„Hedge-Fund“ SNB: Eigen-Kapital unter 10 Prozent

30 Milliarden Verlust nach Aufhebung der Euro-Untergrenze – riskanter als jeder Grossspekulant – Crash kann weitergehen – Gold fehlt akut.

Die Schweizerische Nationalbank ist der weltweit riskanteste Hedgefund geworden. Innert weniger als 3 Monaten hat die Notenbank der Eidgenossenschaft 30 Milliarden in den Sand gesetzt.

Der Grund ist das Loslassen vom Euro. Als die SNB am 15. Januar den Franken nach über 3 Jahren wieder frei schwanken liess, stürzte die Einheitswährung in die Tiefe. Die Erholung seither ist nur partiell.

Die Folge des freien Euro-Falls von 1,20 auf rund 1 Franken ist ein gigantischer Bewertungsverlust. Dieser riss ein massives Loch in die Bilanz der Zentralbank.

Der Verlust, der bezogen auf die Devisen sogar 41 Milliarden Franken beträgt und durch den Erfolg bei Obligationen und Aktien reduziert wird, schlägt direkt auf das eigene Kapital der SNB durch.

Dieses sinkt in gefährlichem Masse.

Ende 2014 betrug das Eigenkapital der SNB noch 86 Milliarden Franken, zustande gekommen nach einem 38-Milliarden-Sondergewinn dank der Euro-Untergrenze.

Per Ende März sackte das Eigenkapital um 30 Milliarden auf noch 56 Milliarden ab. Das bedeutet ein Minus um über einen Drittel.

Die Lage der SNB ist ungemütlich geworden. Das eigene Kapital ist unter die 10-Prozent-Grenze der Bilanzgrösse gesunken.

Die Bank der Banken hat fast 581 Milliarden Franken Aktiven und Passiven. Der überwiegende Teil davon, nämlich 532 Milliarden, liegen in Devisen.

42 Prozent davon in Euro. Weil die europäische Währung aufgrund ihrer Krisen in Griechenland und in anderen EU-Zonen weiter in Gefahr ist, ist der Euro nachhaltig geschwächt.

Das Risiko für die SNB kommt heute erstmals für alle im ganzen Ausmass zum Vorschein. Bisher waren es nur vereinzelte Kritiker, die vor einem massiven Loch in der Bilanz der SNB gewarnt hatten.

Der Fall unter die 10-Prozent-Eigenkapital-Marke ist dramatisch. Er wäre sogar noch grösser, wenn die SNB zuvor keine künstliche Gewinne verbucht hätte.

Die Untergrenze von 1,20 zum Euro hatte der SNB letztes Jahr die erwähnten 38 Milliarden Gewinn gebracht. Mithilfe des massiven Buchgewinns konnte die Bank ihr Eigenkapital stärken.

Ohne diese Zufluss wäre ein Loslassen vom Euro gar nicht möglich gewesen. Zumindest nicht aus Bilanz-Überlegungen. Der Fall Richtung Null wäre bedrohlich gewesen.

Die SNB hatte früher ganz andere Eigenkapital-Polster. Diese halfen ihr, eine glaubwürdige Geldpolitik zu betreiben.

Ende 2006, dem letzten Jahr vor Ausbruch der grossen Krise, betrug die Bilanzgrösse der SNB 112 Milliarden Franken. Davon waren 58 Milliarden eigene Mittel.

Das entsprach 52 Prozent. Nun sind es noch genau 9,6 Prozent. Das ist nicht einmal mehr ein Fünftel der Solidität vor 8 Jahren.

Der Verkauf eindrücklicher Mengen Gold rächt sich. Von einst 2’600 Tonnen sank der Goldbestand der SNB seit dem Jahr 2000, als die Goldverkäufe begannen, auf derzeit von 1’040 Tonnen.

Das Timing hätte kaum unglücklicher sein können. Seit Anfang 2000 hat sich der Goldpreis mehr als vervierfacht.

Euro statt Gold. Papier statt Substanz.

Mit dem rapiden Zerfall beim eigenen Kapital ist die Institution SNB, die dem Schweizer Volk gehört und für Sicherheit und Stabilität in der Wirtschaft sorgen müsste, selbst zum Spielball der weltweiten Spekulation geworden.

Je nachdem, wie sich der Euro und in abgeschwächter Form der Dollar entwickeln, muss die SNB mit weiteren Ausfällen rechnen.

Ihre gigantische Devisenposition macht sie zu einem Hedgefund, der sein ganzes Kapital auf ganz wenige Währungen gesetzt hat.

Krachen diese Währungen, dann erleidet die SNB Grossverluste. Hören diese nicht auf, sinkt das Eigenkapital der SNB gegen null.

Oder wird sogar rot. Dann wäre die SNB Konkurs.

Theoretisch. Praktisch will sie mit negativem Eigenkapital leben können. Das betont ihre Führung bei jeder Gelegenheit.

Was dann aber die Folgen wären, weiss niemand. Sicher ist, dass eine Nationalbank mit negativem Eigenkapital viel weniger Handlungsspielraum hat, als wenn sie solide finanziert ist.

Die Aufgabe des Mindestkurses am 15. Januar erscheint vor diesem Hintergrund in neuem Licht.

Die SNB war um ihre eigene Bilanz besorgt. Sie sah sich am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt.

Das Loslassen der Bremse war somit ein Entscheid in höchster Not. Hätte die SNB weiter unbeschränkt Euro gekauft, dann wäre ihre Bilanz explodiert.

Das wollten Thomas Jordan und seine Direktoriumskollegen nicht riskieren.

Damit gibt die SNB-Führung implizit ihre Verwundbarkeit zu. Entgegen ihrer Aussage, dass ein Minus-Eigenkapital kein Problem darstellen würde, unterliegt auch die SNB der Schwerkraft der Finanzzahlen.

Sie braucht Kapital, um ihre Glaubwürdigkeit zu verteidigen.

Wie gross diese angesichts einer mehr als Verfünffachung der Bilanz noch ist, muss sich weisen.

Kommentare

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  1. @Samuel Rohrbach

    Sehr geehrter Herr Rohrbach

    Da ich befürchte, dass meine Antwort an Sie bezüglich der Antworten der SNB „untergegangen“ ist, erlaube ich mir, diese hier ganz oben nochmals zu platzieren.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    @Samuel Rohrbach

    Sehr geehrter Herr Rohrbach

    Nun bin ich dazugekommen, die Antwort der Schweizerischen Nationalbank an Sie zu lesen und zu analysieren.

    Sie schreiben:

    „Aufgrund Ihrer Ausführungen denke ich, dass sich einerseits die SNB der Tragweite Ihres Geschäfts nicht voll bewusst ist und da wohl eine „Rosa-Brille“ aufgesetzt ist. Anderseits würde mich auch Interessieren, ob sich aus dieser Antwort für Sie neue Erkenntnisse ergeben haben.“

    Ich kann Ihnen nur Recht geben: Die SNB ist sich der Tragweite ihrer Irrtümer nicht bewusst. Die Ausführungen der SNB sind oberflächlich und hochgradig irreführend. Sie sind geradezu grobfahrlässig angesichts der ernormen Bedeutung Ihrer Fragen für unsere Volkswirtschaft.

    Meine Erkenntnis ist einmal mehr: Unsere Nationalbank ist unbelehrbar. Sie behauptet Dinge, die offensichtlich falsch sind und dreht sich mit ihren Fehlargumenten endlos im Kreis.

    Was die SNB hier erneut bietet ist ein Trauerspiel – einfach unglaublich, wie dilettantisch die SNB argumentiert und mit hunderten Milliarden Franken Volksvermögen spielt.

    Gerne möchte ich wieder Punkt für Punkt auf einige der entscheidenden fehlerhaften Sätze der SNB eingehen.

    Zitat SNB 1:

    „Die Liquidität für diese Devisenkäufe schafft die SNB, d.h. sie schöpft Geld.“

    Meine Antwort dazu:

    Wenn ein Kauf mit „liquiden Mitteln“ bzw. mit „Liquidität“ erfolgt, so führt das in der Bilanz des Käufers zu einem Aktivtausch. Es werden Liquide Mittel gegen den gekauften Gegenstand getauscht.

    Der Aktivposten „Liquide Mittel“ wird verringert. Demgegenüber steigt gleichzeitig und gleichviel der Posten des gekauften Aktivums. Im Falle der SNB müsste z.B. der Posten „Gold“ abnehmen und der Posten „Devisen“ um gleichviel und gleichzeitig zunehmen.

    Beispielsweise gehört Gold zur „Liquidität“ bzw. gehört zu den „liquiden Mitteln“ der SNB.

    Die Devisenkäufe der SNB in den vergangenen Jahren im Betrag von mehreren hundert Milliarden Franken bezahlte die SNB aber nicht mit „Liquidität“ oder mit eigenen liquiden Mitteln (Vermögen). Nein, die SNB tätigte die Käufe, indem sie Schulden einging; und zwar Schulden gegenüber den Geschäftsbanken.

    Die Devisenkäufe der SNB erfolgten nicht durch einen Aktivtausch (unveränderte Bilanzlänge), wie die SNB behauptet (angebliche Bezahlung mit „Liquidität“), sondern durch Aufnahme einer Schuld bzw. durch eine Verlängerung der SNB-Bilanz.

    Der Aktivposten „Devisen“ nahm zu bei gleichzeitiger und gleichgrosser Zunahme des Postens „Giroguthaben der Geschäftsbanken“.

    Die SNB hat die Devisenkäufe also nicht mit „Liquiden Mitteln“ bezahlt, wie sie behauptet, sondern die SNB hat sich verschuldet, um Devisen zu kaufen. Diese Devisen gehören nun ihrerseits zu den „liquiden Mitteln“ („Liquidität“) der SNB.

    Die SNB behauptet immer wieder, sie schaffe „liquide Mittel“, mit denen Sie dann Devisen kaufe. Das ist falsch: Die SNB kauft im Gegenteil liquide Mittel (Devisen) und verschuldet sich zu diesem Zweck (über Giroguthaben der Banken.

    Die SNB dreht sich bei ihrer Argumentation endlos im Kreis. Sie kann offenbar nicht verstehen, dass Liquidität immer ein Aktivum ist – niemals ein Passivum ist. Da Notenbankgeld ein Passivum der SNB ist, kann dieses niemals zur „Liquidität“ (Vermögen) der SNB gezählt werden.

    Zitat SNB 2:

    „Die SNB müsste im Fall von negativem Eigenkapital nicht rekapitalisiert werden…. Zum einen kann eine Zentralbank nicht illiquid werden. Sie ist also in ihrer Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkt, wenn das Eigenkapital negativ wird. Sie wird auch nicht wie andere Unternehmen dazu gezwungen, Sanierungsmassnahmen einzuleiten oder gar ihre Bilanz zu deponieren.“

    Meine Antwort dazu:

    Die Behauptung der SNB, sie bleibe uneingeschränkt handlungsfähig bei negativem Eigenkapital und müsse ihre Bilanz nicht deponieren basiert auf der irrigen Prämisse, Notenbankgeld stelle „Liquide Mittel“ und damit „Vermögen“ der SNB dar. Deshalb könne die SNB nicht „illiquid“ werden.

    Weil die Prämisse der SNB falsch ist, ist auch die Schlussfolgerung der SNB falsch.

    Deshalb kann die SNB sehr wohl Illiquide werden. Das ist dann der Fall, wenn der Wert ihrer Liquiden Mittel (Vermögen, z.B. Devisen, Gold) unter den Wert ihrer Schulden (Giroguthaben der Banken) fällt.

    In diesem Fall ist die SNB handlungsunfähig und geht Konkurs und muss ihre Bilanz deponieren.

    Zitat SNB 3:

    „Es besteht kein Zwang zur Rekapitalisierung, daher müssten die Steuerzahler nicht einspringen, s. oben. Allerdings könnte der Fall eintreten, dass die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone reduziert werden müsste oder ausfallen würde, um Eigenkapital aufzubauen.“

    Meine Antwort dazu:

    Es ist rein buchhalterisch nicht möglich, dass die SNB im Falle von Gewinnen bei positivem Eigenkapital Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone vornehmen kann und bei Verlusten und negativem Eigenkapital nicht Kapital einschiessen muss.

    Zitat SNB 4:

    „Zudem: Falls die SNB negatives Eigenkapital aufweisen sollte, müssen die Banken ihre Giroguthaben (also die gesetzlichen Zahlungsmittel) nicht tiefer bewerten. Sie tragen kein Risiko, weil Giroguthaben – unabhängig von der Entwicklung der Eigenkapitalausstattung der SNB – unverändert gesetzliche Zahlungsmittel sind. Sie sind jederzeit einsetzbar und äusserst liquid.“

    Meine Antwort dazu:

    Erneut zeigt sich hier der entscheidende Irrtum der SNB: Das Notenbankgeld wird als liquides Zahlungsmittel und damit als Vermögen der SNB interpretiert. Das ist falsch: Notenbankgeld gehört nicht zum liquiden Vermögen der SNB, sondern ist im Gegenteil eine Schuld der SNB.

    Deshalb muss die SNB bei negativem Eigenkapital durch die Steuerzahler rekapitalisiert werden.

    Zitat SNB 5:

    „Die SNB hat die Franken, die sie für den Devisenkauf (im Kampf gegen den starken Franken) benötigte, als Notenbankgeld neu geschaffen; s. unten.“

    Meine Antwort dazu:

    Die SNB behauptet, sie kaufe die Devisen mit neu geschaffenem Notenbankgeld bzw. mit Franken, die sie neu geschaffen hat. „Notenbankgeld“ und „Franken“ werden abermals als Vermögen der SNB interpretiert, womit die SNB „kaufen“ könne.

    Die SNB will nicht wahrhaben, dass sie ihre Euros mit Franken in Form von Schulden – nicht in Form von Vermögen (Liquidität“) gekauft hat.

    Die SNB gaukelt abermals den Kauf der Devisen aufgrund eines Aktivtauschs vor anstatt aufgrund einer Verschuldung.

    Zitat SNB 6:

    „Allerdings sind Giroguthaben und Banknoten als gesetzliche Zahlungsmittel ökonomisch und rechtlich nicht mit dem Fremdkapital von anderen Banken oder Unternehmen, wie Kredite oder Obligationen, gleichzusetzen (z.B. ist die Laufzeit nicht begrenzt und die „Kredithöhe“ kann grundsätzlich von der SNB bestimmt werden). Es gibt keine mit einer „normalen Schuld“ vergleichbare Verpflichtung.“

    Meine Antwort dazu:

    Da die SNB Notenbankgeld fälschlicherweise als „Liquidität“ und damit als Vermögen der SNB interpretiert, gelangt sie zum Trugschluss, Notenbankgeld führe nicht zu einer Verpflichtung der SNB.

    Die SNB verwechselt dabei immer wieder Eigenkapital und Fremdkapital. Wäre Notenbankgeld Eigenkapital der SNB, so hätte die SNB Recht. Notenbankgeld ist aber im Gegenteil Fremdkapital der SNB mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen.

    Es gibt kein Gesetz, das die SNB als Schuldner gegenüber ihren Gläubigern besser stellen würde als der Staat oder anderen Schuldner in der Wirtschaft.

    Das Notenbankgesetz besagt, dass die SNB nur 4 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten der Banken als Mindestreserve einfordern darf. Das ist die einzige Besserstellung der SNB als Schuldnerin.

    Heute betragen die Mindestreserven das 26fache der Minimalanforderung. Die Banken dürfen also jederzeit ihre Giroguthaben, d.h. ihre Sichtguthaben bei der SNB aus Sicht, d.h. also sofort, abbauen.

    Besitzt die SNB nicht mehr genügend Vermögen, um den Forderungen der Geschäftsbanken nachzukommen, so ist die SNB Konkurs und die Steuerzahler müssen die SNB rekapitalisieren.

    Zitat SNB 7a:

    „Die SNB kauft Fremdwährungen und schreibt im Gegenzug den verkaufenden Parteien einen Frankenbetrag gut. Dieser gelangt schliesslich zu einer Bank und erhöht deren Giroguthaben bei der SNB.“

    Meine Antwort dazu:

    Wenn die SNB Devisen kauft, so steigt dabei gleichzeitig der Aktivposten „Devisenanlagen“ und der Passivposten „Giroguthaben der Banken“.

    Der Satz „..Dieser gelangt schliesslich zu einer Bank…“ bestätigt Ihren Eindruck, dass die Mitarbeiter der SNB offenbar auch nicht verstehen, wovon sie sprechen. Der „Frankenbetrag“ gelangt nicht „schliesslich“ zu einer Bank, sondern er gelangt sofort dorthin, da die Buchung „Devisenanlagen / Giroguthaben der Banken“ beidseitig, gleichzeitig um gleichviel erfolgt.

    Zitat SNB 7b:

    „Selbst wenn diese Bank dieses Geld zulasten ihres Girokontos anderweitig verwendet, zum Beispiel einen Kredit gewährt, so bleibt der Frankenbetrag im System.“

    Meine Antwort dazu:

    Wenn die SNB Devisen kauft, so werden diese nicht „zulasten“ des Girokontos der Bank verbucht, sondern im Gegenteil „zugunsten“ des Girokontos der Bank.

    Und diese Verbuchung zugunsten der Bank stellt ein Aktivkredit der Bank an die SNB dar. Diesen Aktivkredit an die SNB kann die Bank aber nicht gleichzeitig an ein anderes Wirtschaftssubjekt ausleihen. Man kann denselben Kredit nicht zweimal auf der Aktivseite verbuchen.

    Ich hoffe, etwas zur Klärung der Missverständnisse, welche die SNB verbreitet, beigetragen zu haben.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  2. @Samuel Rohrbach

    Sehr geehrter Herr Rohrbach

    Soeben habe ich Ihnen einen Kommentar gepostet zu der zweiten Anwort, die Sie von der SNB erhalten haben.

    Mein Kommentar findet sich weiter unten gerade nach Ihrem Beitrag.

    Die SNB dreht sich mit ihren Irrtümern im Kreis.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  3. @Samuel Rohrbach

    Sehr geehrter Herr Rohrbach

    Leider habe ich Ihren Kommentar erneut erst heute gesehen (ich dachte, Sie hätten meine Fragen gar nicht gesehen).

    Da es mir momentan zeitlich unmöglich ist, darauf einzugehen, bitte ich Sie um etwas Geduld. Ich hoffe, dass ich in der zweiten Hälfte der nächsten Woche auf Ihren Kommentar und die Antworten der SNB eingehen kann.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  4. Die SNB hat auf meine Anfrage, wie sie sicherstellt, dass ihr die für den Euro-Kauf benötigten Mittel zur Verfügung stehen, wie folgt geantwortet: „Die SNB hat im Rahmen ihres Mandats den Auftrag und damit die Kompetenz, die Notenbankgeldmenge (Notenumlauf und Giroguthaben) zu steuern. Sie schafft Liquidität resp. schöpft diese ab über die Giroguthaben der Banken, die diese bei der SNB haben. Je nach politischen Bedürfnissen kann die SNB demzufolge Geld schaffen, resp. vernichten. Im Kampf gegen den starken Franken kann die SNB also wenn nötig Devisen gegen Franken kaufen. Die dafür benötigten Franken werden von der SNB neu geschaffen. Die Devisenkäufe bewirken eine Ausweitung der SNB-Bilanz: auf der Aktivseite steigen die Devisenanlagen, auf der Passivseite erhöhen sich die Girokonten inländischer Banken.“ Was meint Ihr zu einer solchen Aussage? Ich bin damit nicht so ganz glücklich und habe einige Widersprüche und Fragen:
    1. Wie vertragen sich „die SNB schafft neu Geld“ mit den Girokonten die sich erhöhen?
    2. Wenn doch die Giroguthaben gemäss Kommentaren auf diesem Forum Schulden der der SNB darstellen: Wieso gelingt es ihr immer so gut, diese Schulden auf genau derjenigen Höhe zu halten, wie sie für Ihre Käufe benötigt, resp. wieso halten die Geschäftsbanken immer genau so viel Guthaben bei der SNB wie diese für Ihre Geschäfte benötigt?
    3. Wenn die Passivseite der SNB so hohe Giroguthaben wie heute ausweisen: Könnte man nicht argumentieren, die SNB gehöre den Geschäftsbanken (wohl vor allem CS/UBS)?
    4. Könnten nicht die Gläubiger (Geschäftsbanken, welche bei der SNB Giroguthaben halten) plötzlich diese Giroguthaben abziehen? Was würde dann passieren?
    5. Was passiert, wenn eine Grossbank Konkurs geht (würden dann nicht erhebliche Mittel auf der Passivseite/Finanzierungsseite der SNB resp. Giroguthaben fehlen oder würden diese dann einfach „locker“ von den anderen Banken kompensiert?).

    Danke für fachkundige Beiträge zu diesem Thema.

    Kleine Anmerkung: Es fällt meiner Meinung nach schon auf, dass die SNB-Mitarbeiter auch nicht so genau wissen, wie die Prozesse wirklich funktionieren. Obige erhaltene Antwort erscheint mir zumindest einigermassen fachlich, allerdings beschleicht einem auch hier das Gefühl, dass die Mitarbeiter selbst nicht genau wissen, wie das Ganze funktioniert. Ist ja auch nicht weiter schlimm und auch nachvollziehbar (da wirklich komplex), nur sollte man sich in diesem Fall etwas kritischer mit seinem Arbeitgeber auseinandersetzten und auch innerhalb der SNB kritisch der Wahrheit versuchen auf den Grund zu gehen. Ich schätzte ich den SNB-Präsidenten Jordan sehr. Nur hoffe auch ich natürlich, dass er seinen Arbeitgeber und das Geldsystem genug kritisch sieht, wirklich genug unabhängig agieren kann und sich selbst und wenn nötig halt auch mal der Politik bezüglich dem Geldschöpfungsprozess „reinen Wein“ einschenkt.

    • @ Rohrbach Samuel

      Zu 1.: Die SNB kauft Aktiven von den Geschäftsbanken (GB) an und schreibt auf der Passivseite den GB den entsprechenden Betrag gut
      Zu 2.: Die SNB kann kaufen oder eben nicht und die GB können verkaufen oder eben nicht. Wenn die GB Bargeld (resp. Giroguthaben) benötigen, können sie der SNB Vermögenswerte übereignen, falls diese damit einverstanden ist.
      Zu 3.: Eigentümer sind laut Gesetz die Aktionäre und nicht die Fremdkapitalgeber.
      Zu 4.: Mit abziehen meinen Sie wahrscheinlich Bargeld beziehen? Dann muss die SNB notfalls Noten drucken. Aber die GB bleiben Gläubiger. Wenn Sie allerdings mit dem Wort abziehen den Bezug des übereigneten Aktivums meinen, so wird die SNB-Bilanz gekürzt (Giroguthaben der GB/Aktiven).
      5. Die Grossbanken sind ja Gläubiger der SNB und die SNB ist deren Schuldner. Für die SNB ändert sich dadurch direkt nichts, denn die Guthaben der Grossbanken gingen in die Konkursmasse über und die Passivseite der SNB-Bilanz bliebe grundsätzlich gleich. Allerdings könnte ein solcher Konkurs natürlich indirekt die Währung (Bankrun, Abverkauf des Frankens in eine andere Währung) und das Finanzsystem gefährden wegen der Verflechtungen: Andere Banken haben Guthaben bei den Grossbanken, welche dann notleidend werden, was eine Kettenreaktion an Konkursen auslösen könnte.

    • @ Rohrbach Samuel

      Nachtrag und Präzisierung:
      Der Aktionär ist selbstverständlich nicht eigentlich (Mit-)Eigentümer der AG, denn diese ist eine eigene Rechtspersönlichkeit (privatrechtliche Körperschaft). Der Aktionär ist, genau genommen, Eigentümer resp. rechtmässiger Inhaber der Aktie(n) und nicht Inhaber resp. Eigentümer der AG. Allerdings ist das Aktienkapital Teil des Eigenkapitals der AG. Fremdkapitalgeber sind jedoch immer Gläubiger, wie das Wort Fremdkapital schon besagt, und können daher erst recht niemals Eigentümer (Ihre Wortwahl in Punkt 3: „gehören“) sein.
      Bezüglich geldpolitischem Instrumentarium (Punkt 2) hier noch der Link: http://www.snb.ch/de/iabout/monpol/id/monpol_instr

    • @Rohrbach Samuel

      Sehr geehrter Herr Rohrbach

      Ihren Kommentar habe ich leider erst heute gesehen.

      Ich werde versuchen, darauf zu antworten, sobald es mir zeitlich möglich ist.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Samuel Rohrbach

      Sehr geehrter Herr Rohrbach

      Zuerst einmal möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie der SNB die Frage gestellt haben, wie diese sicherstelle, dass sie genügend Mittel habe, um Euros zu kaufen und die SNB-Antwort hier „posten“.

      Die Antwort der SNB ist sehr „tricky“ und lässt sehr viel Spielraum offen für Fehlinterpretationen und Missverständnisse.

      Wenn man die Antwort der SNB gelesen hat, so hat man den Eindruck, die SNB habe keine Limiten, Euros zu kaufen und den Franken zu schwächen. Das ist auch genau das, was der Spiritus Rector der SNB und Doktorvater von SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan, Prof. Dr. Ernst Baltensperger in der NZZ behauptet hat wenige Wochen vor Einführung des Mindestkurses.

      Dass diese Behauptung nicht stimmt, hat nun die Schweiz und die ganze Welt gesehen. Die SNB ist an ihre Limiten gestossen. Auch die SNB hat „Limiten“. Deshalb hat die SNB am 15. Januar 2015 „Das Handtuch geworfen“.

      Die Fehleinschätzung der SNB, wonach sie die vollkommene Kontrolle über die Geldmenge habe und auch „unbeschränkt Geld schöpfen“ könne, hat die Schweiz nun schon einen dreistelligen Milliardenbetrag gekostet.

      Da es um hunderte Milliarden Volksvermögen geht und selbst die Angestellten der SNB (inklusive SNB-Chef Jordan) fehlerhafte Argumente verbreiten, ist es mir ein grosses Anliegen, auf die Antwort der SNB an Sie präzise einzugehen.

      Ich werde deshalb auf jeden Satz der SNB einzeln eingehen und diesen analysieren. Die Antwort der SNB umfasst sechs Sätze, auf die ich nun einzeln eingehe:

      Zu Satz eins:

      „Die SNB hat im Rahmen ihres Mandats den Auftrag und damit die Kompetenz, die Notenbankgeldmenge (Notenumlauf und Giroguthaben) zu steuern.“

      Kommentar zu Satz eins:

      Zuerst einmal müssen wir uns fragen, welche Bedeutung das Wort „Kompetenz“ hat. Die SNB behauptete bisher stets, sie alleine könne die Geldmenge steuern. Niemand anders. So interpretiere ich den Satz der SNB auch hier.

      Stimmt das? Ist es allein die SNB, welche die alleinige Kompetenz hat, die Geldmenge zu steuern? „Kompetenz“ oder „alleinige Kompetenz“? Das ist die Frage.

      Folgende kritische Überlegungen seien hier gestattet:

      Punkt a)

      Vor dem Jahr 2000 gab die SNB über Jahrzehnte hinweg sogenannte Geldmengenziele bekannt. Es wurde aber offensichtlich, dass diese Geldmengenziele nicht eingehalten werden konnten. Teilweise wurden diese unterschritten oder überschritten. Schliesslich musste die SNB ihre Geldmengenziele im Jahr 2000 aufgeben. Die SNB musste einsehen, dass sie die Geldmenge nicht steuern konnte und unglaubwürdig wurde.

      Trotzdem behauptet sie nun erneut, sie habe die „Kompetenz“, die Geldmenge zu steuern – und interpretiert dies als ihre „alleinige Kompetenz“ – ansonsten ihre ganze Antwort keinen Sinn machen würde.

      Die SNB hat also aus ihrem jahrzehntealten monetaristischen Irrtum vor dem Jahr 2’000 offensichtlich immer noch nicht die korrekten Rückschlüsse gezogen und behauptet immer noch, sie könne die Geldmenge alleine steuern.

      Punkt b)

      Charts zur Entwicklung der Banknoten innerhalb eines Jahres verdeutlichen, dass immer gegen Ende eines Monats und insbesondere vor Weihnachten, die Menge an emittierten Banknoten sprunghaft ansteigt und dann wieder zurückgeht. Warum ist das so? Die Antwort ist klar: Das Publikum erhält seinen Monatslohn und bezieht diesen teilweise in Banknoten, um damit einzukaufen. Besonders vor Weihnachten mit dem 13. Monatslohn werden viele Banknoten gebraucht.

      Es ist also keineswegs die SNB, welche jeden Monat aus eigenem Gutdünken befindet, sie wolle jetzt mehr Banknoten in Umlauf bringen. Nein, es ist das Publikum, welches die gewünschte Menge Banknoten nachfragt und über die Banken und Post von der SNB auch erhält. Nicht die SNB, sondern das Publikum bestimmt die Höhe der emittierten Banknoten.

      Da die SNB gemäss Nationalbankgesetz (Art. 5) den Auftrag hat, den Bargeldverkehr in der Schweiz zu erleichtern, muss die SNB, ich wiederhole, muss die SNB Banknoten liefern, wenn die Nachfrage danach besteht. Die SNB hat also nicht das Recht, die Emission von Banknoten zu verweigern. Sie muss auch das Funktionieren des bargeldlosen Zahlungsverkehrs gewährleisten und ist deshalb eine Dienststelle der Wirtschaft.

      Punkt c)

      Aus der home page der SNB geht hervor, dass 61 Prozent aller emittierten Banknoten 1000er Noten sind. Hat die SNB selber bestimmt, dass sie das will? Im Gegenteil. Die SNB beobachtet diesen Anstieg der 1000er Noten im Hinblick auf Geldwäsche und Umgehen von Negativzinsen misstrauisch.

      http://www.snb.ch/de/iabout/cash/id/cash_circulation

      Wenn die Wirtschaft 1000er Noten wünscht, so muss die SNB diese herausgeben.

      Will die SNB das vermeiden, so muss sie die 1000er Noten abschaffen oder sie muss eine Kommission auf Bargeld verlangen. Das darf sie. Sie darf aber nicht deren Herausgabe verweigern. Auch hier bestimmt also die Wirtschaft – nicht die SNB. Die SNB ist Dienststelle der Wirtschaft.

      Punkt d)

      Die SNB ist auch verpflichtet, die Banknoten jederzeit wieder entgegenzunehmen, wenn die Wirtschaft diese nicht mehr gebraucht. Es bestimmt also einmal mehr die Wirtschaft – nicht die SNB.

      Punkt e)

      Ähnliche Überlegungen gelten auch bezüglich der Giroguthaben der Banken bei der SNB. Bei diesen Guthaben handelt es sich um Sichtguthaben der Banken. „Sichtguthaben“ bedeutet, dass der Gläubiger diese „auf Sicht“, d.h. also sofort rückfordern kann.

      Notenbankgeld ist Fremdkapital, der SNB – nicht Eigenkapital (das verwechselt die SNB immer wieder). D.h. die Kreditgeber bzw. die Banken haben jederzeit das Recht, ihre Guthaben bei der SNB sofort abzuziehen. Dadurch wird die Notenbankgeldmenge reduziert – abermals auf Initiative der Wirtschaft – nicht auf Initiative der SNB.

      Wir sehen: Auch hier bestimmt abermals die Wirtschaft über die Notenbankgeldmenge und die SNB ist lediglich Dienststelle.

      Punkt f)

      Gemäss Nationalbankgesetz (Art. 18) hat die SNB das Recht, einen Mindestreservesatz von 4 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten der Banken einzufordern. Damit wird sichergestellt, dass die Banken jederzeit über genügend Notenbankgeld verfügen, um „liquide“ bzw. „zahlungsfähig“ zu sein und einem allfälligen Bankenrun zu begegnen.

      Momentan haben die Banken das 26-fache der geforderten Mindestreserve bei der SNB angelegt.

      http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/defr/A6_Mindestreserven.pdf

      Es gibt kein Gesetz – ich wiederhole – es gibt kein Gesetz, welches den Banken verbieten würde, überschüssige Mindestreserven bei der SNB wieder abzuziehen. D.h. die Banken dürfen jederzeit ihre Giroguthaben bei der SNB reduzieren, wenn sie das wollen; nämlich bis hinunter zur gesetzlichen Mindestreserve.

      D.h. abermals, dass die Wirtschaft die Notenbankgeldmenge wesentlich mitbestimmt.
      Es gibt kein Gesetz, welches der SNB gewährleistet, dass sie ihre Schulden (Sichtguthaben) gegenüber den Banken nicht abbauen muss, wenn diese das wollen.

      Was die SNB in diesem Fall tun könnte, wäre, ihre Euros zu finanzieren mit verzinslichen „Schuldverschreibung“. Das würde aber zu massiv steigenden Zinsen in unserem Lande führen.

      Die SNB ist als Schuldnerin nicht besser gestellt als der Staat oder andere Schuldner. Auch die SNB muss ihre Schulden begleichen.

      Daraus folgt: Die SNB hat nie und nimmer die alleinige Kontrolle (Kompetenz) über die Notenbankgeldmenge.

      Punkt g)

      Will die SNB die Menge an Giroguthaben der Banken reduzieren, so muss sie Negativzinsen auf diesen Guthaben einführen. Das ist das, was sie jetzt tut. Sie kann aber nicht von sich aus die Anlage von Guthaben der Banken bei der SNB verbieten. Das widerspräche ihrem Gesetzesauftrag.

      Punkt h)

      Die SNB kann auch nicht endlos bestimmen, wie viel Kredit sie von den Banken erhält zum Kauf von Euros. Warum nicht?

      Will die SNB Euros kaufen so besitzt sie nicht genügend Vermögen, um diese zu kaufen. Die SNB muss sich demzufolge bei den Banken verschulden, um Euros zu kaufen.

      Ein Vergleich soll dies verdeutlichen:

      Angenommen, der Leser besitze auf seinem Konto bei seiner Bank eine Überzugslimite von CHF 5’000. Diese Limite hängt von seiner Bonität (Lohn) ab. Der Kontostand betrage Null Franken.

      Nun kann der 1000 Euro abheben und wird beim Kurs von 1.20 mit 1200 Franken belastet. Er ist jetzt 1’200 Franken im Minus.

      Genauso verhält es sich bei der SNB. Kauft diese von einer Bank 10 Milliarden Euros, wo werden ihr beim Kurs von 1.20 auf ihrem Konto bei der Bank 12 Milliarden Franken belastet. Bzw. umgekehrt schreibt die SNB der betreffenden Bank in ihrer Bilanz 12 Milliarden Franken in Form von Giroguthaben gut.

      Das ist jetzt die Schuld der SNB gegenüber der Bank oder das Guthaben der Bank bei der SNB.

      Die Frage lautet nun: Weshalb gewährt die Bank der SNB eine „unbeschränkte Überziehungslinie“?

      Der Grund liegt darin, dass die SNB als „mündelsicher“ gilt. Die Bank geht fälschlicherweise davon aus, dass ihre Guthaben bei der SNB sicher angelegt sind. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch berechtigt, weil letztlich die Steuerzahler für die Verbindlichkeiten der SNB haften.

      In zahlreichen Artikeln hier auf Inside Paradeplatz habe ich aber versucht, klar zu machen, dass auch das Steuersubstrat der Schweiz nicht „unbeschränkt“ ist; und dass bei negativem Eigenkapital der SNB die Banken ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen müssen.

      Das scheint Herr Jordan im letzten Moment verstanden zu haben, weshalb er in letzter Sekunde den Mindestkurs aufgab.

      Das beweist, dass auch eine SNB nicht „unbeschränkt“ Geld drucken kann.

      Es zeigt einmal mehr: Die SNB hat nicht die alleinige Kompetenz über die Notenbankgeldmenge.

      Ich fasse zusammen: Der erste Satz in der Antwort der SNB ist irreführend. Er suggeriert, dass die SNB alleine die Kompetenz habe und die Höhe der Notenbankgeldmenge bestimme. Das trifft nicht zu.

      Und nun zu Analyse des zweiten Satzes:

      „Sie schafft Liquidität resp. schöpft diese ab über die Giroguthaben der Banken, die diese bei der SNB haben.“

      Auch dieser Satz ist äussert „tricky“ und verführerisch:

      Das Wort, das wir speziell kritisch unter die Lupe nehmen müssen, ist das Wort „Liquidität“.

      Die Fehlinterpretation dieses Wortes oder des Ausdrucks, die SNB „schafft Liquidität“ ist mitunter hauptverantwortlich an den Irrlehren in der Geldpolitik.

      Warum?

      Liquidität oder „liquide Mittel sind immer – ich betone – immer ein Aktivum. Das muss ex definitione so sein, weil der Ausdruck „liquide Mittel“ eine Aussage macht, wie schnell eine Schuld damit abgebaut werden kann.

      Ein Wertpapier kann immer nur aus Sicht des Gläubigers zu den „liquiden Mitteln“ gezählt werden – niemals auch Sicht des Schuldners.

      Wenn also die SNB behauptet, sie könne mit Geld drucken, also mit der Emission von Notenbankgeld, eigene liquide Mittel schaffen und damit sämtliche Schulden der SNB abbauen (siehe Vortrag Jordan, Braucht die Nationalbank Eigenkapital S. 6), so liegt hier ein krasses Missverständnis bezüglich des Ausdrucks „Liquidität“ vor.

      Was die SNB tun kann ist, aus einem nicht liquiden Mittel ein liquides Mittel erzeugen – aber sie kann niemals für sich selber aus dem Nichts ein Liquides Mittel im Sinne von Vermögen schaffen, erschaffen oder schöpfen.

      Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen.

      Eine Aktie im Wert von z.B. CHF 5’000 kann nur schlecht als Zahlungsmittel verwendet werden. Ich kann möglicherweise jemanden überzeugen, von mir Wertpapiere im Wert von CHF 5’000 zu übernehmen, wenn ich z.B. ein Auto für CHF 5’000 kaufe. Das ist denkbar aber rel. selten.

      Viel besser ist es, einer Bank die Wertschriften zu verkaufen und mit dem Erlös einen Zahlungsauftrag an den Autoverkäufer zu erteilen. Oder wenn er Bargeld will, kann die Bank die Wertschriften der SNB verkaufen gegen Giroguthaben und dann diese gegen Bargeld eintauschen.

      Dieses hebe ich ab und bezahle den Autoverkäufer.

      Inwiefern hat die SNB hier also „Liquidität“ geschaffen? Die Wertschriften gehörten bereits zu meinen Liquiden Mitteln. Diese waren aber nicht in dem Masse liquide, wie das für den Kauf eines Fahrzeugs notwendig ist.

      Soll mit Bargeld bezahlt werden, so werden die nicht allzu liquiden Wertschriften der SNB übergeben und diese emittiert dagegen hochliquides Bargeld.

      Dasselbe wäre der Fall, wenn ich Gold besitze aber das Auto nicht mit Gold bezahlen kann.

      Aber aufgepasst: Die SNB wandelt lediglich einen nicht sehr liquiden Vermögenswert in einen höchst liquiden Vermögenswert um. Die SNB macht aus liquiden Mitteln noch liquidere Mittel.

      Aber sie erschafft nie und nimmer liquide Mittel aus dem Nichts. D.h. die SNB kann durch Geldschöpfung nicht Vermögen schaffen – sie kann nur Vermögen, das schon existiert noch liquider machen.

      Dieser Unterschied ist ganz entscheidend. Wenn die SNB behauptet, sie schaffe mit Notenbankgeld „Liquidität“ aus dem Nichts, so wäre Notenbankgeld Eigenkapital der SNB. Wenn sie aber aus weniger liquiden Vermögenswerten liquidere Vermögenswerte schafft, so ist Notenbankgeld Fremdkapital der SNB.

      Hier liegt der Hauptfehler der Nationalbank. Sie interpretiert Notenbankgeld fälschlicherweise als Eigen- statt als Fremdkapital der SNB. Daraus ergeben sich weitreichende Konsequenzen, welche die SNB nicht wahrhaben will.

      Der zweite Satz ist also äusserst trügerisch, weil die SNB suggeriert, dass die SNB bei der Schaffung von Notenbankgeld „Liquidität“ im Sinne von Vermögen bzw. Eigenkapital schafft.

      Und „abschöpfen“ kann die SNB die von ihr geschaffene Liquidität nur dann, wenn sie auf der Aktivseite noch über genügend Vermögen verfügt.

      Bei einer Unterbilanz hingegen ist das nicht mehr der Fall und die SNB ist nicht mehr voll handlungsfähig. Auch das sollte die SNB endlich einsehen und zugeben.

      Analyse der Sätze drei, vier und fünf:

      “ Je nach politischen Bedürfnissen kann die SNB demzufolge Geld schaffen, resp. vernichten. Im Kampf gegen den starken Franken kann die SNB also wenn nötig Devisen gegen Franken kaufen. Die dafür benötigten Franken werden von der SNB neu geschaffen.“

      Nein – eben nicht. Die Franken werden von der SNB nicht „neu geschaffen“ (siehe Erklärungen oben).

      Die Franken werden gegen bestehende Vermögenswerte (in diesem Fall Euros) geschaffen.

      Zudem hat die SNB Limiten und nicht eine unbeschränkte Überziehungslinie bei den Banken.

      Analyse Satz sechs:

      „Die Devisenkäufe bewirken eine Ausweitung der SNB-Bilanz: auf der Aktivseite steigen die Devisenanlagen, auf der Passivseite erhöhen sich die Girokonten inländischer Banken.“

      Dieser Satz belegt, dass nun auch die SNB langsam erkennt, dass die Behauptung von SNB-Chef Jordan unsinnig ist, die SNB könne „Liquidität aus dem Nichts schaffen“

      Das wäre ein einseitiger Buchungssatz. Das geht nicht. Das habe ich hier schon mehrmals geschrieben und Herrn Jordan auch an der GV der SNB im Jahre 2014 erklärt. Die SNB scheint langsam zu begreifen.

      Leider hat sie noch nicht bemerkt, dass dieser Satz den vorangegangenen fünf Sätzen widerspricht.

      Sie schreiben, dass Sie SNB-Chef Jordan sehr schätzen. Das ehrt Sie. Ich schätze Ihn als Menschen auch. Nur: Es geht hier um hunderte Milliarden Staatsschulden – und da dürfen solche Fehler einfach nicht passieren. Zumindest sollte man auf Kritik eingehen.

      Das hat Herr Jordan nun mit der Aufgabe des Mindestkurses auch getan – aber es müssen weiter Schritte folgen – z.B. der Verkauf der übermässigen Devisenanlagen, die mit Schulden finanziert sind.

      Seit über 20 Jahren versuche ich, die SNB auf ihre Fehler aufmerksam zu machen. Sie stellt sich aber taubstumm und hält sich für unfehlbar. Das gilt für Herr Jordan und seine ganze Crew. Das hat die Schweiz in den vergangenen Jahren einen dreistelligen Milliardenbetrag gekostet: Devisenkursverluste plus entgangene Wertschöpfung ans Ausland.

      Auch ich finde, die SNB sollte der Schweiz endlich einmal klaren Wein einschenken – dazu muss man aber bereit sein, die Grundlagen der Geldtheorie zu überdenken und kritisch zu hinterfragen.

      Darum kommen unsere Nationalbank und Herr Jordan nicht drum herum.

      Was die SNB und Herr Jordan endlich einsehen und zugeben sollten ist folgendes:

      Erstens:
      Die SNB hat ihre Euros mit Schulden gekauft.

      Zweitens:
      Mit Geld drucken kann die SNB ihre Schulden nicht abzahlen, wie Herr Jordan behauptet (siehe Vortrag Jordan a.a.O. u.a. S. 6)

      Drittens:
      Bei einer Unterbilanz der SNB muss die SNB deshalb ihre Bilanz deponieren.

      Viertens:
      Tut sie das nicht und das Eigenkapital der SNB wird negativ (länger als 1 Stunde wie am 15. Januar 2015), so müssen die Steuerzahler die SNB rekapitalisieren.

      Fünftens:
      Gelingt die Rekapitalisierung durch die Steuerzahler nicht innert nützlicher Frist, so müssen die Kreditgeber der SNB (Grossbanken, Kantonalbanken, PostFinance, Krankenversicherungen, Pensionskassen usw.) ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen. Das kann zu Konkurs dieser Kreditgeber führen.

      Sehr geehrter Herr Rohrbach

      Bitte stellen Sie der SNB doch diese Fragen und posten Sie die Antwort hier. Mir gibt die SNB keine Antwort. Herr Jordan hatte mich nach der GV 2014 zu einem Gespräch in seinem Büro eingeladen – aber er wollte nicht verstehen, was ich sagte. Er hat schlicht nicht zugehört.

      Die nachfolgende schriftliche Diskussion hat er dann leider auch abgebrochen.

      Auf ein Buch, das ich der SNB im Jahre 1993 geschickt habe, habe ich bis heute noch keine Antwort erhalten.

      Auf meine Dissertation, die ich der SNB 1997 schickte, erhielt ich einen Zweizeiler aus Bern, man sei anderer Meinung.

      Vielleicht hilft ein Nachhaken Ihrerseits.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • @ Meyer Marc, Beitrag v. 12.05.2015

      Nachträglich vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, die effektiv nach weiteren Antworten der SNB verlangt. Daher habe ich nochmals bei der SNB nachgehakt und folgende Antwort erhalten:

      „In Ihrer Mail vom 13. Mai stellen Sie einige zusätzliche Fragen zur Bilanz und zur Geldschöpfung der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

      Die Bilanz der SNB ist in erster Linie das Spiegelbild ihrer geld- und währungspolitischen Aktivitäten. Sie resultiert aus der Wahrnehmung des Auftrags, die Preisstabilität zu gewährleisten und dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung zu tragen. Die Operationen, welche die SNB zur Erfüllung ihres Auftrags durchführt, wirken sich auf die Höhe und Zusammensetzung der Aktiven und Passiven aus. So führen z.B. Devisenkäufe im Kampf gegen den starken Franken wie erwähnt auf der Aktivseite zu einem Anstieg der Devisenanlagen und auf der Passivseite zu einer Erhöhung der Girokonten inländischer Banken. Die Liquidität für diese Devisenkäufe schafft die SNB, d.h. sie schöpft Geld. Die Devisenkäufe werden über die Geschäftsbanken bzw. deren Sichtguthaben bei der SNB abgewickelt. Dieser Prozess kann beispielhaft folgendermassen beschrieben werden:

      Die SNB kauft Fremdwährungen und schreibt im Gegenzug den verkaufenden Parteien einen Frankenbetrag gut. Dieser gelangt schliesslich zu einer Bank und erhöht deren Giroguthaben bei der SNB. Selbst wenn diese Bank dieses Geld zulasten ihres Girokontos anderweitig verwendet, zum Beispiel einen Kredit gewährt, so bleibt der Frankenbetrag im System. Denn der Unternehmer oder der Haushalt, der den Kredit bezieht, erhält das Geld auf dem Konto seiner Bank, deren Giroguthaben bei der SNB sich erhöht. Und selbst wenn das Geld für den Kauf einer Maschine oder eines Autos ausgegeben wird, so landet das Geld auf dem Konto des Verkäufers, vielleicht bei der gleichen oder einer anderen Bank. Das Total der Giroguthaben bei der SNB bleibt somit gleich. Nur die SNB kann das gesamte Liquiditätsvolumen im Frankenmarkt und damit die Notenbankgeldmenge (Giroguthaben inländischer Banken plus Notenumlauf) verändern. Giroguthaben und Banknoten stellen gesetzliche Zahlungsmittel dar. Die SNB kann kraft ihres Monopols unbeschränkt Franken in diesen beiden Formen schaffen. Allerdings bergen grosse Bilanzausweitungen finanzielle und ökonomische Risiken; vgl. dazu auch folgendes Referat, das Jean-Pierre Danthine, Vizepräsident des Direktoriums der SNB, kürzlich gehalten hat: http://www.snb.ch/de/mmr/speeches/id/ref_20150519_jpd/source/ref_20150519_jpd.de.pdf

      Von Interesse für Sie sind möglicherweise auch die „Fragen und Antworten zur Bilanz der SNB“ (www.snb.ch/de/ifor/public/qas/id/qas_bilanz) sowie die „Fragen und Antworten zur Umsetzung der Geldpolitik“ (www.snb.ch/de/ifor/public/qas/id/qas_gp_ums#t2).

      Zum Verlust der SNB im 1. Quartal 2015: Die Aufhebung des Mindestkurses führte zu einer Aufwertung des Frankens und entsprechend zu wechselkursbedingten Verlusten auf sämtlichen Anlagewährungen. Allgemein ist das Ergebnis der SNB überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig, starke Schwankungen sind deshalb die Regel. Vgl. auch die entsprechende Medienmitteilung: http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20150430/source/pre_20150430.de.pdf

      Die Antworten auf Ihre weiteren Fragen finden Sie unten, gleich nach Ihren jeweiligen Fragen.“

      Nachfolgend die Antworten zu den spezifischen Fragen:

      1. Was würde passieren, wenn die SNB ein negatives Eigenkapital hätte?

      „Die SNB müsste im Fall von negativem Eigenkapital nicht rekapitalisiert werden. Sie ist in dieser Beziehung nicht mit einer Geschäftsbank oder einem anderen privaten Unternehmen vergleichbar. Zum einen kann eine Zentralbank nicht illiquid werden. Sie ist also in ihrer Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkt, wenn das Eigenkapital negativ wird. Sie wird auch nicht wie andere Unternehmen dazu gezwungen, Sanierungsmassnahmen einzuleiten oder gar ihre Bilanz zu deponieren. Zum anderen hat eine Zentralbank aufgrund ihres Notenmonopols gegenüber privaten Unternehmen einen Finanzierungsvorteil und erzielt langfristig Ertragsüberschüsse. Eine Zentralbank wie die SNB kann darum nach Verlusten über die Zeit im Normalfall von selber Eigenkapital aufbauen. Gleichwohl wäre ein lang anhaltender Zustand von negativem Eigenkapital auch für eine Zentralbank nicht unproblematisch, weil er langfristig ihre Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit gefährden könnte. Deshalb ist es für die SNB zentral, eine ausreichende Eigenkapitaldecke zu halten. Gern weise ich Sie in diesem Zusammenhang auf folgendes Referat von Thomas Jordan hin, in dem er sich mit diesem Thema beschäftigt: http://www.snb.ch/de/mmr/speeches/id/ref_20110928_tjn/source/ref_20110928_tjn.de.pdf

      2. Können Sie verneinen, dass dann der Steuerzahler die SNB rekapitalisieren müsste? Ich denke im absoluten Worst-Case müsste der Steuerzahler einspringen, oder?

      „Es besteht kein Zwang zur Rekapitalisierung, daher müssten die Steuerzahler nicht einspringen, s. oben. Allerdings könnte der Fall eintreten, dass die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone reduziert werden müsste oder ausfallen würde, um Eigenkapital aufzubauen.“

      3. Falls die Rekapitalisierung durch den Steuerzahler nicht gelingen würde (Worst-Worst-Case): Müssten dann die Kreditgeber der SNB (Grossbanken, etc.) ihre Guthaben bei der SNB entsprechend berichtigen? Ich denke schon, oder?

      „s. oben

      Zudem: Falls die SNB negatives Eigenkapital aufweisen sollte, müssen die Banken ihre Giroguthaben (also die gesetzlichen Zahlungsmittel) nicht tiefer bewerten. Sie tragen kein Risiko, weil Giroguthaben – unabhängig von der Entwicklung der Eigenkapitalausstattung der SNB – unverändert gesetzliche Zahlungsmittel sind. Sie sind jederzeit einsetzbar und äusserst liquid.“

      4. Sind Sie mit der Aussage einverstanden, dass die SNB die Euros mit Schulden gekauft hat?

      „Die SNB hat die Franken, die sie für den Devisenkauf (im Kampf gegen den starken Franken) benötigte, als Notenbankgeld neu geschaffen; s. unten.“

      5. Sind Sie damit einverstanden, dass das Notenbankgeld Fremdkapital darstellt? Denn wenn ich die Passivseite der SNB-Bilanz anschaue und sehe wie die Devisenkäufe finanziert wurden, komme ich zu diesem Schluss.

      „Das Fremdkapital der SNB besteht hauptsächlich aus den in Verkehr gesetzten Banknoten und den Giroguthaben der Banken bei der SNB. Diese zwei Komponenten zusammen ergeben die Notenbankgeldmenge. Allerdings sind Giroguthaben und Banknoten als gesetzliche Zahlungsmittel ökonomisch und rechtlich nicht mit dem Fremdkapital von anderen Banken oder Unternehmen, wie Kredite oder Obligationen, gleichzusetzen (z.B. ist die Laufzeit nicht begrenzt und die „Kredithöhe“ kann grundsätzlich von der SNB bestimmt werden). Es gibt keine mit einer „normalen Schuld“ vergleichbare Verpflichtung.“

      Nun bin ich sehr gespannt auf Ihre Meinung. Aufgrund Ihrer Ausführungen denke ich, dass sich einerseits die SNB der Tragweite Ihres Geschäfts nicht voll bewusst ist und da wohl eine „Rosa-Brille“ aufgesetzt ist. Anderseits würde mich auch Interessieren, ob sich aus dieser Antwort für Sie neue Erkenntnisse ergeben haben.

    • @Samuel Rohrbach

      Sehr geehrter Herr Rohrbach

      Nun bin ich dazugekommen, die Antwort der Schweizerischen Nationalbank an Sie zu lesen und zu analysieren.

      Sie schreiben:

      „Aufgrund Ihrer Ausführungen denke ich, dass sich einerseits die SNB der Tragweite Ihres Geschäfts nicht voll bewusst ist und da wohl eine „Rosa-Brille“ aufgesetzt ist. Anderseits würde mich auch Interessieren, ob sich aus dieser Antwort für Sie neue Erkenntnisse ergeben haben.“

      Ich kann Ihnen nur Recht geben: Die SNB ist sich der Tragweite ihrer Irrtümer nicht bewusst. Die Ausführungen der SNB sind oberflächlich und hochgradig irreführend. Sie sind geradezu grobfahrlässig angesichts der ernormen Bedeutung Ihrer Fragen für unsere Volkswirtschaft.

      Meine Erkenntnis ist einmal mehr: Unsere Nationalbank ist unbelehrbar. Sie behauptet Dinge, die offensichtlich falsch sind und dreht sich mit ihren Fehlargumenten endlos im Kreis.

      Was die SNB hier erneut bietet ist ein Trauerspiel – einfach unglaublich, wie dilettantisch die SNB argumentiert und mit hunderten Milliarden Franken Volksvermögen spielt.

      Gerne möchte ich wieder Punkt für Punkt auf einige der entscheidenden fehlerhaften Sätze der SNB eingehen.

      Zitat SNB 1:

      „Die Liquidität für diese Devisenkäufe schafft die SNB, d.h. sie schöpft Geld.“

      Meine Antwort dazu:

      Wenn ein Kauf mit „liquiden Mitteln“ bzw. mit „Liquidität“ erfolgt, so führt das in der Bilanz des Käufers zu einem Aktivtausch. Es werden Liquide Mittel gegen den gekauften Gegenstand getauscht.

      Der Aktivposten „Liquide Mittel“ wird verringert. Demgegenüber steigt gleichzeitig und gleichviel der Posten des gekauften Aktivums. Im Falle der SNB müsste z.B. der Posten „Gold“ abnehmen und der Posten „Devisen“ um gleichviel und gleichzeitig zunehmen.

      Beispielsweise gehört Gold zur „Liquidität“ bzw. gehört zu den „liquiden Mitteln“ der SNB.

      Die Devisenkäufe der SNB in den vergangenen Jahren im Betrag von mehreren hundert Milliarden Franken bezahlte die SNB aber nicht mit „Liquidität“ oder mit eigenen liquiden Mitteln (Vermögen). Nein, die SNB tätigte die Käufe, indem sie Schulden einging; und zwar Schulden gegenüber den Geschäftsbanken.

      Die Devisenkäufe der SNB erfolgten nicht durch einen Aktivtausch (unveränderte Bilanzlänge), wie die SNB behauptet (angebliche Bezahlung mit „Liquidität“), sondern durch Aufnahme einer Schuld bzw. durch eine Verlängerung der SNB-Bilanz.

      Der Aktivposten „Devisen“ nahm zu bei gleichzeitiger und gleichgrosser Zunahme des Postens „Giroguthaben der Geschäftsbanken“.

      Die SNB hat die Devisenkäufe also nicht mit „Liquiden Mitteln“ bezahlt, wie sie behauptet, sondern die SNB hat sich verschuldet, um Devisen zu kaufen. Diese Devisen gehören nun ihrerseits zu den „liquiden Mitteln“ („Liquidität“) der SNB.

      Die SNB behauptet immer wieder, sie schaffe „liquide Mittel“, mit denen Sie dann Devisen kaufe. Das ist falsch: Die SNB kauft im Gegenteil liquide Mittel (Devisen) und verschuldet sich zu diesem Zweck (über Giroguthaben der Banken.

      Die SNB dreht sich bei ihrer Argumentation endlos im Kreis. Sie kann offenbar nicht verstehen, dass Liquidität immer ein Aktivum ist – niemals ein Passivum ist. Da Notenbankgeld ein Passivum der SNB ist, kann dieses niemals zur „Liquidität“ (Vermögen) der SNB gezählt werden.

      Zitat SNB 2:

      „Die SNB müsste im Fall von negativem Eigenkapital nicht rekapitalisiert werden…. Zum einen kann eine Zentralbank nicht illiquid werden. Sie ist also in ihrer Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkt, wenn das Eigenkapital negativ wird. Sie wird auch nicht wie andere Unternehmen dazu gezwungen, Sanierungsmassnahmen einzuleiten oder gar ihre Bilanz zu deponieren.“

      Meine Antwort dazu:

      Die Behauptung der SNB, sie bleibe uneingeschränkt handlungsfähig bei negativem Eigenkapital und müsse ihre Bilanz nicht deponieren basiert auf der irrigen Prämisse, Notenbankgeld stelle „Liquide Mittel“ und damit „Vermögen“ der SNB dar. Deshalb könne die SNB nicht „illiquid“ werden.

      Weil die Prämisse der SNB falsch ist, ist auch die Schlussfolgerung der SNB falsch.

      Deshalb kann die SNB sehr wohl Illiquide werden. Das ist dann der Fall, wenn der Wert ihrer Liquiden Mittel (Vermögen, z.B. Devisen, Gold) unter den Wert ihrer Schulden (Giroguthaben der Banken) fällt.

      In diesem Fall ist die SNB handlungsunfähig und geht Konkurs und muss ihre Bilanz deponieren.

      Zitat SNB 3:

      „Es besteht kein Zwang zur Rekapitalisierung, daher müssten die Steuerzahler nicht einspringen, s. oben. Allerdings könnte der Fall eintreten, dass die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone reduziert werden müsste oder ausfallen würde, um Eigenkapital aufzubauen.“

      Meine Antwort dazu:

      Es ist rein buchhalterisch nicht möglich, dass die SNB im Falle von Gewinnen bei positivem Eigenkapital Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone vornehmen kann und bei Verlusten und negativem Eigenkapital nicht Kapital einschiessen muss.

      Zitat SNB 4:

      „Zudem: Falls die SNB negatives Eigenkapital aufweisen sollte, müssen die Banken ihre Giroguthaben (also die gesetzlichen Zahlungsmittel) nicht tiefer bewerten. Sie tragen kein Risiko, weil Giroguthaben – unabhängig von der Entwicklung der Eigenkapitalausstattung der SNB – unverändert gesetzliche Zahlungsmittel sind. Sie sind jederzeit einsetzbar und äusserst liquid.“

      Meine Antwort dazu:

      Erneut zeigt sich hier der entscheidende Irrtum der SNB: Das Notenbankgeld wird als liquides Zahlungsmittel und damit als Vermögen der SNB interpretiert. Das ist falsch: Notenbankgeld gehört nicht zum liquiden Vermögen der SNB, sondern ist im Gegenteil eine Schuld der SNB.

      Deshalb muss die SNB bei negativem Eigenkapital durch die Steuerzahler rekapitalisiert werden.

      Zitat SNB 5:

      „Die SNB hat die Franken, die sie für den Devisenkauf (im Kampf gegen den starken Franken) benötigte, als Notenbankgeld neu geschaffen; s. unten.“

      Meine Antwort dazu:

      Die SNB behauptet, sie kaufe die Devisen mit neu geschaffenem Notenbankgeld bzw. mit Franken, die sie neu geschaffen hat. „Notenbankgeld“ und „Franken“ werden abermals als Vermögen der SNB interpretiert, womit die SNB „kaufen“ könne.

      Die SNB will nicht wahrhaben, dass sie ihre Euros mit Franken in Form von Schulden – nicht in Form von Vermögen (Liquidität“) gekauft hat.

      Die SNB gaukelt abermals den Kauf der Devisen aufgrund eines Aktivtauschs vor anstatt aufgrund einer Verschuldung.

      Zitat SNB 6:

      „Allerdings sind Giroguthaben und Banknoten als gesetzliche Zahlungsmittel ökonomisch und rechtlich nicht mit dem Fremdkapital von anderen Banken oder Unternehmen, wie Kredite oder Obligationen, gleichzusetzen (z.B. ist die Laufzeit nicht begrenzt und die „Kredithöhe“ kann grundsätzlich von der SNB bestimmt werden). Es gibt keine mit einer „normalen Schuld“ vergleichbare Verpflichtung.“

      Meine Antwort dazu:

      Da die SNB Notenbankgeld fälschlicherweise als „Liquidität“ und damit als Vermögen der SNB interpretiert, gelangt sie zum Trugschluss, Notenbankgeld führe nicht zu einer Verpflichtung der SNB.

      Die SNB verwechselt dabei immer wieder Eigenkapital und Fremdkapital. Wäre Notenbankgeld Eigenkapital der SNB, so hätte die SNB Recht. Notenbankgeld ist aber im Gegenteil Fremdkapital der SNB mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen.

      Es gibt kein Gesetz, das die SNB als Schuldner gegenüber ihren Gläubigern besser stellen würde als der Staat oder anderen Schuldner in der Wirtschaft.

      Das Notenbankgesetz besagt, dass die SNB nur 4 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten der Banken als Mindestreserve einfordern darf. Das ist die einzige Besserstellung der SNB als Schuldnerin.

      Heute betragen die Mindestreserven das 26fache der Minimalanforderung. Die Banken dürfen also jederzeit ihre Giroguthaben, d.h. ihre Sichtguthaben bei der SNB aus Sicht, d.h. also sofort, abbauen.

      Besitzt die SNB nicht mehr genügend Vermögen, um den Forderungen der Geschäftsbanken nachzukommen, so ist die SNB Konkurs und die Steuerzahler müssen die SNB rekapitalisieren.

      Zitat SNB 7a:

      „Die SNB kauft Fremdwährungen und schreibt im Gegenzug den verkaufenden Parteien einen Frankenbetrag gut. Dieser gelangt schliesslich zu einer Bank und erhöht deren Giroguthaben bei der SNB.“

      Meine Antwort dazu:

      Wenn die SNB Devisen kauft, so steigt dabei gleichzeitig der Aktivposten „Devisenanlagen“ und der Passivposten „Giroguthaben der Banken“.

      Der Satz „..Dieser gelangt schliesslich zu einer Bank…“ bestätigt Ihren Eindruck, dass die Mitarbeiter der SNB offenbar auch nicht verstehen, wovon sie sprechen. Der „Frankenbetrag“ gelangt nicht „schliesslich“ zu einer Bank, sondern er gelangt sofort dorthin, da die Buchung „Devisenanlagen / Giroguthaben der Banken“ beidseitig, gleichzeitig um gleichviel erfolgt.

      Zitat SNB 7b:

      „Selbst wenn diese Bank dieses Geld zulasten ihres Girokontos anderweitig verwendet, zum Beispiel einen Kredit gewährt, so bleibt der Frankenbetrag im System.“

      Meine Antwort dazu:

      Wenn die SNB Devisen kauft, so werden diese nicht „zulasten“ des Girokontos der Bank verbucht, sondern im Gegenteil „zugunsten“ des Girokontos der Bank.

      Und diese Verbuchung zugunsten der Bank stellt ein Aktivkredit der Bank an die SNB dar. Diesen Aktivkredit an die SNB kann die Bank aber nicht gleichzeitig an ein anderes Wirtschaftssubjekt ausleihen. Man kann denselben Kredit nicht zweimal auf der Aktivseite verbuchen.

      Ich hoffe, etwas zur Klärung der Missverständnisse, welche die SNB verbreitet, beigetragen zu haben.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  5. Des Jordans wackere Tat
    beruhte wahrlich auf weisem Rat
    Lange hat er es vorausgesehen
    was im zweiten Dezennium nach anno 2000 wird geschehen
    Keine Bank schafft a la longue den Kampf gegen entfesselten Märkte
    wie schon so mancher Chefvolkswirt bemerkte.
    Als Alternative gäbe es den Euroeintritt
    doch angesichts der unsicheren Lage wäre das kein guter Schritt.
    So hat er der Nationalbank Unabhängigkeit bewahrt
    und ungewollt die Nationalen hinter sich geschart.
    Gleichwohl sind die Folgen gravierend
    und zu Recht die öffentliche Meinung echauffierend.

  6. Jordan und Hildebrand sind Marionetten der Hochfinanz und haben keine Minute dem Schweizer Volk gedient. Ausbildung und Verbindungen zeigen schon einiges aber an den Früchten Word man Sie erkennen!

  7. Ich glaube nicht dass das Philosophieren jemandem nutzen wird.
    Eigenkapitalverlust der SNB: CHF 41.- Millrd. aber gegenüber steht Aktienbesitz und Fremdwährungen in der Höhe von ca. Euro 460.- bis 480.- Millrd..
    Diejenigen die verlieren sind die Kantone und die Industriefirmen, die heute nach 3 Jahren Zuschuss seitens der Währung- „Anpassung“ sich nochmals neu positionieren müssen.

  8. @Dr. Meyer, @Oeconomicus,

    „Ich finde es wichtig, die Nationalbank auf den gravierenden Fehler in der Geldtheorie hinzuweisen. Dass sie nicht hören will, spricht nicht für sie…..Die SNB bleibt also weiterhin handlungsunfähig, insolvent. Und das zerstört im Endeffekt die Währung. Das ist simpelste Buchhaltung…“ .Ende

    Betrachtet man die jüngste Entscheidung der EZB, für die kommenden eineinhalb Jahre monatlich im Wert von 60 Mrd. € Anleihen mit frischem Zentralbankgeld anzukaufen, steht dieses Ereignis im Widerspruch zu….

    https://insideparadeplatz.ch/2013/09/25/die-snb-und-das-maerchen-von-der-geldschoepfung/

    Insofern kann ich mich nur immer wieder von Neuem wiederholen. Wir können den Knoten nicht aufdröseln, wenn wir nicht beginnen, sauber zwischen Geld, Zahlungsmittel und Guthaben zu unterscheiden. Sobald der Buchungssatz bei der Kreditvergabe beleuchtet wird, ist es notwendig, die Buchungen weiter zu verfolgen, wenn der Kreditnehmer die aufgenommenen Mittel eingesetzt hat. Nach Verwendung seines Kreditbetrages muss die Bankbilanz wieder ausgeglichen werden. Hier stehen verschiedene Wege zur Verfügung. Interessant ist nun die Rolle des Zentralbankgeldes bei diesen Prozessen….Unglücklich nur, dass es sich bei diesen Inhalten um hochkomplexe Vorgänge handelt. Klare Begriffsdefinitionen sind zwingend erforderlich. Bilanzierungsregeln müssen beleuchtet, Gesetze (zum Beispiel Eigenkapitalquoten) berücksichtigt und Bankrisiken (zum Beispiel Fristentransformation) diskutiert werden…usw….wenig hilfreich ist dabei, mangelnde oder ohne Bankerfahrung aus der Warte des Buchhalter, Steuerexperte, Treuhändler, Nationalökonom usw. zu argumentieren, ja das ist simpelste Buchhaltung oder Buchhaltung ist ein Naturgesetz…Sie machen einen Fehler, wenn Sie nicht deutlich zwischen Geld und Guthaben unterscheiden….Ihre Zeilen signalisieren mir, dass Sie nicht korrekt zwischen Geld, Zahlungsmittel und Guthaben unterscheiden, das führt zu Ableitungsfehlern…selbst eine Investmentbank „produziert Einlagen“, sie darf sich nämlich ohne weiteres über Anleihen finanzieren, auch über Kurzläufer o.ä., die sich dann wieder in den entsprechenden Geldmengenaggregaten wieder finden. Die Mittel, die sich als „verbriefte Verbindlichkeiten“ bei der Investmentbank auf der Passivseite der Bilanz finden, sind auch letzten Endes irgendwo Einlagen von nicht Finanzinstituten und somit durch den Geldschöpfungsmultiplikator mit abgedeckt….Mögen wir gemeinsam und friedlich zu Wegen finden, die dieses System bald ein Ende setzen!

  9. Hätte die SNB den Mindestkurs nicht aufgeben, der Verfall des Euro gegenüber dem CHF wä(h)re schleichend von Statten gegangen- nur mit der im Gegensatz zu heute weit gravierenderem Unterschied, der noch mehr ernüchternden Tatsache dass der nicht realisierte Buchverlust weit höher ausgefallen wäre! Dem Gremium dürfte schon länger bekannt gewesen sein, dass Dragi eine gigantische Liquiditätsspritze oder nennen wie sie mal Flutung tätigen wird. Ein Indiz dafür ergibt sich aus der Verhaltenseise und Kommunikation der SNB in den letzten Wochen vor der Aufgabe des Mindestkurses. Mit 1.2 Billionen Euros dürften die SNB Oberen dann jedoch derart Macht des Betrages an die Wand gedrückt worden sein, das sie überhaupt keine andere Lösung sahen als den Unterkurs von CHF 1.20 über Nacht aufzugeben. Letztlich haben sich die SNB Leute auf ein David gegen Goliath „Kampf“ eingelassen den sie gelinde gesagt, nur verlieren können.
    Betrachtet man das Ganze global, so dürfte diese Handlungsweise der SNB nicht ungeschickt gewesen sein weil, in Anbetracht der europaweiten, stetig steigenden Staatsverschuldung (ausser Deutschland) und währungsrelevanten Massnahmen durch die EZB der Euro weiter an Wert verlieren dürfte. Dazu sei bemerkt, dass diese gewaltigen Flutungen letztlich „nur“ den Charakter von „Zeit kaufen“ haben dürften denn eines ist klar; das sagenhafte Kapital kommt nicht dort an, wo es ankommen sollte!
    Ein Vorgeschmack gibt’s ja schon seit einiger Zeit betrachtet man die über Pari Aufschläge von Bond Preisen, Anleihen und dergleichen. Parallel dazu, die KGV’s von Unternehmen, die logischerweise ein abartiges, falsches Heil darstellen- und Alle wissen dies!

  10. oder anders herum,was soll denn passieren, wenn das Eigenkapital negativ ist? Sie braucht ja nur per Verordnung den Banken auferlegen, dass sie ihe Einlagen erhöhen. Mehr braucht es nicht.Sie muss keine Kunden anwerben, die kommrn von selber.

    • @ sicher

      Was passiert denn, wenn die Banken die Einlagen erhöhen? Dann steigen die Passiven – und die Aktiven bleiben hinterher. Die SNB bleibt also weiterhin handlungsunfähig, insolvent. Und das zerstört im Endeffekt die Währung. Das ist simpelste Buchhaltung. Man kann selbstverständlich Verordnungen machen und damit die Verfassung, die Eigentumsgarantie aushöhlen. Das Volk würde das womöglich in seiner Unwissenheit noch begrüssen, so wie es sich anscheinend alles gefallen lässt im Vertrauen auf seine „Vertreter“ und die angeblich intelligenten Wirtschaftsprofessoren, welche noch nicht einmal wissen, wozu ein Schraubenzieher gut ist, wie man ihn hält, und keine Ahnung haben von Bilanzen. Das Volk verlässt sich blind auf seine „Fachleute“, denn „die müssen es ja schliesslich wissen“, und verlässt sich damit selbst. Hauptsache, nicht selber studieren, denn das ist (zu) anstrengend.

      Nein, die SNB „muss keine Kunden anwerben, denn die kommen von selbst“, weil die SNB per Gesetz das Monopol hat, die Kunden also gezwungen werden, zu kommen. Also kommen sie von selbst… Grüsse von Ouroboros.

  11. Was ich mich frage …. wo bleibt eigentlich die Rechenschaftspflicht der Verantwortlichen? Carte blanche, Schweizer Leadership ohne Rückgrat mit Free Flow Gaming? Danke Herr Dr. Meyer für Ihr Rückgrat. Weiter so. Nichts was nicht in Ordnung ist kann auf Dauer Erfolg haben. Ein einfaches Prinzip, funktioniert wie die Schwerkraft.

  12. @Momo

    Wenn alle so dächten wie Sie, dass die Entscheidungswege gegeben sind, und dass es naiv ist, auf Irrtümer hinzuweisen, so würde die Menschheit stehenbleiben.

    Wir würden dann immer noch in Höhlen wohnen und Salz gegen Muscheln tauschen und dergleichen.

    Ich finde es wichtig, die Nationalbank auf den gravierenden Fehler in der Geldtheorie hinzuweisen. Dass sie nicht hören will, spricht nicht für sie.

    Früher oder später wird sie aber hören müssen – spätestens dann, wenn ihr Eigenkapital negativ ist und ihre Kapitalgeber Wertberichtigungen vornehmen müssen.

    Dann wird sich zeigen, dass sie ihr negatives Eigenkapital nicht durch „Geld drucken“ wieder aufstocken kann, wie SNB Jordan behauptet.

    Immer mehr Kommentatoren verstehen das – nur die Nationalbank noch nicht.

    Auch sie wird es früher oder später verstehen – fragt sich nur, wie gross der Schaden durch die SNB vorher noch werden muss.

    mfG

    • Hallo Herr Dr. Meyer,

      ihre Kompetenz bzgl. Nationalbanken in allen Ehren aber aus Ihnen spricht gekränkte Eitelkeit.

      Seien wir froh, dass es geregelte Entscheidungswege in der Schweiz gibt. Seien wir auch froh, dass es die Meinungsfreiheit gibt. Dass diese beiden verlässlich, stabil und transparent sind ist vielleicht einer der wirklich wenigen Assets, die nicht in Frage gestellt werden dürfen.

      Bitte vermischen Sie auch nicht das eine mit dem anderen: Ihr rechtlicher, politischer und auch emotionaler Einfluss als Einzelperson auf die SNB, bzw. deren Management und Gesellschafter ist denkbar klein. Das ist offensichtlich ein Fakt.

      Ihr Einfluss auf die allgemeine Meinungsbildung, die langfristig zu einer Veränderung des Verhaltens anderer Personen und vielleicht auch den Entscheidungsträgern führt, über Diskussionen wie diese ist nicht zu unterschätzen.

      Einzig die permanenten Hinweise, dass Sie der bessere SNB Manager gewesen wären und sind macht es etwas mühsam. Das sollten Sie nicht nötig haben. Bleiben Sie einfach sachlich auf Ihrer Linie und akzeptieren Sie Ihre Rolle.

      Letztendlich sind wir alle nur kleine Wichte, zumindest langfristig betrachtet.

      Gruss

      Momo

    • @Momo

      Als Anonymer sollte man jemanden nicht persönlich kritisieren oder gar beleidigen. Das ist billig.

      mfG

    • @ Momo

      Wer denkt, er sei ein kleiner Wicht, ist ein solcher.
      „Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einen Felsen vergraben, sie stößt trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist.“ (Frank Thiess)
      Allerdings: „Das Wahre ist eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen sie alle nur blinzelnd so daran vorbeizukommen, in Furcht sogar, sich zu verbrennen.“ (Goethe)

    • @ Dr.Meyer:
      Beleidigen wollte ich Sie ganz und gar nicht. War eher als sachlicher Tip bzgl. Kommunikation und Verbesserung Ihrer Wirksamkeit gedacht. Auch, die Welt eher mal im Fluss zu begreifen und nicht als Kriegsgebiet mit Feinden überall zu sehen.

      Wenn Sie etwas bewegen wollen, dann wäre es evtl. hilfreich, neben der Sachebene (100 Punkte) halt auch die Prozessebene (Wie kann Einfluss genommen werden in den bestehenden Strukturen) und die Menschebene (Wie andere emotional einbinden und nicht Fronten schaffen) aktiv zu berücksichtigen.

      Bitte hierzu keinen Kommentar mehr folgen lassen.
      Danke.
      Gruss

      Momo

    • @Oeconomisus criticus oder besser wohl homo educandus: Wichte in der Finanzindustrie, die an Grössenwahn leiden, sind das Problem….Es wäre interessant, was Goethe heute zu dieser Spezies sagen würde. Einig sind wir beim Schwanzverzehrer: Es könnte sein, dass das System beginnt, sich selbst aufzufressen. Das System ist geschlossen und funktioniert nur noch, weil es von aussen, von der Realwirtschaft, am Leben gehalten wird.
      Inhaltlich kann ich wenig sagen, da ich kein homo oeconomicus bin. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass eine Notenbank, die immerzu bunte Papierchen bedruckt und verteilt, ob diese nun auf der Aktiv- oder Passivseite in der Bilanz stehen, nicht im Sinne der Bürger handelt. Eine Million Reichsmark für 1 kg Brot.

    • @ Momo

      Ich sehe das gleich. Die Eigenwahrnehmung von Dr. Meyer steht in krassem Gegensatz zur Fremdwahrnehmung. Mit geradezu missionarischem Eifer reduziert er Geldpolitik auf die doppelte Buchhaltung. Dabei blendet er Auftrag und Instrumentarium der Nationalbank bewusst aus. Er blickt in den Rückspiegel und sagt, was er alles besser hätte tun können, und dass die ganze Volkswirtschaftslehre ein Lügengebäude sei; zudem wirft er der SNB und darin benannten Personen vorsätzliche Irreführung vor; bleibt aber den Beweis schuldig. Dies ist üble Nachrede.
      Allen die ihn kritisieren wirft er vor, sie seien von der SNB und daher inkompetent und dumm, weil sie keine Argumente hätten. Auf die wesentlichen Argumente, die nicht in sein Denkschema passen, geht er gar nicht erst ein.
      So lässt sich keine seriöse Kampagne führen. Der wahre Hintergrund solchen Tuns ist – wie Sie es treffend benennen – verletzte Eitelkeit.

    • @Uhu und Momo

      Als Anonymer jemanden persönlich beleidigen ist schwach – sehr schwach.

      Sie betreiben reines Spiel auf die Person – ich suche nach einem fachlichen Argument – vergeblich. Nichts – nur Polemik

      Schwach auch von unserer Nationalbank, welche offensichtlich solche Heckenschützen aus dem Hinterhalt nötig hat.

      Ihre Zeilen sind ein Armutszeugnis für Sie selber (wer immer Sie sind), für Momo (wer immer er ist) und auch für unsere Nationalbank, welcher Sie in die Hànde spielen.

  13. Hallo Momo, Bravo – transparent und nachvollziehbar …. Wer hat alles eingeleitet? Der ehemalige und abgetauchte Alpen-Hedgefonds-Manager … Weil done

  14. egal. eine Nationalbank kann nicht pleite gehen. Sie druckt einfach neues Geld wenn sie keines mehr hat. alles Krämpfe hier.

    • Zum Glück für die Mächtigen glauben die meisten solchen Quatsch.

  15. Die SNB wird die Geister die sie mit der Einführung des Mindestkurses rief nicht mehr los. Nur langsam dämmert es, dass die SNB mit ihrer Bilanzstruktur ein nachhaltiges Systemrisiko für die CH darstellt, auch wenn der Mindestkurs weg ist. Seit Jahren warnt v.a. Dr. Marc Meyer unermüdlich und zurecht. Es ist aber beschämend, dass sich die SNB Verantwortlichen einer konstruktiv-kritischen Diskussion nicht stellen und ihre Fehlleistungen immer noch schönreden.

    • @Rico Meier

      Danke.

      Seit über 20 Jahren mache ich die SNB darauf aufmerksam, dass Notenbankgeld niemals zur Liquidität bzw. zum Vermögen der SNB gezählt werden kann. Deshalb kann die SNB mit dem Drucken von Geld auch keine eigenen Schulden bezahlen.

      Oder anders formuliert: Notenbankgeld kann niemals Zahlungsmittel der SNB sein, wie SNB-Chef Jordan immer noch behauptet.

      Daraus wiederum folgt, dass die SNB Konkurs gehen kann. Wir Steuerzahler werden sie dann rekapitalisieren müssen.

      Das verschwiegen uns die SNB und der Bundesrat.

      Die SNB hält es seit 20 Jahren nicht für nötig, auf diese Argumentation einzugehen.

      Dafür hat die SNB allein in den vergangenen 5 Jahren schon wieder 70 Milliarden Franken verspielt.

      Lieber Volksvermögen in zweistelliger bis dreistelliger Milliardenhöhe verjubeln als einen Fehler einzusehen und einzugestehen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Frage an Dr. Meyer: Wie, woraus bezahlt die SNB eigentlich ihre Angestellten oder beispielsweise Dienstleistungserbringer wie eine IT-Firma oder das Elektrizitätswerk? Der Notenumlauf und die Giralguthaben sind ja auf der Passivseite der Bilanz. Dienstleistungen kann sie aber nur mit Aktiven bezahlen. SNB-Schuldtitel (Noten oder Giroguthaben in CHF) auf der Aktivseite würden sich ja mit der analogen Passivseite auslöschen.

    • @ Otschin Priatna

      Wie jede andere Firma auch zahlt die SNB selbstverständlich den Aufwand aus der Erfolgsrechnung.

      Freundliche Grüsse
      OC

    • Otschin Priata

      Auf ihrer Aktivseite erwirtschaftet die SNB Erträge. Auf den emittierten Banknoten muss sie keine Zinsen bezahlen. Nun erwirtschaftet sie auf den Giroguthaben der Banken bei der SNB sogar noch Negativzinsen.

      Das ergibt einen positiven Zinsensaldo. Den nennt man die sogenannte „Seigniorage“.

      Diese plus mögliche Aufwertungsgewinne auf Devisenanlagen, Aktien, Gold usw. können ebenfalls zu positiven Erträgen führen.

      Erleidet sie auf ihren Aktiven jedoch Verluste, und wird das Eigenkapital der SNB negativ, so gehen die Löhne der SNB-Angestellten letztlich zu Lasten der Steuerzahler (in Form von Rekapitalisierung).

      mfG

  16. Die Kommentare und Diskussionen um die SNB zeigen, sogar hier in einem „Spezialisten“-Blog, dass das Stimmvolk in Sachen Wirtschaft zu wenig Kenntnis und Ausbildung hat und sich deren Bedeutung für jeden Einzelnen ganz offensichtlich nicht bewusst ist. Da bestimmen vom Volk nicht gewählte Zentralbanker über Gedeih und Verderb unserer Wirtschaft und unsere privaten Pensionskassengelder, ohne irgend Jemanden Rechenschaft ablegen zu müssn. Ueber jedes Hallenbad darf der Souverän abstimmen, zur SNB hat er aber gar nichts zu sagen! Dabei ist die SNB schon lange total politisiert worden und hat jegliche Unabhängigkeit verloren, was die masslosen und äusserst riskanten Machenschaften, (oder soll ich Spekulatonen sagen?), beweisen.
    Da muss man dankbar sein, dass sich absolute Kenner der Materie, wie eben z.B. Dr. Marc Meyer, der mühsamen Aufgabe der Ausbildung und Aufklärung angenommen haben… auch wenn mir Herr Meyer wie ein Rufer in der Wüste vorkommt. – Trotzdem weitermachen Herr Meyer und ganz herzlichen Dank für Ihre Beiträge!

    Um wieder etwas mehr im Slang des IP zu schreiben: Das Motto unserer „Eliten“ ist ganz offensichtlich „Let’s dance as long as the music plays“ oder „Après moi, le deluge“!

    • @Slavica

      Danke.

      Ja es ist unglaublich, was man alles über sich ergehen lassen muss, wenn man es wagt, auf einen Irrtum in der Geldtheorie hinzuweisen.

      Das „Establishment“ in Politik und Wissenschaft ist gekränkt und beschämt, dass es jahrzehntelang einem Irrtum („Geld aus dem Nichts“) aufgesessen ist.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Ich würde das Motto anders formulieren: Die Gescheiten leben von den Dummen und die Dummen von der Arbeit! Falls es richtig ist, dass es an den Eliten wäre vorauszudenken und nicht jeden bodenlosen Blödsinn nachzuplappern, darf die Frage gestellt werden, warum sie es nicht tun. Offensichtlich hindert diejenigen eine erdrückende Portion an rationaler Ignoranz, sich von ihren Paradigmen zu verabschieden.

  17. Hallo Banker,

    alle Eure Kommentare sind interessant, haben aber leider sehr den Rückspiegel mit „Was hat wer falsch gemacht“ bzw. „Wer ist hier der Idiot“ im Fokus. Wo ist der Blick nach vorn? Was sind die kreativen Vorschläge ?

    Auch sehr typisch für die Banker-Szene: es wird lediglich in finanzielle Zeitpunktbetrachtungen (Bilanzen, Jahrsabschlüssen) gedacht, die völlig die Prozesse ausser acht lassen: Wer sitzt überhaupt auf dem Driver Seat? Die SNB? Wohl kaum.

    Inzwischen geht die Geschichte weiter und die Schweiz mit ihren Schweizern an Board muss sich wohl oder übel in eine neue Zeit bewegen. Zurück in die gute alte Zeit geht leider nicht. Was heisst das für das „Volk“, also auch alle Banker ?

    Mit dem neuen sehr einfachen Währungskurs von 1:1 und den neuen Medien mit Preisvergleichsrechnern wird jedem Schweizer spätestens jetzt klar, dass in den hiesigen Läden die Waren um bis zu 30% über dem nahen Ausland angeboten werden. Früher brauchte man zumindest noch einen Taschenrechner für diese Erkenntnis. Der Einkaufstourismus bei dieser Differenz wird damit weiter wachsen und das kann man keinem übel nehmen. In Konstanz brennt inzwischen jedes Wochenende die Hütte.
    Dass sich damit über kurz oder lang alle Schweizer selber das Wasser abgraben ist zweitrangig und nicht relevant für eine Ballonperspektive.

    Prognose: die Schweizer Löhne werden sich in absehbarer Zeit um 20% reduzieren und sich der Kaufkraft anpassen. Dann können im Laden auch die Preise um diesen Satz reduziert werden. Wenn nicht, dann machen die Firmen zu. Darauf muss sich jeder einstellen, ob er will oder nicht.
    Einige Branchen sind eher dran und andere später. Sehr schnell und direkt geht es im Handel und besonders dort, wo die Produkte rational vergleichbar sind. Bei den Schweizer IT-Fachhändlern geht es bereits ans Eingemachte: http://www.concertopro.ch/den-schweizer-it-resellern-geht-es-an-den-kragen/

    Ich trauere um den Kurs von 1.20, auch wenn ich weiss, dass er für die SNB nicht mehr haltbar war. Trotzdem: die SNB hat es versucht und dafür hat sie meine Achtung. Das ganze andere Gejammere mit „hätte, wäre, wenn“ ohne Vorschläge für Aktionen aus der jetzigen Situation ist bemitleidenswert. Die Schweiz ist keine einsame Insel, sondern ein kleines Land mitten in Europa und mitten in der Euro-Zone. Wie wenig sich der Rest der Welt für die Probleme der Schweiz interessiert kann jeder sich selber überlegen.

    Jeder Unternehmer weiss, dass man keinen Turn-Around schafft, wenn man nur an den Finanzschrauben dreht. Das verlängert lediglich den Leidensweg. Es braucht ein neues Geschäftsmodell und neue Prozesse, und, ja, evtl. auch neue Leute im Team. Aber genau in der Reihenfolge. Die SNB ist da nur ein Symptom, nicht aber Ursache.

    • Im Grundsatz haben Sie recht, aber das mit der Lohnreduktion von 20 % stimmt nicht, die 20 % werden durch Reduktion der Gesamtkosten geholt. In der Schweiz sind die nominellen Löhne der Beschäftigten noch nie gefallen (siehe Lohnstatistik der letzten 10 Jahre, trotz Eurozerfall in den lezten 5 Jahren).

    • @M.R.: und wieder der Blick in den Rückspiegel!

      Viel Spass beim Beschleunigen. Der Lohnzerfall hat leider bereits begonnen: Langsam und vorsichtig wie bei der AMAG und indirekt bei den Banken (Outsourcing nach Polen) und direkt aber versteckt in der Industrie (2 Stunden mehr pro Woche bei gleichem Lohn). Auch die Entsorgung älterer Mitarbeiter sorgt i.d.R. für eine Reduktion des Durchschnittslohns.
      Bei einigen Freelancern hat es bereits direkt begonnen: diesen wurden im März die Tagessätze ab April um 10% gekürzt. Beginnt dieser Stein zu rollen, dann geht es immer schneller. Preis-Skipiste nennt es der Fachmann. Stehen bleibt es dann bei einem neuen Gleichgewicht, das durch das grössere Marktumfeld (bei uns die Preise in den Nachbarländern) definiert wird.

      Kleiner Blick nach vorne gefällig was eine Deflation im Lohnbereich für den einzelnen bedeutet: die Hypotheken sind dann nicht mehr gedeckt, entweder sofort, weil 30% vom Lohn bei Risikozinssatz jetzt nur noch ein kleineres Darlehen decken, oder spätestens im Alter. Hier liegt die ganz grosse Bombe: ohne die im Konzept nötige langfristige Inflation und bei der geringen Amortisationskultur in der Schweiz gibt es dann bei Rentenbeginn den Supergau. Die 30% der Pension werden genauso als Massstab genommen für die Finanzierungsfähigkeit des Darlehens wie der aktuelle Lohn. Da die Renten aber eher fallen (niedrige Zinsen, keine Inflation) aber die Schulden stehen bleiben, und die Renten i.d.R. niedriger sind als der aktuelle Lohn, geht die Rechnung nicht mehr auf. Ich rate jedem sich hierzu einen 20 Jahresplan zu machen und die Amortisation jetzt entsprechend hoch zu fahren.

      Kurzfristig gibt es noch kleine Nebeneffekte: alle Leasingautos, die vor dem 15.1.2015 „gekauft“ wurden, haben einen deutlich zu hohen vereinbarten Restwert. Dieser entspricht nicht mehr den erwarteten Marktwerten. Die bislang übliche Übernahme nach Leasingende macht damit kaum noch Sinn, sodass die Leasingbanken schon jetzt mindestens 15% auf diese Werte abschreiben müssten …

      Lieber Lichter an und den Blick nach vorne, wenn man im Nebel fährt. Nur weil es die letzten 20 Jahre eine grade Strasse war, heisst es nicht, dass nicht schon bald eine Kurve kommt mit einem Baum.

    • Alle reden bloss immer von den Löhnen, aber die Wuchermieten, die von der Immobranche für Geschäfte verlangt werden sind mindestens so verherend für die Wettbewerbsfähigkeit.

    • @MOMO
      Es ist interessant was Sie schreiben und ich ziehe meine Schlussfolgerungen:
      1) 20 % weniger Lohn, bedeutet, dass jetzt die Leute wirklich in Ausland einkaufen gehen, da Sie mindestens noch 10% sparen könnten;
      2) Somit beginnt die Lohn-Preisspirale ohne Ende;
      Somit sind wir alle (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Produzent und Kunden, Volk) schuld an diese Lage und nicht mehr die SNB! Ist das, was wir wollen?

    • @Momo: Sehr guter Beitrag. Sehe ich genau so. Und um ehrlich zu sein, ist das bei uns aktuell das Master-Szenario.
      Wir werden die durchschnittlichen erweiterten Personalkosten in den nächsten 5 Jahren sicher um 10% Nominal absenken. Und zwar auf jedem Posten. Und das werden nicht nur die Neueinstellungen tragen müssen. Persönlich würde ich ein transparentes Vorgehen (die Mitarbeiter werden informiert und kriegen ab sofort neue Verträge) bevorzugen. Dann gibt es zwar einmal einen riesigen Aufstand, aber ich vermute, dass die meisten Mitarbeiter die Situation verstehen und sich rasch damit abfinden würden.
      Aber aktuell sieht es eher nach einer schrittweisen Vorgehensweise aus: Hier die Entlassung eines zu teuren Mitarbeiters, da ein Benefit weniger etc.

      Ich glaube auch nicht, dass das grundsätzlich ein Problem ist, weil sich die Preise auch anpassen werden (müssen).

      Ein Problem haben eigentlich nur jene – auch da haben sie völlig recht – die sich wie die Irren am Immobilienmarkt engagiert und verschuldet haben. Aber da trifft es nicht die Falschen – jeder der in den letzten 4 Jahren eine Immobilie gekauft hat und hoch finanziert hat wusste doch eigentlich ganz genau, dass das sträflicher Leichtsinn ist.

    • @Momo

      Hallo Momo

      Nix „Rückspiegel“, wie Sie die katastrophale Fehlleistung der SNB schönreden wollen.

      Ich habe in den vergangenen beiden Jahrzenten x-mal versucht, der SNB klarzumachen, dass Ihre Auslandinvestitionen höchst riskant sind und die ausländischen Volkswirtschaften ankurbeln anstatt die schweizerische – ja sogar auf Kosten der schweizerischen.

      Aber unsere Nationalbank hält sich für unfehlbar – arroganter als unserer Nationalbank kann man sich kaum verhalten. Das gilt übrigens und besonders auch für die Professoren im Umfeld der SNB und jene, welche unsere Studenten und Schüler kontinuierlich verderben mit ihren Irrlehren (siehe besonders auch Lehrbuch von Brunetti, wo immer noch das Ammenmärchen von der wunderbaren „Geldschöpfung aus dem Nichts“ gelehrt wird.)

      Und anstatt den gesunden starken Franken zu verteufeln, sollten Sie sich lieber einmal über dessen Vorteile klar werden.

      Wenn die Preise hier höher sind als im Ausland, so ist das nie und nimmer die Schuld des starken Frankens. Im Gegenteil: Die Preise steigen bei einer schwachen Währung – nicht bei einer starken. Das ist einfachste Mathematik, welche unsere Nationalbank nicht einmal versteht.

      Bitte lesen Sie meinen Beitrag dazu auf Inside Paradeplatz „Die SNB und ihr Big-Mac Irrglaube“. Die Behauptung unserer Nationalbank, der Franken sei zu hoch bewertet ist eine Schutzbehauptung der SNB, um von ihrer katastrophalen Fehlleistung abzulenken.

      Wenn der Franken zu hoch bewertet ist, warum hat sie dann den Mindestkurs zum Euro aufgegeben? Das ist doch unlogisches Geschwätz der SNB.

      Und dann eine Frage an Sie: Angenommen, Sie besitzen ein Haus. Verkaufen Sie dieses lieber zu einem höheren oder zu einem tieferen Preis? Richtig. Zu einem höheren. Also sollten wir froh sein, den Franken teuer verkaufen zu können, weil alle diesen wollen.

      Ein gesunder Franken ist die Frucht einer gesunden Volkswirtschaft. Den Franken schwächen heisst, dem Franken schaden: und dem Franken schaden heisst, der Schweiz schaden. Der Mindestkurs hat der Schweiz nur geschadet.

      Haben Sie lieber eine gesunde Volkswirtschaft mit einem gesunden Franken oder eine schwache Volkswirtschaft mit einem schwachen Franken?

      Wenn das Ausland viele Güter in der Schweiz kauft und in Franken bezahlt, so steigt dadurch die Nachfrage nach Franken und der Franken steigt. Logisch – nicht wahr? Und wenn wir etwas teuer verkaufen können, weil die Nachfrage danach hoch ist, so können wir froh sein.

      Das scheinen Sie, die Nationalbank und Panikmacher wie Hans Hess von economiesuisse („Unser Haus brennt“) immer noch nicht verstanden zu haben.

      Zudem: Der starke Franken bewirkt die tieferen Zinsen. Wie würde wohl die kapitalintensive Tourismusbranche reagieren, wenn die Zinsen anfangen zu steigen – weil z.B. die Nachfrage nach Schweizer Gütern und Ferien abnimmt und weniger Franken nachgefragt werden?

      Auch blenden Sie und die SNB vollkommen aus, dass der starke Franken die Preise in unserem Lande tief hält (u.a. günstige Importe). Das Benzin ist billiger geworden. Die Transporte damit auch usw. All das blenden Sie aus.

      Wie können Sie sich darüber aufhalten, dass die Schweizer im Ausland für einige Milliarden günstig Konsumgüter einkaufen, wenn die SNB für 500 Milliarden im Ausland Investitionsgüter gekauft hat?

      Mit jedem Franken, den Schweizer in Euro umwechseln um in Euroland einzukaufen, stützen sie den Euro und schwächen den Franken. Das wollen Sie doch? Oder doch nicht?

      Unsere Nationalbank weiss auch nicht, was sie will: Wenn sie die Schweizer Wirtschaft ankurbeln will, so muss sie in der Schweiz investieren – nicht im Ausland. Was für das einfache Volk gilt, das gilt auch für die SNB. Aber wie sagt man: „Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken.“

      Wenn Sie wollen, dass die Schweizer Wirtschaft angekurbelt wird, so müssen Sie sich dafür einsetzen, dass die Nationalbank mit gutem Beispiel vorangeht.

      Nicht Wasser predigen und selber Wein trinken.

      mfG

    • @Momo: Interessante Ausführungen. – Historisch war es noch nie da (und nie heisst, seit es farbige Papierchen namens Banknoten gibt), dass zuvor „geschöpftes“ Papier irgendwann nachher auch „abgeschöpft“ wurde. Das ist historische Tatsache, auch gültig für die Zukunft. Entweder wurde der „Wert“ weginflationiert (1 Mio. für ein kg Brot) oder es folgte ein Schnitt, wie letzthin beim Versuchskaninchen Zypern. Und wenn’s happig wird, dann gibt’s auch neue Papierchen, zB 10:1, wie früher beim FF, PTA und LIT, das war damals an der Tagesordnung. Wann das eine oder andere Szenario eintritt, ist offen. Aber vielleicht ist dann der Leasing-Tschägi nicht einmal so alt. – Parallel-Währung in Griechenland schon heute? Das wäre die drastische Abwertung.

    • @ Marc Meyer, Dr.

      Ich bewundere Sie für Ihren Einsatz und bedanke mich auch für Ihre unermüdliche Argumentation, die mir als Betriebswirt ein besseres Verständnis über die intransparenten Strukturen bzgl. Geld gebracht hat.

      Einzig muss ich sagen, dass Ihr Wunsch auf Gehör bei der SNB leider naiv war und ist. Es gibt klar geregelte Entscheidungswege und in diesen spielen Sie leider keine Rolle. Sorry. Gut aber, dass es die Medien und heutzutage Blogs wie diesen gibt, die es dennoch erlauben Gehör zu bekommen. Dank an LH !

      Dennoch frage ich mich seit spätestens 2007, ob die Wirtschaft trotz oder wegen des Geldes existiert.

      Für mich als Unternehmer ist eine starke oder schwache Währung egal, sie muss lediglich stabil im internationalen Kontext sein. Es macht mich fertig, wenn ich bei jedem internationalen Geschäft zittern muss, ob der Währungskurs gerade gut oder schlecht steht. Gewinne und Verluste aus Währungsdifferenzen sind inzwischen grösser als das operative Geschäft.

      Als eigenständige aktive Währung hat sich der Franken nun wohl auch überholt, wenn die SNB weder den Franken stärken, noch schwächen kann, also lediglich eine Service-Funktion in der Transaktions- und Mengenmechanik erfüllt. Wie in vielen anderen Branchen, so kann ich mir auch bei der Anzahl Währungen eine Konsolidierung vorstellen. Macht es auf alle Fälle einfacher und bestimmt billiger in der Handhabung.

      Eine starke Volkswirtschaft darf sich auch nicht über ihre Währung definieren müssen, sondern über Effizienz und Effektivität bei der Wertschöpfung in Industrie und Dienstleistung.

      Diese Argumentation gilt aber nur, wenn Geld als Hilfsmittel für das reale Wirtschaftsleben gesehen wird und nicht als Machtinstrument, nationales Prestige-Objekt oder sogar Sachwert. Und hier liegt der wahre Diskussionspunkt: Diese Reduktion auf den eigentlichen Zweck von Geld mag in der Finanzindustrie keiner gehen und ist in der Schweizer Kultur aktuell wohl nicht salonfähig.

      Frag den Frosch ob er den Teich trocken legen will.

    • @momo

      Danke.

      Naiv? Mag sein.

      Bitte lesen Sie meinen Beitrag auf Inside Paradeplatz am Tag vor der Aufgabe des Mindestkurses am 14. Januar 2015 („Unseriöser Schenkkreis SNB“). Damals schloss ich meinen Gastgbeitrag wie folgt:

      „Ich kann der SNB nur nochmals den Rat geben, nun sofort aus ihrem Schenkkreis-Geschäft auszusteigen. Auf keinen Fall soll sie uns noch tiefer ins Schlamassel ziehen mit Doppelmindestkursen und dergleichen. Die SNB soll auf jegliche Art von Mindestkursen verzichten.“

      Nun werden Sie möglicherweise behaupten, das sei Zufall. Möglicherweise war es aber auch kein Zufall.

      Wenn aber Sie dereinst eine Zusatzsteuer bezahlen müssen, um die SNB zu rekapitalisieren oder wenn Ihre Guthaben bei ihrer Schweizerbanken teilweise oder ganz weg sind, dann werden Sie möglicherweise so laut ausrufen, dass es die Nationalbank hört.

      Ob sie dann auch reagiert? Wenn alle Steuerzahler dann ausrufen, dann wird sie reagieren müssen – heisst ihre Verlust bringenden Devisen abstossen müssen.

      Möglicherweise ist dann der Schaden noch um einiges grösser als er bereits jetzt ist.

      Sind sie also der Meinung, dass man einfach alles hinnehmen muss, weil sowieso nicht auf einen gehört wird?

      Es gibt den Spruch: Wer nicht politisiert – mit dem wird politisiert.

      Ich bin parteilos, weil ich ein wissenschaftliches Argument vertrete – das geht alle Parteien an.

      Ich „geldpolitisiere“ also. Und wie sie sicher feststellen, verstehen immer mehr Menschen, was ich sage.

      Früher oder später wird die SNB also einsehen müssen.

      Ich bin also nach wie vor der Ansicht, dass es nicht nur mein Recht, sondern als Volkswirtschafter auch meine Pflicht ist, auf solch fundamentale Irrtümer hinzuweisen – auch wenn ich noch ein Rufer in der Wüste bin (siehe Kommentar Slavicia oben).

      mfG

    • Die vom Bund minutiös ausgearbeiteten Subventionszahlungen an die Fleisch – und Milchproduzenten in der Schweiz, dessen Höhe allen im Lande bekannt ist könnten wegfallen und somit die Fleisch-und Butterberge kleiner werden. Ob diese kleine Fleisch-und Butterberge dafür sorgen würden, dass das gleiche Produkt billiger wird?
      Wieso wollen Sie die Rechnung wie schon oft gesagt nicht verstehen? Es geht um Agrar-Subventionen im benachbarten EU Ausland im speziellen um das Produkt, dass in einem riesigen Land hergestellt wird, subventioniert mit Hunderten Milliarden Euro. Die Beträge mit welchen in Deutschland die Fleisch – und Milchproduktion subventioniert wird sind bis heute nicht bekannt, obwohl nach EU Vorschrifte müssten die Angaben über die Subventionsbeiträge öffentlich zugänglich gemacht werden. Deutschland tut es aber nicht. Die WTO Regel besagt, dass die subventionierte Produkte aus der Landwirtschaft verfälschen gewaltig den Preis auf dem Weltmarkt…..
      Ich würde es an einer anderen Ecke korrigieren wollen, weil sonst haben wir die gleiche Situation wie in vielen Ländern der EU: Tschechien, Slowakei, Ungarn, Balten, Polen, Bulgarien, Rumänien, Jugoslawien, welche nur das Deutsche Fleisch und Butter essen können, mangels des Kapitals in diesen Staaten. Dort in diesen Ländern existiert keine Fleisch-und Milchproduktion, die Landwirtschaft – im Kern erstickt. Das ist ein Ziel dieser EU Agrarpolitik oder des grossen Bruders im Norden? Das Gegenteil ist richtig, die Löhne müssen steigen damit die Leute das überteuerte Produkt in der Schweiz zahlen können.
      Eigenkapitalverlust der SNB ist eine ganz dumme Sache, keine Frage. Mit diesen Zuschüssen aus der SNB Kasse, wenn die Banken schon gar keine Steuern zahlen, und das seit vielen Jahren nicht, hätten die Kantone das fehlende in ihren Kassen Kapital dadurch ersetzen können. Jetzt fehlt auch das. Es müssen alle ans runde Tisch zu einer Konferenz: die Banken, die SNB, die Bauern, die Industrie, die Kantone und nicht nur die 7 Bundesräte, bevor es nicht zu spät wird. Und das ist diesmal dringendst wichtig.

    • @Isegrimm Wolf

      Buchhaltung ist ein Gesetz der Natur.

      Kein Mensch kann Goldstücklein wie Manna vom Himmel regnen lassen.

      Kein Arzt kann einen Geburtsschein ausstellen ohne Neugeborenes.

      Genauso kann die SNB nicht „Geld aus dem Nichts schöpfen“.

      mfG

  18. Im Gegensatz zu einem Hedge Fund, hat die SNB unendliche Reserven um im Devisenmarket zu intervenieren. Neue Franken könne à discretion ex nihile kreiert werden. Das selbe Spiel wird von den anderen Zentralbanken ebenfalls gespielt. Das Endresultat ist gegenwärtig unabsehbar aber sicher das ENDE des heutigen Währungssystems.

    • „Im Gegensatz zu einem Hedge Fund, hat die SNB unendliche Reserven um im Devisenmarket zu intervenieren.“

      Reine Propaganda. Wäre es so, dann hätte Jordan den Mindestkurs nicht aufgegeben, vielmehr hätte man einen noch besseren Kurs zum Euro durchsetzen können.

    • Selten sowas doofes gelesen. Um Geld zu emitieren, muss die SNB ein Asset einer Bank „hereinnehmen“, wofür sie Geld – quasi einen Schuldschein – herausgibt. Die Giroguthaben der Banken, der Notenumlauf und andere Verbindlichkeiten stehen ja auch auf der Passivseite (= „Schulden“/Verbindlichkeiten) der Bilanz der SNB. Nun kann sie natürlich beliebig Assets kaufen und dagegen Schuldscheine (Girogeld oder Banknoten) herausgeben. Das Problem liegt aber am Wert bzw. Wertbestand der Assets, die sie mit „Schuldscheinen“ kauft. Sinken diese Assets wie z.B. Devisenanlagen im Wert, dann führt das zu einer Wertberichtigung (in Franken) der Assets auf der Aktivseite der Bilanz bei gleichbleibender Schuld (in Franken) auf der Passivseite. Je länger die SNB-Bilanz, desto höher sind die potentiellen Wertberichtigungen in absoluten Zahlen auf der Aktivseite. Schliesslich möglicherweise so gross, dass sie das Eigenkapital der SNB ausradieren und eine Ueberschuldung (Konkurskriterium) entsteht. – Hier liegt die Grenze.
      Mit zusätzlicher Geldemission, d.h. mit dem Kauf von Assts gegen „SNB-Schuldscheine“, würde nur die Bilanz verlängert aber nicht eine Ueberschuldung korrigiert.

    • @Höschen

      Perfekt.

      Es gibt also doch noch Menschen in unserem Lande mit gesundem Menschenverstand.

      Wenn nur das Direktorium unserer Nationalbank sich auf den gesunden Menschenverstand zurückbesinnen würde…

      mfG

  19. Wann erfolgte die Kopplung an den € und aus welchem Grund? Kann mir jemand dazu eine passende und logische Erklärung geben?
    Danke!

    • @Silvia Ludwig

      Sehr geehrte Frau Ludwig

      Die SNB koppelte den Franken nicht an den Euro, sondern sie führte eine Untergrenze des Euro zum Franken ein.

      Das ist noch viel gefährlicher als eine Koppelung: Bei einer Koppelung interveniert die Zentralbank sowohl bei einem Überschiessen als auch bei einem Unterschiessen der Währung. D.h. die SNB hätte innerhalb einer Bandbreite Euros kaufen und dann auch wieder verkaufen können.

      Beim Mindestkurs konnte sie aber nur kaufen und kaum verkaufen, da dies vom Markt falsch hätte interpretiert werden können. Deshalb drohten die Euro-Bestände der SNB ins Unermessliche zu steigen.

      Als der Euro beispielsweise bei 1.26 notierte hätte die SNB verkaufen müssen, wenn das der obere Rand der Bandbreite gewesen wäre.

      Aber sie tat es nicht, weil sie einen Mindestkurs hatte und befürchtete, dass der Euro dann fallen würde.

      Dieser zusätzliche Fehlentscheid der SNB kostete die Schweiz gegen 100 Milliarden Franken Volksvermögen.

      Warum sie überhaupt intervenierte ist eine Fehleinschätzung ihres geldpolitischen Instrumentariums.

      Wenn die SNB die Wirtschaft in der Schweiz einkurbeln möchte, so müsste sie auch hierzulande investieren und nicht im Ausland, wie das die SNB tat.

      Die Euro-Käufe machten somit gar keinen Sinn.

      Ich hoffe, etwas zur Klärung beigetragen zu haben.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  20. Die Frage lautet: wann gab es eine Kopplung an den € und aus welchem Grund musste die Kopplung an den € erfolgen? Kann jemand dazu eine passende, logische Erklärung liefern?
    Danke!

  21. Herr Dr. Marc Meyer

    Vergangen Woche habe ich mich via Medien intensiv mit der SNB und deren Auftrag beschäftigt. Ich komme zu folgendem Schluss: Das Dilemma der SNB ist perfekt.

    1) Hält sie an der Untergrenze fest, explodiert die Bilanzsumme, da Kollege Draghi munter Euros druckt. Wir hatten bis zur Aufhebung der Untergrenze in der Schweiz eine steigende Kerninflation. Also Preissteigerung und unkontrolliertes Geldmengenwachstum! Daraus kann der geschulte Zentralbanken Präsident Jordan nur folgendes geschlossen haben: Inflationsgefahr

    2) Nun ist die SNB allerdings wieder mit Deflation konfrontiert. Der starke Franken hat dramatische deflationäre Tendenzen. Die Preise in der Schweiz purzeln: Euro Rabatt, Einkaufstourismus, Mehr Arbeit bei gleichem Lohn oder sogar Lohnsenkung. Deflationsgefahr!

    Die SNB ist dazu verdammt die Zinspolitik der EZB zu importieren oder die Euro Schwemme zu kaufen. Beide Male verletzte sie ihr oberstes Mandat: Die Preisstabilität

    Nun meine Frage an Herr Meyer: Wären Sie ab Morgen SNB Präsident, was würden sie unternehmen? Wie würden Sie dafür sorgen, dass Sie ihr Mandat, die Preisstabilität zu wahren, erfüllen?

    Das würde mich brennend interessieren. Sie kritisieren hier ständig die SNB und reden von negativem Eigenkapital, Bilanz deponieren usw. Aber einen Lösungsvorschlag suche ich vergebens!

    • Genau: Dr. Meyer for President.

      Dann würde diese rückwärtsgerichtete Kritik schlagartig aufhören. Dann wäre Herr Dr. Meyer in der Verantwortung.
      Es ist eben leichter immer nur ex post Kritik zu üben und sich mit SNB Verunglimpfung die Sympathien der Unzufriedenen und Unkundigen zu ergattern als vorausschauend zu entscheiden. Buchhalter sind nun mal rückwärtsgerichtete Nachvollzieher. Ähnlich wie Revisoren; diese erkennen immer im Nachhinein wie es hätte sein sollen, entscheiden jedoch nie. Entscheiden heisst aber vorwärtsgerichtet und unter Unsicherheit eine Aktion in Gang setzen.

    • Auf diese Antwort bin ich ebenfalls gespannt 😉

      @ Herr Dr. Marc Meyer
      Nicht vergessen: (Bundesgesetz über die Schweizerische Nationalbank)

      Art. 5 Aufgaben
      1 Die Nationalbank führt die Geld- und Währungspolitik im Gesamtinteresse des Landes. Sie gewährleistet die Preisstabilität. Dabei trägt sie der konjunkturellen Entwicklung Rechnung.
      2 In diesem Rahmen hat sie folgende Aufgaben:
      a. Sie versorgt den Schweizerfranken-Geldmarkt mit Liquidität.
      b. Sie gewährleistet die Bargeldversorgung.
      c.Sie erleichtert und sichert das Funktionieren bargeldloser Zahlungssysteme.
      d.Sie verwaltet die Währungsreserven.
      e.Sie trägt zur Stabilität des Finanzsystems bei.
      3 Sie wirkt bei der internationalen Währungskooperation mit. Sie arbeitet dazu nach Massgabe der entsprechenden Bundesgesetzgebung mit dem Bundesrat zusammen.
      4 Sie erbringt dem Bund Bankdienstleistungen. Dabei handelt sie im Auftrag der zuständigen Bundesstellen.

      Wie ich bereits geschrieben habe – im Nachhinein zu behaupten etwas sei falsch ist immer einfach… Selber Entscheidungen treffen allerdings nicht!

    • @Fragender

      Danke.

      Erstens:
      Das Dilemma der SNB ist nicht mehr „perfekt“. Es sah schlimm aus um die SNB und die Schweizer Wirtschaft, solange die SNB drohte, „unbeschränkt „ Euros zu kaufen, um den Mindestkurs durchzusetzen. Am 15. Januar 2015 ist der SNB jedoch ein Befreiungsschlag geglückt, indem sie den Mindestkurs ersatzlos strich.

      Die Devisenreserven von weit über 500 Milliarden Franken stellen aber immer noch ein enormes Risiko für die Schweizer Wirtschaft dar. Aber dieses ist überschaubar geworden.

      Der Mindestkurs hat die Schweiz ungefähr 10‘000 Franken pro Schweizer gekostet. Jede Abwertung der Devisenbeständen und / oder Abwertung der Wertschriften im Portefeuille der SNB um weitere 10 Prozent kostet die Schweiz rund 7‘000 Franken pro Einwohner.

      Das ist unnötig aber es gefährdet die Schweiz nicht mehr in demselben Ausmass wie der Mindestkurs. Es wäre intelligenter, jedem Bewohner der Schweiz so viel Geld auszuzahlen als es am Devisenmarkt zu verspielen.

      Zweitens:

      Sie schreiben, der starke Euro habe dramatische deflationäre Tendenzen.

      Wir müssen uns im Klaren sein, dass Deflation per se nicht a priori schlecht ist. Wenn die Preise wegen einer verminderten gesamtwirtschaftlichen Nachfrage fallen, so bedeutet das, dass die Konjunktur sich abschwächt.

      Fallen die Preise hingegen wegen eines günstigeren gesamtwirtschaftlichen Angebots, so ist das positiv für die Konjunktur und die Beschäftigung. Und genau das passiert in der Schweiz: Die Preise fallen und die Konjunktur entwickelt sich erfreulich.

      Die Notenbanker interpretieren jeden Preisrückgang negativ. Das ist einseitig und falsch. Fallende Preise können auch durchaus eine positive Wirkung entfalten. Das sollte die SNB lernen. Ich habe diese Zusammenhänge in meinem Beitrag „Die SNB und das Deflationsgespenst“ auf Inside Paradeplatz beschrieben.

      Drittens:

      Zu Ihrer Frage, was ich als SNB-Präsident tun würde: Das wurde ich schon von Tele Basel kurz nach Einführung des Mindestkurses gefragt. Ich kann nur wiederholen, was ich damals schon gesagt habe: Ich würde das Portefeuille der SNB auf einen vernünftiges Mass herunterfahren.

      Zudem würde ich dieses Portefeuille am Auftrag der Bundesverfassung ausrichten. D.h. ich würde die Investitionen der SNB, die zum Volksvermögen gehören, zum Nutzen der Schweiz und damit überwiegend in der Schweiz investieren und nicht im Ausland.

      Will die SNB die heimische Wirtschaft ankurbeln, so muss sie in der Schweiz investieren und nicht zu über 99 Prozent im Ausland, wie das unsere SNB tut.

      Viertens:

      Sie schreiben, ich kritisiere hier ständig die SNB. Dazu möchte ich sagen, dass die SNB die Schweiz ununterbrochen mit Falschmeldungen versorgt. Z.B. behauptet die SNB, sie könne Geld aus dem Nichts schaffen und unbeschränkt Euros kaufen. Dagegen wehrte ich mich. Und jetzt? Die ganze Schweiz und Welt hat gesehen, welchen Unfug unsere Nationalbank behauptet.

      Jemand musste sich wehren. Bedanken Sie sich lieber bei mir, dass ich das getan habe – alles in meiner Freizeit – unbezahlt – notabene. Und ohne Lohn von über 1 Million pro Jahr, wie unser SNB-Direktorium, das sich nicht einmal die Mühe nimmt meine Kritik einmal zu überdenken.

      Fünftens:

      Sie unterstellen mir, ich würde nur kritisieren und hätte keine Lösungsvorschläge. Das zeigt, dass Sie sich offenbar wirklich erst einen Tag mit der Materie auseinandergesetzt haben, wie Sie eingangs schreiben.

      Dazu möchte ich sagen, dass ich bereits im Jahre 1993 ein Buch geschrieben habe mit dem Titel „Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der Wirtschaftswissenschaft“. Darin zeigte ich, dass die SNB in der Schweiz investieren muss, wenn sie die Schweizer Wirtschaft ankurbeln muss. In jenem Buch beschrieb ich Notgenbankgeld erstmals als Obligation der Nationalbank.

      Ich habe bis heute noch keine Reaktion der SNB auf jenes Buch, obwohl ich ihr eines geschenkt hatte.

      Ferne habe ich viele Artikel u.a. auch in der Finanz und Wirtschaft bereits im Jahre 1996 geschrieben, worin ich zeigte, dass die SNB in der Schweiz investieren muss, wenn sie die Zinsen hierzulande senken will („Die SNB-Investitionspolitik ist zu überdenken, FuW, 31. Januar 1996).

      Es ist ja lächerlich, wenn die SNB behauptet, sie würde die Zinsen in der Schweiz senken aber nicht einmal 1 Prozent ihres Vermögens in Schweizerfranken und damit in der Schweiz anlegt.

      Ferner möchte ich sie auf meine diversen Beiträge auf Inside Paradeplatz verweisen wie z.B. „In der Schweiz investieren statt in Euroland zu verlieren“ u.a.

      Schönes Wochenende

      Marc Meyer

    • @ Dr. Meyer

      Sie schreiben: „Der Mindestkurs hat die Schweiz ungefähr 10‘000 Franken pro Schweizer gekostet. Jede Abwertung der Devisenbeständen und / oder Abwertung der Wertschriften im Portefeuille der SNB um weitere 10 Prozent kostet die Schweiz rund 7‘000 Franken pro Einwohner. “ und unter „Fünftens“ schreiben Sie auch noch über Arbeitslosigkeit…(?)

      Meine Frage: Wie hätte sich die Schweizer Wirtschaft für die Dauer der EUR-Anbindung entwickelt wenn die SNB den Kurs nicht fixiert hätte? Ist es nicht so dass die CH Wirtschaft gröbere Einbussen gehabt hätte? Wie viele Personen wären dadurch arbeitslos geworden? Welche Kosten wären bei diesem Szenario entstanden?

      Sie Schreiben von dem was war – interessant wäre zu wissen wie den die Entwicklung gewesen wäre hatte man sich anders entscheiden (auch wenn nur in der Theorie den bekanntlich kommt die Realität immer anders als erwartet).

    • @Politiker alias ???

      Schreiben Sie doch bitte hier einmal alle Pseudonyme auf, die sie auf Inside Paradeplatz schon benutzt haben.

      Schade, dass die SNB auf solche anonymen Kommentatoren angewiesen ist, welche die Wahrheit kontinuierlich verdrehen.

      Übrigens: Ich habe der SNB schon 1993 ein Buch geschickt „Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der Wirtschaftswissenschaft“, wo ich die SNB darauf hinwies, vermehrt in der Schweiz zu investieren, um die Schweizer Wirtschaft anzukurbeln.

      An der GV der SNB 1996 ging ich extra als Redner nach vorne und machte die SNB auf die grossem Risiken ihrer Auslandinvestitionen aufmerksam.

      Übriges argumentierte ich damals nciht aus bilanzanalytischer Sichtm sondern aus volkswirtschaftlicher Sicht.

      Hätte die SNB damals auf mich gehört, so stünde sie jetzt um einen hohen dreistelligen Milliardenbetrag besser da.

      Ihr Kommentar hier ist billige Propaganda der SNB.

      ÜB

    • @Guri

      Bereits 1996 ging ich als Redner an die GV der SNB und warnte die SNB vor den hohen Risiken ihrer Auslandinvestitionen. Ich betonte auch, dass sie mit ihren Auslandinvestitionen die ausländischen Volkswirtschaften ankurbele auf Kosten der Schweiz.

      Es sei die Aufgabe der SNB im Gesamtinteresse der Schweiz Geldpolitik zu betreiben – nicht im Gesamtinteresse der USA und Europas.

      Das geht aus Bundesverfassung Art. 99 hervor.

      Die SNB investiert nur knapp 1 Prozent ihres Vermögens in der Schweiz. Damit verstösst sie gegen die Bundesverfassung.

      Wenn die SNB die Schweizer Wirtschaft ankurbeln will (Exportindustrie, Tourismus), so muss sie in der Schweiz investieren – nicht im Ausland (Staatsanleiehen der EU und der USA).

      mfG

    • @Geri

      Bitte lesen Sie auch meine Antwort an Guri (sind Sie derselbe?)

      Hätte die SNB nicht interveniert, so stünde der Euro heute mit grosser Wahrscheinlichkeit ziemlich genau dort, wo er heute auch steht.

      Die „Euro.Schanze“ der Nationalbank hat unserer Wirtschaft nur geschadet.

      Die 70 Milliarden hätte man lieber an die Exporteure und an den Tourismus direkt ausbezahlt; oder man hätte allen Schweizern dieses Geld geben können damit sie über die nächsten Jahrzehnte Ferien in der Schweiz machen.

      Dann wäre die Kaufkraft noch im Inland.

      Jetzt hat sie die SNB diese das Ausland verjubelt.

      Kopflos.

      mfG

    • @Politiker

      Kein einziges fachliches Argument – nur Polemik.

      Ein weiteres Armutszeugnis für die Nationalbank und ihren anonymen Fürsprecher.

    • @Herr Dr. Meyer

      Einmal mehr drehen Sie im roten Bereich in einer Endlosschlaufe. Sie dominieren hier seit Monaten die Kommentarspalten mit immer gleichen Inhalten. Nichts Neues.

      Was Sie betreiben ist schlimmer als Polemik. Sie betreiben systematisches SNB-Bashing auf dieser Plattform mit unhaltbaren und beleidigenden Vorwürfen und herbeigeredeten Pseudonym-Unterstellungen bei Ihren Kritikern, um damit Ihren „Anhängern“ zu imponieren und sich in die Opferrolle zu begeben.

      Weil Sie mit Ihren Buchhalter-Argumenten auf keine Resonanz in der Wissenschaft stossen, bezichtigen Sie alle Ihre Kritiker der Unfähigkeit und Polemik. Dieser Ball wird mit aller Deutlichkeit auf Sie zurückkommen.

      Wer so unqualifiziert austeilt muss dereinst auch einstecken können. Das ist Fairplay.

    • @Politiker

      Als Anonymer persönliche Beleidigungen zu schreiben ist ein „no go“.

      Einfach nur feige.

      Sie haben immer noch kein wissenschaftliches Argument gefunden.

      Passt zu unserer Nationalbank.

  22. Lieber Herr Dr. Meyer und andere erleuchtete Fachleute, man darf als Laie nach Aufhebung des Mindestkurses und professoraler Proklamierung aller möglicher Untergangsszenarien doch etwas erstaunt sein, dass der Quartalsverlust um einiges geringer ausfällt als der letzte Quartalsgewinn. Obwohl nichts weniger als der bevorstehende Staatsbankrott erwartet werden musste, sieht es nach einem ganz normalen Arbeitstag aus und die Kugel dreht sich munter weiter. Also falsch gedacht, hmmm, vielleicht sollte ich mich künftig etwas weniger an Quartalsergebnissen orientieren, um den Wald nicht aus den Augen zu verlieren…?

    Aber eigentlich auch egal, Quartalsergebnisse der SNB mögen interessant sein, aber wichtig sind sie nicht

    • @Dr. Meyer – sorry, korrigiere mich, rund CHF 40 Mia. Gewinn bezieht sich auf 2014. Minus 30 Mia. Verlust Q1_2015, da bleibt ja noch etwas Reserve. Nicht enden wollende Stützungskäufe wären wohl ein Fass ohne Boden gewesen und niemand kann abschätzen, wie teuer uns das zu stehen gekommen wäre, nicht?

    • @Watchdog

      Richtig – und deshalb habe ich der SNB gleich von Anfang an gesagt, sie solle dies nicht tun.

      Ich bin übrigens bereits 1996 an die GV der SNB in Bern gegangen und habe dort die SNB vor zu hohen Auslandinvestitionen gewarnt.

      Erstens unterstützt die SNB damit die ausländischen Volkswirtschaften auf Kosten der Schweiz. Die SNB bekämpft die Arbeitslosigkeit im Ausland anstatt in der Schweiz.

      Zweitens beinhalten die Auslandinvestitionen ein enormes Währungs- und Schuldnerrisiko.

      Drittens kann die SNB die Zinsen in der Schweiz nicht steuern, wenn sie ausschliesslich im Ausland investiert.

      Aber unsere SNB hält sich selber als unfehlbar und hat es nichte nötig auf irgendjemanden zu hören.

      Lieber 70 Milliarden Franken Schweizer Volksvermögen verjubeln als einen Fehler einzusehen.

      mfG

  23. Das Verhalten der SNB ist für den normalen Bürger nicht achvollziehbar und könnte als kriminell taxiert werden (sooo dumm sind die Herren ja nicht).
    Habe immer die Meinung vertreten, auch hier in diesem Forum, dass die SNB als der Euro zwischenzeitlich gestiegen war (während des Zeitraums der Untergrenze), dass die SNB zwingend Euros wieder verkaufen muss, denn dass der Euro nicht das Papier wert ist, auf das er gedruckt wird, ist eigentlich für jede klar denkenden Menschen logisch. Soi wurde nun wahr, was zu befürchten war.
    Die SNB Führung handelt grobfahrlässig und muss zu 100 % ersetzt werden. Diese Forderung sollte das Volk stellen! Ja nicht auf Parteien hören, die haben allesamt keine Ahnung.

    • Dann gesellen sie sich bitte zu den Parteien, denn sie haben genausowenig Ahnung – oder noch weniger.
      Was glauben sie wäre passiert wenn die SNB „zwischenzeitlich“ während der Untergrenze als grösserer Nettoverkäufer von EUR oder anderen Devisen am Markt aufgetreten wäre?
      Ihr Begehren die Führung zu ersetzten widerspiegelt für mich Stammtischgebläse, das mangels Wissen auf die Abzockschiene pocht und die Leute am Pranger haben will, ohne sich überhaupt nur im geringsten mit Geldmengenpolitik, Wirtschaft und Währungen auseinandergesetzt zu haben.

    • @Herr Jesses

      Euro bei 1.26 zu verkaufen wäre bestimmt besser gewesen als bei 1.05 immer noch zu besitzen. Das sind gegen 20 Prozent Differenz. 20 Prozent auf rund 500 Milliarden (inkl. übr. Devisen) sind gegen 100 Milliarden.

      Kann die SNB einfach so dermassen viel Volksvermögen verjubeln und wird dafür noch gelobt?

    • @ Herr Jesses

      Sie haben vollkommen recht. Hier tummeln sich erbsenzählende Stammtischbuchhalter, die von Banking keine Ahnung haben und Guthaben mit Schulden verwechseln und statische Buchungssätze nicht von dynamischen Multiplikatorprozessen unterscheiden können und vor allem wollen. Das Süpplein wird dann noch tendenziös mit SNB-Bashing angereichert und so dem – wie es scheint – alkoholisierten Stammtisch serviert. Da plädiere ich eher für Ausnüchterung als für intelligente Diskussion.

    • @Jesses und Politiker

      scheint, dass ich genau ins Schwarze getroffen habe, so wie die Reaktion dieser beiden ausfällt. Bei denen kann und darf nicht sein was nicht sein soll. Eigentlich hoch peinlich 🙂

    • @Politiker“

      „Der Praktiker“ jedem Inside Pardeplatz-Leser bekannt, nennt sich nun plötzlich „Politiker“.

      andere Pseudonyme von „Der Praktiker“ alias „Politiker“, alias „Walter Breni“, alias „Argonauatiker“, alias „X“ alias Michele D’Aloia und und und.

      Einfach nur noch peinlich…

    • @ Dr. Meyer

      Ober-peinlich, Herr Dr. Meyer,

      dass Sie mir Pseudonyme unterstellen müssen, mit denen ich nichts zu tun habe. Haben Sie keine anderen Argumente mehr? Dies macht Sie bei Ihren Lesern nicht interessanter. Leiden Sie unter Verfolgungswahn?

    • @ Politiker

      Ein Politiker ist ein Mensch, der in der Öffentlichkeit steht und stehen will – und meistens auch noch meint, dass er unabkömmlich und klug sei, weshalb er sich für die Öffentlichkeit grosszügigerweise aufopfert und ihm die Öffentlichkeit dafür selbstverständlich dankbar zu sein hat. Somit ist klar, dass Sie kein Politiker sind – vielleicht ein Feld-, Wiesen- und Waldpolitiker? Denn ein richtiger Politiker würde niemals anonym hier posten. Er wäre stolz auf seinen unverzichtbaren Beitrag, den die Öffentlichkeit mit ihrer Stimme belohnen würde.

      Höfliche Grüsse
      Naturfreund von der Wiese

  24. Geht die Schweizerische Nationalbank tatsächlich dereinst pleite, wird das eines unserer kleineren Probleme sein.

    • Zentralbanken können nicht pleite gehen,
      selbst bei negativem Eigenkapital.
      (siehe Zentralbank Tschechien)

    • Natürlich nicht – pleite geht das Volk. Deshalb ist die Diskussion hier ja so rührend naiv 😉

    • @C. Ponzi

      Orientiert sich die SNB neuerdings an Tschechien?

      Geben Sie Details. Wer waren damals die Kreditgeber der tschechischen ZB? Wo war diese investiert? Mit welchen Wertpapieren? Welche Rolle hat damals die EZB gespielt? Wann war das genau? Wie lange hat es gedauert? Wie tief war das neg. EK gefallen? Absolut und in Prozent der Bilanzsumme?

      Bitte beantworten Sie alle diese Fragen, bevor Sie uns die tschechische ZB als Vorblid für die SNB schmackhaft machen wollen.

      Die SNB rechtfertigt sich übrigens auch mit dieser oberflächlichen Behauptung.

      mfG

    • @ Giroud. Was Sie alles schön nachplappern…! Leider wird aber jemand für das Nachschiessen von Kapital hinstehen müssen. Werden es die Aktionäre der SNB sein (zur Hauptsache die Kantone und die Kantonalbanken) oder erfahren dann die Giroguthaben sämtlicher Banken bei der SNB einfach einen „Haircut“? Ersteres würde die Kantone und die Kantonalbanken in Schwierigkeiten bringen (und würde wohlk sehr lange dauern) und zweites beträfe alle Banken der Schweiz und deren Kunden. – Ist der „Groschen“ nun gefallen?

    • @C. Ponzi

      Natürlich war Alice Giroud gemeint.

      @Alice Giroud

      Dr. K. Naille, Dubai hat Recht.

  25. Die SNB mit einem normalen Unternehmen zu vergleichen ist idiotisch. Das oberste Ziel der SNB ist es die Preise stabil zu halten. Für diesen Zweck hat sie verschiedene Mittel zur Verfügung. Bis zur EUR-Krise hat das Mittel Zinsen rauf oder runter funktioniert. Mit dem Beginn der Finanz-und EUR-Krise wurde alles über den Haufen geworfen, nicht nur bei der SNB. Geld wurde gedruckt als gäbe es kein Morgen mehr, die SNB hat zusätzlich versucht, die Frankenaufwertung abzubremsen, indem sie EUR-CHF vorübergehend bei 1.20 fixiert hatte. Jeder wusste, dass die SNB sich eines Tages von dieser Politik verabschieden musste. Dass der Ausstieg mit bedeutenden Kosten verbunden sein wird, war im Vorhinein klar. Und zu guter Letzt, der Franken ist nicht überbewertet weil er so gut ist, sondern weil der EUR eine Schrottwährung ist und so lange die EU ihre Hausaufgaben nicht, wird sich nichts ändern. Die effektive Kaufkraftparität liegt wohl eher bei 1.25 als bei 1.05. Die SNB weiss das, aber sie wusste auch, dass sie die Schlacht um den Franken nicht gewinnen konnte. Deshalb musste die SNB den Kampf einstellen. Bereiten wir uns besser auf eine weitere Aufwertung des Frankens vor. Die Negativzinsen schrecken die Investoren nicht ab, ihr Geld in einem sicheren Land anzulegen. Frei nach dem Motto, jede Versicherung kostet Geld…

    • @Ex-Banker

      Es gibt im Wesentlichen zwei Unterschiede zwischen einer Geschäftsbank und einer Zentralbank:

      Erstens:

      a) Über Banknoten kann sich die Zentralbank zinslos veschulden (das führt zur Seigniorage).

      b) Das ist der Zentralbank vorbehalten im Gegensatz zu den Geschäftsbanken.

      Zweitens:

      a) Bei einer Geschaftsbank haften die Aktionäre mit ihrem eingesetzten Kapital.

      b) Bei den Geschäftsbanken haften die Steuerzahler mit ihrem gesamten Einkommen und Vermögen.

      Deshalb sollte die SNB umso vorsichtiger investieren als eine Geschäftsbank.

      Unsere SNB investiert jedoch grobfahrlässig.

      mfG

      Marc Meyer

  26. Das Glück der SNB: Dummheit ist nicht strafbar

    Was bei Erreichen von negativem Eigenkapital der SNB geschieht ist klar:

    Die SNB muss ihre Bilanz deponieren. Tut sie das nicht und wächst das Loch im Eigenkapital der SNB, so müssen die Kreditgeber der SNB ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen, je nachdem, wie viel Kredit sie der SNB gewährt haben.

    D.h. bei diesen riesigen Beträgen, dass wir mit Konkursen bei Krankenkassen (auch SUVA), Pensionskassen, Grossbanken, Kantonalbanken, PostFinance usw. rechnen müssen.

    Nur unsere Nationalbank, der Bundesrat und einige Unentwegte (siehe weiter unten) glauben immer noch an das Ammenmärchen, die SNB könne in diesem Fall einfach „Geld aus dem Nichts“ drucken und so ihre Schulden begleichen.

    Marc Meyer

    • Darum wird ein Kommentar wie der Deinige auch straffrei bleiben.

      Oder glaubst Du an das Ammenmärchen vom „Geld aus dem Nichts“…?
      Jetzt für Dich ganz persönlich: Die Devisen, welche die SNB erwirbt, werdem mit selbst geschaffenem Geld, d.h. Giroguthaben beglichen. Giroguthaben sind Guthaben, welche von den Geschäftsbanken bei der SNB gehalten werden. Diese bilden somit einen Teil der Liquidität im Bankensystem. Wenn die SNB an den Zinsen schraubt, wird dementsprechend die Attraktivität der Giroguthaben beeinflusst.

      ps: ich freue mich schon auf Deinen Kommentar, wenn es zu einem Grexit kommen sollte und der EUR an Wert zulegen wird… und die SNB wieder sagenhafte Buchgewinne realisieren wird!

    • @Geldmängeli

      Ihnen mangelt es zudem auch noch an Anstand.

      Mit Ihnen bin ich nicht „Duzis“ und habe es auch nicht im Sinn.

      Übrigens: Ihre Argumentation, dass die Giroguthaben der Banken Liquidität der Banken darstellen ist korrekt. Das haben Sie von mir übernommen – die SNB selber behauptet ja, Notenbankgeld sei Liquidität der SNB. Damit könne sie ihre eigenen Schulden bezahlen.

      Sie schreiben also mir ab und widersprechen selber der SNB.

      Danke und mfG

    • Im Gegensatz zu Ihnen und der SNB weiss ich, dass eine Geldemession auf einem Buchungssatz mit zwei Seiten basiert.

      Es gibt keine einseitige Buchung „Geld aus dem Nichts“.

      SNB-Chef Prof. Jordan behauptet ja, er könne „Geld aus dem Nichts“ schaffen (wie Manna, das vom Himmel fällt und damit alles bezahlen).

      Von einem SNB-Chef sollte man erwarten, dass er richtig buchen kann und nicht solche Irrtümer verbreitet („Geld aus dem Nichts“).

      mfG

  27. Wäre das Vertrauen in die SNB geschwunden, wäre auch das Vertrauen in den Franken weg. Das hätte den Franken dann ja wohl geschwächt, und ergo die Währungsverluste ausgeglichen. Sooo schlimm kann der Vertrauensverlust also nicht sein…
    Die SNB könnte X Billionen Währungsreserven anhäufen und gigantische Verluste akkumulieren, bis auch der Letzte kapiert, dass der „sichere Hafen“ CHF nicht existiert. Dann würden alle aus dem Franken flüchten, das Ziel der Frankenschwächung wäre erreicht und die SNB hätte unermessliche Währungsgewinne. Felix Helvetia.

    • Marc Meyer, ((in Zukunft: ohne Dr.) oder (Dr. Dummheit der falschen Warte))
      mal überlegen: was war zuerst, Sektor 2 oder Sektor 3?? und erst nach der Reflektierung „posten“.

    • Heini Industry

      Ihr Kommentar bringt nichts – gar nichts.

      mfG

      P.S: Sie sollten vielleicht lieber einmal froh sein, dass Sie nicht nur die von der SNB vorgekauten Irtümer lesen, wie Sie das von allen anderen Medien vorgekaut erhalten.

  28. Eine kurze Anmerkung zu der Aussage im Text „… die Institution SNB, die dem Schweizer Volk gehört …“:
    Die SNB ist eine Aktiengesellschaft, per 31.12.2014 gehören 40.02% der Aktien Privatpersonen (grösster Einzelaktionär bei den Privataktionären ist Prof. Siegert, wohnhaft in D-Düsseldorf, mit einer Beteiligungsquote von 6.49%). 59.98% der Aktien gehören 72 öffentlich-rechtlichen Aktionären. Quelle: http://www.snb.ch/de/mmr/reference/shares_structure/source/aktionariatsstruktur.de.pdf

  29. Grössenwahn hat noch immer in die Katastrophe geführt.

    Der erste „Anfall“ war der Verkauf des angeblich nicht benötigten Goldes. Das haben die Politiker ausgekocht, um so Scheingewinne zu generieren und damit Budget-Löcher zu stopfen.

    Der zweite „Anfall“ war dann der Versuch den Euro-Kurs zu manipulieren.

    Eigentlich ist es nur gut, dass die Wirklichkeit immer wieder dafür sorgt, dass die Türme nicht in den Himmel wachsen.
    Zahlen müssen es ohnehin immer die Kleinen, aber die sollten sich die verantwortlichen Politiker endlich zur Brust nehmen, resp. abwählen.

  30. Lieber Herr Hässig

    hören Sie endlich auf, die SNB als Unternehmen zu betrachten. Diese „Firma“ hat den Zweck die Geldmenge zu steuern und zu regulieren. Die SNB kann per definitionem nicht konkurs gehen!! Immer wieder kommen Sie mit dieser einfältigen, falschen Betrachtungsweise.
    Das einzig störende an der SNB ist Herr Jordan, welcher noch nicht kapiert hat, dass er mit feinen, nuancierten Aussagen, Grosses bewegen könnte. Stattdessen stottert er vor sich hin und erscheint trotz seines grossen Fachwissens, als komischer Clown, der wohl oder übel seine Glaubwürdigkeit verloren hat…
    Wie sieht wohl die Zukunft aus: China bspw. sitzt auf ca. US$ 4’000 Mrd. Währungsreserven, während die USA US$ 1’900 Mrd. Schulden gegenüber China hat. Welche Währung wird sich da wohl durchsetzen…?

    • @Geldmängeli

      Ihre Kenntnisse in Geldtheorie haben „Mängeli“ – genauso wie die Kenntnisse des SNB-Direktoriums auch.

      mfG

  31. Im Nachgang wollen alle als die „Super-Schlauen“ da stehen(!) Für denjenigen der nicht entscheiden muss ist es immer einfach zu sagen „ich hätte es anders gemacht“! Für eine neutrale Einschätzung müsste man die Alternativen und deren Verlauf überprüfen. Dass sich der Goldverkauf einige Jahre später als Fehlentscheid herausstellt ist nachvollziehbar. Etwas finde ich an der Schreibweise des obigen Artikels stark Irreführend > „Ende 2014 betrug das Eigenkapital der SNB noch 86 Milliarden Franken, zustande gekommen dank einem 38-Milliarden-Sondergewinn dank der Euro-Untergrenze“ Ja, hätte die SNB die Kursgrenze halten müssen? Wo würden wir heute stehen. nachdem die EZB weiterhin den EURO extrem schwächt? Hätte die SNB den Kurs nicht fixiert, wie wäre es dann mit der CH-Wirtschaft weitergegangen? Und zum Schluss > +38 Mrd im 2014 minus 30 Mrd im 1. Q. 2015 macht immer noch +8 Mrd (?) Dass die SNB im laufenden Jahr weitere Grossabschreibungen machen wird ist eher unwahrscheinlich, die meisten Korrekturen sind schon in den 30 Mrd dabei – die Glaskugel hat trotzdem keiner(?)

    • Um den euro zu beurteilen war gar nie eine Glaskugel nötig. Die Schweizer Regierung hat in ihrer Europahörigkeit schon immer fest an den euro geglaubt, dies obwohl schon zu Anfang feststand, dass er eine Fehlkonstruktion war. Ich habe keinen Rappen in euro, dafür in all den Jahren schon einige Flaschen Wein wegen euro-Kollaps-Wetten verloren. (Eine Flasche JD hingegen habe ich wg. Abgang Hildebrand gewonnen.) In diversen ausländischen Medien („L’Expansion“, „The Daily Telegraph“) wurde bereits spekuliert, dass die SNB in diesem Jahr rekapitalisiert werden muss, was plausibel erscheint. Von wem wird sie wohl rekapitalisiert werden?

    • Soweit alles verstanden – nur, hatte die CH-Nationalbank und Politik irgendwann eine Wahl, ausser der EU und dem EURO nicht beizutreten?! Eher nicht, den die CH ist zu 80% auf die EU angewiesen… Importe, Export, etc… Hätte sich die SNB und Politik anders verhalten was wäre dann wohl mit der CH-Wirtschaft passiert? Sagen kann das keiner – ich vermute aber dass in 80% der Fälle die Schweiz heute schlechter dastehen würde wäre die Entscheide in eine andere Richtung gegangen > die Wahrheit liegt wohl wie so häufig zwischen Parretto und Iceberg

    • @Prof. Dr. Dr. hc.

      70 Milliarden Verluste in 5 Jahren, davon 50 Milliarden in wenigen Minuten – „so what“?

      Sie und ich – wir bezahlen ja gerne Steuern.

      Die SNB hat zulasten jedes Bewohners der Schweiz rund 10’000 Franken verspielt – nicht mehr und nicht weniger…

      mfG

    • bezüglich Steuern darf man auch ruhig den Bund sowie die allermeisten Kantone kritisieren, die eine SNB Ausschüttung weiterhin als Gegeben betrachten und dergleichen wursteln wie gehabt.
      Das Problem ist das niemand in Bundesbern noch in den kantonalen Parlamenten nur einen deut Weitsicht hatten um zu erahnen welches Risiko sich die SNB hier aufhalst und was für Konsequenzen es haben „könnte“ müsste die SNB während 2-3 Jahren auf eine Gewinnausschüttung verzichten.

  32. Das Ergebnis überrascht nicht und ist die Folge des hohen Fremdwährungsbestands. Dieser wiederum ist teilweise das Ergebnis der Interventionskäufe zur Kurstützung des EURO: Hätte die SNB die Kursuntergrenze am 15. Januar nicht aufgegeben wäre der Quartals-Verlust deutlich höher.
    Der hohe Fremdwährungsbestand macht die jeweiligen Quartalsergebnisse logischerweise höchst schwankungsanfällig, sodass z.B. das Ergebnis per 30.06.2015 dannzumal sowohl ein Gewinn wie auch nochmals ein Verlust sein könnte; je nach Entwicklung von EURO und USD gegenüber dem CHF. Das Ergebnis lässt sich daher genau so wenig wie die Devisenkurse prognostizieren; und die Devisenkurse sind bekanntlich punktuell nicht prognostizierbar und exogen bestimmt.
    Da jedoch die SNB keine Geschäftsbank ist, kann ihr Ergebnis nicht mit den gleichen Kriterien beurteilt werden. Die SNB hat kein Gewinnoptimierungsziel wie eine Geschäftsbank, sondern ein monetäres Stabilitätsziel für die Volkswirtschaft als Ganzes; dies ist ihr gesetzlicher Auftrag. Das hieraus entstehende Ergebnis hat daher nicht den Stellenwert wie bei einer Grossbank.
    Mit Hedge Fund hat dies nichts zu tun, da Hedge Funds bestimmte Strategien anwenden und diese ein Rendite-Ziel für Anlagekunden beinhalten. Hedge Funds tätigen z.T. auch Leerverkäufe, d.h. ohne unterliegende Werte und produzieren so ungedeckte Leverages. Zentralbanken tätigen keine Leerverkäufe; sondern z.B. Swaps, welche auf jeder Seite physische Währung oder Aktien beinhalten.

  33. Auf der anderen Seite kann jetzt die EZB-Aufwertungsgewinne auf ihre CHF-Anlagen verbuchen und diese in Form von Käufen von Obligationen aus Peripherieländern der Euro-Zone wieder ausschütten. Oder gibt es da eine Fehlüberlegung?

  34. Eigentlich ist es genau umgekehrt: Die Untergrenze von 1,20 entsprach offensichtlich nicht dem Marktwert. Daher hätte bilanziell die Differenz zum Marktwert – wie wir heute wissen ca. 1,00 – abgeschrieben werden müssen. Demnach wäre per 31.12.2014 auch kein Gewinn ausgewiesen worden und der hier erwähnte Bewertungsverlust wäre heute kein Thema mehr. Aber damit hätte man die Untergrenze ad absurdum geführt (was sie auch war).

  35. Da darf man gespannt darauf sein, wohin der Negativ-Zinssatz sich in den kommenden Monaten entwickeln wird.

    Irgendwie muss die Notenbank Schweiz diese enormen, ja unglaublichen, Verluste wieder ausgleichen. Vielleicht werden ja bald auch noch Anleihen (Bonds) der SNB auf dem Markt aufgelegt werden 🙂

    • …. Oder es gibt ein bail in, und eines Morgens stehen wir auf und haben alle 10% weniger auf unseren Konten. Darum will man ja auch das Bargeld abschaffen, nich etwa wegen Geldwäscherei usw. Damit haben wir dann den Export definitiv subvesioniert und die SNB hat keine Verluste wie sie das beim Aufkauf des Euros immer wieder gerne betont hat.

  36. Vielen „Dank“ für die Steilvorlage an die verschiedenen Herrn Doktoren, welche sich in diesen Kommentaren mit ihren einzigartigen Einsichten über Geldpolitik tummeln. Die wären eigentlich lachhaft, nur nehmen sie sich so ernst. Soll man sich darauf freuen oder nicht hinsehen?

    • @rba

      Richtig: 70 Milliarden Volksvermögen verspielt in 5 Jahren, davon 50 Milliarden in wenigen Minuten…

      Sie und die Nationalbank haben immer noch nicht begriffen, was sinnvoll ist…

      Bei Ihnen und der Nationalbank ist nachdenken offenbar verboten.

      mfG

    • Haha wie erwartet – der einzig wahre, sinngebende und erleuchtete Herr Dr. Dr. Meyer in Fahrt und Element…

    • @rba

      Im Gegensatz zu Ihnen habe ich ein Argument.

      Wenn Sie dieses verstehen lernen, so haben Sie den Tag wenigstens sinnvoll genutzt.

      Die SNB-Fürsprecher haben offenbar keine fachlichen Argumente mehr.

    • @Banker a.D.

      Ihrem obigen Satz

      „Das Verhalten der SNB ist für den normalen Bürger nicht nachvollziehbar und könnte als kriminell taxiert werden…“

      stimme ich zu.

      mfG