Zurich Schweiz stellt 100 bis 200 Leute auf Strasse

Massenabbau in Ländergesellschaft des Versicherungskonzerns – Zwei Topmanager weg, Chef markiert starken Mann – Planlos.

Die Zurich kommt nicht zur Ruhe. In ihrer Ländergesellschaft Schweiz steht eine der grössten Abbaurunden der Geschichte an.

Die Rede ist von 100 bis 200 Stellen, die dem Rotstift zum Opfer fallen könnten. Die Massenentlassung soll in den nächsten Wochen stattfinden, sagt eine Quelle. Sparziel: 100 Millionen Franken.

Ein Sprecher der Zurich Schweiz wollte gestern keine Stellung nehmen. Dort sind gut 5’000 der über 50’000 Gruppen-Angestellten beschäftigt.

Die Nachricht ist eine Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter des grossen Versicherungsunternehmens. Sie rechneten damit, dass das Gröbste vorüber sei.

Die Schweiz-Leitung der Zurich kommunizierte letzten Spätsommer, dass sie nur rund 70 Stellen abbauen würde. Es brauche dafür lediglich 25 Kündigungen.

Nun zeigt sich, dass die damalige Abbaurunde nur das Vorspiel einer grösseren Abwrack-Aktion war. Die Zurich Schweiz unter ihrem Chef Joachim Masur legt die Karten erst jetzt offen.

Die bis zu 200 Stellen, die laut dem Insider auf dem Spiel stehen, seien nicht nur die Folge von Sparvorgaben aus der Gruppenzentrale unter dem neuen CEO Mario Greco.

Es kämen eigene Fehler hinzu. Die Zurich hat kürzlich ihre Autoversicherung umgestellt. Die Prämie bleibt fix, unabhängig von Unfall-Zahlungen.

Die Variable ist einzig die Franchise, also der Anteil des Kunden am Schaden. Fährt jemand 3 Jahre lang unfallfrei, wird seine Franchise halbiert. Weitere 3 Jahre ohne Unfall führt zum Wegfall der ganzen Franchise.

Die Versicherung komme gut an im Markt, hiess es gestern bei der Zurich Schweiz. Das wird vom Insider bestritten. Man wachse weniger stark als der Markt.

Unabhängig vom neuen Angebot steht die Zurich Schweiz zahlenmässig gut da. Sie hat im letzten Jahr solide schwarze Zahlen geschrieben.

Dass sie nun trotzdem einen Massenabbau vornimmt, hängt mit vorauseilendem Gehorsam zusammen. Schweiz-Chef Masur will Oberleiter Greco beeindrucken, damit dieser ihn nicht hinterfragt.

Masur, ein Ex-Berater, sorgt durch Personalmassnahmen vor, dass nichts an ihm hängen bleibt. Er hat einen Kollegen aus der Geschäftsleitung abgesägt. Dieser hat die Zurich Schweiz bereits verlassen.

Ein zweites Mitglied der obersten Führung der Zurich Schweiz ist ebenfalls weg – freiwillig, wie aus Zurich-Kreisen zu vernehmen ist.

Das Unternehmen wird im laufenden Jahr unruhige Zeiten erleben. Die 100 bis 200 Jobs, die in der Schweiz gestrichen werden, sind nur der Beginn.

Konzernleiter Greco hat den Aktionären mehr Gewinn und weiterhin hohe Dividenden versprochen. Doch wie er das erreichen will, hat der hochgelobte Greco nicht schlüssig aufgezeigt.

More of the same, ist Grecos Motto. Das heisst: mehr sparen.

Die laufende Sparübung ist dabei nicht einmal auf Grecos Mist gewachsen. Sie stammt noch von Vorgänger Martin Senn.

Verpasst hat Greco, eine Aufbruchstimmung zu generieren. Statt dessen hält er das Grossunternehmen mit weltweit 55’000 Mitarbeitern mit Strukturübungen auf Trab.

Die Bereiche Leben und Sachversicherung werden fusioniert, was riesige interne Verschiebungen zur Folge hat. Es gibt Dutzende, wenn nicht Hunderte von internen Projekten.

Was das dem Unternehmen im Markt und bei den Kunden bringt, ist fraglich. Die Zurich hat sich unter Greco in eine Beraterübung in Echtzeit verwandelt.

McKinsey gibt dabei den Takt vor. Die US-Beratungsfirma ist seit Jahr und Tag tief in die oberste Unternehmenssteuerung involviert.

Das nützt vor allem den vielen Stabsleuten in der Zentrale der Zurich-Gruppe, die wegen des Umbaus des Sitzes am Zürcher Mythenquai vorübergehend an den Aussenstellen in Wiedikon und Glattbrugg sitzen.

Bei diesen handelt es sich schwergewichtig um „Ex-Pats“, also globalisierte Nomaden-Manager, die sich unentbehrlich machen müssen.

Sonst würde jemand auf die Idee kommen nachzuforschen, ob sie vor allem kosten und wenig bringen.

Dann wäre die Lösung klar. Sie hiesse: Kahlschlag im Zurich-Headquarter.

Es wäre eine andere Strategie: eine, die zur Stärkung der Ländergesellschaften führen würde. Diese hätten mehr Mittel, um sich um Markt und Kunden zu kümmern.

Stattdessen müssen sie die Kosten der Zentrale und deren teure Berater und „Angelsachsen“-Manager aufbringen.

Hier das Messer anzusetzen: Das hat Super-Mario Greco verpasst.

Damit ist der hochgelobte Zurich-Chef zur Hälfte bereits gescheitert.

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30 Kommentare zu “Zurich Schweiz stellt 100 bis 200 Leute auf Strasse

  1. Banken und Versicherungen ist derzeit nicht mehr the place to be.
    Dies har sich zwar schon länger abgezeichnet, aber so recht wollte es niemand glauben. Wir erleben jetzt das makabre Schauspiel, dass eine Branche im Nierdergang ist, die Chefs aber noch einsacken was geht. Sie wissen ja auch nicht wielange dies noch möglich ist. Dies gleicht einer präfinalen Weltuntergangsstimmung, was natürlich nicht zutrifft. Die Welt dreht sich weiter, nur nicht hier.

  2. Die einst so hoch gelobten Welt-Konzerne aus der Weltstadt Zürich sind geschrumpft worden, wie der Aralsee. Die Grössenwahn-Zeit unter den so hoch gelobten Brüdern wie Kielholz, Ospel und Co. hängt wie ein Sack aus Blei an diesen Firmen. Und ausbaden müssen es, wie immer, die Mitarbeiter und Aktionäre. Die Firmen werden niemals mehr Höchstkurse vor 15 Jahren erreichen, da der Schwindel gnadenlos aufgeflogen ist.

  3. Ob Beratung, ERP oder sonstige Moloche. Es wurde entdeckt:

    Schritt 1: Esse mit dem Herrn* und säe Unsicherheit, weil du unsicher bist von was du überhaupt redest.
    Schritt 2: Analysiere für den Herrn bis er das Vertrauen in seine eigenen Leute verliert und so unsicher ist wie du selbst.
    Schritt 3: Freue dich wie ein Parasit, dass er nur dir vertraut
    Schritt 4: Freue dich wie ein Parasit, dass er nur dich betraut
    Schritt 5: Niste deine Getreuen ein, die selbst unsicher sind.
    Schritt 6: Zurück zu 1. für neuen Profit, zu 3. für Kontinuität

    Und all das ist möglich, weil niemand sich die Blösse gibt zu sagen: Hilf mir, mein Team, ich weiss nicht was ich tun soll.

    *durchwegs kann „Herr“ mit „Dame“ ersetzt werden.

  4. Welche Unternehmens’kultur‘ in der Zurich herrschte, machen zwei Suizide deutlich. Es sei hier an die zeitlich eng aufeinanderfolgenden Selbstmorde von Pierre Wauthier (CFO) und Martin Senn (CEO) erinnert. Die ARD Dokumentation „Tod eines Managers“ (Nov. 2016) zeigt in bedrückender Weise (gerade auch in den Interviews mit der engsten Familie), mit welcher Brutalität und Aggressivität Josef Ackermann in der Zurich offensichtlich eingefahren ist. In einer unvorstellbaren Art und Weise wollte er der Zurich seinen Willen aufzwingen, damit auch sie eine Bank ganz nach seinem Gusto werde. Und dies mit allen Mitteln der Blosstellung, Demütigung und Einschüchterung, die sich auf dieser Stufe denken lassen. Die beiden erwähnten Verstorbenen waren da nur noch Vollidioten. Statisten. Degradiert. Pierre Wauthier sah keinen Ausweg mehr.
    Wo hat nun Josef Ackermann dies gelernt? Wo wurde er sozialisiert? Richtig: In der Credit Suisse. Dem idealen Biotop für Schreckensherrscher. Es sei hier an die massiven Kollateralschäden in der Belegschaft erinnert, die ein grössenwahnsinniger Emporkömmling in einem Kundensegment mit professionellen Gegenparteien nach 7 Jahren hinterlassen hat. Wäre er doch Landwirt geblieben, und hätte ihn doch eine gütige Hochkonjunktur in den 80er Jahren nicht an die Oberfläche gespült.
    Wieviel Leid wäre doch erspart geblieben.

    • Du bist nur ein „Behaupti“ und deshalb wertlos. Deine Facts?
      Die Suizide herbeiziehen, um die eigene Meinung zu J. Ackermann zu „belegen“, geht einfach nicht!
      Zum Schluss zeigst Du, worum es Dir wirklich geht: trotz Thema „Zürich“ auch der CS noch einen drauf geben.

      Ackermann trat übrigens nach dem Suizid des Finanzchefs subito zurück.

    • @Fritz, es ist sicherlich so dass diese Tragödien zu erwähnen vielleicht nicht sehr pietätvoll ist. Ich hätte es nicht gemacht. Die Meisten machen es intern nicht, obwohl jeder weiss, da ist was dran. Möglicherweise sind diese der drastischste Hinweis in welche (komplett falsche) Richtung der Ozeanriese Zurich Insurance fährt. Und damit sind wir schon bei der angesprochenen ARD Dokumentation. Den der ehemals Farmer Boss hat darin die Zürich mit einem Ozeanriesen verglichen. Er hat auch den Umgang von Joe Ackermann mit seinem CEO und CFO, eben diesen beiden, klarer als jeder andere erklärt und das ist kein Plauderi. Was ich meine ist, diese Sendung strotzt nur so von den geforderten Facts.

      Einer der bekanntesten Kaderstellen-Vermittler (oder der Bekannteste?) der Schweiz hat beim Rücktritt von Joe Ackermann damals in einem Interview, bitte nachlesen, schon gesagt, dass das nicht der Grund für einen Rücktritt eines VR-Präsidenten sein kann. Damit hat er nur das bestätigt, was nicht wenige Leute intern schon lange erzählt haben. Denn das Joe Ackermann mit der Zurich Insurance den grossen Reibach vor hatte, vermuteten viele (bis heute). Das hätte er nachher nicht mehr geschafft. Auch dass er in Zusammenhang mit der Deutschen Bank noch vor Gericht musste, wusste er wohl damals schon. Einige Leute und nicht nur in Deutschland meinten, dass müsste eigentlich Gefängnis geben. Denn die Verhandlung findet nicht in der diesbezüglich sehr wirtschaftsfreundlichen Schweiz statt. War es nun der erste, der zweite oder gar beide Gründe?

      Der Vergleich Zürich und CS ist Nahe liegend. Schweizer Weltkonzerne im Finance, dass einzig Schweizerische was die haben ist der Name. Rein Angelsächsische Kultur, Konzernsprache Englisch, und der schlimmste Grund; beides sind McKinsey Unternehmungen.

      Für diese irrreparabel falsche Richtungsvorgabe des Zurich Konzern fällt intern immer mehr der Name Rolf Hüppi, zumindest erlebe ich es so. Das ist auch meine Meinung. Der Vergleich mit Philippe Bruggisser ist auch schon gezogen worden. Damit sind wir erst in zweiter Linie bei der Swissair und dem Grounding. In erster Linie sind wir bei McKinsey (und dem Grounding).

  5. Die Zürich kommt nun in die Heckwelle ihres IT – Outsourcing Vertrages. Und diese Heckwelle wird riesig werden. Die wesentlich kleinere Bugwelle hat vor einigen Jahren
    in der Zürich schon grosse Kosten – Turbulenzen ausgelöst. Das Schlimmste ist überhaupt nicht überstanden. Das Schlimmste wird jetzt erst langsam am Horizont sichtbar. Die Zürich muss nun mit marktüblichen IT-Outsourcing Preisen überleben und damit wettbewerbsfähige Versicherungsprodukte anbieten.
    Die Marge muss hoch sein um die Dividende zu finanzieren. CSC hat lange investiert , nun kommen für CSC die interessanten Jahre. Deren Profit zahlt anteilsmäßig die Zürich. Und die neu engagierten IT Fachleute im nahen und fernen Osten haben inzwischen gelernt wie sie ihre Margen dramatisch erhöhen können. Deren Personalkosten steigen wesentlich schneller als die Fähigkeit des Zürich Managements Personal abzubauen.

    • Stimmt wohl, Plaise Pascal meinte dazu, das meiste Unglück passiert deswegen, weil es viele Menschen nicht aushalten, für 8 Stunden in den eigenen 4 Wänden zu verbleiben. Das ganze, leider gesellschaftlich akzeptierte und sogar geförderte, Geraffe nervt nur noch.

  6. Ich war einst einfacher Angestellter beim Lebensversicherer Swiss Life. Ca. 3 Jahre habe ich es in diesem Saustall ausgehalten. Während dieser Zeit hat sich das Team-Kürzel ca. 5 mal geändert, d.h. das Team wurde aufgrund einer Reorganisation irgendwo neu aufgehängt. An der Arbeit hat sich selbstverständlich rein gar nichts verändert. Nur gab es jedes Mal eine schönes Kick-Off Meeting mit etwas Apero. Kollektivleben und Einzelleben wurden munter fusioniert und wieder aufgespalten. Teilweise wurden auch nur Unter-Teams fusioniert, wie zum Beispiel die Schadensabteilung oder die Vertragsverwaltung. Die Gründe waren natürlich immer der massiver Synergieeffekt und gestiegener Kundennutzen. „Single Point of Entry“, „End-To-End“, „Claims-Management“…mit schönen Begriffen wurde jongliert, die Folien sahen super aus…Manchmal musste der Neu-Erkorene Chef selber über das erzählte schmunzeln, er wusste selber, dass alles für die Katze war…Aber hey, Hauptsache er hat es noch ins Organigramm geschafft. Viele Kollegen waren nur noch als Stabsstelle geführt…

    Nach der Reorg gab es Vorstudie um Vorstudie, einzelne Projekte wurden gestartet, gestafft mit Business Analysten aus der Line. Es gab erneut einen Apero. Dann wurde munter spezifiziert, 1000 Ordner mit Papier gefüllt bis…ja bis ein Neuer Chef kam, der die Reorg stoppte und das fusionierte wieder spaltete oder umgekehrt…

    Natürlich spülte es jedes mal wieder ein paar Führungsebenen raus, welche dann aber aufgrund der Komplexität mit noch teureren Externen ersetzt wurden. Diese haben mir jeweils besonders gefallen…voller Motivation kamen sie in die Firma, natürlich gab es wieder einen Apero, zeigten neu Wege auf…nach ca. 3 Monaten sassen sie zerknittert im Büro, erdrückt von der Komplexität…und nochmals 3 Monate später waren sie dann in der Stabsstelle…

    wenigstens gab es noch einen Abschiedsapero…

    Leider gibt es nur noch wenige Versicherungsunternehmen die aus eigener Kraft mit guten Leuten vernünftig wirtschaften…viele zerbrechen an der Heuschrecken-Mentalität des Managements, leider oft ferngesteuert von externen Consultants…

  7. Wenn ich mir so den Mitarbeitemix der Zurich anschaue, kann sich das RAV auf eine erneute Schwemm arbeitsloser EU Bürger gefasst machen.

    Ein paar Jahre (im besten Fall) ein paar Protzente einbezahlt. 2 volle Jahre 80% des letzten Jahreslohnes kassieren.

    Unsere Grossväter, die auf soviel verzichteten und all dies aufgebaut haben würden sich im Grabe umdrehen. Die 68er Generation unserer Eltern nicht. Die haben uns in ihrem Unmut der Gutmenschlichkeit die Personenfreizügkeit eingebrockt und selbst nur in der geschützten Werkstatt gearbeitet.

    Überall und in allen Branchen der Schweiz werden Tausende Stellen abgebaut. Gleichzeitig wandern netto fast 100’000 „Fachkräfte“ jährlich in die Schweiz. Unsere Sozialwerke werden uns eines Tages sowas von um die Ohren fliegen. Gut Nacht Schweiz!

    • Sebastian, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. In der Tat werden unsere Sozialwerke seit Jahrzehnten ausgehöhlt durch Firmen wie die Zurich, die ohne volkswirtschaftliche & gesellschaftliche Verantwortung Fachkräfte aus dem Land in die Schweiz importieren, die dann hier kleben bleiben. Sind doch die Löhne hier höher als anderswo…
      Unserer Regierung ist das egal im Glaube, das Wirtschaftsentwicklung kennen nur einen weg…nach oben. Zudem finanziert eine aufgeblähte Wirtschaft die serbelnde Altersvorsorge. Das Alles kann sich als fataler Irrtum und Schneeballeffekt herausstellen, wenn Schweizer Firmen vermehrt nur Wachstum im Ausland generieren, auch dort nur Personal vor Ort angestellt wird, und der Werkplatz Schweiz langsam ausblutet. Dann haben wir all die Ausländer mit Bezugsrecht auf Arbeitslosengeld auch noch an der Backe. Dann erst…endlich …müssen die Arbeitslosenzahlen berichtigt und der Realität entsprechen. Diese Prozentzahl wird dann zweistellig und endlich vergleichbar im dem EU-Raum sein. Der Ball liegt bei der Schweizer Regierung, die endlich eine griffige, homogene und machbare Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik präsentieren soll.

  8. Es ist sehr zu begrüssen, dass diese Leute die Chance haben, eine neue Herausforderung zu suchen. Manchmal sind die Leute einfacht zu lange am gleichen Ort und dann werden sie genügsam und meinen, es gehe immer gemütlich weiter bis zum Pensionierung.

    • Wir haben gewerweisst, wer sich als Winkelried in die Schlacht stürzen muss und mit welchen Argumenten wohl. Dünne zwei Sätze an die du selber nicht glauben kannst. Der erste ist ein Witz und der zweite schon fast eine (unwahre) Frechheit. Als ob bei uns jemand gemütlich in die Pension schunkeln kann. Nicht alle heissen Tom de Swaan. Für den die Zürich extra eine Wohnung mietet, wo er doch nur im Baur au Lac nächtigt. Zusammen mit seiner Frau, ebenfalls auf Zürich Kosten. Aber von Steueroptimierung zu Lasten der Zürich sprechen wir nicht. Wie ist das schon wieder mit den Spesen?

      Wie man wirklich Kosten sparen kann und aus der Zürich problemlos und sehr schnell eine gesunde Firma machen kann ist nicht nur jedem Zürich Schweiz MA bekannt. Leiter 1 mitsamt dem CEO nach Asien outsourcen. Nur so bleibt die Geschäftsleitung in ihrer Argumentation glaubwürdig. Alle Leiter 2 ersatzlos streichen. Wie intern immer sehr betont wird, es geht nur um Rollen, nicht um Jobs. Eine Rolle 2 braucht es in der Zürich nicht, die angestrebte Flache Hierarchie ist das Resultat. Die Firma als Ganzes sofort, komplett, rigoros und für immer von McKinsey befreien. Wir sind doch eine Schweizer Firma. Oder? Zum Teufel mit BlackRock und Co. Mit 3, 5 bis 4% Dividendenrendite (10 Fr) problemlos zu erreichen. Jeder seriöse Investor ist willkommen resp. bleibt erhalten. Weg mit Gedankengut wie sie Tom de Swaan genau so extrem verkörpert wie sein Vorgänger Joe Ackermann es tat. Resultat; eine blühende Firma! Swissness!

    • @Finanzmax; Jo schau nur die Firmen an wo Joe gewütet hat,
      Credit Suisse, dann Deutsche Bank und Zürich! Was ist aus den einst so blühenden Firmen geworden? Ein darben und siechen, die einten bringen sich um, andere werden entlassen, die Kunden sind unzufrieden, die Mitarbeiter haben keine Freude mehr an der Arbeit, US Gerichte verhängen Mrd an strafen, erklären die Unternehmen als
      Kriminell und das Management hat weise Westen und garniert Boni wie nie.

  9. Der Artikel ist teils richtig, teils falsch:

    Tatsaechlich blieb der Abbau am Corporate Center weitgehend aus. Sehr schade, denn seit Schiro’s Zeiten hat sich der teure Personalbestand dort vervielfacht.

    ChF 400.000 pro Person ist am Corporate Center nicht unrealistisch wg. hoher Anzahl an Seniors („Executive Staff“). Mann muss immer beachten, dass die Salaernebenkosten (Sozialabgaben, Raum, IT, Pension, Benefits, etc leicht 70% des Gehaltes ausmachen).

    Allderdings hat der Abbau vor allem ‚offene Stellen‘ (d.h. heisse Luft) und einige Juniors betroffen.

    Bezueglich McKinsey hat Mario in der Tat alle Ausgaben auf praktisch Null reduziert. Hier war die Einsparung konsequent. Frueher haben der Corporate Center und die grossen Laendergesellschaften je viele Millionen, wenn nicht dutzende pro Jahr fuer McKinsey ausgegeben.

  10. Wenn 200 Stellen einer Summe von 100 Mio. – die es einzusparen gilt – entsprechen, dann ergäbe dies ein Jahreseinkommen von geschätzten CHF. 400’000.- (ohne Bürokostenanteil) pro Stelle, die abgebaut wird. Wow. In so mancher, beruflichen Karriere muss was schief gelaufen sein, wenn man sich das Durchschnittseinkommen der Schweizer vergegenwärtigt.

    • Ja und nein. – Die Prämien scheinen viel zu hoch zu sein. – Wieso spielt denn hier der Markt (auch) nicht? Dachte, wir seien in einer Marktwirtschaft?! – Pustekuchen!

    • Nein.

      Moderne Büros mit moderner Infrastruktur, neueren Lizenzen und ein modernes Gebäude machen es möglich, dass die Vollkosten (Genanntes und Sozialbeiträge) einer Person, die 100’000 verdient, über 250’000 sein kann.

    • a) @WOW: Sie haben Recht; FTE Durschnittskosten von 500K ist doch eher hoch. Man müsste allerdings noch wissen, wieviel davon Lohnkosten sind. Ihr Rückschluss muss also nicht zwingend richtig sein…

      b) Ein Abbau von bis zu 200 auf rund 5’000 Stellen (d.h. 2-4% bei dieser Runde) verdient nun nicht gerade Prädikate wie „Abwrack-Aktion“. Im Übrigen bleibt der Artikel schuldig, wieviel davon über natürliche Fluktuation und über welchen Zeitraum abgebaut wird? Insofern ist noch nicht einmal klar, ob dies effektiv eine „Massenentlassung“ ist…

      c) Das xenophobe „Angelsachsen-Manager“-Gesülze: Schlicht und ergreifend deplatzierter Populismus…

      d) Was der „Super-Mario-Greco“ verpasst haben soll: Vielleicht einmal die Vorgänge vom letzten August genauer anschauen und etwas nachdenken, bevor in die Tasten gehauen wird…

      e) Vorauseilender Gehorsam: Genau, das wird’s wohl gewesen sein. Sehr schlüssig. Gut und pointiert auf den Punkt gebracht. Also wirklich, Herr Hässig, erste Sahne! Respekt!

  11. Wieder so ein Ohrfeigengesicht, das sich an der Spitze eines CH-Unternehmens einnisten konnte. – Wie werden bloss immer wieder seltsame Köpfe zu CEOs gehyped? Ist mir langsam ein Rätsel.

  12. die finanzindustrie ist nun mal im umbruch. bei überliquidität, kein scharzgeldbedarf mehr, technisch mehr plattformen und restriktionen durch snb und finma. logisches resultat, viel weniger leute.
    schön wäre es, wenn andere branchen sich auch dem nötigen strukturwandel stellen würden, wie die exportwirtschaft, tourismus und auch die landwirtschaft…
    mehr innovation, leistung und vorallem weg von den lämenden subventionen.