Wofür Sie sich auf keinen Fall interessieren sollten

Das heutige Meinungschaos samt aller Wissensdefizite, denen wir ausgeliefert sind, kann nur geordnet werden, wenn wir uns für einige Themen überhaupt nicht mehr interessieren. Mindestens bis zum Rest dieses Jahres sollten wir also die folgenden Fragen nicht mehr stellen.

Was wird aus dem Finanzplatz Schweiz?

Weder Sergio Ermotti noch Tidjane Thiam werden uns wissen lassen, was sie mit ihren beiden Grossbanken wirklich vorhaben. Die uns laufend präsentierten Erzählungen beider CEOs ähneln mehr einer Fata Morgana in einer Wüstenlandschaft als realen Beschreibungen dessen, worauf man sich als Bankkunde oder Kleinaktionär verlassen kann. Ermotti und Thiam finden auch keinen Halt an ihren VRPs Axel Weber und Urs Rohner, deren Laufzeit ihren Höhepunkt überschritten haben dürfte.

Wer soll neuer Präsident der USA werden?

Hillary Clinton ist eine Multifunktionswaffe des US-amerikanischen (Finanz-)Establishments, der bisher als erstaunlichste Leistung ihrer Karriere die Rückkehr zu ihrem Ehemann nach dessen Sex-Affäre zugeschrieben werden kann. Als Aussenministerin blieb sie bedeutungslos. Hillarys Gegner ist ein Immobilien-Prolet, der „Alles oder Nichts“ spielt. Er ist eher Anführer eines Volksaufstandes und auf keinen Fall Stratege zur Erhaltung der USA als alternde Weltmacht. Das beiden zujubelnde amerikanische Volk ist von einer Dummheit, die nur verstanden werden kann, wenn man die Qualität der US-Medien sieht.

Wird die EU ihre Krise überleben?

Weil es eine Katastrophe für die deutschen, französischen und anderen EU-Konzerne wäre, müssen die Europäische Union samt dem Euro überleben. Bräche die EU zusammen, gäbe es auch keine Osterweiterung mehr, und die Nato als militärischer Arm des freien Westens fiele mit Sicherheit kurz darauf auch auseinander. Dann müssten die USA Europa gemeinsam mit der Türkei als verbleibendes Nato-Tigerland verteidigen. Einzig Trump und Erdogan zusammen könnten dies bewerkstelligen. Berlin und Paris würden zur Provinz.

Ist die Flüchtlingskrise bald beendet?

Weil Europa mit seinen gut 500 Millionen Menschen nicht mehr wächst und sogar schrumpft, ist es die Hoffnung der Sozialdemokraten und Linkspolitiker aller europäischen Parteien, mit Fachkräften aus dem Nahen Osten und aus Afrika das ungezügelte Wachstum aller staatlicher Verwaltungen am Leben zu erhalten. Niemand glaubt ernsthaft, die meist bildungsunwilligen islamisch-afrikanischen Eliten könnten in den kommenden 5 bis 10 Jahren integriert werden. Den EU-Behörden ist schon die Integration der Europäer misslungen; weshalb sollten Asiaten und Afrikaner dies leichter machen? Intelligente Ausnahmen sind kein Gegenbeweis.

Bleibt die Schweiz unabhängig?

Da die meisten Schweizer Konzerne und eine wachsende Zahl von KMU von Ausländern kontrolliert werden, stellt sich die Frage, welche Teile der Schweiz noch unabhängig und selbstbestimmt sind. Genf mit allen internationalen Organisationen und Basel mit seiner Grosswirtschaft sind von Ausländern besetzt. In der „Greater Zurich Area“ zeichnet sich Ähnliches ab. Die Rütliwiese und entfernte Bergtäler stehen noch voll unter Schweizer Verwaltung, wobei sogar auf der Schweizer Nationalwiese schon ein „Swiss American“ wirtet. Der Finanzausgleich dient dazu, potentiell abtrünnige Kantone bei Laune zu halten und dem Schweizer Volk jene Mindestleistungen zu bieten wie AHV und Sozialzuschüsse, die demnächst ohnehin eingeschränkt werden. Christoph Blocher wird dann, wie einst Baron Münchhausen, eine Schweiz „reiten“, die längst europäisiert und globalisiert ist. Ja, wir bleiben unabhängig, wenn es uns gelingt, diesen Tiger zu reiten.

Werden uns die Landeskirchen trösten?

Diese eher den „Armen und Beladenen“ zugetan als jenen, welche das Land durch Fleiss am Leben halten, werden uns wohl trösten, in erster Linie aber am eigenen Klassenerhalt arbeiten. Die Spitzen der Katholiken wie der Reformierten sind mehr mit der eigenen Karriere als dem Dienst am Nächsten beschäftigt. Hans Küng ist in seiner Krankheit versunken, wobei er, was wenige merkten, vom Dalai Lama in dessen jüngster Schrift („Ethik ist wichtiger als Religion“) glanzvoll bestätigt wurde. Josef Imbach tingeltangelt durch die Kirchen als freier Prediger; einer der besten Kirchenmänner wurde von der eigenen Kirche kaltgestellt.

Was tun die Intelligenten unseres Landes?

Am besten ist es, diesen wenig gefragten Geisteszustand zu verbergen. Weil aus Gründen des etablierten Machtgleichgewichts weder im Bundeshaus noch in den Kantonen intelligente Führungskräfte gefragt sind, bleiben die Hochschulen. Die gehobene intelligente Fachkraft findet in Bern, Neuenburg, Basel, Luzern, Lugano und St. Gallen immer noch einen Unterschlupf. Die Schweizer Medien, an der Spitze die SRG, öffnen sich gerne jedem Unfug, sei er nur spielerisch-elegant und wahre er die gesellschaftlichen Tabus. Es bleibt die Kreativwirtschaft, wo man bei reduziertem Konsum immer noch gut überleben kann.

Was soll nun wirklich getan werden?

Wer als Schweizer noch Arbeit hat, soll diese unter allen Umständen verteidigen. Für die über 50jährigen – Männer oder Frauen – wird die Luft dünn, es sei denn, sie würden schon in einer Generaldirektion oder einem Verwaltungsrat sitzen. Bei angemessener Anspruchshaltung, die nicht durch ein persönliches Erbe erleichtert wird, hilft nichts als eine international-globale Orientierung. Nicht nur das Silicon Valley, auch China und Indien rufen unsere jungen Talente. Die Währung heisst: „Zwei Oberhänsli für einen Jain“. Zunehmend sollte auch unser Land, die Schweiz, gepflegt werden. Der Kampf mit Architekten und Strassenbauern ist des Einsatzes der Edlen wert. Überall in den Kantonen wachsen lebendige Start-ups heran. In diesem Fall ist früher Wechsel guter Wechsel, weil die besten Plätze stets rasch besetzt sind.

Diese von mir vorgeschlagene Schweigespirale wird es vielen leichter machen, ihr Los am Arbeitsplatz, in der Familie und bei Freunden zu ertragen. Vom Fussball bis zur nächsten Velofahrt, vom ehrenvollen olympischen Wettkampf bis hin zur Kunst des wahren Grillens, vom Jass bis zum Golf, gibt es genügend schöne Themen, die uns das Leben leichter machen.

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8 Kommentare zu “Wofür Sie sich auf keinen Fall interessieren sollten

  1. Wie immer facettenreich geschrieben und durchaus auf den Punkt gebracht.

    Ich gehe davon aus, dass sich auch Klaus Stöhlker vorbildhaft an seine „Schweigespirale“ hält. … abgemacht??

    mfG

  2. Gut adressierte Themen, aber es passiert nichts Neues. Mindestens nichts, was seit 6’000 Jahren, die wir ein wenig kennen, bereits immer passierte (davon ca. 150 Jahren mit ein wenig Demokratie) : Neue Zivilisationen entstehen, entwickeln sich, erstarren und verschwinden. Über die Realität, dass unsere westliche in den zwei letzten Phasen steht, kann sich jeder, Asien besuchender Tourist ein eigenes Bild machen.
    Und dafür sollte man sich auf jeden Fall interessieren…

  3. Sie bezeichnen andere (ganze Völker; die Gesamtheit derjenigen, die für den einen oder anderen Kandidaten stimmen) als dumm. Märssi für’s Kompliment.

  4. Sehr gut ihr Kick gegen die SRG. Auch in der Romandie beschäftigt sich die RTS nur mit Kuriositäten, Pseudo-Künstlern, Flüchtlingen und sozialen Randfiguren. Die Schwierigkeiten der wertschöpfenden Lohnempfänger kommt quasi nie zum Ausdruck und vor allem werden ihnen absolut zero gute Ideen vermittelt, ihre Situation zu verbessern (wer sollte diese Ideen auch haben?).
    Wie Neron im alten Rom werden dagegen Spiele, die den Populus ablenken (Tennis, Fussball) zu Unsummen eingekauft und zu Spitzenzeiten serviert.
    Durch Minimalzinsen wird ein unsinniger Bauboom am Leben erhalten und jede grössere Schweizerstadt gleicht mittlerweilen einer Grossbaustelle. Büroleerstände beginnen anzusteigen, wen kümmerts. Banken finanzieren diesen Unsinn aus Anlagenotstand und programmieren ihrer spätere Verstaatlichung ( In der nächsten Krise via SNB’s „Quantitative Easing“.
    Schöne Aussichten also! Zum Glück sind wir nicht allein!

  5. Grüezi Herr Stöhlker,

    Kreativität ist das vornehmste Kennzeichen offener Gesellschaften.

    Und wir sind keine offene Gesellschaft.

    Ist es nicht höchst erfreulich, dass dieses System an sich selber vernichtet, weil es Kreativität unterbindet?

    Und ist es nicht noch witziger, dass die Nomenklatura den augenfälligen Niedergang nicht etwa auf einen Mangel an Kreativität zurückführen kann, weil sie -selber weitgehend parasitär- so gut wie völlig unkreativ ist?

    Das Ergebnis schulischer Umerziehung sehen wir gerade. Dumme verbildete Konsumroboter und Untertanen, denen jede soziale Partizipation abhanden gekommen ist, in einer geistig dumpf daher galoppierende Herde, der vom Marketing eingeredet wurde „Individualisten“ zu sein!.

    Kooperation ist der Schlüssel!

    Die EU wird zerfallen, und das ist gut so!

    Die Rüstungsindustrie zwingen sich an die Kosten der zwangs -Umsiedlung fremder Völker in Europa zu beteiligen.

    Zurück zu Nationalwährungen (sehr gut für den Schweizer Franken) und endlich freie Schulen und unabhängige Berichterstattung!. 70% der Journalisten in der Schweiz kommen aus gut – bis sehr gut situirten Familien. Die Anliegen der unteren sozialen Bevölkerungsschichten werden seit 20 Jahrzehnten ausgeblendet, stattdessen hat man die Menschen gegeneinander ausgespilet (faule Arbeitslose, böse Ausländer, IV-Betrüger usw. usf.).

    Bundesbern (Departamente, Parlament, Kommissionen) von den tausenden eingenisteten Lobbysten befreien.

    Das Finanzcasino trockenlegen und die Grossbanken zersplittern.

    Pensionskassen-Gelder in der AHV einfliessen lassen und die 2. Säule Fehlkonstruktion auflösen.

    Schweigen kann vielmals wohltuend sein, sich aber nicht aus eigenem Antrieb für solche Themen zu interessieren, ist fatal!

    Herzliche Grüsse

  6. Stöhlker spürt, was da auf uns zukommen wird… Und SRF, Tagi usw. berieseln das CH Volk weiterhin mit staatlich anerkanntem Ideologie-Dünnschiss seiner „Experten“ bis zum bitteren Aufwachen der verblendeten Massen.

    • Herr Oberhänsli

      Das Schweizer Volk…. ist ja lächerlich. Wie Sie im Artikel lesen können, hilft für Sie als 50+ eine international-globale Orientierung.