Die C-Truppe von Notenstein-Künzi

Künzis neuer Zürich-Chef kennt mehr Headhunter als Kunden – ist bereits umstritten – Shooting-Woman führt CEO-Office.

Thomas Bütler leitet seit kurzem die Region Zürich der Notenstein Privatbank. Bütler war einst bei der CS – und sorgt für Gesprächsstoff.

In seinem Adressbuch gäbe es mehr Namen von Headhuntern als von Private Banking Kunden, meint ein Kritiker. Will heissen: Bütler sei ein Karrierist.

Tatsächlich ist Bütlers Nominierung umstritten. Sie wirft ein Schlaglicht auf den CEO der Raiffeisen-Privatbankentochter, Adrian Künzi.

Der hat den schwierigsten Job im Imperium des Roten Riesen. 2017 muss Künzi seine Notenstein deutlich in die schwarzen Zahlen bringen. Nach 5 Jahren ist seine Schonfrist endgültig abgelaufen.

Bütler sollte entsprechend ein Volltreffer sein. Zürich ist das entscheidende Pflaster im Notenstein-Turnaround. Im Zentrum von Swiss Banking muss die Notenstein endlich zum Faktor werden.

Doch wie? Bütler war lange bei der Credit Suisse, bevor er zur BIL, eine Luxemburg-Bank, gewechselt hatte. Von dort fand er den Weg zur Notenstein über seine Beziehungen.

Vor allem eine. Maya Salzmann.

Die Frau war bei der CS im Osteuropa-Business. Bis es dort Ende der Nullerjahre knallte und eine ganze Crew von Bord ging.

Salzmann war weg. Und suchte eine neue Chance.

Sie erhielt sie in der Provinz. Bei der Notenstein. Dort wurde sie in den Verwaltungsrat gewählt.

Die Frau in einer Männer-Runde. Dort nimmt Salzmann Einfluss.

Sie soll Bütler zu seinem Topjob als Notenstein-Zürich-Chef verholfen haben, sagt eine Quelle. Und der sei eine Fehlbesetzung.

Die Berufung ist umso wichtiger, weil in Zürich der Vertraute von Adrian Künzi zuvor gescheitert war.

Silvan Schriber war mit viel Vorschusslorbeeren und einem ganzen Team von der UBS zur Notenstein gestossen.

Dann war plötzlich Schluss. Im Herbst ging Schriber überraschend von Bord.

Der Ex-McKinsey-Mann zelebrierte seinen Abgang mit einer speziellen Twitter-Meldung. „I quit“, steht auf einem Handzettel, den Schriber ins Soziale Medium hochgeladen hatte.

Schriber hatte zu wenig Erfolg. Er gilt zwar als hochintelligent. Doch die PS auf den Boden bringen, das ist Schriber zumindest bei der Notenstein nicht gelungen.

Schriber war ein Künzi-Mann, die beiden kennen sich seit dem HSG-Studium, sind familiär durch Götti-Verbindungen verbandelt.

Schriber war immerhin ein starker Charakter. Nun ist er weg, und mit Bütler, der um die Fortsetzung der eigenen Karriere wohl froh sein musste, hat Künzi leichteres Spiel.

Ebenso setzt der Notensteinchef in seinem engsten Umfeld auf Figuren, die innert kürzester Zeit aus dem Nichts aufgestiegen sind.

Die Rede ist von Barbara Hueber. Die Frau war bis vor 2 Jahren bei Deloitte, einer Beratungsfirma. Und bis 2010 agierte sie noch als „Junior Consultant“ bei einer No-name-Firma.

Vor Jahresfrist wechselte sie ins Banking, wurde bei der Notenstein rechte Hand des International-Chefs. Als dieser vor drei Monaten vor der Tür landete, fand Hueber Unterschlupf im Vorzimmer von Oberchef Künzi.

Hueber ist neu Leiterin des CEO-Office. Sie spielt damit eine entscheidende Rolle beim grossen Umbau der Notenstein.

Es geht um Kosten und Informatik – was im Banking wie sonst fast nirgends zusammenhängt.

Künzi hat die Führungsspanne verkleinert. Unter sich gibt es noch einen einzigen wichtigen Mann, den Chef des ganzen Private Bankings.

Kein International mehr, kein Schweiz mehr, kein La Roche mehr.

Sondern nur noch Christoph Gloor, Ex La Roche, Ex Basel. Ein neuer starker Mann, mit listigen Äuglein und einem Lächeln wie ein Apple-Emoji.

Der Basler Gloor in der Zentrale, Shooting-Frau Hueber im Vorzimmer, Bütler in Zürich – die drei Neuen ersetzen starke Figuren, die das Weite gesucht haben.

Martin Schenk war eine Integrationsfigur an der Front. Schenk gründete die Zähringer-Bank und fordert damit seinen Ex-Chef Künzi in Bern heraus.

Hanspeter Wohlwend, der hinter der Front das Backoffice schmiss, heuerte vor Jahresfrist bei der Liechtensteinischen Landesbank LLB an.

Wohlwend und Schenk waren zwei Schlachtrösser aus Wegelin-Zeiten. Aus der traditionsreichen St. Galler Privatbank war Anfang 2012 die Notenstein als Tochter der Raiffeisen entstanden.

Die zwei Spitzenmanager galten als A-Banker. Nun sind sie weg, ihre Positionen übernahmen C-Banker.

Künzi bekräftigt damit ein altes Sprichwort.

A-Chefs ziehen A-Leute an. B-Chefs scharen C-Leute um sich.

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26 Kommentare zu “Die C-Truppe von Notenstein-Künzi

  1. Da muss man sich wirklich fragen, ob dies noch seriöser Journalismus ist. Bei den Neubesetzungen in der Geschäftsleitung der Notenstein handelt es sich um absolute top Private Banker, allerdings mit Herkunft Basel und nicht Zürich; dies entgeht einem Zürcher Journalisten offenbar relativ rasch, der sich nur auf dem engen Zürcher Raum zu bewegen scheint. Die Geschäftsleitung Notenstein ist professionell besetzt und wird es richten, wohl auch in Zürich. Jetzt weiss ich wenigstens, wieso die Platform ‚insideparadeplatz‘ heisst und nicht ‚insideswitzerland‘; zum Glück!

    • MSch: Der Top Banker mit Herkunft Basel, Hr. Christoph Gloor, ist eine Kapazität, der kürzlich eingestellte mit Herkunft Zürich – Hr. Bütler – wird auf der Wertschöpfungskette nicht einmal unter Ferner Liefen aufgeführt.

  2. Notenstein? Was ist das? Die Hausbank der Studentenverbindung „Notensteiner“ der FH St. Gallen? Looool!

  3. Der astronomische Kaufpreis für die (non-US) Wegelin haut einem auch fünf Jahre später noch glatt aus den Socken. 2012 gab der Raiffeisen-Sonnenkönig den Kaufpreis mit 155 Mio. bekannt. Ein Jahr später enthüllte die Handelszeitung (dank US Staatsanwalt Bharara) den wahren Kaufpreis: 560 Mio. !!!

    Ein unglaublicher Betrag für eine mit ca. 25 Mrd. AuM praktisch unbedeutende, doch lokal immerhin nicht unbekannte Privatbank. Nur war der kostbare Brand „Wegelin“ quasi über Nacht futsch. Darum musste die wiedererweckte Notenstein (zuletzt profan „nettobank“) mit -zig Werbemillionen aufgepäppelt werden.

    Was nach aussen als grossmütige Rettungsaktion verklickert wurde, war in Tat und Wahrheit ein raffiniertes Machwerk, das einzelnen Schlüsselakteuren die Taschen überaus reichlich füllte. In Kenntnis von bisher durchgesickerten Indiskretionen wäre es sehr verwunderlich, wenn nicht auch gewisse Akteure auf der Käuferseite davon persönlich profitiert haben könnten.

    Doch wo kein Kläger, kein Richter.

  4. Ja, auch in St.Gallen wird in einschlägigen Kreisen tagtäglich hinter vorgehaltener Hand herumgeboten, dass die Notenstein ein sinkendes Schiff sei und infolge mangelndem „Geschäftsmodell“ wohl bald von der Bildfläche verschwinden werde. Der – künstlich erzeugte – Schwung der kuriosen Anfangszeit scheint völlig erlahmt zu sein. (Notenstein ist ja wirklich unter höchst dubiosen Umständen über Nacht entstanden…)
    Vielleicht hat ja hinter den Kulissen die „Abwicklung“ schon begonnen.

    • vielleich, ja vielleicht hat es ein paar bazzen an der seitenlinie, die investiert sein wollen, wenn der preis stimmt. die bazzenhalter könnten ja die ehemaligen alten besitzer sein, es wird doch sicher ein delta geben zwischen damals u heute.

  5. Mein Gott – der Bütler, war zu meiner Zeit bei der CS ein Blender, man nannte ihn den aufgetackelten Sowman in den gestilten Giletanzügen, fachlich nicht einmal unter ferner aufgeführt, aber tolle Anzüge.

    • @ Ihre Beschriebung ist ziemlich zutreffend, das habe ich mir bestätigen lassen aus engstem Umfeld!

  6. Wann merkt man eigentlich bei der angeblich systemrelevanten Bank Raiffeisen dass es Zeit wird, diese Altlast (damals Gefälligkeitskauf) abzustossen? Nur schon der Brand… musste halt schnell gehen damals. Ein paar Assets sind ja „umme“ – da wird sich doch jemand erbarmen, der das Ganze bei sich einbauen kann. Etwas mehr Mut Herr Gisel. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    • Warum nicht Notenstein gleich in Leonteq umtauschen? Letztere hat wenigstens noch wachstums-Potential, was bei Notenstein schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit ist. Vinzenz, die Genossenschafter erwarten jetzt -ohne Verzögerung- eine generalstabsmässige Ausrichtung. Raiffeisen habe fertig. 🙂

  7. Einige Banken sollten umgehend ein Re-Branding in Betracht ziehen, so z.B. Reichmuth & Co. in Hochmuth & Co., aufgrund der Besserwissermentalität mit bescheidenem Halbwissen der Gesellschafter oder NotensteinLaRoche in SandsteinLaRochade, da das stolze Imperium bröckelt wie Sandstein am Strande und die ewigen Rochaden langsam nerven. Diese und andere Banken müssten sich definitiv umbenennen 🙂

  8. Hilfe: ich erhielt Telefonanrufe wegen Bütler. Zur allseitigen Kenntnisnahme..ich bin nicht verwandt mit diesem Bütler und ich kenne ihn auch nicht. Ich kann also keine Info abgeben.
    Ernst A. Bütler

  9. Martin Liebi ex Notenstein hat auf jeden Fall auch wieder einen Job gefunden. Ist jetzt neu stv. CEO bei Edmond de Rothschild in Genf. Hat gestern dort in Genf angefangen. Wird noch einen Franz Migros Kurs besuchen. war nicht x ein Jahr bei Notenstein. Bekam den Job über die Connection Mit Claudia Giger ex Schroders die sich jetzt für das Geschäft der Edmond de Rothschild in Zürich verantwortlich zeichnet. Martin Liebi war auch kurz x bei Schroders. Buttom line macht Euch keine Sorgen die finden immer wieder irgendwo einen Unterschlupf. Bei Edmond de Rothschild ist auch kein Stein mehr auf dem anderen seit dem Malaysian Skandal. Die sind auch auf dem FINMA Radar und in Luxembourg gibt es dort auch ständig einen neuen CEO. Der Job von Martin Liebi ist auf jeden Fall das Schweizer Geschäft aufzubauen. Na dann good luck !

    • @LL: Egal ob button oder bottom, in beiden Fällen sind Sie der Ar***. Sie haben sich in Ihrem kümmerlichen Leben wohl noch nie vertippt.

    • Frau Niggli, Sie haben in Ihren grossartigen Leben noch nie gelacht. Aus vollem Buttom zumindest.

  10. WENN schon Künzi den letzten Zwick an der Geisel hat, und angenommen, er ist einigermassen rational, WARUM denn sollte er eine solche angebliche Pflaume nach Zürich schicken? Irgendwie beisst sich die Argumentation …

    • In dem Fall scheint die Sache so zu liegen, dass eine Verwaltungsrätin einen Freund platziert hat.
      Alte Kreditlerweisheit: Wird ein Geschäft von einem VR vermittelt, dann ist der Ausfall quasi vorprogrammiert. Und wird ein neuer Mitarbeiter von einem VR empfohlen, dann ist er/sie garantiert eine Niete.

    • @ etwas unklar….

      Man nennt das „Netzwerk“ in der neudeutschen Sprache. Zutreffender in der traditionellen Sprache ist es „Filz“.

  11. Hr Bütler kam zu schonend weg bei diesem Bericht. Er ist in Zürich bekannt als Blender, fachlich sehr mässig einzustufen und seine Führungsqualitäten sind äusserst bedenklich. Fehler können immer passieren, die Notenstein muss einen Top Mann einstellen und sollte sich von sog. Finanzschauspielern trennen. Hr Bütler war selbst bei seinem letzten Arbeitgeber eine eigene grosse Kostenstelle. Wenn es um ihn eng wurde, lies er permanent Mitarbeiter über die Klinge springen – leider ein Spiegelbild vieler Blenders unseres Bankenplatzes.

    • Bütler kümmert sich lieber um Anderes als um seine Führungsaufgabe
      .
      Erster Schritt bei seinem neuen Job. Maserati kaufen!
      Wundere mich, wenn er mehr als ein Jahr überlebt.
      Hat Notenstein allfällige USA Vergangenheit gut angeschaut. Wäre traurig wenn die wegen den USA untergegangene Wegelin mit der Neugeburt Notenstein schon wieder in die Fänge der Amis käme.

    • Hr EX CSLer: Jetzt Maserati, zu Zeiten der CS und später stand Mr. Gilet Bütler auf S Mercedes.

  12. Die Greenhorns stehen einander immer wieder auf die Füsse. Oder stottert der Motor weil die Transmissions- Riemen die Qualität nicht hergeben? „Die Not am Stein“ leuchtet heim?

  13. notenstein ist wie merkel. man kann einfach nicht zugeben, dass es ein fehler war. beide kommen nicht mehr auf die beine.