Grossverluste per SMS bei Basler Kantonalbank

Tophändler verspielt über 200’000 Franken einer jungen Kundin – irrwitziges Hin und Her per SMS – Bank: Offerte, dann nix.

Fair Banking lautet der Slogan bei der Basler Kantonalbank (BKB). Nach dreistelligem Millionenschaden mit vermutetem Anlagebetrug und US-Steuersumpf wirkte dies geläutert.

Auf das Gegenteil deutet der Fall einer jungen Kundin hin. Diese liess vor Jahren rund 450’000 Franken in türkischer und kanadischer Währung von ihrem BKB-Vertrauensmann verwalten.

Konservativ, wie sie meinte.

Aggressiv, wie es der Händler, ein Kadermann der Basler KB, der inzwischen bei einem anderen Finanzinstitut arbeitet, offenbar sah.

Das Vermögen schmolz jedenfalls wie Schnee im Sommer. Heute ist noch ein Bruchteil da.

Die Kundin, die selbst einmal bei einem Hedgefund arbeitete, dann aber der Finanzbranche den Rücken kehrte und sich im Gesundheitsmarkt selbstständig machte, stand auf die Hinterbeine.

Nicht sofort, dafür aber immer resoluter.

Am Ende stellte sie Forderungen. Mindestens 220’000 Franken wollte sie zurück. Mit guten Chancen: Die Bank offerierte ihr zunächst 150’000 Franken, weil offenbar Fehler passiert waren.

Das war der Frau zu wenig. Sie klagte, zivil und per Strafanzeige. Da reagierte die Bank verschnupft. Sie zog ihr Angebot zurück. Nur noch 20’000 Franken hätte sie bezahlt – für technische Fehler.

Die Kundin ging zum Ombudsmann – der schickte sie zurück zur Bank. Wenn bereits Klageverfahren laufen würden, könne er nichts mehr machen.

Sie schrieb der obersten Führung. Es blieb fruchtlos. Man sei „nicht bereit“, mit der Kundin „erneut Vergleichsverhandlungen aufzunehmen“.

Eine Sprecherin gab auf Anfrage eine Antwort im Stil von Textbausteinen:

„Allgemein gilt, dass bei rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen der Bank und deren Kunden oder Dritten durch die Bank eine Beurteilung in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht erfolgt, aus welcher unpräjudizielle Vergleichsvorschläge hervorgehen können. Letztlich entscheidet jeweils der Kunde bzw. Dritte, ob er ein ihm unterbreitetes Vergleichsangebot annehmen oder den Rechtsweg beschreiten will.“

Die Basler Staatsanwaltschaft hielt sich zum laufenden Strafverfahren gegen die Bank bedeckt.

Also blieb die Öffentlichkeit. Denn die Kundin fühlte sich im Recht. Ein Freund, der dank seiner Position bei einer grossen Bank komplexe Deals durchschauen kann, stärkte ihr den Rücken.

„Rückblickend kann festgestellt werden, dass das Unheil im November 2011 begann und zwar mit dem Verkauf einer Put Yen / Call CHF Option“, hält dieser fest.

Es lohne sich, „die Yen Geschäfte zwischen November 2010 und Januar 2012 genau unter die Lupe zu nehmen“, fährt der Experte in seiner Stellungnahme fort. „Hier wurde sehr viel Geld verloren.“

Fazit: „In meinen Augen ein ganz klares spekulatives Verhalten, das in keiner Relation zur Vermögenssituation stand und wohl auch kaum vom Kunden gewünscht worden war.“

Das mag die Meinung eines Freunds der Kundin sein.

Was aber auffällt ist der SMS-Austausch, der ab Sommer 2013 zwischen der Kundin und ihrem Basler Banker einsetzt, als sich das Ausmass der Verluste abzeichnet.

Zunächst stellt die Kundin per Handy Fragen nach dem Verlauf ihrer Anlagen und wie es mit ihrem Vermögen stehe. Der BKB-Trader versucht, sie zu beruhigen.

Dann wird der Ton ruppiger, ungeduldiger. Kundin und Banker flüchten sich in spezielle Sprache.

Es geht um die Verluste und eine Systemumstellung, bei der das ganze Vermögen kurzzeitig vom Bildschirm verschwindet.

Im Folgenden ein Dialog, gekürzt und auszugsweise sowie angepasster Orthographie, wo nötig:

„Du weisst, dass die Bank einen Teil der Schuld hat mit dem System, und das scheisst mich einfach an!“, so die Kundin, als ihr erstmals der Kragen platzt.

„Das verstehe ich sehr gut und TRY (türkische Lira) sind ja auch auf dem Konto, aber du weisst, es ist eine Fremdwährung, dreht sich das Ganze endlich wieder, dann geht der Ertrag wieder hoch.“

Die Worte des Bankers, die bis dahin stets die gewünschte beruhigende Wirkung erzeugen, verfangen nun nicht mehr. Die Kundin ist sichtlich aufgebracht.

„Weisst du, ich habe dir das Geld anvertraut und ich hätte mir einfach gewünscht, dass du wirklich ein Auge drauf hast“, schreibt sie in ihrer nächsten SMS.

Und weiter: „Du hast doch gewusst, dass ich in Indien war, mit den Ausbildungen beschäftigt war etc. Ich bin einfach nur enttäuscht.“

Der Banker: „Wenn du das so siehst, dann tut es mir sehr leid.“

Sie: „Ja, das sehe ich so. Und mir tut es auch leid.“

Er: „Hätte ich die TRY geschlossen und sie wären wieder auf 0.8000, hättest du mir auch vorgeworfen, wieso ich es zugemacht habe. Wir haben immer gemeinsam die TRY Position besprochen und du warst immer einverstanden damit. Verstehe ich nun nicht, aber ok.“

Einen Monat später, am 10. September 2013, erfährt die Kundin der Basler KB, dass auch ihr Schweizer Konto einen rapide sinkenden Stand aufweist.

„Das darf doch nicht wahr sein … Das sind meine letzten CHF … Ich brauche die bald“, tönt es in ihrem SMS-Hilferuf nach Basel.

Von dort kommt die Antwort postwendend. „Ja, kein Problem, das werde ich ändern, kein Problem, bin im Zug, wieviel brauchst du?“

Man stutzt. Wie geht das: Mal sinkt der Kontostand dramatisch, dann meint der zuständige Banker, er könne den Saldo wieder hochzaubern?

Die Kundin hat das Vertrauen verloren. „Das sind meine letzten CHF, die ich habe. Das sind grad 8’000.- CHF. Wollte mir bald Büro in Zürich mieten.“

Der Banker führt erneut die türkische Lira-Position ins Feld: „Du hast ja die TRY, ich mach das wieder rückgängig.“

Die Fronten verhärten sich. Im November 2013 fordert die Kundin ultimativ eine Aufstellung über die Transaktionen. Sie macht klar, dass sie Belege will, um allenfalls rechtlich vorzugehen.

„Ich denke, es ist Zeit ehrlich zu sein und nach Konsequenzen zu fragen, sonst kann das böse ausgehen“, schickt sie eine SMS zum BKB-Banker.

Der antwortet sofort – und kriegt kalte Füsse: „Wie muss ich das verstehen?“

Es geht weiter nichts. Dafür gibt der Banker der Geschäftsleitung die Schuld. Die müsse entscheiden, treffe sich aber nicht so häufig.

Am 26. November ist für die Kundin der Faden gerissen.

„Ich werde mir nun überlegen, einen Rechtsanwalt einzuschalten, denn ich kann langsam nicht mehr“, schreibt sie dem Banker.

Seine Antwort klingt beleidigt. „Ich sehe schon, du willst es so, du gibst lieber Geld für Anwalt und dann bekommst du nichts.“

Und kurz darauf nochmals: „Wenn du nun mit Anwalt kommst, ist es erledigt, das kann ich dir gleich sagen, und offensichtlich hast du ja Zeit zum Schreiben, aber telefonieren nicht.“

Es folgt eine letzte verkappte Drohung, um die Sache nicht ans Gericht zu zerren.

„Ein Anwalt schafft keine Klarheit, aber wenn du denkst, das ist die Lösung, dann frage ich mich, was du genau willst und warum wir das Ganze angeschaut haben.“

Kommentare

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  1. Ein Trader amtet als Beteuer für eine Kundin die eigentlich im Privatbanking angesiedelt sein sollte? Das ist ein Fall für das Audit. Unglaublich welch Regeln bei dieser Bank herrschen. Das ist eine rote Karte. Welcher TradingChef lässt das zu? Welcher PB Chef schaut diesem Treiben zu?

  2. Ich war da mal, bei der BKB, als Durchschnittslohnempfänger.

    Vor einem Jahr, oder so, haben die Banken-Wäggis superbe neue Angebote für uns Durchschnittslohnempfänger aus ihren Wundertüten gezogen: Kreditkarten usw. mit undursichtigem Gebührenmodell für alle – Hurra! Trommel-Marsch vorwärts: Wer nicht spurt kriegt den Kontoabschluss und anderes für +/- 20 Stutz pro Vorgang auf’s Auge gedrückt.

    Es war eigentlich ein ganz vergnüglicher Anlass, von der Sandbank, auf der diese Clique gestrandet ist, an’s sichere Ufer zu spazieren:
    Nicht nur Kreditkarten, für Leute die so etwas noch nie gebraucht haben, und Sparkonti für Nasen, die das Geld lieber im Umlauf halten, als es unter fremden Matratzen stinkig werden zu lassen, nein, nicht nur solche Innovationen schenkt man hier am Rheinknie dem gemeinen Pöbel gnädigst aus, auch ganz tolle Gutscheine für kulturelle Höhenflüge, freie Eintritte in’s Affenhaus, und, was mich als lebendiges Feinbild besonders rührte, auch Besuche der Versammlungen der Menschen, welche gerne Bällen zu jubeln, wurden angeboten.

    Nach einer solchen Propaganda-Kampagne kann man mit aller Zuversicht das Transparent über der Schalterhalle erwarten: „Willkommen im Zirkus!“

    Im Ernst: Eine Bank, die Gutscheine für den Eintritt in den Zoo und zu Fusballspielen verteilt… das ist doch ein deutliches Warnsignal.
    Jedenfalls als einfacher Alltags-Kunde hat man nicht den Eindruck seriöser Geschäftsführung, sondern fühlt sich von Taschenspielertricks mit Werbematerial zunächst milde belustigt und schliesslich zum saldieren veranlasst.

  3. So so… Eine Put Option auf japanischen Yen. Und das Handeln mit Währungen sieht die Dame als „konservativ“ an? Was ist dann bei ihr spekulativ?
    Und politisch in den Jahren 210-2013 nie die Zeitungen gelesen und nie Nachrichten geschaut? Aber deren Landeswährung traden lassen?
    Und nie ihre Finanzen angesehen, die so wichtig sind in der Phase der Gründung der Selbstständigkeit?

    Ich finde: ein fahrlässig Verhalten einer ehem. „Bänkerin“ und leider auch ein fahrlässiges Verhalten der Bank, denn dass die Kontrollen der Bank, die ihre „Schäfchen“ im Auge behalten müssen, versagt haben, ist offensichtlich und der Berater ansich wird wohl den nackten Angstschweiß bekommen haben, wenn keine Trades mehr ins Plus gelaufen waren….

    Angst und schwindendes Vermögen sind keine gute Mischung. Explosionsmaterial ist faktisch vorhanden.

  4. Pingback: Anonymous
  5. Nun, ich bin kein allwissender unterbezahlter Bankdirektor (im Schnitt von 200K/Jahr), aber der Fall müsste einfach sein, denn sämtliche Aufträge müssten einzeln vom Kunden aufgegeben und von der Bank dokumentiert (+aufgezeichnet) worden sein. Was nicht gut wäre, ist: Wenn ein Devisenhändler direkt als Kundenberater agierte (!), weil dieser keine gewissenhafte Kontoführung macht, wie ein gelernter Kundenberater (RM) diese vornimmt.
    Ein klassischer Bank-RM dokumentiert akribisch jede Transaktion, was bei einem Händler (oder Executer) nicht immer der Fall ist.
    Die juristische Gretchenfrage bleibt, denn gemäss diesem Bericht, hatte die Kundin „KEINEN VV-Vertrag“ (=Vermögensverwaltungs-Vertrag) unterschrieben. Wer hat also die direkten Aufträge autorisiert (während sie abwesend war)??? Selbst wenn sie keine Banklagernde Holdmail hatte, so ist nicht auf jedem Transaktions-Auszug der Saldo angegeben.
    Lieber Basler-Teig, bitte nicht zu lange wursteln und kneten, sonst wird der Kuchen ungeniessbar (es ist Fastnachtszeit).
    Ich nehme an, die Compliance-Abteilung weiss nicht was Due Diligence bedeutet, oder handelt nach dem befangenen Motto (Gewaltentrennung vorhanden?), dass die Kundin mürbe wird und es bald aufgibt, sich gierigen Anwälten und Gerichtsdienern auszuliefern.
    (Handels-Richter sind übrigens oftmals Teilzeitangestellte bei Banken & Versicherungen, zumindest in ZH)!
    Wenn sie auf Bildungsreise war, so bleibt die Frage nach den aufgezeichneten (direkten) Aufträgen und einem (möglichen) unterzeichneten VV-Vertrag. Während die Bank weiss, dass der Kunde nicht erreichbar (auf Reisen) ist, wäre eine besondere Sorgfaltspflicht vorhanden. Aufträge ohne den Kunden zu informieren, sollte nicht funktionieren dürfen.
    HF’s haben sicher ein gutbezahltes Corporate Action … da werde ich mich dann vielleicht auch mal bewerben, in der Hoffnung, dass ich keinen überbezahlten, bornierten Chef haben – habe fertig geträumt –
    Good Luck der natürlichen Person, gegen den Teig und den schlafenden, verantwortungslosen Bankrat (mit staatlicher Sicherheit im Rücken).
    Übrigens verlieren natürliche Personen gegen Staatliche juristische Personen im Schnitt 9/10 Gerichtsfällen… ein Schelm, wer hierbei eine Kausalität vermutet-

  6. Das Leben hat mich gelehrt, von allem Schlechten die Finger zu lassen. Und daß es sich lohnt, ggf. mehrere Jahre auf gute Gelegenheiten zu warten. Also Momente, wo Blue Chips nach langjährigen Maßstäben preiswert sind.

    Wer „nur“ sFr 450,000 hat und demnächst die Verzehnfachung anstrebt, wird wohl die im Artikel genannten Risiken eingehen (müssen). Alle anderen warten geduldig, bis ihnen preiswert zufällt, was heute noch teuer ist.

    Für eine gute Performance muß man gar nicht so viel tun. Nur hin und wieder das Richtige.

  7. Die BKB ….. ohne Worte –> von einem Stiefel zum nächsten, die Basler Stuerzahlen stehen ja voll „hinter Ihrer Bank“ …. wann wird endlich die ganze Geschäftsleitung ausgetauscht, so kann’s ja nicht weitergehen!?

  8. Da ist aber einiges merkwürdig. Eine junge Anlegerin hat soviel Vermögen? Und dann noch in zwei „typischen“ Währungen? Und denkt aber in CHF? Und ein Kundenberater „zockt“ mit Optionen? Und der Banker kommuniziert per SMS? Und dann kommt ein Bekannter, der Fehlverhalten feststellen will? Alles zusammen wenig glaubwürdig. Und was hat der Ombudsmann damit zu tun? Das der nicht zuständig ist, findet man auf seiner Webseite. Anwalt, scheinbar ist die Beweislast gegen die Bank doch nicht so einfach.

  9. Offenbar gibt es bei der BKB keinerlei Hemmungen, einen durch einen Mitarbeiter entstandenen praktisch kompletten Vermögensverlust der nun offenbar nahezu mittellosen Kundin anzulasten. Was soll da das Gerede von Fair Banking? Der Rückzug eines Vergleichsangebotes (das ja unabhängig von feinziselierten juristischen Klausulierungen immer auch ein moralisches Teilschuldanerkenntnis ist), nur weil die Kundin sich wehrt ist geradezu kindisch und zeugt von sozialem Unvermögen.

  10. Die Kundin war beim Hedgefonds wahrscheinlich Sekretärin oder Putzfrau und hat von Sache keine Ahnung. Hier wird suggeriert, dass sie als Angestellte eine Fachfrau war. Sollte sie einen Bankfachjob ausgeübt haben, wäre es sinnvoll dies hier zu erwähnen. In diesem Fall wusste sie genau was sie tat und will nun über die Öffentlichkeit Geld von der Bank erpressen. In diesem Fall wäre das ein No go!

    • @Banker a.D.: Dann hätte sie nicht selbst den Auftrag zur Verwaltung des Geldes in TRY und CAD in Auftrag gegeben. Ein Depot auf zwei Fremdwährungen auzurichten würde wohl einer Putzfrau oder Sekretärin nicht von alleine in den Sinn kommen. Also Banker a.D. müssten Sie wissen, dass solche Spezialmandate nicht einfach von Jedermann aufgesetzt werden.

  11. Aus jahrelanger Beratererfahrung weiss ich, dass es solch schwierige Kunden gibt. Der Berater ist aber sicher z.T. auch selber schuld, wenn er sich für solche Transaktionen nicht genügend abgesichert hat. Im Prinzip sind solche Transaktionen denkbar, wenn die Risikobereitschaft- und fähgigkeit gegeben ist. D.h, Die Verhältnismässigeit zum übrigen Vermögen muss natürlich auch gegeben sein.
    Wenn die Kundin ein Vermögen hat von CHF 5 Mio, warum soll sie dann nicht ein Depot so verwalten lassen? Das kann die Kundin wünschen
    Ich würde mich aber als Berater genaustens absichern und alles fein dokumentieren. Eine Kommunikation über eine längere Zeit per SMS erscheint mir aber komplett nicht angemessen, sogar wenn die Kundin ausdrücklich Wunsch per SMS wünscht. Ohne die Details zu kennen, würde ich behaupten, der Kundenberater trägt eine recht grosse Mitverantwortung. Ich bezweifle, dass er diese doch aussergewöhnlichen Transaktionen auf Plausibilität genügend dokumentiert hat und er sich bzw die Bank so
    aus der Verantwortung entziehen kann.

    • sehr gut eingeschätzt, die Bank hat(te) ein Problem und versucht es nun auszusitzen, auf Kosten der Geschädigten (oder des Steuerzahlers).
      Management hat, wie immer keine Schuld daran, auch wenn die Revision und die VR’s eine Überwachungspflicht inne hatten.
      Eine Frage wäre da noch an den Experten:
      Würden Sie Trades tätigen, die weder telefonisch, noch schriftlich abgegeben wurden, wenn der Kunde kein Asset Management Mandat (VV-Mandat) signiert hat?
      Bitte um Einschätzung.

    • ganz einfach, weil sie wissen, das sie Schei… gebaut haben und bis dahin, eine krass offene Risikostelle hatten, oder weil sie Null Compliance hatten, oder weil sie keine internen Weisungen und Regelungen bezüglich Handlungsbevollmächtigungen von RM’s hatten.
      Alle 3 Varianten wären für sich schon massiv bedenklich und eine Busse wert, wenn man bedenkt, was die obersten Holzköpfe verdienen (unfähig Risiken zu erkennen oder Weisungen zu erlassen, oder diese zu überwachen und durchzusetzen).

  12. Sorry, aber eine Hedgefondsmanagerin, die in Türkische Lira oder Währungsoptionen investiert, weiss, dass sie zockt. Mir fällt schwer zu glauben, dass sie jahrelang (2010-2013) nicht auf ihr Depot und seine Zusammensetzung geschaut haben soll.

    Wer zockt, kann verlieren. Warum soll hier die Bank schuld sein? Ich sehe so viele Fälle, da verschulden sich Leute in Fremdwährung oder umgekehrt, und nachher wird gejammert.

    • Ich vermute eher dass der Kundenbetreuer oder Trader seiner Kundin einen „Service“ offeriert hat welcher vielleicht nicht ganz sauber war.

  13. Sorry, aber eine ehemalige Hedge-Fund-Mitarbeiterin, die hier auf Opfer machen will geht gar nicht, schon das „Du“ und SMS mit Bankberater wirft ein schräges Licht auf die Sache. Sie hat die Trades regelmässig gesehen und nicht sofort unterbunden, im Gegenteil jahrelang akzeptiert. Im KYC-Profil dürfte drin stehen, dass sie Erfahrungen mit Devisentermingeschäften hat. Somit ein klassischer Fall von Kunde, der Risiken eingeht aber keine Verantwortung übernehmen will. Schade, dass IP hier hilft.

    • Sehe ich auch so. Es gibt genug Versager, die einen Tritt ans Schienbein verdient hätten.

  14. Die Annahme und Verwaltung fremder Gelder benötigt ein Höchstmass an Integrität und Vertrauen. Beides können Sie heute weder von Banken noch von Anlageberatern verlangen. Äusserst unprofessionell wie die Bank reagiert hat; fragwürdig auch auf welcher rechtlichen Basis die SMS-Austausche geführt wurden.
    Das Vertrauen in Banken und deren Angestellte kann nur dann wieder hergestellt werden, wenn diese bereit sind, persönlich für Ihre Fehlentscheide zu haften (anlaog Privatbankiers).
    Es ist zu einfach mit Gelder von Dritten zu spekulieren und bei beinahe Totalverlust das Bedauern auszudrücken. Einfach lächerlich.

  15. Typischer Fall von She said he said. Mir scheint, dass sich hier LH von der Kundin instrumentalisieren lässt, da sie mit Mediendruck einen besseren Vergleich herausholen will, ganz ohne Bezahlung von Anwaltskosten. Die Darstellung der BKB ist sicher 180 Grad anders.

    • Für uns Leser auf jedenfalls äusserst instruktiv.Der Händler scheint jedenfalls viel freien Raum gehabt zu haben.Banken sind immer noch wunderbare Spielplätze.