Liebe Wirtschaftsinteressierte, liebe Copines und Copains

Im Zusammenhang mit dem Skandal der Firma Mossack & Fonseca in Panama gab es eine Flut von Meinungen zum Thema Offshore-Geschäfte. Das mit Abstand Dümmste und Entlarvendste hat unser neuer Finanzminister Ueli Maurer im Blick gesagt. Offshore sei Ok, denn: „Die reichen Leute bezahlen viel mehr Steuern als ich. Ich bin nicht reich – und ohne Reiche müsste ich mehr Steuern bezahlen.“ Da kann man nur noch sagen: Gute Nacht, Herr Maurer. Bitte die Lichter löschen.

Logischerweise zahlen die Reichen mehr Steuern, weil sie auch viel mehr Geld verdienen und viel mehr Vermögen besitzen. Dass man die Möglichkeit für Offshore-Plätze fuer richtig Reiche schaffen muss, ist eine Frechheit und eine groteske Fehlleistung seitens des Finanzministers. Er plädiert im übertragenen Sinn für Steueroptimierung, die da einzig heisst: Steuerhinterziehung. Im Ausland. Anstelle diese Praktiken zu bekämpfen, findet er diese Steuerhinterziehungsmöglichkeiten noch richtig gut. Und lobt deren Existenz. Einmalig.

Würden die Reichen ihr Einkommen und Vermögen nicht in Steueroasen verlegen können, müsste auch der Finanzminister Maurer viel weniger Steuern bezahlen. Der Welt gehen durch Steuerhinterziehung pro Jahr geschätzte 200 Milliarden Dollar verloren. Darunter leiden vor allem die Entwicklungsländer, aber auch der Schweiz kommen dadurch einige Milliarden an Steuern abhanden.

Maurer spricht sich gegen das Moralisieren und gegen die Regelungsdichte aus. Es geht bei der Steuerhinterziehung aber nicht um Moral, sondern um die Bekämpfung eines strafbaren Deliktes. Dass der SVP-Finanzminister bei der Wirtschaft und bei den Steuern keinen Bedarf für mehr Kontrollen sieht, entspricht dem Credo der SVP in Sachen Förderung des Turbokapitalismus nach dem Strickmuster des patenten Herrn Blocher.

Bei ihm heisst es: Freie Fahrt dem Unternehmertum. Was dies für die Mehrheit der Bevölkerung bedeutet, die nicht in einem feudalen Landhaussitz über Steueroptimierung nachsinnen kann, wissen wir alle. Interessant ist, dass die gleiche SVP bei fast allen anderen Fragen ausser der Wirtschaft einen hohen Regulierungsbedarf sieht und nicht müde wird zu moralisieren.

Ich empfehle allen, einige Zeilen im erweiterten Parteiblatt der SVP, der Weltwoche, zu lesen. Das Wochenmagazin trieft vor Moral. Diesbezüglich fast schon schwülstig. Wir kennen den Zeigefinger von Herrn Blocher, der uns mit seinen unablässigen und nicht gerufenen Belehrungen eines Besseren belehren möchte. Unerträglich notabene.

Für Steuerhinterziehung braucht es kriminelle Energie. Stimmt. Dass man im höchst dubiosen Offshore-Geschäft immer eine Lücke dafür finden kann, stimmt gleichfalls. Er empfiehlt aber umgekehrt, solche Möglichkeiten für Superreiche zu schaffen. Ein einmaliger Spagat eines Finanzministers und ein Offenbarungseid der Sonderklasse.

Dem Denken von Maurer fehlt jegliche Logik. Maurer schiesst als ehemaliger Sportminister ein wunderbares Eigengoal. Er entlarvt sich als typischer SVP-Parteisoldat, dem man unverzüglich das Finanzministerium entziehen müsste. Kein Land braucht einen Finanzminister, der nicht in der Lage ist, kohärent zu denken und zu handeln. Und Steuerhinterziehung für die Superreichen noch irgendwie gut findet und ein Zweiklassenystem einführen möchte: eines für Superreiche und eines für den Normalbürger, der brav die Steuern bezahlen soll.

Steueroptimierung heisst in diesen vermögenden Kreisen weitestgehend Steuerhinterziehung. „Legal“ natürlich. Wie in Panama eben.

Denkt man die Logik von Maurer zu Ende, dann müssen wir als eidgenössische Normalbürger den Superreichen eigentlich noch dankbar sein, dass sie irgendwo und irgendwie überhaupt ein bisschen Steuern bezahlen. Dankeschön, Herr Maurer, Sie sind ein eigentlicher Prachtskerl.

Kommentare

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  1. update 2017 – die Panama-Papers-Journalisten haben soeben den Pulitzer-Preis gewonnen.

    Um das für alle, die es nicht wissen, deutlich zu machen – dieser Preis ist, in aller Klarheit ausgedrückt, einen Dreck wert.

    Derjenige, nach dem dieser Preis benannt ist, hat die fake news im Zeitungsgewebe erfunden – er hat mit selbigen den Spanisch-Amerikanischen Krieg geschürt u. sich dabei bis an die Kinnlade bereichert – dank Grossauflage seiner Horrormärchen. Einfach mal googlen, wer das nicht glaubt.

    Was für ein schöne Ironie, was für ein Treppenwitz der Geschichte, nicht wahr ?

    Was heutzutage daher notwendig wäre, um die Lügenpresse, zuvorderst die 3 globalen Nachrichtenagenturen, endlich wieder einmal Richtung Wahrheit bzw. halbwegs Objektivität zu bringen, wäre:

    – In den USA die Wiedereinführung der „Fairness Doktrin“, die Journalisten wie Verleger per Gesetz einst verpflichtet, auch konträre Meinungen zu einem Thema abzudrucken. Und das in einer „honest, equitable, and balanced“ Weise !

    Ursprünglich eingeführt 1949, de facto beseitigt 1987, formell aus allen Gesetzestexten eliminiert 2011.

    – Und im Rest der Welt die „Charta von München“ rechtlich endlich durchzusetzen, die Journalisten nicht nur vorgibt, nur Informationen veröffentlichen, deren Ursprung bekannt ist, sondern auch KEINE WICHTIGEN INFORMATIONEN ZU UNTERSCHLAGEN, und die TEXTE UND DOKUMENTE NICHT ZU MANIPULIEREN !

    So einfach wäre es, wieder eine anständige und austarierte Presse zu bekommen.

    Aber nein, ich übersah ja völlig – das würde sich am Ende ja gegen unsere Parteien / ReGIERungen / Zentralbanken / Investmentbanker bis hin zu Staatsanwälten & Richter wenden..

    Ja, dann, lassen wir unsere Presse einfach weiter manipulieren, erfinden, hetzen.

    Ausser, dass am Ende keiner mehr das Zeugs lesen will. Womit der Markt mal wieder regelt, wozu die Verantwortlichen selber offenkundig nicht fähig sind..

  2. Nehmen wir an, es gäbe keine Steuerhinterziehung: Die Steuern würden sofort weiter ansteigen.
    Jeder korrupte Politiker (wobei der Begriff „Korrupter Politiker“ schon fast einem „Weissen Schimmel“ gleicht) hat unendlich „Sinnvolle Projekte“, für die er zwecks eigener Bereicherung und Generierung von Wählerstimmen gerne Steuergelder verschwendet.
    Bei einigen Politikern sind es unsinnige Landwirtschaftssubventionen, bei anderen ein völlig ausser Rand und Band geratener und ineffizienter Sozialstaat, wieder Andere schanzen gerne ihren Freunden Subventionen für „Erneuerbare Energien“ zu. Am ehrlichsten sind noch jene, die gleich direkt über Scheinfirmen, Verwaltungsratsmandate und „Couverts“ abkassieren.
    Leider habe ich keine Möglichkeit, Steuern zu hinterziehen. Wäre es mir möglich, dann würde ich das sofort tun – aus moralischen Gründen. Steuergelder helfen ja leider vor allem korrupten Politikern und ihren Hintermännern (egal ob Scheininvalide, Bauer, „Flüchtling“ oder Fauler Beamter)
    ein schönes Leben auf Kosten der kleinen Minderheit, die in diesem Land noch produktiv arbeitet, zu machen.

    • Warum müssen Sie sich mit fremden Federn schmücken und gleich noch das Pseudonym Ihres Kontrahenten „Fred“ klauen? – Schätzen Sie die Leser-community auf IP so blöd ein, dass die Ihre plumpe Taktik nicht durchschauen?

      Zu Ihrem Kommentar:
      Tönt als ob Sie Steuerhinterziehung als Menschenrecht darstellen. Unter diesem Titel hat der weiter unten kommentierende Herr Dr. Ott auch schon einen Kommentar auf IP zum besten gegeben; den kennen Sie wahrscheinlich sehr gut… oder?

      Sie schreiben:“ Leider habe ich keine Möglichkeit, Steuern zu hinterziehen. Wäre es mir möglich, dann würde ich das sofort tun – aus moralischen Gründen.“ Wie bemitleidenswert sind Sie ob soviel spiessbürgerlicher Doppelmoral!

    • Steuerhinterziehung ist die Notwehr des Steuerzahlers gegen korrupte Politiker und einen korrupten Staat!
      Man muss sich nur die Meldungen der letzten zwei Jahre aus bern zu Gemüte führen um zu erkennen welch ein „Selbstbedienungsladen“ die Schweiz geworden ist.
      Korrupte Politiker und Beamte nehmen den Staat wie eine „Weihnachtsgans“ aus und werden anschliessend mit horrenden Abgangsentschädigungen in den Ruhestand abgeschoben oder in einem anderen Departement weiterbeschäftigt. Herr Blattmann erhält als „Rentenausgleich“ einen höheren Betrag als ich in 40 Jahren Arbeit in der PK angespart habe!
      Darum nochmals: Steuerhinterziehung ist das Notwehrrecht des Steuerzahlers gegen einen unersättlichen Staat!

    • @ SirGalahad (just to remind: Sirs sind Ehrenmänner)

      Sie postulieren Steuerhinterziehung als „Notwehr des Steuerzahlers“:

      Wissen Sie, wer Ihre geprellte Steuerzeche oder anders gesagt Ihren Steuerausfall in diesem Fall bezahlt: Der Mittelstand.

      Der Mittelstand hat keine Möglichkeit, via Trust, Stiftungen und andere Vehikel „legal“ Steuern zu hinterziehen.

      Für solche Konstrukte braucht es ein Grundvermögen, das mehrere Millionen CHF beträgt.

      Für kleinere Beträge lohnt sich dies nicht, weil die Kosten der Trust-Errichtung, bzw. Stiftungserrichtung (einmalig) und der jährlich wiederkehrenden „Versteckgebühr“ (analog Schweigegeld für dubiose Anwaltskanzleien in Bananenrepubliken) so hoch sind, dass sie eine allfällige Steuerersparnis auffressen. Also ein Nullsummenspiel für Mittelständler mit bescheidenem Vermögen.

      Daher:
      sorgen Sie dafür, dass Ihre sog. Mittelstandspartei unter Anführung von Bundesrat Maurer endlich dafür sorgt, dass dem Mittelstand nicht immer mehr Steuern aufgebürdet werden, um dadurch den Steuerausfall Ihrer „Saubermann-Millionäre“ zu decken!

      Alles andere ist feige und purer Opportunismus.!

    • @Doppelmoral: Ihre Naivität bzgl. Steuern in Ehren, aber was Sie berechtigt, über andere solche Urteile zu fällen, sehe ich nicht!

      Gehen Sie doch mal auf admin.ch und suchen Sie dort nach den Wachtumszahlen in diversen Bereichen des helvetischen Haushalts. Landwirtschaft und Militär, das kann ich Ihnen versichern, haben Wachstumsraten, die sich mit denen der Wirtschaft vergleichen lassen.
      Sofern Sie bereit sind, Ihre rosa Gutmenschenbrille für einen Moment abzulegen, werden Sie dagegen feststellen, dass es keinen Bereich der Privatwirtschaft gibt (und die bezahlt die Löhne, welche wiederum die Steuern ergeben!), der auch nur annähernd in einer Grössenordnung gewachsen ist, wie das Kultur, Entwicklungshilfe, Bundesamt-Personalbestand oder Sozialwesen getan haben!
      Dass es langfristig nicht gutgehen kann, wenn Ihre Frau mehr ausgibt, als Sie heimbringen, müsste auch Ihnen einleuchten. Trotzdem scheinen sich unsere Politiker an solch banale Regeln nicht halten zu müssen, wenn ich die naked facts im Bundeshaushalt sehe!
      Wenn Fred also sagt, er würde aus moralischer Sicht sofort Steuern hinterziehen, hat er dafür seine guten Gründe.
      Wenn SirGalahad sich ebenfalls wehren will gegen einen überbordenden Staat, hat er dafür nicht nur gute moralische Gründe, sondern auch die nackten Zahlen, die ihm eine valable Position verleihen.
      Nur weil Sie die Realität noch nicht in Ihren Kokon haben eindringen lassen, brauchen Sie nicht beleidigend zu werden – Sie wissen doch: fehlen die Argumente, holt man die Keule!
      Oder man geifert, wie „rücktritt unumgänglich“ und -etwas weniger- Freigeist. Schade.

    • @ r. ealist

      Sie sind ein weltfremder i. dealist!

      Dann sorgen Sie doch dafür, dass via politischer Prozess das Ausgabenverhalten des Staates Ihren Wunschvorstellungen entspricht.

      Sie stehlen sich so einfach aus der Verantwortung als Bürger und lassen die andern dafür bezahlen. Dabei sind Sie in guter Gesellschaft mit all jenen Nein-Sagern, die von diesem Staat profitieren, jedoch Ihren Teil nicht dazu beitragen. Sorgen Sie dafür, dass das Sünneli über dem Schweizerland erstrahlt!

    • @Doppelmoral
      Ich bitte Sie, mal tief durchzuatmen. Seit einigen Jahren kommentiere ich sporadisch unter diesem Pseudonym, schlicht weil dies ein Bezug zu meinem Namen aufweist.
      Wenn andere das gleiche Pseudonym nutzen: Mir egal, damit kann ich leben.
      Und zu ihrem Hinweis: Steuerheinterziehung ist kein Menschenrecht. Aber jeder Bürger hat das Recht, sich gegen ungerechte Besteuerung, die ihn ohne wirkliche Gegenleistung ausplündert, mit allen Mitteln zur Wehr zu setzen. Darum wurden auch die USA oder auch die Schweiz gegründet.
      Vor 200 Jahren hätte man einem Steuereintreiber, der den Bürgern wie heute in Frankreicht 55% der Einnahmen wegnimmt und nachher noch mit indirekten Steuern piesakt, schlicht (und aus meiner Sicht völlig zu Recht) den Schädel eingeschlagen und seinen Herrn aufgeknüpft.
      Nun leben wir heute in einer friedlicheren Welt, was sehr viele Vorteile hat. Trotzdem braucht es Korrekturmechanismen, weil der Raubritter und sein parasitäres Gefolge auch heute noch im Geschäft ist (heute unter dem Begriff „Politiker“ bekannt). Und dies ist halt die Steuerhinterziehung.

    • Galahad: dann ziehen sie doch bitte (z.B.) in ein afrikanisches Land. Dort werden sie keine Steuern zahlen, aber auch von keiner nennenswerten staatlichen Infrastruktur profitieren können.
      Stattdessen nuttzen sie sicherlich die Schweizer Infrastruktur (Schulen, Universitäten, Verkehr, Gesundheit etc.), die die doofen Steuerzahler für sich (mit)bezahlen. Menschen wie sie sind einfach widerlich.

    • @doppelmoral:
      wir wissen jetzt:
      a) ich stehle mich aus der verantwortung
      b) ich lasse andere bezahlen
      c) ich profitiere vom staat
      d) ich trage (wie andere) nichts zur gesellschaft bei
      ergo – bin ich idealist…?!?

      Sie belustigen mich! sind Sie sicher, dass Sie nicht dadaist sind?

    • Sehr geehrter Herr Dr. Ott

      Tief durchatmen ist immer gut. Einfach nicht hyperventilieren, sonst kommen böse Gedanken zum Steuervogt auf wie das Fred (the one and only) so treffend hier unten beschreibt.

      Wenn Sie möchten, dass das staatlich verordnete Raubrittertum eine Korrektur erfährt, dann sollten Sie dies auch auf dem politischen Parket kund tun , z.B. als Key Note Speaker immer und immer wieder. Denn nur so kommt gelegentlich auch der Mittelstand in den Genuss einer Steuerbefreiung, und Sie müssen dann nicht zu komplizierten und kostspieligen Finanzkonstruktionen in zwar interessanten, jedoch instabilen Ländern, Zuflucht nehmen.

    • @ Doppelmoral

      Selbst wenn Sie hier den Moralisten Anderen ggü. spielen sollten/wollten, sollten Sie wenigstens bei den Fakten bleiben:

      Der Autor des Titels war LH, ich habe lediglich mitkommentiert.

      Und meine Argumente gegen Direktsteuern wie gegen die Doppelmoral der USA, dem aktuellen Steuerhinterziehungsparadies par excellence, sind nach wie vor so angebracht wie schlüssig, da schlicht logisch.

      Für alle diejenigen, die sie nachlesen wollen, hier bitte noch einmal (23. September 2014, 09:00, also ziemlich unten):

      https://insideparadeplatz.ch/2014/09/23/ubs-steuerhinterziehung-ist-ein-menschenrecht/#comments

    • @ Fred

      Tja, sorry, die einzige Antwort, die ich hier abgegeben habe, ist die @Doppelmoral. Ich kommentiere auf IP nun mal nur unter meinem eigenen Namen.

      Ihnen dennoch ein möglichst frustfreies Wochenende.

    • Die Schweiz verdankt ihre Existenz einer Steuerrevolte (dargestellt in der Wilhelm Tell-Geschichte). Der Kampf gegen den Steuervogt ist eine Permanente menschlicher Zivilisation. Der Staatsbankrott als Folge dieser Steuerrevolten hat unter anderem zum Ende des römischen Reiches, des Königsreichs Frankreich und deren mehr geführt. Das Ausmass der Steuervermeidung ist Ausdruck der Revolte der Gepflückten oder des Ueberhandnehmens der Subventionierten.
      Benjamin Franklin hat diesen Umstand zur Hauptschwäche der Demokratie erklärt. Sein Zitat: In einer Demokratie wird sich immer eine Mehrheit finden, die auf Kosten einer Minderheit leben will. (frei übersetzt).

  3. Seit Herr Maurer Finanzminister ist werden aufsichtssensitive Dossiers wie z.B. Fidleg (Aufsicht über Vermögensverwalter) schleppend behandelt. Dies hat System.

    Ich habe den Eindruck, dass Herr Maurer stark von den Herren Martin Janssen, Hans Geiger und Thomas Matter beeinflusst wird. Herr Maurer war nie Banker.

    Die genannten drei Souffleure sind reine Interessenvertreter eines Bankings wie es in den 90iger Jahren funktionierte: keine Aufsicht, keine Regeln, Schuld sind die dummen Anleger und Insidergeschäfte etc. sind „Kavaliersdelikte“. Inklusive Etablierung von Stiftungen und Trusts im Ausland zwecks „Steueroptimierung“.

    Dabei übersieht Herr Maurer geflissentlich, dass diese Gelder dem inländischen Wirtschaftskreislauf entzogen werden und daher weder den Konsum, noch die Investitionen im Inland positiv beeinflussen. Arbeitsplätze werden schon gar nicht geschaffen, sondern vernichtet.

    Warum unterstützt Herr Maurer als Finanzminister dies?

    • Ich möchte gerne wissen, wo sich das Lagerhaus der
      Vermögenswerte befindet, die nicht in der Wirtschaft
      zirkulieren!

  4. Würde GB Premierminister David Cameron das gesagt haben, müsste er zurück treten. Und das im sehr Reichen freundlichen und liberalen England.

    3 der widerlichsten Aussagen von Ueli Maurer:

    SVP Präsident Ueli Maurer m Februar 2008, für die Parteimitglieder sei Schmid „so gut wie klinisch tot“.

    SVP Präsident Ueli Maurer über SVP Bundesrat Samuel Schmid und die für Christoph Blocher in die Landesregierung gewählte SVP Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf: „Blinddärme, die entfernt werden müssten“.

    SVP Präsident Ueli Maurer über SVP Bundesrat Samuel Schmid: Das ist ein „völlig falsches Rollenverständnis, Bundesräte würden als Parteivertreter gewählt“. Interview in der „SonntagsZeitung“.

    Die ersten beiden Aussagen sind für mich absolut inakzeptabel. Geht nicht als Parteipräsident. So jemand darf nie Bundesrat werden.

    Die letzte Aussage ist sehr bezeichnend für den strammen Parteisoldaten Ueli Maurer.

    Was hat er denn im Bundesrat erreicht? Stichwort Gripen – Als Bundespräsident musst er Bundesrat Berset die Auslandreisen überlassen, weil er bei den Staatsmännern im Ausland nicht willkommen war/ist. Sein Wirkungskreis im Bundesrat ist also gleich Null.

    Nach seinem letzten Interview ist er definitiv nicht mehr tragbar. Ich fordere den Rücktritt von Ueli Maurer als Bundesrat!

  5. Die „alten“ Milliardäre mit old money haben tatsächlich viele – vor allem industrielle – Arbeitsplätze geschaffen und der Schweiz zu Prosperität verholfen. Industrielle Pioniere mit Charakter und Stil.

    Die „neuen“ Milliardäre haben ihr Geld vor allem durch Spekulation, Insiderwissen sowie unfriendly take overs an der Börse erzockt. Sie haben industrielle Arbeitsplätze abgebaut und Ihre Gewinne in Steueroasen verlagert und so dem Wirtschaftskreislauf entzogen.

    Was meint Herr Maurer dazu?

  6. Ich werd gleich meinen Anwalt anrufen und ihn um eine Adresse in Panama (oder Delaware) bitten. Ueli Maurer hat sicher nichts dagegen.

  7. Man sollte sich mehr darüber empören, wie grosszügig und teils unsinnig die Politik das Geld der Steuerzahler verschwendet, sei es für ihre Partei-Klientele, sei es, um im Ausland gross dazustehen. Da könnten Milliarden gespart, die Steuern könnten für alle massiv gesenkt werden und viel Geld würde in der Schweiz bleiben. Aber das ist halt für die linken Gutmenschen zu hoch, das verstehen sie nicht. Sie empören sich lieber und tun alles dafür, dass man denjenigen, die mehr haben als sie, dass man diesen noch mehr wegnimmt, ja sagen wir es wie es effektiv ist, dass man ihnen noch mehr wegstiehlt.

  8. Diese Aussagen unseres EFD-Vorstehers finde ich auch unglücklich, um das mal so zu sagen. U. Maurer ist aber bekannt für flapsige Sprüche, die wie hier zu flapsig geraten können. Fairerweise muss man sagen, U. Maurer hat nicht die Steuerhinterziehung via offshore-Konstrukte gelobt (das wäre ja noch schöner), sondern diese Anlagemöglichkeit, die legal versteuert werden kann. Wer das tut und deklariert, verhält sich korrekt. Solche Leute gibt es vermutlich sogar. Die Steuerämter sollten da mal eine (anonymisierte) Auswertung machen.

  9. Was soll denn dieser komische Hetzartikel hier?

    „Logischerweise zahlen die Reichen mehr Steuern, weil sie auch viel mehr Geld verdienen und viel mehr Vermögen besitzen.“ Logisch ist das überhaupt nicht, nur durch sozialistische Moral begründet, je progressiver, je sozialistischer die „Logik“. Logisch wäre eine Kopfsteuer, weil jeder Mensch gleich ist, und dann Verbrauchssteuern, die mit dem Konsum wachsen – das wäre verursachergerecht. Leistung zu besteuern ist per se seltsam.

    Hinter dem heutigen Steuersystem scheint mir vielmehr eine Unmoral zu stehen: Wir geben (unter Zwang) machtgierigen Politikern die Mittel für Wahlgeschenke, die immer mehr Leute in Abhängigkeit vom Staat (= von den Politikern) bringen. Mafiös könnte man das auch nennen; auf jeden Fall untergräbt es die Selbstverantwortung. Wir geben dem Staat die Möglichkeit für militärische und aussenpolitische Manöver, die überhaupt nicht in unserem Interesse sind. Wir geben dem Staat immer mehr Möglichkeiten in die Hand, uns zu überwachen und unser Geldsystem zu manipulieren. Herr Neff im schönen Brasilien, ich glaube ich bin nicht ihr Copain.

    • Eine Kopfsteuer wäre fair, wenn man den reichen Arbeitslosen das bedingungslose Grundeinkommen (Erträge durch Vermögensakkumulation) streicht.

      Auch sollte die Schweiz mal aufhören mit Steuergelder komische Dinge zu subventionieren.

  10. Lieber Autor,

    Mit Verlaub, eine ziemlich einseitige wie ziemlich einfach gestrickte Sichtweise.

    Ich hatte meine bereits letzte Woche geposted. Hier nochmals zur Wiederholung: Das Ganze ist in meinen Augen eine reine Schmierenkomödie.

    Erstens sind die Daten gestohlen, was gestern bereits unseren Bundesanwalt dazu verleitete, selbiges rhetorisch quasi zu kaschieren (s. Sonntagszeitung).

    Zweitens wurden die Daten aus Washington geliefert – ich komme dazu gleich noch.

    Denn drittens fehlen die ganzen relevanten Politiker Westeuropas + USA.

    In D.C. wird allerdings kolportiert, dass nahezu die Hälfte des US-Kongresses auf der Liste war. Hatte man für so ein outcome die Listen ein Jahr lang ‚auswerten‘ müssen ?!

    Auch die meisten EU-Staaten stehen auf dem Korruptionsindex ziemlich weit oben – sind alle dortigen Politiker etc. auf einmal Heilige ?!

    Eigentlich auch egal, jedenfalls, was uns in der Schweiz betrifft, ist doch am auffälligsten und einzig interessantesten, was Zerohedge dazu recherchiert hatte:

    Dass nämlich die USA dank ihrer Attacken auf alle anderen Ländern zur nunmehr einzigen Steueroase der Welt aufgestiegen sind (ok, zuzüglich die Niederlande mit ihren Antillen, immer noch die Kanalinseln, immer noch die City of London, Israel u. ein paar zerquetschte Andere).

    Die ganze Schmierenkomödie um die Steuerhinterziehungen (Sie können hier im Blog nachlesen, wie idiotisch ich Direktbesteuerung von Bürgern erachte angesichts unseres modernen Geldsystems, wo Geld für Staatsausgaben eh massenhaft im Finanzministerium gedruckt wird – mit jeder weiteren Staatsanleihe, womit eine zusätzliche Besteuerung von Bürgern zum reinen Treppenwitz geworden ist) wie damit auch der Notrechtentscheid zur Aufhebung unseres Bankgeheimnis:

    Ex post u. bei Lichte betrachtet diente das alles de facto nur dem hehren Zweck, der USA ihre Monopolstellung als einzig ‚legale‘ Steueroase der Welt zu ebnen.

    Glückwunsch, well done. Meine Wette – die Amis werden als einziges Land der Welt somit auch den AIA nie und nimmer unterzeichnen.

    Gruss daher an alle, die EWS oder gar unsere werten Amis etc. immer noch hochhalten. Und brav weiter Zeitung lesen und alles glauben, was d’rin steht..

    Aber für alle Anderen: Follow the money – der einzige Weg, um Licht ins Dunkel zu bringen.

    Rothschild & Co sind jedenfalls schon ganz eifrig am Trusts neu eröffnen in den USA – womit sich die Panama Papers für mich als pures Ländermarketing entpuppen:

    http://www.zerohedge.com/news/2016-04-03/mossack-fonseca-nazi-cia-and-nevada-connections-and-why-its-now-rothschilds-turn

    • Na zum Glück gibt es noch ein paar Querdenker, die nicht alles nachquäken, was die Propaganda-Medien (SRF [vor allen anderen!], Tagi etc. etc.) an Bescheurtem herausposaunen bzw. bewusst dem Volk zu verkaufen versuchen. Danke.

    • Ergänzung:

      Selbst das Auffliegen lassen von Cameron macht Sinn. Er war das Aushängeschild der Non-Brexit-Fraktion. Tritt er jetzt ab, wird der Brexit wahrscheinlicher.

      Und das wiederum wird den Finanzplatz London beflügeln, weil dann die meisten Reichen ihr Kapital aus der EU und aus der Schweiz dorthin verlagern werden. Wo es vor dem Zugriff seitens ReGIERungen deutlich sicherer sein wird.

      Während bei uns spätestens dann das Gejammer losgehen sollte, erst bei den Banken, dann im Volk, sollte dazumal selbst der letzte linke Vollpfosten zu kapieren beginnen, dass internationaler Kapitalzustrom GUT für ein Land ist – bzw. dann eben mal ‚war‘..

  11. Dass die Steuern sinken würden, wenn nur jeder seine Steuern ehrlich bezahlen würde, daran glaube ich nicht mehr.

    • Aber glauben Sie mir, der Staat würde einfach ein paar Genderingbeauftragte und Kommunikationsspezialisten mehr anstellen.