SNB ging voll rein in Aktien – auf dem Höchst

Nach Franken-Loslösung alles auf Börse – massiv US-Titel gekauft – nach Euro- kommt jetzt der Aktien-Crash für die Notenbank.

Die Nationalbank steht vor ihrem nächsten Desaster. Nachdem sie bis Juni 50 Milliarden mit dem Euro verspielt hat, verliert sie nun auf Aktien.

Und zwar im grossen Stil. Die Investments der Schweizer Notenbank erfolgten zum dümmsten Zeitpunkt.

Das zeigen Daten aus den USA. Dort muss die SNB ihre Aktienengagements alle drei Monate der Börsenaufsicht melden.

Die Auswertung dieser Tabellen zeigt einen explosionsartigen Sprung der Anlagen in US-Titeln im ersten Quartal dieses Jahres.

Besass die SNB per 31. Dezember 2014 amerikanische Valoren mit einem Marktwert von 26,7 Milliarden Dollar, so schoss diese Summe per 31. März 2015 auf 37,5 Milliarden hoch.

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Das entspricht einem Plus von 40 Prozent, wie die Grafik zeigt. (Quelle: US-Börsenaufsicht SEC)

Danach verlangsamte sich das Tempo wieder. Von April bis Ende Juni stieg der Wert der US-Titel, welche die SNB im Portefeuille hat, nur noch leicht auf 38,6 Milliarden.

Kaum stand die SNB auf die Bremse, endete das Rally an den Märkten. Im Sommer setzte dann die grosse Korrektur ein.

Der extreme Anstieg des Aktien- und Amerika-Risikos zu Beginn des laufenden Jahres fällt in die Zeit der Euro-Wirren.

Die SNB-Spitze löste am 15. Januar den Franken von der Einheitswährung, worauf diese in Franken bewertet von 1,20 auf rund 1 fiel. Inzwischen stieg der Euro wieder gegen 1,10.

Wer gemeint hat, die SNB halte nach ihre 180-Grad-Wende still, sieht sich getäuscht. Die Bank, die zu einem gigantischen, weltumspannenden Hedgefund mutiert hat, kaufte wie verrückt Aktien.

Zero Hedge, ein bekannter Finanzblog, hob bereits im Mai die hochschnellende Aktienquote der SNB hervor. Diese betrug per Ende März dieses Jahres 18 Prozent.

Das entspricht mehr als einer Verdoppelung innert 5 Jahren. Ende 2009 hatte die Nationalbank nur 7 Prozent ihrer Assets in Aktien investiert.

Schon damals machte sie genau das Falsche. Als die weltweiten Kurse im Frühling 2009 ihren Tiefpunkt erreichten, stiegen die helvetischen Währungshüter nicht ein, sondern aus.

5 Jahre später wiederholen sie den Fehler.

Erneut ist ihr Timing miserabel. Viele Börsen erreichten in den ersten Monaten von 2015 Spitzenwerte.

Möglicherweise aufgrund einer selbsterzeugenden Wirkung.

Es waren die Notenbanken und insbesondere die SNB, welche von Januar bis März die Bewertungen an den Märkten durch ihre irrsinnigen Käufe in luftige Höhen trieben.

Die Verluste der SNB könnten per Ende September massiv ausfallen.

Berechnungen lassen sich dank den amerikanischen Börsenregeln nur zu den US- und Kanada-Titeln machen. Alle übrigen Engagements bleiben verdeckt.

Die Schweizer Zentralbank hat dort nicht nur auf Standardwerte wie Apple gesetzt, sondern auch viele Rohstoffaktien gekauft. Diese haben in den letzten Monaten zum Teil horrende Verluste erlitten.

Zum Beispiel Newmont Mining. Von ihr besass die SNB per Ende Juni die stolze Zahl von 3,4 Millionen Aktien.

Der Newmont-Valor lag Ende Juni bei rund 27 Dollar. Nun hat er noch knapp 17 Dollar wert. Minus 37 Prozent in 3 Monaten.

Bei 3,4 Millionen Aktien macht das ein Verlust von 34 Millionen Dollar – mit einem einzigen Titel.

Ein anderer tiefer Fall ist die Manulife Financial. Als kanadischer Finanzmulti ist die Manulife vom Rohstoffschock betroffen.

Anfang Sommer zahlte man für eine Manulife-Aktie noch knapp 24 Kanada-Dollar, gestern waren es nur noch gut 20. Ein Minus von 17 Prozent.

Von Manulife besass die SNB per Mitte Jahr knapp 8 Millionen Aktien. Multipliziert mit 4 Kanada-Dollar ergibt sich ein Verlust von 32 Millionen.

Das sind nur zwei Positionen. Von Tausenden.

Gemäss der US-Börsenaufsicht war die SNB per Ende Juni in über 2’500 Aktien mit Nennwert US- respektiv Kanada-Dollar investiert.

In der Schweiz hingegen hat die Notenbank fast keine Aktien erworben.

Die Position „Wertschriften in Schweizer Franken“ betrug per Ende Juli 2015 gerade mal 3,8 Milliarden. Der Anstieg in den letzten 12 Monaten war minim.

Die Verluste in Übersee kontrastieren mit Aussagen der SNB-Spitze, dass sie lieber selber Aktien auswähle, als einfach die Indizes zu kaufen.

Das sei günstiger und erfolgversprechender.

Nun zeigt sich, dass die SNB kaum besser als der Markt abgeschnitten hat. Ihr Versprechen, dass sie eine gute Investorin sei, hat sie nicht erfüllt.

Kommentare

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  1. Der ehemalige SNB-Chef heuert bei einem US-Konzern an, erhält eine Top-Position. Und kurz darauf kauft die SNB massenhaft US-Titel…. Man zähle nur eins und eins zusammen… Die Oberschicht bereichert sich einmal mehr auf Kosten der Mittelschicht.

  2. Wann wird das Casino am Bürkliplatz endlich auch für das Publikum geöffnet? Bei diesen Croupiers hat man gute Chancen, dass man gewinnt!

  3. die SNB gehört den Rothschilds und kann nicht selber entscheiden. um die Schweiz die Unabhängigkeit zu nehmen muss man die Nationalbank ins Debakel stürzen. genau das passiert jetzt. Wir haben nicht soviele Asylanten dafür Banken die alle bald total pleite sind. denn alle korporationen banken und regierungen sind seit ende 2012 rechtmässig und legal zwangsvollstreckt durch ihr eigenes system das UCC (uniform commercial code) heisst.
    ein Rothschild sagte vor langer Zeit: gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetz macht.

    • Frau Sonnenschein, Sie sagen, dass die SNB den Rothschilds gehöre. Wie genau besitzen die Rothschilds die SNB? Wie sehen die Eigentumsverhältnisse der SNB aus und wo kann man das nachlesen?

  4. @SNB

    Sind der SNB die fachlichen Argumente ausgegangen?

    Die SNB kann offensichtlich nur auf die Person spielen – und dies seit Jahren.

    Nochmals: Herr Professor Doktor Jordan und sein Ziehvater vom Gerzensee sollen bitte doch einmal erklären, wie die SNB mit Aktienkäufen in den USA den Tourismus in der Schweiz ankurbeln.

    Eine Kausalkette ist gefragt.

    Zudem sollten Sie erläutern, was bei negativen Eigenkapital der SNB geschieht : märchenhafte Geldschöpfung oder Steueranhebungen oder Konkurs der kreditgebenden Banken.

    Fachliche Argumente bitte

    • Ja, völlig unverständlich, dass das bis heute nicht passiert ist…, dabei kennt man doch den Herrn Doktor dort mind. seit „er im Jahre 1996 vor die GV der SNB in Bern trat und..blablabla..“.
      Mensch Meyer, 20 verlorene Jahre…

    • @SNB

      Wenn jemand hier „blablabla“ (Wortwahl SNB) erzählt, so ist es die SNB selber.

      Es ist eine Schande, wie sich dieses Institut aufführt. Einer Demokratie unwürdig. Und nach wie vor fehlt ein fachliches Argument der Herren Professoren.

      Unfähig?

      Die SNB soll endlich ihre Verantwortung gegenüber dem Schweizer Volk wahrnehmen!

      Und einmal mehr: Feige anonyme Angriffe auf die Person. Das ist unsere Nationalbank. Unwürdig. Unehrenhaft.

      mfG

    • … versuchen Sie ein bisschen ‚drüber‘ zu stehen, denken Sie tatsächlich die SNB kommentiert hier?? Aber hallooo…. etwas mehr Gelassenheit wär auch nicht schlecht für’s Herz Herr Doktor, echt uncool Ihre ‚jetzt gehe ich wieder ab durch die Decke‘ Postings, ausser Ihrem Gemütszustand verändern Sie damit gar nichts…

    • @SNB

      Bringen Sie fachliche Argumente oder lassen Sie es bleiben.

      Ihr „Mensch Meyer Gedusel“ bringt nichts. Hören sie auf.

      Wie soll der Kauf von US Aktien den Tourismus in der Schweiz ankurbeln.

      Was geschieht im Fall von negativem Eigenkapital der SNB?

      Das sind die zentralen Fragen. Diesbezüglich haben Sie und die SNB keine Antwort.

      Ihre Ausdrucksweise offenbart einmal mehr die Arroganz der SNB und ihrer anonymen Freunde.

      Eine Blamage für Herrn Jordan dass er nur noch anonyme Polemiker als Freunde hat.

      Im Übrigen breche ich hier die Diskussion mit Ihnen ab. Ich habe keine Zeit für anonyme Polemiker.

      MfG

    • @ SNB / Mensch Meyer

      Ihre blöden Sprüche sagen viel über Sie aus! Marc Meyer hat seinen Standpunkt sachlich und korrekt dargelegt. Statt dass Sie ihn auf Kindergarten-Niveau angreifen sollten Sie lieber seine Argumente aufnehmen und sachlich erwidern. Oder ist letzteres gar nicht möglich, weil Marc Meyer die Wahrheit sagt?

  5. Die SNB soll doch bitte einmal erklären, wie ihre US-Aktienkäufe den Tourismus in die Schweiz ankurbeln.

    Das wäre interessant.

    Danke

  6. @tomtom

    Die SNB hat keinen Auftrag per Bundesverfassung sich in der Schweiz zu verschulden und das so aufgenommene Kapital im Ausland anzulegen.

    Dies widerspricht im Gegenteil ihrem Auftrag gemäss BV.

    Und das nennen Sie einen „Superjob“?

    mfG

  7. Alle die für die Interventionen sind/waren, werden die ganz schlimmen Konsequenzen erleben, sobald das „High“ aller Assetpreise vorbei ist und die Ernüchterung erfolgt.

    • Nein, nicht alle. Einige profitieren immer davon. Das wäre die Oberschicht, u.a. diejenigen, welche der SNB die Aktien verkauften (also die Hochfinanz in den USA?), die Banken welche die Aufträge durchführten (also die Hochfinanz in den USA?) und die Täter selbst (also die Herren der SNB?). Verlieren tut das gemeine Volk, also wir.

  8. Lieber Herr Hässig
    Wieso immer alles schlechtreden? Zugegeben ich hatte mich vor 4, 5 Monaten auch gewundert, wieso so viele nordamerikanische Firmen vom Schweizer Grossanleger SNB bedacht werden. Beim analysieren findet man mehrere gute Gründe. Vielleicht täte der Autor gut daran, diese jeweils vor der Veröffentlichung herauszufinden oder zumindest nachuzufragen bei echten (damit schliesse ich reine Markowitz – Gläubige aus) Anlagespezialisten. Wenn sie ev. keine Gründe nennen würden, so aber mindestens wie lange Zeit eine Anlagestrategie benötigt, um fair gemessen werden zu können. Herzlichen Dank an Thomas Jordan, welcher einen super Job macht in diesem schwierigen Umfeld.

  9. Die gleichen Experten die die SNB auffordern, den angeblich zu starken Franken im Interesse von ein paar Unternehmern (die immer verdrängen, dass sie dank des starken Frankens die Rohmaterialien günstiger importieren), und des aus anderen Gründen als dem starken Franken serbelnden Tourismus zu schwächen, prangern jetzt an, dass die SNB US Aktien gekauft hat. Was hätte sie denn sonst tun sollen? Dass die Aktienkurse sich beim Kauf auf gefährlich hohem Niveau bewegten, wusste die SNB natürlich auch. Die Anlagen in US Titel erfolgten jedoch nicht zur Gewinnerzielung sondern aus währungspolitischen Gründen, um den Franken zu schwächen. Das ist gelungen a) durch den Kauf von zig Milliarden USD und b) durch die Entwertung der in US Aktien gehaltenen Währungsreserven, die noch grösser ausgefallen wäre, wenn der USD seit dem Kauf nicht gestiegen wäre.

    Die Aktienkurse werden irgendwann wieder steigen. Die SNB kann warten, selbst wenn es zehn oder zwanzig Jahren dauern sollte, bis es so weit ist. Je weniger Gewinne die SNB an die öffentliche Hand ausschütten muss, desto mehr ist letztere zu haushälterischer Politik gezwungen, ein durchaus positiver Nebeneffekt der Aktienkäufe der SNB. Wie immer, machte die SNB also vieles richtig.

    Einzig wäre zu wünschen, dass sie sich noch weniger vom Druck von Unternehmern und Tourismus beeindrucken lassen würde, und künftig noch konsequenter die Kaufkrafterhaltung des Frankens im Interesse der zahllosen Schweizer, die ihre hart erarbeiten Ersparnisse nicht in Immobilien anlegen können, den Interessen von Herrn Hayek und Co. voranstellt.

    Gerade Herr Hayek erzielt auf seine Produkte eine derart hohe Marge, dass es ihm problemlos möglich ist, seine Preise, falls diese auf dem Weltmarkt ein Hindernis sind, soweit anzupassen, dass er konkurrenzfähig bleibt.

    Und die Schweizer Gastronomie müsste endlich aufhören, ihre Probleme auf den starken Franken abzuschieben und sich stattdessen wieder voll und ganz auf Qualität besinnen. Die Konkurrenzfähigkeit gegenüber den Nachbarländern, die ihrem Personal nur einen Drittel der Löhne bezahlen, die im Schweizer Gastgewerbe gemäss Landes GAV vorgeschrieben sind, kann nur durch höchste Qualität und Ausrichtung auf ein zahlungskräftigeres Kundensegment wieder gewonnen werden, nicht durch Entwertung des Frankens, unter der die ganze Bevölkerung zu leiden hat.

    Keinen Sinn mach es auch, die fehlende Teuerung bei den Konsumentenpreisen zu beklagen (die Anlagenteuerung, z.B. bei den Immobilien und den Aktien oder bei den Mieten, war ja in den letzten Jahren sehr hoch). Was ist schädlich an niedrigeren Preisen? Während Jahrzehnten war die Inflation eine der grössten Gefahren der Volkswirtschaft. Jetzt, nachdem sie für den Moment, endlich überwunden scheint, soll sie mit allen Mitteln (Quantitiv Easing) wieder angefacht werden. Die Schädlichkeit der angeblichen Deflation wird immer wieder behauptet, von Politikern, welche die, wegen unsoliden Haushaltpolitik, ins unermessliche angewachsenen öffentlichen Schuldenberge vieler Länder auf dem Buckel der Kaufkraft der Ersparnisse der Bevölkerung weginflationieren wollen.

  10. Nach dem euro gibt es dann einen manu life peg?
    Die snb muss einfach alle ausstehenden aktien kaufen damit die nicht mehr sinken?

  11. @Marc Meyer Dr. / and for all the others here – „Geld aus dem Nichts…“:
    Herr Meyer argumentiert aus meiner Sicht absolut richtig – danke für Ihre jeweils aufklärenden Worte zu denen, bezüglich der SNB, u.a. genannten Themen.
    Keith Weiner (s. zweiter Link unten), beschreibt in einer beeindruckenden, analytisch scharf sinnigen Art und Weise, was mit unserem CH-Geldsystem, sprich der SNB, in absehbarer Zukunft geschehen „könnte…“ !

    Dass die SNB nun angeblich noch in Milliardenhöhe in ausländische Anlagen investiert hat, ist in dieser Analyse (Januar 2015) noch nicht mit berücksichtigt.
    Aber eben, BlackRock (Lord Rothschild und dessen Finanzspezialisten-(„Soldaten..“)), werden sicher gerade die richtigen Berater für unsere SNB sein…. ? Es stellt sich dabei jedoch die Frage, mit welcher Absicht nur? –> http://www.neopresse.com/finanzsystem/stellt-euch-vor-wir-werden-von-goldman-sachs-und-blackrock-regiert-und-niemanden-stoert-es/ ).
    Hoffen wir trotzdem, dass noch etwas Hoffnung beseht, für unser (noch) Schweizer Finanzsystem und vor allem, für die der SNB anvertrauten PK-Gelder.
    http://www.zerohedge.com/news/2015-01-28/swiss-franc-will-collapse

  12. Voellig harmlos
    Die SNB diversifiziert ihre risiken, die aktienkurse haben zwar lnachgegeben, aber im gegenzug hat die snb kursgewinne auf ihren anleihenpositionen, welche circa 4-5 mal groesser sind als die aktienpositionen . Zudem wurden in der zwischenzeit dividenden und coupons einkassiert. Da kann man der snb keinen vorwurf machen. Die kreditqualitaet der anleihenpositionen duerften hauptsaechlich deutsche und amerikanische bundesanleihen sein mit kurzer laufzeit..
    Und die einen oder anderen die hier die kurzfristigen verluste auf dem aktienportfolio kritisieren wollten sicher vor knapp 1 jahr (stichwort goldinitiative) dass die snb gold kauft….
    Wenn man den goldpreis anschaut und dieses ja keine dividende abwirft würde ich mal sagen, dass die aktuelle strategie welche die snb faehrt durchaus sinnvoll ist und ertragsreicher ist sls gold.
    Klar ist es einfach in einem diversifizierten portfolio positionen zu finden die nicht performen! Und noch einfacher ist zu kritisieren nachdem die aktienkurse gefallen sind…
    da die devisenpositionen auf lange sicht bestand haben werden, da diese nicht abgebaut werden koennen muss die snb unter anderen halt in aktien investiert sein!
    Also alles im grünen bereich. Am besten ist es dass die snb iihren job in ruhe machen kann..

  13. At-Marc Meyer,Dr.
    Sehr geehrter Herr Doctor,

    Mit Erlaub, Sie haben nicht verstanden, dass mein Kommentar seht Kritisch gegenüber Geldvermehrung, Systempraktiken und Anlegerverhalten ist.

    Das Problem, Zentralbanken, ist ein Problem des Systems und bedeuted Bonds. Bonds = Schuldner und gleichzeitig Gläubiger, welche gemäss System keine Abschreiber haben dürfen.
    Planwirtschaft…? Kapitalismus…?
    Ich behaupte, dass die UDSSR gegenüber den heutigen „Freie Märkte“, liberaler und freier war…. Solange die Investoren Geld verdienen, ist ja alles in Ordnung.

  14. Wo ist das Problem….? Eine Zentralbank kann jederzeit die Verluste in der Bilanz mit ein Paar Mausklicks wieder bereinigen – oder anders formuliert, unlimitiert Geldmenge aus dem Nichts schöpfen – siehe Peg. Von wo kommen die Milliarden um Aktien zu kaufen?

    Desweiteren sind auf Bloomberg die Aktienpositionen der SNB ersichtlich. Zufälligerweise sind ca. 95% der Aktien US – Unternehmungen. Wieso keine EuroStoxx600 Aktien oder ein kleiner Anteil an SPI Werte? Uebrige Welt auch nicht vorhanden.

    Ein grosser Anteil des Aktienmandats bekam, per Zufall, Blackrock. Wer ist einer der obersten Manager der Blackrock in der Schweiz – genau ex-Präsident der SNB Hildebrandt.

    Solange die Aktienkurse steigen und das Vertrauen in den Währungen vorhanden ist, geht das Spiel auf.
    Die heutige Börsen wiederspiegeln mehrheitlich die Zentralbankengeldpolitik und deren Geldmengen.

    • Da haben wir es wieder: „Geld aus dem Nichts“

      Und es wird die Zeit kommen, wo Leute wie Sie und die SNB behaupten, sie hätten nie behauptet, die SNB könne Geld aus dem Nichts schöpfen – Jordan habe das nie gesagt.

      Es wird Zeit, das Thema „Nationalbank“ einmal seriös unter die Lupe zu nehmen als einfach Unsinn in die Welt hinaus zu posaunen, wie sie und die SNB das tun.

      mfG

  15. Tja, da gibt’s wohl nur noch eins zu tun: Bei den „Staatsfond-Spezialisten“ aka Bodenmännern mal nachfragen, wie weiter zu operieren ist. Jene sind es doch, welche genau diese Strategie propagieren. Mal hören.

  16. @Marc Meyer, Dr. Sehr geehrter Herr Doktor, so wie ich es mal verstanden habe wird die Konkurrenz doch gefördert in dem man ihre Produkte kauft und nicht deren Aktien. Liege ich da falsch? Und ich glaube die SNB wird im 3Q einen Gewinn machen, zwar noch nicht für die 9 Monate aber doch immerhin ein Lichtblick. PS: ich bin auch kein fan der SNB aber die hat nun mal einen Schei.. Job zu machen und muss dabei so viel unter ein Dach kriegen.

    • @ Trudi
      Guter Einwand ! Anderseits : Warum soll man beim Verbraten des Tafelsilbers die Ausländer vorziehen ?

    • @Trudi

      Investitionen in der Schweiz kurbeln die Schweizer Wirtschaft an; Investitionen im Ausland die ausländischen Volkswirtschaften. Das gilt sowohl für Fremdkapital als auch für Eigenkapital.

      Die ausländischen Unternehmen und Staaten gelangen günstiger an Fremd- und Eigenkapital; können sich günstiger refinanzieren.

      Zudem kauft die SNB nicht Güter von Schweizer Unternehmen, sondern sie versucht, die ausländischen Volkswirtschaften anzukurbeln, damit diese mehr Geld haben und hoffentlich vermehrt in der Schweiz einkaufen. Das ist Schildbürger-Geldpolitik.

      Die SNB ist vergleichbar mit einem Vater, der sich sagt: Meinen Kindern geht es nicht gut. Aber ich gebe meinen Kindern kein Geld. Ich mache Schulden und gebe das Geld Nachbars Kindern.

      Davon geben diese dann sicher meinen Kindern auch etwas ab. Meine Kinder profitieren somit indirekt.

      Das ist doch Schildbürger Geldpolitik – nicht wahr?

      mfG

  17. Zentralbanken investieren nach strategischen und nicht nach taktischen Kriterien.
    Zentralbanken müssen keine Market-timing- Entscheide treffen wie eine Geschäftsbank, die Portfolio Management für Kunden anbietet.
    Die strategische Asset Allokation einer Zentralbank beinhaltet auch geldpolitische Überlegungen (z.B. Währungsallokation).
    Eine Zentralbank investiert langfristig und muss nicht Quartalsperformance erbringen wie eine Geschäftsbank für Kunden.

    • @“Hedge Fund Manager“

      Die US-Aktien innert dreier Monate um 40 Prozent aufzustocken – das ist doch keine langfristige „strategische Asset Alloklation“. Es ist doch offensichtlich, dass die SNB ihre Verluste auf dem Euro mit Kursgewinnen auf US-Aktien zu kompensieren versucht.

      Das ist kopflos.

      Nochmals: Der Auftrag an die SNB gemäss Bundesverfassung ist es, die Schweizerische Wirtschaft anzukurbeln – nicht im Ausland zu spekulieren.

      mfG

  18. Ein Hühnerhaufen

    Unsere Nationalbank verstösst gegen die Schweizerische Bundesverfassung. Dort steht klipp und klar geschrieben, dass die SNB im Gesamtinteresse der Schweiz handeln muss.

    Ist es im Gesamtinteresse der Schweiz, wenn die SNB nicht einmal ein Prozent ihres Anlagevermögens in unserem Lande investiert und mit dem Rest die Konkurrenz im Ausland fördert?

    Unsere Nationalbank hat ihren Auftrag nicht verstanden.

    Als ich im Jahre 1996 vor die GV der SNB in Bern trat besass die SNB ein Portfolio, das praktisch ausschliesslich in Gold und US-Staatsanleihen angelegt war. Ich erklärte, dass dieses Portfolio die Wirtschaft im Ausland ankurbele – nicht in der Schweiz.

    Ich schlug vor, die SNB solle vermehrt in der Schweiz investieren, wozu auch Investitionen in Schweizer Aktien gehörten. Allerdings ging ich damals davon aus, dass die SNB solche Investitionen mit Eigenkapital finanziere.

    Und was tut die SNB heute? Sie hat eine Fremdkapitalquote von über 95 Prozent (!) und investiert das durch diese Schulden aufgenommene Kapital in Auslandaktien.

    Entspricht das dem Willen unserer Bundesverfassung?

    Dabei steht m.E. nicht einmal so sehr im Vordergrund, wieviel die die SNB auf ihren Aktien in den USA seit Februar verloren hat, sondern generell: Der Auftrag an die SNB laut Bundesverfassung ist, zugunsten der Schweizer Wirtschaft zu investieren. Dass die SNB Schulden macht und damit in den USA spekuliert kann nie und nimmer Auftrag an die SNB sein.

    Die SNB könnte allenfalls flankierend Positionen in den USA halten – aber erst wenn sie ihrem Hauptauftrag, die Schweizer Wirtschaft zu unterstützen, nachgekommen ist.

    Aber wie ein Kommentator weiter unten schrieb: Von einem SNB-Direktorium, das die eigene Bilanz und den Geldschöpfungsprozess nicht versteht, kann man nicht mehr erwarten.

    • Sollten der US Aktien Aufbau zulasten der US Treasuries stattgefunden haben, sehe ich die Motivation darin, die CHF Nachfrage nicht weiter zu stärken und im USD investiert zu bleiben. Lieber US Unternehmen als US Schulden, ist das geringere Übel.

  19. Toll, dass sich unsere überstudierten an dem Märkten so gut auskennen und professionell Geld vernichten.

    Warum unterrichten diese Leute nicht einfach an einer Universität und lassen Leute Gelder verwalten, die zumindest nicht glauben zu wissen, wo die Märkte hingehen?

    Diese lieben „Profis“ bei der SNB haben wohl privat noch nie einen Franken investiert, ist halt immer schön mit „fremden“ Geldern Risiken zu nehmen, um sich dann hinter dem Benchmark verstecken zu können.

  20. wieso nicht wie österreich? eu, euro und neutral.
    das abseitsstehen ist doch nur noch ein witz. dafür künstlich die eigene währung schwächen und die kosten sind ein mehrfaches, als als nettozahler dabei zu sein.
    aber man darf ja nicht laut denken, in der freien schweiz, sonst ist man grad ein landesverräter.

    • Was ist denn das für ein Kommentar.
      Das schlimmste das Europa in den letzten Jahrzehnten passieren konnte sind die unsägliche EU und der Euro. Die EU und der Euro zerstört Europa. Hoffentlich zerfällt das Gebilde endlich. Mit normalem Verstand kann man ja nicht für einen solchen Unsinn einstehen.

  21. Es ist schon beschämend, dass ausgerechnet die SCHWEIZER NB in regelmässig Abständen in diversen Expertenforen als Paradebeispiel für eine „failed central bank“ erwähnt wird. Sie werden aus dem selbst gebauten Dilemma in absehbarer Zeit nicht mehr rauskommen. Mit dem Volksvermögen in Firmen von Schweizer Konkurrenten zu investieren, ich glaube so eine Skurrilität ist einmalig.

    • Wie wär’s mit einer Volkswagen-Dieselflotte zur Diversifizierung? Im Gegensatz zu Wertpapieren könnten verschiedene Bundesstellen damit herumfahren!

  22. Die westliche Ökonomie wie auch der aktuelle Kapitalismus gehen sowieso bald über den Jordan. Bernanke, Draghi und Co. haben durch ihr zögerliches und vergiftendes Verhalten quasi ein finanztechnisches Tschernobyl verursacht, Yellen hat auch keinen Mut, endlich Gegensteuer zu geben und neue Signale zu senden.

  23. waere interessant zu erfahren, wer die SNB bei ihren Investitionen beraet (macht sie es selbst oder vergibt sie Mandate) und wie sie die Stimmrechte wahrnimmt.
    Das ist nicht das Geschaeft einer Notenbank!!!

    Hoechste Zeit, dass mal jemand in den Aufsichtsgremien ein paar Fragen stellt.

  24. Sehr geehrter Herr Hässig

    Studien zeigen, dass Leser durch Charts, Tabellen oder Grafiken aufgewerteten Inhalt positiv aufnehmen. Insofern cool, dass Sie hier damit anfangen.

    ABER: So geht das nicht. Man kann nicht ein Chart ohne Titel, Legende, etc. reinstellen bei dem man auch noch die Zeitachse von rechts nach links (sic!) lesen muss. Das können Sie sicher auch besser Herr Hässig.

    • warum nur erinnert mich die SNB-„Strategie“ an die vermurkste Energie“wende“ von Duschdoris?

  25. Nachdem die SNB so intensiv gegen die Goldinitiative (die solche Investitionen einschraenken sollte) gekaempft hat, waere es an der Zeit, dass sich die Verantwortlichen erklaeren. Wenn das Ziel ein schwaecherer Franken ist, so kann dieses durchaus durch diese Anlagestrategie erreicht werden. Doch wem dient dies?
    Aktie sind immer noch hoch bewertet…es kann also noch einiges kommen.
    Keine andere Notenbank darf Aktien kaufen. Wer hat dies der SNB erlaubt?