird mit klar negativen US-Realzinsen die Ernüchterung und der SNB-Kollaps folgen.
      Dass die Rendite auf den SNB-Assets (ca 1.5% pro Jahr) die Devisenverluste (6% jährlich seit 2007) nie ausgleichen kann, wird ihr das Genick brechen.
      http://snbchf.com/snb/2013-snb/snb-investments-yield/

    • Sehr geerhter Herr Dr. Meyer

      Eine Zentralbank kann per Definition nicht insolvent werden, zumindest nicht im Inland.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @George Dorgan

      Sehr geehrter Herr Dorgen

      Ja. Die Deivisenbestände der SNB werden dieser das Genick brechen. Leider.

      mfG

    • @Escher

      Sie behaupten einfach etwas.

      Natürlich kann die SNB insolvent werden, weil sie nicht Liquide Mittel schaffen kann aus dem Nichts.

      Ich habe Ihnen das nebenan erklärt im Beitrag „Kann die SNB aufgrund ihres Notenmonopols stets Eigenkapital aufbauen?“

      Ich kann nicht nochmals alles wiederholen.

      Einen schönen Tag

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Woher meinen Sie, dass die ganzen Währungsbestände kommen? Die sind ja in den letzten Jahren geradezu explosionsartig gewachsen.

      Wäre Ihre These richtig, dass die SNB überhaupt kein Geld drucken kann, um für sich Liquidität zu schaffen, wäre sie längst insolvent geworden. Aber nein, sie hat munter Fremdwährungen gekauft und diese mit CHF bezahlt. Woher meinen Sie kamen diese ganzen CHF, wenn nicht von der SNB selbst?

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @Escher

      Ich kann’s nicht nochmals wiederholen. Habe es schon oft erklärt. Sonst sind Sie ja ein er der ersten, der mir ankreidet, ich würde mich wiederholen (haben Sie ja schon getan).

      mfG

  6. Der Verlust der SNB ist irrelevant. Volkswirtschaftlich, betriebswirtschaftlich und überhaupt.

    Einzige mögliche Konsequenz ist, dass die Kantone und der Bund keine Ausschüttungen erhalten könnten. Wird allerdings geltendes Gesetz eingehalten, werden diese Ausschüttungen aus der Ausschüttungsreserve bezahlt, und nicht aus dem laufenden Gewinn. Die Ausschüttungsreserve wurde anfangs 2015 neu geäuffnet, nach dem sie meiner Ansicht nach bei Einführung des Mindestkurses gesetzeswidrig mit einem Handstreich aufgelöst wurde.

    Die wahre Besorgnis ist, dass in der Schweiz die Rechtssicherheit seit dem doppelten Fall UBS (Bail-out per Notrecht, und Verletzung des Bankgeheimnis in 4000 Fällen durch den BR) nicht mehr gegeben ist. So gesehen sollten wir uns alle warm anziehen, es könnte ungemütlich werden.

    • @Escher

      Sehr geehrter Herr Escher

      Nein.Bund und Kantone werden nicht nur kein Geld von der SNB mehr erhalten, sondern diese sogar rekapitalisieren müssen.

      MfG

      Marc Meyer

    • Wird wohl noch soweit kommen, dass wir auch beim Schweizer Franken bald Noten mit einem Nennwert von 1 Million Franken erleben werden, mit welcher man dann ein KG Brot erwerben kann.
      Ich habe noch so hübsche Noten zuhause welche den Nennwert von 1 Billion Reichsmark haben. Schönen ZEiten gehen wir entgegen. Der Sparer ist der Verlierer Nur wer Schulden macht kann sich freuen.

    • Herr Escher,

      Die SNB kann immer unbegrenzt drucken, indem sie irgendeinen Mindestkurs bei 1.20, bei 1.05, bei 90 Rappen, 80 Rappen, usw. oder auch einen Euro-Beitritt durchsetzt.

      Die Auswahl des Mindestkurs-Ziel ist ihre Sache und sie muss es mit ihren langfristigen Inflationserwartungen vereinbaren können.

      Je höher sie ihn setzt, desto früher kommt die Inflation, je tiefer desto früher ihre Insolvenz.

      Laut SNB’s Fritz Leutwiler hat der Mindestkurs zur D-Mark die Schweizer Inflation in den 80iger mit ausgelöst.
      http://snbchf.com/chf/chf-history/volcker-first-chf-cap/

  7. Die 50 Mia. waeren dann etwa CHF 6’000 pro Einwohner resp. CHF 24’000 fuer eine vierkoepfige Familie. Dies dafuer, dass wir zusatzlich waehrend der Dauer des Mindestkurses fuer alle Importwaren (speziell auch Erdoelprodukte) mehr als noetig bezahlen durften. Und, welchen Gegenwert haben wir erhalten ?

    • Korrekt

      Das ist die richtige Frage.

      Eine „Euro-Schanze“ hat die SNB gebaut, deren Aufprall viel gefährlicher ist.

      Diese Schanze sllein hat zudem 50 000 000 000 gekostet.

      Aber trotzdem ist die SNB kein bisschen einsichtig.

      MfG

      MfG

    • @ Dr. Marc Meyer

      Danke fuer die Zustimmung. Das Geheul gewisser Kreise bezueglich der Arbeitsplaetze vor einigen Jahren liegt mir immer noch in den Ohren. Nun kommt die Anpassung eben etwas spaeter und wesentlich teurer. In Asien lebend ist mir sehr bewusst, dass die rohstoffarme Schweiz nur mit Fleiss und Know-how wirtschaftlich ueberleben kann.

      Eine starke Waehrung ist, wie die Vergangenheit fuer die Schweiz und auch Deutschland zeigt, nur kurzfristig ein Handicap. Sie zwingt zu Optimierungen, Anpassungen werden nicht aufgeschoben sondern zwingend.

      Fuer die Schweiz wuerde ich hoffen, dass auch Kreise aus dem Umfeld von NR und Gewerkschaftsboss Rechsteiner (die heute wieder einen Mindestkurs fordern) lernen, in volkswirtschaftlicher Hinsicht bis 10 zu zaehlen.

  8. 50,1 Milliarden Franken – Verlust bei der SNB dürfte Vielen die Augen (weit) öffnen! Ein ultimatives Umdenken könnte darin resultieren : Raus aus dem Franken und Hinein ins Gold, welches so oder so total unterbewertet und erst noch auf 5-Jahres-Tief notiert. Sicher ist Sicher; der beste hedge gegen globale Stürme (Orkane) im gegenwärtigen Finanz-Umfeld.

  9. Die SNB verliert 7% des schweizerischen Bruttosozialprodukts in 6 Monaten und wird in den Medien mit einem Nebensatz durchgewunken. Obwohl es „nur“ ein Buchverlust ist, scheint das Parkinson-Gesetz immer noch zu funktionieren dass da heisst: Je grösser ein zu kommentierender Betrag ist, um so weniger fühlen sich die Beobachter kompent genug dieses Ereignis zu diskutieren. Insideparadeplatz macht glücklicherweise eine Ausnahme, ist aber auch nicht Mainstreet Media.

  10. Wenn die SNB also weiter Franken gekauft hat, wann wird sie wieder verkaufen? Ich erwarte eher nicht, dass der Kurs wieder über 1.20 sein wird. Aber vielleicht geht er ja auf 1.10? Immerhin war der Kurs vor Anfang des Mindestkurses in etwa zwischen 1.05 und 1.10. Die SNB wird eventuell kurzfristig kaufen und verkaufen können und so Gewinne machen. Oder wird sie immer nur weiter kaufen und nie verkaufen?
    Auch: Wie gut wird die SNB rückblickend investiert haben? Werden z.B. ihre Staatsanleihen im Wert steigen?

  11. Immer dieses gejammere!
    Hätte die SNB nicht damals interveniert, wären Tausende Schweizer Firmen die vom Export leben untergegangen und man hätte der SNB den Vorwurf gemacht, sie hätten nichts getan.
    Jetzt ca. 4 Jahre später 6 Monate nach der Aufhebung des Mindestkurses steht der Euro bei 1.056, dass 4 Jahre nach dem sich die Lage massiv beruhigt hatte.
    Hätte die SNB 2011 nicht den Mindestkurs eingeführt wäre der Euro garantiert unter 0.80 gefallen.
    Immer dieses gejammere es hätte 10000 Mal schlimmer ausfallen können, und meiner Meinung nach wohl kaum besser.

    • Ich erinnere an das starke Wachstum des BIP im ersten Quartal 2012, gleichzeitig mit massiven Interventionen von 250 Milliarden CHF im 2012.

      http://www.seco.admin.ch/themen/00374/00456/index.html?lang=de
      Schade, dass Leute wie Sie diesem Ammenmärchen der Exporteure noch glauben.

      Der Mindestkurs war vielleicht notwendig, aber viel zu hoch.
      1.05 oder 1.00 wäre ausreichend gewesen.
      Genau über den Unterschied zwischen 1.05 und 1.20 wird die SNB noch jammern. Weil die 15% Unterschied ihr das Genick brechen werden.

  12. Na und? 50 Mrd. Verlust sind erst dann ein Verlust, wenn er realisiert worden ist. Meiner Meinung nach ist das Schlimmste überstanden, ausser der Grexit wird wieder ein Thema. Wenn die SNB bis Ende Jahr wieder 30 Mrd. Buchgewinn einfahren kann, dann bekommen die Kantone trotzdem Geld. Auf der anderen Seite ist die SNB nicht für das Glück der Kantone zuständig, sondern nur für die Währung- und Zinspolitik. Wenn Kantone auf Einnahmen der SNB spekulieren, sind sie selber schuld. Die SNB hat einen schweren Stand, das schleckt keine Geiss weg. Allen recht machen kann sie es sowieso nicht und trotzdem macht sie ihren Job recht gut. All die Besserwisser aus dem linken Lager sollen einfach mal die Schnauze halten und warten, wie sich das Geschehen weiter entwickelt. Die idiotische Forderung, einen neuen Mindestkurs einzuführen, zeugt von Unwissen.

  13. Blödsinn!
    1. SNB sollte man mit „Schweizerisches Notenbüro“ übersetzen. Das ist keine Bank und ihre Bilanz ist weitgehend irrelevant.
    2. Kann die SNB keinesfalls den Eurokurs anheben oder senken, sondern sie manipuliert den Frankenkurs.

    Diese zwei Punkte werden von den meisten Leuten übersehen, weil wir die Dinge anders formulieren als sie sind.

    Sollte einem Profi eigentlich nicht passieren….

  14. mir fehlt generell eine Grafik in diesem Blogbeitrag. Wie sieht diese Zahl im Verhältnis zu den vorherigen Jahren aus?

  15. Sehr geehrter Herr Hässig

    Heute morgen haben Sie zur gleichen Thematik im Radio 1 gesagt, die Talsohle sei erreicht. Ihren verbalen Kommentar im Radio habe ich recht moderat und nicht so dramatisch wahrgenommen wie Ihr Artikel hier.

    • @Mental-R

      Buchgeld ist genauso Geld wie Bargeld.

      Und Buchverluste sind wesentlich gefährlicher als realisierte Verluste, da die Position noch offen ist, die Verluste also weiter steigen können.

      Übrigens: Sämtliche Gesellschaftsabschlüsse sind verbuchte Verluste.

      Buchverluste führen genauso zum Konkurs.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Buchgeld ganz genau und sind nur Nummern im Computer….Eigentlich bits – 0011010100 etc. Intressiert keinen Menschen was die da machen. Get a real Job people.

  16. All dieses Gejammere, die Schweiz sei für ausländische Touristen viel zu teuer, ist doch einfach nur scheinheilig.

    Komme soeben aus Helsinki zurück, welches überflutet war von Touristen aus der Schweiz (Gymnestrada), England, Schweden, Estland, Japan, China, Südamerika usw. Ami-Touristen habe ich jedoch nur gesichtet, als sie für wenige Stunden ihr Kreuzfahrtschiff verlassen haben.

    An einem regnerischen Samstagabend waren sämtliche überteuerten Restaurants hoffnungslos überfüllt. Auf der Ausflugsinsel Suomenlinna haben wir z. B. für 4 Gläser offenen Wein (Weissen aus Chile; Roten aus Spanien) sagenhafte 65.- EURO bezahlt: usw. usw.

    P.S. Den „Drohbrief“ von Raiffeisen habe ich ebenfalls erhalten. Falls Konto-Kündigungsfristen nicht peinlich eingehalten werden, drohen exorbitante Bussen.

    • @ selbsternannten „BKB Watcher“

      schön wie Sie das Frankenstärke-Problem mit „4 Gläser offenen Wein (Weissen aus Chile; Roten aus Spanien)“ relativieren.

      Wirklich genial diese intellektuelle Leistung.

    • Mit Ihrem Beispiel unterstreichen Sie aber die gestiegene Kaufkraft des Schweizers. Haben Sie sonst niemanden, dem Sie von Ihren Ferien erzählen können?

    • @ selbsternannter Leser

      Nachdem ich seit 40 Jahren in der ganzen Welt reise, kann ich durchaus beurteilen, welche Länder bei den Leistungen die für Touristen wichtig sind, „teuer“ oder „günstig“ sind. Nachdem ich meine IP-Komentare möglichst kurz halte, habe ich es mit zwei Beispielen bewenden lassen. Was ich sagen wollte, dass es immer noch genügend Kunden gibt, welche problemlos teure Länder wie Finnland, Schweden, Schweiz usw. bereisen können.

      Trotzdem haben Sie Recht! Ich bin nicht Tourismus-, sondern BKB- und Bank COOP-Experte. Und hätte einen früheren Artikel von Herrn Hässig korrigiert, da die BKB-Gruppe im wichtigen Zinsengeschäft nicht zulegte, sondern weitere Rückschritte erzielte: Weniger Kunden machen weniger Geschäfte! – Das einst derart verteufelte Handelsgeschäft (ASE, PS-Eigenhandel usw.) musste jetzt bei der BKB-Gruppe, wo angeblich kein Stein auf dem anderen blieb, die Kohlen wieder aus dem Feuer holen!

    • @ Bierjunge

      Danke für Ihre Antwort. Auch mit der CHF-Kaufkraft bleiben trotzdem z. B. Schweden und Finnland, obwohl dem EURO beigetreten, weiterhin „teuer“. Was jedoch Touristen aus Asien oder Kanada nicht besonders zu stören scheint.

      Auf der Weiterreise nach Russland konnte wir uns dann jedoch an den „Schwiizer Fränkli“ richtig freuen. Und der tägliche weitere Verfall des Rubels zusammen mit dem Sommersale machen das Putin-Land zum wahren Shoppingparadies!

      Werde jetzt an der 1. August-Party sicherlich jemanden finden, dem ich dies ebenfalls erzählen kann….

  17. Die NZZ schrieb gestern zum Thema:

    „Die wechselkursbedingten Verluste gehen bei der SNB mit einem weiteren Schmelzen des Eigenkapitals einher. Laut den Schätzungen der UBS dürfte das Eigenkapital nach dem zweiten Quartal nur noch knapp 40 Mrd. Fr. oder rund 7% der Bilanzsumme betragen. Hält man sich vor Augen, dass die Eigenkapitalquote vor Gewinnverwendung noch in den Jahren 2008 und 2009 bei gegen 30% lag, spiegelt dies zwar einen im historischen Vergleich aussergewöhnlich tiefen Wert. Alarmierend muss das aber noch nicht sein: So bleibt eine Nationalbank selbst mit negativem Eigenkapital handlungsfähig, da sie dank Notenmonopol langfristig ja stets Eigenkapital aufbauen kann.“

    http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/im-spiegel-des-starken-frankens-1.18587682?extcid=Newsletter_30072015_Wirtschaft

    Bei allem Alarmismus der sich hier bei IPP niederschlägt, sollt man die Tatsachen nicht aus den Augen lassen.

    • @Fakten statt Alarmismus

      Bitte beachten Sie meinen Beitrag nebenan zu diesem undurchdachten Artikel der NZZ.

      Marc Meyer

  18. Hier ein Beitrag aus der NZZ am Sonntag vom 12.07.2015, Seite 31 zum Thema:

    Der zu starke Franken ist das Hauptproblem
    Eine überbewertete Währung schadet mehr als hohe Devisenreserven, schreibt Peter Bernholz

    Seit der Aufgabe der Untergrenze für den Euro durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) sind bald sechs Monate vergangen. Zwei Tatsachen zeichnen sich mittlerweile deutlich ab.

    Erstens hat sich die Erwartung des Direktoriums als falsch herausgestellt, dass es sich beim Kurs von Fr. 1.03 bis Fr. 1.05 für den Euro um ein vorübergehendes Überschiessen handelt. Trotz Interventionen der SNB auf dem Devisenmarkt in Höhe vieler Milliarden bleibt die Überbewertung.

    Zweitens dürfte der Einbruch der realen Wirtschaft – nicht nur der Exporte – ein wesentlich stärkeres Mass erreichen als am Anfang von vielen erwartet. Dies hängt natürlich damit zusammen, dass es sich bei der Frankenstärke eben nicht nur um ein vorübergehendes Überschiessen des Wechselkurses handelt.

    Für den Verfasser dieser Zeilen stellt das keine Überraschung dar: Historisch gesehen haben entsprechende Überbewertungen immer wieder mehrere Jahre angedauert. Das galt auch für den Franken nach der Aufgabe der festen Wechselkurse im Rahmen des Bretton-Woods-Systems zwischen 1973 und 1978, und zwar bis die Nationalbank 1978 eine Untergrenze für die damalige DM festsetzte. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass sich der Euro in absehbarer Zeit gegenüber dem Franken stärker erhöht. Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank noch für längere Zeit den Markt monatlich mit 60 Mrd. Euro überflutet.

    Damit befindet sich aber die Nationalbank – und die Schweiz – in einem Dilemma: Sollen die bei einer langjährigen Überbewertung zu erwartenden Schäden für die reale Wirtschaft, den Tourismus und den Arbeitsmarkt hingenommen werden, um die Währungsreserven der SNB in Grenzen zu halten? Oder soll dieses Malaise vermieden werden – mit einem neuen Fixkurs, der sich aus einem Währungskorb von 50% Euro und 50% Dollar zusammensetzt? Dann müsste man eine Erhöhung der Devisenreserven hinnehmen, weil die neue Kursuntergrenze zu verteidigen wäre.

    Gegen die letztgenannte Alternative wird vorgebracht, dass sie nicht realistisch sei, da besonders wegen der auf den wachsenden Reserven drohenden Verlusten eine solche Politik nicht durchgehalten werden könne. Somit seien die Grenzen der Währungspolitik zur Aufrechterhaltung eines festen Wechselkurses erreicht – obwohl die SNB grundsätzlich beliebig viel von ihrem eigenen Geld schaffen kann.

    Dieses Argument ist jedoch bei richtiger Anlage der Devisenreserven in keiner Weise stichhaltig. Werden die Reserven ganz überwiegend (mindestens 80%) in ausländischen Aktien, Gold und anderen realen ausländischen Werten anlegt, ist auf die Dauer, allerdings bei stärkeren Schwankungen, keineswegs mit Verlusten, sondern sogar mit positiven Erträgen zu rechnen: Die Indizes ausländischer Aktienkurse übersteigen langfristig die Währungsverluste, die durch den stärker werdenden Franken entstehen. Selbst für das Gold lässt sich nachweisen, dass sein Preis langfristig seit 1968 den Anstieg der Lebenshaltungskosten in der Schweiz ausgeglichen hat.

    Gegen eine solche Anlagepolitik wird allerdings geltend gemacht, dass man die Devisenreserven liquide halten müsse, um bei einer allfälligen Schwäche des Frankens in entgegengesetzter Richtung diesen durch Devisenverkäufe stärken zu können. Ferner wird argumentiert, dass eine solche Verwendung nötig sein werde, um die enorm angestiegene Zentralbankgeldmenge rechtzeitig zu reduzieren, um so eine Inflation zu vermeiden.

    Auch diese Argumente halten jedoch näherer Prüfung nicht stand. Erstens muss man kaum mit einer Schwäche des Frankens rechnen, wenn die SNB ihre Politik wie bisher fortführt, die Inflation im Durchschnitt auf dem tiefsten Stand aller entwickelten Länder zu halten. Zweitens hat die Nationalbank seit einigen Jahren das Recht, sogenannte T-Bills gegen sich selbst zu verkaufen. Damit könnte sie jederzeit die Geldmenge zur Inflationsbekämpfung reduzieren, da die T-Bills auch im Ausland wegen der tieferen Inflationsrate und bei geeignetem Zinssatz sicherlich begehrt sein würden.

    Die vorgelegten Argumente lassen nur einen Schluss zu: Für die Schweiz ist der zu erwartende Schaden bei der vermutlich Jahre andauernden Überbewertung des Frankens für Exporte, reale Wirtschaft und Beschäftigung höher zu gewichten als die Gefahren steigender Devisenreserven bei einer geeigneten Anlage derselben. Das Wachstum der Reserven wird geringer werden, sobald bei einem festen Kurs für den Währungskorb die Glaubwürdigkeit der SNB in den Devisenmärkten wiederhergestellt worden ist.

    • @Alternativen für CH

      Danke für den differenzierten Kommentar, der die Problematik oder das Dilemma von verschiedenen Seiten her beleuchtet und mit Varianten aufzeigt, welche „Lösungsmöglichkeiten“ denkbar sind.

      Dieser Kommentar hebt sich wohltuend ab von all den Kommentaren, wo mangels Verständnisder Zusammenhänge von Verschwörungstheorien oder sonstwie absurden und wirr herbeikonstruierten „ökonomischen“ Zusammenhängen die Rede ist.

    • @Alternativen für CH

      Herrn Professor Doktor Peter Bernholz achte ich als Menschen sehr. Ich war in meiner Studentenzeit Student bei ihm.

      Als Wissenschafter dreht er sich aber leider im Kreis.

      Wie alle Monetaristen hat er nicht erkannt, dass eine Notenbank die Wirtschaft dort ankurbelt, wo sie investiert – nicht dort, wo sie sich verschuldet.

      Wenn die SNB also die Schweizer Wirtschaft ankurbeln will, so muss sie hierzulande investieren – nicht im Ausland. Damit unterstützt sie die Schweizer Konkurrenz auf Kosten der Schweiz.

      Zudem haben wir ein exorbitantes Währungsrisiko.

      mfG

    • @Zueribanker

      Ihr Motto: Die SNB und die Professoren in deren Umfeld haben immer Recht. Egal, wie hoch der Verlust auch sein mag.

      Bitte analysieren Sie etwas tiefgründiger und kritischer – selbstkritischer – wie das SNB-Direktorium auch.

      mfG

      Marc Meyer

    • @Marc Meyer, Dr.

      Besten Dank für ihr positives Votum zum Beitrag von Peter Bernholz. Die SNB könnte ja mit Ihren Euro und Dollarbeständen im Ausland kotierte Aktien von Schweizer Unternehmen kaufen und so indirekt die Schweizer Wirtschaft stützen.

    • @Zueribanker

      Besten Dank für Ihren Kommentar. Leider hat in der Schweiz noch keine grundsätzliche Diskussion begonnen, ob wir nicht unser Verhältnis zur EU, über die wir 75% unserer Importe tätigen und 66% der Exporte abwickeln, grundsätzlich den ökonomischen Realitäten anpassen sollten. Der Vorschlag von Peter Bernholz macht unter den genannten Tatsachen sicherlich noch mehr Sinn. Leider traut sich keine Partei vor den Wahlen im Herbst eine Vorreiterrolle einzunehmen. Alle befürchten von der SVP als Landesverräter zu diffamiert zu werden. Der im Januar von der SNB angerichtete Schaden muss noch schmerzhafter werden bis es auch allen wirklich dämmert wie ernsthaft die Lage ist.

    • Ach, Herr Meyer: wann dürfen wir Ihre kritische Selbstreflexion erwarten?

    • @Züribanker
      Wer hat über 50 000 000 000 verspielt?
      Seit vielen Jahren habe ich die SNB davor gewarnt.
      Aber Ihre Kolleginnen und Kollegen bei der SNB sind ja unfehlbar.
      Nicht einmal dieser gewaltige Verlust bringt sie wie auch Sie zur Raison.
      MfG

    • @ Zueribanker

      Der finale Buchungssatz ist realiter: Thesen Dr. Meyer an Nichts

      Herr Meyer ist doch nicht in der Lage, seine Thesen kritisch zu hinterfragen. Glauben Sie an den Storch?

      Stattdessen teilt er laufend Belehrungen aus und führt sich auf wie ein Dorflehrer. Es sind immer die gleichen Thesen.

      Er dreht sich im Kreis und seine Anhängerschaft auch. Er merkt nicht, dass er zum Pausenclown der „IP Standpunkte“ mutiert. Er ist und bleibt ein Theoretiker mit mittlerweile renitenten Zügen.

      Hören Sie doch auf, sich mit ihm abzugeben, sonst meint er noch seine Thesen seien interessant.

    • @Leser

      Und wo bleibt das fachliche Argument?

      Verletzte Eitelkeit eines gescheiterten Oekonomen?

      mfG

  19. Ich denke trotzdem, dass die SNB die richrige Entscheidung gefällt hat am 15. Januar. Es tut weh – aber ich bin wie der Autor der Meinung, dass es in diesem Falle lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende gegeben hat. Wichtig ist auch, dass diese Zahlen Momentanbetrachungen sind; sollten sich die Kurse erhohlen könnte die SNB in ein paar Jahren eventuell mehr Geld verteilen als je zuvor..

  20. wieso nicht wie österreich? in die eu, den euro und fertig mit dem theater. darf man ja mal denken dürfen, oder?
    inzwschen ist es für uns günster mitzumachen statt unsere eigene währung kaputt zu machen.

    • Genauer wäre wohl „inzwischen ist es für uns günster mitzumachen statt unsere Wirtschaft mit eigener Währung kaputt zu machen.“ Sie brechen mit Ihrer Anregung das heiligste Tabu der Schweizer Politik -SVP sei dank. Nicht nur Österreich, auch Dänemark und Schweden fahren gut mit der Anbindung ihrer Währungen an den Euro. In der NZZ am Sonntag vom 12. Juli 2015 erschien vor zwei Wochen ein kaum beachteter Artikel von Peter Bernholz (Online nicht verfügbar).

  21. An diejenigen „Besserwisser“ welche sich jetzt profilieren wollen:
    – Wie hoch wäre der Verlust für die CH-Wirtschaft gewesen wenn die SNB nichts gemacht hätte?
    – Welche Massnahmen um eine mögliche Massenarbeitslosigkeit zu verhindern (bei einer Rezession der CH-Wirtschaft)? Und wie wären die Kosten auf Seite der ALV wohl ausgehen?
    – Wieviele Firmen wären mit Ihrem CH-Know-How ins Ausland ausgewandert?
    > Verknüpftes Denken ist wohl nicht überall ein Begriff?! <

    • nennen Sie diese Aufzählung von möglichen Szenarien etwa verknüpftes Denken, dann Prost. Wäre wohl besser am Stammtisch.

    • Challenge accepted!

      Wie hoch wäre der Verlust für die CH-Wirtschaft gewesen wenn die SNB nichts gemacht hätte?
      – Vermutlich weniger hoch, da unterm Strich nicht jeder Franken währungsabgesichert gewesen wäre. Vor allem wäre die Absicherung gegen den Verlust von denen getragen worden, die gelitten hätten. Externe Effekte, Verursacherprinzip, Umverteilung und so.

      Welche Massnahmen um eine mögliche Massenarbeitslosigkeit zu verhindern (bei einer Rezession der CH-Wirtschaft)? Und wie wären die Kosten auf Seite der ALV wohl ausgehen?
      – Ad primam: Das ist keine Frage. Übrigens peilt die SNB keine Beschäftigungsquote an wie andere Nationalbanken es tun. Wohl besser so.
      – Ad Secundam: Entsprechend der eventuellen Wenigerbeschäftigung grösser? Auf was wollen Sie heraus?

      Wieviele Firmen wären mit Ihrem CH-Know-How ins Ausland ausgewandert?
      – Währungsdruck haben wir schon ewig. Und trotzdem sind immer noch Firmen in der Schweiz, trotzdem gibt’s immer noch Arbeitsplätze. Die einen wandern ab, die anderen kommen in die Schweiz, nochmal andere verändern sich. Angst vor Veränderung?

      Verknüpftes Denken ist wohl nicht überall ein Begriff?!
      – Doch doch. Nur sind nicht alle Menschen interventionsgeile Etatisten.

    • @Denker: Und was ist Ihre Botschaft mit dieser Nachricht?

      @Bierjunge: Gute Argumentation, auch zu anderen Beiträgen hier! Die Schweiz bietet, für mich, die beste Lebensqualität der Welt. Diese Lebensqualität verdanken wir unter anderem der politischen Stabilität, Neutralität, dem Schweizerfranken, aber auch der CH-Qualität, dem CH-Erfindergeist. Ohne all diese Eigenschaften wäre die Schweiz nur Mittelmass… um all das zu schützen hat die SNB zurecht in den Markt eingegriffen! Hätte die SNB nicht gemacht wären die Exporte für Produkte „made in CH“ massiv zurückgegangen, daraus wären Firmen Konkurs gegangen oder sonst irgendwo ausgewandert. Der Kurzfristige Verlust wäre kurzfristig, eventuell, unter den 50Mia gewesen, aber was ist mit dem langfristen Verlust, wenn Firmen wie ABB, Victorinox, Nestle, etc nicht mehr da sind? Die firmen die Zuwandern wollen in der Regel nur von den Steuervorteilen profitieren… da sind nur Verwaltungsjobs und keine Handwerker gefragt… was machen Sie mit den Leuten? Dank dem Starken Franken kaufen wir alles im Ausland ein – aber was ist mit dem Dorfschreiner mit 20 Angestellten? Da relativieren sich die 50 Mia sehr schnell!

  22. Der starke Franken ist ja ein Asset. Wie Gold oder Öl. Also was tun?

    Die SNB kann ja beliebig CHF kreieren so wie die anderen Länder dies auch tun. Dann wertet sich der CHF automatisch ab. Auch ohne Negativzinsen und all die kuriosen Instrumente. Und was macht man mit dem generierten Geld?

    Man schenkt es den Bürgern dieses Landes. Vielleicht ein Teil in die AHV und ein Teil in die Pensionskasse legen, ein Teil in Form von Gutscheinen für verbilligte Ferien in der CH ausgeben, ein Teil in Form von vergünstigten Ausbildungen in der CH etc. Einfach so, dass es auch die Wertschöpfung im Land ankurbelt und nicht direkt wieder ins Ausland fliesst.

    Das wäre eine WIN-WIN-Situation.
    – SNB kleinere Verluste, da sich der CHF abwertet
    – Weniger Einkäufe auf der anderen Seite der Grenze
    – Dickere AHV und Pensionskasse für die Bürger
    – Verbilligte Ferien in der CH
    – Stärkung des Ausbildungsstandes in der CH
    – Stärkung der Exportindustrie
    – Stärkung der Tourismusindustrie

    Ist mir ein Rätsel, warum man die Vorteile des starken CHF nicht nutzt. Schlicht katastrophal…

  23. @ Werner Rosenberger

    So ein Quatsch, den Sie hier verzapfen – Verzeihung:

    Die SNB hat jahrelang am Devisenmarkt gezockt – und sich dabei verzockt – sie hat anhaltend Euros gekauft, die danach anhaltend im Wert gefallen sind (bislang zumindest).

    Und vertuscht hat sie all die Verluste, in dem sie weiter zum 1,20 Kurs gekauft, sprich einfach weitergezockt hat. Und erst als sie die Zockerei aufgeben musste, sind diese Verluste auf einen Schlag offengelegt worden. Das sollte doch allmählich klar geworden sein ?!

    Und gross geholfen hat das weder Export noch Tourismus, wie die Zahlen zeigen, im Gegenteil. Wie die beiden ‚Obersmarten‘ hier auf dem Blog berichtet hatten, stieg der Export sogar noch BEVOR die SNB dann den Franken anfing zu drücken – witzig, nicht wahr ?!

    Wobei ich Ihnen in einem Punkt prinzipiell recht gebe, dass nämlich eine weiche Währung besser für eine Wirtschaft wäre.

    Nur – wie wollte sich unsere ‚Peanuts‘-Zentralbank gegen ein ‚Billionen-Euro-Druckprogramm‘ einer EZB je auch nur im Ansatz stemmen können ?! Daher hatten die beiden ‚Obersmarten‘ dringend empfohlen, das erst gar nicht zu versuchen.

    Zumal in der gesamten Währungsgeschichte kein einziger Peg je gehalten hat. Aber für solche dümmlichen Experimente am Ende immer das Volk blechen durfte. Und genau da stehen wir jetzt erneut.

    Wenigstens hätte man erwarten können, dass die Verantwortlichen zuvor ein Buch zur Währungsgeschichte in die Hand genommen hätten, bevor sie wieder einmal etwas tun, was zuvor noch nie funktioniert hatte..

    • Haben Sie denn jetzt Ihre Bewerbung endlich abgeschickt, um Verantwortung übernehmen und alles besser machen zu können?

    • @ Der Bessermacher

      Was mir zu Ihrem Kommentar einfiel, ist leider nicht gesellschaftsfähig.. ,-))

  24. Konnte man von Mr. Grosskotz etwas anderes erwarten. Aber der Mittelstand hat noch genügend Steuersubstrat für’s bezahlen der Zeche.

  25. Na ja, das kommt halt so, wenn man wie beim Rattenfänger von Hameln Titel- und Würdenträgern („Prof.“, BR, Direktor SNB) blind folgt, in der Meinung die Leute seien wirklich qualifiziert und beherrschten „ihr“ Metier. – Ich denke weder im BR noch unter den an den Hebeln sitzenden Akademikern in der SNB hat es viele, die die einfachsten Gesetze der Doppelten Buchführung wirklich verstehen. Ansonsten hätte es klar sein müssen, dass man Risiken wie den massiven Kauf von Fremdwährung nur mit entsprechend riesigem Eigenkapital-Polster eingehen kann und dass Verluste in der Bilanz eben NICHT mit dem „Drucken“ von „frischem Geld“ ausgeglichen werden können, sondern das solches bloss die Bilanz verlängert. – Huch, jetzt fallen ein paar Titel- und Würdenträger (hoffentlich) vom virtuellen Sockel.

  26. …. Wer trägt nun die Verantwortung …. Wohl derjenige der haftet …. Und zwar mit seinem eigenen Geldbeutel … Wer ist das? … Ich und Sie …. Ich hab’s gemerkt … Sie auch? …. Was nun? …… Weiterhin schlafwandeln …. Oder endlich Krisenmanagement mit Rechenschaftspflichtig einführen ?

    • Das Märchen von der „Geldschöpfung aus dem Nichts“ hat sämtliche Kontrollinstanzen der SNB ausser Kraft gesetzt.

      mfG

    • Ok, führen Sie bitte für mich auch Krisenmanagement mit Rechenschaftspflichtig ein, danke.

  27. Was soll das? All die obersmarten Schweizer, inklusive Herrn Hässig und Marc Meyer, haben ja immer wieder vom dünnhäutigen Jordan die sofortige Aufhebung gefordert.

    Klar, dass man auf 500 Milliarden 50 verliert, wenn man sofort 20% abwertet.

    Vom volkswirtschaftlichen Schaden rede ich gar nicht.

    Egoistenland Schweiz! Was soll jetzt das Theater!!

    Wegen den einflussreichen Egoisten, … Den Meisten also, … unsere Exportwirtschaft und Tourismusindustrie ist dem Tode geweiht

    ABER: wie all meine Kollegen sagen: ‚ich sitz hier im Büro, das geht mich nichts an, ich habe DAS RECHT auf einen ultrastarken Franken‘

    • @Werner Rosenberger:
      Ich verstehe Ihre Worte. Im Nachhinein konnte das Ziel nicht erreicht werden und wir stehen momentan in einer brenzligen Lage. Doch es gibt gewisse Punkte, welche man nicht vergessen darf:
      *Hätte die SNB nicht so stark interveniert, dann wäre es unserer Volkswirtschaft bereits von Anfang an sehr schlecht gegangen. Die Rede ist von viel zu hohem CHF, was bekanntlich zur Folge gehabt hätte, dass (noch) weniger Touristen in die Schweiz kommen, der Export (noch) mehr darunter zu leiden gehabt hätte, Arbeitsstellenkürzung, etc. Dies wiederum gäbe weniger Erträge für Unternehmen, weniger Steuern für Kantone und Bund. Und wo holt man diese Steuern dann wieder rein? Bei den Bürgern! Es heisst bereits jetzt „Die Kantone müssen sich nach der eigenen Decke strecken“. Diese „Decke“ sind schlussendlich auch die Bürger…

      So oder so, der Pendel schlägt immer wieder aus. Egal wie man die Situtation angegangen wäre, letztendlich hätten Sie als Bürger von einem hohen CHF nicht ewig profitieren können.

    • @Werner Rosenberger, F:A:

      Die SNB hätte den Mindestkurs gar nie einführen dürfen bzw. Herr Hildebrand hätte sich nicht verspekulieren dürfen mit seinen „currency carry trades“, die er schon viele Jahre zuvor in der FuW gefordert hatte.

      Da liegt der Hund begraben.

      Der Mindestkurs wurde dem Volk schmackhaft gemacht mit dem Märchen von der angeblichen Geldschöpfung aus dem Nichts.

      Bereits vor über 20 Jahren habe ich der SNB an deren GV gesagt, sie solle ihr Portefeullle besser strukturieren und nicht dermassen viel im Ausland investieren.

      Diese Auslandinvestitionen sind hoch riskant, wie wir jetzt sehen und zudem noch kontraproduktiv.

      Wenn die SNB die Schweizer Wirtschaft unterstützen will, so muss sie in der Schweiz investieren und nicht im Ausland. Das ist gesunder Menschenverstand.

      Aber die SNB hat leider nie zugehört.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • nicht auszudenken, wenn auch noch die Goldinitiative – wie von lh und Konsorten propagiert – angenommen worden wäre…. dann hätte die SNB nun auch noch die Bücher voll von diesem Ladenhüter…

    • @Werner Rosenberger

      Sehr geehrter Herr Rosenberger

      Und noch etwas: Ob Herr Jordan „dünnhäutig“ ist oder nicht, weiss ich nicht.

      Aber er soll nun endlich einmal aufhören solchen Unsinn zu verbreiten, wie die SNB könne „Geld aus dem Nichts schöpfen“.

      In diesem Irrtum liegt der Grund für das ganze Debakel.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • Ich möchte Sie einfach darauf aufmerksam machen, dass die Schuld keineswegs bei SNB’s Jordan liegt, der nun wirklich nicht zu beneiden ist: Die durch die bestehenden Umstände erzwungene Interventions- und Hauptanlagewährung (Devisenreserven), der Euro, ist in der heutigen Zusammensetzung (mit Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland) nicht 1.06 sondern keine 60 Rappen wert. Will er den Euro auf einem verkraftbaren Niveau halten, muss er das Spielchen mitmachen und weiter stützen, Und auf den Nicht-Euro-Positionen (auch auf dem Gold) schreibt er gegenwärtig Verluste. Mit anderen Worten: Solange Mission Impossible bis die Eurozone endlich begreift, dass eine Einheitswährung nur dann funktioniert, wenn auch in den vorgenannten Ländern Steuern gezahlt werden und die Einheitswährung in diesem Sinne redimensioniert, damit die unverantwortlichen Geldschöpfungsorgien des Duos Merkel/Draghi endlich ein Ende nehmen können. Und bei den letzteren liegt schlussendlich die Verantwortung für das angerichtete Schlamassel, das hauptsächlich das Wohlergehen der kommenden Generationen beeinträchtigen wird.

    • @rosenberger: da bei Ihnen 20% von 500mia irgendwie 50 ergibt, kann ich Ihre plumpe anschuldigung, egoist zu sein, auch nicht wirklich ernst nehmen.
      ob Sie nun touristiker oder exporteur sind, erschliesst sich mir nicht, aber ich empfehle Ihnen, sich mit dem weisshaarigen hotelier in brig zu verbünden, um die welt (oder die schweiz?) zu retten; sie scheinen beide die weisheit mit schaufeln gefressen zu haben, auch wenn Sie beide offensichtliche mankos in logik und argumentation aufweisen, die bei einem primarschüler für ernsthafte diskussionen mit eltern, lehrern und etlichen therapeuten sorgen würden.