Pensioniert bei der CS – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Knapp zwei Jahre nach meinem Entschluss, mich bei der Credit Suisse zum frühest möglichen Zeitpunkt pensionieren zu lassen, bereue ich den Entscheid nicht. Auch wenn ich den Fitnessraum im Uetlihof, zwei Minuten von meiner Wohnung entfernt, selbst an Wochenenden, wo er leer stehen würde, nicht benutzen darf.

In der Kantine gibt es keine Vergünstigung mehr, aber ich darf für meine Bonviva Punkte die Produkte bestellen, die auch Roger Federer begeistern. Nein, ich bin zufrieden, weil ich meine Arbeit keinem unglaubwürdigen und mutlosen Management mehr zu widmen brauche.

Meine Frühpensionierung hat eine Geschichte. Ich habe sie – wie überall empfohlen –, frühzeitig geplant und war sehr erfreut zu sehen, dass sie mit 58 möglich sein würde, so wie das die Pensionskasse der CS gestattet. Sie hat solche Anliegen sogar unterstützt, indem sie eine Überbrückungsrente beisteuerte und die Abzüge einigermassen moderat hielt. Ich würde also in der Lage sein, nach 30 Jahren IT in meinem Leben noch etwas anderes zu beginnen.

Doch dann, zwei Jahre vor meinem Termin, gleich mehrere Hiobsbotschaften. Die Kasse wechselt vom Leistungs- ins Beitragsprimat, Überbrückungsrenten werden gekürzt, die Umwandlungssätze für Frühpensionierungen werden mit der Begründung, diese zu verhindern, radikal verschlechtert. So der Originalton an einer Informationsveranstaltung. Ich wurde angewiesen, meine bereits von der Kasse bezogenen Offerten in den Eimer zu schmeissen. Wir sind im Jahr 2012 und ich musste alles neu überdenken.

Zur gleichen Zeit gab es eine Abbauwelle, mit der Giesskanne. Nach 12 Jahren Karl Landert erlebte die IT beinahe ein „Grounding“. Sein CMMI, der Versuch also, aus der IT eine Fabrik zu machen, erlitt totalen Schiffbruch. Landert ignorierte die schlichte Tatsache, dass man auch heute noch in der IT nicht einfach abstrakte Rollen zu besetzen hat, sondern ganz konkretes, handwerkliches Know-how braucht und auch erhalten muss.

Als Rettungsanker durfte sich McKinsey mit „Lean Management“ in der IT versuchen. Nachdem sich auch bei dieser Initiative ein Misserfolg abzeichnete, wurde für jedes Team jemand für den Abbau nominiert.

Ich leitete ein kleines Team von ausgezeichneten Spezialisten für 3 wichtige Applikationen, es traf einen neu ausgebildeten, bereits gut eingearbeiteten und integrierten jungen Hochschulabsolventen. Die CS bezahlte gerade in den USA ihre Busse wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. So wie ich waren viele frustriert und demotiviert.

Die unter 55-Jährigen, die abgebaut wurden, kamen in einen Pool und durften ein halbes Jahr bei vollem Lohn eine neue Stelle suchen, den über 55-Jährigen wurde nach einer Tragbarkeitsrechnung das Pensionskassengeld bis 63 (damals das offizielle Pensionsalter bei der CS) geschenkt, und man schickte sie in den Ruhestand.

Ich sah meine Chance und habe mich anstatt des jungen Talentes für den Abbau vorgeschlagen. „Niet“, hiess es nur. Nachdem ich einige überflüssige Test- und Qualitymanager, die in den Genuss einer bezahlten Frühpensionierung kamen, frohlocken sah und ich gleichzeitig als Fachkraft und Applikationsspezialist eine grosse Softwareumstellung zu bewerkstelligen hatte, begann ich meine Frustration zu eskalieren.

Nur wohin? Zum HR nach Polen? Von dort bekam ich ein „Ticket“. Mit diesem konnte ich mir vom Kassenspezialisten die Regeln des Abbaus erklären lassen. Deren wichtigste sei: Nur Stellen, die definitiv gestrichen würden, dürfen abgebaut werden. Ich konnte ihm gleich ein perfektes Gegenbeispiel von einem „nur“ Teamchef geben, der in eine bezahlte Frühpensionierung geschickt wurde, dessen Stelle aber nicht gestrichen wurde. Dafür sei er nicht zuständig, meinte der Kollege.

Nun eskalierte ich zu unserem „Management Director“, der als Höhepunkt unseres Gespräches sagte: „Wenn es ihnen nicht passt, können sie ja gehen.“ Ich habe umgehend meine Frühpensionierung eingeleitet, die ich mir nur darum leisten kann, weil ich mir durch eine nochmalige Reduktion der Rente eine sogenannte „Überbrückungsrente“ bis 65 finanziere.

Ich darf mich damit glücklich schätzen. Von den neuesten Hiobsbotschaften der CS Pensionskasse erfuhr ich wie viele zuerst aus dem Beitrag von IP vom 1. Februar. War der „Zustupf“ der Kasse für Überbrückungsrenten bei mir schon stark reduziert, fällt er nun völlig weg. Im offiziellen Schreiben der Kasse, das ich dann im Laufe des Februars bekam, heisst es nur: „Änderung bei der AHV Überbrückungsrente“.

Die Attacke des neuen Reglements gilt den Renten. Die werden mit der Heraufsetzung des Pensionsalters von 63 auf 65 schlagartig um 2 Jahre verschlechtert. Mit der weiteren Reduktion der Umwandlungssätze werden Frühpensionierungen für „normale“ Angestellte wohl völlig unmöglich gemacht.

Ich würde Pensionswilligen heute den Kapitalbezug empfehlen, der vor 2 Jahren noch sehr schwierig war, im neuen Reglement aber erleichtert wird, da es im Schreiben heisst: „Erweiterte Kapitalbezugsmöglichkeiten bei der Pensionierung“. Das vorhandene Kapital kann schlechter verzinst, aber nicht wie die Renten gekürzt werden. Das wäre dann Diebstahl.

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35 Kommentare zu “Pensioniert bei der CS – ein persönlicher Erfahrungsbericht

  1. Da hatte ich ja sehr Glück gehabt mit meinem Schicksal und meiner Pensionierung vor etwa 12 Jahren. Als Informatikarchitekt wehrte ich mich gegen unethisches Verhalten eines von der UBS übernommenen ‚Spezialisten‘, der einen ca. 40-seitigen Report ohne einen einzigen eigenen Satz abschnittsweise aus einem Fachbuch zusammenkopiert hatte. Ich wurde daraufhin bei vollem Gehalt de facto während 1 1/2 Jahren freigestellt, was ich dazu benutzte als vermutlich bestbezahlter Student an der Uni Zürich Neuropsychologie zu studieren. Nachdem ich dann bei vollem Ausgleich zur Vermeidung von Rentenkürzung frühpensioniert wurde, fand ich als diplomierter ETH-Mathematiker meinen Weg in die Wissenschaft als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Genforschung im Functional Genomic Center der ETH/UZH, ein Sahnehäubchen als Abschluss meiner vielfältigen Berufslaufbahn. Den Kürteil meiner Verbindung zur CS – ‚Pflichtteil‘ ist ja das Rentnersein 😉 – pflege ich, indem ich vom nahegelegenen psychologischen Institut der Uni her, wo ich an meinem neurowissenschaftlichen Doktorat arbeite, preiswert zu Mittag esse. Ich bin ganz zufrieden mit meinem Schicksal. Und damit ichs nicht vergesse – ich werde im Sommer 69 😉

  2. Lieber Toni
    Das war eine Schreibübung, gäll? Was ist passiert? Realität ist, dass unsere Ansprüche (auch ich war bei CS) zu hoch waren. Abschaffung Leistungsprimat war zu erwarten, oder? Senkung Umwandlungssatz auch, oder? BVK beschreitet denselben Weg. Ich begreife den Frust eines Betroffenen schon, jedoch stört mich das Gejammer, wenn man mit der Situation in der „Industrie“ vergleicht. Entspanne Dich und freu Dich an allem, was Dir finanziert wurde.

  3. Herr Toni Saller, für jemanden der in den frühen 80ern Ethnologie und Soziologie studiert hat und eine „6-monatige ethnologische Feldforschung zum Thema Fussball in Argentinien“ (1978) geniessen konnte, haben Sie doch Glück gehabt in Ihrem Leben … Zumindest haben Sie sich wie viele der Generation und ähnlicher Studienrichtung sich gut durchschlängeln können …
    Spontan kommt mir der fabelhafte „Finanzexperte“ Marco Curti (ex-Researchleiter/CIO der ZKB) in den Sinn mit ähnlichem Background. Mit Knall (und zurecht wenn auch zu spät) in die Frühpensionierung abgeschoben (insideparadeplatz berichtete) …
    Auch er war überzeut vor allem ein brillianter Texter zu sein … und ist immer wieder mit abgedroschenen und/oder bizarren Metaphern aufgefallen … Viele Gemeinsamkeiten …

  4. Ich denke, dass es bei der CS per Ende dieses Jahres einen Exodus geben wird. Jeder, der kurz von seinem 63. Geburtstag steht, muss sich ernsthaft überlegen, ober er im 2017 noch Angestellter der CS sein will. Der Schaden, der durch die „PK-technisch erzwungenen“ Abgänge angerichtet wird (Wissensverlust) ist gerade in der Zeit, in welcher sich die Bank aufsplittet und der Schweizer Teil an die Börse gehen will, ein Desaster. Das alles, weil die Manager nur noch Head Count zählen und sich nicht überlegen, was zum Ueberleben der Bank wichtig wäre.

  5. Danke für den Einblick in deine Geschichte Toni. Auch ich habe mich mit 58 im 2014 für die freiwillige Frühpensionierung bei der CS entschieden. Auch mir war dies nur möglich, weil ich vorher über Jahre freiwillig in die PK eingezahlt habe. Auch ich musste mir von 58 – 63 eine 1/2 AHV Überbrückungsrente kaufen, da diese kurz vorher abgeschaft wurde.
    Auch wenn ich nicht super gut verdient habe, reicht die Rente zum Leben. Die Tatsache, dass ich die endlosen Schadensmeldungen der CS aus der Ferne beobachten kann, ist ein unschätzbarer Qualitätsgewinn, den man mit Geld nicht aufwiegen kann.
    Ich wünsche Dir viele glückliche, gesunde und unbeschwerte Rentnerjahre. Äs chunt scho guet.

    • Haben Sie sich in den Jahren vor 58 eine 1/2 AHV-Überbrückungsrente gekauft? Wann wurde diese denn abgeschafft, dass Sie diese Rente einkaufen „mussten“?

    • Ich musste mir 2014 mit 58 eine 1/2 AHV Rente bis zum ordentlichen CS Rentenalter 63 kaufen. Ab 63 gibts dann die ordentliche Überbrückungsrente bis 65 von der PK.
      Wenn ich mit richtig erinnere gabs bis 2012 oder 13 im Reglement bei vorzeitigem Ruhestand die Wahlmöglichkeit 1/2 ab 58 oder 1/1 ab 63.

    • Privilegierte Banker! Zum Glück müssen die AHV-Beiträge bis 65 von diesen noch selber bezahlt werden.

  6. Sehr geehrter Herr Saller,
    da ich gerade auf der Suche nach einem Mitstreiter für mein Geschäftsmodell bin, hätte ich mich gerne mit Ihnen zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Da wir uns auf die Durchsetzung von Erstattungsansprüchen (Vertriebsentschädigungen/Retros) gegen Banken spezialisisert haben, könnten wir Ihre Expertise gut gebrauchen. Wie können wir in Kontakt treten?

    • Grüezi Herr Notz, selbstverständlich. Ich bin kein Experte, mein Beitrag war ein persönlicher Erfahrungsbericht, ich würde mich aber freuen, zu ihrem Vorhaben etwas beisteuern zu können. Mein e:mail: tonisaller@hotmail.com
      Beste Grüsse
      Toni Saller

  7. Sehr geehrter Herr Saller,
    an Ihren ganz persönlichen Beispiel sieht man deutlich, dass die verantwortlichen Versicherungskonzerne, (einschliesslich Rückversicherer, Banken und andere Finanzdienstleister), und Politiker den kommenden Zusammenbruch dieses Systems bereits erwarten, denn die dafür erforderlichen Gesetze existieren schon heute oder sind in Vorbereitung (Stichwort: Altersreform 2020). Kapitalgedeckte Produkte wie 2.e und 3.e Säule kann man als Trickbetrug bezeichnen, bei dem Versicherer, Medien, Politiker (und demnächst Justiz) gemeinsame Sache machen. Das zentrale Argument von Politik und Versicherungsbranche ist die Überalterung der Gesellschaft. Es werden wissenschaftliche Studien produziert, welche von Lobbyorganisationen und geldgesteuerten Medien lanciert wer­den.

    Wer sich aber informiert wird schnell feststellen, dass mit demografischen Kenngrößen die Wirklichkeit nicht zu erfassen ist. Einzig entscheidend ist, wie viele Menschen an der wirtschaftlichen Wertschöpfung beteiligt werden und wie die Wertschöpfung auf die Beteiligten verteilt wird (AHV und Steuergesetze) und, ob die 2.e Säule kein El dorado für Stiftungsräte und angeschlossener Bürokratie (Treuhand, Anwälte, Assekuranzbroker, Professoren), usw. wird und transparent und nachhaltig reformiert wird. Bei der Rentendebatte geht es im Kern um Verteilungsgerechtigkeit, nicht um demografische Probleme.

    Da ist ein rechtsfreier Raum entstanden. Leider sind in unserem Land die Schlafmenschen das grösste aller Probleme. Unser angeblicher Rechtsstaat ist längst abgeschafft und Rechtssicherheit besteht nicht mehr. Keine Auffanggesellschaft oder Sicherheitsfrond wird diese Probleme lösen können.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute.

    • 100% mit ihnen einverstanden. Sie sagen ‚objektiv‘ um einiges besser, was ich mit meinem persönlichen Bericht auszudrücken versuchte.
      Merci vielmal und beste Grüsse
      Toni Saller

  8. „Abbauwelle, mit der Giesskanne“

    Nicht ganz geglückt, die Metapher(n)… man sollte sich das mal bildlich vorstellen. Oder b-schreiben…

    • Sehr fein beobachtet. Darf ich raten: Sie sind pensioniert und betreiben ein Schreibbüro! Vielleicht können wir kooperieren, ich suche nämlich schon lange ein kompetentes Lektorat. Bitte melden sie sich auf tonisaller@hotmail.com Danke

    • Warum? Bei anderen PK wurde der Wechsel auch erst in den letzten 5 – 10 Jahren vollzogen. Vorbei sind die goldenen Zeiten. Gehöre leider (auch) nicht zu den Privilegierten. Die von der Umstellung Betroffenen sind die Gelackmeierten. Feste Grössen unter dem Leistungsprimat sind einer ungewissen Zukunft unter dem Beitragsprimat gewichen.

  9. In welcher Wattentraumwelt leben Sie? Das ist doch alles traumhaft schön was Sie hier mit der CS erlebt haben. In der Realindustrie, in einer nicht börsenkottierten Industriefirma läuft das so ab, dass Sie nach 22 Jahren im obersten Kader mit 62 gekündigt werden. Wenn sie eine kleine Abfindung wollen, dann müssen sie einen Vertrag unterschreiben, dass sie sich nicht krank melden. Dann werden sie der Allgemeinheit, sprich Arbeitslosenversicherung überlassen. Sonst gibt es NICHTS.

  10. Hören Sie mal irgendjemand muss die millionenhohen Frührenten des CS Managements zahlen, also jammern Sie nicht. Nachdem einer Manager ja millionenhohe Bezpge hat, kann man nicht verlangen,dass er selber Vorsorge trifft. Raffen ist Trumpf!

  11. Auch ich habe mich frühpensioniert – auf eigene Rechnung. Wie das geht? Kein Auto (nein, bin politisch nicht grün sondern farblos), schon gar kein SUV oder sonst eine solche Karre für Ego-gestörte. Restaurantbesuche waren und sind nicht ein Automatismus. Stets teuer Klamotten? Fehlanzeige. Gut ausgebildete Kinder leben auf eigenen Füssen.
    Ich klage nicht sondern geniesse meine Freiheiten – und, ja ich will es sagen, die zahlreichen griesgrämigen, traurigen Gesichter am Morgen früh.
    Message klar?

  12. CMMI ? hat das nicht Brigitte Ross eingeführt ? Hat wohl eine befriedigendere und nachhaltigere Aufgabe gefunden: http://www.jamailah.com/schweiz/
    Nach CMMI hat sich auch die ganze Agile/Scrum Madness bei der CS ausgebreitet. Warum fallen die Manger immer auf solchen Methoden-Hype rein ? Informatik ist immer noch eine Ingenieurskunst: „you can’t replace experience and know how by methodology“

    • Das Problem in der CS IT sind heute immer noch die vielen Berater und die wenigen, die etwas von der Sache verstehen. Zu viele nordische Hochschulabsolventen mit schwarzen Anzügen und Kravatten, zu wenige, die sich das notwendige Know How von der Pike auf angeeignet haben. Zu viele Schwätzer, zu wenige Leistungsbringer. Die Liste könnte endlos weitergeführt werden.

  13. Mir kommen die Tränen. Während in allen anderen Industrien längst Pensionsalter 65 und das Beitragsprimat eine Selbstverständlichkeit sind, heulen sich die CS-Jungs gegenseitig ans Revers, wenn sie nicht von selbst bei voller Leistung frühpensioniert werden und das Fitnessstudio wie alle anderen Büger selbst berappen müssen. Wake up boys!

    • Das Heulen ist nur relativ und weil es hier generell nur um die Finanzindustrie geht. Ich finde ja auch, dass die harten Jungs in wirklich anstrengenden Berufen bessere Bedingungen haben sollten wie die ansonsten schon überbezahlten Banker! Und dazu eine Einheitskasse, damit wir nicht hunderte Pensionskassen Direktoren und Administratoren unterhalten müssen. Aber das ist so illusorisch in der Schweiz wie die Einheitskasse in der Krankenversicherung!

    • Ich finde Ihre Sichtweise sehr eingeschränkt. Es geht hier um eine Tendenz, nämlich auf Kosten der Arbeitnehmenden Einsparungen oder sogenannte „Effizienz“ zu betreiben. Gleichzeitig wird Scharlatanerie auf der obersten Etage betrieben, die Milliarden kostet, direkt (Firmenkasse) wie indirekt (gesellschaftlich bis global). Da müssen Sie sicher nicht auf noch schlechtere Arbeitsbedingungen in anderen Sektoren verweisen, um das zu rechtfertigen, sondern wir sollten die Weitsicht und den Gemeinsinn haben, gegen solch neoliberales Management-Gehabe einzustehen. Ich bin kein ITler, habe aber einige Spezialisten in meinem Umfeld und kenne unter diesen keinen, der nicht für bessere Arbeitsbedingungen in den anderen Sektoren wäre. Wer also aufwachsen sollte sind Sie, denn Sie denken im Sinne derjenigen, von denen Sie wohl selbst ausgebeutet werden, sehr „unabhängig“ durchdacht.

  14. All my sympathy for Toni Saller. A shame!

    Ein historischer Blick zurück ins Jahr 2004: Erst 12 Jahre her. Damals konnte man noch mit 55 gehen, die Überbrückungsrente wurde für 10 Jahre übernommen, der Umwandlungssatz war 7.2 und die CS hat erst noch 50% der nötigen Einkaufssumme übernommen.

    Die CS Welt hat es anscheinend in der Zwischezeit punkto Personalzufriedenheit weit gebracht. Vor allem in Sachen Compensation, Boni etc. fürs höhere Management. Ich erwarte eigentlich sozusagen stündlich, dass man den Pensionierten die REKA Checks streicht, weil mit dieser Massnahme die Bank vielleicht doch noch gerettet werden kann.

    • Bitte zurück zur Realität. Das ist alles heulen auf sehr hohem Niveau. Banker hatten immer tolle Löhne (auch das Fussvolk). Die frühzeitigen Pensionierungen können sich nur Berufsgattungen mit top Pensionskassen leisten. Ein wenig Planung und Selbstvorsorge tot halt auch Not. Alle Arbeitenehmer in Berufen, wo es nur das gesetzliche Minimum gibt, die dürften reklamieren, das ist unverschämt. So tiefe Pensionen sind unsozial (Coiffeurte, Verkaufspersonal, Chauffeure etc.). Und die arbeiten definitiv nicht weniger als die Bürolisten.

    • @Banker a.D.
      Wo ist der „DO NOT LIKE BUTTON“?
      Den würde ich Ihnen @Banker a.D. gerne für Ihren Kommentar verteilen.
      Sie haben auch noch nicht geschnallt, dass das Fussfolk miserable Bedinungen hat, seit Jahren keine Anpassungen und von Lohnerhöhungen und Boni redden wir schon gar nicht. Und eines soll Ihnen gesagt sein, wer schon 3x wegen Umstrukturierungen, Stellenabbau und Rezession auf der Strasse stand, der hatte nicht viel Gelegenheit die Selbstvorsorge zu Planen, da er ums Überleben kämpfte.
      Also ist Ihr Kommentar so was von DANEBEN!

    • Generationengerechtigkeit

      Wo soll das Geld für die Renten herkommen? Magere Renditen und die immer höhere Lebenserwartung machen es der Pensionskasse schwer, ihre früheren Rentenannahmen (konkrete Renten wurden nie versprochen, übrigens) zu halten. Nun kann man entweder alles beim Alten lassen, und die jüngeren Beitragszahler bluten lassen, oder man kann handeln, wie es die CS Pensionskasse getan hat. Höheres Pensionsalter und niedrigerer Zinssatz trifft vor allem die Jungen, niedrigerer Umwandlungssatz alle (wobei es Übergangsfristen für bald Pensionierte gibt).

      Ich kann nicht erkennen, was daran unfair oder „Rentendiebstahl“ wäre. Von Nichts kommt leider Nichts, und mir erscheinen die Reformen ein gerechter Beitrag aller.

      Zu guter Letzt ein Reality Check innerhalb der Bankbranche – ausserhalb der Grossbanken müsse Mitarbeiter >55J damit rechnen, ca. 1/3 weniger an jährlichen Arbeitgeberbeiträgen zur PK zu erhalten.

    • @AlleinCH Danke, sind auch jeweils meine Gedanken, wenn wieder von den „Durchschnittslöhnen der Banker“ gesprochen wird. Seit 15 Jahren ist mein Jahreseinkommen im Sinkflug: Der kleine Bonus sinkt und sinkt, ist schon lange in Regionen weit unter einem 13. Monatslohn; das Grundgehalt selber ist „stabil“ – also vom Betrag her zumindest, nicht aber von der Kaufkraft. Dann der Verlust durch den Primatwechsel. Jetzt noch die schriftliche Benachrichtigung über einen Umwandlungssatz von 4,086…..und im Bekanntenkreis wird man sowieso nur noch angemacht, wenn der Arbeitgeber erwähnt wird. Motivierend, odr?