Warum Sie nicht in einen Indexfonds investieren sollten

Anleitung Aktien Investieren 3/6: Warum sollten Langfrist-Anleger keine Indexfonds kaufen?

Zuerst einmal: Ein Indexfonds ist eine gute Lösung für langfristiges Aktiensparen. Aber es ist nicht die beste Lösung. Die beste Lösung besteht darin, Ihr eigenes, passives, langfristiges Aktienportfolio zu führen.

Warum ist das so? Ein Indexfonds ist aus drei Gründen nicht die beste Lösung.

Erstens: Indexfonds kosten Geld. Wenn Sie Ihr Geld einem professionellen Anlageberater geben, kostet das 1% bis 2% Gebühren. Wenn Sie nur schon ein paar Tausend pro Jahr sparen, sind das nach 30 Jahren ein paar Hunderttausend, so viel wie ein kleines Haus.

Indexfonds sind günstiger, aber sie kosten immer noch so viel wie ein schönes Auto. Sie wollen dieses schöne Auto lieber in Ihrer eigenen Garage haben und nicht in der Garage des Indexfonds-Managers.

Zweitens: Indexfonds haben eine schlechtere Rendite. Ihnen ist vielleicht nicht bewusst, dass die Aktien in einem Indexfonds gewichtet sind. Das heisst, wenn eine Aktie teurer wird, erhält sie einen grösseren Anteil am Indexfonds. Mit anderen Worten halten Sie mehr teure Aktien als günstige Aktien. Das frisst einen Teil Ihrer Rendite.

Und drittens, Indexfonds haben Risiken. Wenn Sie Ihr Geld in einen Indexfonds investieren, sind Sie nicht Eigentümer der Aktien selbst, sondern Sie sind Eigentümer eines Finanzprodukts. Das nennt man Gegenparteirisiko.

Wenn der Indexfonds ein Problem hat, haben auch Sie ein Problem. Wenn Sie die Aktien direkt kaufen und halten, dann haben Sie dieses Risiko nicht.

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12 Kommentare zu “Warum Sie nicht in einen Indexfonds investieren sollten

  1. Komplett falsch, wie kann ein „Experte“ nur so falsch liegen?
    Das einzige was ein Privatanleger überhaupt sinnvolles mit Aktien machen kann, ist: in einen passiven breit gestreuten Indexfonds regelmässig zu investieren.
    Text ist unseriös.

  2. Habe selten einen so falschen und schlecht informierten Artikel gelesen. Der Autor kennt die Materie wohl nicht, sonst wüsste er, dass ein Index Fonds nie 1-2 % Gebühren verlangt. Dann kritisiert er die Gewichtungen im Index vermeidet es aber zu erklären welche Gewichtung er als richtig erachtet

  3. Gegenparteirisiko??? Wo liegt bei einem Indexfonds bitte das Gegenparteirisiko, wenn der Inhalt physisch repliziert ist?!

    • Es gibt synthetisch und physisch replizierende passive Fonds. Bei letzteren besteht das Risiko darin, dass Ihre Aktien von der Fondsgesellschaft ausgeliehen werden bzw. sind. Im ungünstigen Fall gerade dann, wenn ein Problem auftritt (MFGlobal …)

  4. „Die beste Lösung besteht darin, Ihr eigenes, passives, langfristiges Aktienportfolio zu führen.“
    Dessen Verwaltung ist natürlich „gratis“ und es fallen keinerlei Depotgebühren (m.W. idR mind. 0.2% p.a.) und Transaktionkosten bei einer allfälligen Readjustierung an 🙁

    • Sehr guter Hinweis. Die meisten denken nämlich, daß, wenn sie einen Indexfonds kaufen, daß sie dann einfach genau das gleiche immer haben wie der Aktienindex. Und berücksichtigen nicht, daß viel höhere Gebühren anfallen, als wenn sie es selbst machen.

      Was natürlich auch ein Vorteil ist, wenn man es selber in die Hand nimmt, ist, daß man eigene Gewichtungen setzen könnte. Womit es aber kein Indexportfolio mehr wäre.

      Übrigens gilt das Gleiche Argument, die Kosten, auch bei Renten. Viele zahlen in Pensionskassen ein, die das Vermögen dann gegen hohe Spesen verwalten. Ich würde immer eine Einzahlung in eine Pensionskasse vermeiden und lieber anstattdessen selbst in Aktien andere Wertpapiere oder Sachwerte (Immobilien zum Beispiel) investieren. Allein wegen der Gebühren, die über die Jahrzehnte anfallen.

      Aber eben: Die Einsparung zu realisieren, das benötigt dann auch, daß man Eigenverantwortung übernimmt und es selbst macht anstatt bequem in Indexfonds oder Pensionskassen einzuzahlen.

  5. Gestatten Sie eine kurze KORRIGENDA im Sinne der Anlegeraufklärung und Transparenz:

    A) „Indexfonds kosten Geld. Wenn Sie Ihr Geld einem professionellen Anlageberater geben, kostet das 1% bis 2% Gebühren.“
    • There is no free lunch – auch wenn der Anlageberater Sie zum Essen einlädt. Indexfonds 0.20% p.a. und der Advisor 1% p.a.

    B) „Wenn Sie Ihr Geld in einen Indexfonds investieren, sind Sie nicht Eigentümer der Aktien selbst, sondern Sie sind Eigentümer eines Finanzprodukts. Das nennt man Gegenparteirisiko.“
    • Das ist bei ETFs genau nicht der Fall – ein oft übersehenes Detail.

    C) „Wenn der Indexfonds ein Problem hat, haben auch Sie ein Problem. Wenn Sie die Aktien direkt kaufen und halten, dann haben Sie dieses Risiko nicht.“
    • Wenn die Aktie ein Problem hat, haben auch Sie ein Problem…siehe u.a. Bear Stearns, Lehman Brothers, WorldCom, Charles Voegele.

    • Es gibt noch synthetische ETF, die Börsenindizes künstlich nachbilden oder physisch replizierende ETF z. B. bei Börsen mit beschränktem Zugang für Ausländer wie China hinsichtlich des CSI 300.

      Diese ETF´s sind Zertifikaten vergleichbar und hier macht die Auswahl des Anbieters hinsichtlich dessen Bonität Sinn.

    • Bitte erlauben Sie eine KORRIGENDA:

      A) Falsch, 10 Jahre à 0.20 % bedeutet immer noch 2% hinter Benchmark nach 10 Jahren
      B) Falsch, mit einem ETF sind sie definitiv nicht mehr Eigentümer der Aktien selbst. Sprich: Keine GV-Einladung, keine Abstimmung etc.
      C) Wer den Index kauft / abbildet, übernimmt dessen Konstruktionsfehler (Klumpenrisiken), auch wenn es auf den ersten Blick günstig scheint

  6. Ein physischer ETF hält die Einzelwerte des Index. Die vereinnahmten Dividenden werden in der Regel einmal jährlich ausgeschüttet oder thesauriert. Im Insolvenzfall der eigenen Depotbank bzw. des Fondsanbieter bleibt man trotzdem weiterhin Anteilseigner am Sondervermögen des ETF (wie bei jedem anderen Fonds auch) und erleidet so kaum Verluste.

    Im Vergleich zu normalen Aktienfonds sind die Kosten deutlich geringer und werden durch die jährlich zufließenden Dividenden überkompensiert. Im aktuellen Konjukturzyklus „liefen“ Wachstums- und Nebenwerte besonders gut. Die Rendite der entsprechenden ETF´s lagen deutlich über denen von anderen Anlagen (klick).

    Für jeden, der weder Lust noch – berufsbedingt – Zeit hat, sich intensiv mit seinen Anlagen auseinanderzusetzen sind ETF´s im Grunde als Anlagemöglichkeit erste Wahl. Man muß sich nur noch damit beschäftigen, ob der Index entsprechend den Konjunkturaussichten zukünftig weiter steigt oder fallen wird.

    Außerdem gibt es in fast jedem Jahr einen unterbewerteten Aktienmarkt, der zu einer Hausse ansetzt, an der man über ETF´s auch ohne spezielle Marktkenntnisse (und ggf. mit Währungsabsicherung, denn es gibt viele währungsgesicherte ETF´s) teinehmen kann: 2013 Japan, 2014 Indien, China, 2015 Rußland, 2016 Brasilien.

    Sicher sind ETF´s als Anlagemöglichkeiten nicht glücklich für alle Arten von teuren Fonds und Vermögensverwaltern, die bisher für hohe Kosten nur mäßige Renditen erwirtschaftet haben. Aber gerade deshalb gibt es den Siegeszug von passiven Indexanlagen.

    Selbst Warren Buffett empfiehlt seinen Erben die Anlage in eine S&P 500 ETF.

    • Man sollte auch auf die Quellensteuerproblematik hinweisen. Was bringt mir eine Aktie mit einer optisch lukrativen Dividende, die zum Teil von einer hohen Quellensteuer „aufgefressen“ wird und das Erstattungsverfahren umständlich oder kostspielig ist.