Besser nicht aus dem Helikopter: Mit Vollgeld gegen das „verhängnisvolle Trio“

Wenn es um Geldpolitik geht, ist in letzter Zeit viel von Helikoptergeld die Rede. Das ist verständlich, denn die Massnahmen der Notenbanken zeigen, obwohl sie immer drastischer werden, nicht die erwünschte Wirkung. Wenn ein Medikament auch in hoher Dosis nicht wirkt, ist es eben ratsam, nach einem neuen Medikament zu suchen.

Helikoptergeld, also eine Erhöhung der Geldmenge durch Finanzspritzen der Notenbank direkt an die Bürger, würde sicher eine positive Wirkung auf die Realwirtschaft haben. Diese Wirkung wäre aber eher von kurzer Dauer, denn Helikoptergeld ist nur Symptombekämpfung. Die fundamentalen Konstruktionsfehler unseres Geld- und Bankensystems werden so nicht behoben. Dazu braucht es wesentlich mehr.

Zum Beispiel Vollgeld.

Auch Vollgeld ist natürlich kein Allheilmittel, es bietet aber eine nachhaltige Lösung dringender ökonomischer Probleme. Das lässt sich mit Bezug auf den jüngsten Quartalsbericht (März 2016) der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) erläutern.

Darin wird ein seit Jahren anhaltender negativer Trend beschrieben, der sich aus dem Rückgang des Produktivitätswachstums, der Zunahme der allgemeinen Verschuldung und der Verengung des politischen Handlungsspielraums zusammensetzt. Die Kombination dieser drei Faktoren bezeichnet Claudio Borio, Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung der BIZ, als „verhängnisvolles Trio‟.

Mit ihrer ultralockeren Geldpolitik versuchen die Notenbanken seit Jahren, diesen verhängnisvollen Trend zu brechen, allerdings ohne Erfolg. Vollgeld würde durch eine grundlegende, aber behutsame Reform des Geld- und Bankensystems bei allen drei erwähnten Faktoren eine Trendwende einleiten.

Beginnen wir mit der Verschuldung.

Heute steht jedem Guthaben eine ebenso grosse Schuld gegenüber, weshalb jede Erhöhung der Geldmenge mit einer Zunahme der Verschuldung verbunden ist. Das führt früher oder später unweigerlich zur Überschuldung einiger Wirtschaftsakteure.

Im Vollgeldsystem dagegen gelangt das Geld schuldfrei in Umlauf, indem es als Aktivposten in der Notenbankbilanz geführt wird, was dem Umstand Rechnung trägt, dass eigentlich nicht Schulden, sondern die Leistung der Wirtschaft den Gegenwert unseres Geldes bildet.

Das schuldfreie Geld kann durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) an den Bund und die Kantone oder direkt an die Bürger ausgeschüttet werden ─ nicht als Geschenk aus dem Helikopter, sondern aufgrund eines legitimen Anspruchs auf den Emissionsgewinn. Eine schuldfreie Geldemission führt langfristig zu einer erheblichen Verringerung der allgemeinen Verschuldung.

Die Reduzierung der Schuldenlast wiederum setzt finanzielle Ressourcen frei, die durch die Realwirtschaft produktiv genutzt werden können. Vollgeld erzeugt somit zusätzliches Wirtschaftswachstum, wie auch eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem Jahr 2012 belegt (IMF WP/12/202). Als Folge davon würden in der Schweiz bereits mittelfristig Zehntausende neue Arbeitsplätze entstehen.

Aufgrund der Daten des Bundesamtes für Statistik lässt sich nämlich sagen, dass in der Schweiz seit der Jahrtausendwende ein Wachstum des BIP von einem Prozent im Durchschnitt zur Schaffung von 20’000 neuen Arbeitsplätzen geführt hat. Die erwähnte IWF-Studie zeigt am Beispiel einer modernen Volkswirtschaft, dass die Einführung von Vollgeld in drei Jahren zu einem zusätzlichen BIP-Wachstum von 3 Prozent führt, was im Fall der Schweiz die Schaffung 60’000 neuer Arbeitsplätze bedeuten würde.

Die Einführung von Vollgeld würde zudem den politischen Handlungsspielraum markant erweitern: einerseits im monetären Bereich, weil die SNB die volle Kontrolle über die Geldmenge ausüben und eine auf die Bedürfnisse der Realwirtschaft ausgerichtete Geldpolitik betreiben könnte; andererseits im fiskalischen Bereich, weil die Staatsschulden mittels Vollgeld massiv abgebaut werden können und so mehr Geld in den öffentlichen Kassen bleibt, um einen guten Service public zu finanzieren.

Vollgeld ist somit eine vielversprechende Alternative zum bestehenden Geldsystem und verdient eine breite öffentliche Debatte – auch weil die Schweizer Vollgeld-Initiative erfolgreich zustande gekommen ist und in absehbarer Zeit zur Abstimmung kommen wird.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

60 Kommentare zu “Besser nicht aus dem Helikopter: Mit Vollgeld gegen das „verhängnisvolle Trio“

  1. Wieder einmal wird hier versucht, die Vollgeld-initiative schlecht zu machen, weil es nicht in ihre Buchungssätze passt.
    Völlig hirnrissig – kein Wunder sind die Wirtschaftswissenschaften mit der Realität überfordert.

    Wenn die SNB Münzen und Scheine rausgeben kann, kann sie auch Buchgeld rausgeben. Da brauchts keinen Doktortitel dazu.

    Und die SNB leiht Geld an Banken. Diese verleihen es weiter an uns (als Kredit). Das hat überhaupt nichts mit Kommunismus zu tun.

  2. Vollgeld mit „Helikoptergeld“ zu vermischen, überschreitet meiner bescheidenen Meinung die Grenze zum Unwissen um einige Kilometer.

  3. Natürlich jedem seine Meinung. Aber Offenbar nehmen sich nicht einmal honore Professoren die Mühe die SNB Bilanz zu verstehen und die Konsequnzen zu Ende zu denken. Zu glauben die SNB schaffe durch drucken von Geld schuldenfreies Vermögen aus dem Nichts wie ein Geldfälscher ist geradezu naiv. Kein Wunder treiben da die Vollgeldfantasien ihre Blüten. Und solch unreflektierter Unsinn wird den Studenten aufgetischt. Hauptsache sie ziteren schön brav. Bei aller berechtigten Kritik am Bankensystem ist nicht einzusehen was an der Kreditvergabe der Banken an Unternehmungen und Private in einer modernen Wirtschaft und Gesellschaft im Grundssatz falsch sein soll? Ohne, dass eine Bank einen Vermögenswert (Aktivum) in ihre Bilanz aufnimmt, kann sie kein Geld dagegen emittieren (Passivum für die Bank). Dr Marc Meyer hat’s nun wirklich schon zig-mal erklärt.

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      Beifall von der falschen Seite bringt Sie nicht weiter.

      Mein Rat: Beschäftigen Sie sich mit den Beiträgen der Kommentatoren, die Fehler in Ihren Beiträgen aufzeigen.

      Erkennen Sie eigene Fehler und korrigieren Sie diese.
      Das wäre nützlich.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      Und Ihnen rate ich, einmal einen Kurs in elementarer Buchhaltung zu belegen, bevor Sie meinen, sich hier arrogant aufspielen zu müssen.

      Sind Sie Professor an der HSG? Die verstehen so wenig von Bilanzanalyse wie Sie.

      mfG

    • Aber Herr Dr. Meyer,

      Sie schreiben:

      „@Hardy, der Student

      Und Ihnen rate ich, einmal einen Kurs in elementarer Buchhaltung zu belegen, bevor Sie meinen, sich hier arrogant aufspielen zu müssen.

      Sind Sie Professor an der HSG? Die verstehen so wenig von Bilanzanalyse wie Sie.“

      Ich muss hier Hardy nicht verteidigen aber wundere mich über Ihre Argumentation und möchte mir folgende Frage erlauben.

      Meinen Sie nicht, dass Professoren (die Sie hier kritisieren) wohl etwas mehr Buchhaltungskurse geleistet haben als wir und uns damit akademisch überlegen sind??

      Und die Anschlussfrage da ich Ihre Antwort bereits kenne:
      sind Kurse dann vielleicht doch nicht so relevant?
      ich vermisse auf der reaktiven Seite öfters einen ganzheitlichen Ansatz.
      Durch Festbeissen in Details geht doch die Logik, der gesunde Menschenverstand und damit letztlich die Wahrheit verloren.
      Man sollte sich nicht einlullen lassen sondern einfach mit offenem, ganzheitlichen Geist beide Seiten prüfen und dann zu einer eigenen Meinung kommen.

      Und meiner Meinung nach ist die Wahrheit in dieser Sache auf der Seite der Vollgeldbefürworter.
      Dementsprechend ist deren Argumentation auch praktische, stimmig, nachvollziehbar und auf Logik basierend.
      Ihre Argumentation hingegen ist auf starre Regeln beharrend, Gegenbeispiele (z.B. Hypovergabe durch Nichtbanken…) ignorierend und emotional.

      Geneigte Leser können sich auch daraus ihre Schlüsse ableiten.

    • Gesunder Menschenverstand ist ein guter Kompass, keine Frage. Das Mechanische Gravitationsgesetz von Newton gründet auch darauf. Erst Einstein hat aber durch logisches Überprüfen in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie die Gravitation als Raum-Zeitkrümmung erkannt und weiter erklären können. Es ist aus dieser Optik deshalb so einfach wie folgerichtig Aspekte der Geldpolitik (Geldschöpfungs-Theorie) vor dem Hintergrund der doppelten Buchhaltung zu überprüfen. Und hier hat Dr. Marc Meyer eben wesentliche Irrtümer aufdecken können auch wenn’s unbequem ist. Wirtschaftsprofessoren täten m.E. gut daran sich bei ihren Kollegen in den Naturwissenschaften mal umzusehen, wie kritisch diese ihre Theorien hinterfragen und überprüfen.

    • @Rico Meier

      Gott sei Dank kann ich nur sagen, wenn ich Ihren Kommentar lese. Gott sei Dank gibt es noch Menschen mit einem gesunden Menschenverstand – eine Wohltat nach all den Irrtümern, die hier behauptet werden.

      Persönlich freut mich, dass Sie zudem mit Ihrem persönlichen Namen unterschreiben – im Gegensatz zu den Irrlehrern, die nicht einmal den Mut haben, ihren Unfug zu unterschreiben.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  4. Sehr geehrter Herr Meyer

    Im Vollgeldsystem gibt es weiterhin einen freien Kreditmarkt, die Kreditvergabe wird NICHT zentralisiert. Die Geschäftsbanken sind im Vollgeldsystem wahre Finanzintermediäre, welche die Spargelder ihrer Kunden verleihen können, genau so, wie ich Ihnen einen Kredit geben kann, obwohl ich nicht Geld emittieren darf.

    Geldemission und Kreditvergabe sind im aktuellen System aneinander gekoppelt, im Vollgeldsystem werden sie aber getrennt. Vollgeld passt bestens zu unserer Marktwirtschaft.

    Solange diese Grundeigenschaft von Vollgeld nicht verstanden wird, hat es keinen Sinn, über weitere Details zu reden.

    Beste Grüsse

    • Guten Tag Herr Prof. Dr. Joob,

      Ich finde es schon abenteuerlich wenn selbst hier schreibende Doktoren einfach den Fakt ignorieren, dass Banken bei Vollgeld ja bei der SNB Geld ausleihen können.
      Oder das bereits heute Nicht-Banken Hypotheken vergeben.

      Daran ist ja nichts schlechtes. Man erschafft für private Banken einfach dieselben Bedingungen wie für natürliche Personen.

      Warum soll eine Bank einfach Geld aus dem Nichts schöpfen können und wir als Private nicht?
      Das ist doch nicht fair.

      Es ist eine längst fällige Anpassung.

      Leuten die dies ablehnen, fehlt entweder der Intellekt um das Finanzsystem zu verstehen.
      Oder sie verstehen die Problematik, sind aber Erpressbar.
      Oder sie verstehen es, könnten auch ihre Meinung sagen ohne den Job zu verlieren, aber sind zu feige sich gegen die Elite zu stellen.

      Danke, dass Sie sich für die Aufklärung der Leute einsetzen.

    • @Prof. Joob

      Sehr geehrter Herr Professor Joob

      Danke für Ihr Antwort, die ich leider erst jetzt gesehen habe. Deshalb späte Antwort.

      Gibt man an der HSG einfach auf, wenn man eines Besseren belehrt wird? Auch wenn Sie nicht mehr weiterdiskutieren möchten, so möchte ich trotzdem auf Ihre Antwort eingrhen, damit die Leserschaft die Irrtümer nicht glaubt, die an der HSG verbreitet werden.

      Wenn ich eine Banknote als Kredit ausleihen kann, so muss ich zuerst etwas leisten, um in den Besitz der Banknote zu kommen.

      Genauso dir Bank. Möchte sie Geld in Form eines Aktivums ausleihen, so müsste sie zuerst entsprechend Aktiven erarbeiten.

      D.h. sämtliches belehntes Vermögen in einer Volkswirtschaft müsste vorher durch die Banken erarbeitet werden, bevor sie dieses aisleihen könnten.

      Wir hätten dann doppelt soviele Häuser, Autos usw. Unmöglich.

      Nein. Die Banken müssten die Hypothekarkredite, die sie sprechen an die SNB weitergeben.

      Resultat: Die SNB muss jeden Kredit im Land auf ihr Buch nehmen. D.h. Zentralisiering des Kreditwesens bei der SNB.

      Das wäre Kommunismus pur.

      Gibt es denn keinen einzigen Studenten an der HSG der von Buchhsltung etwas versteht?

      Sorry für Tippfehler auf Handy.

      Fteundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Prof. Joob

      Sehr geehrter Herr Professor Joob

      Noch etwas. Ich wiederhole mich.

      Wenn ich eine Banknote ausgebe oder verleihe, so wird sie aus meiner persönlichen Bilanz ausgebucht.

      Würde die SNB also Banknoten in Form von Aktivgeld schuldfrei emittieren, so müsste sie diese ausbuchen bei der Ausgabe, wie ich in ihrem Beispiel.

      Die SNB hat aber den Notenumlauf in ihrer Bilanz aufgeführt. Die von der SNB emittierten Banknoten werden also nicht ausgebucht.

      Deshalb ist es nicht korrekt, wenn sie Vollgeld Initianten behaupten, bei Banknoten handle es sich schon heute um schuldfreies Aktivgeld.

      Sehen Sie den Unterschied nich zwische eigebuchtem und ausgebuchtem Geld?

      Ich hoffe, die Vollgeldinitianten geben jetzt endlich Ruhe.

      Freundliche Grüße

      Marc Meyer

    • Wie es scheint, wünscht sich Dr. Meyer Zensur.

      Personen die wollen, dass Andersdenkende Ruhe geben, sollten keine Macht haben.

      Aber da ich nicht Initiant bin, fühle ich mich von dem Ruhe-Wunsch auch nicht betroffen.

      Die Leser können feststellen, dass die Systembewahrer immer noch im Buchhaltungsreduit aus dem letzten Jahrtausend verharren.
      Offenbar herrscht dort dicke Luft.

      Geldscheine sind für die SNB nun mal ökonomisch gesehen keine Schuld.

      Habe ich eine 100er Note und hätte das Recht sie bei der SNB einzulösen, geben sie mir einfach 2 50er Noten.

      Bezieht eine neue Geschäftsbank Geldscheine, schuldet sie diesen Betrag in CHF der SNB.
      Bringt die Geschäftsbank die Scheine zurück, vermindert dies das Guthaben der SNB gegenüber der Geschäftsbank.

      Die SNB könnte mit den Geldscheinen praktisch gesehen auch beim Goldhändler Gold einkaufen.

    • @Peter Keller

      Sehr geehrter Herr Keller

      Sie begehen denselben Fehler, den SNB-Chef Herr Prof. Dr. Jordan nun viele Jahre verbreitet hat; nämlich: Gegen eine Banknote gebe die SNB nur eine andere Banknote heraus.

      Ich habe jetzt auf diesem Blog während dreieinhalb Jahren erklärt, dass das nicht stimmt: Auch die SNB muss ihre Schulden zurückzahlen. Die Schulden der SNB bestehen hauptsächlich in den von ihr emittierten Banknoten.

      Will die SNB ihr emittiertes Notenbankgeld aus dem Wirtschaftskreislauf zurückholen, so kann sie das nicht, indem sie weiteres Notenbankgeld emittiert. Nein, sie muss den Banken einen anderen Vermögenswert übertragen wie z.B. Euros, Dollars, Gold etc.

      Nur so kann die SNB die von ihr emittierte Geldmenge reduzieren.

      Eine Privatperson darf jederzeit eine Banknote an seine Bank zurückgeben und die Bank darf diese Banknote jederzeit bei der SNB einlösen gegen Giroguthaben bei der SNB und die Bank darf ihr Giroguthaben bei der SNB jederzeit abbauen und dafür z.B. Euro verlangen.

      Herr Jordan trägt also eine grosse Mitschuld an dem Irrtum, den Sie hier verbreiten. Nur: Herr Jordan hat seinen Irrtum nun endlich eingesehen, nachdem ich ihn viele Jahre darauf aufmerksam gemacht habe.

      An der diesjährigen GV der SNB in Bern hat Herr Jordan erstmals eingeräumt, dass es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB um Verbindlichkeiten der SNB handle. Verbindlichkeiten – das sind Schulden der SNB.

      Und er hat auch gesagt, dass die SNB ihre Verbindlichkeiten in Franken nur zurückkaufen könne mit Vermögenswerten. Oder in einfacherem Deutsch: Die SNB kann ihre Schulden nur bezahlen mit ihrem Vermögen in Devisen oder Gold.

      Herr Jordan hat nun viele Jahre gebraucht, um das zu verstehen. Leider hatte er nicht die Grösse, seinen Irrtum einzugestehen, sondern er hat einfach seine Meinung geändert.

      Jordan tut nun so, als habe er das immer so gesagt.

      Die irrige Vollgeld-Initiative basiert auf demselben Irrtum.

      110 000 Voll-Idianten – Entschuldigung Voll-Initioten – Entschuldigung Vollgeld-Initianten in der Schweiz haben also eine Initiative unterschrieben, die sie offensichtlich nicht verstehen.

      Wenn Sie, Herr Keller, und all die Unterzeichner der Initiative so schwer von Begriff sind wie die Herrn Professoren Jordan und Joob, so brauche ich also 400 000 Jahre, um Euch alle überzeugen zu können, dass Geld eine Schuld der SNB darstellt.

      Wissen Sie was, Herr Keller – ich habe Gescheiteres zu tun. Wenn Sie sich weiterhin im Kreis drehen wollen mit den Herrn Professoren Joob und Hörmann (dessen Freund Sie nach eigenen Angaben sind, oder sind Sie nicht Prof. Hörmann selber?), so wünsche ich Ihnen viel Vergnügen dabei.

      Ich habe dafür keine Zeit mehr.

      Ich kann nur hoffen, dass die Studentinnen und Studenten an der HSG und an der Universität Wien etwas klüger sind als ihre Professoren und Professorin.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

      P.S. und übrigens ist Ihre Argumentation, die Buchhaltung sei falsch, genauso geistreich wie ein Student, der sagt, er habe bei der Mathematikprüfung keinen Fehler gemacht, sondern die Mathematik sei falsch.

    • aber Herr Dr. Meyer,

      sie scheinen die Kommentare zwar zu lesen, aber offenbar nicht bereit sich darüber Gedanken zu machen.

      Ich habe Ihnen schon diverse praktische Beispiele geschildert (Sie bringen so gut wie keine praktischen Beispiele, und wenn dann gehen sie am Thema vorbei und/oder sind inkorrekt), die nachweisen, dass die SNB nicht wirklich eine Verpflichtung aus dem Notenumlauf hat.

      Wann immer die SNB tatsächlich was anderes als die Geldscheine liefern müsste, kauft sie dies einfach mit ebendiesen Geldscheinen!

      Wie Sie wissen sollten, sind die Frankennoten unser gesetzliches Zahlungsmittel.
      Sie sind damit gesetzlich verpflichtet die Geldscheine als Zahlungsmittel anzunehmen.

      Wie diverse andere Kommentatoren und auch ich angemerkt haben, wollen Sie einfach nicht verstehen, was Geld ist.

      Und zur Buchhaltung:
      auch da weise ich gerne – in der Hoffnung eines Erkenntnissgewinns Ihrerseits – nochmals darauf hin, dass die Buchhaltung lange lange her mal mehr oder weniger Zweckmässig angewendet wurde.
      Aber dies trifft spätestens in diesem Jahrtausend aber überhaupt nicht mehr zu.
      Da erlaubt man offiziell „systemgefährenden“ Instituten ihre Aktiven viel zu hoch zu bewerten.
      Dazu man bucht Verbindlichkeiten nicht.
      Oder man bucht Aufwendungen als Aktiven.
      Oder man verbucht nicht existente Debitoren.
      Buchhaltung ist ein Gerüst welches völlig ab absurdum geführt wurde.

      Niemand bestreitet, dass es die Buchhaltung mit Aktiven, Passiven, Aufwände und Ertrag gibt.
      Aber was man wie verbucht ist doch völlig aus dem Ruder gelaufen.
      Folglich kann man sich heute doch nicht ernsthaft darauf berufen.
      Was relevant ist, ist die ökonomische Realität. Und nach deren sind Geldscheine (aller Währungen!) im Besitz der SNB Aktiven und der Notenumlauf gehört nicht in die Bilanz!

  5. @Mark Joob

    Sehr geehrter Herr Joob

    Guten Morgen.

    Möglicherweise haen sie meine Antwort an Sie nicht gesehen. Deshalb erlaube ich mir, diese nochnmals ganz oben zu posten.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    @Mark Joob

    Sehr geehrter Herr Joob

    Danke für Ihre Antwort.

    Erstens:

    Ein Vergleich zu Bitcoins: Picasso beispielsweise hätte in einem Restaurant ein Bild auf eine Serviette zeichnen und damit bezahlen können. Er hätte mit der Zeichnung sogenanntes „Aktivgeld“ geschaffen. Seine Zeichnungen sind rar und gesucht. Bitcoins sind mathematische Kunstwerke. Sie sind schwer zu erstellen und rar. Es gab eine Zeit, da haben die Leute um 4 Uhr morgens gewartet auf ein neues Modell einer Swatch Uhr und deren Preise sind in die Höhe geschnellt. Es gab Zeiten, da haben die Holländer mit seltenen Tulpenknollen gehandelt, deren Preise explodierten. Es gab Zeiten, da haben die Menschen mit seltenen Muscheln bezahlt usw.

    Alle diese Beispiele stellen Aktivgeld dar. Sie sind gekennzeichnet durch relative Seltenheit, was ihnen Wert verlieh. Bitcoins gehören in diese Kategorie. Bitcoins gehören in eine Ecke des neuen Museums für moderne Kunst in Basel – aber nicht ins Portemonnaie.

    Die starken Wertschwankungen von Bitcoins belegen, dass diese nicht einen stabilen inneren Wert aufweisen, wie das Geld besitzen müsste, sondern reines Spekulationsobjekt sind, welches auf Knappheit basiert.

    Es wird die Zeit kommen, da wird es immer mehr Konkurrenz zu Bitcoins geben. Mit der relativen Knappheit von elektronischem Geld, basierend auf mathematischen Formeln, ist es dann vorbei. Dieses Geld wird dann genauso wertlos, wie Tulpenknollen in Holland.

    Bitcoins kosteten vor 5 Jahren unter 10 Franken. Seither kletterten sie gegen 500 Franken mit Kursschwankungen von 80 Prozent innert kürzester Zeit. Ihre Maximalemission liegt bei 21 Mio Einheiten. 70 Prozent des Handels mit Bitcoins findet in China statt; z.T. in kriminellen Bereichen.

    Bitcoins können also nie und nimmer ernsthaft als Alternative zu gedecktem Geld in Frage kommen. Niemals darf die Volkswirtschaft der Schweiz dazu missbraucht werden, als Versuchskaninchen zu dienen für Modelle von Aktivgeld wie Bitcoins oder Vollgeld, deren Scheitern einfach zu prognostizieren ist.

    Zweitens:

    Sie schreiben der Wert des Schweizerfrankens hänge nicht von den Sicherheiten des Geldemittenten ab, das zeigten die CHF-Kursschwankungen. Die SNB versucht aber nichts anderes, als den CHF-Kurs mit ihrem Portefeuille, d.h. mit ihren Sicherheiten, zu beeinflussen.

    Sie dürfen den Wert von Notenbankgeld nicht mit dem CHF-Kurs verwechseln. Angenommen die SNB besitze Devisen im Gesamtbetrag von 600 Mrd. Franken. Sie habe dieses Vermögen finanziert mit 600 Mrd. CHF Fremdkapital von den Banken in Form von Giroguthaben der Banken bei der SNB. Nun falle der Wert der Devisenanlagen in Franken bewertet auf 500 Mrd.

    Die SNB kann somit ihre Schulden bei den Banken nicht mehr zurückzahlen. Die Banken müssen demzufolge ihre Guthaben bei der SNB um 100 Mrd. wertberichtigen. D.h. der Wert von Notenbankgeld fällt um 10 Prozent in Relation zu anderen Vermögenswerten in CHF-bewertet.

    Dadurch fällt nicht die Kaufkraft von anderem Buchgeld in CHF; es sei denn die betreffende Bank habe grosse Verluste erlitten auf ihren Positionen bei der SNB, so dass sie selber auch Konkurs geht.

    Zudem fällt bei einem Wertzerfall des Notenbankgeldes auch nicht entsprechend der gesamte Aussenwert des Frankens, weil die ausländischen Investoren nicht SNB-Notenbankgeld besitzen, sondern Buchgeld ihrer Schweizerbank. Da bürgt zuerst noch das Aktienkapital der betreffenden Schweizer Bank.

    Drittens:

    Sie behaupten, bei Vollgeld könnten die Geschäftsbanken „munter“ weiter Kredite vergeben. Bei einer Kreditvergabe entsteht jedoch Buchgeld. Bei einem Hypothekarkredit beispielsweise verbucht die Kantonalbank den gewährten Hypothekarkredit auf ihrer Aktivseite und auf der Passivseite das von ihr emittierte Buchgeld.

    Es gibt also keine Kreditvergabe im Bankensystem, ohne dass der Kreditgeber dabei Geld emittiert. Wenn also nur noch die SNB Buchgeld emittieren darf, so folgt dadurch unweigerlich, dass nur noch die SNB Kredite gewähren darf. Die SNB wäre dann die einzige staatliche Kreditbank der Schweiz.

    Ihre Behauptung, dass bei Vollgeld die Banken munter weiter Kredite verleihen können ist damit widerlegt.

    Viertens:

    Sie schreiben, im Vollgeldsystem würde das von der SNB emittierte Vollgeld auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Dazu folgende Einwände:

    – Bei Entstehung dieses Aktivgeldes entstünde somit Eigenkapital der SNB. Die SNB und die Schweiz würden dadurch unendlich reich. Die Schweizer müssten nicht mehr arbeiten und könnten die ganze Welt aufkaufen. Sehen Sie nicht, dass das unrealistisch ist?

    – Wenn die SNB das könnte, so könnten das die übrigen Notenbanken der Welt auch. Niemand müsste mehr arbeiten. Griechenland nicht – Zimbabwe nicht und und und. Ich frage mich, gibt es denn keinen Studenten an der HSG, der diesen Irrtum erkennt?

    – Würde die SNB bei Geldemission Aktivgeld schaffen, so müsste sie dieses ja ausbuchen, sobald sie es in den Wirtschaftskreislauf gibt. D.h. die SNB bräuchte gar keine Bilanz mehr bzw. in der Bilanz der SNB wäre gar kein Geld mehr verbucht.

    – Zudem geht aus Ihrem Beitrag nicht hervor, wie das Aktivgeld der SNB unter die Marktteilnehmer verteilt wird. Wer bekommt wieviel? Bekäme jeder gleichviel? Oder bekommt einer mehr als der andere? Warum? Aufgrund von welchen Kriterien?

    – Angenommen, im Vollgeldsystem wolle ein Bürger ein Haus bauen. Er geht zu seiner Bank, wie Sie behaupten. Die gibt ihm Vollgeld. Wieviel gibt sie ihm? Aufgrund von welchen Kriterien gibt sie ihm wieviel? Da könnte doch jeder kommen und sagen, er baue ein Haus. Die Bank gibt ihm Vollgeld und dann baut er das Haus nicht. Er wird somit sehr reich. Das funktioniert also nicht.

    – Zudem: Gäbe die SNB der Bank Vollgeld, so würde sie dieser gleichzeitig Eigenkapital schenken. Welcher Bank gibt sie wieviel Vollgeld? Aufgrund von welchen Kriterien?

    – Nun schenkt die Bank das Eigenkapital weiter an den Hausbauer. Der erhält also Eigenkapital aus dem Nichts. Was muss der Hausbesitzer der Bank dafür geben? Gemäss Vollgeld-Initiative nichts. Sehen Sie Herr Joob, wie unrealistisch Vollgeld ist?

    – Weiter: Die Vollgeld-Initiative gibt überhaupt keine Auskunft darüber, was mit den fast 600 Mrd. Devisenanlagen der SNB geschieht. Muss die SNB dieses Vermögen veräussern? Die SNB könnte bei dieser Aktion massive Verluste erleiden in dreistelliger Milliardenhöhe. Wer trägt diese?

    – Nochmals weiter: Die SNB hat bei den Banken ja Schulden von fast 600 Mrd CHF. Wer zahlt den Banken diese Schulden zurück? Wie? Werden die Banken einfach enteignet und die SNB sagt: Wir zahlen unsere Schulden bei den Banken nicht zurück? Wir sind nichts schuldig? Die Banken könnten dann ihrerseits ihre Schulden gegenüber ihren Kunden, wie Pensionskassen usw. auch nicht mehr zurückzahlen.

    – Nicht fertig: Was geschieht mit den Kantonalbanken? Die Schweiz ist ja ein föderalistisches Staatsgebilde. Das wirkt sich auch auf das Bankwesen aus. Jeder Kanton besitzt eine Kantonalbank. Diese Kantonalbanken dürften dann ja aufgrund von Vollgeld auch keine Kredite mehr gewähren. Wir hätten dann ein zentralistisches Banksystem mit nur einer einzigen staatlichen Kreditbank.

    Herr Professor Joob: Die Vollgeld-Idee ist ein Irrweg. Geben Sie’s auf. Reine Zeitverschwendung.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

  6. Vollgeldinitiative: SNB soll Geldschöpfung auf reales Wachstum beschränken

    An der Vollgeldinitiative wird kritisiert, dass nicht klar sei, wie die Zentralbank sinnvoll entscheiden könne, um wie viel die Geldmenge in einer bestimmten Periode zunehmen soll. In der Geldmengentheorie war lange klar, dass inflationsfreies Wachstum langfristig nur mit einer Geldmengenerweiterung gemäss dem realen Wachstum einer Volkswirtschaft möglich ist.
    Mit einer Vollgeldreform erlangt die Nationalbank wieder die Kontrolle über die gesamte Geldmenge und kann damit Blasenbildungen, Inflation und überbordendes Wachstum direkt verhindern.

  7. Hmm, ziemlich viel Unausgesprochenes, Unausgegorenes u. Halbwahrheiten in dem Artikel.

    Wie der Herr Professor da zu seiner glasklaren Handlungsempfehlung kommt, erstaunt doch etwas.

    Vielleicht darf ich ja versuchen, das Ganze daher etwas zurechtzurücken.

    1.) Wird selbstverständlich auch im Vollgeld weiterhin schuldfinanziertes Geld erzeugt. Also – was soll die ganze Initiative überhaupt ?!

    2.) Führt Vollgeld selbstverständlich über kurz oder lang zur Zentralisierung unseres Kredit- wie Hypothekarwesens bei der SNB – was denn auch sonst ?!

    Gruss daher an alle (derzeit noch nicht arbeitslosen) Mitarbeiter in den entsprechenden Fachabteilungen im ganzen Lande – mitsamt Ihren Familien! Ok, vielleicht wird man den einen oder anderen von Ihnen künftig noch brauchen, aber dem Rest sei bereits ein herzliches ‚Good luck!‘ beschieden.

    3.) Dient Vollgeld, präziser: dessen künftig einzusetzende Technologie, nicht zuletzt als Vorstufe zur Abschaffung von Bargeld. Ist das die wahre Agenda ?!

    4.) Halte ich persönlich die Zentralisierung unseres Kredit-/Hypothekarwesens bei unserer SNB für ein riskantes Unterfangen – mit Blick auf deren jüngeren track record.

    5.+6.) War unser Schweizer Geldsystem/Kreditwesen überhaupt nicht schuld am Ausbruch der letzten Finanzkrise.

    Schuld waren vielmehr betrügerische US-Investmentbanken mitsamt den ähnlich geerdeten Rating-Agenturen (im Detail hier nachzulesen: http://ef-magazin.de/2008/11/01/764-der-weg-zur-finanzkrise-teil-4-wie-die-politische-klasse-eine-krise-erschafft ).

    Die US-Regierung spielte dabei über Jahrzehnte eine genauso unrühmliche Rolle wie die dortige Zentralbank.

    Und um das beim nächsten Mal zu verhindern, sollen wir Schweizer jetzt unser Kredit- wie Hypothekarwesen bei einer Zentralbank deponieren ?!

    Die einzig mE sinnvolle Initiative hierauf hätte lauten müssen: Ab ins Zuchthaus mit diversen Subjekten !

    So, und jetzt wird’s ausführlicher. Wer sich das nicht antun mag, kann gerne hier aufhören und später einfach mit „Nein“ stimmen; der Rest wird sich wohl oder übel da durch quählen müssen.

    ad 1) In jedem Geldsystem, egal ob Vollgeld, Muschelgeld, Papiergeld, Goldstandard usw., entsteht ‚mehr‘ Giralgeld, sobald Sie ein Guthaben auf Ihrem Konto belassen, und die Bank selbiges auf dessen Nachfrage an Ihren Nachbarn verleiht.

    Womit sich Ihr Giralgeld scheinbar verdoppelt hat, weil Sie es immer noch auf Ihrem Kontoauszug sehen wie auch Ihr Nachbar neu es als Einlage auf seinem. Ausser, dass er im selben Betrag zugleich einen Schuldschein gegenüber der Bank unterschrieben hat. Und die Bank natürlich nach wie vor Ihnen gegenüber das Geld schuldet.

    Was mittels eines Buchungssatzes (Bilanzverlängerung) zum Ausdruck kommt, den linke Zeitgenossen seit jeher verteufeln. Welcher aber lediglich zum Ausdruck bringt, dass sich sie Bank als Kreditvermittlerin ab jetzt den Zinsspread zwischen Ihnen u. Ihrem Nachbarn einsacken darf.

    Weil dieser Vorgang, wie gesagt, in jedem Geldsystem gleichermassen stattfindet, und er der Bank a) Geld bringt und b) sich unsere ganze Wirtschaft damit weitgehend finanziert, würde selbst eine SNB sich auch nur hüten, ihn auch nur ansatzweise einzuschränken.

    Es sei denn, die Vollgeldler bezweckten geradezu die Einschränkung der hiesigen Kredite wie Hypotheken ? Na dann, Gute Nacht, Schweizer Wirtschaft !

    Nun verteufeln selbige Linke aber nicht nur diesen Buchungssatz sondern auch, dass Banken Kredite selbst dann gewähren, wenn sie gar kein Eigenkapital und keine Spareinlagen mehr frei verfügbar haben – quasi, indem sie ihr Eigenkapital überziehen.

    Mit schmerzverzerrtem Gesicht über solchermassen abscheuliche Praktiken bezichtigen sie diesen Vorgang als ‚Kreditschöpfung aus dem Nichts‘ und fordern seine vollständige Ausrottung.

    Während der Rest der Menschheit in mittlerweile jahrtausendelanger Praxis herausgefunden hat, dass dieser Vorgang der Wirtschaft durchaus förderlich ist (nachdem das mit dem Kredit erzeugte Gut ja gepfändet wird) und nur über Massen hinaus schädlich wirkt.

    Weswegen dieselbe Menschheit zu seiner Begrenzung
    a) Eigenkapitalquoten wie
    b) Mindestreservesätze
    für Banken erfunden und schliesslich jeweils Sätze so um die 10% herum als zweckmässig herausgefunden hat.

    Hätten die Vollgeldler also ihre eigenen Argumente ernst genommen, hätten sie ihre Initiative genau auf die Erhöhung dieser beiden Quoten fokussiert. Und auf nichts anderes !

    Jedenfalls bräuchte es zur Einschränkung der Kreditvergabe seitens Banken nicht die Umstülpung unseres Geldwesens mit der Zentralisierung unseres Kredit-/Hypothekarwesens bei der SNB.

    ad 2) Nach der Monopolisierung der Banknoten-/Münzausgabe jetzt auch noch die Giralgeldschöpfung (= Kreditvermittlung, -vergabe) den Geschäftsbanken wegzunehmen, um sie bei der SNB zu zentralisieren, führt selbstredend über kurz oder lang zur Zentralisierung des Kredit- wie Hypothekarwesens bei der SNB. Oder hat man in der Schweiz seit 1907 je eine Geschäftsbank noch einmal eigene Banknoten emittieren sehen ?!

    Zumindest werden alle derzeitigen Kreditfachabteilungen bei allen Banken, Lebensversicherungen etc. dank Vollgeld über kurz oder lang zu reinen Aussenstellen der SNB.

    ME könnte man über eine derartige Zentralisierung (dank moderner Technologien i.S. Zweckmässigkeit) sogar debattieren – dann aber bitte offen. Sie ständig wegzuleugnen, halte ich jedenfalls für reine Rosstäuscherei.

    ad 3) Dass die Zentralisierung im Hinterkopf der Initianten wie deren Supportern nicht nur spukt, darauf deutet nicht zuletzt der ständige Verweis auf Bitcoin, genauer auf die Technologie dahinter – die sogenannte Blockchain.

    Was nichts anderes ist, als ein riesiger General Ledger, eine zentrale Datenbank, in der letztlich alle unsere Konten mitsamt den daran hängenden Kreditvorgängen zentral gespeichert würden.

    Womit man anschliessend das Bargeld ganz easy abschaffen könnte, so dass sich sämtliche Geld- wie Kredittransaktionen nur noch in Form von Giralgeld, also elektronischem Geld, in diesem Ledger abspielen würden.

    Ist das die wahre Agenda hinter dem Vollgeld ?! Und wollen wir Bürger das wirklich so ?! Und gerade jetzt ?! Und vor allem so liebevoll durch die Hintertüre eingeführt ?!

    4.) Halte ich die Zentralisierung unseres Kredit- u. Hyopthekarsystems bei der SNB für ein gefährliches Spiel.

    Unsere SNB hat sich weder in der Eurokrise der letzten Jahre wirklich mit Ruhm bekleckert – im Gegenteil, sie hat zweistellige Milliardenbeträge verlocht. Mit keinem Ende in Sicht, solange der Euro sich gegenüber unserem Franken nicht deutlich wieder aufwertet.

    Noch indem sie parallel dazu mittels repressiven Negativzinsen sukzessive unsere Sparvermögen wie unsere Altersvorsorge ausradiert.

    Womit sich für mich naheliegenderweise die Frage stellt – wollen wir Bürger einem solchen Institut tatsächlich jetzt auch noch unser gesamtes Kredit- wie Hypothekarwesen zentral anvertrauen ?!

    5.) Funktioniert unser Kreditwesen wie Hypothekarwesen sehr gut – warum also überhaupt ändern ? Zumal

    6.) Unser Schweizer Kreditwesen/Geldsystem überhaupt nicht schuld am Ausbruch der letzten Finanzkrise war. Schuld waren betrügerische US-Investmentbanken.

    Ausgangspunkt waren US-Hypotheken, welche jahrzehntelang gesetzlich von US-Regierungen vorgeschrieben wie gefördert an US-Bürger vergeben wurden, welche sich eine Immobilie nie u. nimmer hätten leisten können/sollen (ursprünglich übrigens initiiert von einer linken Regierung – von wem auch sonst ?)

    Und als diese Praxis schliesslich mangels Rückzahlungen zusammenzubrechen drohte, verkauften selbige Investmentbanken selbige Schrottkredite dank gefaketen Top-Ratings in Anlagefonds auf der ganzen Welt hinein, womit sie Banken wie Anleger 2007ff. schliesslich in den Beinahe-Ruin stürzten.

    Die US-Zentralbank hat den Vertrieb selbiger Schrotthypotheken zuvor übrigens kräftig mit angeheizt, indem sie deren Mindestreservesatz irgendwann ganz auf Null herabsetzte. Alles fein säuberlich nachzulesen im o.a. Artikel.

    Und um diese Vorgänge beim nächsten Mal zu verhindern, sollen wir Schweizer jetzt unser Kredit- u. Hypothekarwesen bei unserer Zentralbank deponieren ?! Gahts no !

    • Korrigendum: „..eine ‚dezentrale‘ zentrale Datenbank..“

    • @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

      Bravo!

      Vollgeld heisst: Monopolisierung des Krediwesens beim Staat. Konkret bei der SNB – und diese stellt schon jetzt die grösste Gefahr für die Schweiz dar.

      Freundliche Grüße

      Marc Meyer

    • In diesem Punkt bin ich ganz der Meinung von Herr Dr. Ott:

      „Und als diese Praxis schliesslich mangels Rückzahlungen zusammenzubrechen drohte, verkauften selbige Investmentbanken selbige Schrottkredite dank gefaketen Top-Ratings in Anlagefonds auf der ganzen Welt hinein, womit sie Banken wie Anleger 2007ff. schliesslich in den Beinahe-Ruin stürzten.“

      Finanzkrisen können durch ein Vollgeldsystem weder eingeschränkt noch verhindert werden. Die Ursachen waren z.B. 2008 exogener Natur wie Herr Dr. Ott treffend schreibt. Zudem ist durch die Verlinkung und Globalisierung des Weltbankensystems die Transmission exogen ausgelöster Finanzkrisen – auch im Vollgeldsystem – weiterhin eine Realität. Und last but not least führt ein Alleingang mit Zentralisierung des Geldschöpfung (lassen wir diesen Ausdruck mal so stehen) in eine unkontrollierbare Wirtschaftsordnungskrise.

      Das wollen wir alle nicht und Nutzen bringt die Vollgeldreligion auch keinen!

      Freundliche Grüsse

    • Guten Tag Herr Dr. Ott,

      Vielleicht haben Sie meinen direkt untenstehenden Beitrag bezüglich Hypotheken von Nichtbanken überlesen.

      So schlimm wie Sie den Teufel an die Wand haben ist es also nicht wie die aktuelle Realität zeigt.

      Ich selbst kenne die Vollgeldinitianten nicht, aber wäre sehr erstaunt wenn eines ihrer Ziele die Bargeldabschaffung ist.

      Vielleicht haben Sie auch bemerkt, dass nach dem Willen der Elite die Abschaffung des Bargelds direkt zusammen mit dem Einführen des RFID Chips einhergehen soll.
      Entsprechend können sich die TV-Schäfchen bei ZDF/ARD auch in immer höherer Kadenz von Werbebeiträgen für RFID Chips berieseln lassen.
      Sogar Kinder werden im KiKa schon abgerichtet.

      Sehen Sie, für mich ist es wie folgt.
      Am besten wäre ein Zinsfreies Geld (also natürlich gibt es bei Geldverleihungen einen Zinsteil für das Ausfallrisiko, aber der risikofreie Zins soll weg).

      Aber solange man ein Geld mit risikolosem Zins hat, soll die Geldschöpfung über eine Staatsbank laufen.
      Es geht doch nicht an, dass wir mit Steuern noch Zinsen auf Staatsschulden bezahlen müssen!

      Das bedingungslose Grundeinkommen für Milliardäre muss weg.

    • @ Peter Keller

      Guten Tag Herr Keller,

      Ich stimme Ihnen zu, es gibt keine Leihe ohne Gegenleistung. Daher wäre ein zinsloses Geldsystem schlicht irrational – allenfalls auf Zwang basierend.

      Nur – man kann den Zins auch nicht in Risiko und sonstige Anteile zerlegen. Wer das behauptet, lügt oder irrt.

      Dank Leibniz‘ Axiome können wir seit Ende des 17. Jhdts. immerhin inzwischen Zins u. Tilgung unterscheiden – was schon einen gewaltigen Fortschritt im Denken wie für die Bankpraxis bedeutete.

      Das ‚Risiko‘ im Zinsanteil zu berechnen, geht mE aber aus logischen Gründen nicht, da ich nicht heute etwas berechnen (also auf sogenannten kardinalen Skalen eineindeutig abbilden) kann, was morgen erst -unerwarterweise- eintritt.

      Natürlich kann ich so tun – indem ich Ereignisse der Vergangenheit statistisch aufbereite u. in die Zukunft projiziere. Aber im Prinzip ist das reine Kaffeesatzleserei.

      Was auch der eigentliche Grund ist, warum die ganzen ‚Risikomodelle‘ bei den Banken im entscheidenden Moment alle versagt haben u. weiter versagen werden. LTCM u. die ganzen weiteren Finanzkrisen lassen grüssen.

      Dennoch stimme ich Ihnen vom Prinzip zu – ja, es gäbe einen Ansatz für quasi zinsloses Geld, zumindest mit Blick auf das, welches unsere Staatsausgaben deckt:

      Schlicht ‚Drucken‘ statt es sich als Volk dafür von der Zentralbank gegen Zinsen auf ewig auszuleihen.

      Ich habe mehrfach darüber geschrieben u. bin mir bewusst, dass das Konzept auf die meisten Bürger (noch) zu abstrus wirkt.

      Aber gegeben unser Geldwesen, wäre das mE die einzig vernünftige Vorgehensweise. Aber bis dahin scheint noch ein steiniger Weg, also streiten wir eben lieber weiter über Ideologien..

    • Guten Tag Herr Dr. Ott,

      Sie haben recht.
      Schlussendlich soll die Kreditvergabe im freien Markt erfolgen.

      Und ob da der Zins nun Kreditspread oder Marge ist, kann man kaum nachweisen.

      Ich finde es einfach verrückt, dass man mit dem jetzigem System seitens der Zentralbanken mit dem risikolosem Leitzins eine fixe Umverteilung von Fleissig an Reich vorgibt.

      Das muss dringendst beendet werden. Selbst mit Minuszinsen werden die Konsumenten immer noch enteignet.

      Wie Sie sagen sind normale Bürger, inklusive einige Doktoren, noch von der Zukunft mit zinslosem Staatsgeld überfordert.

      Hoffentlich gibt es rechtzeitig ein Einsehen.
      Ansonsten muss nach dem Crash versucht werden zu verhindern, dass reaktive Kräfte das Geldsystem nach ihrem Gusto weiterführen können.

  8. Ich möchte noch auf einen Punkt eingehen, den die Bewahrer des aktuellen Geldsystems aus mir nicht erfindlichen Gründen nicht bedenken.

    Ein (Schein-)Argument ist ja, dass mit Vollgeld nur die SNB Kredite vergeben kann.

    Wie kann es dann sein, dass bereits heute viele Nichtbanken Hypotheken und vergeben?
    Zum Beispiel, Swiss Life, AXA, Helvetia, Postfinance, Basler Versicherungen etc.

  9. Die Vollgeldinitianten sollten ein paar Kurse in Finanzbuchhaltung belegen, damit ihre offensichtlich falsche Argumentationsreihe nicht immer sofort entlarvt werden kann.

    Mein Vorschlag:
    Jeder soll sich ein zwei Barren Gold kaufen, diese zur SNB bringen. Und die SNB stellt ein Zertifikat pro Milligramm eingebrachtem Gold aus. Dieses Zertifikat dürfte dann vom aktuellen Besitzer jederzeit gegen eine „kleine“ Gebühr wiederum gegen ein Milligram Gold eingetauscht werden.

    Für die Vollgeldinitianten: Damit stünde auf der Aktivseite der SNB Gold, und auf der Passivseite als Fremdkapital der Zertifikatsumlauf von Goldanteilen. Vielleicht ergibt sich ihnen jetzt, warum in der Bilanz der SNB auf der Passivseite als Fremdkapital der Notenumlauf steht.

    Jedoch ACHTUNG was lernt uns die Geschichte:
    Als das Bretton-Woods System noch existierte wollte Charles de Gaulle die Dollarbestände von Frankreich gegen Gold eintauschen lassen, nur leider war nicht wirklich genügend Gold vorhanden.
    Damals verpflichtet sich die US Notenbank immer und jederzeit 35 US Dollar gegen eine Unze Gold einzutauschen.

    Fazit: Gier und Betrug oder netter ausgedrückt Manipulation oder „Währungspolitik“ (Länderpolitik) wird immer Bestandteil eines Geldsystems sein.

    • Die Vollgeldidee hat keine Antwort auf das Hauptproblem aktueller Geldpolitik, dh den Zusammenbruch der Umlaufgeschwindigkeit (Velozität) des Geldes. Wie das Sprichwort sagt; sie können das Pferd zum Brunnen bringen aber nicht für das Pferd saufen.
      Vollgeld garantiert nicht, dass die dadurch Begünstigten das Geld in sinnvolle, marktwirtschaftliche ökonomische Aktivität umsetzen.
      Die Wirtschaft braucht ein Umfeld in dem sich Investitionen lohnen sonst bleibt das ganze Gehabe der Geldpolitiker eine Fata Morgana.

    • Sie verwechseln da was gehörig.

      In Ihrem Beitrag erwähnen Sie Gold und Zertifikate auf Gold.
      Das sind zwei verschiedene Dinge.

      Und Sie suggerieren, dass die SNB gezwungen ist, für die Einreichung von einem (das Zertifikat), das andere (Gold) zu liefern.
      Dafür wären Gesetzesänderungen notwendig.

      Bei Geldscheinen oder Vollgeld und auch bereits jetzt bei Banknoten ist diese Lieferpflicht aber genau nicht so.

      Wie beim jetzigen System ist das Geld mit Nichts gedeckt.
      Es ist rein das Vertrauen in die Währung, nichts weiter.

      Wenn die SNB Vollgeld schöpft, ist sie zu keiner Leistung verpflichtet. Keine Gegenleistung zu erbringen => Kein Fremdkapital

      Die Buchhaltung ist nicht relevant. Es gibt Firmen die verbuchen mittlerweile mehr oder weniger wie sie wollen und das hat mit der ökonomischen Realität nichts zu tun.
      Wer sich in das Buchhaltungsreduit zurückzieht, hat eine Denke vom vorherigen Jahrtausend und versteckt sich vor der Realität.

    • @Peter Keller

      Erstens sprach ich von einem reinen Gedankengebilde.

      Zweitens ist das Papiergeld auch heute in einer gewissen Weis durch die Aktiven der SNB gedeckt

      Und drittens bildet die Buchhaltung nur Realität ab, egal in welchem System.

      Vielleicht hilft ihnen dieser kleine Denkanstoss etwas. Die Aktivseite einer Bilanz zeigt auf wo das Geld ist (Gebäude, Autos, Barschaften etc.), und die Passivseite zeigt auf von woher es kommt (Aktionären, Fremdkapitalgeber, frühere Gewinne).

      Mein Vorschlag zielt dahin ab, dass eben gerad das Papiergeld damit einen Gegenwert erhalten würde, welcher weniger manipulierbar wäre.

      Und ja ich bin der Meinung, dass Geld einen inneren Wert haben sollte oder zumindest jederzeit in einen solchen umgetauscht werden kann. Ob dabei der Umtauschwert Gold, Silber oder Braunkohle ist, ist dabei nebensächlich.
      Ich sprach von Zertifikat, weil der Besitzer eines Zertifikats eine Art Hinterlegungsschein (depositary receipt) in den Händen halten sollte der auch Beglaubigt, dass der Gegenwert tatsächlich existiert und dort und dort jederzeit gegen Vorlage des Zertifikats abgeholt werden kann.

    • @Vive la France

      Ja richtig. Genau so ist es und nicht anders.

      Der „Peter Keller“ (Freund von Hörmann) hat nichts begriffen von Buchhaltung (wie Hörmann auch) und will es nicht einsehen.

      mfG

    • @Vive la France

      Ihre Gedanken zum inneren Wert/Umtauschbarkeit von Geld finde ich gut.

      Aber bezüglich der Buchhaltung muss ich darum bitten, sich mit der „Buchhaltungsgeschichte“ der letzten paar Jahre zu befassen.
      Die zeigt doch exemplarisch, wie man die Wahrheit in der Buchhaltung ganz gehörig verdrehen kann.
      Da wurden Goodwill „Impairments“, abenteuerliche Revenue recognition, Nichtbilanzierung von Schulden, Verbuchung von nichtexistenten Debitoren etc. einfach durchgewunken.

      Und da die Firmenzahlen ja immer mieser werden und man bislang einen globalen Crash vermeiden wollte, wird da auch immer mehr zugelassen.

  10. Die Schweizer haben 1891 entschieden, dass Banknoten nur noch von der Schweizerischen Nationalbank in Umlauf gebracht werden dürfen.

    Auch damals wurde der Teufel an die Wand gemalt, doch heute würde niemand mehr behaupten, dass die SNB dadurch Kreditmonopol erlangte oder dass daraus ein Geldmangel entstand.

    Weil es schlicht und einfach nicht stimmt. Damals wie heute.

    Bei Banknoten und Münzen ist uns das intuitiv klar. Nun geht es lediglich darum, dass elektronisches Buchgeld gleich in Umlauf gebracht wird. Eine technische Neuerung, die mit vielen Vorteilen verbunden ist.

    Unter anderem auch für die Banken, denn Vollgeld führt zu weniger Regulierung und Bürokratie. Die Initiative bietet eine wissenschaftlich fundierte, sorgfältige und ausgewogene Lösung.

    Alles in allem wird das traditionelle Bankengeschäft unterstützt, denn die privaten Banken werden erst mit Vollgeld Vermittler zwischen Sparern und Kreditnehmern. Es entsteht ein Bankensystem, wie es sich die Bürger vorstellen.

  11. Kurzfassung meines Beitrags unten:

    Fehler 1:

    „Helikoptergeld“ wäre identisch mit „FIAT-Geld“ oder „Geld aus dem Nichts“. Das würde bedeuten, dass die SNB dieses Geld einfach auf der Aktivseite ihrer Bilanz einbucht und es dann per Helikopter den Bürgerinnen und Bürger verchenkt. Dadurch müsste sie es wieder ausbuchen. Konklusion: In der SNB-Bilanz wäre gar kein Geld verbucht. Dieses Geld hätte somit keinen Wert.

    Die SNB wäre damit eine Geldfälscherin.

    Wenn Sie die SNB-Bilanz oder irgendeine Bilanz einer Zentralbank anschauen würden, so sähen Sie, dass der Geldumlauf auf der Passivseite der Zentralbankbilanz verbucht wird. Ihre Darstellung der Realität ist somit falsch.

    Ihre Vorstellung von „Helikoptergeld“ ist also genau so ein Irrtum wie „FIAT-Geld“ oder „Geld aus dem Nichts“, wie das unser SNB-Chef Jordan behauptet.

    Fehler 2:

    Könnte die SNB einfach Helikoptergeld oder FIAT-Geld oder „Geld aus dem Nichts“ herstellen und auf der Aktivseite ihrer Bilanz einbuchen, so würde dadurch Eigenkapital der SNB entstehen. Die SNB und damit wir Schweizer könnten so unendlich reich werden und damit die ganze Welt aufkaufen. Sie unterliegen derselben Illusion wie unsere Professoren Jordan und Baltensperger.

    Leider erklären Sie auch nicht, wie das Geld an die Bürgerinnen und Bürger verteilt wird. Wer erhält wie viel aufgrund von was?

    Fehler 3:
    Sie schreiben, die Realleistung der Wirtschaft stelle den Gegenwert des Geldes dar und bei der Geldemission entstünde ein Emissionsgewinn.

    Ein Emissionsgewinn kann nur entstehen, wenn auf der Aktivseite ein realer Vermögenswert eingebucht wird – also die Realleistung der Wirtschaft, wie Sie behaupten.

    Daraus folgt:
    a) Auf der Aktivseite wird nicht Geld, sondern die Realleistung der Wirtschaft eingebucht. Sie widersprechen sich somit selbst.

    b) Damit dies geschehen kann, müsste die ganze Realleistung der Wirtschaft an die SNB übertragen werden. Das wäre Kommunismus pur. Die SNB würde Eigentümerin des ganzen Volksvermögens und gibt dagegen Geld aus.

    Herr Professor: Geht’s noch?

    Herr Joop: Sie und die Vollgeld-Initianten begehen denselben Irrtum, wie Herr Jordan oder Herr Draghi oder Frau Yellen oder die BIZ. Sie alle meinen, sie könnten Geld als Aktivum schaffen. Das ist eine unglaubliche Illusion.

    Sie bringen nichts Neues, sondern „plappern“ einfach alte Irrtümer nach.

    Herr Bundespräsident Johann Schneider-Ammann möchte das Bildungswesen verbessern. Für die Schülerinnen und Schüler soll es strenger werden.

    Ich denke, zuerst sollten die Herrn und Damen Wirtschaftsprofessorinnen und –professoren mit sich selber etwas strenger werden.

    Herr Joop – bitte erledigen sie zuerst ihre Hausaufgaben bevor Sie hier solche unglaublichen Irrlehren verbreiten.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Herr Meyer, in allen Ehren, aber solch schwachsinnige Kommentare wie der Obige posten Sie bei Geldfragen auf allen möglichen Webseiten. Ihre Statements sind weder sachlich noch humorvoll, und ich habe schon zigmal versucht auf Ihre (Fehl-)Überlegungen einzugehen und mit Ihnen eine vernünftige Diskussion über unser Geldsystem zu führen, leider ohne Erfolg.

      Jeder möge für sich selber entscheiden ob Marc Meyer’s einzigartiges/unvergleichliches/unantastbares Wissen über unser Geldsystem, das im Widerspruch zu Herr Jordan, Herr Draghi, Frau Yellen, der BIZ, Herr Schneider-Ammann und Herr Joop steht, für richtig/nützlich/sachdienlich hält oder ob Sie sich vielmehr über eine sachliche und konstruktive Diskussion in den Kommentaren freuen würden.

      Freundliche Grüsse
      Alex H.

    • @Alex H

      Guten Morgen

      Schade, dass ich bei ihnen kein einziges fachliches Argument finde, auf das ich eingehen könnte.

      Die Vollgeld-Initianten sehen offenbar ihre Fell davonschwimmen.

    • Sehr geehrter Herr Meyer

      Ihre ganze Argumentation bezüglich des Werts von Geld wird schon dadurch widerlegt, dass es die Digitalwährung Bitcoin als reine Reputationswährung, als reines Fiat-money gibt. Auch der Wert des Schweizer Frankens hängt nicht von den Sicherheiten der Kreditnehmer ab – das zeigen ja auch die CHF-Kursschwankungen, die nichts mit den Sicherheiten zu tun haben.

      Im Vollgeldsystem ist die SNB nur für die Geldemission zuständig, die Geschäftsbanken können weiterhin munter Kredite vergeben, die Kreditvergabe wird also NICHT zentralisiert, sondern dem Markt überlassen. Im Vollgeldsystem werden die Geschäftsbanken zu wirklichen Finanzintermediären.

      In meinem Artikel sage ich, dass der Geldumlauf im Vollgeldsystem auf der Aktivseite der Notenbankbilanz verbucht werden soll – heute ist das natürlich nicht so und das ist ja das Problem. Im Vollgeldsystem wird es möglich, Geld schuldfrei zu emittieren (wie es z.B. bei Bitcoin der Fall ist).

      Beste Grüsse

    • @Mark Joob

      Sehr geehrter Herr Joob

      Danke für Ihre Antwort.

      Erstens:

      Ein Vergleich zu Bitcoins: Picasso beispielsweise hätte in einem Restaurant ein Bild auf eine Serviette zeichnen und damit bezahlen können. Er hätte mit der Zeichnung sogenanntes „Aktivgeld“ geschaffen. Seine Zeichnungen sind rar und gesucht. Bitcoins sind mathematische Kunstwerke. Sie sind schwer zu erstellen und rar. Es gab eine Zeit, da haben die Leute um 4 Uhr morgens gewartet auf ein neues Modell einer Swatch Uhr und deren Preise sind in die Höhe geschnellt. Es gab Zeiten, da haben die Holländer mit seltenen Tulpenknollen gehandelt, deren Preise explodierten. Es gab Zeiten, da haben die Menschen mit seltenen Muscheln bezahlt usw.

      Alle diese Beispiele stellen Aktivgeld dar. Sie sind gekennzeichnet durch relative Seltenheit, was ihnen Wert verlieh. Bitcoins gehören in diese Kategorie. Bitcoins gehören in eine Ecke des neuen Museums für moderne Kunst in Basel – aber nicht ins Portemonnaie.

      Die starken Wertschwankungen von Bitcoins belegen, dass diese nicht einen stabilen inneren Wert aufweisen, wie das Geld besitzen müsste, sondern reines Spekulationsobjekt sind, welches auf Knappheit basiert.

      Es wird die Zeit kommen, da wird es immer mehr Konkurrenz zu Bitcoins geben. Mit der relativen Knappheit von elektronischem Geld, basierend auf mathematischen Formeln, ist es dann vorbei. Dieses Geld wird dann genauso wertlos, wie Tulpenknollen in Holland.

      Bitcoins kosteten vor 5 Jahren unter 10 Franken. Seither kletterten sie gegen 500 Franken mit Kursschwankungen von 80 Prozent innert kürzester Zeit. Ihre Maximalemission liegt bei 21 Mio Einheiten. 70 Prozent des Handels mit Bitcoins findet in China statt; z.T. in kriminellen Bereichen.

      Bitcoins können also nie und nimmer ernsthaft als Alternative zu gedecktem Geld in Frage kommen. Niemals darf die Volkswirtschaft der Schweiz dazu missbraucht werden, als Versuchskaninchen zu dienen für Modelle von Aktivgeld wie Bitcoins oder Vollgeld, deren Scheitern einfach zu prognostizieren ist.

      Zweitens:

      Sie schreiben der Wert des Schweizerfrankens hänge nicht von den Sicherheiten des Geldemittenten ab, das zeigten die CHF-Kursschwankungen. Die SNB versucht aber nichts anderes, als den CHF-Kurs mit ihrem Portefeuille, d.h. mit ihren Sicherheiten, zu beeinflussen.

      Sie dürfen den Wert von Notenbankgeld nicht mit dem CHF-Kurs verwechseln. Angenommen die SNB besitze Devisen im Gesamtbetrag von 600 Mrd. Franken. Sie habe dieses Vermögen finanziert mit 600 Mrd. CHF Fremdkapital von den Banken in Form von Giroguthaben der Banken bei der SNB. Nun falle der Wert der Devisenanlagen in Franken bewertet auf 500 Mrd.

      Die SNB kann somit ihre Schulden bei den Banken nicht mehr zurückzahlen. Die Banken müssen demzufolge ihre Guthaben bei der SNB um 100 Mrd. wertberichtigen. D.h. der Wert von Notenbankgeld fällt um 10 Prozent in Relation zu anderen Vermögenswerten in CHF-bewertet.

      Dadurch fällt nicht die Kaufkraft von anderem Buchgeld in CHF; es sei denn die betreffende Bank habe grosse Verluste erlitten auf ihren Positionen bei der SNB, so dass sie selber auch Konkurs geht.

      Zudem fällt bei einem Wertzerfall des Notenbankgeldes auch nicht entsprechend der gesamte Aussenwert des Frankens, weil die ausländischen Investoren nicht SNB-Notenbankgeld besitzen, sondern Buchgeld ihrer Schweizerbank. Da bürgt zuerst noch das Aktienkapital der betreffenden Schweizer Bank.

      Drittens:

      Sie behaupten, bei Vollgeld könnten die Geschäftsbanken „munter“ weiter Kredite vergeben. Bei einer Kreditvergabe entsteht jedoch Buchgeld. Bei einem Hypothekarkredit beispielsweise verbucht die Kantonalbank den gewährten Hypothekarkredit auf ihrer Aktivseite und auf der Passivseite das von ihr emittierte Buchgeld.

      Es gibt also keine Kreditvergabe im Bankensystem, ohne dass der Kreditgeber dabei Geld emittiert. Wenn also nur noch die SNB Buchgeld emittieren darf, so folgt dadurch unweigerlich, dass nur noch die SNB Kredite gewähren darf. Die SNB wäre dann die einzige staatliche Kreditbank der Schweiz.

      Ihre Behauptung, dass bei Vollgeld die Banken munter weiter Kredite verleihen können ist damit widerlegt.

      Viertens:

      Sie schreiben, im Vollgeldsystem würde das von der SNB emittierte Vollgeld auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht.

      Dazu folgende Einwände:

      – Bei Entstehung dieses Aktivgeldes entstünde somit Eigenkapital der SNB. Die SNB und die Schweiz würden dadurch unendlich reich. Die Schweizer müssten nicht mehr arbeiten und könnten die ganze Welt aufkaufen. Sehen Sie nicht, dass das unrealistisch ist?

      – Wenn die SNB das könnte, so könnten das die übrigen Notenbanken der Welt auch. Niemand müsste mehr arbeiten. Griechenland nicht – Zimbabwe nicht und und und. Ich frage mich, gibt es denn keinen Studenten an der HSG, der diesen Irrtum erkennt?

      – Würde die SNB bei Geldemission Aktivgeld schaffen, so müsste sie dieses ja ausbuchen, sobald sie es in den Wirtschaftskreislauf gibt. D.h. die SNB bräuchte gar keine Bilanz mehr bzw. in der Bilanz der SNB wäre gar kein Geld mehr verbucht.

      – Zudem geht aus Ihrem Beitrag nicht hervor, wie das Aktivgeld der SNB unter die Marktteilnehmer verteilt wird. Wer bekommt wieviel? Bekäme jeder gleichviel? Oder bekommt einer mehr als der andere? Warum? Aufgrund von welchen Kriterien?

      – Angenommen, im Vollgeldsystem wolle ein Bürger ein Haus bauen. Er geht zu seiner Bank, wie Sie behaupten. Die gibt ihm Vollgeld. Wieviel gibt sie ihm? Aufgrund von welchen Kriterien gibt sie ihm wieviel? Da könnte doch jeder kommen und sagen, er baue ein Haus. Die Bank gibt ihm Vollgeld und dann baut er das Haus nicht. Er wird somit sehr reich. Das funktioniert also nicht.

      – Zudem: Gäbe die SNB der Bank Vollgeld, so würde sie dieser gleichzeitig Eigenkapital schenken. Welcher Bank gibt sie wieviel Vollgeld? Aufgrund von welchen Kriterien?

      – Nun schenkt die Bank das Eigenkapital weiter an den Hausbauer. Der erhält also Eigenkapital aus dem Nichts. Was muss der Hausbesitzer der Bank dafür geben? Gemäss Vollgeld-Initiative nichts. Sehen Sie Herr Joob, wie unrealistisch Vollgeld ist?

      – Weiter: Die Vollgeld-Initiative gibt überhaupt keine Auskunft darüber, was mit den fast 600 Mrd. Devisenanlagen der SNB geschieht. Muss die SNB dieses Vermögen veräussern? Die SNB könnte bei dieser Aktion massive Verluste erleiden in dreistelliger Milliardenhöhe. Wer trägt diese?

      – Nochmals weiter: Die SNB hat bei den Banken ja Schulden von fast 600 Mrd CHF. Wer zahlt den Banken diese Schulden zurück? Wie? Werden die Banken einfach enteignet und die SNB sagt: Wir zahlen unsere Schulden bei den Banken nicht zurück? Wir sind nichts schuldig? Die Banken könnten dann ihrerseits ihre Schulden gegenüber ihren Kunden, wie Pensionskassen usw. auch nicht mehr zurückzahlen.

      – Nicht fertig: Was geschieht mit den Kantonalbanken? Die Schweiz ist ja ein föderalistisches Staatsgebilde. Das wirkt sich auch auf das Bankwesen aus. Jeder Kanton besitzt eine Kantonalbank. Diese Kantonalbanken dürften dann ja aufgrund von Vollgeld auch keine Kredite mehr gewähren. Wir hätten dann ein zentralistisches Banksystem mit nur einer einzigen staatlichen Kreditbank.

      Herr Professor Joob: Die Vollgeld-Idee ist ein Irrweg. Geben Sie’s auf. Reine Zeitverschwendung.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  12. Nun hat Vollgeld aber den entscheidenen Vorteil, dass sich die wesentlichen Industriestaaten nicht aus ihren Schulden heraus inflationieren können. Die keynsianisch dominierte Geldtheorie (und deren Vertreter) führen als Inflationsziel immer wieder 2% an (sie hätten aber gerne mehr), u.a. weil weniger Inflation „nicht messbar“ sei. De facto sind 2% beim Sparer aber nicht spürbar – 4 oder mehr % hingegen schon.

    Eine über 10 Jahre dauernde Inflation entwertet 1 Franken auf nur noch 82 Rappen. Eine Deflation von 1% – die aus keynsianischer Sicht des Teufels ist – würde den Wert der Schulden hingegen auf 1.10 erhöhen.

    Das ist nun mal der einzige Grund warum Drgahi auf Teufel komm raus Inflation will. Eine moderate Deflation führt gerade nicht zu Investitionsverschiebungen in die Zukunft.

  13. Sehr geehrter Herr Dr. Mark Joób

    Ihr Artikel scheint mir sehr idealistisch und theoretisch.
    Hierzu einige Fragen:

    – Wie liesse sich denn das Vollgeldkonzept umsetzen?

    – Welches sind die Auswirkungen auf die Geschäftsbanken (z.B. auf Investitions- und Hypothekarkredite; auf Arbeitsplätze etc.)?

    – Welches sind die Auswirkungen auf Konsum und Investitionen in der Realwirtschaft?

    – Wird die Nationalbank dann nicht zur Staatsbank mit Kreditmonopol für Unternehmen und Private?

    – Wie lässt sich ein Umbau der jetzigen SNB in eine Vollgeldzentralbank bewerkstelligen, angesichts der international vernetzten Geldpolitik. Führt dies nicht zu zusätzlichem Isolationismus?

    – Welche Auswirkungen auf den CHF Wechselkurs wären zu erwarten?

    – etc., etc.

    Ich gehe davon aus, dass Sie diese und andere Fragen in Ihrem Konzept auch geklärt haben. Wie sieht das aus?

    Haben Sie hierzu operative Vorschläge?

    Freundliche Grüsse

    • @Anleger und Kreditnehmer

      Darf ich mich kurz einschalten?

      Durch die Vollgeld-Initiative würde die SNB zur einzigen Kreditbank in unserem Lande mit uneingeschränkter Monopolmacht.

      Warum? Weil bei jeder Kreditvergabe Geld entsteht. Wenn nur noch die SNB Geld emittieren darf, so folgt daraus, dass nur noch die SNB Kredite gewähren darf.

      Die Folgen auf Beschäftigung und Zinsniveau können davon abgeleitet werden.

      mfG

    • Sehr geehrter Anleger und Kreditnehmer

      Das Vollgeldkonzept ist ein durchdachter und intelligenter Schritt von dem ALLE PROFITIEREN, inklusive Banken, Anleger und Kreditnehmer.

      Wie liesse sich denn das Vollgeldkonzept umsetzen?

      Als Anleger und Kreditnehmer würden Sie kaum etwas von der Umstellung bemerken. Am Tag X würden alle Kredite, die von den Geschäftsbanken an die Nichtbanken aus dem nichts erschaffen wurden, durch einen Kredit der Monetative (SNB) an die Geschäftsbanken ersetzt. Diesen Kredit sollen die Geschäftsbanken dann innert 10-15 Jahren tilgen. Weil Geld bei jeder Kreditrückzahlung vernichtet wird, wird die Monetative den selben Betrag schuld- und zinsfrei an den Bund, die Kantone oder direkt an die Bürger neu in Umlauf bringen, damit die Geldmenge konstant bleibt. Damit würden über 10-15 Jahren fast die komplette Geldmenge neu erschaffen und an Bund, Kantone oder die Bürger „verschenkt“, womit der Staat komplett schuldenfrei werden könnte. Die Idee von Vollgeld ist auch nichts neues, heute wird der selbe Mechanismus für die Ausgabe von Münzgeld angewannt.

      Welches sind die Auswirkungen auf die Geschäftsbanken (z.B. auf Investitions- und Hypothekarkredite; auf Arbeitsplätze etc.)?

      Die Geschäftsbanken würden ebenfalls vom Vollgeld profitieren solange es nicht zu viele Nachahmer Länder gibt, denn Schweizer-Banken wären dann so sicher wie keine andere Bank auf der Welt. Mit Vollgeld zählen die Kundeneinlagen nicht mehr zum Eigenkapital der Geschäftsbanken (wie bei Wertschriften) und gehören nicht mehr zur Konkursmasse. Damit haben Schweizer Banken international einen enormen Wettbewerbsvorteil. Es entstehen auch keine Marktverzerrungen oder Bevorteilungen, weil für alle Banken in der Schweiz die selben Regeln gelten. Damit ist die To-Big-To-Fail Problematik ursächlich gelöst. Die Postfinance hatte Langezeit keine Banklizenz, konnte also kein eigenes Geld schöpfen, war aber dennoch wirtschaftlich sehr erfolgreich.

      Es ist generell mit einen Wirtschaftswachstum also mehr Arbeitsplätzen zu rechnen, weil die Zinslast verringert wird und alle von neu geschöpftem Geld profitieren.

      Investitions- und Hypothekarkredite werden dann entweder bei einem Intermediär (z.B. Banken) oder bei Nichtbanken direkt aufgenommen, es spielt wieder der freie Markt bei dem kein Teilnehmer systemisch/politisch bevorteilt wird (wie heute die Geschäftsbanken). Die Monetative kann die Geldmenge so steuern, das keine Kreditengpässe entstehen resp. die Zinsen im gewünschten Rahmen ausfallen.

      Wird die Nationalbank dann nicht zur Staatsbank mit Kreditmonopol für Unternehmen und Private?

      Die Monetative (Nationalbank) hat im Vollgeldsystem im Vergleich zu heute keinen Einfluss darauf wo Geld investiert wird, sie bestimmt lediglich die Geldmenge. Das ist ein Machtverlust, die Nationalbank ist vielleicht der einzige Verlierer bei einem Vollgeldsystem, sie hat aber für ihren politischen Auftrag der Preisstabilität viel effizientere Mittel, sie kann die Geldmenge vollständig steuern und damit die Ziele viel besser erreichen.

      Wie lässt sich ein Umbau der jetzigen SNB in eine Vollgeldzentralbank bewerkstelligen, angesichts der international vernetzten Geldpolitik. Führt dies nicht zu zusätzlichem Isolationismus?

      Schon heute sind die Regeln für Mindestreserven international unterschiedlich, eine 100% Mindestreserve stellt kein Hindernis für internationale Geschäfte dar. Der Geldfluss zwischen Geschäftsbanken aus verschiedenen Ländern wird durch Vollgeld nicht tangiert.

      Welche Auswirkungen auf den CHF Wechselkurs wären zu erwarten?

      Die Monetative (SNB) hat viel effizientere Mittel zur Steuerung des Wechselkurses. Speziell von einem zu starken CHF würde der Bund, die Kantone oder die Bürger direkt profitieren, den so würde zur Schwächung neues Geld „verschenkt“ und damit die Wirtschaft angekurbelt.

      Glauben Sie mir, ALLE (außer vielleicht die SNB) würden enorm von Vollgeld profitieren. Es gibt keinen rationalen Grund Vollgeld abzulehnen wie das Ihnen gewisse Kommentatoren hier, der Bundesrat (der in einer Interpellation zu Vollgeld offensichtlich gelogen hat) oder andere Medienberichte zum Teil weismachen wollen.

      Freundliche Grüsse
      Alex H.

    • Sehr geehrter Anleger und Kreditnehmer

      Ganz konkrete Informationen zur operativen Umsetzung des Vollgeldsystems bzw. zum Übergang vom aktuellen System zum Vollgeldsystem finden Sie auf der Webseite der Vollgeld-Initiaitve sowie auf der Webseite vollgeld.de von Joseph Huber, dem Vollgeld-Experten.

      Der Umstand, dass neben etlichen Finanzexperten auch Thomas Mayer, der frühere Chefvolkswirt der Deutschen Bank, das Vollgeldkonzept unterstütz, weil er selbst ein ähnliches Konzept entwickelt hat, zeigt, dass es sich bei Vollgeld nicht um eine idealistisch-weltfremde Theorie handelt, sondern um eine rationale und praktikable Alternative für das bestehende, dysfunktionale System.

      Mit freundlichen Grüssen

  14. All denjenigen die mit dem bisherigen Wertverlust des Geldes argumentieren und daraus schliessen dass es nicht mehr lange so weiter gehen kann sei folgendes gesagt:

    „Vom aktuellen Wert des Geldes bis Null sind es IMMER 100%“

    einfach mal nachdenken und die Wahrheit dieses Satzes erkennen…

  15. Es geht halt immer noch etwas:

    „Laut Bloomberg ist die Bank of Japan bereits jetzt bei 90 Prozent aller im Nikkei 225 befindlichen Unternehmen unter den zehn größten Aktionären zu finden.“

    Fragt sich eben nur, auf was für Ideen die Notenbanker in 5 oder 10 Jahren noch kommen.

  16. Auch Vollgeld bleibt reiner Kredit, solange es nicht durch ein Asset wie Gold gedeckt ist. Das ist es natürlich auch im Vollgeldsystem nicht. Die einzige Sicherheit ist der Staat, der seine Bürger zu Steuerzahlungen zwingen kann. Das ist aber keine Sicherheit, das ist ein Racket-System à la Mafia. (Hier wird die Sicherheit vornehm als „Wirtschaft des Landes“ umschrieben.) Die individuelle Verschuldung wird durch Inhaftnehmung aller ersetzt. Reiner Sozialismus.

    De facto ersetzen wir die Kreditschöpfung durch die Geschäftsbanken durch die direkte Geldschöpfung durch den Staat (via seine Notenbank) ersetzt. Wie das geschieht, dürfte klar sein: Statt wirtschaftlicher Rendite- und Tragbarkeitsüberlegungen (der Banken) übernehmen politische Überlegungen wie Vollbeshäftigung, Währungsmanipulation und Bedienung gut organisierter Wählergruppen das Zepter. Der Staat hätte nicht nur die Einnahmenseite, sondern auch die Ausgabenseite voll unter seiner Kontrolle. Die Illusion, man könnte die Schulden einfach wegfinanzieren, ohne Rücksicht auf ausländische Reaktionen und Inflation – = reines Helikoptergeldprinzip – wäre nur der Anfang.

    Das wäre das Ende aller Zukunft.

    • @Carlos Schenkel

      Buchgeld entsteht beispielsweise bei einem Hypothekarkredit gegen den realen Wert eines Hauses. Vollkommen nachvollziehbar.

      Ihr Frust gegen die Banken heisst nicht, dass Sie nun mit der Vollgeldinitiative blind gegen diese vorgehen können.

      @Petra Schenkel

      Ihr Kommentar hat leider keinen fachlichen Gehalt.

      MfG

    • „Buchgeld entsteht beispielsweise bei einem Hypothekarkredit gegen den realen Wert eines Hauses. Vollkommen nachvollziehbar.“

      Aber Herr Meyer,

      Gegen welchen Wert wird denn das Buchgeld bei einem Konsumkredit geschöpft?

    • Stimmt. Das kann man so sehen.

      Man muss einfach hoffen, dass der Kreditnehmer nicht die Arbeitsstelle verliert oder andersweitige Schuldverpflichtungen eingeht.

      Leute die einen Konsumkredit brauchen leben im Normalfall ja über ihren Verhältnissen und haben entsprechend kein finanzielles Polster.

      Bei der Hypothek könnte man da von einer doppelten Sicherheit sprechen.
      Neben dem langfristigem Ziel der Bank die Liegenschaft und Land über Pfand mal zu erlangen muss ja auch hier ein Einkommen nachgewiesen werden.
      Das Hypogeschäft ist wirklich teuflisch gut eingefädelt:)

  17. Sehr geehrter Herr Joop

    Sie schreiben hier etwas, das Sie offenbar noch nie ganz durchgedacht haben – genauso wie die Vollgeld-Initianten auch.

    Was heisst „Helikoptergeld“? (der Begriff stammt übrigens vom Monetaristen Milton Friedman).

    Friedman argumentierte wie folgt: „Falls die Geldmenge erhöht wird durch Geld, das aus dem Helikopter abgeworfen wird, so hätte das langfristig nur eine Erhöhung der Inflation zu Folge und würde die Konjunktur nicht ankurbeln (u.a. auch Theorie der rationalen Erwartungen; zahlreiche Nobelpreise).

    Weder Friedman noch seine Jünger, die Monetaristen, zu denen auch jahrzehntelang unsere Nationalbank gehörte, haben sich mit diesem lächerlichen Bild offensichtlich je etwas intensiver auseinandergesetzt.

    Helikoptergeld wäre gleichbedeutend mit „Geld aus dem Nichts“, wie es auch unser SNB-Chef Herr Professor Thomas Jordan behauptet. Die Haushalte erhielten Geld, das sie von der SNB geschenkt erhielten.

    Findet jemand dieses Geld dann auf der Strasse, so gehört es ihm. Er kann damit etwas kaufen. D.h. der Finder des Geldes verbucht in seiner persönlichen Bilanz auf seiner Vermögensseite das gefundene Geld und auf der Kapitalseite eine entsprechende Zunahme des Eigenkapitals.

    Damit die SNB Geld aus dem Flugzeug werfen kann, das dann die Menschen als
    Geld gebrauchen können, müsste es sich um sogenannten „FIAT-Geld“ der SNB handeln. D.h. Geld, das die SNB „aus dem Nichts“ geschaffen hat. Das würde bedeuten, dass die SNB dieses auf der Aktivseite ihrer Bilanz verbucht und auf der Passivseite ebenso eine entsprechende Zunahme des Eigenkapitals.

    Durch Schaffung von „FIAT-Geld durch die Zentralbank entstünde somit Eigenkapital der SNB.

    Wenn jetzt die SNB dieses Geld aus dem Helikopter abwirft, so verschenkt sie ihr Eigenkapital an die Bürger, die das Geld auf der Strasse finden. Durch diese Aktion würde das Geld aus der Bilanz der SNB ausgebucht. Es wäre weder auf der Aktiv- noch auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Wenn Sie, Herr Professor, die SNB-Bilanz aber einmal konsultieren würden, so sähen Sie, dass dort in der Bilanz der SNB auf der Passivseite das Notenbankgeld verbucht ist. D.h. es ist nicht ausgebucht, wie das bei „Helikoptergeld“ der Fall wäre. Ihre ganze Argumentationskette basiert somit auf einem Irrtum

    Oder nochmals mit anderen Worten: Das ganze Bild mit dem sogenannten „Helikoptergeld“ trifft in der Realität nicht zu. D.h. es gibt kein „Helikoptergeld“, es gibt kein „FIAT-Geld“ und auch kein „Geld aus dem Nichts“. Da mögen Herr Professor Jordan, Sie und die BIZ noch so lange das Gegenteil behaupten – es ist schlicht und einfach falsch.

    Übrigens: Auch Wikipedia behauptet, es gäbe „FIAT-Geld“ (Helikoptergeld). Da hat aber einfach einer etwas geschrieben, das er nicht versteht. Und es ist schade, dass die Geldpolitik unserer Nationalbank und die Vollgeld-Initiative auf Wikipedia-Niveau stehen geblieben sind – Schade für uns Steuerzahler, die die ganze Suppe werden auslöffeln müssen.

    Sie propagieren nun als Gegenvorschlag zu einem System, das es in Tat und Wahrheit gar nicht gibt, die SNB solle Geld als Aktivum schaffen und in die Welt bringen.

    Herr Professor Joop: Wenn also die SNB Geld als Aktivum schafft, so verlängert sich dadurch die Aktivseite der SNB-Bilanz „aus dem Nichts“. Und was geschieht auf der Passivseite? Bitte überlegen sie einmal:

    Da das Geld aus dem Nichts kommt, also ohne Schuld, muss das Eigenkapital der SNB entsprechend steigen. Die SNB könnte also auf diese Weise unendlich reich werden und wir Schweizer müssten nicht mehr arbeiten und könnten damit die ganze Welt aufkaufen. Realistisch – Herr Professor?

    Sie träumen genauso wie unserer Herr Professor Jordan.

    Das ist ja auch der Grund, weshalb die Vollgeld-Initianten behaupten, bei der Geldschöpfung entstehe ein Gewinn im Ausmass der Geldschöpfung (Seigniorage). Und dieser Gewinn stehe nicht den Banken, sondern der Nationalbank und damit dem Volk zu.

    Damit geben die Vollgeld-Initianten zu verstehen, dass sie das ganze Wesen einer Geldemission nicht verstanden haben.

    Zudem: Würde die SNB dieses Geld dann über das Bankensystem den Bürgern übertragen, so würde es aus der Bilanz der SNB ausgebucht. Es gäbe also Geld im Wirtschaftskreislauf, das frei herumschwirren würde, ohne dass es bei der SNB eingebucht wäre.

    Das wären dann sogenannte Blüten. Geld „aus dem Nichts“ oder Geld als „FIAT-Geld“ oder Vollgeld wäre nichts anderes als Geldfälschung. Warum? Weil es in der Zentralbankbilanz nicht mehr verbucht ist und somit nicht gedeckt bzw. wertlos wäre.

    Unsere Nationalbank würde dadurch zur Geldfälscherin. Wollen wir das?

    Wollen Sie und Herr Professor Jordan das? Oder haben Sie und die Vollgeld-Initianten einfach nicht begriffen, worum es geht?

    Sie behaupten u.a. auch:

    Zitat:

    „Vollgeld gelangt schuldfrei in den Umlauf, indem es als Aktivposten in der Notenbankbilanz geführt wird, was dem Umstand Rechnung trägt, dass eigentlich nicht die Schulden, sondern die Leistung der Wirtschaft den Gegenwert unseres Geldes bilden“

    Und

    „Das schuldfreie Geld kann durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) an den Bund und die Kantone oder direkt an die Bürger ausgeschüttet werden – nicht als Geschenk aus dem Helikopter, sondern aufgrund eines legitimen Anspruchs auf den Emissionsgewinn.“

    Zitat Ende

    Also was schreiben Sie da Herr Professor?

    Das Geld wird also aus der Notenbank Bilanz ausgebucht, wenn es an die Bürger ausgeschüttet wird. Wir sind also wieder bei den „Geld-Blüten“ ohne Gegenwert bzw. ohne inneren Wert.

    Dann erklären Sie nicht, wie viel jeder Bürger erhält. Wie geht die Verteilung vor sich? Pi mal Handgelenk?

    Sie schreiben, als „legitimer Anteil“ am Emissionsgewinn.

    Frage: Wer erzielt einen „Emissionsgewinn“? Die SNB?

    Das wäre nur möglich, wenn der SNB sämtliche Vermögenswerte aus der Volkswirtschaft übertragen würden, sodass sie es auf der Aktivseite bei ihrem Vermögen einbuchen kann. Das führte dann zu einem Emmissionserlös

    Kommunismus pur. Alles gehört der SNB. Geht’s noch?

    Auf der Aktivseite der SNB-Bilanz haben wir nun bei dieser Variante von Ihnen aber kein Aktivgeld, wie Sie sie im ersten Zitat behaupten, sondern das Volksvermögen. Das Geld wäre dann wieder auf der Passivseite.

    Kennen Sie und die Vollgeld-Initianten überhaupt den Unterschied zwischen Aktiv- und Passivseite der SNB-Bilanz?

    Aber man kann es den Vollgeld-Initianten nicht einmal übel nehmen, dass sie dermassen gravierende Überlegungsfehler begehen, da unser oberster Geld-Hüter, SNB-Chef Professor Thomas Jordan, Geld ebenfalls als Aktivum bzw. Vermögen der SNB betrachtet.

    Aber Herr Jordan ist ja auch nicht alleine: Herr Draghi, Frau Yellen, BIZ und und und. Sie tun alle so, als verstünden Sie ihr Metier. Doch weit gefehlt. Sie verstehen nicht, wovon Sie sprechen – verwechseln Aktiven und Passiven der Zentralbank miteinander – und alle plappern ihnen nach.

    Zum Schluss:

    Herr Bundespräsident Johann Schneider Ammann, möchte das Bildungssystem verbessern. Für die Schüler soll es strenger werden.

    Ein Sprichwort sagt: „Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken“.

    Zuerst einmal sollen die Professoren ihre Hausaufgaben machen, bevor sie den Schülerinnen und Schüler bzw. Studentinnen und Studenten schwerere Lasten aufbürden. Das gilt auch für die HSG.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Herr Dr. Meyer, finden Sie es denn besser, wenn die privaten Geschäftsbanken bei einer Kredit-Gewährung einmal eine Million in die Aktiven und einmal eine Million in die Passiven schreiben und und behaupten, dass Geld komme von irgendwo her? (natürlich aus dem Computer – rsp aus der Hand dessen der ihn bedient) Ist dieses Geld dann wirklich was wert, nur weil es in der Bilanz zwei mal steht und wir so blöd sind, zu versprechen es zurück zu zahlen – sogar mit Zinsen, obwohl es vorher gar nicht existierte? Wäre da nicht besser die Bank würde die Zinsen von früher verwenden, um Kredite aus ihrem Eigenkapital zu gewähren, um dann daraus Gewinne zu erwirtschaft. Aber das ginge natürlich zu langsam. Die Postfinanz macht es so. Sollen die Gross-banken von ihnen lernen! Aber Fiat-Money geht viel einfacher und schneller – eben über Bilanz-Verlängerung. Die CS hat sogar so mit einem kleinen Umweg über arabische Staaten ihr Eigenkapital aus der Luft erhöht. Cool, wenn man so ausgefuxt ist nicht? Gebt doch den Bänkern gleich die Regierungsmacht. Sie wüssten sicher wie der Staat zu einer ausgeglichenen Buchhaltung kommt.

    • Nur weil Ihr Text lang ist Herr Dr. Meyer überzeugt er noch lange nicht. Vieles steht unbelegt im Leer-Raum. Buchhaltung scheint eine Disziplin zu sein, die zu beweisen versucht, dass sie Recht hat, indem sie Axiome bildet, die auf den etwas früher zitierten Axiomen gründen. Sehr verwirrlich Ihre Aussagen.

    • Herr Dr. Meyer, ich bin neu hier und beobachte die Szene nur. Sie scheuen keinen verbalen Aufwand, Ihre Sicht der Dinge sendungsbewusst darzulegen. Bewundernswert. Aber niemand scheint das zu schätzen und antwortet Ihnen. Warum wohl?
      Herr Joop stellt einen vernünftigen Vorschlag (Vollgeld) dar, der im Detail allenfalls noch einer buchhalterischen Regelung bedarf.
      Sie jedoch finden, dieser Vorschlag könne mit den gegenwärtigen Buchhaltungspraktiken nicht korrekt abgebildet werden, weshalb der Vorschlag an sich nicht nur unsinnig, sondern sogar unmöglich realisierbar sei.
      Für Herrn Joop ist die doppelte Buchhaltung ein schlichtes Instrument für gewisse Zwecke, für Sie hingegen die gesamte zulässige Denkwelt. Mein – zugegebenermassen ungefragter – Tipp an Sie: Wenn Sie Herrn Joop und Vollgeld verstehen wollen, müssen Sie althergebrachte Dogmen (z.B. Geld=Schuld) überwinden, sonst wird das nichts.

    • @Stefanie

      Bitte bringen Sie hier fachliche Argumente anstatt einfach etwas daherzuplaudern,

      Die Studentinnen und Studenten von Herrn Joob scheinen sehr unkritisch zu sein.

      MfG

      MfG

    • Herr Dr. Meyer, der Autor Mark Joop spricht im Artikel über Vollgeld. Sie sprechen in Ihrer Antwort über „Helikopter-Geld“, „FIAT-Geld“ und „Geld aus dem Nichts“. Die von Ihnen verwendeten Begriffe sagen mir nichts, bitte erklären Sie den Zusammenhang.

      Zu Ihren buchhalterischen Überlegungen: nach meinem Verständnis ersetzt Vollgeld im wesentlichen alle Kredite in CHF, die heute nicht unter die Notenbankgeldmenge M0 fallen. Entsprechend wird dieses elektronische Buchgeld neu ebenfalls von der SNB „geschöpft“. Die Buchhaltung der SNB wird analog dem Notengeld erweitert. Nichts weiter.

      Freundliche Grüsse
      M. Stadelmann

    • Marcel Stadelmann

      Sie haben offrnbar übersehen, dass Herr Joob „Helikoptergeld“ sogar im Titel erwähnt.

      Mit freundluchen Grüssen

      Marc Meyer

  18. Besten Dank für diesen erhellenden Artikel zur Vollgeld-Initiative. Lange war mir das Thema schleierhaft und ich habe die entscheidenden Veränderungen nicht wirklich begreiffen können.

    Hier nun die eigentlich recht simple Auflösung: Geld ist heute notwendigerweise identisch mit Kredit und würde mit dem Übergang zu Vollgeld endlich schuldfrei. So könnte unser Geld in Zukunft zins- und tilgungsfrei existieren und damit die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz nachhaltig befördern.

    Im Grunde erkenne ich in der Vollgeld-Initiative damit ein sehr liberales Anliegen, wo von schliesslich auch der Finanzsektor in der Schweiz profitieren würde – obgleich er das noch nicht wahrhaben will. Und mit der Postfinance haben wir faktisch bereits unsere erste Vollgeld-Bank, die selbst kein Geld erzeugt. Interessanterweise würde deren geforderte Banklizenz mit Annahme der Vollgeld-Initiative überflüssig. Im Gegenteil würde die Postfinance einen enormen Vertrauensvorschuss bei der Bevölkerung geniessen. Ein sehr sympatisches Erfolgsmodell.

    • Vollgeld MUSS kommen und kommt auch, denn sonst endet die Welt im Kollaps. Dieses Schuldgeldsystem ist schon lange tot und wird nur noch künstlich am Leben gehalten. Das wichtigste ist immer noch die Aufklärung der Massen. Es gibt immer noch Menschen die glauben Geld entsteht durch Arbeit – ich weiss nicht ob ich darüber weinen oder lachen soll. Du kannst arbeiten und schuften wie Du willst, wenn vorher niemand so dumm war und ein Kredit aufgenommen hat, kann er Dich nicht bezahlen. Wie kann ich das nur meinem Chef verklickern ?!

    • @Marcel Stadelmann

      Kann schon sein, dass die Buchhaltung der SNB analog dem Notengeld erweitert wird. Aber OHNE Zinsen!!! Zinsen sind in der gesamten Geldschöpfung nicht enthalten und können nie geleistet werden. Geld sollte auch nicht durch ein Kredit entstehen. Denn wenn alle ihren Kredit zurückzahlen würden, dann gäbe es kein Geld mehr. Dieses kranke Schuldgeldsystem ist am Ende und gehört abgeschafft.