Russland-Skandal der CS: Khan, Cerutti im Visier

Oligarchen-Klagen nach Megaverlusten belasten Chefs – Prüfung bei heissen Politik-Kunden versagte – Cover my ass.

Die Credit Suisse erlebt ihren Adoboli-Moment. Vor 4 Jahren fegte ein Londoner Juniortrader die halbe UBS-Spitze weg.

Nun kämpfen zwei der Superbosse der CS ums Überleben. Der Skandal mit russischen Oligarchen, die jahrelang mutmasslich betrogen wurden, explodiert.

Wie bei Adoboli versucht auch die CS-Spitze, die ganze Schuld dem Russland-Berater in Genf in die Schuhe zu schieben. Dafür haben die Chefs zwei der teuersten Wirtschaftskanzleien beauftragt.

Doch der Franzose, der 2004 von Kosmetikerin Yves Rocher zur CS stiess und dort dank seinen Oligarchen-Kunden zum internen Star wurde, schlägt zurück.

In der Zeitung Le Temps von letzter Woche und heute in der Handelszeitung erhebt der Anwalt des inzwischen verhafteten CS-Beraters schwere Vorwürfe.

Es sei praktisch nicht vorstellbar, dass das jahrelange Löcherstopfen mit Tricks und Umgehungen des Beraters ohne Wissen der Chefs geschehen sei, meinte der Advokat.

Die CS hat vermutlich bereits über 200 Millionen Franken für den Fall zurückgestellt, wie aus den Zahlen für das 3. und 4. Quartal 2015 herausgelesen werden kann.

Die Handelszeitung schreibt heute von möglichen Verlusten von bis zu 800 Millionen Franken. Die UBS hatte im Fall von Kweku Adoboli rund 2 Milliarden verloren.

Die CS-Führung versucht, die ganze Verantwortung an Subalterne abzuschieben. Neben dem gekündigten Kundenberater ist auch der Chef des Genfer CS-Beraters nicht mehr bei der Bank.

Dieser soll zwar tatsächlich von seinem Star und dessen Russen-Oligarchen angetan gewesen sein, doch war er nur kurz zuständig für den Mitarbeiter.

Somit bleibt die Frage, wer wirklich die Verantwortung trägt. Und da tauchen drei der obersten Chefs der CS im Visier auf.

Es sind dies: Iqbal Khan, Ex-Auditor und Shootingstar der neuen CS; Romeo Cerutti, seit einem Jahrzehnt führender Jurist der Grossbank; und Romeo Lacher, langjähriger Privatebanking-Chef für Europa.

Keiner der drei Spitzenleute will zu seiner Verantwortung stehen.

Als hier vor 3 Wochen erstmals Iqbal Khans Rolle rund um den Russen-Skandal beleuchtet wurde, drohte die CS unter Chefjurist Cerutti sofort mit einer nächsten Klage.

Die Bank verlangte zunächst die sofortige Löschung des Artikels. Als dies ausblieb und nur ein paar kosmetische Änderungen vorgenommen wurden, meldete sich ihr externer Anwalt etwas später zum zweiten Mal.

Man wolle es für den Moment gut sein lassen, meinte er nun.

Der rasche Rückzieher dürfte seinen Grund haben. Die beiden zentralen Akteure auf oberster Stufe im Russen-Fall, Iqbal Khan und Romeo Cerutti, sind in keiner guten Angriffsposition.

Vielmehr müssen sie sich verteidigen.

Im Zentrum steht die sogenannte PEP-Prüfung. Es geht um Politically Exposed Persons, kurz hohe Politiker im In- und Ausland sowie Personen, die politischen Einfluss ausüben können.

Die Russen-Oligarchen im CS-Fall – es handelt sich nach heutigem Kenntnisstand um einen hohen Ex-Premier und zwei weitere reiche Russen – gehören zweifellos in die PEP-Kategorie.

Wie bei allen Banken prüft auch die CS jedes Jahr ihre PEPs. Sie müsste dies auf Herz und Nieren tun.

Also nicht einfach nur den alten Stand durchwinken, sondern alle Finanz-Anlagen der Kunden unter dem Aspekt ihrer aktuellen Rolle im eigenen Land und der dortigen Politik rigoros durchleuchten.

Dass dies auch tatsächlich gemacht wird, und zwar wirkungsvoll, schreibt sogar die Finanzaufsicht Finma vor. Am Ende könnte die jährliche PEP-Prüfung auch vom Audit Committee im Verwaltungsrat der CS abgesegnet werden müssen.

Für eine seriöse, griffige PEP-Prüfung gibt es zwei Verteidigungslinien: die sogenannte First Line of Defense vorne an der Front und die Second Line of Defense hinten im Compliance.

Für die Prüfung an der Front gibt es das Business Risk Management. Dort hat es einen Chef, und der trägt eine Mitverantwortung.

Doch die wichtigste Rolle spielt der Finanzchef, welcher ein System implementieren und prüfen muss, das im Ernstfall wirkt.

Und dieser Finanzchef für die weltweite CS-Division Private Banking war ab 2013 Iqbal Khan.

Khan stiess von der Revisions- und Beratergesellschaft Ernst&Young zur CS. Er galt als Mann für genau solche Fälle. Bei der UBS hatte er als E&Y-Experte sich Meriten geholt in Grossfällen wie Libor.

Das Aufstellen eines wirkungsvollen, zuverlässigen Business Risk Managements war für Khan also ein Heimspiel, er war „The Man“ dafür.

Und er hatte viel Zeit und mehrere Chancen: 2013 und 2014, also zwei Mal eine jährliche PEP-Prüfung, um den gigantischen Russen-Fall, der die ganze Bank erneut nach unten zieht, zu entdecken.

Doch nichts leuchtete in Khans Überwachungssystem auf, keine rote Lampe ging an, keine Sirene heulte laut auf.

Dabei gab es intern spätestens ab 2014 Hinweise auf Compliance-Risiken. Als Finews, ein anderer Finanzblog, den Rücktritt von Russland-Chef Alois Bättig vermeldete, gab es einen einzigen Kommentar.

Und der schrieb von „Compliance- und Cross-Border-Problemen“.

Die CS will sich nicht zum Fall äussern. Doch aus CS-Kreisen ist zu vernehmen, dass Khan unschuldig sei, da die Vorfälle auf die Zeit vor ihm zurückgingen.

Der zweite Spitzenmann, der ins russische Sperrfeuer gerät, ist Chefjurist Romeo Cerutti.

Es handelt sich um den wohl engsten Vertrauten von CS-Präsident Urs Rohner, auch er Jurist.

Die beiden vermeintlichen Top-Rechtsleute haben einen durchzogenen Leistungsausweis. Im US-Steuerfall wurde die CS massiv bestraft wegen mangelhafter Kooperation. Offenbar machten Rohner und Cerutti eine Fehleinschätzung.

Cerutti hat in den letzten Jahren sehr viele gute Leute verloren. Insbesondere im Compliance, das bis vor kurzem ihm unterstellt war, gingen erfahrene Chefs.

Gerade heute wieder wurde der Wechsel einer Top-Juristin zur UBS bekannt.

Cerutti war mit seiner Compliance in den Prozess der PEP-Prüfung verwickelt.

Wie Khan sah auch der Mann des Rechts und der Überwachung nichts vom Skandal.

Kommentare

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  1. Leute, diese Bank ist sowas von angeschlagen. Wenn ihr nicht Gelder abzieht, könntet ihr als nachrangigste Gläubiger enden (bis auf das „versicherte“ Minimum), ohne jemals einen Zins verdient zu haben, der das Risiko widerspiegelt (wie z.B. die Qatari, die 9% auf den Cocos verdienen…).

  2. I dont understand why Khan is in the bullseye. He inherited a situation that took place before he even joined Credit Suisse. This case is a liability to CS and not Khan. Responsibility and sanctions should be put on those who failed to act during this time. „You dont arrest the child when the father commits a crime“

    How about the criminal intent of the relationship manager? No one is talking about this.

  3. Man muss wohl eingestehen, das hier relativ wenig Beweise vorliegen. Auch kann der normale Leser die behaupteten Sachverhalte kaum einordnen, weder von ihrer Tragweite her, der Art des Unrechts, das (falls dies geschehen ist) begangen wurde und den Anteil, den solche Vorkommnisse am Business haben (also konkret, ob z.B. 0.02% oder vielleicht 20% des Business rechtlich zweifelhaft sind. Liegen denn dazu Zahlen vor?

    Was dem unbedarften Leser ins Auge sticht, ist, dass immer wieder neue Vorkommnisse hochpoppen, was den Verdacht aufkommen liese, dass da noch mehr Leichen im Keller liegen. Oder handels es sich um eine gezielte Pressekampagne? Oder ist die CS nur besonders ungeschickt und wird mehr als andere kritisch angesehen und auch erwischt?

    Business in Russland bzw Ex-Sovjetunion ist anerkanntermassen schwierig, weil die Rechtssicherheit in diesem Land nicht zu vergleichen ist mit dem Standard der westlichen Welt.Die Ungleichheiten in der Einkommensverteilung und im Bezug auf Eigentum sind signifikant und wecken Begehrlichkeiten auf beiden Seiten. Es wird in diesem grossen Land vermutlich nicht wenige Menschen geben, die einen augmentierten Diskretionsbedarf haben, und diese wenden sich dann vertrauensvoll an Schweizer Banken. Dessen sollte sich die Complianceabteilung schon bewussst sein, und die Frage ist, ob sie alles mitmacht. Kaum zu glauben dass solche „Incidents“ unerwartet auftauchen. Im Gegenteil, sie sind Bestandteil des Business. Wer aufs Eis geht, darf sich nicht wundern dass er ab und zu mal einbricht, auf asphaltierten Strassen kommt das wohl seltener vor.

    Die Frage ist ob die CS solche Risiken absichtlich und unbewusst in systematischer Weise eingeht? Oder ist vielleicht mittels Boni der Druck zu gross, Neugelder um jeden Preis einzuwerben, auch solche die zweifelhaft sind? Oder ist der Druck zu gross, in Zeiten des Niedrigzins hohe Renditen einzufahren? In diesem Fall sollte die CS ihre Firmenpolitik revidieren, denn es gibt keine hohe Marge ohne Risiko, das ist eine Binse.

    Man kann eigentlich davon ausgehen, dass bei allen Oligarchen, naja Ihr wisst schon bzw jeder kann selber denken.

    Es bleibt wie fast immer die Frage nach der Wahrheit und der Gerechtigkeit. Und damit die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Tuns. Bei der CS steht nach wie vor ein klarer Paradigmenwechsel aus, und eine Ausrichtung auf eine Firmenpolitik, die nachhaltig ist. Andauernd Geld zu verdienen und es dann doch wieder in Bussen und Ruckstellungen zu investieren macht ja eigentlich wenig Sinn.

  4. Khan ist ein fantastischer Selbstinszinierer, der ausser gut geschliffenen Sprüchen wenig zu Stande bringt und mit einer B-Mannschaft jetzt den grossen IWM Vorstand spielt.

    Damals wurde er bei der Nachfolge von Stephan Zimmermann als COO bei UBS WM nicht berücksichtigt, weil er als Auditor keinen echten Leistungsausweis hatte und nicht mal eine ernstzunehmenden Abschluss nachweisen konnte. Daraufhin hat er sich 2012 erst mal ein Abendkurs LLM gekauft hat und wurde dann von den CS Versagern als CFO eingestellt.

    Bei CS angekommen hat er dann noch einen von GE Money Bank als Head Divisonal FInance geholt, der nicht nur extrem aggressiv auftritt sondern auch noch ein Versager ist. Seine Mitarbeiter haben sich über ihn schlapp gelacht, weil er so viel Ahnung von Banking und Finance hat wie ein Fisch vom Fliegen.

    Alles sehr traurig aber leider ist für die CS einfach nicht mehr drin. Welcher Top-Kandidat will schon bei der CS arbeiten?

    • Dem BRM den Ball zuzuspielen wäre zu einfach. Wer sich einmal die Risk-Review-Prozesse anschaut und wie diese Gespräche ablaufen, der würde erkennen, dass dieser Fall resp. diese Fälle nicht überraschen. Keiner der im Artikel erwähnten Personen hat das Rückgrat hinzustehen und Verantwortung zu tragen. Was auffällt – und das immer wieder – es sind immer wieder die gleichen Leute die sagen – wir haben davon nichts gewusst.

  5. I find it incredible and unprofessional to blame Iqbal Khan for what happened. Nice try – one time again. Looks pretty strategic to just write articles on him…

    • Wahrscheinlich hat das Herr Kahn selber geschrieben. Wir alle wissen doch, dass er als CFO mit allen Mitteln die Resultate so dargestellt hat, dass er dem VR und seinem überfordertem Chef HUM gefallen konnte. Und da waren viele Sachen, die den Grenzbereich berührt haben. Er ist so auf Geld und Karriere fixiert wie kaum ein anderer in der CS.

  6. Does anyone actually think an RM these days has any idea of what is going on in the market? Let alone how to invest? Anyone with two brain cells leaves the bank.

    Why?

    Pay is terrible. RMs are overburdened with administrative tasks. Either you find a compliant guy who doesn’t know what SMI stands for our you get an investment guy who doesn’t know what KYC stands for. Basically a 21st century RM should be a sociable, savvy investor, salesman with a knack for international tax law and a love affair with compliance and regulations capable of high workloads and performing under pressure.

    If you tick all of these boxes please apply at your local bank. The catch is the pay is getting worse than if you do any of these things individually and on top of it management asks you to sign your life away every year on different certifications that covers their ass when things go belly-up and guarantee that they will throw you under the bus when this happens.

    Who will want to do this job in a few years time?

    NOBODY. (and lunatics)

    • Let’s be honest.

      Anyone with two braincells nowadays either works in Investment Banking or in another sector entirely.

      And if we’re honest, after IB, the next most interesting job is RM. Everything after that is a mind-numbing 9-5

    • @Kelly: my point exactly. Big difference between IB role and RM is that the RM is much more personally liable though. Not just from CS policies but also international regulations (FATCA, MiFID and so on). Your name is on every email, you sign every document and certify everything.

      Basically the opposite of the old banking days when the upside (bonus) was unlimited and the downside protected (tax payer bailout / find job elsewhere in industry). I’m not saying this was better btw, it’s just a funny fact.

      And the banks (PB at least) are wondering why they hire the same boring ex-consultants that have zero imagination and no clue about finance.

  7. Apropos Schuldzuweisung:

    Im 2013 hat ein deutsches Gericht den Geschäftsleiter eines deutschen Unternehmens wegen eines unzureichenden Compliance-Systems auf Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt.

    Das Landgericht München I hat den Siemens Ex-Vorstand Heinz-Joachim Neubürger verurteilt, 15 Mio EUR an seinen früheren Arbeitgeber als Schadensersatz dafür zu bezahlen, dass er nicht dafür gesorgte hatte, dass ein funktionierendes Compliance Management System („CMS“) eingerichtet wurde (LG München I, Urteil v. 10.12.2013 – 5 HKO 1387/10).

    Mit der ganz herrschenden Meinung argumentiert das LG München I wie folgt: Zu der Leitungsaufgabe und Organisationsverantwortung des Vorstandes einer AG gehört es, nach besten Kräften dafür zu sorgen, dass das Unternehmen und seine Mitarbeiter „sämtliche Vorschriften einhalten, die das Unternehmen als Rechtssubjekt treffen“.

    ergo: Auch wenn der CS Vorstand nicht mittelbar dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass ein Berater betrügt, sind sie dennoch in ihrer leitenden Funktion zuständig, dass ein Compliance System nicht nur vorhanden ist, sondern auch wirksam.

  8. Hatte gestern ein gutes Gespräch zu dem Thema. Selbstreflektion ist das Zauberwort. Ab einer gewissen Position (beginnt schon sehr früh) geht diese verloren oder noch besser man hatte diese Fähigkeit nie besessen. Somit kann man sich seiner Schuld auch nicht bewusst sein.

  9. Also auf den Romeo lass ich nichts kommen. Das ist ein ganz feiner Kerl, der zudem mit der osteuropäischen Kultur bestens vertraut, um nicht zu sagen verheiratet, ist. Der hat bestimmt die richtigen Anweisungen gegeben. Wahrscheinlich wurde er einfach missverstanden oder aber seine Mitarbeiter haben es mal wieder verbockt, diese Dummdödel. Gehören alle rausgeschmissen, dieses unfähiges Gesindel. Aber avanti. Damit wieder Ruhe einkehrt und der Romeo sich wieder den wirklich wichtigen Dingen im Leben zuwenden kann: sich selber.

  10. Die Klage gegen die CS seitens des georgischen Premier Ministers Iwanischwili, Mitinhaber der 2 Russischen Banken “ Rossijskij Kredit“ und „Impexbank“ in der Sache steht. 2 Kunden in diesem Fall haben 70.– Milln. chf verloren, der dritte – der Premier Minister der Georgien – Hauptstadt Tbilissi ist der mehrfache Milliardär und Russe Bidzina Iwanischwili, nach Forbes ca. 7 Milliarden US$ schwer. Der Mann wurde durch die CS mit ca. 91.3 Millionen Euro erleichtert.
    Sein Vermögen schaffte Iwanischwili in der Jelzins Zeit der Russlands Privatisierungswelle. Damals kam er sogar zu Ostsibirischen Gas-und Öl Gesellschaft Russlands beinahe gratis und in der Euphorie der Perestrojka des Gorbatschews UdSSR. Später musste er an Chodorkovskij die gleiche Firma verkaufen für einige Milliarden US$. Später verkaufte Chodorkovskij die Gas-und Ölgesellschaft des Ostsibiriens an eine Russische Firma, die später an die Staats-ROSNEFT verkauft wurde und heute mehr als 1000.- Milliarden Wert ist.
    Ein Herr Bizina Iwanischwili ist ein Russe mit einem russischen Passport, ist aber in Georgien in sehr einfachen Verhältnissen aufgewachsen und heute aber besitzt er in Georgien hoch über Tbilissi, die Hauptstadt Georgiens eine futuristische Villa, von einem berühmten japanischen Architekten Sina Takamatzu gebaut auf einem 1.5 km breiten und etwa 2km langen Berg-Grundstück. Der Iwanischwili,s Einfluss ist nicht einfach zu unterschätzen, weil der Mann hat viele Freundschaften in Russland, wo er einige Betriebe am Ural besitzt, Inhaber der 2-er Banken in Moskau ist, hat in Moskau studiert und ist Absolvent des berühmten russischen Instituts – Hochschule NII in Moskau. Klickt man auf die Forbes Russland, „Residenz des Milliarders: wo lebt und arbeitet Bidzina Iwanischwili“, kann man gleich ohnmächtig werden ob die futuristische Opulenz des Gebäude Komplexes und vor allen Dingen ob die Materialisierung aus Alluminium, Glas, Granit, Luft und Wasser, umgeben mit Bergen, künstlichen Seen und sogar einem künstlich angelegten Wasserfall. In einem Aquarium, das so riesig ist, dass man tägliche Führungen für die Schulklassen machen könnte. Da schwimmen mehrere Haje unter der Aufsicht der Elektro-Rochen, was unweigerlich an einen der James Bond Filme hinweisen wolle um die Grösse und das reichtum des Oligarchen noch zu unterstreichen. Ein Mann, der nicht grösser als 1.65m misst ist der Milliardär-Oligarch aus den Russlands Jelzins Privatisierungszeit. Aber nicht nur das verpflichtet die Bankangestellte sich nur korrekt im Umgang mit ihren Kunden umzugehen. Eine Geschichte der CS wird immer unglaublicher.
    Tatsächlich kann man sagen, dass seit Abgang des Grossherren Rainer Gut aus dieser Bank, mit allen die diese Bank anschliessend führten, ist es niemandem gelungen war die Qualität der Institution auf das einwandfreie Niveau zu hieven. Man fragt sich mit welchen Methoden vergrössern die Banker ihr Eigenkapital, das heute erst nur bei 11% angekommen ist. Wie viele Storys beherbergt unsere liebe „Credit Swiss“ noch? Ist es eine Wundertüte? Gibt es denn keine automatischen Software Kontrollpunkte, die die Kapitalverschiebung bis zu einer bestimmten Höhe nicht erlauben?
    Und wer bei der Filiale haftet für solche Fälle?

  11. Der Fisch stinkt vom (Finma-)Kopf her; solange dort Leute sitzen, bei denen (angeblich?) die linke Hand nicht weiss, was die rechte tut, bleiben wir eine Bananenrepublik.

  12. Wieder Cerutti. Ich kann nur bestätigen, dass wirklich alle guten Leute gegangen sind. Warum wohl, weil Creutti nur sog. Policies schreiben liess und selber nichts zustande brachte. Es muss wiederholt gesagt werden:: Cerutti wie Rohner müssen abdanken. Wo ist der hochbezahlte Verwaltungsrat? Dieser nimmt seine Verpflichtungen nicht wahr.

    • Amen! It’s long over due for their exit. Unfortunately the harm they caused may be terminal

    • Wenn denn sein muss dann musss es halt sein, vermutlich ist es leichter was Neues zu bauen als diese morsche Bude wieder zum laufen zu bringen. Die CS hat die nicht abstreitbare Behinderung, dass sie jetzt schon mehrere Generationen von Granden hatte, die sie nicht voran gebracht haben und darauf aus waren, das Bonussystem den eigenen Interessen dienbar zu machen. Ich moechte daran erinnern, dass die CS, als sie diesen unglueckseligen Kauf der amerikanischen Investmentbank taetigte ( 20 Milliarden CHF) , dies zum Anlass nahm, einen Bonus von 3 Milliarden an einen Personkreis von ca. 1200 Mitarbeitern auszuschuetten. Die Nachwehen schmerzen noch 15 Jahre spaeter. Oder die Dougansche Bonuswoge, die sich in einem Jahr, wo es der CS nicht gut ging und auch Fehler gemacht wurden, zu 70 Millionen auftuermte. Man fragt sich, ob solche Menschen noch ruhig nachdenken koennen. Die sind durch das (gehirneigene Belohnungssystem) im Dopamin-Dauerausch und neigen hochgradig dazu, die Welt teilweise auszublenden. Unangenehme Widrigkeiten werden in die zukunft vertagt

      Im Riskmanagement zeigen sich Defizite im Urteilsvermoegen nicht am schnellsten aber, aber durch ihre Nachhaltigkeit am offensichtlichsten. Bin gespannt was noch alles an „Ueberraschungen“ hochkommt.

  13. Super Bericht……… die 3 Direktoren versuchten warscheinlich das gleiche Debakel auszulösen wie bei der UBS..Adoboli….Den Direktoren UBSst es gelungen 2 Milliarden von der UBS indirekt zu klauen mit simplen Trading Tricks.
    1:) gegenpartei sind verschiedene Offshore Banken
    2:) hinter den Offshore Banken sind die Direktoren mit Ihrem Schwarzgeldkonto wo die 2 Milliarden aufgeteilt werden ( Bank Verlust/Direktoren mit Gewinn und steuerfrei.

    Und so läuft es bei den Banken wie auch bei der Verischerungen
    (Muss immer zuerst ein Schuldiger gefunden werden, wo das Durchführt)
    Adoboli ist nach ein paar Jahren im Knast, Millionenschwer

    cheers,

  14. „The emperor has no clothes“ oder „Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht“.

    Wo bitte bleibt die Finma? Wie bereits im US Steuerstreit und anderen Rechtsfällen, wird immer alles auf „einen oder ein paar fehlbare MA“ abgeschoben und die Verantwortlichen haben von nichts gewusst, übernehmen keine Verantwortung – lassen sich aber mit dem Hinweis „grosse Verantwortung“ Jahr für Jahr grosszügig entschädigen.

    Leider wird in den Medien und bei den verantwortlichen Politikern die Tatsache, dass Top Leute von der Finma wie Patrick Raaflaub, Urs Zulauf, ehemaliger Finma Rechschef, welcher bei der CS Herrn Cerutti unterstellt ist, sowie Nina Arquint von dem ehemaligen und jeztigen Credit Suisse VRP Kielholz und Rohner in die Geschäftsleitung oder Top Management Ihrer Unternehmungen berufen wurde, zuwenig kritisch angeschaut – und nicht erkannt, dass mindestens ein gewisser Interessenkonflikt besteht. Aber solange das grösste Problem die Kurspflege der Coop Bank Aktie ist, muss man sich keine Sorgen um den Finanzplatz machen. Vielleicht wird in Zukunft dann noch EWS für den Verwaltungsrat vorgeschlagen.

    • So ist es, nur kleine (Banken) wie Coop werden bestraft oder wie VVW mit Bürokratie geknechtet.

      Wankende Titanen wie UBS und CS dagegen kommen mit Mini-Bussgeldern und einem mahnenden Zeigefinger davon.

      Der FINMA-Fisch stinkt am Kopf. Die FINMA ist voll mit überbezahlten Juristen, fotmals mit zu wenig Ahnung von der Finanzwelt – und die wenigen mit Ahnung wechseln laufend von der FIRMA zu diesen Instituten.

      Noch Fragen?

  15. Wenn eine 2.8 Mrd Busse nicht an den Stühlen dieser Flops sägt, dann ebensowenig der Russenfall 🙁

    Nebenbei, ist dieser Fall schon im Aktienkurs von 13.41 eingepreist?

  16. Dass jetzt mit AJ und nochmal mit AB abgerechnet wird ist völlig ok. Komische Manager waren das. Schlachtrösse, hahaha.

  17. Wundert das jemand ? Bei dieser Führungsspitze mit einem „angezählten“ Rohner an der Spitze der vermutlich immer noch der Meinung ist, er sei Teil der Lösung, dabei ist er das Gegenteil von Lösung, er wäre Teil der Lösung, wenn er sich endlich loslösen würde !!!

  18. Erst haben J und B einen MDR abgesetzt welcher 1’000’000 mal besser war als die beiden zusammen. Dieser Top Manager „Top“ ist hier wirklich verdient, ging dann zur Coutts und nun ist er bei der EFG. Schade dass die CS gute Manager wegjagt und die schlechten behält. By the way J und B sprechen so gut englisch, dass es an jeder Veranstaltung wo sie aufkreuzten was zum lachen gab wenn sie englisch sprachen. Hier auch wieder. Swissbanker with any knowledge of the new reality. Es bleibt spannend bei der CS.

    • Herr J – falls Sie hier mitlesen: HNWI steht für High Net Worth Individual und nicht für High Network Individual

  19. Lieber Herr Hässig, Sie lernen es wohl nie: Ab Stufe MD hat man bei der CS aus Prinzip eine weisse Weste; wird so ja auch vom VRP vorgelebt.

    Schuld sind immer nur untere Hierarchiestufen, und ganz oben kann man halt nicht alles wissen…

    Verantwortung äussert sich eben nicht in Wissen und Handlen, sondern zeigt sich ausschliesslich bei der Höhe des Bonus.

  20. Grübel hatte wenigstens den Mut, zurückzutreten – obwohl er den Adoboli-Skandal wohl überlebt hätte, wenn auch angeschlagen.
    Daran sieht man, wer was taugt im Management und wer eher nicht, sich verzweifelt an seine Pfünde klammert und jegliche Verantwortung auf Bauernopfer abschiebt.

    • Der Staatsfond von Singapur hat Grübel die Pistole auf die Brust gesetzt. Der Deutsche war klug genug um die Ansage zu verstehen: Er wurde zurückgetreten!

    • Was für ein Blödsinn. OJG hatte keine Lust mehr, sich mit dem VR über die Ausrichtung der Bank zu streiten und nahm den Adoboli Fall als willkommenen Exit.

  21. Die Gründe warum der Khan von nichts wusste, kann man nachvollziehen. Allerdings wird jetzt von ihm erwartet, das er rigoros aufräumt. Was den aaligen Romeo betrifft, dieser ist definitiv schob längst fällig. Den Ursli kann er gleich mittnehmen. Zusammen können sie ja eine eigene Kanzlei aufmachen und die bösen Medien verklagen.

    • @Scary Harry

      Da haben Sie Recht, es nimmt einen schon wunder wie das alles moeglich ist. Offenbar ist eine Grosssbank ein rechtsfreier Raum, aber warum braucht es dann Juristen? Was haben die in den entscheidenden Jahren gemacht? Ich muss immer noch schmunzeln, wenn ich mich an das Tagi Interview von Dougan erinnere, wo er in seine Arbeit resumierte und fuer sich und Abspruch „wir haben als fuehrende Bank agiert“. Treffender waere wohl gewesen, „ich habe diese Bank bananenrepublikmaessig abgezockt und die Schaeden seht ihr erst spaeter“.
      Einfach eine Katastrophe, wie diese Bank dasteht, noch dazu kommen die verschlissenen Mitarbeiter, diesen Effekt hat man oben noch gar nicht richtig registriert.

  22. Globales Banking mit wenig Ranking?

    Wie ein roter Faden zieht sich kriminelle Energie durch das Beratungs-Geschäft der Grossbank. Kaum eine Woche vergeht ohne Hiobs-Botschaften aus dem angeschlagenen Bankhaus.

    Das Ausmisten des Stall des Augias wird verschoben und verschoben, was immer mehr zum Verlust des dringend benötigten Sauerstoffs führt.

    • passt ja bestens zur Misswirtschaft der CS über die vielen Jahre unter B. Dougan: nur Eigeninteressen und Abkassieren als Ziele! Jetzt kommt die Abrechnung……

  23. Rohners Ursli und Ceruttis Romeo, zwei Juristen, die das Wort nicht verdient haben, gross abkassieren, für kaum Verantwortung übernehmen. Dass dies in einem entwickelten Land wie der Schweiz möglich ist, stimmt einen nicht gerade zuversichtlich.