„Bad Bank“ für die SNB? Pro und Contra eines helvetischen Staatsfonds

Ein Damoklesschwert hängt über der Schweizerischen Nationalbank (SNB): ihre gewaltigen, „weichen“ Devisenanlagen. Hätte die SNB sich nicht in letzter Sekunde mit einem Befreiungsschlag aus ihrer selbst gebauten Falle „Mindestkurs“ befreit, so hätte noch Schlimmeres gedroht. Die Devisenanlagen wären „unbeschränkt“ weiter gewachsen und hätten der SNB und damit der Schweizer Volkswirtschaft früher oder später das Genick gebrochen.

Aber auch jetzt ist die SNB noch keinesfalls aus dem Schneider. Ihre Devisenanlagen im Gegenwert von 530 Milliarden Franken wiegen extrem schwer (rund 70’000 Franken Devisen pro Schweizer). Ein Prozent Aufwertung des Frankens kostet die SNB – kostet uns Schweizer – über 5 Milliarden Franken.

Die Eigenkapitalquote der SNB beträgt nun noch knapp 6 Prozent, was rund 40 Milliarden Franken entspricht. Der Franken darf also höchstens 8 Prozent aufwerten, dann ist auch der letzte Rappen Eigenkapital verspielt respektive ans Ausland verscherbelt.

Zusätzlich zu Währungsverlusten können ein Zinsanstieg, eine Kurskorrektur an den Aktienbörsen, Abschreibungen auf maroden Staatsanleihen, ein tieferer Goldpreis und Weiteres zu hohen Verlusten bei der SNB führen. Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis es so weit ist und unsere SNB Konkurs ist.

Fällt das Eigenkapital der SNB sogar in den negativen Bereich, weil die Zentralbank ihre Bilanz nicht deponiert, so drohen Konkurse von Banken oder eine Rekapitalisierung der SNB durch Bund und Kantone. Letztlich werden wir Steuerzahler mit Steuergeldern die SNB retten müssen.

Bundesrat und Nationalbank haben dem Schweizer Volk diesbezüglich noch nie reinen Wein eingeschenkt. Diese Realität wurde bisher stets verschwiegen.

Zuguterletzt muss eine Währungsreform befürchtet werden. Dies insbesondere dann, wenn die SNB munter weiter Devisen kauft, was sie gemäss Halbjahresausweis auch tut (siehe „SNB minus 50’000’000’000„). Unsere SNB scheint besessen von der Idee, der Franken sei überbewertet, und hat sich vollkommen verrannt.

Eine Währungsreform würde unserem Finanzplatz irreparablen Schaden zufügen. Vor diesem Hintergrund wurden in letzter Zeit vermehrt Rufe nach einem Staatsfonds laut. Man gewinnt den Eindruck, dass es heutzutage zum guten Ton gehört, dass ein Land einen Staatsfonds unterhält.

Was ist die Idee dahinter?

Wie seinerzeit die UBS mit ihren Subprime-Papieren hat sich die SNB ein riesiges Schrott-Depot aufgebaut. Lauter „weiche“ Währungen – und diese zu einem grossen Teil angelegt in Staatsanleihen maroder Staaten; zumindest in Staatsanleihen mit deutlich schlechterer Bonität als die Schweiz. Die griechischen Staatsanleihen beispielsweise werden gestützt durch immer neue Rettungsschirme.

Von dieser Last müsse die SNB befreit werden, um sich auf ihre Kernaufgabe, die Geldpolitik, beschränken zu können und sie aus der Schusslinie zu nehmen, heisst es. Der Sachverhalt ist also vergleichbar mit der UBS zur Zeit der sogenannten Finanzkrise.

Was ist von einem solchen Staatsfonds zu halten, der quasi als Bad bank für die Altlasten der SNB dienen soll?

Vor dem Hintergrund, dass schlimmstenfalls eine Währungsreform droht, falls das Eigenkapital der SNB zu stark in den negativen Bereich abgleiten sollte, ist die Idee gar nicht so schlecht. Die Gefahr einer drohenden Währungsreform wäre damit deutlich abgeschwächt.

Würden die Devisenanlagen der SNB aus deren Bilanz ausgegliedert, so könnte dadurch die Gefahr von negativem Eigenkapital der Notenbank mit allen oben aufgezeigten möglichen Schäden deutlich verringert werden.

Soweit zum Pro einer Bad bank für die SNB.

Nun zu den Contras.

Zuerst einmal müsste man sich fragen, ob die kreditgebenden Banken der SNB sich das gefallen lassen müssten. Sie haben ja in die Schweizerische Nationalbank investiert. Und diese hat zig-mal behauptet, sie könne nie Konkurs gehen, weil sie Liquidität, also Vermögen, aus dem Nichts schaffen könne.

Ein naiver Portfoliomanager einer Grossbank geht demzufolge davon aus, dass das Guthaben, das er bei der SNB angelegt hat, immer zu hundert Prozent von der SNB zurückbezahlt wird. Dem ist aber keineswegs so, weil auch die SNB insolvent werden kann.

Übernimmt nun ein Staatsfonds die Devisenanlagen der SNB, so wird deutlich, dass dieser Staatsfonds nicht Geld drucken kann. Auch ein unbedarfter Portfoliomanager realisiert spätestens dann, dass das Versprechen der Nationalbank vom Geld aus dem Nichts ein leeres war.

Sein Guthaben bei der SNB ist also nicht mündelsicher angelegt, wie die SNB behauptete und er bisher glaubte. Möglichweise wird bereits dies zu Klagen bei der SNB führen, denn die Notenbank hat falsche Versprechen gemacht, die sie nicht einhalten kann. Wir kennen genügend Beispiele, in denen Banken haftbar gemacht wurden für Versprechen, die sich nicht halten konnten.

Auf der anderen Seite wäre nun der Schweizer Staat plötzlich Schuldner gegenüber jenen Banken, die bei der SNB Gelder im Betrag von über 500 Milliarden angelegt haben. Das ist vollkommen unvereinbar mit der vom Volk beschlossenen Schuldenbremse, die in der Bundesverfassung verankert ist.

Gemäss dieser Schuldenbremse ist es dem Staat nicht erlaubt, weitere Schulden anzuhäufen. Mit einem Staatsfonds in der Funktion einer Bad bank für die SNB würden aber Bund und Kantone mit einem Schlag mehr als das Zweifache der bestehenden Schulden von Bund und Kantonen aufnehmen.

Zur Erinnerung: Die gegenwärtigen Schulden von Bund, Kantonen und Gemeinden betragen zurzeit rund 220 Milliarden Franken. Würden Bund und Kantone die Schulden der Nationalbank übernehmen, so explodierten die Staatsschulden damit insgesamt auf über 700 Milliarden Franken. Das wäre praktisch eine Verdreifachung der Staatsschulden. Ausgeschlossen.

Der Volksbeschluss bezüglich Schuldenbremse ist zu respektieren. Keineswegs dürfen die Staatsschulden mit einem Schlag verdreifacht werden. Zudem bräuchte es für einen solchen Entscheid eine Volksabstimmung.

Kommt hinzu, dass die jetzigen Schulden von Bund, Kantonen und Gemeinden bisher dazu dienten, die Schweizer Wirtschaft zu unterstützen mit Infrastrukturausgaben und Anderem. Die Schweiz hat für die Staatsschulden einen Gegenwert, der ihre Produktivität verbessert.

Eine Bad bank für die SNB in Form eines Staatsfonds würde jedoch staatliche und private Projekte im Ausland finanzieren. Wir hätten also keinen Gegenwert, der unsere Wirtschaft ankurbelt, sondern wir würden damit im Gegenteil unsere Konkurrenz im Ausland unterstützen.

Es kann aber nie und nimmer die Aufgabe von Steuergeldern sein, einen verschuldeten Staatsfonds zu sanieren, der mit seinen Schulden zudem ausländische Volkswirtschaften ankurbelt.

Zudem wäre damit zu rechnen, dass die Devisenanlagen in diesem Staatsfonds weiter endlos an Wert verlieren. Der Staatsfonds müsste voraussichtlich permanent mit Steuergeldern versorgt werden. Es kann aber nicht sein, dass der Schweizer Staat zusätzliche Steuern erheben muss, um die Bad bank der SNB zu finanzieren respektive zu sanieren.

Das Riesenproblem der SNB wäre mit einem Staatsfonds einzig allein für die SNB gelöst – niemals aber für die Schweiz. Das Problem der masslosen Devisenanlagen würde lediglich von einer Ecke des Finanzdepartementes in eine andere Ecke verschoben.

Das Volk wäre genauso geprellt – ob nun die SNB die Verluste erleidet und diese rekapitalisieren muss oder die Bad bank beziehungsweise der Staatsfonds.

Was ist generell von einem Staatsfonds zu halten?

Ein solcher macht nur Sinn, wenn ein Staat Eigenkapital hat, das er gewinnbringend anlegen will. Niemals aber sollte ein Staatsfonds mit Schulden finanziert werden, wie das hier der Fall wäre.

Zusammengefasst soll Folgendes festgehalten werden. Die SNB hat mit ihren Devisenkäufen sich und die ganze Volkswirtschaft in eine grosse Gefahr gebracht. Diese schwebt wie ein Damoklesschwert über unserem Land.

Es gibt drei Möglichkeiten, mit dieser Gefahr umzugehen.

Erstens: Die SNB behält die Devisenanlagen und „träumt weiter“ von einer märchenhaften Geldschöpfung aus dem nichts, mit der sie einen drohenden Konkurs abwenden kann. Das Resultat wird sein, dass die kreditgebenden Banken anstelle der SNB Konkurs gehen können. Letztlich werden die Schweizer Steuerzahler die SNB rekapitalisieren müssen. Zudem droht die Gefahr einer Währungsreform.

Zweitens: Die Devisenanlagen der SNB werden in eine Bad bank ausgegliedert, die man dann als Staatsfonds bezeichnet. Die Gefahr in diesem Fall ist, dass die Schweizer Steuerzahler kontinuierlich mit Steuergelder diesen Staatsfonds werden sanieren müssen. Damit werden nota bene staatliche und private Investitionen im Ausland unterstützt. Diese Möglichkeit verstösst zudem gegen die Verfassung.

Drittens: Die SNB verkauft nun schnellstmöglich ihre überschüssigen Devisenanlagen, um der Gefahr von negativem Eigenkapital möglichst noch zu entrinnen. Seit zwanzig Jahren warne ich die SNB vor den hohen Risiken und der volkswirtschaftlichen Sinnlosigkeit massloser Auslandinvestitionen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Ich plädiere für die dritte Möglichkeit.

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Kommentare

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  1. Lieber Herr Dr. Meyer,

    wir können uns Diskussionen nur dann leisten, wenn der Ausgang der Erörterungen politisch und wirtschaftlich garantiert keine Auswirkungen zeitigen.
    Diese Bedingungen sind momentan nicht gegeben.
    Glauben Sie ernsthaft, daß Axel Weber, Jürgen Stark und Thomas Mayer in die zweite Reihe zurückgetreten sind, weil Ihre Argumente zu schwach waren ?
    Es ist eher so wie bei Ihrem Fall, Dr. Marc Meyer kennt seine Buchungssätze, ist ein Experte, ist ein echter Fachmann, aber die Richtung seiner Anliegen entspricht nicht der „herrschenden Auffassung“, und so wird eine Person, die eine solche Position vertritt, auch behandelt.
    Zumindest in Zentralbank-Kreisen.
    Gucken Sie sich nur einmal den Asmussen an, wie und wo der jetzt wirkt, angeblich in Nahles Arbeitsministerium.
    Dier 68-er hatten den Spruch schon damals parat (1970):
    „Eine Diskussion findet nicht statt“.

    Gruß aus dem Thurgau
    Ihr kollegialer Freund

    • @Deutscher in der Schweiz

      Besten Dank für Ihr ehrliches Statement.

      Ich glaube an Gott und die Wahrheit.

      Und dass die Wahrheit letztlich siegt.

      Das „Establishment“ in der Geldtheorie und Geldpolitik, das die Wahrheit mutwillig unterdrückt wird verweht werden wie Spreu im Wind.

      Man wird die heutigen herrschenden Geldtheoretiker dereinst als Narren betrachten wie jene, die behaupteten, die Erde sei eine Scheibe.

      Freundliche Grsüße

      Marc Meyer

    • @Herr Dr. Meyer,

      Sehr geehrter Herr Meyer,

      Sie treffen den Nagel auf den Kopf!
      Man wird Bücher darüber schreiben.
      Nur schon der Gedanke, dass man mit der Ausweitung einer Notenbankbilanz Wohlstand schöpfen kann ist völlig absurd.
      Universitäten welche einen solchen Blödsinn (nebst Anderem) lehren gehören sofort geschlossen.

      Nur eben, who benefits? Der Staat….

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    momentan müssen wir alle davon ausgehen, daß maßgebliche Zentralbanken das von Ihnen (auf welchem Weg auch immer) geschöpfte „Fiat-money“ dazu verwenden, asset-Preise gleich welcher Art durch Ankauf nach oben zu korrigieren.
    Es steht außer Frage, daß die EZB, die Bank of Japan und die Fed unter dem Deckmantel „Quantitative easing“ Anleihen von maroden Banken stützen und somit im Endeffekt die Banken retten.
    Sollten nun in der gegenwärtigen Entwicklung diese in der Bilanz befindlichen asset-Klassen im Wert sinken, so werden die Zentralbanken diese Titel weiter stützen und entsprechende Marktprozesse in Gang setzen, bis Sie, wie im Fall der Bank of Japan vermutet wird, vollständig in den Besitz einer bestimmten asset-Klasse gelangt sind. Dies ist bei japanischen Staatsanleihen mittlerweile der Fall, der „Markt“ in diesen Titeln ist damit quasi abgeschafft.
    Gleichermassen ist zu beobachten, wie die Staatsverschuldungen auch bei Nichtkrisenstaaten weiter zunehmen, d.h. im Falle Japans, daß Staatsanleihen (JGB_Bonds) gleich bei Emission von der Zentralbank aufgesaugt werden.
    Dieser Prozess geht solange weiter, bis „der Markt“ Zweifel an der Fähigkeit der jeweiligen Zentralbank aufbaut, den „Tauschprozess“ von Währung zu Bonds und anderen asset-Klassen zu gewährleisten (vorher nicht !).
    Die SNB ist insofern kein direkter Kandidat, da gibt es schwierigere Fälle (PBoC).
    Gruß aus dem herbstlichen Thurgau

    • @Deutscher in der Schweiz

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Erstens:

      „Fiat money“ – also Geld aus dem Nichts“ – gibt es nicht. Es braucht immer eine Gegenbuchung (wie: „kein Geburtschein ohne Kind“ => keine Banknote ohne realen Gegenwert)

      Zweitens:

      Der volkswirtschaftliche Unsinn der SNB-Investitionen ist der, dass damit

      a) ausländische Volkswirtschaften angekurbelt werden

      b) ein zusätzliches Währungsrisiko besteht

      c) über die Euro-Währung ebenfalls in marode Staatsanleihen
      investiert wird.

      M.E. betreibt kein europäisches Land eine für die eigenen Volkswirtschaft dermassen schädliche Geldpolitik wie die Schweizerische Nationalbank.

      Übrigens: Auch Dr. Jens Weidmann begeht – wie Thomas Jordan – den Fehler, dass er Notenbankgeld fälschlicherweise als Aktivum der DB interpretiert („Feuerkraft der DB“).

      Wüssten Sie mir ein Medium in Deutschland, wo ich das zur Diskussion stellen könnte?

      Um Rat wäre ich froh.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  3. @Escher

    Da Ihr Vergleich „Banknote – Geschenkgutschein“ eine so hohe Aussagekraft hat, möchte ich meine Antwort an Sie nochmals ganz hier oben posten.

    mfG

    Marc Meyer

    @Escher

    Danke. Korrekt.

    Ich bin froh um Ihr Beispiel mit dem Geschenkgutschein.

    Ich habe das Beispiel früher oftmals verwendet.

    Was zeigt uns dieses Beispiel:

    Wenn ich einen Geschenkgutschein von beispielsweise Manor im Wert von 50 Franken erhalte, so ist dieser fast so gut wie Bargeld.

    Er ist nur „fast“ und nicht „ganz“ so gut wie Bargeld, weil ich damit nur noch bei Manor etwas einkaufen kann. Mit Geld aber überall.

    Nun die entscheidenden Gegenargumente:

    Erstens:

    Jeder, der einen solchen Gutschein besitzt, der kann bei Manor einkaufen. Ich kann den Gutschein sogar jemandem verkaufen; dann kann jener bei Manor einkaufen. Der Gutschein von Manor ist quasi „Manor-Geld“ („Manor-Obligation“ oder „Manor Banknote“).

    Geht aber Manor Konkurs, so ist mein Gutschein von Manor nichts mehr wert. Genauso ist SNB-Geld nichts mehr wert, wenn die SNB Konkurs ist.

    Zweitens:

    Jeder kann mit dem Manor Gutschein von 50 Franken eine Schuld bezahlen im Betrag von 50 Franken. Bedingung: Die Gegenpartei muss damit einverstanden sein, den Manor Geldschein als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

    Ist Manor Konkurs, so wird er diesen nicht akzeptieren.

    Nur Manor alleine kann mit dem Manor-Gutschein keine eigene Schuld bezahlen, da dieser selber eine Schuld von Manor darstellt.

    Aus genau diesen Überlegungen kann die SNB mit den SNB-Gutscheinen, sprich SNB-Banknoten keine eigene Schulden bezahlen.

    Genauso wie Manor im Falle eines Konkurses nicht einfach Gutscheine ausstellen kann, um ihre Schulden zu tilgen, genauso kann die SNB im Falle eines Konkurses nicht einfach Banknoten drucken, um ihre SNB-Schulden zu bezahlen.

    mfG

  4. Der warnende Zynismus/Ironie von Göthe (Weidmann) dürfte ja kaum zu übersehen sein!

    Historisch einmalig ist die entwaffnende Offenheit, mit der die Bernankes, Jordans, Baltenspergers, Draghis, etc etc die Bürger korrekterweise auf die unlimitierte Firepower ihrer Geldpresse hinweisen. (Und diese seit 2008 auch dementsprechend einsetzen.)

    Den Bürgern sollte förmlich das Blut in den Adern gefrieren. Der Zusammenbruch der Währung, Kaufkraft, Wohlstand, Renten, etc. war immer nur der erste Akt des Dramas.
    Später folgte dann jeweils der Zusammenbruch der Gesellschaft, bzw. dessen Ordnung.
    Die sich daraus ergebenden Revolutionen, Verfolgungen, Vertreibungen endeten für viele unter der Guillotine, Gulags, KZ’s, Schlachtfeldern, Arbeitslagern, Umerziehungslagern, etc.

  5. @Momo

    Bitte lassen Sie mich nochmals auf ihr höchst interessantes und äusserst faszinierendes Beispiel von Pablo Picasso zurückkommen, wonach dieser seine Rechnungen im Restaurant bezahlen konnte, indem er eine Taube auf eine Serviette malte, und so quasi „Geld aus dem Nichts“ schaffte.

    Dieses Beispiel ist bestens geeignet, um den entscheidenden Unterschied zwischen Eigenkapital und Fremdkapital bei der sogenannten „Geldschöpfung“ zu beleuchten.

    Wenn Picasso eine Zeichnung oder ein Bild malte, so konnte man aufgrund des schon damals bestehenden Preises auf dem Markt den Wert einer neuen Zeichnung in etwa abschätzen. Demzufolge konnte Picasso nach Fertigstellung eines Kunstwerkes in seiner persönlichen Bilanz den Buchungssatz verbuchen:

    „Kunstwerk an Eigenkapital“

    Picasso konnte also durch seine Arbeit Vermögen und damit Eigenkapital schaffen.

    Das Eigenkapital von Picasso wurde also von ihm selbst geschaffen oder „geschöpft“.

    Ganz anders sieht das bei einer Emission von Banknoten durch die Schweizerische Nationalbank aus:

    Lässt die SNB Banknoten drucken und lagert diese in ihrem Keller, so haben diese gar keinen Wert. Sie erhalten den Wert erst, wenn sie in den Umlauf kommen.

    Wie kommen Sie in den Umlauf? Durch Offenmarktpolitik.

    Die SNB kann also beispielsweise Gold oder eine Obligation am offenen Markt kaufen und dagegen eine Banknote emittieren. Diese verbucht sie dann nicht auf der Aktivseite wie Pablo Picasso seine Serviette, sondern auf der Passivseite der SNB-Bilanz.

    Erst wenn die SNB durch Emission einer Banknoten Vermögen von aussen in die SNB einbringt (Gold, Devisen usw.), erhält die Banknote einen entsprechenden Wert.

    Bei einer von der SNB emittierten Banknote, verbucht unter „Notenumlauf“, handelt es sich somit um Fremdkapital der SNB. Das Vermögen wird nicht durch die SNB selber geschaffen oder geschöpft, sondern von einem Fremdkapitalgeber der SNB zur Verfügung gestellt.

    Hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen der von Pablo Picasso erstellten Zeichnung als Zahlungsmittel und der Banknote als Zahlungsmittel. Bei Picasso ist eine Zeichnung Eigenkapital und bei der SNB eine Banknote Fremdkapital. Das ist der entscheidende Unterschied.

    Entscheidend ist also die Frage: Wer hat das Vermögen in die SNB eingebracht? Die SNB selber durch eigene Erarbeitung (Schöpfung) oder durch Einzahlung von Fremdkapitalgebern?

    Logischerweise wird das Vermögen der SNB durch Fremdkapitalgeber finanziert. Die SNB schafft also nicht „Liquide Mittel“ bzw. Vermögen beim Druck einer Banknote, wie das Picasso tat.

    Die Banknote erhält erst ihren Wert, wenn der Fremdkapitalgeber Vermögen von aussen einbringt. Die Banknote repräsentiert dann dieses Vermögen.

    Eine von Orell Füssli gedruckte Banknote, die im Keller der SNB liegt, hat also überhaupt keinen Wert – ganz im Gegensatz zu einer von Picasso erstellten Zeichnung.
    Der Wert der Banknote der SNB entspricht also dem Vermögen, das die SNB damit erworben hat. Fällt der Wert dieses Vermögens, so fällt damit auch der Wert der Banknote bzw. der Wert des Notenbankgeldes, sei das nun eine Banknote oder ein Giroguthaben einer Bank bei der SNB.

    mfG

    Marc Meyer

    • Hallo Herr Meyer,

      danke für den Erklärungsversuch. Buchhalterisch ist da wohl ein Unterschied, aber über Wert lässt sich diskutieren.

      Wenn ich als Einbrecher in den Tresor bei der SNB steige, dann nehme ich gerne die für die SNB wertlosen Geldscheine mit. Den Picasso würde ich dafür sogar liegen lassen.

      Gruss

      Momo

    • @Sie würden gefälschte Banknoten stehlen (da kein Gegenwert).

      Wollten Sie einen gefälschten Picasso?

    • Hallo Herr Meyer,

      das verstehe ich nicht: wenn die Banknoten im Tresor der SNB liegen, dann sind es Blüten. Wenn die SNB diese aber rausgibt, dann sind sie plötzlich echt? Buchhaltung ist echt schräg. Hätten die Noten keinen Wert, dann würden sie nicht im Safe liegen müssen.

      Wenn ich als Bankräuber die SNB-Druckfrischen Noten aus dem Tresor klaue und später in den Umlauf bringe sollten diese aus meiner Sicht gut funktionieren. Einzig die Noten-Nummern, welche dann wohl zur Fahndung ausgeschrieben würden, wären ein Risiko für mich.

      Ich habe auch gehört, dass Währungen ganz ohne Nationalbank funktionieren können. Unser Lehrer in der Schule hat erzählt, dass die römische Währung auch nach dem Untergang des römischen Reiches noch sehr lange verwendet wurde und das oft sogar ohne Verwendung von Münzen und damit als reine Verrechnungseinheit. In Ex-Jugoslawien gab es als akzeptierte Parallelwährung die Deutsche Mark und in der Schweiz kann man heute auch fast überall mit EURO bezahlen.

      Gruss

      Momo

    • @Momo

      Die SNB kann Banknoten nur emittieren über Offenmarktpolitik. D.h. sie muss als Gegenbuchung einen Vermögenswert in ihre Bilanz aufnehmen. Ohne diesen Vermögenswert ist die Banknote wertlos.

      Ich finde, am besten kann man sich das mit dem Geburtsschein vorstellen:

      Wenn ein Arzt einen Geburtsschein ausstellt, ohne dass ein Kind geboren wurde, so ist dieser Geburtsschein wertlos.

      Angenommen, er hat vorgedruckte Geburtsscheine, wo nur noch die Namen eingesetzt werden müssen und so ein Geburtsschein wird in der Nacht gestohlen (und ein Name (entspricht Nummer) eingesetzt), so ist auch dieser nichtig.

      Natürlich kann man damit Betrug begehen und die Geburt eines Kindes vortäuschen. Aber dieser Betrug wird früher oder später auffliegen.

      Genauso ist es Betrug, eine Banknote im Keller der SNB zu stehlen un damit etwas zu kaufen. Das wäre wie gefälschtes Geld. Wie eine Blüte. Die Volkswirtschaft wird dadurch geschädigt.

      mfG

    • Hallo Herr Meyer,

      jetzt wird es eine runde Sache: da Nationalbank und Staat i.d.R. gemeinsame Sache machen können beide zusammen sich die Taschen voll machen. Der Staat gibt Schuldscheine raus, die dann die Nationalbank kauft und als Aktiva bilanziert. Im Gegenzug bekommt der Staat das Geld und kann es für seinen Haushalt ausgeben.

      Ich denke das meinen immer alle, wenn sie von „Geld aus dem nix schöpfen reden“. Im Kopf klemmt es, dass Nationalbank und „Staat“ nicht die gleiche Firma sind. Einzige Sondersituation in der Schweiz ist, dass die SNB das ganze mit fremden Ländern macht. Das hat seine speziellen Facetten, wie wir alle wissen.

      Wäre es nicht besser, die SNB würde Staatsanleihen der Schweiz kaufen, damit diese dann investieren könnte ? Wäre ja auch noch gut, wenn der Staat dann im Ausland einkaufen ginge und damit auch den Schweizer Franken etwas schwächen könnte. Der Effekt wäre wie heute, nur dass man echt was bekommt für das Geld.

      Auf alle Fälle wären mir als Kleingeist solche realwirtschaftlichen Abläufe viel lieber als dieses gezocke im Finanzwirtschaftlichen Nebel, wo egentlich kein Geld verdient wird, sondern nur getauscht. Was der eine gewinnt, das hat ein anderer verloren.

      Die Finanzblase mit den nicht mehr vorstellbaren Zahlen müsste sich doch eigentlich mathematisch kürzen lassen, wenn alle mal die Hosen runter liessen. In der Schule im Matheunterricht fallen solche Luftblasen immer schön in sich zusammen.

      Gruss

      Momo

    • @Momo

      Danke.

      Jordan sagte aber, die SNB könne Geld aus dem Nichts drucken und damit alle ihre Schulden jederzeit begleichen.

      Wenn die SNB aber Geld emittiert gegen Staatsanleihen, so macht sie neue Schulden, um die Staatsanleihen zu kaufen. Mit diesem gedruckten Geld kann die SNB dann aber nicht bereits bestehende Schulden abbauen.

      Ergo kann die SNB im Fall von negativem Eigenkapital dieses nicht wieder aufbauen durch drucken von Geld. D.h. die Gläubiger der SNB müssen ihre Guthaben bei der SNB im Falle von negativem EK wertberichtigen.

      Die SNB kann nicht „Geld aus dem Nichts drucken“. Sie muss dagegen einen Vermögenswert hereinnehmen, z.B. Staatsanleihen. Staatsanleihen sind nicht Nichts.

      mfG

    • Hallo Herr Meyer,

      denke da haben Sie recht:

      – die aufgestauten 500 MRD Devisen in der SNB Bilanz bleiben noch länger eine spannende Sache. Wollen wir als Schweizer hoffen, dass sich der Franken-Kurs bis Ende Dezember noch auf etwas über 1,1 heben kann und das Loch für uns alle nicht zu gross wird.

      – mit dem Kauf vom Staatsanleihen der Schweiz verlängert die SNB zwar auch nur ihre Bilanz und tut nichts für besseres Eigenkapital. Trotzdem würde damit zumindest Realwirtschaftlich etwas bewegt werden und nicht nur weiter passiv am Spieltisch gestanden.

      – die Diskussion um negatives Eigenkapital ist eher philosophisch, auch wenn das Buchhalter ungern sehen. Solange die Gläubiger (Eigenkapital wie Fremdkapital) vertrauen in das Geschäftsmodell haben und ihre Gelder nicht abziehen, bzw. nicht neues Geld dem schlechten hinterherwerfen, kann man auch unterbilanziert weiterschaffen. Leider ist das aktuell eher üblich und nicht mal die Ausnahme. Viele Konzerne mit Atomstromreaktoren im Portfolio sind eigentlich in der gleichen Situation mit ähnlich hohen Beträgen wie die SNB. Nur ist da die Bilanzierung von langfristigen Verbindlichkeiten nicht so einfach.

      – gerne würde ich von Ihnen wissen, wie es nun weitergehen soll mit der SNB. Was Herr Jordan wann gesagt hat ist mir persönlich relativ egal. Bewegung nach vorne geht aus meiner Sicht über konstruktive Vorschläge Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann würden Sie die SNB Aktiva kurzfristig abstossen und den CHF-Kurs wahrscheinlich unter pari treiben. Klingt für mich, wie das Zünden einer Bombe. Ist das der empfohlene Weg oder gibt es evtl. einen etwas weicheren Weg zu einer neuen besseren Stabilität?

      Gruss

      Momo

      Was ist aber nun zu tun ?

    • @Momo

      Was SNB-Chef Jordan gesagt hat kann nicht egal sein, weil er das auch tut.

      Das Portfolio der SNB sollte der Bundesverfassung entsprechen. Danach muss sie Eigenkapital bilden und sie kann gewiss nicht nur unter 1 Prozent ihrer Anlagen in der Schweiz tätigen.

      mfG

  6. @MoMo

    Sorry, habe Ihren Kommentar leider erst jetzt gesehen.

    Nein, Sie können nicht Geld bedrucken und sagen, dass sei Geld . ohne Gegenbuchung oder Gegenwert. Auch die SNB kann nicht Geld aus dem Nichts drucken (ohne Gegenbuchung). Das wäre Betrug.

    (Nur „Narr Mephisto in Goethes Faust“ kann das)

    Sie können auch nicht eine Geburtsurkunde ausstellen und sagen, ein Kind sei geboren, ohne dass das stimmt. Gut Sie können – aber diese Geburtsurkunde wäre nichtig – wertlos.

    Genauso ist Geld wertlos, das gegen Nichts emittiert wird. Das wäre Betrug.

    mfG

    • Hallo Herr Meyer,

      danke für Ihre Antwort, die bestimmt im Bankenumfeld und in der Volkswirtschaftslehre richtig ist.

      Ich habe es aber probiert und es funktioniert: in unserer Familie sind wir 6 Kinder und wir haben jetzt unsere eigene Währung. Wir haben Sie Tödel genannt. Im Laden unseres Dorfes können wir inzwischen damit bezahlen. Also haben wir mit ein paar bunten Bildern auf Zetteln aus dem nix Geld geschaffen. Was die Buchhaltung dazu sagt ist mir eigentlich nicht so wichtig.

      Abgeschaut haben wir das von dem Pablo Picasso, der in Restaurants immer mit gemalten Tauben seine Rechnung bezahlt hat.

      Deshalb dachte ich, dass geht auch bei Banken so.

      Gruss

      Momo

    • @Dr. Meyer

      „Sie können nicht Geld bedrucken und sagen, dass sei Geld . ohne Gegenbuchung oder Gegenwert. Auch die SNB kann nicht Geld aus dem Nichts drucken (ohne Gegenbuchung). “

      Doch, das kann jeder. Solange das angebliche Geld jemand zur Zahlung nimmt und nicht dagegen klagt – kein Problem. Das machen übrigens so ziemlich alle, die Gutscheine ausgeben (z.B. habe ich hier einen Reka-Check, da steht drauf „Wert 50 CHF“, und ich kann damit an diversen Orten bezahlen, die Checks sind also tatsächlich Geld).

      Gutscheine sind nach den üblichen Regeln erst dann buchhalterisch relevant, wenn sie an Kunden ausgegeben werden (dann werden sie zu Passiven, meist als Rückstellungen). Der Druck der Gutscheine ist hingegen reiner Aufwand, der keinerlei Aktivierung zur Folge hat.

      Das ist bei der SNB nicht anders, solange die SNB bedruckte Banknoten nur in ihren Tresoren lagert, ist der Geldwert der Banknoten in der Bilanz nicht sichtbar. Erst wenn sie in Umlauf gegeben werden, wird das Passivkonto „Notenumlauf“ belastet.

      Ausserdem hat die SNB das Notenmonopol und darf deshalb CHF drucken so viel und so lange sie will.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @MoMo

      Interessant ihr Versuch im Dorf.

      Aber was hat der Laden von den Zeichnungen? Wenn der Laden Kinderzeichnungen als Zahlung nimmt, so ist das ein Geschenk an Sie. Er selber kann damit seinen Lieferanten nicht bezahlen.

      Geld ist aber allseits anerkanntes Tauschmedium. Und das sind ihre Kinderzeichnungen kaum. Noch nicht wenigstens, vielleicht werden Sie ja einmal so berühmt wie Picasso…

      Ebenfalls höchst interessant Ihr Beispiel mit den Zeichnungen von Picasso. Solche Zeichnungen werden heute wohl ein Vielfaches des damaligen Restaurantbesuchs kosten.

      Da ist Ihnen ein ausgezeichnetes Beispiel gelungen, mit dem ich mich gerne auseinandersetze. Man ist versucht, zu sagen: Keine Regel ohne Ausnahme.

      Aber es ist doch so, dass Pablo Picasso „Geld schöpfen“ in Form von Vermögen schaffen konnte, weil seine Bilder schon damals einen Wert hatten.

      Anstatt ein Haus zu bauen, um so einen Realwert zu schöpfen (erschaffen) hat Picasso eine Dekoration für ein Haus produziert, die aufgrund ihrer Originalität, Genialität und Seltenheit und Gesuchtheit als Realwert galt und gilt.

      Ich denke nicht, dass eine gedruckte Banknote in Millionenauflage mit einer Zeichnung von Picasso verglichen werden kann. Es handelt sich um Drucke, deren Realwert auf einige Rappen begrenzt ist.

      Trotzdem vielen Dank für das gelungene Beispiel.

      mfG

      Marc Meyer

      Trotzdem danke für das interessante Beispiel.

      mfG

      Marc Meyer

    • @Escher

      Danke. Korrekt.

      Ich bin froh um Ihr Beispiel mit dem Geschenkgutschein.

      Ich habe das Beispiel früher oftmals verwendet.

      Was zeigt uns dieses Beispiel:

      Wenn ich einen Geschenkgutschein von beispielsweise Manor im Wert von 50 Franken erhalte, so ist dieser fast so gut wie Bargeld.

      Er ist nur „fast“ und nicht „ganz“ so gut wie Bargeld, weil ich damit nur noch bei Manor etwas einkaufen kann. Mit Geld aber überall.

      Nun die entscheidenden Gegenargumente:

      Erstens:

      Jeder, der einen solchen Gutschein besitzt, der kann bei Manor einkaufen. Ich kann den Gutschein sogar jemandem verkaufen; dann kann jener bei Manor einkaufen. Der Gutschein von Manor ist quasi „Manor-Geld“ („Manor-Obligation“ oder „Manor Banknote“).

      Geht aber Manor Konkurs, so ist mein Gutschein von Manor nichts mehr wert. Genauso ist SNB-Geld nichts mehr wert, wenn die SNB Konkurs ist.

      Zweitens:

      Jeder kann mit dem Manor Gutschein von 50 Franken eine Schuld bezahlen im Betrag von 50 Franken. Bedingung: Die Gegenpartei muss damit einverstanden sein, den Manor Geldschein als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

      Ist Manor Konkurs, so wird er diesen nicht akzeptieren.

      Nur Manor alleine kann mit dem Manor-Gutschein keine eigene Schuld bezahlen, da dieser selber eine Schuld von Manor darstellt.

      Aus genau diesen Überlegungen kann die SNB mit den SNB-Gutscheinen, sprich SNB-Banknoten keine eigene Schulden bezahlen.

      Genauso wie Manor im Falle eines Konkurses nicht einfach Gutscheine ausstellen kann, um ihre Schulden zu tilgen, genauso kann die SNB im Falle eines Konkurses nicht einfach Banknoten drucken, um ihre SNB-Schulden zu bezahlen.

      mfG

    • @Dr. Meyer

      Danke fūr Ihre Antwort. Aus irgend einem Grund sind wir uns bei Gutscheinen scheinbar einig, bei Banknoten der SNB aber nicht.

      SNB Banknoten haben gegenūber anderen Gutscheinen den Vorteil, dass sie das gesetzliche Zahlungsmittel darstellen. Selbst ohne SNB.

      Sie haben bzgl. den Manor Gutscheinen natürlich recht. Solche wūrden nur als Zahlungsmittel akzeptiert, solange der neue Besitzer des Gutscheins sicher sein kann, den Gegenwert wirklich wieder zu erhalten (in dem er bei Manor einkauft, oder jemand anders ihm den Gutschein abkauft oder zur Zahlung nimmt).

      Damit kommen wir zum Kern dessen, was ein Zahlungsmittel, ja was Geld ausmacht: Es muss allgemein als solches akzeptiert sein, als Wertaufbewahrungsmittel dienen und darüber hinaus billiger sein in der Herstellung als sein nomineller Wert (dann nämlich kann man damit den Hersteller bezahlen). Das alles gilt bei der SNB bzw. CHF unbeschränkt. Solange eine CHF Banknote als Zahlungsmittel akzeptiert wird, solange hat sie den aufgedruckten Wert, ganz egal wie die SNB selbst dasteht. Mag sein dass die SNB irgend wann an Vertrauen verliert und der Realwert der CHF Banknoten sinkt, aber liquide wird sie immer bleiben.

      Sie irren leider, wenn sie MoMo schreiben, dass Picasso Eigenkapital schaffen konnte mit seinen Taubenzeichnungen. Er konnte damit nur ein verkaufbares Produkt schaffen, das vom Wirt als Zahlungsmittel im Tausch gegen seine Konsumation akzeptiert wurde. Eigenkapital wäre erst entstanden, wenn er einen Gewinn gemacht hätte, hat er aber nicht, denn die Kosten (Rechnung für das Essen) haben den Ertrag gleich wieder verbraucht. Eigenkapital entsteht aber nun einmal erst durch Übertrag von der Erfolgsrechnung auf sie Bilanz.

      Dennoch, die Gutscheine und Picasso Zeichnungen zeigen sehr schön, weshalb die SNB nicht Konkurs gehen kann. Wie Picasso gibt sie einfach neue „Zeichnungen“ aus, verleiht diese den Banken und kassiert Zins. Das gibt Gewinn, und der Gewinn wird zu Eigenkapital.

      Sie schrieben noch die SNB Banknoten hätten im Keller der SNB keinen Wert. Das stimmt nur buchhalterisch. Die Banknoten an sich haben selbstverständlich den aufgedruckten Wert, sobald sie gedruckt und zugeschnitten sind. Ab da gelten denn auch höchste Sicherheitsmassnahmen zur Vermeidung von Diebstahl. Ich nehme an das haben sie so gemeint.

  7. Bankrat muss jetzt Sanierung der SNB beantragen – ansonsten macht er sich strafbar!

    @ B Vogt

    Sehr geehrter Herr Vogt

    Besten Dank für Ihren Kommentar.

    Es widerspricht dem gesunden Menschenverstand, wenn ein Ratsmitglieder der SNB behauptet, die SNB könne einfach Geld drucken und damit Gold kaufen und so das Eigenkapital der SNB wieder in Ordnung bringen (wie Sie schreiben).

    Sie haben Recht. Simbabwe hätte das auch tun können. Oder die Griechen könnten das ja auch tun.

    Prof. Ernst Baltensperger, Doktorvater von Prof. Jordan hat ja in der NZZ kurz vor Einführung des Mindestkurses auch behauptet, die SNB habe keine Limiten, den Franken zu schwächen. Sie könne einfach unbeschränkt Geld drucken und damit Euros kaufen. Wenn das die SNB könnte, so könnte das die EZB ja auch.

    Der Widerspruch ist also offensichtlich. Die Realität hat die SNB dann ja auch eingeholt.

    Der Fehler, den die SNB-Vertreter begehen ist der, dass sie Notenbankgeld als „Liquidität der SNB“ bzw. als „liquide Mittel der SNB“ bzw. als „Vermögen“ der SNB bzw. als „Eigenkapital der SNB“ betrachten.

    Auch Prof. Jordan behauptet ja, die SNB könne „Liquidität“ aus dem Nichts schaffen. Das ist gleichbedeutend mit „Vermögen aus dem Nichts“ schaffen. Das wiederum ist gleichbedeutend mit „Eigenkapital aus dem Nichts schaffen“.

    Warum? Weil Vermögen der Überschuss des Vermögens über die Schulden ist. Würde die SNB also durch „Geldschöpfung“ tatsächlich das Vermögen vergrössern ohne zusätzliche Schulden („aus dem Nichts“), so bedeutete das, dass die SNB durch Geldschöpfung Eigenkapital aus dem Nichts schaffen könnte.

    Das ist einfach Logik.

    Und hier sind wir beim entscheidendsten Fehler der Geldtheorie seit Jahrhunderten angelangt: Notenbankgeld wird als Eigenkapital der Zentralbank betrachtet anstatt als Fremdkapital.

    Beispielsweise irrt auch der Chef der Deutschen Bundesbank, Dr. Jens Weidmann, wenn er behauptet:

    „Die Finanzkraft einer Notenbank ist dabei prinzipiell unbegrenzt, da sich eine Notenbank das Geld, das sie vergibt oder mit dem sie bezahlt vorher nicht etwa beschaffen muss, sondern es quasi aus dem Nichts erschaffen kann.“

    (https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2012/2012_09_18_weidmann_begruessungsrede.html

    „Finanzkraft“ – diese besteht aus dem Vermögen. Auch Weidmann begeht somit den Fehler, dass er Notenbankgeld als „Vermögen aus dem Nichts“ uns somit als Eigenkapital der Bundesbank betrachtet.

    Weidmann zitiert in seiner Rede dann auch noch Goethes Faust, wo Mephisto als Narr verkleidet die „Geldschöpfung aus dem Nichts“ propagiert, um damit Staatsschulden abzubauen. Auch Goethe hat nicht begriffen, dass Geld selber Staatsschulden sind.

    Goethe mag ein guter Dichter gewesen sein – aber bezüglich Geldtheorie erzählte er Märchen. Das Märchen von der „Geldschöpfung aus dem Nichts“ wurde von „Narr Mephisto“ kreiert – und wir glauben es heute noch! Und wir „dummen Schweizer“ setzten darauf sogar 500 Milliarden Volksschulden!

    Jens Weidmann wie auch unsere Thomas Jordan sind in ihrer Geldpolitik bei „Goethes Märchen“ stehengeblieben.

    Wie lange geht es wohl, bis Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel begreift, welche Märchen ihr von der Bundesbank erzählt werden? Sie als Physikerin sollte doch den Unterschied zwischen Minus und Plus bzw. zwischen Vermögen und Schulden erkennen.

    Es beschleicht einem ein mulmiges Gefühl, wenn man bedenkt, dass Merkels „Friedenswerk“, der Euro, auf einem Märchen von Narr Mephisto basiert.

    Der zentrale Fehler in der heutigen Geldtheorie ist also der, dass Notenbankgeld als Eigenkapital der Zentralbank betrachtet wird anstatt als Fremdkapital.

    Das hat weitreichende Konsequenzen:

    Erstens:
    Die SNB ist nicht Kapitalgeberin (lender of last resort), sondern Schuldnerin.

    Zweitens:
    Die Schuldner haben das Recht, ihr Kapital bei der Zentralbank jederzeit wieder abzuziehen.

    Drittens:
    Eine Zentrealbank ist Konkurs, wenn sie den Forderungen ihrer Gläubiger nicht mehr nachkommen kann, weil ihr Vermögen an Wert verloren hat.

    Und nun gelangen wir zu Ihrer letzten Frage: Wie lange dauert es, bis die SNB bei negativem Eigenkapital nicht mehr funktionstüchtig ist:

    Dazu ein Beispiel:
    Angenommen, die SNB habe von den Banken für 120 Milliarden Franken 100 Milliarden Euros gekauft beim Kurs von 1.20.

    Nun falle der Kurs des Euro zum Franken auf eins zu eins.

    In diesem Fall haben die Gläubigerbanken Forderungen gegenüber der SNB von 120 Milliarden Franken. Dazu muss ihnen die SNB 120 Milliarden Euros liefern.

    Die SNB hat aber nur 100 Milliarden Euros. Der SNB fehlen 20 Milliarden Euros. Die SNB ist Konkurs.

    Angenommen, die SNB habe die 120 Milliarden Franken Schulden bei 12 verschiedenen Banken aufgenommen – bei jeder Bank 12 Milliarden Franken.

    Angenommen bei einem Kurs von eins zu eins fordere nur eine Bank 12 Milliarden Euros von der SNB. Diese 12 Milliarden Euros kann die SNB liefern, da sie ja 100 Milliarden Euros hat. Die SNB besitzt jetzt noch 88 Milliarden Euros.

    Die SNB kann acht Banken je 12 Milliarden Euros liefern. Das ergibt 96 Milliarden Euros. Für die beiden letzten Banken hat sie aber nur noch 4 Milliarden Euros übrig anstatt 24 Milliarden Euros.

    Ein Sprichwort sagt: „Den letzten beissen die Hunde“.

    Das werden sich diese beiden Banken nicht gefallen lassen.

    Deshalb müssen die Banken also sofort reagieren, sobald das Eigenkapital der SNB negativ wird. Sie müssen die SNB sofort einklagen, da ihre Guthaben bei der SNB nicht mehr durch Vermögen gedeckt sind.

    Der Bankrat der SNB muss sofort bei Erreichen von Null Eigenkapital (genau genommen schon vorher) die Bilanz der SNB deponieren.

    Man kann in guten Treuen davon ausgehen, dass bei einem Sturz der Eigenkapitalquote der SNB in wenigen Jahren von über 50 Prozent auf nunmehr unter 5 Prozent der Bankrat schon jetzt eingreifen müsste.

    D.h. ich plädiere dafür, dass die SNB ihre Bilanz bereits jetzt deponiert. Tut sie das nicht, so macht sich der Bankrat der SNB strafbar.

    Liesse man das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich abgleiten, so müssten die Banken ihre Investitionen bei der SNB wertberichtigen. D.h. es kann zu enormen Verlusten bei den Geschäftsbanken kommen.

    Mit einer Vergrösserung der Geldmenge könnte die SNB ihre Schulden bei den Banken keineswegs abbauen, weil die Schulden der SNB ja genau aus dieser Geldmenge bestehen.

    Möglicherweise würden die Banken ihre Guthaben bei der SNB im Falle von negativem Eigenkapital der SNB nicht nach unten wertberichtigen. Damit würden sie aber gegen das Recht verstossen, wonach die Aktiven nicht überbewertet werden dürfen.

    Ich hoffe, mit diesen Ausführungen etwas Klarheit geschaffen zu haben.

    Nochmals besten Dank und freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      Da tun Sie aber dem Göthe Unrecht.

      Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Finanzminister und war der zweitwichtigste Mann in Weimar nach dem Herzog. Nebst dem Dichtertum war er vorallem ein versierter Oekonom und Geschäftsmann. Er war verantwortlich für den Silberbergbau, Steuerreformen und konzipierte eine Münz- und Währungspolitik.
      Im Faust beschrieb er seine gewonnen Einsichten über Geldschöpfung, Inflation, etc.
      Diese Erkenntnisse basierten auf den Auswirkungen von Tätigkeiten eines John Law und anderen Papiergeldexperimenten. (Auch andere Philosophen kamen zu denselben Schlussfolgerungen, Voltaire z.Bsp.)

      Wenn die Weidmanns und Göthes dieser Welt Unrecht haben, erklären Sie doch bitte woher das Geld für die ganzen Notenbankbilanzausweitungen und der damit verbundenen Finanzierungen/Kauf von Devisen, Staatsanleihen, Schrottpapieren, etc. stammt?
      (SNB, EZB, FED, BoJ, etc etc.)

      Aus der MwSt, Tabaksteuer, Börsenfünfer, Autobahnvignette, etc. jedenfalls kommts nicht.

      (Nominelle Liquidität der Notenbank hat nichts mit EK zu tun. Und natürlich bezahlt jemand dafür, nämlich derjenige der z. Bsp CHF Long ist und dadurch verwässert wird.)

      MfG

    • Vielen Dank für Ihre ausführlichen Erläuterungen. Es bleibt spannend zu sehen was in den nächsten Monaten auf uns zu kommt, wenn das Eigenkapital dann wirklich negativ werden sollte.

      Freundliche Grüsse

      B. Vogt

    • @B Vogt

      Ja es wird wirklich interessant werden, was geschehen wird, wenn das Eigenkapital der SNB negativ wird.

      Schade ist nur, dass unserer Nationalbank sich so für einen „Feldversuch“ hingibt, dessen Ausgang sich ziemlich genau voraussehen lässt.

      Schon beim Mindestkurs war abzusehen, dass die SNB das nicht durchsetzen kann, weil sie eben nicht unbeschränkt Geld drucken kann. Das war klar und die SNB verlochte so 70 Milliarden Franken Volksvermögen zulasten der Schweiz.

      Ein völlig unnötiger Versuch.

      Wird das Eigenkapital der SNB negativ, so ist vorauszusehen, dass die Gläubiger der SNB einen grossen Schaden davon tragen werden.

      Letztlich werden dann die Steuerzahler einspringen müssen, sofern die Dimensionen noch zu bewältigen sind.

      Es gibt ein Sprichwort, das sagt, es gäbe mehrere Wege um klug zu werden:

      Durch nachdenken oder durch erlittenen Schaden. Die erste Möglichkeit ist die noblere der beiden.

      Und es ist schade, dass unserer Nationalbank offenbar nicht einmal durch Schaden klug wird.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @havenstein

      Nein. Ich denke nicht, dass ich dem Goethe Unrecht tue. Er hat der Welt mehr geschadet als genützt mit seinem Narr Mephisto.

      Wie das Geld bei allen Notenbanken entsteht habe ich an verschiedenen Orten explizit erläutert. Darf ich verweisen auf meine Beiträge „Zentralbanken – die gewaltigen Kreditwaschanlagen“ (Inside Paradeplatz) oder „Warum Greenspan & Co sich irren (Weltwoche).

      mfG

      Marc Meyer

  8. @ Vogt:

    Solange ihnen jemand das Gold für die gedruckten Zimbabwe$ verkauft funktioniert das schon.
    Ein Land kann seine Währung per Dekret immer als Zahlungsmittel durchsetzen im Land selbst.
    Aber bei den Importen eben nicht.
    Deswegen haben die ABB’s der Welt ja historisch ihre Produkte auch nicht gegen solche währungen verkauft.

    Wenn ein Land ein hohen Selbstversorgungsgrad hat werden zwar alle importierten Produkte unerschwinglich, aber eine gewisse Grundversorgung für die Bevölkerung bleibt einigermassen bestehen.
    Für ein Land wie Schweiz, mit extrem hoher Handelsbilanz
    hohen Importen von Grund, Halbfabrikaten, dessen Veredelung und wieder Export, Finanzsektor, etc ist die Strategie speziell tödlich.

    In Zimbabwe mussten die Platinminen zum Beispiel ihr Produkt via den Staat verkaufen. sprich der Exporterlös des Platinpreis in Rand wurde ihnen zum „offiziellen“ Wechselkurs in Zim$ gutgeschrieben. Dieser Kurs war 70mal schlechter als der Schwarzmarktpreis. So versuchte die Nationalbank/Staat die wertvollen Devisen zu behalten.
    Die Inputkosten der Platinmine wie Strom aus Südafrika etc. mussten jedoch mit harten Rand bezahlt werden. So verlor jede Mine an jeder produzierten Unzen massiv Geld und die Geschäftstätigkeit musste eingestellt werden.
    Die Gestelle werden leer und das Land, was mal Afrikas Kornkammer und grösster Exporteur von Butter, etc. war hatte nicht mal mehr genug zu essen für die eigene Bevölkerung. (Uebrigens hat(te) Zimbabwe eines der höchsten Ausbildungslevel von Afrika. Mugabe ist glaub Doktor der Rechte an ner englischen Uni, und hat versch. Studien gemacht in Wirtschaftswissenschaften und Anderem.
    Diese Saga läuft immer gleich ab mit hunderten Beispielen. Von John law’s Bque Royal über die Weimarer Republik, die Länder des ehemaligen Ostblock, Lateinamerika, Asien, etc etc.

    Die heutigen Keynesjünger kritisieren alle die Fehlpolitik des Fed (und SNB) in den 30iger Jahren. Niemand spricht davon was alle anderen Nationalbanken gemacht haben.
    Die haben nämlich zur Bekämpfung der Krise den Weg gewählt was heute alle machen. Gelddrucken, Defizitspending, etc.

    Der Effekt: Praktisch alle grossen Währungen (Länder) der Welt waren spätestens 1948 wertlos/Konkurs. Das Gold floss USA (und CH) zu.
    Der $ war bis 1971 durch Bretton Woods goldbacked und so die Weltreservewährung. Die Notenbanken konnten ihre $ eintauschen gegen Gold. Die USA (und CH) kreierten mit der Politik des Nichtgelddruckens den grössten Wohlstand für Ihre Völker den man sich vorstellen kann….

  9. @B.Vogt

    Sehr geehrter Herr Vogt

    Besten Dank für Ihre Ausführungen an „Hardy, der Student“ weiter unten. Ich erlaube mir, meine Antwort an Sie ganz oben zu posten, da sonst Ihre entscheidenden Argumente an Hardy untergehen.

    Ich gehe mit Ihnen vollkommen einig darin, dass eine Banknote eben nur einen Wert hat, wenn sie hinterlegt ist mit einem realen Gegenwert.

    Mein Lieblingsbeispiel: Eine Geburtsurkunde hat nur einen Wert, wenn ein Kind geboren wurde. Ansonsten ist sie nichtig.

    Genauso ist eine Banknote wertlos, wenn sie keinen realen Vermögenswert repräsentiert. Fällt der reale Gegenwert einer Banknote, so fällt auch der Wert der Banknote (Inflation).

    Hardy, der Student möchte unbedingt herleiten, dass eine Banknote Eigenkapital darstelle und somit keine Rückforderung des Banknoteninhabers gegenüber der SNB bestünde.

    Er tut das, indem er eine sogenannte imaginäre „Staatsschatzkammer“ ins Spiel bringt, welche quasi der SNB Vermögen überträgt. Auf diese Weise würden aus den Schulden der SNB letztlich Vermögen des Staates ohne Rückforderungsrecht des Banknoteninhabers.

    „Hardy“ versucht „krampfhaft“ einen Weg zu finden, wie Banknoten von Fremdkapital zu Eigenkapital ohne Rückforderungsrecht gemacht werden können.

    Aber es gelingt ihm nicht.

    Er begeht denselben Fehler wie Herr Jordan und die SNB, welche Banknoten als Eigenkapital der SNB ohne Rückforderungsrecht betrachten anstatt als Fremdkapital der SNB mit Rückforderungsrecht gegenüber der SNB.

    Da Banknoten aber Fremdkapital der SNB darstellen, sieht die Rechtslage auch ganz anderes aus, als wenn Banknoten Eigenkapital der SNB wären.

    Die rechtliche Folge ist die, dass der Banknoteninhaber ein Rückforderungsrecht gegenüber der SNB hat, was Jordan ja abstreitet (siehe sein Grundlagenreferat). Der Banknoteninhaber hat ein Rückforderungsrecht, weil Banknoten Fremdkapital der SNB sind – nicht Eigenkapital.

    Wären Banknoten Eigenkapital der SNB, so hätte der Banknoteninhaber kein Rückforderungsrecht und der reale Wert des hinterlegten Vermögens wäre unbedeutend.

    Da aber Banknoten Fremdkapital der SNB darstellen, hat auch der hinterlegte Vermögenswert der SNB einen substantiellen Wert auf den Wert des Notenbankgeldes.

    Der Wert des Notenbankgeldes nimmt ab bei einem Wertverlust des hinterlegten Vermögens.

    Würde die Notenbankgeldmenge nur aus Banknoten bestehen, so würde der Wert der Banknoten fallen (Inflation). Besteht das Notenbankgeld aber aus Giroguthaben der Banken bei der SNB, so müssen die Banken ihre Positionen bei der SNB wertberichtigen.

    Ich bin sehr froh um Ihren Beitrag, weil er mir zeigt, dass es offenbar doch noch mehr Leute gibt, welche die Zusammenhänge verstehen.

    Besten Dank und freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Vielen Dank Herr Dr. Meyer für Ihre ausführliche Antwort, es ist selbst für mich nicht immer leicht alle Zusammenhänge zu verstehen habe ich doch auch nicht Volks- sondern Betriebswirtschaft studiert, aber nach Aussagen eines SNB Ratsmitglieds welcher gesagt hat man könne einfach Geld drucken um Gold zu kaufen und damit das Eigenkapital wieder in Ordnung zu bringen, sollten jedem der etwas von Buchhaltung versteht hellhörig werden lassen. Wenn es denn so leicht wäre, dann hätte die Nationalbank Simbabwes vor einigen Jahren ja auch einfach Geld drucken können um Gold zu kaufen.
      Was ich mich jedoch frage ist, wenn das EK der Nationalbank negativ wird, stimmt es das sie dann vorläufig noch funktionsfähig wäre aber die Geldmenge nicht länger flexibel reduzieren könnte? Angenommen die Apple Aktien brechen in den nächsten Monaten 5%-10% ein und der Franken steigt um einige Prozentpunkte ggü dem Euro und Dollar, dann könnte dieses Szenario ja relativ bald eintreten, wie schnell hätte die SNB danach Probleme ihre ‚Schulden‘ bei den Geschäftsbanken zu bedienen? So lange sie die Geldmenge gleich gross belässt oder vergrössert würde ja eigentlich nichts passieren oder mache ich einen Denkfehler?

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      Sie schreiben:
      „Hardy, der Student möchte unbedingt herleiten, dass eine Banknote Eigenkapital darstelle und somit keine Rückforderung des Banknoteninhabers gegenüber der SNB bestünde.“

      Mit meinen Darstellungen leite ich her, dass die Frankenscheine nichts anderes sind als Franken. Die Frankenscheine sind selber schon das Geld.

      Eine Banknote der SNB wäre kein Geld, sondern es wäre ein Schuldschein der SNB, für den sie Geld bezahlen müsste.
      Solche Schuldscheine emittiert die SNB aber nicht, deshalb darf sie auch keine Schulden aus Banknoten-Emission ausweisen, wenn die Bilanz korrekt sein soll.
      Die Schulden, die die SNB unter „Notenumlauf“ ausweist, sind keine Schulden aus Banknotenemission.

      Was es für Schulden sind, habe ich detailliert erklärt.

      Sie schreiben:
      „Er tut das, indem er eine sogenannte imaginäre „Staatsschatzkammer“ ins Spiel bringt, welche quasi der SNB Vermögen überträgt. Auf diese Weise würden aus den Schulden der SNB letztlich Vermögen des Staates ohne Rückforderungsrecht des Banknoteninhabers.“

      Nicht aus den Schulden der SNB wird beim Staat Vermögen, sondern das Vermögen beim Staat entsteht bereits bei Anlieferung der frischen Geldscheine.

      Völlig vergleichbar, wie auch das Staatsvermögen steigt, wenn frische Franken-Stücke von der Swiss-Mint geliefert werden.

      Die Geldscheine werden aber anders gebucht als die Geldstücke (die Metall-Franken), die Geldstücke werden direkt in die Haushaltskasse des Staates gebucht.
      Die Geldscheine hingegen werden separat gebucht, richtig, ich empfehle als „Ort“ die Staatsschatzkammer.

      Es steht jedem frei, es anders zu bezeichnen, aber es ist nun mal unumstößlich, dass das Geld vorhanden ist, wenn Orell Füssli es ausgeliefert hat.
      Vorhandenes Geld, vorhandene Schweizer Franken, müssen auch einen Eigentümer haben. Dieser Eigentümer ist kein anderer als der Staat.
      Der Staat hat nach wie vor das „Geldregal“.

      Sie schreiben:
      „„Hardy“ versucht „krampfhaft“ einen Weg zu finden, wie Banknoten von Fremdkapital zu Eigenkapital ohne Rückforderungsrecht gemacht werden können.
      Aber es gelingt ihm nicht.“

      Völlig unverkrampft und ganz entspannt gebe ich eine Darstellung, die zur Realität passt.
      Niemand kann für Frankenscheine etwas von der SNB fordern, denn es sind keine Schuldscheine der SNB.
      Deshalb können auch die Geschäftsbanken nichts von der SNB fordern.
      Zwischen der SNB und demjenigen, der Franken-Scheine hat, besteht kein Schuldverhältnis.

      Sie schreiben:
      „Er begeht denselben Fehler wie Herr Jordan und die SNB, welche Banknoten als Eigenkapital der SNB ohne Rückforderungsrecht betrachten anstatt als Fremdkapital der SNB mit Rückforderungsrecht gegenüber der SNB.“

      In der Tat begeht Jordan einen Fehler, der Fehler ist, dass er von Banknoten spricht.
      Banknoten sind aber gar nicht im Spiel, es handelt sich um Papiergeld.

      Jordan selbst gibt der Banknote den Todesstoß, indem er sagt: „Wir geben nichts.“
      Eine Banknote ist zweifellos ein Schuldschein der emittierenden Bank, die emittierende Bank muss eine Geldzahlung leisten.
      Einen Schuldschein, für den man nichts bekommt, kann es unmöglich geben.

      Für Geld hingegen braucht niemand etwas zu geben, auch die SNB nicht. Auch dann nicht, wenn das Geld aus Papier ist. Nicht jedes Papier ist auch ein Schuldschein.

      Sie schreiben:
      „Da Banknoten aber Fremdkapital der SNB darstellen, sieht die Rechtslage auch ganz anderes aus, als wenn Banknoten Eigenkapital der SNB wären.“

      Die SNB gibt keine Banknoten aus.

      Sie schreiben:
      „Die rechtliche Folge ist die, dass der Banknoteninhaber ein Rückforderungsrecht gegenüber der SNB hat, was Jordan ja abstreitet (siehe sein Grundlagenreferat). Der Banknoteninhaber hat ein Rückforderungsrecht, weil Banknoten Fremdkapital der SNB sind – nicht Eigenkapital.“

      Es gibt keinen Banknoteninhaber, weil die SNB keine Banknoten ausgibt.
      Deshalb gibt es auch keinerlei „Rückforderungsrecht“.
      Die SNB zahlt Geld aus, wenn sie Geldscheine auszahlt. Niemand kann für dieses Geld etwas fordern, weil es kein „Forderungspapier“ ist.
      Die Geldscheine sind einfach nur Geld, ganz schlichte Franken sind es.

      Jordans Aussage, „Wir geben nichts!“, ist völlig berechtigt, es ist auch berechtigt, dass die SNB Schulden ausweist, wenn sie Geldscheine ausgezahlt hat.
      Nicht berechtigt ist es, dass die SNB diese Schulden unter „Notenumlauf“ ausweist.
      Diese Schulden gehören unter „Schulden beim Staat (Staatsschatzkammer)“ ausgewiesen.

      Dann passt alles ganz vorzüglich, es wird keinerlei „Spezialbuchhaltung“ benötigt, alles ist mit ganz normaler Buchhaltung zu erklären.
      Selbstverständlich wird auch keine „Spezial-Banknote“ benötigt, alles ist mit ganz normalen Geld zu erklären.

      Sie schreiben:
      „Wären Banknoten Eigenkapital der SNB, so hätte der Banknoteninhaber kein Rückforderungsrecht und der reale Wert des hinterlegten Vermögens wäre unbedeutend.“

      Vergessen Sie die Banknoten, die werden schon lange nicht mehr gebraucht.

      Sie schreiben:
      „Da aber Banknoten Fremdkapital der SNB darstellen, hat auch der hinterlegte Vermögenswert der SNB einen substantiellen Wert auf den Wert des Notenbankgeldes.
      Der Wert des Notenbankgeldes nimmt ab bei einem Wertverlust des hinterlegten Vermögens.
      Würde die Notenbankgeldmenge nur aus Banknoten bestehen, so würde der Wert der Banknoten fallen (Inflation). Besteht das Notenbankgeld aber aus Giroguthaben der Banken bei der SNB, so müssen die Banken ihre Positionen bei der SNB wertberichtigen.“

      Inflation betrifft die KAUFKRAFT des Geldes, das ist ein völlig separater Punkt.
      100 Franken sind 100 Franken, was man auf dem Markt dafür bekommt, hat damit erstmal gar nichts zu tun.
      Notenbankgeld im Sinne von Geld gibt es nicht.
      Was es wirklich gibt, ist das hier: Staatspapiergeld.

      Nein, die Geschäftsbanken müssen ihre Giroguthaben nicht wertberichtigen, weil die SNB nach außen nicht zahlungsunfähig in Franken wird.

      Die SNB kann ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Banken jederzeit nachkommen. Die SNB kann jederzeit Staatspapiergeld auszahlen.
      Wenn eine Bank ein Giroguthaben bei der SNB hat, dann hat die Bank, das Recht, sich Geld, Staatspapiergeld, auszahlen zu lassen. Mehr nicht.
      Kein Recht auf Euro, Gold, Silber oder sonst irgendwas.

      Freundliche Grüße!

    • Hallo B Vogt!

      Sie schreiben:
      „… aber nach Aussagen eines SNB Ratsmitglieds welcher gesagt hat man könne einfach Geld drucken um Gold zu kaufen und damit das Eigenkapital wieder in Ordnung zu bringen, sollten jedem der etwas von Buchhaltung versteht hellhörig werden lassen.“

      Wer hat das wann so gesagt?
      Eine Quelle dafür wäre nett, denn die Aussage ist haarsträubend.

      Sie schreiben:
      „Wenn es denn so leicht wäre, dann hätte die Nationalbank Simbabwes vor einigen Jahren ja auch einfach Geld drucken können um Gold zu kaufen.“

      Nein, denn soooo leicht ist es nun mal nicht.
      Zwar kann ein Staat unlimitiert Geld drucken (lassen), und der Zentralbank erlauben, auf dieses Geld zuzugreifen.
      Ein Staat kann aber nicht die KAUFKRAFT des Geldes festlegen.
      Noch immer wird ein Verkäufer benötigt, um etwas zu kaufen. Bei einer unzweckmäßigen Geld-, Wirtschafts- und Finanzpolitik kann die Kaufkraft des Staatspapiergeldes in atemberaubendem Tempo schwinden.
      Da ist Mugabe/Simbabwe genau das richtige Stichwort.

      Sie fragen:
      „… wie schnell hätte die SNB danach Probleme ihre ‚Schulden‘ bei den Geschäftsbanken zu bedienen?“

      Solche Probleme kennt die SNB nicht, die SNB kann berechtigten Zahlungsforderungen der Geschäftsbanken immer nachkommen, die SNB kann immer entsprechendes Staatspapiergeld auszahlen.

      Man kann es auch so ausdrücken:
      Die SNB hat einen Patron/Schirmherrn, der ihre Zahlungsfähigkeit in Franken garantiert.
      Der Staat Schweiz ist dieser Patron.

      Sie als Betriebswirt(in) werden das vielleicht auch aus dem Unternehmensbereich kennen, ein Unternehmen, das einen solchen Schirmherrn vorweisen kann, kann durchaus auch mit negativen Eigenkapital weiter am Markt bleiben.

      So betrachtet, ist es gar keine Besonderheit, dass die SNB auch mit negativen Eigenkapital weiter aktiv bleibt.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      Darf ich Ihnen folgendes erklären?

      Auf der Passivseite jeder Bilanz wird gezeigt, woher das Kapital stammt zum Kauf des Vermögens auf der Aktivseite. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten: Das Kapital stammt entweder
      a) vom Eigentümer oder
      b) von Fremdkapitalgebern.

      Das Konto „Notenumlauf“ zeigt also, ob die SNB ihre Devisen mit Eigenkapital oder mit Fremdkapital gekauft hat.

      Würde es sich um Eigenkapital handeln, wovon die SNB und Herr Jordan ausgehen (Liquidität bzw. Vermögen aus dem Nichts), so hätten Sie und Herr Jordan Recht. Eine Rückgabe von Banknoten gegen SNB-Vermögen wäre nicht möglich.

      Was ich hier aber sage ist, dass Banknoten Fremdkapital der SNB darstellen. Die SNB hat also offene Verpflichtungen. Die Banken haben das Recht, ihr bei der SNB angelegtes Kapital jederzeit zurückzufordern (Giroguthaben sind Verbindlichkeiten auf Sicht, wird auch so in der SNB-Bilanz bilanziert).

      Frage an Sie, Hardy: Was denken Sie: Handelt es sich beim Konto „Notenumlauf „ in der Bilanz der SNB um Eigenkapital oder Fremdkapital der SNB.

      Der Notenumlauf muss entweder Eigen- oder Fremdkapital der SNB sein. Was von beiden es gemäss Ihnen?

      mfG

    • Hallo Herr Dr. Meyer,

      Sie fragen:
      „Frage an Sie, Hardy: Was denken Sie: Handelt es sich beim Konto „Notenumlauf „ in der Bilanz der SNB um Eigenkapital oder Fremdkapital der SNB.“

      Unter Notenumlauf weist die SNB selbstverständlich Fremdkapital aus. Das habe ich nun wirklich dutzendfach auf IP geschrieben.

      Die Bezeichnung „Notenumlauf“ ist aber falsch, weil die SNB gar keine Banknoten auszahlt. Die SNB zahlt Papierfranken aus.

      Beispiel:
      Bei mir im Keller lagert ein Koffer mit tausend Franken.
      Ich kaufe von Ihnen Gold für hundert Franken. Im ersten Schritt schreibe ich Ihnen den Betrag auf einem Konto gut, das gibt für mich diese Bilanz:

      Aktiva: Gold 100
      Passiva: Schulden bei Dr. Meyer 100

      Nun verlangen Sie die 100 Franken von mir, ich gehe in den Keller und entnehme dem Koffer 100 Franken. Diese 100 Franken gebe ich Ihnen.

      Nun habe ich folgende Bilanz:

      Aktiva: Gold 100
      Passiva: Schulden bei meinem Vater 100

      Überrascht? Oh ja, ich vergaß, oben zu erwähnen, dass der Koffer zwar in meinem Keller lagert, er aber nicht mir gehört, sondern meinem Vater.

      Tun Sie mir einen Gefallen, sehr geehrter Herr Dr. Meyer, und machen Sie aus diesem Vorgang nicht wieder einen Diebstahl, wie Sie es hier auf IP schon einmal taten.
      Mein Vater hat mir den Zugriff auf seinen Koffer gestattet, es handelt sich also nicht um einen Diebstahl. Es handelt sich um einen Kreditvorgang.
      Durch Zugriff auf den Koffer meines Vaters habe ich einen Kredit in Höhe von hundert Franken bei meinem Vater aufgenommen, dementsprechend weise ich nun in meiner Bilanz Schulden bei meinem Vater aus.

      So, völlig vergleichbar läuft es bei einer Zentralbank, also auch bei der SNB.

      Die SNB kauft für eine Milliarde Franken Gold und schreibt den Kaufpreis auf einem Girokonto einer Geschäftsbank gut, das führt zu dieser Bilanz:

      SNB-Bilanz (in Milliarden Franken)
      Aktiva: Gold 1
      Passiva: Giroverbindlichkeiten bei Geschäftsbank 1

      Nun verlangt die Geschäftsbank die Auszahlung, die SNB zahlt die Franken aus und hat nun folgende Bilanz

      Aktiva: Gold 1
      Passiva: Schulden beim Staat 1

      Die SNB hat Staatspapiergeld ausgezahlt, Staatspapiergeld, welches ihr nicht gehört.
      Durch die Auszahlung entsteht das Schuldverhältnis zwischen Staat und SNB, völlig vergleichbar dem obigen Beispiel, wo durch die Auszahlung durch mich das Schuldverhältnis zwischen meinem Vater und mir entstand.

      Die Schulden, die die SNB in der realen Bilanz unter „Notenumlauf“ ausweist, sind in Wahrheit Schulden beim Staat.

      Wie Sie meiner Darstellung entnehmen können, ist es völlig ausgeschlossen, dass jemand mit Papierfranken etwas von der SNB fordert.
      Es besteht eben kein Schuldverhältnis zwischen dem, der das Papiergeld hat und der SNB.

      SNB-Chef: „Wir geben nichts!“

      Recht hat er, der SNB-Chef, bei dem, der die Papierfranken hat, hat die SNB ja auch gar keine Schulden.

      Die SNB schuldet die Rückzahlung des Papiergeldes an den Staat.
      Der Staat ist der einzige, der der SNB „gefährlich“ werden kann, nur der Staat könnte die SNB zum Konkursrichter zwingen.

      Freundliche Grüße!

  10. Aktuelle schriftenreihe der vontobel-stiftung „schulden“ ist sehr zu empfehlen
    (Auch aeltere ausgabe „geldsozialismus“)

    Das ganze sogar gratis !

  11. @Herr Dr. Meyer,

    Die Festung ist bald sturmgeschossen. In der nächsten Krise dürfte sie fallen. Politisch ist jede Krise hochwillkommen um das Volk weiter zu entmachten.
    Es muss jetzt sein, es geht nicht mehr anders! Ausserordentliche Zeiten verlange ausserordentliche Massnahmen, etc.

  12. @havenstein

    Danke.

    Nein. Ich denke nach wie vor, das Schweizervolk will den Euro nicht einführen. Die Schweizerische Nationalbank arbeitet gegen das eigene Volk.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • @havenstein

      Bitte lassen Sie mich präzisieren.

      Ich denke nicht, dass die SNB absichtlich gegen das eigene Volk arbeitet. Es ist m.E. vielmehr so, dass sich die SNB offenbar der grossen Gefahr nicht bewusst ist, welche die über 500 Milliarden Devisenanlagen in sich bergen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Herr Dr. Meyer,

      Sie haben recht.

      Aber ich denke wenn jemandem das Risiko bewusst ist, dann der SNB. Ansonsten habe ich noch selten eine Diskussion gesehen wo man sich so einig war. Ein starker Franken ist das Schlimmste was es gibt für ein Land.
      (Deswegen sind ja historisch alle Länder mit Schwachwährungen mit Wohlstand gesegnet…)
      Das Volk wünscht ausdrücklich dass die SNB gegen das Volk arbeitet.
      Wenn sie ne Volksabstimmung machen würden, ob die SNB den CHF abwerten soll, ginge diese Abstimmung in die Geschichte ein mit dem grössten Anteil der Ja-Stimmen.
      „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“ Henry Ford

    • @havenstein

      Danke.

      Das sehe ich anders:

      Eine starke Nachfrage nach Schweizer Gütern führt zu einer starken Nachfrage nach Franken und damit zu einem starken Franken. Alle wollen eine starke Nachfrage nach Schweizergütern.

      Der Mindestkurs war bei dessen Einführung nur deshalb so populär, weil die Nationalbank die Öffentlichkeit falsch informierte. Sie behauptete, sie könne „unbeschränkt“ Euros kaufen.

      Hätte die SNB korrekt informiert, nämlich dass sie alle Euros mit Schulden kauft und dass die Steuerzahler für die Schulden der SNB werden aufkommen müssen, wäre das Volk gegen Stützungskäufe gewesen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  13. @ Herrn Dr. Ott,

    Es ist schwierig Ihnen zu widersprechen. Ausser dass es nix „professionell zu bewirtschaften“ gibt. Es gibt nur halten, verkaufen oder mehr kaufen, mit den bekannten Folgen.

    Leider sind Sie, Herr Dr. Meyer (und ich) allzu romantisch bezüglich dem Unabhängigkeitswillen des CH-Volk. Die Schweizer sind schon lange dem süssen Gift des Sozialismus, Alchemie und Staatsfürsorge erlegen. Ausser der Farbe des Passes haben wir als Volk absolut rein gar nichts mehr gemeinsam mit unseren Vorfahren. Es arbeiten wohl auch mehr als 50% der Schweizer beim Staat und zugewandten (subventionierten) Orten (Banken, Versicherungen, Consulting, Legal, Landwirtschaft, Sozialwesen, etc etc.)
    Natürlich alle mit hervorragenden Ausbildungen.
    Etwas ist mir an allen Orten der Welt wo ich war aufgefallen; Die Höhe der Staatsquote scheint 1:1 zu korrelieren mit der „Qualität der Ausbildung“, sprich „Akademikerquote“. (Was man nun alles als Akademiker bezeichnet wäre ne andere Diskussion…)

    Man konnte ja in der Schweiz immer abstimmen (und wählen).
    Staatsverträge vors Volk. Sie müssen sich das mal vorstellen. Man kann ja dafür oder gegen ein Staatsvertrag sein. Aber ein Volk das zum vornherein lieber gar nicht selbst darüber entscheiden will, sondern es präventiv an diese Wesen im Bundeshaus delegiert?
    Mit der Unabhängigkeit ist es eben so ne Sache. Man bekommt sie nicht geschenkt, sondern sie wird erkämpft mit Blut und Schweiss. Erst wenn sie weg ist, weiss man was sie bedeutete. (Unsere Vorfahren würden sich im Grab umdrehen.)

  14. @Trader

    Danke für Ihren Beitrag.

    Immer wieder kommen Sie mit der Argumentation:

    „…was herr jordan in der vergangenheit gesagt haben soll, resp. Was sie interpretieren…“

    Ihre Hauptmotivation besteht offensichtlich darin, die SNB und ihren Chef immer wieder „reinzuwaschen“. Sie möchten das Bild wiederherstellen, wonach die SNB und deren Chef unfehlbar seien.

    Ich kann nur wiederholen, was Herr Jordan gesagt hat: Er hat vielmals behauptet, die SNB könne „Liquidität aus dem Nichts“ und damit Vermögen bzw. Eigenkapital aus dem Nichts schaffen.

    Damit könne die SNB negatives Eigenkapital wieder aufbauen.

    Sie, die SNB und Herr Jordan sollten endlich zu dem stehen, was Herr Jordan gesagt hat. Die SNB muss sich nicht wundern, wenn sie jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat.

    Basierend auf dieser Fehlargumentation hat die SNB den Mindestkurs eingeführt. Es geht also nicht nur um das, was die SNB sagt, sondern vor allem um das was sie tut und wie sie ihr Tun begründet.

    Mit der Begründung, die SNB könne den Franken unbeschränkt schwächen, weil sie unbeschränkt Franken drucken könne hat sie den Mindestkurs eingeführt und ist gescheitert.

    Dass die SNB sich und die Schweiz in eine missliche Lage gebracht hat mit ihren masslosen Devisenreserven ist klar. Da muss sie jetzt wieder herausfinden.

    Ihr Fatalismus hilft uns da nicht weiter.

    Sie bieten – genauso wie die SNB – keine Alternative:

    Einerseits hoffen Sie, wie die SNB auch, dass der Franken schwach wird. Deshalb die Mantra artige Behauptung von Herrn Jordan, der Franken sei überbewertet. Das haben Jordan und Hildebrand schon bei 1.45 behauptet.

    Die Fehlbeurteilung der SNB bezüglich des Frankens basiert auf dem illusorischen Big-Mac-Index. Eine Währung ist nicht überbewertet, wenn die Preise hoch sind, sondern wenn sie tief sind. Ich habe diese Zusammenhänge detailliert aufgezeigt im Beitrag „Die SNB und ihr Big Mac Irrglaube“.

    Die Chance, dass der Franken markant einbricht ist minim – insbesondere dann, wenn unsere Exporte solche Überschüsse aufweisen, wie das heute der Fall ist.

    Was ist also Ihre Alternative?

    Sie sagen, die SNB dürfe ihr Devisenportefeuille nicht abbauen, weil sonst der Franken erst recht steigt.

    Wenn aber der Franken langfristig weitersteigt, wie das in den vergangenen Jahrzehnten gegenüber allen Währungen der Fall war, so wird das Eigenkapital der SNB früher oder später aber dennoch negativ. Devisenverkäufe werden dann immer gefährlich, je länger die SNB zuwartet. Früher oder später muss sie aber verkaufen.

    Dass dann die Kreditgeber der SNB bei negativem Eigenkapital Konkurs gehen können streitet Herr Jordan ab und sie scheint es nicht zu interessieren.

    Ihr „Lösung“ bleibt dann die Einführung des Euro in der Schweiz. Aber genau das wollen die Schweizerinnen und Schweizer nicht.

    Die SNB sollte endlich dazu stehen, dass das Festhalten an den Devisenbeständen dazu führen kann dass die Schweiz den Euro einführen muss, wenn die Steuerzahler die SNB nicht rekapitalisieren können.

    Aber genau das wollen wir nicht!

    Ich wiederhole: Die Schweizerinnen und Schweizer wollen nicht den Euro. Deshalb wehre ich mich hier gegen die Geldpolitik der SNB, welche langfristig die Einführung des Euro zu Folge hat.

    Die SNB muss jetzt endlich in den sauren Apfel beissen und ihre Fehlinvestition als solche erkennen und abstossen. Nochmals: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Es wird nicht besser, wenn die SNB gegen den Markt spielt.

    Mit Ihrer autoritätsgläubigen Haltung gegenüber der SNB und Herrn Jordan, wonach diese immer Recht behalten, kann ich nichts – gar nichts – anfangen.

    Wenn die SNB-Führung jetzt nicht bald bereit ist, ihre Euros und Dollars abzustossen, so soll sie jetzt sofort zurücktreten – im Interesse der Schweiz.

    Ich habe der SNB schon seit Dollar 1.80 geraten, ihre riskanten und volkswirtschaftlichen Auslandinvestitionen zu reduzieren. Aber die SNB betrachtet sich ja als unfehlbar. Dieses Gebilde passt nicht in unsere Demokratie.

    Und übrigens: Was haben die 500 Milliarden Devisenkäufe der SNB gebracht? Sie haben zu einer „Euro-Schanz geführt, die der Industrie nichts genützt hat. Langfristig kann keine Notenbank ihre Währung gegen den Markttrend bewegen. Auch die SNB nicht. Das müssten Sie wissen.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      Mit allem gebührenden Respekt: Sie sind ein Dampfplauderer.

      Ihre Argumente werden nicht besser, indem sie diese zum 100ersten mal auf dieser Seite veröffentlichen. Im Gegenteil, es ist langweilig. Vor allem, da Sie keinerlei Wille oder Fähigkeit zeigen, auf die Gegenargumente Ihrer Leser einzugehen.

      Die Aussagen, die Sie Herrn Jordan unterstellen hat er in dieser Form nie gemacht und wird sie auch nicht machen, da sie jeder Sinnhaftigkeit entbehren (Zitat Meyer über Jordan: „Die SNB kann Eigenkapital aus dem Nichts schaffen“ – Schwachsinn, das ist Ihre Interpretation dessen was Herr Jordan tatsächlich gesagt hat, und sie ist nachweislich falsch).

      Schade für Sie, Herr Dr. Meyer, dass jeder sehr einfach nachprüfen kann, was Herr Prof. Dr. Jordan wirklich gesagt hat.

      Deshalb sei nochmals die sehr lesenswerte und detaillierte Grundsatzrede von Herrn Jordan zur Lektüre empfohlen, „Braucht die Schweizerischen Nationalbank Eigenkapital?“ (http://www.snb.ch/de/mmr/speeches/id/ref_20110928_tjn).

      Freundliche Grüsse
      Escher

  15. Ich würde behaupten, wir haben immer noch einen peg, jetzt eben bei rd. 1,05 – alles darüber Marktkräfte, alles darunter SNB.

    Womit der Euro de facto in der Schweiz eingeführt wäre. Glückwunsch an diejenigen, die das von langer Hand vorbereitet hatten. Wobei der „Dank“ des Volkes ja noch aussteht; warten wir den mal noch ab..

    Und liegt der dann hinter uns, sollte es gar keinen peg mehr geben, nie mehr. Weil noch nie einer in der Geschichte gehalten hat, sondern immer nur ein Volk viel Geld kostete, während ein paar wenige profitierten.

    Die künftige SNB sollte dann zurechtgestutzt werden auf die paar ursprünglichen Aufgaben einer Zentralbank als Bank der Banken, was ja gerade bei Börsenpaniken wie im Moment wichtig ist. Und als Staatsbank kann sich jedes andere Institut bewerben, usw.

    Also Finger weg von der „Politik“, und damit von der Währung. Und vom Geld drucken sowieso – die Aufgabe landet dann wieder beim Staat, sprich ohne die heutige, idiotische Zinszahlung, indem Staatsanleihen gegen Währungsausgabe bei der Zentralbank landen.

    So simpel könnte (und wird dereinst) Geld- und Währungswesen organisiert werden. Vor allem, wenn dann das Bargeld dereinst abgeschafft ist. Und die SNB den Kantonen noch ein paar mehr Verluste beschert haben wird.
    Kommt alles noch in diesem Theater, keine Bange..

    • Lieber Herr Dr. Ott

      Danke für Ihren Beitrag.

      Ich denke nicht, dass die Euro-Einführung von langer Hand vorbereitet ist.

      Ich denke, der Mindestkurs und das heutige Resultat von über 500 Milliarden Devisenbeständen ist nichts anderes als Dummheit.

      Die Nationalbank meinte allen Ernstes, sie habe keine Limiten, den Franken zu schwächen, weil sie unbeschränkt Franken drucken könne.

      (siehe Doktorvater von Prof. Jordan: Prof. Baltensperger NZZ „Die SNB hat keine Limiten, wenn sie den Franken schwächen will“).

      http://www.nzz.ch/die-nationalbank-hat-keine-limiten-wenn-sie-den-franken-schwaechen-will-1.11899445

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      Let’s agree to disagree in diesem Punkte :))

      Ich bleibe bei meiner Meinung: Weder an der Spitze von Zentralbanken noch zB von Investmentbanken (noch von Regierungen etc.) stehen dumme Menschen.

      Klar, dass denen wie jedem Fehler unterlaufen.

      Aber nicht dermassen umfangreiche (da mal 50 Mrd. unrealisierte Löcher, dort mal gleich Hunderte Milliarden..) und das auch noch anhaltend (unser Frankenpeg an diese fehlkonstruierte Währung ist bei Lichte betrachtet jetzt wohl seit 5-7 Jahren aktiv) bzw. wiederholt (etwa die neuen Höchststände an Anleihen-Derivatewetten, obwohl gar schon der alte Greenspan vor einer Blase gewarnt hat..).

      Nein, die wissen mE schon ganz genau, was sie tun. Und das ist auch gut so, weil man sie so dann eines Tages auch schön zur Rechenschaft ziehen kann.

    • @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

      Lieber Herr Ott

      Es geht also um die Streitfrage, ob die SNB als böser Absicht oder aus Dummheit hunderte Milliarden Devisen gekauft und damit die Schweiz in eine grosse Gefahr gebracht hat.

      Die Argumentation: Die SNB könne „Liquide Mittel“ bzw. Vermögen aus dem nichts schöpfen bzw. Eigenkapital aus dem Nichts schöpfen ist m.E. nur Dummheit.

      Wer das sagt, der verwechselt Eigenkapital und Fremdkapital.

      Wollte jemand absichtlich das Volk täuschen, so würde er nicht solch plumpe Irrtümer verbreiten.

      Mit freundlichen Grüsse

      Marc Meyer

  16. Das ist eben das Problem an zu grossen Positionen, man kann sie nicht mehr verkaufen.
    Im Falle der SNB wird sie wohl oder übel wieder nen Peg einführen, ob offiziell oder nicht. (Halt nicht nur an den Euro, sondern an nen Basket. Dann kann man das Portfolio noch diversifizieren in andere gloriose Währungen von solide geführten Staaten wie Yen und co.
    Man kann dann von Diversifizierung der Devisenreserven etc reden.)
    (Ist ziemlich 1:1 zu vergleichen wie wenn man 1921 den CHF an die Reichsmark gebunden hätte.)
    Jedenfalls steigt dann der CHF nicht mehr.

    Sollten Aktien sinken wird man evtl. auch noch Alleinaktionär bei Apple? Zumindest ne Naturaldividende in Form eines gratis Smartphone für die CH-Bevölkerung sollte man dann schon verlangen…

  17. Sehr geehrter herr dr. Meyer

    Ich habe nicht geschrieben, ob es sinnvoll ist oder nicht 500 mia devisenbestaende zu haben.
    Die aussage ist einzig, dass diese vorhanden sind und es nichts bringt die ganze zeigt hinzuweisen, was herr jordan in der vergangenheit gesagt haben soll, resp. Was sie interpretieren. Fakt ist die 500 mia devisenbestaende sind in der zukunft noch vorhanden und einzig um das geht es.

    Sie behaupten, dass die snb mit ihren devisenkaeufen den markt nicht bewegt habe.
    Diese aussage ist ja voellig falsch und voellig an der (markt) realitaet vorbei.
    Immerhin hat die snb den eurchf mit ihren devisenkaeufen so stark bewegt, dass der kurs bei 1.20 blieb anstatt bei 1.00….
    Nochmals wuerde die snb heute versuchen 1 milliarde eurchf zu verkaufen und der markt realisiert dies haette es in der tendenz aehnliche folgen wie am 15.1.2015, naemlich dass eurchf (und usdchf) massiv an wert verlieren wuerden und ev. bei 0.90/0.95 boden finden koennte dann haette die snb taetsaechlich negatives eigenkapital, denn es gaebe keine kaeufer fuer eurchf und andere marktteilehmer wuerden versuchen der snb zuvorkommen und leerverkaufe in gigantischem ausmass taetigen wollen. Die snb waere, in der fachsprache „cornered“. Also in die ecke getrieben.
    Was man alles in der theorie besser machen wuerde als die snb ist einfach geschrieben. Im markt umsetzen etwas anderes.
    Mit freundlichen gruessen

    • @ Trader

      Ich teile Ihre Meinung zur Bilanz der SNB, jedoch überhaupt nicht, was Ihre „Politik der ruhigen Hand“ betrifft.

      In der Tat, die Bilanz der SNB kann u. darf nicht mehr reduziert werden, ansonsten wir im Inland einen Deflationschock erleiden und in den Carry-Trade-Ländern eine mittlere Katastrophe auslösen werden. Sprich, als Volk sind wir bereits „gecornered“.

      Also müssen die 500 Mrd Anlagen bewirtschaftet werden – und zwar professionell.

      Und da bin ich wieder bei Dr. Meyer: Weder Politiker noch hochakademisierte Volkswirtschaftler gehören ins Management einer Zentralbank, sondern FX-Trader wie Sie.

      Also würde ich vorschlagen, schlicht die sogenannte ‚Unabhängigkeit‘ zu beenden, als Staat diese Bank zu übernehmen, aber anschliessend alle (Ex-)Politiker und Reinstraumakademiker schlicht ‚rauszuwerfen.

      Und zwar infolge Totalversagens im Trading. So wie bei allen „Whale“-Skandalen bisher auch. Selbst wenn in unserem speziellen Fall die Politik dahinter stand.

      Besser, man korrigiert einen Fehler rechtzeitig als ihn ständig stur zu wiederholen. Und mE auch besser, wir würde das heute und in professioneller Manier machen als wenn denn dann in Bälde der Volkszorn über die Kameraden hereinbrechen wird.

      Weil, wie Dr. Meyer zu Recht als Mantra betont, dank der bisher grandios missratenen Währungs- bzw. Anlagepolitik entweder die Gläubiger der SNB, sprich unsere Banken und damit indirekt wir Sparer ruiniert werden.

      Und/oder aber unsere Steuern / Staatsschulden ins Unermessliche steigen, um die SNB wieder zu rekapitalisieren – um eben die Banken vor dem Ruin zu retten. Wann ?! Voraussichtlich 2017/18.

      Wie auch immer, in keinem Szenario dürfte es mE hierzulande noch lustig werden..

  18. Sehr geehrter herr dr. Meyer

    In ihrem kommentar vom 24.8.2015 schreiben sie, dass die snb bald negatives eigenkapital haben wird wenn sie ihre devisenbestaende nicht bald abstoesst.

    Lassen wir mal ihre interpretationen ob herr jordan gesagt hat, oder eben auch nicht, dass die snb nicht konkurs gehen koenne. Dies beschaeftigt sie zu lange bringt aber nichts. Auch wenn herr jordan glauben wuerde die snb koenne konkurs gehen falls er die devisenbeataende nicht abbaut kann er nichts tun.

    Vision: nehmen wir an, dass sie den job von herrn jordan (der einen sehr guten job macht uebrigens) uebernehmen.
    Wie genau wuerden sie nun die devisenbestaende abbauen wollen? Eurchf im markt verkaufen? Eurusd verkaufen und gleichzeitig usdchf verkaufen was ebenfalls einem eurchf verkauf gleichkommt?
    Wie wuerde wohl der markt reagieren? Es gaebe keine geldkurse oder nur massiv tiefer. Die maerkte sind doch total illiquide, denn die banken nehmen doch keine risiken (oder nur geringe) in ihre eigenen buecher (regulationen lassen gruessen) und handeln alles durch. Das heisst verkaeufe der snb im ausmass der bestaende koennten nicht vom markt absorbiert werden.
    Also dies geht nicht.
    Ueber die zeit abbauen? Geht auch nicht. Wuerden die bestaende schleichend abgebaut wuerde der markt mit der zeit die sinkenden devisenbestaende aus den snb reports erkennen und massive leerverkaeufe des marktes wuerden starten.
    Also geht dies auch nicht.
    Wir werden uns somit abfinden, dass sie herr dr. Meyer, als theoretischer snb praesident, die devisenbestaende halten muessen, bis der chf sich abschwaecht oder fuer immer oder bis die schweiz der eurozone unddemeuro beitretten wird, was ja schleichend ueber die loehne geschehen wird.
    Am besten aber ist, man laesst Die snb ihre arbeit in ruhe machen, denn zwischen was man theoretisch alles machen sollte und was man machen kann ist ein riesenunterschied.
    Mit besten gruessen

    • @Trader

      Wau ! Jetzt sind wir sowas von schlauer geworden…….Es geht doch einfach darum, dass nicht irgendwelche Fritzen Monopoly spielen, unter Einsatz unseres Volksvermögens. Und sie haben nun das Gefühl, man sollte – wie sie`s nennen – jene Leute ruhig ihre Arbeit verrichten lassen ?

    • @Trader

      Punkto Analyse können Sie nicht gegenhalten und jetzt versuchen Sie es auf die „saloppe“ Art („wir werden uns abfinden“)

      Nein Trader. So nicht.

      Bitte versuchen Sie nicht, wieder das zu vertuschen, was SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan klipp und klar gesagt hat. Er hat wiederholt behauptet, die SNB könne nicht Konkurs gehen. Hat er.

      Jordan hat nicht ein einziges Mal darauf hingewiesen, dass die Steuerzahler die SNB werden rekapitalisieren müssen. Sollte er.

      Aus Ihrem Votum geht klar hervor, in welch missliche Lage die SNB sich und uns – die Schweiz – manövriert hat.

      Der Kauf von fast 500 Milliarden Devisen hat weder den Dollar noch den Euro massgeblich bewegt. Genauso werden die Verkäufe dieser Devisen die Devisenmärkte mit einem vielfach grösseren Volumen auch nicht bewegen.

      Dass die Märkte die offenen Positionen der SNB kennen, hat sich die SNB selber eingebrockt. Es ist höchste Zeit, dass das SNB-Direktorium samt SNB-Bankrat zurücktreten und den Weg frei geben für eine neue, massvolle Geldpolitik mit einer korrekten geldtheoretischen Grundlage (nicht basierend auf „Ammenmärchen“).

      Die masslosen Devisenbestände der SNB machen keinen Sinn. Die SNB unterstützt mit ihren Auslandinvestitionen nur die direkte Konkurrenz der Schweizer Exporteure. Zudem bergen sie ein gewaltiges Kursverlustrisiko plus Schuldnerrisiko.

      Die SNB arbeitet seit Jahrzehnten in aller Ruhe – wird von niemandem gestört. Niemand überwacht die SNB. Resultat: Die Eigenkapitalquote der SNB ist von über 60 Prozent auf unter 5 Prozent gefallen.

      Das ist dramatisch.

      Dass bei negativem Eigenkapital der SNB die Gläubiger der SNB (Banken, Versicherungen, Krankenkassen, Pensionskassen usw.) anstelle der SNB Konkurs gehen könnten verschweigen oder übersehen Sie.

      Da Sie sich Trader nennen, sind Sie möglicherweise ein Arbeitnehmer einer solchen Unternehmung. Auch Ihre Stelle ist somit in Gefahr – wegen der Misswirtschaft unserer Nationalbank.

      Nein. Die SNB darf man nicht gewähren lassen. Sie stürzt unsere Volkswirtschaft noch ins Verderben.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  19. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    angesichts der von Ihnen untersuchten spekulativen Aufkäufe von Devisen und equities der SNB zur Schwächung des SFr. stellt sich nun die Frage, ob tatsächlich eine Unterschreitung des Eigenkapitals (zunächst einmal rein rechnerisch) in den nächsten Tagen Realität werden kann.
    Allein bei der Position der apple-Aktien errechnet sich aus der Differenz der Ankaufkurse im 2. Quartal zum momentanen Stand ein Kursverlust von 25%. Unterstellt man die ganze asset-Klasse notiert im Dow Jones Index, sind das allein Milliardenverluste.
    Kommen die Devisenschwergewichte USD und EUR gegenüber dem SFr. nur um weitere 4%-6% zurück, und das lässt sich aufgrund der massiv intensivierten China-Krise wohl kaum verhindern, so sind die einstmals verbliebenen 35 Mrd. EK aufgebraucht.
    Schiessen die Kantonalbanken dann Ihr Eigenkapital ein oder befürchten Sie zeitweise haircuts der Kundeneinlagen bei hohen Cash-Beständen ?
    Man will ja keinen Teufel an die Wand malen, aber China ist heute morgen kurz vor 5 Uhr tatsächlich 7,5% im Minus.
    Die Futures schiessen nach unten, da bleibt nichts verschont, außer eben – dem Schweizer Franken – q.e.d.
    Ihr deutscher Kollege
    aus dem schönen Thurgau

    • @Deutscher in der Schweiz

      Guten Morgen. Danke für Ihren Beitrag.

      Sie sind ja ein Frühaufsteher! (Kommentar um 0453!)

      Kann aus Zeitgründen nur ganz kurz antworten:

      Sie haben Recht: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Schweizerfranken wieder als „save haven“ verstärkt gesucht wird angesichts des Kurseinbruchs heute Morgen in China ist hoch.

      Wie auch immer: Wenn die SNB ihr massloses und unnötiges Devisenportefeuille nicht bald abstösst, droht möglicherweise schon bald die Gefahr von negativem Eigenkapital der SNB – aber die SNB bagatellisiert und verdrängt diese Gefahr mit der lapidaren Behauptung, sie könne „Liquidität aus dem Nichts“ d.h. „Eigenkaptial aus dem Nichts“ schaffen.

      Der Mindestkurs war immer eine Fehlkonstruktion. Sogar die „Rückstände“ des Mindestkurses bilden eine Gefahr für die Schweiz.

      Erstens: Da ist das gewaltige Kursrisiko.

      Zweitens: Da sind die gewaltigen, zusätzlichen Schuldnerrisiken (u.a. auch Aktienkurse).

      Drittens: Mit ihren Auslandinvestitionen kurbelt die SNB die direkte Konkurrenz der Schweiz an anstatt den heimischen Werkplatz.

      Dass das Eigenkapital der SNB negativ wird ist sicher – so sicher wie das „Amen in der Kirche“. Es ist nur eine Frage der Zeit.

      Und was die SNB halt leider immer noch nicht begriffen hat, ist, dass dann ihre Gläubiger (Schweizer Banken, Pensionkassen, Krankenkassen usw.) Werberichtigungen werden vornehmen müssen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  20. Verehrte Leserinnen und Leser

    Leider bestehen immer noch viele Missverständnisse in der Geldtheorie. Das zeigen diverse Kommentare hier in meiner Abwesenheit.

    Oft wird von Kommentatoren behauptet, die SNB könne einfach Geld drucken und auf der Aktivseite ihrer Bilanz einbuchen. Auf der Passivseite entstünde dann entsprechend Eigenkapital.

    Das stimmt nicht. Der Irrtum liegt darin, dass Notenbankgeld eben nicht auf der Aktiv- sondern auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht wird (umgekehrt zum Inhaber einer Banknote).

    Notenbankgeld ist somit Fremdkapital der SNB. Das Kapital zum Kauf von Devisen auf der Aktivseite der SNB-Bilanz stammt nicht von der SNB selber, sondern von Fremdkapitalgebern (Geschäftsbanken). Das hat weitreichende rechtliche Konsequenzen: Z.B. dass die Kreditgeber von der SNB die Rückzahlung ihrer Kredite fordern dürfen.

    Soll das Fremdkapital der SNB auf der Passivseite der SNB-Bilanz reduziert werden, so muss die Aktivseite der SNB gleichviel verkürzt werden. D.h. die SNB muss bei einer Verringerung der Notenbankgeldmenge Vermögenwerte liefern.

    Da können „Hardy der Student“ und Thomas Jordan in seinem „Grundsatzreferat“ lange das Gegenteil behaupten. Sie irren sich.

    Kann die SNB nicht genügend Vermögenswerte liefern, weil deren Wert zu stark gefallen ist, so ist die SNB Konkurs.

    Unglaublich, welches Durcheinander in der Geldtheorie herrscht.

    Aber wenn Notenbank und Bundesrat Notenbankgeld irreführend als „Liquidität“ bzw. als „liquides Vermögen“ der SNB bezeichnen, so muss man nicht erstaunt sein, wenn ein solch gewaltiges Durcheinander entsteht, wie das die Kommentare hier zeigen.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  21. Anstatt in den Euro zu investieren…
    Na ja, ich sage mal, die SNB hätte lieber in die Ölquellen investieren sollen, denn ab jetzt wächst wieder das schwarze Gold von US$ 48.9 der Barrel auf US$ 115.– der Barrel. Innerhalb der nächsten 4 Monaten wird die Saudische Wüstenkönige Oase ihre OPEC Produktion auf 20Milln. Barrel/day reduzieren müssen.
    Die BIP Verluste drohen auf mehr als 19.6% ins Minus zu rutschen in diesem Jahr. Die übermässige Oil-Produktion mit 31. Milln. Barrel/day innerhalb der OPEC Gruppe hat der weltweiten Rohstoffe, Verarbeitungs-und Herstellungsindustrie geschadet und zwar so stark, dass die IMF Chefin Madam Lagarde musste eingreifen in die Goldenpaläste der Wüstenkönige mit dem kategorischen Vorschlag die Saudische Öl-Industrie per sofort zu restrukturieren, zu diversifizieren und nicht mehr von Ölverkäufen zu leben – wie bis anhin.
    Dass man von diesen Wüstenherren irgendwelche Taten in Richtung und im Sinne der Nächstenliebe zu erwarten hätte, ist wohl fehl am Platz, aber sie sehen ja selber, dass so wie bis anhin können sie mit der ganzen Welt nicht mehr umgehen. Es kam einiges am schwarzen Gold für die westliche Industrie rüber, bei Überproduktion leidet nun die ganze Welt.
    US$ 100.- bis US$ 115.– ist der Preis bei dem alle sich zufrieden geben können. Die Russen haben stoisch ihre Rolle des schwarzen Peters überstanden und auch die EU verstanden hat, dass mit Primat der Politik nichts zu bewältigen gibt, höchstens der Untergang der Wirtschaft weltweit. Darum setze ich doch noch eher auf die Vernunft der Wirtschaft als auf die Schüsse der Politik in den USA und in der EU – meist in die eigenen Beine.
    Ob man die SNB so schnell, schnell verdammen solle, weiss ich nicht. Sicher ist aber, dass es immer besser ist, wenn die Politik sich in die wirtschaftliche Angelegenheiten nicht zu stark einmischt. Die Sanktionen an Russland haben der EU, den USA schwere Schaden zugefügt, wirtschaftlicher Natur.
    Auch zu viel Öl hat dazu beigetragen. Obama hat Russland gar mit Ebola verglichen. Man habe Russland an allem Desaster noch für schuldig erklärt und bis gestern noch im SRF brutal gebascht. Was ist denn mit Saudi Arabien, Herr Göttli? Die Bude des Herrn Glasenbergs Iwan in Zug habe innerhalb der 6 Monaten 2015 mehr als 65% an Rohstoffe verloren – an den Preisen, auch auf diesem Gebiet sind die Konsequenzen der Russlands Basching brutal und ersichtlich. Auch China habe Milliarden einbüssen müssen. Will man weiter so?
    Der Pentagon sagte vor 12 Tagen, dass sie den Krieg gegen das Russland niemals riskieren würden, weil schon jetzt klar ist, dass die Russen nicht nur ihre Rüstung Industrie in den letzten 10 Jahren so schnell auf die Beine stellten, sondern ihre Armee Ausrüstung, ihre Luftwaffe, ihre Marine moderner sei als die der US Armee, die schon offensichtlich in die Jahre gekommen ist, archaisch geworden und dass die USA gar keine Möglichkeit sehe gegen Russland in der Feindschaft funktionieren zu wollen. Konkurrieren und kooperieren ist die einzige Lösung, aber definitiv keinen Krieg gegen das Russland.
    Das Primat der Politik ist doch noch vorbei. Die Politik isst auch nur noch die Brötchen, die die Wirtschaft gebacken habe.

  22. nicht die SNB hat eine unlimitierte Kreditlimite beim Bund, sondern der Bund hat eine unlimitierte Kreditlimite bei der SNB.
    Die Staatsanleihen sind immer die nominell risikolosen Papiere eines Landes. Sie sind immer belehnungsfähig.
    Die SNB wird immer Staatsanleihen als collateral für Kredit akzeptieren. (Bund kann Schulden aufnehmen welche die SNB via Offenmarktpolitik mit neugeschöpftem Geld kauft.)
    Je stärker die Bilanz ausweitet desto mehr Geld wird geschöpft. Das wird erst enden mit dem nicht mehr akzeptieren dieses Geldes als Bezahlung für Arbeit oder Güter. (Die Regierung und co. wird das nie stoppen, da jeder Politiker immer mehr ausgibt als er einnimmt. Ein Politiker der das nicht tut, wird niemals gewählt.

    Die Akzeptierung dieses Staatsgeldes als Zahlungsmittel kann man jedoch nur im Inland durchsetzen. (Oder militärisch auch im Ausland ala USA, Stichwort Kissinger’s Petrodollar. Bei der Schweizer Armee bin ich da skeptisch…)

    Ein Ausländer wird jedoch irgendwann das Zahlungsmittel nicht mehr akzeptieren, bzw. verlangt in dem Ausmass in dem das Zahlungsmittel sich vermehrt immer mehr davon.

    As usual, this thime is ver different, the world is more modern, etc.
    Obwohl es sich niemand vorstellen kann (kann sich nie jemand…) wird’s auch der Schweizer erleben. (Früher als im lieb ist.)

  23. @hardy,

    Wenn Sie sagen die SNB schulde dem Staat den Notenumlauf frage ich sie:

    Wem genau?

    Dem Staat als seinem Hoheitsgebiet?
    Den Leuten die da drauf leben?
    Den Bürgern? (Bürger kommt übrigens von bürgen, im Sinne von Grad stehen für die Misswirtschaft des Staates…)
    Dem Bund? Den Kantonen? Den Gemeinden? Der Armee?

  24. @hardy,

    Ich versteh schon was sie meinen. (Stimmt ja auch grösstenteils.)
    Aber wie sie drauf kommen, dass der Staat als Gegenpartei da involviert ist, ist mir schleierhaft. Wenn etwas als Schuld auf der Passivseite gebucht ist, ist die Gegenpartei derjenige der das Long ist. (Die Verbriefung als Beweis der Obligation besitzt.)
    Im Falle einer Banknote der, der die in der Tasche hat.
    Und natürlich, wenn es eine Eintauschpflicht gäbe, sie definieren es als Banknote, könnte er die einlösen, gegen was auch immer.
    Gibt es halt nun im modernen Geldwesen nicht mehr.
    Im Allgemeingebrauch wird das halt noch immer als Banknote definiert, obwohl sie korrekterweise anmerken, dass dies früher etwas anderes war.

    Aber der Staat hat sicher kein Guthaben bei der SNB.
    Theoretisch hat der der Banknotenbesitzer ein Guthaben, deswegen ist es ja auch so gebucht. Passiv bei der SNB, Aktiv als Cashbestand bei der Person.
    Der kann das einfach nie eintauschen, und der Staat bestimmt per Dekret, dass diese Noten die Obligationen settlen im Land. (So bleiben die einfach immer im Umlauf.)

    Die Bürger (Staat) haben der SNB das Noten/Geldmonopol gegeben.

    Natürlich, hypothetisch könnte man das der SNB wieder absprechen, etc.

    Nur weil der Staat der Organisator des Ganzen ist, evtl. der Besitzer des Monopols hat er noch lange nix damit zu tun wer Schuldner/Gläubiger ist in dem Spiel.

    Wenn früher/heute die verschiedene Mints/Prägeanstalten das Recht hatten, das Geld/Münzen zu prägen, waren sie Inhaber des Prägerechts/Monopols.
    Der Besitzer der Münzen war immer der, welcher er sie in der Tasche hatte.
    Wenn ich heute bei der South African Mint nen Krügerrand kaufe, bin ich auch der Besitzer obwohl die Mint das Prägerecht hat.

    MfG

  25. Sicher ist die 3. Möglichkeit die Beste.
    Sie wird aber nicht kommen weil in diesem Spiel die Regeln nicht von der SNB sondern von Goldman Sachs gemacht werden.

  26. Eine Firma geht nicht Konkurs, sofern sie ihre Rechnungen bezahlen kann. Sämtliche Rechnungen können in CHF bezahlt werden, da die SNB das Erstellungsmonopol (wie vorher gesehen) des CHF hat, kann sie die Rechnungen immer bezahlen. Dabei spielt keine Rolle, ob sie gem. OR an einer Überschuldung leidet oder nicht.

  27. Natürlich kann die SNB Eigenkapital bilden. Wir spielen SNB (ganz einfach):

    Man nehme Blatt und Stift schreibe 100 auf das Blatt. Jetzt hat man Schweizer Franken. 100 Franken sind in der Kasse, sprich Aktiv Seite und 100 Franken sind Eigenkapital, sprich Passivseite. Es ist kein Fremdkapital, weil man schuldet es ja niemanden, man hat es selber erstellt. Buchungssatz: Kasse/Eigenkapital. Wobei, wie wir schon gelesen habt, funktioniert normale Buchhaltung bei der SNB nicht.

    • Hallo Tiskal,

      fast richtig, aber leider nur fast.

      Die frisch produzierten Papierfranken befinden sich nicht in der Kasse der SNB, sie befinden sich in der Kasse des Staates Schweiz.

      Sie schreiben:
      „Es ist kein Fremdkapital, weil man schuldet es ja niemanden, man hat es selber erstellt. Buchungssatz: Kasse/Eigenkapital.“

      Das ist richtig, es gilt aber nicht für die SNB, sondern für den Staat Schweiz. Ein Staat kann sich sein eigenes Geld in jeder beliebigen Menge produzieren (lassen).

      Sie schreiben:
      „Wobei, wie wir schon gelesen habt, funktioniert normale Buchhaltung bei der SNB nicht.“

      Das ist nicht richtig, die SNB funktioniert mit völlig normaler Buchhaltung.
      Die Schuldenposition „Notenumlaluf“ ist allerdings falsch benannt, richtig muss es heissen „Schulden beim Staat“.

      Dann passt alles vorzüglich. Probieren Sie es aus.

      Freundliche Grüße!

    • Hallo Hardy,

      ich versteh das nicht. Die SNB ist Deiner Meinung nach der Staat? Aber ich habe eine Aktie von der SNB. Die ist eine öffentlich gelistete Kapitalgesellschaft.

      Den Staat als Institution kann ich nicht greifen. Es gibt in der Schweiz Kantone, Gemeinden, Bezirke und den Bund. Darüber hinaus noch mehr oder weniger öffentliche Körperschaften. Diese alle können wirtschaften und Verträge machen und haben jeweils eine Buchhaltung mit Jahresrechnung.

      „Der Staat“ ist aus meiner Sicht kein Buchhaltungsmandant oder Konsolidierungskreis. Oder wie hast Du das gemeint?

      Gruß

      Deine Momo

    • Hallo Momo,

      aus eins mach zwei…

      Ein Beispiel:
      Du hast
      a) ein Bürogebäude (z.B. 100’000 Franken wert) und
      b) eine Million Franken.

      Wenn Du möchtest, kannst Du jetzt eigenständig Devisen kaufen.

      Du kannst aber auch eine Kapitalgesellschaft gründen, z.B. mit dem Bürogebäude als Sacheinlage.

      Bilanz Kapitalgesellschaft (in Franken)
      Aktiva: Bürogebäude 100’000
      Passiva: Eigenkapital 100’000

      Du bestimmst einen Geschäftsführer.
      Du räumst der Kapitalgesellschaft eine Kreditlinie in Höhe von 1’000’000 Franken ein. Der Einfachheit halber deponierst Du die eine Million Franken gleich bei der Kapitalgesellschaft.
      Du gestattest dem Geschäftsführer, auf diese Million zuzugreifen, aber nur als Kredit.

      So, und schon kann der Geschäftsführer Devisen kaufen und auch bezahlen.
      Obwohl die Kapitalgesellschaft keinen einzigen Franken in ihrer EIGENEN KASSE hat, ist sie doch liquide in Franken.

      Der Geschäftsführer darf auf DEINE KASSE zugreifen, wenn er Franken auszahlen muss, aber genau in diesem Moment der Auszahlung entstehen der Kapitalgesellschaft Schulden, Schulden bei DIR.

      Die Bilanzen, Schritt für Schritt.
      Aktiva:
      Bürogebäude 100’000
      Devisen 50’000

      Passiva:
      Eigenkapital 100’000
      Kontokorrent-Schulden beim Devisenverkäufer 50’000

      Die Kapitalgesellschaft hat also für 50’000 Franken Devisen gekauft, sie hat diese aber noch nicht bezahlt.
      Nun bezahlt sie die 50’000 Franken, es ergibt sich die folgende Bilanz:

      Aktiva:
      Bürogebäude 100’000
      Devisen 50’000

      Passiva:
      Eigenkapital 100’000
      Schulden bei Momo 50’000

      Nun setze für Momo den Staat ein, und für die Kapitalgesellschaft setzt Du die SNB ein.

      Weil der Staat sein eigenes Geld in jeder beliebigen Menge produzieren (lassen) kann, kann er der SNB eine unlimitierte Kreditlinie zusagen.
      Deshalb ist die SNB „nach außen“ immer zahlungsfähig in Franken.
      Die Rückzahlung an den Staat ist aber nicht in jedem Fall gewährleistet.

      Auch in dem Beispiel oben ist nicht in jedem Fall gewährleistet, dass die Kapitalgesellschaft den von Dir gewährten Kredit zurückzahlen kann.

      Du schreibst:
      „Den Staat als Institution kann ich nicht greifen. Es gibt in der Schweiz Kantone, Gemeinden, Bezirke und den Bund.“

      Richtig, der Staat ist heute recht komplex konstruiert.
      Nimm den Bund, in Sachen Geld sind wir da an der richtigen Adresse.

      Freundliche Grüße!

    • Hallo Hardy,

      ich habe keine Million. Und ich habe noch nie gehört, dass der Bund Geld druckt. Warum muss er sich denn dann verschulden und warum gibt es weltweit Staatsverschuldung ? Sind die alle doof ?

      Gruss

      Momo

  28. @Hardy,

    Ganz spitzfindig eigentlich nicht der Staat als Institution, sondern die Person/Bürger welche den CHF in der Brieftasche hat. Der gibt der SNB ein Kredit. Vor langer, langer Zeit mal konnte er den bei den Nationalbanken gegen etwas reelles „eintauschen“, sein Guthaben einfordern.
    Die Devisen beziehen wie Herr Dr. Meyer argumentieren würde. (Dazu müsste die SNB zuerst einen konvertiblen Devisenstandard einführen ala fully convertible Goldstandard von früher…)
    Dadurch war der unendlichen Bilanzausweitung eine natürliche Grenze gesetzt.

    Heutzutage kann er diese Schuld nie einfordern. Nur vom Konto bar auszahlen lassen (Selbst das scheint langsam gefährdet…), oder von einer Hunderternote in 2 Fünfziger tauschen.

    MfG

    • Hallo HBS,

      doch, die SNB schuldet dem Staat als Institution die Rückzahlung der Papierfranken, wenn sie welche ausgezahlt hat.

      Warum sind Sie denn so erpicht darauf, das die SNB demjenigen etwas schuldet, der die Papierfranken im Portemonnaie hat?

      Nehmen Sie Ihre Brieftasche, zücken Sie einen Franken-Schein und freuen Sie sich: Sie sind Eigentümer von Franken, sie sind liquide in Franken.

      Franken sind besser als jede Banknote, die auf Franken lauten würde. Hätten Sie eine Banknote, dann hätten Sie ja noch keine Franken.

      Sehr geehrter HBS, es gibt:
      a) das Geld
      b) Giroguthaben, lautend auf Geld
      c) Banknoten, lautend auf Geld.

      Nur wenn Sie Geld haben, haben Sie Geld.

      Giroguthaben sind kein Geld.
      Banknoten sind auch kein Geld.

      Angenommen, Sie hätten eine Banknote, emittiert von der UBS, dann wäre das ein Zettel, auf dem die UBS Ihnen die Zahlung von z.B. 100 Franken zusichert.
      Sie wären dann Gläubiger der UBS, die UBS wäre Schuldner.

      Für die SNB gilt genau das Gleiche, nur ein Zettel, auf dem die SNB die Zahlung von Franken verspricht, wäre eine Banknote der SNB.

      Bei den Franken-Scheinen gibt es aber eine solche, noch offene, Zahlungsverpflichtung nicht.
      Deshalb können die Frankenscheine unmöglich Banknoten der SNB sein.

      Sie schreiben:
      „Vor langer, langer Zeit mal konnte er den bei den Nationalbanken gegen etwas reelles „eintauschen“, sein Guthaben einfordern.“

      Das ist richtig, damals waren es ja auch Banknoten.
      Damals gab es ja die Zahlungsverpflichtung.
      Eine Bank, die Banknoten emittiert, muss selbstverständlich zahlen.
      Aber eine Bank, die Geld auszahlt, die muss demjenigen, der das Geld hat, natürlich nichts mehr zahlen, derjenige hat doch bereits das Geld.

      Sie schreiben:
      „Dadurch war der unendlichen Bilanzausweitung eine natürliche Grenze gesetzt.“

      Richtig, und wie ist es heute?
      Heute könnte der Staat Schweiz der SNB sofort wieder eine Grenze setzen. Der Staat Schweiz bräuchte dafür der SNB lediglich ein Limit zu setzen, bis zu dem die SNB auf das Staatspapiergeld zugreifen darf.

      Im Moment darf die SNB auf das Staatspapiergeld noch ohne Limit zugreifen, deshalb kann die SNB ihre Bilanz ohne Limit aufblähen.

      Sie schreiben:
      „Heutzutage kann er diese Schuld nie einfordern.“

      Es besteht kein Schuldverhältnis zwischen SNB und demjenigen, der Papierfranken hat, weil die Papierfranken keine Banknoten der SNB sind.

      Sie schreiben:
      „Nur vom Konto bar auszahlen lassen (Selbst das scheint langsam gefährdet…), oder von einer Hunderternote in 2 Fünfziger tauschen.“

      Moment mal, wenn Sie ein Giroguthaben haben, dann besteht SELBSTVERSTÄNDLICH ein Schuldverhältnis.
      Wenn Sie lediglich ein Giroguthaben haben, dann haben Sie ja auch noch keine Franken. Die Franken ist die Bank Ihnen noch schuldig.

      Dabei ist es völlig egal, ob es sich um eine Geschäftsbank oder um eine Zentralbank handelt.

      Eine Hunderternote können Sie nirgends tauschen, weil es keine Hunderternoten mehr gibt.

      Sie können aber einen Hunderter-Geldschein gegen zwei Fünfziger-Geldscheine tauschen.
      Das nennt man für gewöhnlich Geld wechseln.

      Den Fall, dass sogar die Geldscheine abgeschafft werden, lasse ich jetzt unkommentiert, aber die Verhältnisse, die sich dann ergeben, lassen sich ebenfalls sauber darstellen.
      Geld gibt es auch dann noch.

      Freundliche Grüße!

    • Hardy, deine Erklärungen sind etwas abstrus.

      Wenn es also stimmen sollte das die SNB keine Schulden hat beim Bürger wie du sagst, wieso hinterlegen dann die Banken Anleihen um dafür Geld auf ihren Girokonti zu haben? Die Banken könnten ja das Geld einfach so einfordern von der SNB und bräuchten dafür nichts zu hinterlegen. Das System funktioniert immer auf Tausch, das Geld ist immer mit etwas hinterlegt. Früher war es Gold, heute sind es Schulden die einmal zurückbezahlt werden sollten, bis sie es nicht mehr werden.

      Du schreibst:
      Es besteht kein Schuldverhältnis zwischen SNB und demjenigen, der Papierfranken hat, weil die Papierfranken keine Banknoten der SNB sind.

      Wir sprechen hier ja auch nicht vom Geld des Geldes Willen, wenn dir die Bank deine Hunderternote (die es sehr wohl noch gibt) ausbezahlt, dann hat sich deren Schuld bei dir um 100 Franken verringert aber was du mit dieser Hunderternote kaufen kannst, hängt sehr wohl mit dem Wert zusammen mit dem der Franken einst hinterlegt wurde. Der innere Wert der Note beträgt ja nicht 100 Franken sondern einige Rappen und die Differenz die begründet sich eben aus der Schuld welche die SNB als Emisorin bei dir hat. Warum du dir für 100 Franken das kaufen kannst was du dir heute kaufen kannst, hängt sehr wohl von der sich im Umlauf befindenden Geldmenge und deren Werthinterlegung ab. Das Problem in der heutigen Zeit ist jedoch das die Werthinterlegung ein Kartenhaus ist, welches nicht viel länger weiter bestehen wird, und wenn es einstürzt, wirst du weiterhin stolzer Besitzer einer Hundertfrakennote sein, du darfst dich glücklich schätzen. Aber du wirst dir dann nicht mehr viel damit kaufen können, weil der Wert welcher deiner Note bisher zugeschrieben wurde nicht mehr existiert. 🙂

  29. In eigener Sache

    Aus beruflichen Gründen werde ich diese Woche kaum.Zeit finden, allfällige Kommentare zu beantworten.

    Bitte um Kenntnisnahme

    Danke

  30. @ Escher, Kurt, havenstein, Zueribanker und andere Vierbeiner

    Unglaublich, wie viele Esel es gibt und welch grosse Äpfel sie hier dauernd hinterlassen, statt sich zu bilden.

    I-a-I-a-I-a…
    Johannes

  31. @Escher

    Noch aus einem anderen Blickwinkel erläutert:

    Hat die SNB Schulden auf der Passivseite ihrer Bilanz in Franken und Vermögen auf der Aktivseite in Devisen, so muss sie – ich wiederhole – muss sie bei einer Rückzahlung der Schulden beide Seiten ihrer Bilanz verkürzen.

    D.h. die SNB muss gezwungenermassen Devisen auf ihrer Aktivseite verkaufen, um ihre Frankenschulden auf der Passivseite abzubauen.

    Ist die Bewertung der Devisen in Franken geringer als die Schuld in Franken, so ist die SNB Konkurs.

    Die SNB kann dann nicht einfach „Liquidität schöpfen“ bzw. Banknoten drucken, wie Sie und SNB-Chef Jordan behaupten.

    Dadurch würde einzig die Passivseite verlängert. D.h. die Schulden der SNB würden nicht abgebaut, sondern im Gegenteil vergrössert.

    mfG

    • Hallo Herr Meyer,

      den ersten Teil verstehe ich und das ist ein riesen Problem mit Währungsverlusten bei einer so aufgeblähten SNB Bilanz. Wollen hoffen, das die Bombe nicht platzt.

      Den zweiten Teil habe ich leider nicht verstanden. Selbst ich kann Papier bedrucken und behaupten es wäre Geld. Leider darf ich das nicht. Technisch ist das aber nicht wirklich kompliziert. Die SNB darf das sogar formal tun. Tut sie es, dann kann das aus meinem naiven Verständnis in einfacher Art in die Bilanz rutschen.

      Als Nichtbanker würde ich es mir einfach machen und die Noten als „selbsterstelltes Produkt“ einbuchen, welches die SNB sich auf Lager (eher in den Safe) legt. Dann sind die bunten Noten auf der Aktiv Seite und auch auf der Passivseite. Ob dort nun im Eigenkapital oder woanders muss ein Wirtschaftsprüfer oder Buchhalter mir sagen. Denn das auf Lager liegende Produkt kann 1:1 verkauft werden zu nominal (wozu aber der Aufwand für Vertrieb) und würde dann nach Abzug der Druckkosten (denke das ist nicht viel) als Gewinn (ok Steuern sollten noch bezahlt werden) in die Bilanz als Periodengewinn rutschen. Als Forderung versteh ich die Noten leider immer noch nicht, da diese dann ja gegen sich selber laufen würden. SNB schuldet SNB Geld. Kann man gerne einbuchen. Ist aber auch nur ein Passiva.

      Aber das unser Geld-Drucken nur die Passivseite bei der SNB verlängert verstehe ich leider nicht. Ich habe ja druckfrische Scheine im Safe. Was ich damit mache ist eine andere Sache.

      Aus meiner Sicht gibt es in der Ganzen Diskussion hier ein Denkproblem: zum einen ist die SNB als börsennotierte Firma eine ganz normale Kapitalgesellschaft und erst einmal nix besonderes. Gut, sie hat ein gesetzliches Monopol (toll!) und auch einen speziellen Gesellschafterkreis. Ob und wie die SNB Insolvent gehen kann lässt sich aber diskutieren. Ich kenne private Firmen, die seit Jahren negatives EK haben. Trotzdem stösst sich keiner dran. Solange das Vertrauen der Gläubiger bestehen bleibt, bleibt der Laden am Leben. Nicht toll aber geht manchmal nicht anders. Ich denke, das sollte bei der SNB nicht anders sein. Hauptsache alle behalten ihr Vertrauen in die SNB.

      Zum anderen hat die SNB ein sehr spezielles Produkt: Schweizer Franken. Leider wird dadurch verwässert und nur schwer zu verstehen, wie Bilanz und GuV arbeiten, weil diese normale Firma ja in der Schweiz in ihrem eigen Produkt bilanzieren muss.

      Vielleicht wäre es mal lustig und hilfreich, wenn die SNB in EUR oder USD oder auch gerne mal in Dirham bilanzieren würde. Dann wären die Franken als Produkt etwas besser sichtbar und eine solche Diskussion wie sie hier läuft evtl. einfacher.

      Und letztendlich sind Geld und Schulden immer auch instrumental zu sehen. Beide wurden schon immer als soziale und politische Werkzeuge Top Down eingesetzt.

      Gruss

      Momo

      P.S.: Gerne können alle die wollen mit ihrem echten Namen in Blogs posten. Ich empfehle diesen sich aber einmal Gedanken über das Internet, die Risiken und seine Konsequenzen in der Langzeitwirkung zu machen. Ich hätte diesen Post ja auch unter Escher, Marc meyer Dr oder jemandem anderen einreichen können. Da kann man schon Schindluder mit treiben und dann ist im Internet nix mehr zu löschen. Wer weiss eigentlich, ob das nicht schon passiert ist? Einige Kommentare hier sind schon ziemlich fiess und die möchte ich nicht bei mir in meiner offiziellen ewigen Agenda haben ….

    • @Sehr geehrte Momo,

      Sie haben genau recht. Die SNB druckt Noten und hat diese dann zuerst sowohl auf der Aktiv wie auf der Passivseite der Bilanz.
      Dann tauscht sie auf der Aktivseite die Noten in Aktien, Gold, Kredite, Obligationen (notleidende oder andere…) welche sie den Geschäftsbanken abkauft. So schöpft sie Geld und bringt es via Offenmarktpolitik in den Umlauf. (Einfach direkt indem sie den Banken was abkauft und es deren Girokonti gutschreibt.)

      Nur bei einem voll konvertierbaren Gold/Devisenstandard wie früher mal könnte die Geschäftsbank/Geldbesitzer die Herausgabe des Aktivums der SNB verlangen und damit von aussen die Kürzung der Notenbankbilanz erwirken.
      So kann eine Geschäftsbank nur die Barauszahlung des Giroguthabens erwirken, was bei der SNB lediglich ein Tausch der einten Passivposition in die andere ist.

      Mfg

    • @havenstein

      Nein. Die SNB kann nicht Banknoten drucken und diese auf der Aktiv- und Passivseite haben.

      Da Notenbankgeld Fremdkapital der SNB ist, haben die Gläubiger der SNB jederzeit auf Sicht, d.h. sofort, das Recht, ihre Guthaben von der SNB zurückzufordern.

      Die SNB muss dann Devisen verkaufen und den Gläubigern geben.

      Besitzt sie deren nicht mehr genug, so ist die SNB Konkurs.

      mfG

  32. @Escher

    Sie schreiben:

    „1. Die Schulden der SNB sind in CHF zu begleichen. Davon hat die SNB endlos. Sie kann in CHF niemals illiquid werden.“

    Hören Sie doch bitte auf mit dieser Behauptung, die buchhalterisch erwiesenermassen falsch ist.

    Sie begehen denselben Fehler wie SNB-Chef Professor Jordan, von dem Sie weiter unten behauptet haben, er habe nicht gesagt, was Sie jetzt genau wiederholen.

    Ein Devisengeschäft bedeutet, dass Vermögen in einer Devise (ausländische Währung) gekauft und mit einheimischer Währung bezahlt wird.

    Wird die Devise mit Kredit gekauft, wie das die SNB tut, so besteht die Schuld in Franken.

    Die SNB ist Schuldnerin und hat jetzt ein Währungsrisiko. Vermögen in Euro und Schuld in Franken.

    Will sie das Devisengeschäft glattstellen, so muss sie die Schuld in Franken mit den Devisen bezahlen.

    Vergleich: Wenn Sie auf ihrer Bank 10’000 Euro kaufen beim Kurs von 1.20 so wird Ihr Frankenkonto mit 12’000 Franken belastet. Sie sind jetzt mit 12’000 Franken im Minus.

    Ihre Schuld ist in Franken, ihr Vermögen in Euro.

    Fällt nun der Euro auf eins zu eins und Sie wollen Ihre Schuld in Franken begleichen, so müssen Sie Ihre Euros verkaufen.

    Ihre Schuld in Franken begleichen sie bei einem Devisengeschäft also in Euro.

    Beim Kurs von eins zu eins werden Ihnen aber für Ihre 10’000 Euro nur noch CHF 10’000 gutgeschrieben. Mit anderen Worten: Es fehlen Ihnen 2’000 Franken. Sie sind Konkurs.

    Die SNB kann nicht Euros „schöpfen“ und damit ihre Schuld in Franken bezahlen.

    Deshalb geht auch die SNB Konkurs, wenn ihr Vermögen unter Wert ihrer Schulden fällt.

    mfG

  33. Das ganze Theater könnte man sich sparen.
    Statt diesen sagenhaften Aufwand zu betreiben, kann man auch einfach die SNB auflösen und den EURO zum offiziellen Zahlungsmittel erklären, ausser dass man am Bürkliplatz ein paar schöne Wohnungen bauen könnte, hätte es 100% denselben Effekt. In der kommenden Kaufkraftentwertung werden beide Währungen praktisch gleichzeitig untergehen. Die jeweiligen Währungen sind nur immer ein Derivat von der Anderen.

    • @Kurt

      Nein. Stimmt nicht.

      Die Schweizer Währung sollte die Schweizer Wirtschaft abbilden.

      Darum Verkauf der überschüssigen Devisen.

      MfG

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      Erzählen Sie den Leuten doch auch mal, was passieren würde beim Verkauf der Devisen:

      Die Bilanz würde verkürzt, CHF verknappt, der CHF Kurs würde massiv steigen. Ebenso die CHF – Zinsen im System. Tourismus/Export können sie grad schon mal schliessen.
      Wissen Sie eigentlich, wieviel aufgrund der tiefen Zinsen weltweit in CHF, Dänische Kronen, etc finanziert ist? Französische Kommunen, Deutsche Städte, Polen, Ungarn, etc etc. In gewissen Ländern im Ostblock ist 30% des private borrowing (Hypos) in CHF. Das kollabiert sofort. Die ersten Hypobanken gehen Konkurs, das zieht sich weiter über die Grossbanken. Von Oesterreich in die Schweiz. Analog 2008.
      Da musste die SNB ja auch die Swaplinien öffnen zur Ungarischen Zentralbank und co. Heute ist es noch viel grösser.
      Das Banksystem hat kein EK um etwas abzuschreiben. Die Immobilienmärkte/Aktienmärkte brechen ein.
      Staatseinnahmen: Was denken sie wie das funktioniert im Kanton ZH? Die ganzen Einnahmen kommen aus steigenden Assetpreisen. Depotgebühren, Performance fees, etc etc. Hintendran hängen Anwälte, Buchprüfer, etc etc.
      Wer kauft dann noch die überteuerten Immobilien in der CH? Was passiert dann mit all den Gärtnern und Handwerksaufträgen?
      Und die Hotels? wer bucht denn die überteuerten Zimmer für Offsite Meetings und andere überflüssige Teambuilding und Selbstfindungsevents? Der Landwirt macht das wohl weiter bei nem Bier und Jass am Stammtisch.
      In vielen Gemeinden sind ja die ganzen Einnahmen Immobilienpreisinflation related. Handänderungssteuern, Gewinnsteuern, der Notar, der Gärtner, der Gipser, der Maurer etc.

      Ich behaupte, wenn Sie an der Spitze der SNB stünden, würden Sie sich auch nicht trauen den roten Knopf zu drücken. (Und falls ja stünden Sie da nicht mehr lange…)

      MfG

    • @Kurt

      Der Dollar fiel von 4.30 auf unter 1 Franken und wir exportieren mehr denn je in die USA.

      Eine grosse Nachfrage nach Schweizergütern führt zu einer grossen Nachfrage nach Franken. Deshalb steigt der Franken.

      Seit dem Jahr 2000 sind in unserem Land 600’000 neue Stellen geschaffen worden. Wir haben eine Hochkonjunktur wie noch nie.

      Wenn die SNB die Schweizer Wirtschaft ankurbeln will, so muss die in der Schweiz investieren – nicht im Ausland.

      Die Investitionen der SNB im Ausland unterstützen die Konkurrenz der Schweiz auf Kosten der Schweiz.

      Der starke Franken führt zu tiefen Zinsen. Alle profitieren davon.

      Diese Zusammenhänge habe ich aufgezeigt im Beitrag „Auch Pierin heult mit den Wölfen“.

      mfG

  34. Weiss gar nicht, wie jemand drauf kommt dass eine Nationabank kein Geld aus dem Nichts schaffen kann.
    Das ist ja überhaupt der einzige Sinn und Zweck davon.
    Etwas anderes hat sie noch nie getan. Deswegen wachsen auch alle Zentralbankbilanzen wie Sonnenblumen in Höhe und es wird weitergehen und weitergehen. Deswegen wird die SNB auch ihre Devisen nie verkaufen sondern weiter aufbauen.

    • @havenstein

      Die SNB schafft nicht Geld aus dem nichts, sondern Schulden. Für diese müssen die Steuerzahler haften.

      Bei negativem Eigenkapital kann die SNB nicht einfach Geld drucken, sondern Steuerzahler müssen SNB rekapitalisieren.

      Das sollte die SNB endlich zugeben.

      MfG

    • @Dr. Meyer

      „Die SNB schafft nicht Geld aus dem nichts, sondern Schulden. Für diese müssen die Steuerzahler haften.“

      1. Die Schulden der SNB sind in CHF zu begleichen. Davon hat die SNB endlos. Sie kann in CHF niemals illiquid werden.

      2. Die Steuerzahler haften in Sachen SNB überhaupt nicht. Wenn schon haften die Aktionäre. Und diese haften bei einer AG nur mit Ihren Einlagen.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • Hallo Herr Escher,

      Sie schreiben:
      „1. Die Schulden der SNB sind in CHF zu begleichen. Davon hat die SNB endlos. Sie kann in CHF niemals illiquid werden.“

      Leider irren Sie sich, nicht die SNB hat „endlos CHF“, sondern der Staat Schweiz hat „CHF endlos“.

      Die SNB darf lediglich über die endlos produzierbaren Papierfranken verfügen, sie darf das aber nur per Kredit.
      Immer dann, wenn die SNB Papierfranken auszahlt, nimmt die SNB einen Kredit beim Staat Schweiz auf.
      Die entsprechenden Schulden zeigt uns die SNB unter der Passivaposition „Banknotenumlauf“.

      Damit ist auch völlig klar, warum niemand etwas mit Papierfranken von der SNB fordern kann.
      Kommt jemand mit Papierfranken zur SNB, dann bleiben die SNB-Banker völlig entspannt. Keine Gefahr für die SNB.

      SNB-Chef: „Wir geben nichts!“

      Recht hat er, der SNB-Chef, er gibt nichts, weil er nichts geben muss.

      Zur Liquidität der SNB:
      Nach „außen“ kann die SNB nicht illiquide in CHF werden, weil sie auf die endlos produzierbaren Staats-Papierfranken zugreifen und diese auszahlen darf.
      Nach „innen“ kann sogar die SNB in CHF illiquide werden.
      Nach „innen“ bedeutet: In Richtung Staat. Die Rückkzahlung des Kredites, den die SNB beim Staat aufnimmt, wenn sie Papierfranken auszahlt, kann die SNB nicht unter allen Umständen garantieren.

      Darin liegt ja gerade die große Gefahr eines negativen Eigenkapitals der SNB, die SNB hat dann ihre Gesamt-Schulden nicht mehr vollständig „im Griff“.

      Freundliche Grüße!

    • Jetzt hören sie aber auf Herr Dr. Meyer.

      Die SNB nimmt sicher keine Kredite beim Staat auf. So ein Blödsinn!

      Die SNB verfügt über das Notenmonopol und dank NBG auch über die Kompetenz, Giralgeld, also Notenbankgeld zu produzieren.

      Die Verkürzung der Bilanz tritt bei Verkauf von Devisen auf, das ist richtig. Aber die SNB ist weder verpflichtet die Bilanz zu kürzen, noch ihre Schulden mit Devisen zu bezahlen.

      Auch in Ihrem Beispiel, wonach ich wegen 2000 in Konkurs gehen würde stimmt so einiges nicht. Erstens gehe ich nur Konkurs wenn mir die Bank die Schuld fällig stellt und ich über keine weiteren verwertbaren Assets mehr verfüge. Zweitens akzeptiert die Bank die Bezahlung in CHF, ich muss also keine EUR kaufen. Und drittens bin ich leider nicht die SNB sonst könnte ich schon gar nicht Konkurs gehen.

      Geben Sie doch einfach zu, dass Sie sich geirrt haben. Ist das so schwer? Ihr Gedankenspiel in Ehren, Sie haben eine wertvolle Diskussion angestossen. Aber wenn Sie möchten, dass Ihre Argumente weiter gehört werden, möchte ich Ihnen nahelegen, die Grundlagen zuerst in Ordnung zu bringen.

      Dann liesse sich immerhin treffend argumentieren, dass die Bilanz der SNB bzw. die Devisenbestände viel zu gross sind und die SNB endlich ein sinnvoles Exitszenario entwickeln muss. Da würden wir uns vielleicht sogar einig. Vorausgesetzt Sie behaupten nicht weiterhin das Gegenteil dessen, was das Gesetz vorsieht.

      Freundliche Grüsse
      Escher

  35. @Escher

    Natürlich hat SNB-Chef Jordan in seinem „Grundsatzreferat“ x-mal behauptet, die SNB könne durch Drucken von Banknoten „aus dem Nichts“ Schulden begleichen bzw. Eigenkapital aufbauen, was dasselbe ist. Deshalb könne die SNB nicht Konkurs gehen.

    Thomas Jordan soll doch endlich einmal dazu stehen, was er in seinem Grundsatzreferat gesagt hat.

    Die SNB soll endlich einmal zu dem stehen, was sie gesagt hat. Alles andere ist einer Schweizerischen Nationalbank unwürdig.

    Ich zitiere Thomas Jordan aus seinem „Grundsatzreferat“ vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?“

    Dort behauptete Jordan u.a.:

    Jordan Zitat eins:
    „Zum einen können Zentralbanken nämlich nicht illiquid werden. „ (S. 2)

    Meine Erläuterung dazu:
    Der Ausdruck „Liquidität“ steht für „liquide Mittel“. Das sind Aktiven der SNB. Jordan sagt also, dass der Nationalbank die Aktiven nicht ausgehen können. Das Eigenkapital berechnet sich aus der Differenz Aktiven minus Fremdkapital. Jordan behauptet also indirekt, dass das Eigenkapital der SNB gar nicht negativ werden kann. Die SNB verfüge immer über liquides Vermögen, weil sie dieses liquide Vermögen durch Geld drucken unbeschränkt aufstocken könne.

    Jordan Zitat zwei:
    „Zum einen kann eine Zentralbank nicht in Liquiditätsprobleme geraten.“
    „Zum anderen erwirtschaftet sie längerfristig immer wieder Gewinne,…“ (S. 4)

    Meine Erläuterung dazu:
    Jordan unterscheidet zwei Möglichkeiten, wie die SNB Eigenkapital aufbauen könne: („zum einen…zum andern“).
    Bei der Ersten Möglichkeit wiederholt Jordan seine Behauptung, wonach der SNB ihr Vermögen nie ausgehen könne. Das ergibt sich aus der Behauptung, die SNB können nie in „Liquiditätsprobleme geraten“. „Nie in Liquiditätsprobleme“ ist gleichbedeutend wie „das Vermögen geht nie aus“.
    Auch hier betrachtet Jordan Notenbankgeld als Vermögen der SNB und damit als Eigenkapital der SNB.

    Jordan Zitat drei:
    „Zentralbanken haben kein Liquiditätsproblem“ (S. 5)
    Meine Erläuterung dazu: dito

    Jordan Zitat 4:
    „Ein erster Grund für die Sonderstellung einer Zentralbank liegt darin, dass es bei ihr keine Liquiditätsengpässe – also kurzfristige Zahlungsprobleme – gibt. Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann. „ (S. 5)

    Meine Erläuterung dazu:
    Zahlungsverpflichtungen auf der Passivseite der Bilanz können nur abgebaut werden, wenn auf der Aktivseite entsprechendes liquides Vermögen vorhanden ist.
    Wenn Jordan also behauptet, die SNB könne die „Liquidität“ auf der Aktivseite der SNB-Bilanz selber schaffen, mit welcher sie dann ihren Zahlungsverpflichtungen auf der Passivseite nachkomme, so heisst das: Die SNB kann ihre Aktiven selber schaffen oder anders formuliert, die SNB schaffe sich ihr Eigenkapital selbst.
    Wenn die SNB ihre Zahlungsverpflichtungen „aus dem Nichts“ abbauen kann, so heisst das, dass sie ihr Fremdkapital aus dem Nichts abbauen kann. Das ist gleichbedeutend mit der Aussage, die SNB könne Eigenkapital aus dem Nichts aufbauen. Durch Geld drucken.

    Jordan Zitat 5:
    „Zweitens hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen „aus dem Nichts“ zu begleichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass eine Zentralbank „Geld drucken“ kann. Dank dieser autonomen Geldschöpfungsmöglichkeit, dem Notenmonopol, gerät die SNB nie in Liquiditätsengpässe. „

    Meine Erklärung dazu:
    Jordan behauptet abermals, die SNB können durch „Geld drucken aus dem Nichts“ ausstehende Forderungen begleichen bzw. Fremdkapital aus dem Nichts abbauen. Das ist identisch mit der Aussage, die SNB können Eigenkapital aus dem Nichts schaffen.

    Jordan Zitat 6:
    „Da ein Liquiditätsengpass in eigener Währung unmöglich ist, stellt sogar eine Situation, in der eine Zentralbank negatives Eigenkapital ausweist, für ihre Geschäftspartner kein Problem dar. Denn im Unterschied zu anderen Unternehmen und Banken könnte sie auch in diesem Fall den künftigen Forderungen in eigener Währung immer nachkommen.“ (S. 5)

    Meine Erläuterungen dazu:
    Jordan wiederholt sich zum x-ten Mal, dass die SNB nicht illiquide werden könne, weil sie ihre Liquidität selber schaffe („Liquiditätsengpass unmöglich“). Jordan betrachtet Notenbankgeld abermals als Vermögen der SNB und damit als Eigenkapital der SNB. Denn Vermögen schaffen „aus dem Nichts“ bedeutet „Eigenkapital schaffen aus dem Nichts“ – ohne zusätzliche Schulden.
    Zudem macht Jordan sich und die SNB haftbar, wenn er behauptet, die Geschäftspartner der SNB hätten kein Risiko, weil die SNB den Forderungen immer nachkommen könne. Die Geschäftspartner der SNB gehen aufgrund seiner Worte davon aus, dass sie auf ihren Guthaben bei der SNB keine Verluste erleiden können, weil die SNB solche mit Geld drucken kompensieren könne.

    Zitat 7:
    „Die Fähigkeit einer Zentralbank, ihre Verbindlichkeiten fortwährend zu bedienen, hat weitreichende Konsequenzen: Zum einen bleibt die SNB handlungsfähig, auch wenn sie vorübergehend ein negatives Eigenkapital ausweisen muss.“ (S. 7)

    Meine Erläuterungen dazu:
    Jordan behauptet, die SNB könne ihre Verbindlichkeiten fortwährend bedienen. Das heisst, die Verbindlichkeiten fortwährend abbauen. Das wiederum heisst, die SNB könne fortwährend genügend „liquide Mittel“ bzw. Vermögen schaffen bzw. Eigenkapital schaffen.
    Sein Satz „vorübergehend negatives Eigenkapital“ ist zudem widersprüchlich. Es könnte gar nie zu negativem Eigenkapital kommen, da die SNB ihre Verbindlichkeiten ja angeblich fortwährend bedienen könne.
    Zudem bedeutet „fortwährend“, dass die SNB nicht auf zukünftig zu erarbeitete Gewinne hoffen und warten muss.

    Zitat 8:
    Lassen Sie mich zum zweiten Grund kommen, weshalb eine Periode mit negativem Eigenkapital für eine Zentralbank unproblematisch ist. Zentralbanken erwirtschaften im langfristigen Durchschnitt stets Gewinne, häufig auch als „Seigniorage“ bezeichnet. (S. 8)

    Meine Erläuterungen dazu: Jordan geht nun (erst auf S.8) auf eine zweite Möglichkeit ein, negatives Eigenkapital wieder aufzubauen: Gewinne erwirtschaften.

    Er kann jetzt die erste Möglichkeit nicht einfach abstreiten. Er setzt somit „Geld drucken“ und „Gewinne erzielen“ bzw. „Seigniorage“ einander gleich. Damit setzt er auch Geld drucken und auf diese Weise Eigenkapital aufbauen einander gleich.
    D.h. abermals: Jordan betrachtet Notenbankgeld als Eigenkapital der SNB.

    Zitat 9:
    „Das Eigenkapital der SNB kann dadurch abnehmen und unter Umständen sogar in den negativen Bereich fallen. Insbesondere reichen in einem solchen Umfeld die Zinserträge und Dividenden auf den Fremdwährungsanlagen bei weitem nicht aus, um die Wechselkursverluste zu kompensieren.“ (S. 10)

    Meine Erläuterungen dazu:
    Jordan betont jetzt sogar, dass Zinserträge und Dividenden nicht ausreichen, um negatives Eigenkapital wieder aufzubauen. Also muss die SNB Geld drucken, um negatives Eigenkapital wieder aufzubauen.

    Zitat 10:
    „Im Extremfall kann sogar ein struktureller Aufwandüberschuss entstehen. Bleibt dieser Zustand negativer Seigniorage dauerhaft bestehen, wird eine Zentralbank gezwungen, Geld zu schöpfen, um die laufenden Kosten zu decken. „ (S. 12)

    Meine Erläuterungen dazu:
    Ein Aufwandüberschuss heisst, die SNB erleidet Verluste und letztlich negatives Eigenkapital. In diesem Fall sei die SNB gezwungen, „Geld zu schöpfen“, d.h. Banknoten zu drucken. Dies, weil die Erträge nicht ausreichen. Also meint Jordan, die SNB könne durch Geld drucken Gewinne erwirtschaften bzw. Eigenkapital schaffen.
    Jordan setzt „Geld rucken“ und eine „Seigniorage erwirtschaften“ einander gleich.

    Zitat 11:
    „Denn mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden.“ (S. 13)

    Meine Erläuterungen:
    Jordan fasst zusammen: „Mit Geld drucken könne Eigenkapital aufgestockt werden“ (mit der Einschränkung: Nicht nachhaltig).
    Also behauptet Jordan auch in seiner Zusammenfassung, dass die SNB durch Geld drucken negatives Eigenkapital aufbauen könne.

    Zitat 12:
    „Die Geldschöpfung erlaubt lediglich, den Zahlungsverpflichtungen vollständig nachzukommen.“

    Meine Erläuterungen dazu:
    Jordan wiederholt sich: Durch drucken von Geld, schaffe die SNB Vermögen, mit dem sie dann ihre Zahlungsverpflichtungen abbauen könne.
    Er betrachtet somit Notenbankgeld abermals als Vermögen und damit als Eigenkapital der SNB.
    Jordan übersieht zudem, dass es gar nie zu negativem Eigenkapital der SNB kommen könnte, wenn es ihr denn tatsächlich möglich wäre, Zahlungsverpflichtungen durch Geld drucken jederzeit vollständig nachzukommen.
    Es ist also bewiesen, dass Jordan unmissverständlich behauptet, die SNB könne durch Geld drucken negatives Eigenkapital aufbauen.

    SNB-Chef Jordan soll nun endlich einmal zu seinen Aussagen stehen.

    Alles andere ist einer Schweizerischen Nationalbank unwürdig.

    Marc Meyer

    • @Dr. Meyer

      Sie ignorieren den wesentlichen Nebensatz in den Ausführungen von Herrn Prof. Dr. Jordan: „(…), weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann.“

      Ausserdem verwechseln Sie Buchhaltung mit Produktion. In keinem Betrieb entstehen die Produkte durch die Buchhaltung. Ein Aktivum muss zuerst geschaffen werden, bevor es in der Buchhaltung erscheint. Genau so wie ein Produktionsbetrieb sein Produkt im Prinzip ohne Aktivum erschaffen kann (Rohmaterial + Arbeitskraft), die dann als Buchhaltungsresidium – nur der zum Periodenende verbleibende Lagerbestand wird aktiviert – in der Bilanz erscheinen, kann auch die SNB ihr Produkt jederzeit ohne Aktivum erschaffen (Papier + Druckerfarbe).

      Produktion ohne Aktivum? Stellen Sie sich einen mittelosen, aber sehr guten, einwandrei ausgebildeten Schreiner mit hervorragendem Ruf vor. Kann dieser Tische und Stühle produzieren, diese verkaufen und daraus Gewinn erzielen, ohne über Aktiven zu verfügen? Ja: Er mietet alle notwendigen Geräte inkl. Schreinereiräumen auf Zeit (zahlbar bei Rückgabe), kauft Holz auf Rechnung (30 Tage Kredit), produziert Tische und Stühle „aus dem nichts“ und verkauft sie. Da seine Produkte wirklich erste Qualität sind, hat er nach 1 Monat 50% mehr Geld eingenommen als Gerätemiete, Holz und sein Lebensunterhalt gekostet haben. Er beschliesst eine provisorische Bilanz zu erstellen und stellt fest: Den Gewinn von 50% kann er vollumfänglich dem Eigenkapital zuschlagen.

      Auch die SNB braucht keine Aktiven, um Liquidität zu schaffen. Liquidität (in CHF) ist ihr Produkt. Und zudem hat sie darauf noch das Monopol.

      In Extremis: Würde man heute die SNB gründen, könnte man das ohne jegliches Eigenkapital machen. Ausgestattet mit dem Notenmonopol kann die SNB zum Drucker gehen und z.B. 500 Mia CHF drucken lassen. Der Drucker will dafür sagen wir 10 Mio CHF. Die kann er gleich behalten, die SNB erhält also 499’990’000’000 CHF in frischen Banknoten. Diese können die Banken gegen Sicherheiten erwerben (Repogeschäft) und bezahlen der SNB dafür z.B. 2.5% Zins. Nach einem Jahr hat die SNB mit dem Zins einen Gewinn von 12.5 Mia erwirtschaftet, der vollumfänglich dem Eigenkapital zugeschrieben wird. Sie sehen, die SNB kann tatsächlich über den Gewinn aus ihrer Geschäftstätigkeit und über Zeit (Jordan: „langfristig“ sic!) Eigenkapital generieren.

      Das ganze funktioniert sowohl beim Schreiner wie bei der SNB nur mit Vertrauen. Mein Schreiner und die SNB haben diesbezüglich zum Glück kein Problem.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @Escher

      Jordan behauptet aber, dass die SNB allein durch drucken von Geld Eigenkapitsl schaffen kann.

      MfG

    • @Escher

      Wenn Sie Notenbankgeld mit einem erdtellten Möbel vergleichen, so verwechseln Sie wie Jordan Aktiven und Passiven.

      Möbel = Aktivum

      Notenbankgeld = Passiven

      MfG

    • @Dr. Meyer

      „Wenn Sie Notenbankgeld mit einem erdtellten Möbel vergleichen, so verwechseln Sie wie Jordan Aktiven und Passiven.“

      Die Kunden des Schreiners haben ihre Rechnungen in Form von Holzlieferungen beglichen. Sie möchten aber das Möbel erst später abholen (auf Sicht). Dafür verrechnet der Schreiner 2.5% Zins auf dem Gegenwert des Möbels (Repogeschäft). Da dem Schreiner die Möbel nicht mehr gehören, er diese bzw. deren Gegenwert in CHF auf Verlangen aber jederzeit liefern muss, tauchen diese in der Bilanz nicht mehr auf der Aktivseite auf, sondern werden als Schuld auf der Passivseite geführt.

      Genau gleich verhält es sich bei der SNB:

      Der Druck von Banknoten erzeugt ein Aktivum, das in dem Moment wo es einer Bank ausgeliefert wird als Passivschuld geführt wird, übrigens wie die Gutschrift eines Kredites bei einer Geschäftsbank. Bei Giroguthaben gilt dasselbe, nur dass der „Druck“ rein digital erfolgt. Würde man die Bilanz nach Lieferung der Banknoten aber vor Lieferung bzw. Gutschrift an eine Bank erstellen, wären die frischen Banknoten ein Aktivposten. Niemand käme allerdings auf diese absurde Idee.

      Dass Sie Herr Dr. Meyer diese Zusammenhänge als Nationalökonom nicht verstehen, kann ich kaum glauben.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @Escher

      Genauso wie der Schreiner die Möbel auf Sicht liefern muss, genauso muss die SNB sif Sicht Devisen liefern.

      Sind die teilweise nicht mehr da, weil Euro gefallen ist SNB Konkurs.

      Danke

      MfG

    • @Escher

      Genauso wie der Schreinet Mobel liefern muss, muss die SNB Devisen liefern.

      Auch Sie widersprechen jetzt Jordan, der nehauptet, die DNB müsse keine Devisen liefern.

      Einverstanden.

      MfG

    • @Escher

      Sorry – so einen konstruierten Unsinn habe ich noch selten gelesen.

      Z.B. Schreiner verlangt Zins auf Vorauszahlung von Kunden
      Oder Verkauf von Möbel sei wie ein Repo-Geschäft und dergleichen.

      Sorry.

    • Einfach genial, der Escher – wie anno dazumal. Tut mir leid, Dr. Meyer, aber ich glaube, Sie haben hier Ihren Meister gefunden. Allein die Häufung Ihrer Tippfehler spricht Bände…

    • Hallo Frau Niggli,

      die Tippfehler von Dr. Meyer scheinen mir einem Smartphone geschuldet…

      Herr Escher huldigt der Banknote, in diesem Punkt ist Herr Escher meilenweit von Genialität entfernt.

      Geldscheine sind keine Banknoten.

      Man nehme:
      a) einen Metallrohling und präge ihn zu 5 Franken,
      b) einen Papierrohling und drucke ihn zu 10 Franken.

      Sehr geehrte Frau Niggli, es gibt da keinen prinzipiellen Unterschied, in beiden Fällen werden Franken produziert.

      Eigentümer dieser Franken ist der Staat Schweiz, es handelt sich in beiden Fällen um Staatsgeld.

      Kein Staat der Welt benötigt zwingend eine Zentralbank, Geld gibt es selbstverständlich auch ohne eine Zentralbank.

      Die „offizielle Banknotendarstellung“ ist falsch.
      Es sind gar keine Banknoten im Spiel.

      Erklärt man die Vorgänge mit Staatsgeld, dann gibt es keine Kuriositäten. Es wird auch keine „besondere Buchhaltung bei der SNB“ benötigt, die Herr Escher erkannt haben will. Alles ist mit ganz normaler Buchhaltung sauber zu erklären, ich habe hier auf IP sämtliche Bilanzen und Buchungssätze geliefert.

      Freundliche Grüße!

    • @havenstein

      Nein. Die SNB kann nicht Banknoten drucken und diese auf der Aktiv- und Passivseite haben.

      Da Notenbankgeld Fremdkapital der SNB ist, haben die Gläubiger der SNB jederzeit auf Sicht, d.h. sofort, das Recht, ihre Guthaben von der SNB zurückzufordern.

      Die SNB muss dann Devisen verkaufen und den Gläubigern geben.

      Besitzt sie deren nicht mehr genug, so ist die SNB Konkurs.

      mfG

    • @Hardy

      Besten Dank für Ihre Schützenhilfe in Sachen Smartphone und Sandra Niggli.

      Allerdings verwechseln Sie leider Eigenkapital und Fremdkapital. Sie sollen aus Fremdkapital über die Staatsschatzkammer Eigenkapital kreieren.

      Geht leider nicht.

      mfG

    • @Sandra Niggli

      Also Sie meinen, der anonyme „Escher“ habe mir den Meister gezeigt mit seinen wirren Buchungssätzen?

      Fehlanzeige.

      Bin übrigens im vorigen Beitrag zu früh an die „Enter-Taste“ gekommen.

      Ist deswegen jetzt alles falsch, was ich geschrieben habe und die SNB kann „Geld aus dem Nichts“ schöpfen?

      Sandra – Sie machen es sich einmal mehr zu einfach.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  36. @havenstein, Escher, Zueribanker

    Lächerlich, wie sich die „anonymen Freunde der Nationalbank“ gegenseitig den Ball zuschieben und sich auf die Schultern klopfen.

    Lächerlich für eine Nationalbank.

    Ist unsere Nationalbank nicht fähig, einmal fachlich auf den Kern der Problematik einzugehen?

    Geht es nur über Anonymität und Verdrehung der Argumentation?

    Einfach nur beschämend für eine Nationalbank.

    Marc Meyer

    • @Dr. Meyer

      ich habe keinerlei persönlichen Bezug zur SNB. Aber ich bin Schweizer Bürger und übe hier meine politischen Rechte aus, insbesondere die Meinungsäusserungsfreiheit.

      Hören Sie doch auf mit Ihren sachfremden Unterstellungen. Sie machen sich nicht gerade glaubwürdig und als Gesprächspartner uninteressant.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      Forderungen werden in der CH mit CHF beglichen, nicht mit EK. Das ist durchaus üblich. (Lieferanten werden mit Kontokorrentkredit bezahlt, etc.)
      Nur selten wird ne Kaperhöhung gemacht um ne Rechnung zu begleichen.

      Mein einziger Bezug zur SNB ist der, dass ich 3 blaue im Sack habe mit deren Namen drauf.

      Und wenn Sie meine Kommentare effektiv durchgelesen hätten, würden Sie meine Haltung gegenüber der SNB kaum als unkritisch bezeichnen.

      Beste Grüsse

    • @Escher

      Sie schrieben eingangs meine Beiträge seien „belustigende Zwischenrufe“ und jetzt beschweren Sie sich, ich schreibe nicht sachdienlich.

      Zudem ich sei ich kein interessanzer Gesprächspartner. Ja warum schreiben Sie mir dann?

      Dass Sie nicht zut SNB gehören ist ja klar. Erkennt man einfach.

      Sie sind Schweizer Stimmbürger.

      Unter dem Namen „Escher“?

      MfG

    • @havenstein

      Bei einem Devisengeschäft ist die Vetbindlichkeit in Franken mit Devisen zu erfüllen.

      Gilt auch für SNB.

      mfG

  37. @Herr Dr. Meyer,

    Also lieber Herr Dr. Meyer, das ist ja nun schon wirklich tausendmal gesagt worden. Die SNB kreiert dadurch direkt kein EK.
    Durch Kaperhöhung kreiert sie direkt EK.
    Durch den Druck von CHF (Banknoten der Einfachheit halber) kauft sie EURO (Banknoten der Einfachheit halber).

    Buchungssatz: Eurocashbestand / Notenumlauf.

    Die Bilanz wird verlängert.
    Die Menge CHF steigt im Verhältnis zur Menge Euro, somit steigt der nominelle Wert eines EURO in CHF.
    Die Assetseite wird höher bewertet in CHF, Kursgewinn.

    (Natürlich in der Annahme die Menge Euro bleibt gleich. Ansonsten muss sie schneller CHF printen als die EZB Euro kreiert.)

    Wie gesagt ist ein Teufelskreis, aber Ihre inkorrekten Ausführungen, Vermischung der jeweiligen Aussagen, etc. sind der Diskussion nicht hilfreich. Aufgrund ihres know-hows, etc. wissen Sie das ja nur zu gut.
    Der Groll gegen das Institut SNB ist verständlich. Bringt aber nix und die heutigen Personen sind sowieso nicht dafür verantwortlich.

    Mit besten Grüssen

    • @havenbrei
      Ihre Kommentare triefen nur so von rationaler Ignoranz. Diese Kuchen, welche sie da in Dr. Meyer`s Backofen zu schieben versuchen, hat er alle schon längstens aufgegessen. Und : Ist ihnen vielleicht schon einmal der Gedanke gekommen, dass er sich wegen ihnen ständig wiederholen muss ?

    • @Rolf Laager

      Sehr geehrter Herr Laager

      Vielen Dank für Ihre klaren Worte.

      Die „anonymen Freunde der SNB“
      Versuchen alles, um Verwirrung zu stiften und mich zu diskreditieren.

      Immer und immer und immer wieder.

      Allerdings schaden die damit nur der Nationalbank selber – und den Schweizer Steuerzahlern – also u.a. ihnen selbst.

      Danke und freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  38. @Herr Escher,

    Ein Nachtrag zur Verteidigung von Herrn Dr. Meyer/Touristiker am Beispiel des Landes der schlechtesten Schifahrer:

    Austria vergibt Mia Gratiskredite zur Tourismusförderung an Skilifte/Hotels.
    Deswegen hat dort jeder Heustadl nen super Wellnessbereich. (Jeder hat Schulden unters Dach, der Staat ist pleite, der Euro muss gedruckt werden um das zu finanzieren ,etc. Janu bei 0% Zins spielt’s ja keine Rolle)

    Via den Kauf von Euro, Offenmarktpolitik, Vergabe an Bankkredite durch repofähigkeit der jeweiligen Papiere, etc. transferiert die SNB schon die CHF Ersparnisse dorthin.
    Jeder geht dorthin in die Ferien da die Wellnessbereiche viel schöner sind.
    Das Schweizer Hotel bekommt aber keine Gratiskredite, sondern bezahlt wohl 6%. Die Kapitalkosten für dieses Zeugs ist immens. (ein einfacher Sessellift von 1400 m auf 2000 kostet etwa 18 Kisten…)
    Dadurch kann man niemals konkurrieren denn wenn man die Zinskosten auf das Hotelzimmer etc umschlagen will, ist man schon Konkurs bevor das Wasser im Whirlpool eingelaufen ist.

    Es ist ein Teufelkreis, es hilft nur noch die Kolchose!

    • @havenstein

      Sie verdrehen alles. Absicht? Unvermögen?

      Dass ein Anstieg des Euro zu Gewinnen und damit zu einem Anstieg des Eigenkapitals der SNB führt, bestreitet niemand.

      Was ich bestreite ist die Aussage von Herrn Jordan, wonach die SNB bei negativem Eigenkapital einfach Banknoten drucken und so das Eigenkapital der SNB wieder aufstocken könne.

      Die Steuerzahler werden die SNB in diesem Fall rekapitalisieren müssen. Hat das Herr Jordan auch nur einmal zugegeben?

      Bitte versuchen Sie nicht immer abzulenken und auf meine Person zu spielen. Klar?

      Danke

      mfG

      Marc Meyer

    • @Dr. Meyer

      „Was ich bestreite ist die Aussage von Herrn Jordan, wonach die SNB bei negativem Eigenkapital einfach Banknoten drucken und so das Eigenkapital der SNB wieder aufstocken könne.“

      Das hat Herr Jordan aber eben gerade *nicht* gesagt. Das ist Ihre, Herr Dr. Meyer, Verkürzung dessen was Herr Prof. Dr. Jordan über 13 Seiten lang detailliert erläutert. Es wird nicht wahrer, wenn sie es immer wieder behaupten.

      Freundliche Grüsse
      Escher

  39. Sehr geehrter Herr Escher,

    Ihre Meinung teile ich zu 100%. Natürlich ist mein Kommentar überzeichnet formuliert, und alle sind es ja nie. (Ein bisserl Würze braucht die Diskussion ja. 🙂 )Trotzdem denke ich, ist man grösstenteils der Meinung, dass das süsse Gift des Gelddruckens die Lösung der Probleme ist. (Die gute Rede von Herrn Weidmann mit Bezug auf Göthe’s Faust ist mir noch in Erinnerung.)

    Mit grösstenteils meine ich da noch am Wenigsten die SNB und ihr Chef, die versuchen ja nur krampfhaft ein Ausgleich der verschiedenen Interessen zu finden. (Was sicher nicht einfach ist, und ich auch nicht wüsste wie man es besser täte.)
    Wie sie korrekt erklären, ist die SNB ja auch nur eine Gefangene des Systems, da das ja weltweit (inklusive Ost/West, emerging markets, etc etc.) passiert.
    Wie sie wissen, wird das „race to the bottom“ weitergehen, competetive Devaluation. China hat grad den nächsten grossen Zyklus losgetreten.

    Da wir nun wissen, dass ja die sogenannten Devisen am Schluss Richtung bottom tendieren, (nicht durch Abschreibung wie Herr Meyer fälschlicherweise behauptet, sondern durch Verwässerung aufgrund ihrer Aufblähung), ist es auch nur nachvollziehbar, dass die SNB versucht in Aktien (assets statt Papiergeld) zu diversifizieren. Was soll sie denn auch sonst machen?
    Skilifte bauen wie Herr Meyer fordert? Oder Asylantenheime? Ja wer bekommt denn den gratis Kredit zur einheimischen Förderung der Wirtschaft? Sie oder ich?

    Was ich allerdings stark kritisiere, ist die Teilnahme von Herrn Jordan im Abstimmungskampf zur Goldinitiative.
    Die SNB wäre überhaupt nicht eingeschränkt gewesen, sondern hätte nur 1/3 der Bilanzausweitung in Gold fliessen lassen müssen. (bis 1992 waren es 66% glaubs, oder?)
    Das ist die einzige Art einer Währungsreserve welche keine intrinsische Schuld widerspiegelt, fungibel, movable, etc, aber Ihnen muss ich wohl die pro’s und con’s nicht aufzählen.
    (Gut ein steigenden Goldpreis will man sicher nicht, da dieses die inhärente monetäre Inflation für die Masse sichtbar machen würde.)

    Insbesondere bei der sich verschärfenden politischen Situation, etc
    all unserer „Freunde, Beschützer und Wohltäter“ braucht man Währungsreserven welche „politisch unabhängig“ sind.
    Deswegen bauen es ja die „bösen“ Länder auf.
    Nützt ja nix wenn die Ami’s/EU einem bei Nichtbefolgen der Anweisungen das Konto einfrieren. Ist wie bei den Kindern: „Wännt nöd folgsch, chunnsch kei Sackgeld über!
    Da kann man nämlich gleich den Kolonisationsvertrag unterschreiben, etc. Nur zur Pistenpräparation am Lauberhorn braucht man nun wirklich keine Armee, Demokratie, etc etc.

    Die Diskussion wäre da beim Punkt angelangt, wo liegen die Devisenreserven, sind sie verpfändet oder nicht, hat man die uneingeschränkte Verfügungsgewalt, etc,

    Aber das ist ein anderes abendfüllendes Thema was nicht nur die SNB betrifft sondern das ganze Spektrum des Landes, von Armee über EU, IMF, Neutralität, fremde Vögte, Bankgeheimnis, Staatsquote, Föderalismus, etc. etc.

    Janu, das ganze ist halt wohl einfach der grosse Zyklus der Zeit. (Verfassungszyklus gemäss Aristoteles, Plato, Machiavelli, etc.)

    Mit besten Grüssen

    • @havenstein

      Nicht ablenken.

      Bleiben Sie beim Kern.

      Was geschieht bei negativem Eigenkapital der SNB.

      Beweisen Sie mir buchhalterisch, wie die SNB durch drucken von Geld ibr Eigenkapital wieder aufstocken kann, wie SNB-Chef Jorden behauptet.

      Das ist die Kernfrage.

      Danke

      Marc Meyer

  40. Man muss auch verstehen wollen, so kompliziert ist es nun wirklich nicht. Aber was nicht sein darf ist nicht. Aber Wenn’s um die SNB mit ihrer masslosen Devisenzockerei geht werden offenbar Vernunft ausgeschaltet und einfachste Bilanzierungs- und Buchhaltungsregeln in den Wind geschlagen. Es ist schicht peinlich und einer Demokratie unwürdig, dass sich die SNB und ihre Exponenten einer sachlichen auseinandersetzung verweigern. Dabei ist die Situation ernst genug. Weiter so Hr. Dr. Meyer, auch wenn Klartext schmerzhaft ist.

  41. @ Herr Meyer

    Dass Sie andere Meinungen nicht akzeptieren wissen wir.

    Dass Sie meine wertenden Kommentare nervös machen wissen wir mittlerweile auch.

    Dass Sie mir deswegen Buchungssätze und Pseudonyma unterschieben ist schlechter Stil.

    Haben Sie das nötig?

    Sie schaden Ihrem Ruf damit und auch der Institution wo Sie als Handels-Lehrer tätig sind!

    mfG
    Zueribanker

    PS: An alle Kommentatoren: Unter google und Pseudonym „Zueribanker“ finden Sie den ganzen Schriftverkehr mit Herrn Meyer- auch meine Argumente.

    • @Zueribanker

      Sie haben den Buchungssatz geschrieben

      „Dr. Meyer an Nichts“

      Stehen Sie dazu.

      Im Übrigen enthält Ihr Kommentar leider wieder nur Polemik und stellt einmal mehr einen Angriff auf meine Person dar.

      Sie tun das zudem im Schutze der Anonymität.

      mfG

  42. @Zueribanker

    Der Kommentator Escher schrieb weiter unten:

    „Doch selbst dann: In diesem Fall könnten die Banken einen Schadensersatz von (in Ihrem Beispiel) 100 Milliarden CHF geltend machen, oder vielleicht auch 200 oder 300 Milliarden CHF – der konkrete Betrag ist egal. Die SNB kann den „Schaden“ immer in CHF auszahlen.

    Sie antworteten an Escher:

    „Besten Dank für Ihren differenzierten und sachlichen Kommentar, den ich voll unterschreibe. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Versachlichung der Thematik.“

    Erstens:

    Am 2. August schrieben Sie mir den „Buchungssatz“: „Dr. Meyer an Nichts“ und nun spielen Sie den „Saubermann“ und loben die „Versachlichung der Thematik“.

    Zweitens:

    Escher behauptet, die SNB könne einen Schaden beheben, indem sie Franken auszahle.

    Beides zeigt, dass Sie fachlich die Problematik nicht verstehen oder verstehen wollen und zudem kommen Ihre Zeilen bei mir „heuchlerisch“ herüber.

    Sie schreiben wohl anonym, haben aber doch eine ganz enge Beziehung zur Nationalbank. Nicht wahr?

    Ihre tendenziösen Kommentare schaden letztlich der Nationalbank.

    mfG

    • @Dr. Meyer

      „Escher behauptet, die SNB könne einen Schaden beheben, indem sie Franken auszahle.“

      Sie zitieren wie üblich nur was Ihnen gefällt und ohne jeglichen Kontext. Lesen Sie selbst nach.

      Die Diskussion mit Ihnen macht wirklich Spass, weil Sie immer wieder neue Argumente hervorzaubern. Ich nehme an, Sie machen das aus didaktischen Gründen, um uns herauszufordern. Denn natürlich wissen Sie selbst ganz genau, dass der Irrtum in Ihren Argumenten zu finden ist.

      Toll, wie Sie das machen! Ich bewundere Sie.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @Escher

      Haben sie doch gesagt. Oder?

      Ich gehe auf die Kernrgumente ein.

      Zuerst schrieben Sie, meine Beiträge seien belustigende Beiträge und jetzt sind Sie beleidigt?

      Übrigens fehlt mir – wie bei Züribanker und allen anonymen SNB – Freunden ein fachliches Argument.

      MfG

  43. Wieso will man mittels Währungsabwertung überhaupt Arbeitsplätze schaffen in der CH?

    Das Land hat ja gar keine freien Resourcen. Infrastruktur ist komplett überlastet, Uebervolkerung, es herrscht faktisch Vollbeschäftigung und für jeden Job muss ein Ausländer importiert werden.

    Mich als Bürger interessiert nur GDP per capita.

    Der einzige Profiteur ist der Staat, es werden mehr Autonummern gelöst, etc etc.

    • Unsere Nationalbank verwechselt Deflation und Depression.

      Sie meint, weil die Preise tief seien drohe eine Depression. Das ist aber falsch. Wir haben im Gegenteil eine Hochkonjunktur. Es besteht wirklich kein Grund, panikartig Devisen für 500 Milliarden zu kaufen.

      Das war völlig unnötig.

      Details: „Die SNB und das Deflationsgespenst, IP

      mfG

    • @Dr. Meyer
      …na ja, wenn man alle Assets anschauen würde, also inkl. Aktien, Immobilien und Bonds, dann haben wir wohl eine Inflation. Da wird die Blase bald platzen.

  44. @havenstein

    Eine starke Nachfrage nach Schweizer Gütern führt zu einer starken Nachfrage nach Franken.

    Und wir sollen ja eine starke Nachfrage nach Schweizer Gütern.

    mfG

  45. @Häschen

    „Die Wenigen, die das System verstehen, werden dermassen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, dass aus ihren Reihne niemals eine Opposition hervorgehen wird. Die grosse Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird seine Last ohn Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, dass das Systen ihnen feindlich ist.“
    Gebr. Rothschild

    „Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“
    Henry Ford

  46. Nach einer kurzen Abwesenheit bin ich wieder zurück. Entschuldigung für die Tippfehler auf dem Smartphone.

    Wenn ich die Kommentare überfliege, so stelle ich fest, dass es leider immer noch Kommentatoren gibt (insbesondere Hardy, Züribanker, Escher), die den Kern der Problematik nicht verstehen oder nicht verstehen wollen und teilweise versuchen, die Diskussion ins Lächerliche zu ziehen.

    Der Kern des Missverständnisses liegt darin, dass immer nur ein Aktivum ein Zahlungsmittel sein kann. Notenbankgeld ist ein Zahlungsmittel für dessen Inhaber. Das kann das Publikum sein (bei Banknoten) oder das können die Banken sein (bei Giroguthaben).

    Die Banken können also mit ihrem Notenbankgeld von der SNB Devisen kaufen. Die SNB muss dann Devisen liefern. Hat sie davon nicht genügend, so ist sie Konkurs.

    Notenbankgeld ist umgekehrt aber niemals ein Zahlungsmittel für die SNB – im Gegenteil – das ist ja genau die Schuld der SNB.

    Deshalb kann die SNB mit Notenbankgeld ihre Schulden nicht begleichen bzw. abtragen. Oder bilanztechnisch ausgedrückt: Bei einer Verringerung der Schuld wird die Bilanz verkürzt. Wenn aber die SNB die Notenbankgeldmenge vergrössert, so wird dadurch die SNB-Bilanz verlängert.

    Die Konklusion ist, dass die SNB illiquide werden kann. Wenn die SNB aber das Gegenteil behauptet, so macht sie sich haftbar, weil sie behauptet, ihre Gläubiger würden im Falle von negativem Eigenkapital keine Verluste erleiden. Das stimmt aber nicht: Auch die Gläubiger der SNB können Verluste auf ihren SNB-Positionen erleiden.

    Aus diesem Grund ist mit Klagen zu rechnen, falls die SNB ihr „Schrottportefeuille“ an eine Bad bank abtreten wollte. Die Banken können dann mit Recht argumentieren, die SNB habe ihnen versprochen, dass sie keine Verluste erleiden im Falle von negativem Eigenkapital.

    • Lieber Herr Dr. Meyer, genau so ist es.

      Und es ist völlig egal, ob man Schrottpapiere in einer Unternehmensbilanz lässt, oder sie auf eine Tochtergesellschaft auslagert:
      Sofern der Schrott sich nicht mehr im Wert erholt, muss er irgendwann abgeschrieben werden – zu Lasten der Aktionäre.

      Und in unserem Falle, bei einer Zentralbank, eben auch und vor allem zu Lasten des Volkes. Weil das Produkt der Zentralbank unser eigenes Geld ist – welches bei einem Abschreiber eben weniger wird. Also muss man es wieder auffüllen, will man keine Deflation erleiden (und ja, an alle Schlaumeier hier, dieser Satz war mit Bedacht gewählt..)

      Lassen Sie sich daher bitte nicht von all den Schaumschlägern hier auf dem Blog aus der Fassung bringen.

      Denn dasselbe Phänomen sehen wir inzwischen ja bei allen brisanten Staatsthemen (Stichwort ‚angebliches Chaos‘).

      Alles nur Ablenkung von den Fakten, um nichts tun zu müssen bzw. die aktuellen Profiteure weiter profitieren zu lassen.

      Denn das Volk ist Regierungen wie Zentralbanken völlig schnuppe, wie die Währungsgeschichte durchweg zeigt.

      Daher halte ich auch das ständige Geblöke um die sog. „Unabhängigkeit“ einer Zentralbank entweder für Propaganda oder schlicht Idiotie..

    • Niemand muss seine assets liefern zur begleichung einer obligation in der ch.
      Chf ist legal tender, somit muessen forderungen in chf beglichen werden.
      Der zugriff auf die aktiven erfolgt erst beim konkursverfahren einer firma.
      Auch bei der snb. Die kann aber nie unter konkursverwaltung gestellt werden.

    • @ Dr. Jürgen Ott

      Lieber Herr Ott

      Ja es gibt Leute hier, die kommentieren vollkommen verantwortungslos.

      Schade

      Freundliche Gruesse

      Marc Meyer

    • @hbs

      Notenbankgeld ist legal tender – jawohl – aber für die Banken – nicht für die SNB.

      Die Banken können damit etwas kaufen von der SNB.

      MfG

    • Lieber Herr Dr. Meyer
      Lieber Herr Dr. Ott

      Wir sind endgültig im Traumland angekommen. Fakt ist:

      1. Der CHF ist einziges legales Zahlungsmittel in der Schweiz. Alle Schulden in der Schweiz können legal mit CHF beglichen werden, da rechtlich gesehen keine anderen Währungen als Zahlungsmittel gelten.

      2. Die SNB verfügt gemäss NBG über das Notenmonopol. Das bedeutet, sie kann so viele CHF drucken (ja, auf Papier), wie sie will. Endlos, zumindest solange sie das Papier und den Drucker bezahlen kann – was sie immer kann, solange dieser in der Schweiz sitzt.

      3. Die SNB stellt den Banken Liquidität zur Verfügung, in dem sie mit diesen Geschäfte betreibt. D.h. eine Bank kann der SNB Devisen und Effekten anbieten, und erhält dafür gegen Verzinsung Giroguthaben gutgeschrieben. NB Verzinsung heisst, die Bank bezahlt der SNB den Zins (Reposatz).

      4. Die SNB nimmt Liquidität zurück, in dem die Banken der SNB die Devisen wieder abkaufen und den Gegenwert auf deren Girokonto belastet. Ausserdem kann die SNB mit Schuldverschreibungen, sog. SNB Bills, Liquidität abschöpfen. Dabei erwerben die Banken SNB Bills und der Gegenwert wird ihnen vom Girokonto abgebucht.

      5. Die Girokonto sind direktes und gesetzliches Zahlungsmittel – wie Banknoten. D.h. eine Bank kann über das Geld auf dem Girokonto verfügen, als wäre es Bargeld.

      6. Die Girokonti und der Notenumlauf werden in der SNB Bilanz als Passivkonto geführt, weil sie tatsächlich eine Schuld der SNB gegenüber den Banken darstellen. Nämlich die Schuld, den Wert der Banknoten bzw. Kontoguthaben gegen den effektiven Gegenwert einzutauschen. Da seit Abschaffung des Goldstandards der Gegenwert in jedem Fall wieder in CHF ausgedrückt wird, kann die SNB immer in CHF bezahlen, und davon hat sie jederzeit genug, sie 1.

      7. Die SNB ist eine Zentralbank, keine Geschäftsbank. Diese Tatsache hat weitreichende Konsequenzen, z.B. die, dass die Buchhaltungsregeln eines normalen Geschäftsbetriebes nicht helfen, um die Bilanz der SNB zu lesen oder zu verstehen. Insbesondere die Tatsache, dass Liquidität der Banken auf der Passivseite der SNB erscheint, scheint einigen hier wirkliches Kopfweh zu bereiten. Nochmals: Die SNB ist eine Zentralbank, keine Geschäftsbank. Die üblichen Bilanzierungsregeln der Geschäftsbanken sind daher auf die SNB nicht direkt anwendbar und es ist wenig hilfreich, wenn man das versucht.

      Es ist selbstverständlich legitim, all das zu kritisieren oder gar als Hokuspokus darzustellen. Es ist auch legitim, gesetzliche Änderungen zu verlangen. Nicht legitim ist hingegen, anderen Vorzuwerfen Sie verstünden nichts von der Sache und hätten sich daher aus der Diskussion herauszuhalten. Besonders absurd wird letzteres, wenn der Adressat dieser Aufforderung die SNB selbst bzw. ihr Chef sind.

      Freundliche Grüsse
      Escher

  47. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    Leider geht die Diskussion immer um die technisch falsche Annahme, dass eine Notenbank in ihrer eigenen nominellen Währung illiquide werden kann.

    Ihre Kritik/Bedenken bezüglich der „Qualität“ der Assetseite der Bilanz und dessen explosionsartigem Wachstum sind ja mehr als berechtigt. Ebenfalls transferiert die Notenbank CHF Ersparnisse ins Ausland,

    Denke es wäre wichtig, wenn ein renommierter Volkswirt mal die Diskussion beginnen würde, dass man mit Geld drucken niemals Wohlstand schafft, sondern einzig und allein umverteilt. (Von unten nach oben, Cantillon Effekt, vom CH Sparer zur Finanzierung von Defiziten in all möglichen Teilen der EU, vom französischen Sozialdept. bis bin zum Flughafen Berlin, etc.)

    In der CH scheint sich nun wirklich jeder einig zu sein, dass eine Abwertungspolitik/Explosion der Notenbankbilanz der einzig wahre Segen ist. Natürlich, Banken, Politiker, Exporteure finden es gut. (Stinnes und Thyssen taten es auch.)
    Bezahlen tut es der CHF Sparer. Der versteht’s nicht, oder es interessiert ihn nicht. (typischer Effekt, wenn das „sparen“ immer mehr staatlich organisiert ist, sprich 1-2 Säule. Man muss sich nicht selbst drum bemühen, die „Spezialisten“ machen’s schon gut…)

    Wenn man nur schon im Blick die Headlines liest: „Wie lange bleibt der Franken so schön schwach? Jubel, Jubel.
    Nur noch ein Wimbledon Sieg von Federer beschert mehr Freude im Land.

    Meine, die Auswirkungen von unendlich explodierenden Notenbankbilanzen sind ja bekannt.

    Aber eben, this time is different. Und wir haben ja ein roten Pass. Da gelten die physikalischen Gesetze nicht für uns, denn uns Schweizern geht’s immer gut, ist ein Naturgesetz.

    Wenn’s so einfach ist, wieso macht man das denn nicht schon immer so?
    Länder mit agressiver Abwertungspolitik hatten ja immer den grössten Wohlstand und ne breite Mittelschicht….

    Herrn Jordan ist ja eigentlich hoch anzurechnen, dass er nicht noch viel agressiver agiert, er würde von jedem auf Händen getragen. Er könnte ja auch jedem monatlich nen Scheck schicken, das Volk würde eine unendliche Sommerparty feiern.
    Weiss gar nicht wieso wir überhaupt noch Steuern bezahlen.
    Bei 0% Zinsen kann ja die öffentliche Hand seine Ausgaben gratis mit Neuverschuldung finanzieren, gibt ja kein debt serving.
    Somit ist die Höhe der Verschuldung komplett irrelevant.

    Man kann eine CH-Infrastrukturbank gründen. Mit Staatsgarantie können die zu 0% bonds emittieren. Man kann bei jedem Skilift ne Sitzheizung einbauen, jedem Asylantenheim sein Whirlpool, etc etc.
    Und ne staatliche Leasing-Bank. Zu 0% Zins kann jeder Bürger nen Bentley leasen.
    Und Mindestlohn von 3000. Wieso nicht 10000? geht’s uns doch viel besser, die Wirtschaft wird angekurbelt, etc, oder?

    • Schön geschrieben, leider nur auf der IP-Plattform. Erreicht die vor sich hin dösenden Schafe nicht.

    • @havenstein

      Teile Ihre Auffassung in weiten Teilen. Nur damit habe ich Mühe:

      „In der CH scheint sich nun wirklich jeder einig zu sein, dass eine Abwertungspolitik/Explosion der Notenbankbilanz der einzig wahre Segen ist.“

      Genau damit hat die SNB am 15.1. gebrochen (endlich!), nachdem sie viel zu lange genau auf diese Politik gesetzt hat.

      Dass sich alle einig seien, diese Politik weiterzuführen, kann ich allerdings nicht erkennen. Im Gegenteil. Die einzigen die jammern sind die üblichen Verdächtigen, die eigentlich ungeachtet der aktuellen wirtschaftlichen Lage immer jammern: Linke, Tourismus, andere Staatsprofiteure *).

      „Wie lange bleibt der Franken so schön schwach? Jubel, Jubel.“

      Das sind die feuchten Träume der genannten Kreise. Die haben nicht verstanden, was passiert. Nicht der Franken ist schwach, sondern der Euro. Bzw. der ist gemessen an der Tatsache, dass die meisten Euro-Länder schon längst de facto pleite sind, eigentlich noch viel zu hoch bewertet. Glücklicherweise schafft die EZB da Abhilfe und scheint auch langsam erfolgreich zu sein. Meine Deutschen Kollegen sind zwar jeweils ziemlich empört, wenn ich ihnen deutlich mache, dass nicht der CHF aufgewertet hat, sondern der EUR abgewertet wurde und wird (die CHF nehmen sie dann allerdings gerne entgegen und gehen damit im Heimatland übers Wochenende einkaufen…)

      *) Die Linken jammern, obwohl der Staat seine Ausgaben in den letzten 20 Jahren um 100% erhöht hat, die Sozialausgaben überproportional gestiegen sind, noch nie soviele Einnahmen an die staatlichen Institutionen auf allen Ebenen flossen und die Staatsquote folgerichtig weiter über 30% liegt. Der Tourismus jammert immer, noch nie hat man von einem (Schweizer) Touristiker gehört, er sei mit dem Jahresergebnis zufrieden. Die Staatsprofiteure aller politischen Richtungen schliesslich jammern aus professionellen Gründen, weil sie sich davon mehr Geld für sich und ihre Clientel erhoffen.

  48. ein Buch mit 6 1/2 Siegeln. Kann halt nicht jeder der Rainman sein. 🙂

    Ja, hat ja auch niemand behauptet dass man damit EK aufbaut. Man muss halt nur immer agressiver die Bilanz verlängern und immer mehr der bestehenden Positionen kaufen, dann steigen die auch. (Begggar thy neighbour policy.) Chli blöd wenn das dann am Schluss alle machen, dann bleibt bald nix mehr gegen das man abwerten kann….

    Und mit dem Sugus, janu, man kann halt nicht alles haben.
    Dafür kommen immer für alle genügend Nötli aus dem Bancomat, jeder bekommt seine Zuwendungen, man darf weiter die Milliarden verpülvern. Wär ja auch blöd, wenn am Schluss noch zuwenig Geld da wäre, also das kann man nun wirklich nicht gebrauchen. Dafür kann man dann auch immer schön mitpalavern an den Aperos, Klimakonferenzen, Kulturförderung, Kohäsionszahlungen, Etwa 10’000 Gesetze wo dann 100’000 überwachen, Jedem Spinner sein Diplom und so weiter und so fort.
    Das koschtet alles. Isch ja schön, so ein guter teamspirit, alle haben es glatt miteinander, wir machen mit und es herrscht eine gute Gruppendynamik und es wird geschaut für einen.

    1992 hat das Schweizer Volk über das Nationalbankgesetz, IMF Beitritt, Aufgabe der 60% Golddeckung der Notenbankgeldmenge abgestimmt.

    Vor kurzem hat man über eine Initiative abgestimmt, wo zumindest 1/3 der Bilanzverlängerung in Gold geflossen wäre. Es wurde vom Volk klar verworfen.

    Somit ist diese SNB Politik klar und deutlich vom Volk legitimiert.

    Natürlich, wer kann denn auch solche obstacles gebrauchen. Banken sicher nicht. Politiker noch weniger. Und wenn in einer Demokratie mal 50% mehr vom Staat kassieren als bezahlen, das Volk auch nicht. Da könnte man ja plötzlich nicht mehr einfach alle Defizite decken, etc etc. Eine Notenbank die an solche Korsette gebunden ist, das geht ja aber auch gar nicht…

    So was aber auch. Typisch die altmodischen Leute vom Stammtisch. Ewig von gestern. Rückstandig und immer in der Vergangenheit. Die Welt geht vorwärts, man muss mit der Zeit gehen, etc. Das ist ja völlig gegen eine weltoffene Schweiz, die sich einbringen will in den wichtigen internationalen Gremien, ala UNO, EU, IMF, Weltbank, etc etc. (Nato wär wohl der nächste Traum..)
    Heute braucht man doch eine aktive, progressive, flexible, unabhängige Nationalbank, welche die Probleme aktiv und weltoffen angeht. Die Probleme flexibel, zielgerichtet und situationsgerecht angeht. Agieren kann. Ihren Beitrag leistet zur internationalen Stabilität des Finanzsystems und so weiter und so fort.

    Nun, das ist genau was sie tut, die gute SNB, Hort der Stabilität, Rückgrat des Landes, etc.
    Im Gegensatz zu allen anderen Ländern kann hier niemand behaupten er hätte nicht drüber abstimmen dürfen.

    • Ich lese zwischen Ihren Zeilen mit mir gemeinsame Ansichten heraus… Das Problem ist wohl, wenn Sie sagen, dass das Volk alles legitimiere, dass dieses ziemlich ahnungslos ist (inkl. „akademische“ Kreise und auch viele sog. Volkswirtschafter) und von den staatlich geförderten Propaganda-Medien auch noch permanent falsch oder zumindest fahrlässig oberflächlich und lückenhaft informiert wird. (- Nur bloss nichts nachdenken müssen, und alles muss in lockeren 30-Sekunden-Häppchen verabreichbar sein, sonst zappt der Konsument weg.) – Und die meisten Politiker und andere „Führungspersönlichkeiten“, die sich ins Rampenlicht drängen, sind eh ahnunglose Kakophoniker, die zur allgemeinen Verwirrung kräftig beitragen…

  49. Wenn dann mal wieder irgendwo der Bäcker/Nestle/Beizer/Elektrizitätswerk, etc seine gestiegenen Kosten für Weizenimporte, etc weitergeben will/muss, sind die Nahrungsmittelspekulanten, Hedgefundheuschrecken, Kapitalisten, Ausbeuter, Profteure, etc, schuld, elende Gauner, Schieber, etc! Besteuert Sie, Friert den Brotpreis ein, zerrt sie aus den Backstuben und konfisziert den Teig und die Gipfeli!!!!

    • @havenstein

      Bitte nicht do aggressiv.

      Richtig: Die Importeure sollten die Preissenkungen weitergenen.

  50. Die Sorge von Herrn Dr. Meyer ist komplett unbegründet.
    Genauso wie die SNB in ihrer eigenen Währung immer unendlich liquid bleiben wird, tut es auch die EZB, Bank of Japan, FEd, etc etc.
    (Nominell.)

    Auch die Bank of Zimbabwe, Deutsche Reichsbank, John Law’s Bque Royale und unendlich weitere Zentralbanken in der langen Geschichte und Saga von FIAT Money blieben immer liquid, in ihrer nominellen eigenen Währung.

    • Das mag schon sein, aber was haben diese Zentralbanken resp. die Bürger am Ende für ihre Währung noch gekriegt? – 100’000 CHF für ein Sugus?
      Im übrigen spricht Herr Meyer vom zweiten Konkurskriterium neben der Illiquidität, nämlich der Ueberschuldung. Und mit Gelddrucken kann die Zentralbank nicht ausradiertes Eigenkapital wiederbeschaffen, sondern nur die Bilanz verlängern, bei bleibendem Kapitalloch. – Ist leider ein umumstössliches Buchhaltungs-„Naturgesetz“. Aber vielleicht sind die sog. Doppelte Buchhaltung und die sog. Offenmarktpolitik Bücher mit zuvielen Siegeln für Sie?

    • So ist es, sehr geehrter HBS,

      aus der Sicht von Herrn Dr. Meyer gibt es da aber ein kleines Problem:
      Die Franken-Scheine sind ja angeblich Banknoten, also Schuldscheine der SNB, und zwar Schuldscheine, die auf Sicht eingelöst werden müssen, Banknoten eben.

      Mit solchen Schuldscheinen könnte die SNB die Geschäftsbanken niemals endgültig befriedigen.
      Die Geschäftsbanken könnten sofort etwas fordern für die auf Sicht einzulösenden Schuldscheine/Banknoten.

      Wenn man erkennt, dass die Story von den Banknoten nur ein Lügenmärchen ist, dann ist alles plötzlich ganz einfach.

      Im Moment möchte Herr Dr. Meyer das aber noch nicht wahrhaben.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      „Mit solchen Schuldscheinen könnte die SNB die Geschäftsbanken niemals endgültig befriedigen.
      Die Geschäftsbanken könnten sofort etwas fordern für die auf Sicht einzulösenden Schuldscheine/Banknoten.“

      Das ist nicht richtig. Die Geschäftsbanken können nur CHF fordern, keinen realen Gegenwert. CHF kann die SNB unbeschränkt liefern.

    • Hbs hat leider nicht verstanden, dass Liquidität ein Aktivum ist, Notenbankgeld jedoch ein SNB – Passivum.

      Ergo kann SNB illiquide werden.

      SNB kann nicht Gold oder Euro oder Dollar erschaffen.

    • Sehr geehrter Herr Escher,

      Sie schreiben:
      „Das ist nicht richtig. Die Geschäftsbanken können nur CHF fordern, keinen realen Gegenwert. CHF kann die SNB unbeschränkt liefern.“

      Eben, so ist es:
      Die SNB liefert den Geschäftsbanken CHF.
      Schweizer Franken, und keine Banknoten, die auf Schweizer Franken lauten.

      Wenn die SNB bei Orell Füssli den Druck von Zetteln in Auftrag geben würde, auf denen steht, dass die SNB gegen diese Zettel Franken zahlt, dann wären diese Zettel Banknoten der SNB.

      Eine Banknote ist immer ein Schuldschein der emittierenden Bank.

      Schweizer Franken hingegen sind auch dann keine Schuldscheine, wenn sie aus Papier sind.

      Nicht alles, was aus Papier ist, ist auch ein Schuldschein.

      Bitte, lesen Sie meinen von Ihnen kritisierten Beitrag noch einmal, dann werden Sie vielleicht erkennne, dass mein Beitrag nicht falsch war, wie Sie meinten.

      Freundliche Grüße!

  51. Wer soll denn diesen Fond kaufen? Der Bund? Mit höherer Bundessteuer? Oder bondemissionen? Welche dann wieder die PK’s kaufen zu 0% Zins? Oder wenns dann die nicht mal mehr kaufen, die SNB selbst via QE? (Es werden weltweit mehr Govt. bonds von Notenbanken gekauft als emitiert werden.)
    Ein anderen Lender of the last Resort als die Notenbank gibt’s ja nicht.
    Oder der schöne Gimmick ala 2007/8.
    Man swapped es in eine hedge fund structure auf den Caymans. Dann hat die SNB einfach diese Fondanteile mit den Grümpel drin? Es sieht dann einfach niemand mehr, die Bilanzposition heisst „other assets“ und niemand fragt? (X-Beispiele, schon bei parmalat wurds so gemacht.)
    Besser man lässt es so wie es ist, wenigstens spart man sich Millionen Kosten für Anwälte, etc und es bleibt transparent.
    (Weshalb wohl Ihre Idee am Schluss dann noch aufgegriffen wird…)

    nein nein, das dreht sich im Kreis.

    „Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein nur ein anderer.“ Amschel Mayer Rothschild

    Man wird sich noch wundern, wieviel CHF Ersparnisse über den Weg des Banksystems, IMF, Weltbank, Europarat, ESM, Staatsbonds in die Taschen von lateinamerikanischen Bauspekulanten, Windparkerbauern dessen Windparks nie stehen, Berliner Flughäfen, französische Sozialhilfen, Griechische Zinszahlungen, etc etc etc geflossen sind.
    Und Herr Dr. Meyer, Das Buchhaltungskonto „Investition im Ausland“ würde ich da nicht verwenden. Spenden wären eher korrekt. 🙂

    • @hbs
      SNB idt in der Schweiz kein lender of last resort.

      Sie investiert nicht mal 1 Prozent in der Schweiz.

  52. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

    ich teile Ihre Besorgnis über die vergange Strategie der SNB, einen Hedge-Fund aufzubauen. Man sollte aber fairerweise daran erinnern, dass es Herr Jordan’s Vorgänger, Hildebrand, war, der diese Strategie verfolgte. Konsequenterweise arbeitet er jetzt auch bei einem der grössten Hedge- Funds der Branche, insofern war er einfach am falschen Ort.

    Nicht einig bin ich mit Ihrer Argumentationsweise. Sie stellen ein hypothetisches Szenario auf, kommen dabei (richtigerweise) zum Schluss, dass dies kein sinnvolles Szenario ist. Dann aber gehen Sie hin und attackieren die SNB, als hätte sie genau dieses Szenario schon umgesetzt:

    „Sein Guthaben bei der SNB ist also nicht mündelsicher angelegt, wie die SNB behauptete und er bisher glaubte. Möglichweise wird bereits dies zu Klagen bei der SNB führen, denn die Notenbank hat falsche Versprechen gemacht, die sie nicht einhalten kann. Wir kennen genügend Beispiele, in denen Banken haftbar gemacht wurden für Versprechen, die sich nicht halten konnten.“

    Hier vermischen Sie Realität und ein hoch hypothetisches Szenario, das niemand in der Schweiz wirklich will. Die SNB hat in Bezug auf Ihr Szenario (SNB Bad Bank) nichts unernommen und nichts versprochen. Demzufolge gibt es auch keine Falschaussage. Und somit keine Notwendigkeit für einen Portfoliomanager, sich Sorgen zu machen.

    So lange keine SNB Bad Bank realisiert wird gilt jedenfalls: Die SNB kann in CHF nicht insolvent werden. Damit fällt Ihre ganze These in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

    Klar, es ist richtig und wichtig, dass auch solche Szenarien in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Ihr Beitrag ist dafür wertvoll und zu verdanken. Meine Bitte und Aufforderung an Sie ist, dass sie klarer trennen zwischen einem hypothetischen Szenario und seinen Implikationen einerseits und der Realität anderseits.

    Freundliche Grüsse
    Escher

    • @Escher

      Erstens:

      Hildebrand und Jordan haben gemeinsam im Jahre 2010 die ersten zweihundert Milliarden Euros gekauft bei Euro / Franken 1.4. Nachher war Jordan auch immer dabei bei den weiteren Zukäufen. In seinem „Grundsatzreferat“ war es Jordan der die katastrophalen Rechtfertigungen für das „Geld aus dem Nichts“ lieferte. Jordan ist somit mitschuldig am jetzigen Desaster der SNB.

      Zweitens:

      Ja – es ist und bleibt richtig, dass die SNB den Investoren das Versprechen gibt, dass ihre Anlagen bei der SNB im Falle von negativem Eigenkapital nicht schlechter gestellt seien als wenn ihr Eigenkapital positiv wäre.

      Zitat Jordan:

      „Die Gegenparteien einer Zentralbank mit vorübergehend negativem Eigenkapital sind demzufolge nicht schlechter gestellt als solche einer Zentralbank mit einem grossen Eigenkapitalpolster.“

      (Siehe: „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital““, S. 6)

      Jordan behauptet also, dass negatives Eigenkapital der SNB den Wert der Guthaben der Banken bei der SNB nicht schmälert.

      Jordan übersieht, dass bei negativem Eigenkapital der SNB die kreditgebenden Banken ihre Guthaben bei der SNB wertberichtigen müssen.

      Wenn beispielsweise die Banken bei der SNB Guthaben besitzen im Wert von 500 Milliarden und die Devisenanlagen der SNB sind nur noch 400 Milliarden Franken wert, so müssen die Banken 100 Milliarden wertberichtigen.

      Einfach und logisch.

      Wenn also Jordan behauptet, das sei nicht so, die Guthaben der Banken könnten in deren Wert nicht fallen, so ist das ein falsches Versprechen an die Kunden.

      Jordan und die SNB machen sich durch solche Falschaussagen haftbar.

      Jordan garantiert für die Sicherheit von SNB-Anlagen und begründet das mit der „märchenhaften Geldschöpfung aus dem Nichts“.

      Die SNB kann aber durch Emission von Geld nicht Vermögen schaffen. Deshalb kann Jordan auch nicht für die Sicherheit der SNB-Anlagen garantieren. Die SNB macht sich durch solche Falschaussagen haftbar. Die Banken werden von der SNB im Falle von negativem Eigenkapital möglicherweise Schadenersatz fordern.

      Das kann die Schweiz teuer zu stehen kommen.

      Drittens:

      Sie behaupten:

      „So lange keine SNB Bad Bank realisiert wird gilt jedenfalls: Die SNB kann in CHF nicht insolvent werden. Damit fällt Ihre ganze These in sich zusammen wie ein Kartenhaus.“

      Sie machen es sich einfach – wie die SNB.

      Lernen Sie zuerst einmal die Grundlagen der Buchhaltung bevor Sie – analog der SNB – einfach unqualifizierte Behauptungen aufstellen und kolportieren.

      Die SNB ist Konkurs, sobald ihre Aktiven unter Wert ihrer Schulden fallen. Alles andere ist Scharlatanerie.

      MfG

      Marc Meyer

    • @Dr. Meyer

      „Wenn beispielsweise die Banken bei der SNB Guthaben besitzen im Wert von 500 Milliarden und die Devisenanlagen der SNB sind nur noch 400 Milliarden Franken wert, so müssen die Banken 100 Milliarden wertberichtigen.“

      An diesem Punkt sind wir uns nicht einig und werden es wohl auch nicht werden. Ein Guthaben der Banken von 500 Milliarden CHF bleibt vollumfänglich im exakten Gegenwert von CHF 500 Milliarden erhalten, ob die SNB nun positives oder negatives Eigenkapital aufweist.

      Allenfalls könnte für Ihr Argument sprechen, sollte die SNB sich verpflichten, Devisen im Gegenwert von 500 Milliarden CHF zu liefern, aber nur noch solche von 400 Milliarden in den Büchern hat.

      Doch selbst dann: In diesem Fall könnten die Banken einen Schadensersatz von (in Ihrem Beispiel) 100 Milliarden CHF geltend machen, oder vielleicht auch 200 oder 300 Milliarden CHF – der konkrete Betrag ist egal. Die SNB kann den „Schaden“ immer in CHF auszahlen.

      „Lernen Sie zuerst einmal die Grundlagen der Buchhaltung bevor Sie – analog der SNB – einfach unqualifizierte Behauptungen aufstellen und kolportieren.“

      Ihre persönlichen Angriffe sind entlarvend und ausserdem gänzlich unnötig.

    • @ Escher

      Besten Dank für Ihren differenzierten und sachlichen Kommentar, den ich voll unterschreibe. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Versachlichung der Thematik.
      Allerdings zeigt die Reaktion weiter unten, dass der Weg hierzu noch weit ist!

    • @Escher

      Erstens
      Nein, die SNB kann einein Schaden nicht bezahlen, indem sie Banknoten druckt. Warum nicht?

      Ein Schaden ist eine offene Schuld. Wenn die SNB Banknoten druckt, so werden ihre Schulden noch grösser.

      Zweitens:

      Sie schrieben mir, meine Beträge seien „amüsante Zwischenrufe“ und sind beleidigt, wenn ich Ihnen sage, Sie sollten Ihre Grundlangen in Buchhaltung verbessern.

      Bitte messen Sie nicht mit verschiedenen Massstäben.

      Und dass Ihnen der Züribanker Recht gibt, ist ja klar – er hat beste Beziehungen zur SNB. Er wird immer der SNB Recht geben. Selbst wenn diese Aktiven und Passiven miteinander verwechselt und 50 Milliarden Verlust schreibt in einen halben Jahr.

      mfG

    • @Dr. Meyer

      Sie sollten wirklich an Ihrer selektiven Wahrnehmung arbeiten, Herr Dr. Meyer.

      Ich hatte geschrieben:

      „Hier auf IP dient Ihr hinlänglich bekannter Standpunkt bestenfalls als amüsanter Zwischenruf, mit allem (grossem) Respekt für Ihren ungebrochenen Enthusiasmus.“

      Dies, nachdem ich Ihren Standpunkt respektvoll gewürdigt hatte und zum Schluss kam, dass Sie besser politisch aktiv werden sollten, wenn Sie denn etwas bewegen wollten. Ich habe also nicht Ihren Artikel als amüsanten Zwischenruf bezeichnet, sondern darauf hingewiesen, dass er als genau das hier auf IP eingesetzt (missbraucht?) wird.

      Ihre beleidigenden Anwürfe an mich und andere lassen mich kalt, denn sie fallen direkt auf Sie zurück.

      Freundliche Grüsse
      Escher

  53. Danke Herr Michi, hab erst vorhin gemerkt dass Herr Dr. Meyer der Artikel geschrieben hat. Trotzdem, sollte dies kein Problem sein, wird wohl weitergeleitet.
    Was Frau Widmer-Schlumpf anbelangt: Wie soll ich was besser machen, bin doch nicht Bundesrat, doch ziemlich informiert wie die Dame tickt. Und sowas sollte ich doch schreiben können. Gleichgültige Menschen gibt es genug!
    Schönen Gruss
    dami

  54. SUPER HERR HÄSSIG, WIE SIE COURAGIERT ÜBER DIE SNB SCHREIBEN. und wann erfahren wir von der „offiziellen Presse“ damit das Volk endlich wach wird??? eine solche Meldung? Alle Sesselkleber?
    Ja für mich als Privatperson mache mich grosse Sorgen, denn die Arroganz gewisser Herren bei der SNB wird uns sehr, sehr viel kosten. Und was macht die gute Frau Schlumpf??? Hoffe nur sehr, dass sie abgewählt wird. Sie arbeitet nicht für das Volk!

    • Sehr geehrter dami

      Der Autor dieses Artikels war nicht Herr Hässig. Bedanken Sie sich bei Herr Dr. Meyer.

      Über Frau „Schlumpf“ kann man geteilter Meinung sein. Ich würde mich aber hüten etwas zu kritisieren was ich selber nicht besser machen kann. Kritisieren ist halt immer einfacher….

      MfG
      Michi

    • Ich denke ‚mal, dass EWS gar nicht weiss, welch explosives Süppchen bei der SNB gekocht wird. – Ich denke nicht, dass Sie die Zusammenhänge versteht (z.B. Doppelter Buchhaltung und Offenmarktpolitik). Hat’s ja nie richtig gelernt, wie viele sog. „Oekonomen“ ebenfalls nicht (und die Juristen schon gar nicht…), die nur auswendig lernen konnten, um durch die Prüfungen zu kommen, und heute bloss gelernten, weit verbreiteten Unsinn nachplappern. – Und aus den (Staatspropaganda-)Medien lernt sie dies schon gar nicht.