Todesfall überschattet ZKB-Party

Vizedirektor stirbt in externem Bewerbungsgespräch – Bank wollte ihn nach 35 Jahren nicht mehr als Private Banker.

Heute feiert die Zürcher Kantonalbank mit viel Brimborium den 200-Millionen-Umbau ihres Hauptsitzes. Morgen wird einer ihrer erfahrensten Kaderleute zu Grabe getragen.

R.A. war Vizedirektor und rund 35 Jahre bei der Bank. Vor 2 Wochen verstarb er an einem Herzinfarkt, als er sich gerade in einem Bewerbungsgespräch mit der Sanktgaller Kantonalbank befand.

R.A. war auf Jobsuche, weil ihn sein Vorgesetzter bei der ZKB nicht mehr länger im Private Banking haben wollte. Seither suchte die Bank für ihn intern etwas Neues, wie eine Sprecherin sagt.

„Der plötzliche Tod von R.A. hat uns alle überrascht und sehr betroffen gemacht“, meinte sie. Er habe sich „in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis bei der Zürcher Kantonalbank“ befunden.

In ihrer Todesanzeige schrieb die ZKB am Samstag mit Absender „Geschäftsleitung und Mitarbeitende“ von der „hilfsbereiten und loyalen Art“ des verstorbenen 51-Jährigen.

Dieser war seit der Lehre bei der Bank. Man werde ihn „in dankbarer und guter Erinnerung behalten“.

Das tragische Ableben gibt innerhalb der ZKB zu reden. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf den Druck im Private Banking des Staatsinstituts.

Viele Kaderleute stiessen in den letzten Jahren von der UBS und anderen Banken zur ZKB.

Es herrsche ein neuer Ton, der nicht zur alten Kantonalbank passe, sagt eine Quelle. Die Rede ist von ständig neuen Forderungen und herrischem Befehlston.

Ältere Mitarbeiter und Kaderleute, welche sich nicht an die rauhen Sitten gewöhnt seien, würden darunter besonders leiden, sagt ein Insider.

Junge reagierten demgegenüber offensiv.

Viele gut ausgebildete Private Banker der ZKB in ihren Dreissigern oder Anfang 40 bewerben sich bei der Konkurrenz. Ihre Löhne liegen weit unter dem Schnitt.

Die Verantwortung für die Entwicklung wird beim Chef des ganzen Privatkundengeschäfts gesehen.

Christoph Weber heisst der, er ist seit 2008 bei der ZKB und seit Ende 2013 Nummer 2 in der operativen Hierarchie. Würde der CEO ausfallen, dann wäre Weber der neue Chef.

Weber, der mit seinen äusserlichen Attitüden wie einem teuren Aston Martin ins Bild der neuen Herren der ZKB passt, hätte das Private Banking der ZKB auf die Schweizer Landkarte setzen müssen.

Damit ist er offenbar gescheitert.

Die Ziele, welche die grösste Kantonalbank des Landes im Geschäft mit den Reichen unter den Kunden erreichen wollte, waren viel zu hochgesteckt und abgehoben.

Im Geschäftsbericht 2010 sagte Webers Chef, ZKB-CEO Martin Scholl, dass eines der vorrangigen Ziele der Bank für die nächste Periode sei, „uns im Private Banking zu etablieren“.

Mittels einer eigentlichen Offensive wollte die ZKB eine „bevorzugte Adresse für Schweizer Private Banking“ werden.

Was das hiess, hielt sie ebenfalls schriftlich fest. Sie wollte unter die Top-Fünf von Swiss Private Banking.

Wie das gehen sollte, darüber gingen die ZKB-Chefs in ihrer trunkenen Zukunftsvision locker hinweg.

Die ZKB hätte hinter UBS, CS, Pictet und Julius Bär die grösste Privatbank werden müssen. Noch vor der Genfer Lombard Odier und vor der Basler Sarasin, die zur Safra wurde.

Und auch die Tessiner BSI und die Genfer UBP hätte sie hinter sich lassen müssen. Die Zürcher Vontobel sowieso.

Wie das? 2010 wies die ZKB in ihrem Jahresbericht 39’000 Kundenbeziehungen im Private Banking aus, mit insgesamt 36 Milliarden verwalteten Vermögen.

Ein Jahr später war von Aufbruch noch nichts zu sehen.

Im Gegenteil, gemäss Geschäftsbericht 2011 hatten sich die verwalteten Vermögen im Private Banking auf 34 Milliarden reduziert.

Das war definitiv nicht die richtige Richtung. Wie es danach weiterging, darüber herrscht Schweigen. Die ZKB-Führung hörte auf, für ihr Private Banking separate Zahlen zu publizieren.

2010 grosse Ambitionen verkündet, diese mit Zahlen unterlegt, und dann nichts mehr: ein untrügliches Zeichen fürs Scheitern.

Tatsächlich kam es in den folgenden Jahren zu Reorganisationen.

Es wurden Teams für Key-Clients hin- und hergeschoben und eine Zweiklassengesellschaft innerhalb des Private Bankings eingeführt.

Genützt hat es wenig. Die ZKB schaffte den Sprung in die Oberliga der helvetischen Vermögensverwaltung nicht.

Kaum verwunderlich. Die Bank ist gross geworden mit dem Mittelstand des wichtigsten Wirtschaftskantons des Landes und den Hypotheken für die vielen Einwohner des Kantons.

Hingegen hat es im Zürcher Private Banking, wo die ZKB als Erstes sich einen Namen schaffen müsste, mehr als genug Adressen.

Das Scheitern wollten die Chefs sich nicht eingestehen. Mit teuren Managern von aussen versuchten sie, das Steuer herumzureissen.

Diese setzten die gestandenen internen Mitarbeiter und Kaderleute unter Druck. Entweder ihr liefert, oder dann könnt ihr gehen.

Das passierte R.A. Der Berater galt laut einer Quelle als äusserst beliebt bei den Kunden, und er habe lange alle seine Ziele erfüllt. Damit hatte es R.A. zum Vizedirektor gebracht.

Plötzlich genügte er nicht mehr. Sein Chef teilte ihm dies vor einigen Wochen mit. Das hiess: interne Jobvermittlung.

Die Personalabteilung wurde eingeschaltet, man habe Optionen geprüft, heisst es bei der Bank. Gefunden hatte man bis Ende Juli nichts.

R.A. suchte ohne das Wissen der ZKB nach externen Alternativen – vermutlich zum ersten Mal seit seiner Lehre. Bei der Vorstellung in der Ostschweiz versagte ihm das Herz.

Kommentare

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  1. Da sagt man doch immer, es gäbe einen Unterschied in der Personalbehandlung zwischen staatlichen Instituten und den in ausländischer Hand befindlichen Grossbanken?

  2. Die zkb hat keinen stiel und kein pietätsgefühl im umgang mit todesfällen. Ich habe diese bank in den 90ern verlassen nachdem mein vorgesetzter in der mittagspause tödlich verunglückte. Während tagen wurde sein team im ungewissen gelassen. Sei arbeitsplatz blieb über wochen unberührt.an der beerdigung wurde das unverzeiliche verhalten der bank gegenüber den angehörigen vom pfarrer angesprochen. Ich habe damals die kosequenzen gezogen und die bank kurze zeit später verlassen. Eine firma die sich von einer dermassen pietätlosen seite zeigt wollte ich mir nicht länger zumuten. Wie es scheint hat man nichts hinzu gelernt.

  3. Ziele setzten ist OK nur ist es wichtig den Mark zu kennen und daran die Ziele abzuleiten. Der Markt kann nicht gezwungen werden. Der Kunde kauft was ihm Nutzen bringt. Das diese Einsicht in den Chefetagen leider nicht vorhanden ist lässt ein schlechtes Bild auf diese Vorgesetzten fallen. Zeigt jedoch auch wie weltfremd und zum Teil selbstherrlich gearbeitet wird.
    Solch langjährige gutetablierte Mitarbeiter sind mehr wert als jeder grossspurig auftretende Manager der nur seine persönlichen Ziele verfolgt.
    Es ist eine Schande für die ZKB Führung
    Ziele falsch gesetzt- nicht erreicht und Mitarbeiter verheizt.
    Ein schlechter Stil. Bescheidenheit und Seriosität wären angebracht.

  4. Bankangestellte und Lohnbezüger mit einem Aston Martin, Ferrari, Bentley, etc. sind mir suspekt. Banken die solche Typen beschäftigt werden von mir prinzipiell gemieden!

  5. Mein Tipp:
    Wenn es Euch beim Arbeitgeber nicht mehr gefällt, dann kündigt. Anschliessend 3 Monate Auszeit nehmen und das Leben geniessen. Mit neuen Kräften einige Bewerbungen schreiben. Dank eurer Erfahrung findet ihr wieder einen Job. Vielleicht ein bisschen schlechter bezahlt, dafür habt ihr wieder Freude am Job und gesundheitlich geht es euch wieder viel besser. Wer macht den ersten Versuch?

    • @obialf……vielleicht hat es ja gar nichts damit zu tun, dass einem der Job oder der Arbeitgeber grundsätzlich nicht gefällt. Auch schon mal überlegt, dass die Art und Weise der „Führung“ in der ganzen Finanzbranche zum Schreien ist?? Eine Grundsatzfrage, nicht Detail. Grundsätzlich ist ihr Ansatz überlegens- und nachahmungswert. Doch menschenverachtende „Führung“ ist vom Grundsatz her zu verachten. Die Verantwortlichen sollten endlich sich auf das liebenswerte Menschsein besinnen.

    • @Lungo: da gebe ich Ihnen recht. In den oberen Etagen ist der Faktor Geld immer noch wichtiger als der Faktor Mensch. So kann es nicht weiter gehen. Warten wir mal ab, was alles in den nächsten Wochen noch passiert…….

    • „Entfernen musste“? Etwa Zensur? Oder hat jemand seine Beziehungen spielen lassen?
      Mich wundert es eh, warum z.B. der Tagesanzeiger mit seinem Researchdesk selten eine gute Story im Bankenbereich findet, obwohl es weiss Got genügend Material gäbe. Sind die Journis dort etwa gekauft? Oder unfähig? Oder etwa Beides gleichzeitig?

  6. @Heinz weiss: dieser Journalist hatte wenigstens so viel Flughöhe, dass er – gemäss ihnen – „fallen“ konnte. Sie haben scheinbar noch keine Höhe erlangt, um gewisse Dinge verstehen zu können. Zu tief mit drin??

    • … und Respekt, LH war an der Beerdigung von R.A. Ein weiterer Beweis, dass er seine Arbeit ernst nimmt und auch Gefühl zeigt.

  7. Schade um die einst tolle ZKB. Zum Glück muss ich mir dies nicht mehr antun! Ex-CEO Vögeli war zwar auch nicht fehlerfrei. Aber er hatte doch wenigstens noch menschliche Züge. Dies kann man leider von M. Scholl und Ch. Weber weniger behaupten. Der tragische Vorfall hat sehr wohl indirekt etwas mit der aktuellen Führungskultur zu tun. Pfui ZKB-Geschäftsleitung und Marktgebietsleiter!

  8. Herr R. A sel. war mein Kundenberater über 25 Jahre ein aeusserst kompetenter , lieber und hilfbereiter Mensch. Was Ihm .. von der Filiale Meilen angetan hat ist fast nicht zu beschreiben. Jeder kann sich das selbst vorstellen.

  9. Wie tief muss man als „Journalist“ fallen, um solche Artikel schreiben zu müssen. Was für ein pietätsloser Mist..

    • Der Artikel ist wichtig und richtig.
      Besser als das Geschreibsel der Bosse in der Todesanzeige allemal. Hätten sie ihn vorher besser behandelt würde er wohl noch leben…

  10. Ich habe fast 50 Jahre gearbeitet, viele Chefs kennen gelernt. Doch niemand war schlechter, unkompetenter und menschenverachtender als einige der ZKB-Oberen. Leistung bringen muss man an den meisten Orten, kein Problem. Doch „führen“ heisst nicht, nur Druck aufsetzen, Intrigen spielen, selber NICHTS können. Wer menschlich führt erzielt nicht weniger gute Resultate – hart, kompetent und fair. Diese „Chefs“ (Möchtegerns) verdienen keinen Respekt.

    • @Davide: Es gibt wohl sehr viele Leute, die während ihres Berufslebens unter inkompetenten Chefs gearbeitet haben. Ich könnte da auch ein paar aufzählen. Waren alles Handlanger von ganz oben (VR, GD).

    • @Davide: Kann ich zu 100% nachvollziehen; ich hatte leider auch ein paar Chefs, die nicht einmal als Sesselfurzer etwas taugten.

  11. Was bitte hat der tragische Tod von R. A. mit Hässigs Lieblingsstorie zu tun. M.E. missbraucht der Autor das traurige Ereignis um eine seiner alten Geschichten aufzuwärmen. Ihm geht es nicht um R. A., in dessen Gesundheitsakten er keine Einsicht hatte, sondern nur um eines seiner Lieblingsopfer (CEO Martin Scholl). Ich mag Weber auch nicht, aber eine eine solche Berichterstattung ist unseriös und der Titel nur reisserisch. Eben der heutigen Zeit angepasst _ niveaulos auf Stufe 20 Minuten, TA oder Blick.

    • Stimmt! Das hat sehr wenig mit Hr. Scholl zu tun, aber leider gehörig viel mit Blender Hr. Weber und dem Marktgebietsleiter Privatbanking rechtes Zürichseeufer …

    • ……….oder Niveau Brandenberger.
      Wer R.A. kannte, über Jahre mit ihm zusammen arbeitete und nahe bei ihm war, der muss die Gesundheitsakte nicht kennen Herr Brandenberger. Er war gesund – ihn hat der Rauswurf nach so langer Zeit als engagierten und loyalen Mitarbeiter völlig fertig gemacht. Obwohl er immer hervorragende Resultate erbrachte. Aber Leute wie Weber oder Scholl haben eben ein bedenkliches Führungsniveau.
      NICHTS daran ist reisserisch, eher viel zu schön dargestellt.

  12. An der „Party“ heute morgen war davon nichts zu spüren. Anstossen und das neue überteuerte Gebäude anschauen. Diese Züri-Büro Geschichte ist wohl interessant. „Financed by ZKB“ …

    • Financed by zkb???? Das ginge ja noch! Financed by steuerzahler, der gipfel ist noch das gratisbuero…

    • Stopp, stopp, stopp!!!!

      Das BüROZÜRI ist eine geniale Idee und perfekt umgesetzt.

      Ich war gestern über Mittag echt begeistert! Ein ganz dickes Lob vom IMMOMAN!

      Hoffentlich wird es weiterhin von möglichst vielen benutzt!

      Es ist auch ein überraschender Blickfang für Passanten (inkl. Touristen). Es wird visuell ersichtlich fleissig gearbeitet!

  13. Ich war im oberen Kader – hab früher immer gesagt, glaubt doch nicht alles, was in den Zeitungen „so böses über uns steht“ – heute als Rentner sage ich „was man in den Zeitungen alles so liest, ist nur die halbe Wahrheit“
    Traurig die Entwicklung – um kein Geld in der Welt würde ich meine Position zurück haben wollen.

    • hola, genau so geht es unzähligen ehemaligen, guten, erfolgreichen und ethisch handelnden ehemaligen ZKB-Kader. Wir alle mussten auch viel arbeiten, aber wenn die Führungscrew durch die Gänge ging, dann haben sie sich immer ehrlich um die Mitarbeiter gekümmert, nachgefragt, Dinge geändert, SIE waren erfolgreich UND menschlich. Die heutige Crew, bis und mit Marktgebietsleiter und einige Teamleiter sind weder erfolgreich noch menschlich. SIE sollen endlich zurücktreten, inklusive der Bankratspräsi Müller

  14. traurig ! aber was noch NICHT rapportiert ist, dass mit dem ZKB-Banker noch tausende andere Schweizer Arbeiter & Angestellte gemobbt worden ! das menschliche Leid sind enorm, der volkswirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden !

  15. Man kann es nie genug erwähnen: als 50+, kann man froh sein, wenn man überhaupt ein Stelle bis Pensionierung behalten darf.

    Das ist bei vielen Unternehmen kaum vorgesehen, da 50+ eher „zu teuer“ werden. Staat interessiert sich nicht dafür, ausser wenn man zum Sozialfall wird.

    Kunden sind wie „Futter“ und Kundenberater „Kanonenfutter“ in einer übermediatisierten Gesellschaft, in welcher der Mensch zum Konsumprodukt degradiert wird. „Zum Kompost, wenn es nicht mehr blüht“

    Leider mangelt es an glücklichen „Recyclingkonzepte“. Heute haben Jugendliche höhere Anforderungen aber viel mehr Möglichkeiten sich neu zu orientieren, dank „Passerellen“-Ausbildungswegen.

    Jugendliche können, wenn sie es wollen, Alte wollen aber können (dürfen) es nicht mehr. Schauderhaft. Dafür hat R.A. ca. 30 Jahre 1.+2. Säule bezahlt. Für sich selbst umsonst…

  16. Gut, gibt es IP: Die anderen Medien schweigen solche Fälle ja grundsätzlich tot.
    Diese scheinheilige Todesanzeige war wirklich daneben! Rainer hat seine Arbeit gut gemacht. Das Problem sitzt hier ganz an der Spitze und eine Ebene drunter…

  17. Viele Leute haben offenbar nie das sehr interessante Buch von Herrn Dr. Christoph Blocher gelesen: „Das Blocherprinzip“. Dort ist klar, worum es geht: Im Mittelpunkt steht der Auftrag. Da kann man nicht lange mit Pychozeugs Federlesis machen und herumbäbelen. Das ist doch klar.

    • Ja, ja, der Herr Dr. Blocher….. Er hat sicher nicht seine Milliarden „nur“ mit Aufträge erarbeitet, wetten?

    • Wir kennen mittlerweile die abfälligen Bemerkungen Herrn Blochers über Kompetenzen die er nicht besitzt. Das Milliardenvermögen deutet zweifelsfrei auf grosse Fähigkeiten hin, ist aber keinesfalls als Beweis dafür zu sehen, dass er alles richtig gemacht hat und in jeder Hinsicht ein allgemeines Vorbild gelten muss.

      Im Gegenteil. Manche seiner Aussagen und Parolen sind weder durchdacht, noch intelligent. Das Blocherprinzip spricht deshalb vorallem diejenigen an, denen das Selberdenken schwer fällt und die darin ein Rezept gefunden zu haben scheinen, alles was sie nicht können (kennen) oder nicht hinkriegen ins Lächerliche zu ziehen.

      Führen heisst mehr, als nur Geld verdienen. Es heisst Verantwortung zu übernehmen, auch den Mitarbeitern gegenüber.

    • Dieses ungute Gefühl beschleicht mich ebenso als ehem. ZKBler … beim Lesen all dieser Hiobsbotschaften. Der frühere weit gewissenhaftere Managementstil, ein ungebrochener Berufsstolz und der (auch bonusmässig) gemeinsam zelebrierte Geschäftserfolg gehören wohl für immer der Rubrik „Tempi passati“ an! Absolut bedauernswert!

  18. herzliche Kondolation an die Hinterbliebenen. Das ist ein weiteres Mahnmal dafür das die ganze CH Bankenwelt egal ob CS, UBS tief krank ist und ein Mitarbeiter wenig zählt. Vergiftet durch Mc Kinsey, Gier, Bonus Geilheit gilt nur noch save my as first und man geht über Leichen.
    Das war vor 20 Jahren ganz anders da waren GD’s noch zum anfassen heute verstecken sich diese CEO’s MxB’s nur noch in Ihren Mahagoni Bunkern und geben der Linie ihre untauglichen Befehle aus. Auch wenn sie den größten Mist produzieren die werden nie hängen gelassen außer am goldenen Fallschirm

    • zu McKinsey: diese macht auch die gesundesten Unternehmen kaputt. denn, wenn eine Firma auch gut funktioniert, wird das McKinsey nicht bestaetigen sondern will die Firma total umkrempeln! – Denn nur so lassen sich hunderte von Beraterstunden verkaufen (daran werden die Partner gemessen) und im weiteren werden die erlangten Kenntnisse dann an andere Firmen in der gleichen Industrie weiterverkauft (so entsteht Konkurrenz und noch mehr Business fuer McKinsey). Beweise: Swissair, UBS (es war gem. Hr. Wuffli die McKinsey welche ihn ins Fixed Income Business draengte! Resultat: zig-zehn Milliarden Verluste)

    • @Armin Hochreutener:
      Sehr schön formuliert. Ich hätte es nicht besser sagen können!

  19. R.I.P. Rainer

    Ich war mit Rainer aufgewachsen und nach der Schulzeit habe ich den Kontakt leider verloren. Nur ab und zu haben wir uns gesehen. Trotzdem bin ich zutiefst bestürzt, was da geschehen ist. Vor allem, wenn ich dann diesen Bericht lese.
    Der Mensch mutiert zur Ware und nur die Leistung, resp., Zahlen zählen noch. Das ist ne Riesenschweinerei. Klar ist es in vielen Branchen genau gleich. Nur Gewinn zählt. Ganz gleich, wer da auf der Strecke bleibt. Doch wollen wir das wirklich ? Muss da immer mehr Reingewinn/Umsatz erzielt werden ? Ganz gleich, zu welchen Kosten ? Wenn ich sowas lese, dann sage ich klar und vehement, Nein, Nein und nochmals Nein. Das kann nicht das Ziel sein !
    Leider nützt dies Rainer nichts mehr. R.I.P.

    • Einen sehr wichtigen Punkt hat Cello aber vergessen: Die Seilschaften. Ein „Angehöriger“ einer Seilschaft kann durchaus damit rechnen, bis zur eigenen Pensionierung in der Seilschaft zu verbleiben. Den nicht dazugehörenden MA fehlt dieses Schutzschild mit zunehmendem Alter.

  20. Zumsteg/ Jll
    Ihr habt scheinbar noch absolut keine Erfahrung . . kann noch kommen.
    Oder noch schlimmer: ihr gehört zu dieser unsäglichen Truppe wie Scholl, Weber, ………..
    Ja, SIE sind stark verantwortlich und weitgehend erfolglos.
    Mann kann auch führen und Erfolg haben, ohne dies so zu praktizieren wie diese Truppe.

  21. Ich möchte nicht wissen wieviele Bankkunden in den letzten Jahren Herzinfarkte erlitten haben, weil die Banken ihr Vermögen verzockt oder sie schlicht dreist abgezockt haben.

  22. An Zumsteg und JLL:
    Ich hoffe nicht, dass ihr beiden euch mal mit 51 n der gleichen Situation wie R.A. befindet…
    Und an JLL: Freche Unterstellung, dass R.A. nicht gearbeitet haben soll.
    Vielleicht entwickelt sich so was wie Empathie bei euch (könnt ja mal googlen um herauszufinden, was das nun bedeutet…)

    • Kann ich Ihnen nur zustimmen.
      Das ist schon frech von JLL.
      Personen wie Diese haben offensichtlich keinen blassen Schimmer wie es als Mitarbeiter oder unteres Kader zu- und hergeht und was für einem Druck man ausgesezt ist. Als mittleres/unteres Kader hat man den Druck von oben und müsste man ihn nach unten weitergeben. Aber wenn man kein Schwein ist, absorbiert man das und setzt sich somit selber unter Druck. Dann – Herzinfarkt!!! R.I.P. R.A.!

    • @rico schmied: gutes Statement, will Sie ja nicht desillusionieren, aber bei gewissen pseudo intelligent daher schreibenden Holzpfosten ist leider Hopfen und Malz verloren…

  23. Die Mitarbeiter der ZKB und auch der Kanton als Besitzer der Bank, sind wirklich zu bedauern. Mitarbeiter fühlen sich anscheinend durch den gewaltigen Druck von oben nicht mehr wohl bei der Bank und suchen neue berufliche Möglichkeiten bei der Konkurrenz und der Kanton läuft mit dem arroganten Turbo-Vorgehen eines Herrn Scholl ein enorm hohes Garantie-Risiko. Sollte sich nämlich das riesige Derivate Portefeuille der ZKB plötzlich auch nur teilweise als wertlos erweisen und sich in Luft auflösen und die infolge notwendigen Wertberichtigungen die Bank in den Abgrund reissen, was bei der aktuellen internationalen Lage auf den Finanzmärkten zu erwarten ist, kann der Kanton Zürich den Konkurs anmelden. Die investierten Summen gehen ins astronomische und übersteigen die finanziellen Möglichkeiten des Kantons bei weitem. Dieser steht aber als Garant für die Verpflichtungen Bank in voller Haftung. Für den Betrachter unfassbar. Diese enormen Risiken die die Herren der ZKB Führung zu Lasten des Steuerzahlers eingegangen sind, legen ein unglaublich verantwortungsloses Geschäftsgebaren an den Tag das seinesgleichen sucht und die Arroganz mit der sie – wie der bedauerliche Fall des verstorbenen Vizedirektor R.A. klar aufzeigt – ihre Mitarbeiter behandeln ist folglich auch nicht weiter verwunderlich. Der Grund für all das liegt aber vor allem in der, so wie es jedenfalls aussieht, absolut fehlenden, gehörigen Aufsicht über die ZKB Führung durch den Kantonsrat. Dieser scheint in seiner Verantwortung als Aufsichtsorgan der ZKB total überfordert und hat, so muss man feststellen, infolge die Kontrolle über Scholl & Co. total verloren. Lehman Brothers lassen grüssen.

    • @Thomas Westermeier:

      Ganz klar: Ueberall in der Wirtschaft wo der Staat seine Finger drin hat, funktioniert es nicht. Der Steuerzahler ist ja der Garant!

  24. Der Fall R.A. steht für die mangelhafte Kompezenz, wenig Menschlichkeit und Scheinheiligkeit im „Privatbanking“ der ZKB.

    Oben der Blender Weber, der mit Reorganisationen sein zunehmendes Scheitern vertuscht. Dann die blinden Regionenleiter, die mit Mantras der UBS krampfhaft Ihre überhöhten Boni sichern wollen. Unten immer mehr junge skrupellose Möchtegern-Privatbankers.

    Beerdigung laut der krass scheinheiligen Todesanzeige von R. A.:
    Morgen Dienstag 18.8.2015, 14.15 ref. Kirche Meilen

  25. „Es herrsche ein neuer Ton, der nicht zur alten Kantonalbank passe, sagt eine Quelle. Die Rede ist von ständig neuen Forderungen und herrischem Befehlston.“

    Also Arbeit?

    „Plötzlich genügte er nicht mehr. Sein Chef teilte ihm dies vor einigen Wochen mit. Das hiess: interne Jobvermittlung.“

    In anderen Branchen und in den unteren Rängen heisst das: Am 30. November ist ihr letzter Tag, danke für Ihre Unterstützung bis anhin.

    • Auch schon mal gearbeitet und in der realen Welt angekommen?? Dann wüssten Sie dass in einem Grossbetrieb wie der ZKB der Druck nicht durch Arbeit – das war für den zuverlässigen leider verstorbenen Mitarbeiter sicher kein Problem – sondern durch Leerlauf, chaotische Führung und aufgeblasene Stäbe entstehen die zunehmend jedem arbeitsamen seriösen Mitarbeiter zusetzen.

    • Gut geschrieben, @Meier

      JLL gehört wahrscheinlich zur Spezis «Raufgekommen weil jemanden gekannt, nicht erarbeitet» oder «Ich denke zwar, ich arbeite, arbeite aber nicht, erdreiste mich in meinem Frust aber, über Verstorbene zu urteilen».

  26. Traurige Geschichte… R.I.P.

    Da erinnert man sich unweigerlich wieder an einen Vorfall vor einigen Jahren in den ZKB-Büros am Tessinerplatz beim Bahnhof ZH-Enge, welcher 3 Menschenleben forderte.

  27. ZKB-Rezept : Man nehme, McKinsey, UBS-Abspringer und würzt mit einem umgebauten Hauptsitz. Im ‚Ofen mit viel Oberhitze‘ garen lassen. Was herauskommt ist, wie die Geschichte zeigt: Ungeniessbar.